Erdogan will nach Wahlen syrische Flüchtlinge heimschicken

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan will nach den Präsidenten- und Parlamentswahlen am Sonntag syrische Flüchtlinge in ihr Heimatland zurückschicken. Bei einer Wahlkampfveranstaltung in Gaziantep im Südosten des Landes sagte er gestern: „Wir wollen das gesamte syrische Staatsgebiet, angefangen mit den Landesteilen nahe unserer Grenze, sichern und allen unseren Gästen helfen, gleich nach den Wahlen heimzukehren.“

Nach UNO-Angaben beherbergt kein Land mehr Flüchtlinge als die Türkei. Alleine 3,6 Millionen syrische Bürger sind in das Land geflüchtet. Im Süden und Südosten der Türkei leben wegen der Nähe zur syrischen Grenze besonders viele von ihnen.

Aufgeheizte Stimmung

Die Flüchtlinge sind ein emotionales Thema. Teils werden sie in der Türkei für steigende Arbeitslosigkeit, höhere Preise und schlechtere staatliche Angebote verantwortlich gemacht, schreiben die Autoren eines am Dienstag erschienenen Berichts des Rechercheinstituts Brookings.

200.000 Syrer seien schon heimgekehrt, sagte Erdogan in Gaziantep. Andererseits dürfen nach Angaben von Ministerpräsident Binali Yildirim auch rund 30.000 Syrer bei den Wahlen am Sonntag in der Türkei ihre Stimme abgeben. Sie hätten bereits die türkische Staatsbürgerschaft erhalten, sagte Yildirim laut der Zeitung „Hürriyet“ am Dienstag.

Während des Krieges in Syrien sind mehr als 6,3 Millionen Menschen außer Landes geflüchtet - die meisten in die Nachbarländer Türkei, Libanon und Jordanien.