Asyl: Strache erwartet Kettenreaktion bei Abweisungen

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Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) rechnet damit, dass es zu einer Kettenreaktion kommen wird, sollte Deutschland tatsächlich Flüchtlinge, die bereits in anderen EU-Ländern registriert sind, abweisen. Auch andere Staaten würden dann ihre Grenzen schließen. „Das ist die logische Konsequenz“, sagte der FPÖ-Chef gestern in der Ö1-Sendung „Journal zu Gast“. An ein „Durchwinken“ von Flüchtlingen durch Italien glaubt er nicht.

„Sollte (der deutsche Innenminister Horst) Seehofer das sicherstellen, dass die Grenze geschützt wird und Personen zurückgewiesen werden, die woanders registriert sind, sind wir selbstverständlich vorbereitet und werden unsere Grenzen sichern“, sagte der FPÖ-Obmann. Das gleiche mache ja bereits die italienische Regierung. Sollte Seehofer seine Pläne verwirklichen, werde das zu einem besseren Außengrenzschutz führen, gab sich Strache überzeugt: „Der Druck wird wachsen, dass die EU-Außengrenzen geschützt werden.“

Österreich würde „mitziehen“

Gleichzeitig betonte Strache, er rechne nicht damit, dass Italien Flüchtlinge einfach durchreisen lässt, weil sie in das Land zurückgewiesen werden, in dem sie als erstes registriert sind: „Italien wird nicht durchwinken.“ Er habe darüber mit dem italienischen Innenminister Matteo Salvini gesprochen.

Zur Zahl der Abschiebungen sagte Strache, diese hätte, seit die FPÖ in der Regierung ist, um 40 Prozent zugenommen. In der Tageszeitung „Österreich“ ergänzte Strache, Österreich werde noch am gleichen Tag „mitziehen“, wenn Deutschland Flüchtlinge an der Grenze abweisen sollte. „Genau, das wird die Konsequenz sein. Und das wird dazu führen, dass alle Länder, die danach folgen, das auch tun müssen.“ Das alles bedeute, „dass Schengen für gewisse Zeit ausgesetzt wird, aber nur so kann Schengen wieder möglich werden.“ Denn damit werde „die Notwendigkeit unübersehbar gemacht“, die EU-Außengrenze effizient zu sichern.