Äthiopien: Toter bei Anschlag auf Kundgebung von Premier

Äthiopiens neuer Ministerpräsident Abiy Ahmed ist gestern nur knapp einem Anschlag entgangen. Bei der Explosion einer Granate auf einer Kundgebung mit Zehntausenden Menschen im Zentrum der Hauptstadt Addis Abeba wurden nach den Worten von Gesundheitsminister Amir Aman ein Mensch getötet und 156 verletzt. Zehn davon seien in einem kritischen Zustand. Ein Augenzeuge berichtete, der Angreifer sei von Polizisten überwältigt worden.

Der Anschlag ereignete sich wenige Minuten, nachdem Abiy seine Rede auf der Kundgebung beendet hatte. Er sei unverletzt, erklärte sein Stabchef. Einer der Organisatoren der Veranstaltung sagte, jemand habe versucht, eine Granate auf die Tribüne zu werfen, auf der sich Abiy befunden habe.

Sechs Verdächtige überprüft

Stabschef Fitsum erklärte, ein Attentäter mit „Hass im Herzen“ habe einen Anschlag mit einer Granate verübt. Wer es war, sagte er nicht. Abiy selbst sagte in einer Fernsehansprache kurz nach dem Anschlag, die Attacke sei von Kräfte ausgeführt worden, die gegen ein vereintes Äthiopien seien.

Laut Bundespolizei wurden sechs Verdächtige auf eine mögliche Verwicklung in den Anschlag überprüft. Zudem wurde dem Staatsfernsehen zufolge ein hochrangiger Polizeibeamter aus Addis Abeba wegen angeblichen Mängeln bei den Sicherheitsvorkehrungen festgenommen.