Türkei wählt Parlament und mächtigen Präsidenten

Fast eineinhalb Jahre früher als geplant werden heute in der Türkei der Präsident und ein neues Parlament gewählt. Knapp 60 Millionen Türken sind zur Stimmabgabe aufgerufen. Mit den Wahlen wird die Einführung eines Präsidialsystems abgeschlossen. Der neue Präsident wird Staats- und Regierungschef und mit weitreichenden Vollmachten ausgestattet.

Das Amt des Ministerpräsidenten wird abgeschafft. Die Verfassungsreform ist das wichtigste politische Projekt von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan. Die Opposition warnt vor einer „Einmannherrschaft“ Erdogans.

Ince auf Platz zwei

Umfragen zufolge geht Amtsinhaber und AKP-Vorsitzender Erdogan als Favorit in die Präsidentenwahl. Eine absolute Mehrheit in der ersten Wahlrunde könnte er aber verfehlen. Dann müsste er am 8. Juli gegen den Zweitplatzierten in eine Stichwahl. Umfragen sahen den Kandidaten der größten Oppositionspartei CHP, Muharrem Ince, auf dem zweiten Rang.

Die Wahllokale öffnen um 08.00 Uhr (Ortszeit, 07.00 MESZ) und schließen um 17.00 Uhr (Ortszeit, 16.00 Uhr MESZ). Mit fortschreitender Auszählung werden danach Teilergebnisse veröffentlicht. Mit belastbaren Ergebnissen wird noch am späten Abend gerechnet.