CSU will Merkel offenbar nicht als Wahlkampfhelferin

Die bayrische CSU will einem Pressebericht zufolge die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nicht zum Wahlkampf für die Landtagswahl einladen.

Wie die „Welt am Sonntag“ berichtete, habe es das in der fast 70-jährigen Geschichte der deutschen Unionsparteien noch nie gegeben. „Zu meiner Abschlusskundgebung kommt keine Bundeskanzlerin, sondern ein Bundeskanzler“, sagte der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) der „Welt“ zufolge in der vergangenen Woche.

Angeblich Einladung für Kurz

Damit meinte Söder Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP). Der bayerische Ministerpräsident hatte zuletzt bei einem Treffen in Linz einen Schulterschluss mit Kurz in der Asylpolitik demonstriert. In der Flüchtlingsfrage gibt es derzeit einen heftigen Streit zwischen CDU und CSU. Sollten sich die beiden Schwesterparteien nicht auf ein gemeinsames Vorgehen verständigen, droht sogar ein Platzen der Großen Koalition in Berlin.

Der anhaltende Streit zwischen CDU und CSU schadet der Union in der Wählergunst und kostet die Große Koalition in Deutschland ihre Mehrheit. Im Sonntagstrend, den das Meinungsforschungsinstitut Emnid für die „Bild am Sonntag“ erhebt, verliert die Union zwei Prozentpunkte und erreicht nur noch 31 Prozent. Die SPD kommt unverändert auf 18 Prozent. Damit liegt die Große Koalition zusammen nur noch bei 49 Prozent.

Bester Wert bisher für AfD

Die rechte AfD verbessert sich dagegen erneut um einen Punkt und steigt auf 16 Prozent. Das ist der höchste Wert, den die AfD bisher im Sonntagstrend erreicht hat. Um einen Punkt zulegen können auch Grüne und FDP. Sie erreichen jetzt zwölf bzw. neun Prozent. Einen Punkt auf zehn Prozent abgeben muss die Linke. Auf die sonstigen Parteien entfallen unverändert vier Prozent. Für den Sonntagstrend hat Emnid insgesamt 2.336 Personen befragt.