IWF: Migranten besser in Arbeitsmarkt einbinden

Der Internationale Währungsfonds (IWF) rät Österreich in seinem Länderbericht (Artikel IV) zu einer besseren Integration von Migrantinnen und Migranten in den Arbeitsmarkt. Sollten die Integrationsbemühungen nicht erfolgreich sein, könnte das den Beitrag der eingewanderten Menschen zur Wirtschaftsleistung verringern und somit das Wachstum verlangsamen und die Sozialausgaben erhöhen.

„Es gibt Anzeichen dafür, dass die Missverhältnisse auf dem Arbeitsmarkt zunehmen“, sagte Thomas Dorsey, Leiter der IWF-Mission für Österreich. Die österreichische Regierung solle die derzeit „guten Zeiten“ mit einem erwarteten Wirtschaftswachstum von rund drei Prozent im laufenden Jahr für Reformen nutzen, die eine bessere Integration von Flüchtlingen sicherstellen.

Nowotny stellt Gesetzesänderung in der Raum

Laut Notenbank-Chef Ewald Nowotny muss alles getan werden, um die Zahl der qualifizierten Arbeitskräfte zu erhöhen. „Wenn die Integration von Migranten nicht erfolgreich ist, würde das unter anderem das Wirtschaftswachstum verlangsamen. Diese Aufgabe ist sehr wichtig, vor allem mittelfristig“, so Nowotny.

Persönlich sei er nicht glücklich über Nachrichten, dass gut ausgebildete und integrierte Migranten gewaltsam in ihre Heimat abgeschoben werden und es andererseits potenziell zu Massenzuwanderung von schwer zu integrierenden Personen komme.

Das sei zwar alles Teil der aktuellen rechtlichen Struktur, wie sie sich nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelt habe, er denke aber, dass hinsichtlich dieses sozioökonomischen Problems einige grundlegende Änderungen notwendig sein könnten. Hier sollte man sich die ganzen rechtlichen Strukturen in Österreich und in Europa ansehen. „Man muss das Dach reparieren, solange die Sonne scheint“, so Nowotny.

Bildungssystem im Fokus

Die IWF-Experten befürchten generell, dass die strukturelle Arbeitslosigkeit in Österreich zunehmen wird. Empfohlen wird deshalb, vor allem im Bildungssystem anzusetzen, da die Arbeitslosigkeit bei Menschen mit nur Pflichtschulabschluss am größten sei.

Österreichs Wirtschaft sei robust, der Ausblick habe sich verbessert, heißt es generell im vorläufigen IWF-Länderbericht. Die endgültige Version soll im September erscheinen.