EU-Rechnungshof: Kritik an Brenner-Basistunnel

Steigende Kosten, Bauverzögerungen, mangelnde grenzüberschreitende Kooperation - der Europäische Rechnungshof übt Kritik am Brenner-Basistunnel und an der geplanten Hochleistungsstrecke München - Verona. „Diese Linie kann sich nicht rechnen und wird nicht wirtschaftlich zu führen sein“, sagte Oskar Herics, Österreichs Vertreter am Europäischen Rechnungshof, heute in Brüssel.

Das EU-Hochgeschwindigkeitsnetz gleicht laut den Rechnungshofprüfern insgesamt einem ineffizienten Fleckerlteppich ohne realistischen langfristigen Plan. Im Rahmen eines Prüfberichts wurden sechs Länder und 30 Projekte untersucht, darunter die Strecke von München nach Verona mit dem Brenner-Basistunnel als Kernstück.

Kaum Bautätigkeit auf deutscher Seite

Rund um die Brenner-Strecke orteten die Rechnungshofprüferinnen und -prüfer etliche Kritikpunkte: So gebe es zwischen Österreich, Italien und Deutschland unterschiedliche Prioritätensetzungen beim Bau der Hochleistungsstrecke.

1986 wurde mit der Planung begonnen, 2016 sollten die Tunnelarbeiten in Österreich und Italien ursprünglich fertiggestellt werden, inzwischen ist von 2027 die Rede. Die Verzögerung von elf Jahren führt auch zu Kostensteigerungen um fast 50 Prozent. Waren ursprünglich Baukosten in Höhe von sechs Mrd. Euro geplant, dürften es nun mindestens zehn Milliarden sein. Während die durchschnittliche Hochgeschwindigkeitsstrecke in der EU 25 Mio. Euro pro Kilometer kostet, sind es beim Brenner-Basistunnel wegen der komplizierten Geologie 145 Mio. pro Kilometer.

Die gesamte Strecke zwischen München und Verona dürfte laut Rechnungshof überhaupt erst 2040 fertig sein. Auf deutscher Seite gebe es nämlich kaum Bautätigkeit und auch kein Design für die Route. Deutschland habe nur ein geringes Interesse an Destinationen wie Innsbruck und Verona, so der Rechnungshof.

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