Forscher hebeln versteckte Daten in Ausdrucken aus

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Wer Dokumente mit einem Laserdrucker ausdruckt, kann relativ einfach zurückverfolgt werden: Beim Ausdruck werden kleine, fast unsichtbare gelbe Punkte auf das Papier gedruckt. Der „Machine Identification Code“ (MIC) beinhaltet unter anderem die Seriennummer des Druckers sowie Datum und Uhrzeit des Ausdrucks.

Deutschen Forscherinnen und Forschern gelang es nun, diese versteckte Information zu entschlüsseln - und unwirksam zu machen, berichtete das IT-Portal Heise.de gestern. Dazu analysierten die Forscherinnen und Forscher knapp 1.300 Ausdrucke von 18 verschiedenen Druckerherstellern. Ihre Ergebnisse stellten sie am Wochenende in Innsbruck vor.

Software druckt zusätzliche Punkte

Mit frei erhältlicher Software, die das Team der TU Dresden zur Verfügung stellt, können die kleinen gelben Punkte analysiert werden - erkennt die Software ein Muster, können die Daten anonymisiert werden. Dazu werden zusätzliche gelbe Punkte auf das Papier gedruckt, die versteckte Information wird dadurch unbrauchbar.

Informantin wahrscheinlich durch MIC aufgeflogen

Der MIC wurde in der Vergangenheit wahrscheinlich einer Whistleblowerin zum Verhängnis: Im Vorjahr übergab sie Dokumente der National Security Agency (NSA) an ein Magazin. Kurz nach der Veröffentlichung wurde die Informantin verhaftet, ein Sicherheitsexperte erläuterte daraufhin, dass der MIC zur Festnahme geführt haben könnte.

EFF wies bereits 2005 auf Überwachung hin

Schon vor mehr als einem Jahrzehnt wies die Electronic Frontier Foundation (EFF) auf die Tracking-Punkte hin. Die Organisation kritisiert, dass Absprachen zwischen der US-Regierung und Druckerherstellern das Recht auf freie Rede untergraben, so Heise.