IHS und WIFO erwarten starkes Wachstum - mit Risiken

Österreichs Wirtschaft soll heuer weiter stark wachsen, über drei Prozent real, auch wenn der Konjunkturhöhepunkt schon überschritten ist. So lautet die aktuelle Prognose des Instituts für Höhere Studien (IHS) und des Wirtschaftsforschungsinstituts (WIFO). 2019 dürfte sich das Wachstum auf etwa zwei Prozent abbremsen. Verstärkte Abwärtsrisiken sehen die Institute aber wegen des zunehmenden Protektionismus im internationalen Handel.

Das WIFO rechnet für heuer mit 3,2 Prozent realem BIP-Plus, für 2019 mit 2,2 Prozent Anstieg - beides unverändert gegenüber März. Das IHS erwartet für heuer 2,9 Prozent Plus, etwas mehr als zuletzt, und für 2019 dann 1,7 Prozent Wachstum, etwas weniger als zuletzt.

Der Privatkonsum sei im ersten Quartal von der guten Arbeitsmarktentwicklung getrieben worden. Die Investitionstätigkeit sei zuletzt noch kräftig geblieben, lasse aber nach. Der Preisauftrieb soll bei rund zwei Prozent bleiben.

Grafik zeigt Zahlen zur Konjunkturprognose

Grafik: APA/ORF.at; Quelle: APA/WIFO/IHS

Protektionismus als Hindernis

Getragen wird die Expansion von der Binnennachfrage und dem Außenhandel, auch wenn dieser etwas an Dynamik verliert - entsprechend der Wirtschaftsentwicklung in Euro-Zone und EU. „Handelspolitische Risiken belasten die Konjunktur zusätzlich“, so das IHS und nannte als „merklich abwärtsgerichtete Prognoserisiken“ neben protektionistischen Tendenzen auch die Ausgestaltung des „Brexits“.

Auch das WIFO sieht „erhöhte Unsicherheiten über die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Ausland“. In vielen Ländern würden zunehmende Kapazitätsengpässe sowie eine allgemeine Stimmungseintrübung aufgrund steigender Risiken die Wachstumsraten dämpfen. Die Exportdynamik soll sich im Einklang mit der Weltkonjunktur im zweiten Quartal leicht abschwächen, sagt auch das WIFO.

Positive Aussichten für Arbeitsmarkt

Auf dem Arbeitsmarkt dürfte die positive Entwicklung weitergehen - die Arbeitslosigkeit soll aber durch den weiter starken Anstieg des Arbeitskräfteangebots nur verhalten sinken. Die Arbeitslosenrate nach nationaler Definition sieht das WIFO von 8,5 Prozent 2017 auf heuer 7,6 und 2019 auf 7,2 Prozent sinken, das IHS erwartet für 2018/19 Rückgänge auf 7,7 bzw. 7,5 Prozent. Für heuer sind damit beide Institute optimistischer als im März.

Die Budgetziele der Regierung hält das IHS für erreichbar, falls der Budgetvollzug strikt und der wirtschaftliche Rahmen passend bleiben. Das IHS erwartet zurzeit 0,2 Prozent Defizit für 2018 und 0,1 Prozent Überschuss 2019, das WIFO heuer 0,1 Prozent Defizit, 2019 0,2 Prozent Überschuss.