Forscher warnen vor „Rekord-Zeckenjahr“

Forscher der Vetmeduni Wien warnen vor einem Zecken-Rekordjahr. „Das mag zwar positiv für die Zecken sein, ist aber schlecht für uns“, hieß es heute in einer Aussendung. Mit der Zahl der Zecken steigt auch das Risiko, durch Bisse an FSME oder Borreliose zu erkranken.

Für das Jahr 2017 hatten die Forscher, Katharina Brugger und Franz Rubel vom Institut für Öffentliches Veterinärwesen der Vetmeduni 187 Zecken pro 100 Quadratmeter vorhergesagt, 180 wurden tatsächlich gefunden. Für 2018 wurde mit 443 Zecken pro 100 Quadratmeter nun die höchste je gefundene Zeckenzahl vorausgesagt.

Die Forscher zogen für die Prognose die seit zehn Jahren dokumentierte Zeckenzahlen an einem Infektionsherd in Süddeutschland heran. Das hat bereits in den Wintermonaten eine genaue Vorhersage der zu erwartenden Zeckenpopulation erlaubt. Das ausgewählte Gebiet ist eine perfekte Referenz für andere, mitteleuropäische Regionen.

Um der Gefahr einer Hirnhautentzündung vorzubeugen, sollte man sich den Forschern zufolge gegen das FSME-Virus impfen und diese Impfung regelmäßig auffrischen lassen. Gegen Borreliose gibt es eine Antibiotikatherapie, aber keinerlei Vorbeugemaßnahmen. Je schneller die Zecke innerhalb der ersten zwölf Stunden nach einem Biss entfernt wird, umso geringer ist die Gefahr, an Borreliose zu erkranken.