Ältere diskriminiert? US-Sammelklage gegen VW gestartet

Volkswagen könnte neuer rechtlicher Ärger in den USA drohen. Im Bundesstaat Tennessee wurde eine Klage wegen angeblicher Diskriminierung älterer Mitarbeiter gegen den Autobauer eingereicht, wie die Anwaltskanzlei Sanford Heisler Sharp gestern (Ortszeit) mitteilte. VW war zunächst nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

„Jüngeres und geschmeidigeres“ Image

Der Konzern wird beschuldigt, eine unternehmensweite Personalpolitik zu betreiben, die Angestellte im Alter von über 50 benachteilige. Um sich nach dem „Dieselgate“-Skandal ein „jüngeres und geschmeidigeres“ Image zu verpassen, versuche VW, ältere Angestellte im Management durch illegale Diskriminierung zu beseitigen, behauptet die Kanzlei.

Der Rechtsstreit wurde im Namen eines 60-jährigen Mitarbeiters eröffnet, der angeblich bis 2017 in leitender Funktion im VW-Werk in Chattanooga tätig war. Die Kanzlei strebt eine Sammelklage an, der sich weitere Angestellte anschließen könnten. Sie stützt ihre Vorwürfe unter anderem auf eine Pressemitteilung von VW, in der es heiße, das Management solle „jünger und schlanker“ werden.

Ob das Verfahren Aussicht auf Erfolg hat, bleibt abzuwarten. Diskriminierungsklagen gegen Arbeitgeber sind in den USA relativ weit verbreitet und keine Besonderheit. Eine Daimler-Tochter etwa zahlte 2015 bei einem Vergleich 2,4 Mio. Dollar, nachdem mehrere afroamerikanische Mitarbeiter geklagt hatten, über Jahre Opfer von Rassismus im Werk von Daimler Trucks Nordamerika gewesen zu sein.