Frust über Trump: US-Botschafter in Estland tritt zurück

Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.

Der US-Botschafter in Estland, James Melville, tritt zurück - nach einem Bericht von „Foreign Policy“ aus Frust über die Politik von Präsident Donald Trump. In einem privaten Facebook-Post, aus dem „Foreign Policy“ zitiert, soll der Botschafter dem Präsidenten schwere Fehleinschätzungen vorgeworfen haben.

Es sei für einen Präsidenten nicht nur sachlich falsch zu sagen, die EU sei zur Ausbeutung der USA gegründet worden und um „unser Sparschwein zu plündern“, oder dass die „NATO genau so schlecht ist wie NAFTA“. „Es zeigt mir auch, dass es Zeit für mich ist zu gehen“, so Melville laut dem Bericht.

Ministerium bestätigt Rücktrittsgesuch

Das US-Außenministerium teilte gestern auf Anfrage mit, Melville habe gestern seine Absicht bekundet, vorzeitig in den Ruhestand zu gehen. Die Vorwürfe Melvilles kommentierte das Ministerium nicht.

Melville ist bereits der dritte US-Botschafter, der in der Amtszeit von Donald Trump zurücktritt. Er war seit 33 Jahren Diplomat und seit 2015 Botschafter in Estland. Dem Bericht zufolge wäre er ohnehin bald in den Ruhestand gegangen, will nun aber seinen Dienst früher aufgeben.