Tschechien: Verhaftungen bei Protest gegen Kohleabbau

Aus Protest gegen den Braunkohleabbau haben sich Umweltaktivisten in Tschechien an einen Schaufelradbagger gekettet. Der Betrieb im Tagebau Bilina habe aus Sicherheitsgründen eingestellt werden müssen, teilte ein Unternehmenssprecher gestern mit.

Mehrere Hundert weitere Demonstranten versuchten, in das Gelände des Tagebaus einzudringen. Die Polizei nahm nach Angaben eines Sprechers 234 Personen vorläufig fest. Ihnen werde unter anderem Widerstand gegen eine Amtsperson vorgeworfen.

Mehrtägige Protestaktion

Mit ihrem mehrtägigen „Klimacamp“ wollten die tschechischen Umweltaktivisten der Aktion „Limity jsme my“ (etwa: Wir sind die Tagebaugrenze) gegen die geplante Ausweitung des Tagebaus protestieren. Sie argumentieren, dass die Braunkohlenutzung klimaschädlich sei und die Landschaft verschandle. Unterstützung bekamen sie dabei auch aus Deutschland von dem Aktionsbündnis „Ende Gelände 2018“.

Im vorigen Jahr wurde in Tschechien 42 Prozent des Stroms aus Braunkohle gewonnen. Nachdem kurz nach der Wende im Jahr 1991 eine räumliche Begrenzung der Braunkohleförderung beschlossen worden war, wurden diese Grenzen vor drei Jahren wieder aufgehoben.