Neuer Höchststand bei Kinderbetreuungsplätzen

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Die Zahl der Kinderbetreuungsplätze hat einen neuen Höchststand erreicht. Im Kindergartenjahr 2017/18 besuchen laut Statistik Austria insgesamt 68.168 Kinder unter drei Jahren eine Kinderbetreuungseinrichtung. Einen neuen Rekordwert bedeuten auch die 236.779 betreuten Drei- bis Fünfjährigen.

Anzahl der betreuten unter Dreijährigen mehr als verdoppelt

Seit 2008 die erste Vereinbarung zwischen Bund und Ländern über Förderungen für den Ausbau der Kinderbetreuung abgeschlossen wurde, hat sich die Anzahl der betreuten unter Dreijährigen demnach mehr als verdoppelt. Mittlerweile besucht bereits jedes vierte Kind dieser Altersklasse ein Kindertagesheim.

Anteil der Kinder in Kinderbetreuungseinrichtungen nach Bundesländern Kurven- und Balkengrafik

Grafik: APA/ORF.at; Quelle: APA/Statistik Austria

Nach den einzelnen Jahresklassen betrachtet, besucht österreichweit mehr als die Hälfte der Zweijährigen eine Kinderbetreuungseinrichtung, bei den Einjährigen liegt die Betreuungsquote bei 23,6 Prozent. Von den Kindern, die das erste Lebensjahr noch nicht vollendet haben, sind 2,5 Prozent in einem Kindertagesheim untergebracht.

Die Betreuungsquote der Drei- bis Fünfjährigen, die ein Kindertagesheim bzw. als vorzeitig Eingeschulte bereits eine Schule besuchen, liegt derzeit österreichweit bei 93,7 Prozent. Das Burgenland mit 97,8 Prozent und Niederösterreich mit 97,1 Prozent weisen dabei die höchsten Werte auf, Kärnten (88,1 Prozent) und die Steiermark (88,2 Prozent) liegen klar unter dem Österreich-Durchschnitt.

„Weiterer Ausbau im Fokus“

Familienministerin Juliane Bogner-Strauß (ÖVP) sieht sich durch die aktuellen Daten bestätigt. Der Anstieg bei den unter Dreijährigen zeige, dass hier weiter investiert werden muss.

„Im Zuge der Verhandlungen wird der Ausbau für die unter Dreijährigen daher auch im Fokus stehen“, so Bogner-Strauß. Derzeit finden zwischen den beteiligten Ministerien die letzten Abstimmungen dazu statt, hieß es weiters.

Gemeindebund fordert Planungssicherheit

Mehr Planungssicherheit und eine nachhaltige Finanzierung fordern die Gemeinden im Zusammenhang mit der Entwicklung der Kinderbetreuungsplätze. Gemeindebund-Präsident Alfred Riedl forderte in einer Aussendung einen raschen Abschluss der entsprechenden 15a-Verhandlungen zwischen Bund und Ländern.

Die SPÖ sieht die Regierung beim Ausbau der Kinderbetreuung säumig. „Wir haben in den letzten Jahren viel erreicht, aber jetzt hat Schwarz-Blau die Stopptaste gedrückt“, kritisierte Frauenchefin Heinisch-Hosek. Ministerin Bogner-Strauß unternehme überhaupt nichts gegen den von ihr konstatierten Stillstand. Die Regierung habe nur 1.000 Euro für das nächste Jahr budgetiert, so die SPÖ-Bundesfrauenvorsitzende.