Trudeau bestreitet alte Grapschvorwürfe

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Der kanadische Premierminister Justin Trudeau hat sich zu Vorwürfen geäußert, er habe vor 18 Jahren bei einem Musikfestival eine Journalistin begrapscht. Er könne sich an den „guten Tag“ klar erinnern, er habe allerdings keine Erinnerung an „negative Interaktionen“ an diesem Tag. Die Vorwürfe waren 2000 einige Tage nach dem Festival in der Lokalzeitung „Creston Valley Advance“ erschienen.

Darin hieß es, er habe die junge Frau begrapscht und sei „unangemessen“ mit ihr umgegangen. Trudeau, damals prominent, weil Sohn des ehemaligen Premiers Pierre Trudeau, wurde von der Zeitung mit den Aussagen zitiert, der Vorfall tue ihm leid. Wenn er gewusst hätte, dass die Reporterin auch für landesweit erscheinende Zeitung schreibe, wäre er „nicht so direkt gewesen“, heißt es in dem Artikel. Was konkret damals vorgefallen sein soll, wird in dem Artikel nicht erwähnt. Auch Autor oder Autorin ist nicht bekannt.

Journalistin will sich nicht äußern

Die neue Diskussion entspann sich, als Anfang Juni ein Bild des damaligen Zeitungsartikels auf Twitter auftauchte. Der Sender CBC kontaktierte die betroffene Frau, die aber kein Interesse hatte, in der Causa genannt zu werden und alle weiteren Medienkontakte verweigerte. Dafür meldeten sich damalige Kolleginnen und Kollegen der Frau zu Wort. Die Journalistin sei „beunruhigt“ gewesen, so Valerie Bourne, die damalige Verlegerin des Blatts.

Ob es sich um eine sexuelle Belästigung gehandelt habe, könne sie nicht einschätzen. Ähnlich äußerte sich eine Kollege der Frau: Die sei nicht verzweifelt oder traumatisiert gewesen, der Übergriff sei aber jedenfalls ungewünscht und jedenfalls unanständig gewesen. Der Fall schlägt in Kanada insofern große Wellen, als sich Trudeau Gleichberechtigung auf die Fahne geschrieben hat und sich selbst als Feministen bezeichnet.