Krillfang in Antarktis wird weitgehend eingestellt

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Nach Protesten wird der Krillfang in der Antarktis in weiten Teilen eingestellt. Der Branchenverband der Krillindustrie wolle künftig in großen Gebieten auf den Fang von Krill verzichten und die Einrichtung eines Netzwerks von Meeresschutzgebieten unterstützen, teilte Greenpeace heute in einer Aussendung mit. Die Umweltschutzorganisation hatte in mehreren Aktionen auf den umstrittenen Krillfang hingewiesen.

Krillkutter

Reuters/Alexandre Meneghini

Krill ist eine Art von bis zu sechs Zentimeter großen Krebstieren, die in großen Schwärmen im Südlichen Ozean in den Gewässern um die Antarktis leben. Die kleinen, garnelenartigen Schalentiere bilden die Grundlage des gesamten antarktischen Nahrungsnetzes. Die Jagd darauf gefährde das sensible Ökosystem in der Antarktis, so Greenpeace.

Wichtig für viele Meerestiere

Ein Großteil des Fangs geht laut Greenpeace als Futter in die Fischzucht, weitaus profitabler sei jedoch das wachsende Geschäft mit Krillöl, aus dem Omega-3-Nahrungsergänzungsmittel produziert werden. Greenpeace-Recherchen ergaben, dass auch in Österreich rund 50 verschiedene Krillöltabletten im Onlinehandel und in Apotheken erhältlich sind.

Pinguin

Reuters/Pauline Askin

Es gibt allerdings auch viele Tiere, die vom Krill als Nahrungsmittel abhängig sind, darunter Pinguine, Robben, aber auch Wale. Rund 85 Prozent der in der Antarktis tätigen Krillindustrie hätten sich der freiwilligen Selbstverpflichtung angeschlossen, so Greenpeace. Neben einem Fischereistopp soll es auch Pufferzonen geben, wie etwa rund um Pinguinkolonien.

Weddell-Meer soll Schutzgebiet werden

Über Meeresschutzgebiete im Südpolarmeer entscheidet die internationale Kommission zur Erhaltung der lebenden Meeresschätze der Antarktis (CCAMLR). Auf der nächsten Sitzung im Oktober steht ein Schutzgebiet für das antarktische Weddell-Meer zur Abstimmung, für das sich Greenpeace ebenfalls einsetzt. Mit einer Fläche rund 20-mal so groß wie Österreich wäre es das bisher größte Meeresschutzgebiet weltweit.

Im Vorfeld der Entscheidung schickte Anfang des Jahres eine Forschungsmission - die mit einem Greenpeace-Schiff und Schauspieler Javier Bardem unterwegs war - bemannte Tauchboote in bisher unerforschte Meerestiefen. Neben neuen Erkenntnissen gab es dabei auch ungewöhnliche Fotos.

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