USA wollen Ausnahmen bei Ölembargo gegen Iran prüfen

Die USA prüfen nach Angaben von Außenminister Mike Pompeo Ausnahmen für einige Staaten von den geplanten Ölsanktionen gegen den Iran. „Es wird eine Handvoll Länder geben, die zu den Vereinigten Staaten kommen und um eine Befreiung bitten werden“, sagte Pompeo einer vom US-Außenministerium veröffentlichten Abschrift eines Interviews zufolge, das er gestern in Abu Dhabi dem Sender Sky News Arabia gab. Einzelne Länder nannte Pompeo nicht. Die US-Sanktionen, die den Iran vom Ölexport abhalten sollen, greifen ab November.

Iran sieht wirtschaftliche Folgen kommen

Die US-Maßnahmen dürften wirtschaftliche Folgen für sein Land haben, sagte der iranische Vizepräsident Eschak Dschahangiri der Nachrichtenagentur FARS zufolge. „Es wäre ein Fehler zu glauben, dass der US-Wirtschaftskrieg gegen den Iran keine Auswirkungen haben wird.“ Sein Land versuche, „so viel Öl zu verkaufen, wie wir können.“

Die USA wollten die Verkäufe des Iran dagegen auf null reduzieren. Das Ölgeschäft sei aber eine unverzichtbare Einnahmequelle für die Islamische Republik. Dschahangiri zufolge haben das Außenamt und die Zentralbank Maßnahmen ergriffen, um den heimischen Banken trotz der auch in diesem Bereich greifenden US-Sanktionen weiter Geschäfte zu ermöglichen.

Der Iran ist der drittgrößte Produzent des Ölkartells OPEC. Der NATO-Partner Türkei hatte bereits kurz nach Ankündigung der US-Sanktionen mitgeteilt, das Ölembargo der USA nicht zu beachten. Die Türkei bezieht den Großteil ihres Rohöls aus dem benachbarten Iran. Die Außenminister der fünf verbliebenen Länder im Atomabkommen - China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Russland - wollen auch nach dem Ausstieg der USA an dem Deal festhalten.