Lufthansa kündigt Laudamotion Leasingverträge

Nach der Übernahme der Fluggesellschaft Laudamotion in Wien durch Ryanair zieht die AUA-Mutter Lufthansa die Daumenschrauben an. Die Lufthansa hat die Verträge für neun Flugzeuge nach eigenen Angaben gekündigt, die sie derzeit an Laudamotion vermietet hat.

Das entspricht fast der Hälfte der Flotte des österreichischen Ferienfliegers, der im Frühjahr die Nachfolge der früheren Air-Berlin-Tochter Niki angetreten hatte. Laudamotion sei ihren Zahlungsverpflichtungen „zum wiederholten Male nicht wie vereinbart nachgekommen“, begründete die Lufthansa heute den Schritt.

Gerichtstermin anberaumt

Lufthansa kann die Laudamotion-Maschinen nach eigenen Angaben bei ihrer Billigmarke Eurowings gut gebrauchen. Noch habe die Kündigung der Verträge mit Laudamotion aber nicht gegriffen. Dazu stehe bereits ein Gerichtstermin an, sagte ein Lufthansa-Sprecher zur dpa. Bei Laudamotion am Flughafen Wien war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Eine Sprecherin verwies gegenüber der APA zu diesem Thema an Ryanair.

Laut Ryanair wird Laudamotion vom Vorgehen der Lufthansa bedroht und destabilisiert. Nur durch die Anmietung von zehn Boeing-737-Flugzeugen von Ryanair sei Laudamotion in der Lage, eine Flotte von 19 Flugzeugen im Sommer 2018 zu bedienen, so Ryanair am Freitag in einer Aussendung.

Vorwürfe an Lufthansa

Ryanair warf der Lufthansa bereits gestern laut dpa vor, fällige Zahlungen von 1,5 Mio. Euro an Laudamotion verzögert zu haben. Die Kündigung der Mietverträge für neun Flugzeuge nannte Ryanair einen weiteren Versuch der Lufthansa, Laudamotion „zu destabilisieren und zu schädigen“.

So hätten die Deutschen auch nicht alle zugesagten Flugzeuge zur Verfügung gestellt. Die Lufthansa wies die Vorwürfe zurück. Die Behauptungen entbehrten jeder Grundlage, so die Fluggesellschaft.