Zehntausende Separatisten in Barcelona auf der Straße

Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.

Zehntausende Separatistinnen und Separatisten der spanischen Region Katalonien sind zur Unterstützung ihrer politischen Führung erneut auf die Straßen gegangen. Nach Schätzung der städtischen Polizei nahmen gestern Abend in der katalanischen Hauptstadt Barcelona rund 110.000 Menschen an der Kundgebung teil.

Demonstranten

AP/Manu Fernandez

Wenige Stunden vor der Demonstration hatte Separatistenführer Carles Puigdemont seine Anhänger zur Mobilisierung aufgerufen. "Die Straßen Barcelonas müssen heute mit Freiheit gefüllt werden", forderte er in einer auf Twitter geposteten Videobotschaft.

Forderungen nach Entlassung und Rückkehr

Die Demonstrierenden forderten die sofortige Freilassung der in Untersuchungshaft sitzenden separatistischen Aktivisten und Politiker. Sie verlangten außerdem, dass die wie Puigdemont ins Exil Geflüchteten nach Katalonien zurückkehren dürfen, ohne Gefahr zu laufen, verhaftet zu werden.

An der Demonstration vom Samstag nahm unter anderem der Nachfolger von Puigdemont im Amt des Regionalpräsidenten, Joaquim Torra, teil. Man wolle „so oft wie nötig auf die Straße gehen“, sagte er. Neben Torra beteiligten sich an der Kundgebung auch in Katalonien bekannte Gesichter aus Sport und Kunst.

Puigdemont soll an Spanien ausgeliefert werden

Der ehemalige Regionalpräsident Puigdemont war im vergangenen Herbst nach einem verfassungswidrigen Unabhängigkeitsreferendum nach Belgien geflohen. Er hält sich seit seiner Festnahme im Frühjahr in Deutschland auf.

Das schleswig-holsteinische Oberlandesgericht hatte am Donnerstag eine Auslieferung des 55-Jährigen nach Spanien wegen des Verdachts der Veruntreuung für zulässig erklärt, nicht jedoch wegen Rebellion, dem Hauptvorwurf der spanischen Justiz.

Das Oberste Gericht in Madrid hatte Ende Juni die Eröffnung von Prozessen gegen Puigdemont und 14 weitere separatistische Politikerinnen und Politiker wegen Rebellion, Veruntreuung und zivilen Ungehorsams bestätigt.