Zwei Tote bei Belagerung von Kirche in Nicaragua

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Bei der Belagerung einer Kirche in Nicaragua sind nach Augenzeugenberichten zwei Menschen von Heckenschützen erschossen worden. Die Toten wurden gestern vom Roten Kreuz aus der Kirche Divina Misericordia im Südosten von Managua gebracht.

Am Abend zuvor hatten sich rund 200 Menschen, darunter Studierende, Medienschaffende und Geistliche vor regierungsnahen Paramilitärs in die Kirche geflüchtet, nachdem die Nationale Autonomen Universität des mittelamerikanischen Landes (Unan) attackiert worden war.

Ein Journalist des nicaraguanischen TV-Senders Canal 15, der sich ebenfalls in der Kirche befand, berichtete, die Heckenschützen hätten rund zwölf Stunden lang auf die Menschen in der Kirche gelauert. Die Belagerung wurde auf Drängen der katholischen Kirche beendet. In Videos war zu sehen, wie die Menschen in Bussen abtransportiert wurden.

Monatelange blutige Proteste

Bei gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Demonstrierenden, Sicherheitskräften und regierungsnahen Paramilitärs sind nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten in den vergangenen Monaten rund 350 Menschen ums Leben gekommen. Mindestens 2.100 weitere seien verletzt worden, teilte die Menschenrechtsorganisation ANPDH mit. Die Regierung spricht von rund 50 Toten.

Seit Mitte April kommt es in dem Land immer wieder zu blutigen Zusammenstößen zwischen Demonstranten, regierungsnahen Paramilitärs und der Polizei. Die jüngsten Proteste gegen die Regierung hatten sich ursprünglich an einer geplanten Sozialreform entzündet. Mittlerweile fordern die Demonstranten allerdings den Rücktritt von Präsident Daniel Ortega, ein Ende der Gewalt und eine freie Presse