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Vorwurf der Agententätigkeit

Die US-Justiz hat zur selben Zeit, als US-Präsident Donald Trump seinen russischen Amtskollegen Wladimir Putin traf, Anklage gegen eine 29 Jahre alte Russin erhoben. Sie soll in den USA für die russische Regierung gearbeitet haben, ohne das anzuzeigen. Nach US-Gesetz müssen sich ausländische Lobbyisten oder Diplomaten vor Beginn ihrer Tätigkeit in den USA beim Justizministerium melden.

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Die Russin, die sich den Angaben zufolge mit einem Studierendenvisum in den USA aufgehalten hatte, war am Sonntag in Washington festgenommen worden. Sie habe von 2015 bis mindestens 2017 auf Weisung eines hochrangigen Mitglieds der russischen Regierung gehandelt, das später für die russische Zentralbank gearbeitet habe und von den US-Sanktionen gegen russische Offizielle erfasst sei, hieß es. Dabei handelt es sich nach Auskunft einer mit der Angelegenheit vertrauten Person um den russischen Zentralbank-Vize Alexander Torschin.

Vorwurf der politischen Einflussnahme

Die Frau habe Organisationen beeinflusst, die ihrerseits Einfluss auf die US-Politik ausübten, hieß es in der Mitteilung des US-Justizministeriums weiter. Sie habe dabei die Interessen Russlands vertreten. Zu diesem Zweck habe sie Verbindungen zu US-Staatsbürgern geknüpft und versucht, politische Gruppierungen zu unterwandern. Ferner sei sie Gründerin einer russischen Waffenlobbyorganisation.

Die Bekanntgabe erfolgte am selben Tag, an dem Trump Putin in Helsinki traf. Bei der anschließenden gemeinsamen Pressekonferenz nahm die Affäre um eine Einmischung Russlands in die US-Wahlen breiten Raum ein. Trump sagte, er habe mit Putin lange darüber gesprochen und keinen Grund zu glauben, dass Russland sich in die Wahl eingemischt habe. Damit zog Trump Erkenntnisse der US-Geheimdienste in Zweifel.

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