Ryanair sagt wegen Streiks 300 Flüge ab

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Wegen angedrohter Streiks des Kabinenpersonals hat der Billigflieger Ryanair für die kommende Woche 300 Flüge abgesagt. Betroffen seien rund 50.000 Passagiere an den Flugtagen Mittwoch und Donnerstag, wie das irische Unternehmen gestern über den Kurznachrichtendienst Twitter mitteilte.

Es gehe um 200 Flüge von und nach Spanien sowie jeweils 50 für Portugal und Belgien, zusammen rund zwölf Prozent des Angebots an den beiden Tagen. In diesen drei Ländern haben die jeweiligen Gewerkschaften die Flugbegleiter bei Ryanair aufgerufen, die Arbeit niederzulegen.

Die Passagiere seien per Mail oder SMS-Nachrichten informiert worden, ihnen würden Umbuchungen oder voller Ersatz der Tickets angeboten. Die Streiks seien nicht gerechtfertigt und würden nur Familienurlaube stören und der Konkurrenz nutzen, erklärte Sprecher Kenny Jacobs. Die Flugbegleiter erhielten Gehälter von bis zu 40.000 Euro im Jahr, fügte er hinzu. Die irischen Piloten der Gesellschaft wollen ebenfalls morgen und Dienstag nächster Woche streiken.

Doppelt so viele Verspätungen in Europas Flugverkehr

Die Verspätungen im europäischen Luftverkehr verdoppelten sich nach Angaben des Internationalen Luftfahrtverbandes (IATA) heuer. In der ersten Jahreshälfte seien die Flugzeuge pro Tag um 47.000 Minuten verspätet gewesen, ein Plus von 133 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

„Es gibt für dieses Jahr keine Abhilfe. Aber die Lösungen kennt jeder“, sagte IATA-Chef Alexandre de Juniac heute in Genf. Mit Investitionen und vorausschauender Planung könne es nächstes Jahr besser laufen. Täglich werden über Europa rund 27.000 Flugbewegungen registriert.

Kapazitäts- und Personalmangel

Die meisten Verzögerungen beruhten auf einem Kapazitäts- und Personalmangel. Die durchschnittliche Verspätung durch Engpässe bei der Flugkontrolle betrug laut IATA im Juli 20 Minuten, im Extremfall sogar fast sechs Stunden.

Die europäische Flugsicherung Eurocontrol erwartet für die kommenden Jahre deutlich mehr Verspätungen im Luftverkehr. Bis zum Jahr 2040 werde sich die Zahl der um bis zu zwei Stunden verspäteten Flüge voraussichtlich versiebenfachen, hatte Eurocontrol kürzlich gewarnt. Betroffen wären dann 470.000 Passagiere statt derzeit rund 50.000.