Wieder Schiffsblockade im Mittelmeer

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Gerettete Migranten und Migrantinnen sind gestern bereits den fünften Tag auf einem Schiff im Mittelmeer festgesessen. Die Flüchtlinge seien bereits am Freitag von der libyschen Küste in Richtung Italien losgefahren, berichtete ein Sprecher des tunesischen Verteidigungsministeriums der dpa.

Nachdem ihrem Boot der Sprit ausgegangen sei, habe ein tunesisches Versorgungsschiff die Menschen aufgenommen. Die Behörden in Italien und Malta verweigerten ihre Aufnahmen, nach Darstellung des Sprechers lehnten die Flüchtenden es ab, nach Tunesien gebracht zu werden. Die deutsche Hilfsorganisation Sea-Watch berichtete dagegen davon, dass 40 Menschen an Bord der „Sarost 5“ Opfer einer politischen Blockade seien. Sea-Watch berief sich dabei offensichtlich auch auf Informationen von der Gruppe „Alarm Phone“, die Tunesien vorwerfen, die Menschen nicht an Land zu lassen.

Mindestens 30 Tote nach Kentern von Flüchtlingsboot

Nach dem Kentern eines Flüchtlingsboots vor der Küste der nur von der Türkei anerkannten Türkischen Republik Nordzypern kamen indes nach Behördenangaben mindestens 30 Menschen ums Leben gekommen. Weitere wurden noch vermisst, wie die Sicherheitskräfte Nordzyperns(GKK) mitteilten. Etwa 120 Passagiere konnten gerettet werden.

Die türkische Nachrichtenagentur meldete, auf dem Boot seien Syrer auf dem Weg nach Europa gewesen. Von amtlicher Seite wurde das zunächst nicht bestätigt. Das Boot sank laut GKK 16 Seemeilen vor der Stadt Gialousa (türkisch: Yeni Erenköy).