Über 120 Tote bei Kämpfen in Afghanistan

Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.

Bei blutigen Kämpfen zwischen den radikalislamischen Taliban und der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) sind in der nordafghanischen Provinz Dschausdschan innerhalb von drei Tagen 124 Menschen getötet worden. Beide Islamistengruppen hätten schwere Verluste erlitten, sagten sowohl der Sprecher der Provinz, Mohammed Resa, als auch Mitglieder des Provinzrates heute der dpa. Insgesamt seien 72 Taliban und 52 IS-Mitglieder ums Leben gekommen, sagte Resa. Etwa 100 Kämpfer beider Seiten seien verletzt worden.

Der IS ist in Afghanistan erst 2015 aufgetaucht und besteht vor allem aus ehemaligen pakistanischen Talibankämpfern, die Militäroffensiven über die Grenze getrieben hatten. Ihre religiösen Ansichten sowie die Ziele ihres „heiligen Krieges“ unterschieden sich stark von denen der Taliban, die den IS als Eindringling empfinden und von Anfang an scharf bekämpft haben.

Dschausdschan ist eine der wenigen Provinzen des Landes, in denen der IS eine kleine territoriale Basis aufbauen konnte. Nach offiziellen Angaben soll der IS dort 600 bis 700 Kämpfer haben, darunter auch einige Ausländer, vor allem aus Zentralasien. Die zahlenmäßig weitaus stärkeren Taliban versuchen schon seit Monaten, den IS von dort zu vertreiben. Bei den Kämpfen waren in der Vergangenheit auch viele Zivilisten getötet, verletzt oder vertrieben worden.

Erst am Dienstag hatten zwei Attentäter des IS ein Talibanbegräbnis in der Nachbarprovinz Sar-e Pul angegriffen und mindestens 15 Angehörige der Taliban getötet.