Pakistan: Khan-Partei startet Koalitionsgespräche

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In Pakistan führt die Partei des einstigen Kricket-Stars Imran Khan nach ihrem Sieg bei der Parlamentswahl Gespräche mit unabhängigen Kandidaten und kleinen Parteien zur Bildung einer Koalitionsregierung. Jüngsten amtlichen Angaben zufolge kam Khans Partei Tehreek-e-Insaf (PTI) bei der Wahl am Mittwoch auf 116 Sitze im Parlament. Die bisher regierende Pakistanische Muslimliga-Nawaz (PML-N) folgt mit 64 Abgeordneten weit abgeschlagen auf dem zweiten Platz.

Für die einfache Mehrheit benötigt Khan 137 Mandate. Sein Parteisprecher Fawad Chaudhry erklärte, Vertreter der Unabhängigen und der kleinen Parteien würden in Kürze mit PTI-Führungsmitgliedern zusammentreffen. Der PTI-Vertreter Naeem ul Haq sagte Reportern heute, er hoffe, dass Khan als Premierminister einer Koalitionsregierung noch vor dem 14. August vereidigt werde. An diesem Tag feiert Pakistan seine Unabhängigkeit von der britischen Kolonialherrschaft, die 1947 endete.

Nach der Bekanntgabe von Khans Sieg durch die Wahlkommission gestern äußerte ein Parteienbündnis unterdessen massive Zweifel am Zustandekommen der Ergebnisse. Unter anderen die unterlegene Regierungspartei PML-N warf dem pakistanischen Militär Manipulation vor. Das aus mehr als zwölf Parteien bestehende Bündnis namens Allparteienkonferenz (APC) kündigte Proteste an. Innerhalb des Bündnisses besteht allerdings Uneinigkeit darüber, ob das Parlament boykottiert oder eine Neuwahl gefordert werden soll.