Hälfte der Briten will neue Abstimmung zu „Brexit“

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Die Hälfte der Briten und Britinnen will einer Umfrage zufolge eine Volksbefragung darüber, ob das Land mit oder ohne Abkommen aus der Europäischen Union austreten oder doch in ihr verbleiben sollte. Bei einer solchen Umfrage würden sich dem Sender Sky News zufolge 48 Prozent für einen Verbleib in der EU aussprechen.

27 Prozent wollten ohne ein Abkommen mit der EU austreten, und 13 Prozent unterstützten den von Premierministerin Theresa May vorgeschlagenen Vertrag, teilte Sky News heute mit. Der Regierungschefin stellten die Befragten ein schlechtes Zeugnis aus: 78 Prozent sind der Meinung, dass sie den „Brexit“ schlecht verhandelt. Das sind 23 Punkte mehr als bei einer Umfrage im März.

Weitere Volksbefragung abgelehnt

In einer am Freitag veröffentlichten Umfrage hatte sich eine Mehrheit für ein Referendum über die endgültige „Brexit“-Vereinbarung zwischen Großbritannien und der EU ausgesprochen. Acht Monate vor dem EU-Austritt am 29. März 2019 sind die Briten und Britinnen tief darüber gespalten, wie der Austritt vollzogen werden soll. Bei der „Brexit“-Volksabstimmung im Juni 2016 hatten 51,9 Prozent der Wähler für, 48,1 Prozent gegen den Austritt gestimmt.

May lehnt bisher eine weitere Volksbefragung ab. Die bisherigen Vorschläge der Regierung in London für einen Austrittsvertrag stoßen bei der EU-Kommission und im Europaparlament auf Widerspruch. Daher bereiten sich beide Seiten auch auf einen ungeregelten Austritt Großbritanniens vor.

China bringt Freihandelsabkommen ins Gespräch

Die chinesische Regierung brachte nach britischen Angaben ein Freihandelsabkommen für die Zeit nach dem „Brexit“ ins Gespräch. Außenminister Jeremy Hunt sagte heute nach einem Treffen mit seinem chinesischen Amtskollegen Wang Yi, dieser habe „die Aufnahme von Diskussionen“ darüber angeboten. Großbritannien begrüße das.

Wang selbst sprach zwar nicht von einem Freihandelsabkommen. Er sagte jedoch, man habe vereinbart, „den Umfang des Handels und der gegenseitigen Investitionen auszuweiten“.