Bundesdenkmalamt: Neubauer nicht mehr Präsidentin

Seit 1. August ist Barbara Neubauer nicht mehr Präsidentin des Bundesdenkmalamtes (BDA). Da die Position bisher nicht ausgeschrieben wurde, übernimmt Fachdirektor Bernd Euler-Rolle die Präsidentschaft interimistisch, wie das Büro von Kulturminister Gernot Blümel (ÖVP) gestern bestätigte. Die Ausschreibung soll „noch im heurigen Jahr“ erfolgen.

Welche Funktion Neubauer nach zehn Jahren an der Spitze des BDA nun übernimmt, wollte man nicht bekanntgeben. Blümel hatte bereits kurz nach seinem Amtsantritt angekündigt, dass er eine Neuausschreibung plane.

Harte Kritik des Rechnungshofs

Das Bundesdenkmalamt war zuletzt im Zuge eines Rechnungshofberichts (RH) hart kritisiert worden. Blümel hatte angekündigt, im Ausschreibungsprozess auch nach neuen Ideen zu fragen. Im Regierungsprogramm ist davon die Rede, das Bundesdenkmalamt neu aufzustellen und hin zu mehr Serviceorientierung zu reorganisieren, den Denkmalschutz gesetzlich zu erneuern und dabei zu entbürokratisieren.

Der kleine Untersuchungsausschuss infolge des RH-Berichts im Parlament hatte im Vorjahr grobe personelle und strukturelle Missstände und finanzielle Misswirtschaft im BDA geortet. Die Vorwürfe des Rechnungshofs reichten vom stark gestiegenen Einsatz von Leihpersonal bis zu Verzögerungen und Kostensteigerungen für das IT-Projekt „Denkmalinformationssystem“.

Neubauer war 2008 wurde von der damaligen Kulturministerin Claudia Schmied (SPÖ) zur BDA-Präsidentin ernannt, ihr Vertrag wurde 2013 um weitere fünf Jahre verlängert.