Demonstranten verhindern Abriss von Moschee in China

Tausende Demonstrierende haben vorerst den geplanten Abriss einer Moschee im Norden Chinas verhindert. Seit Donnerstag hatten sich die Menschen vor dem islamischen Gotteshaus in der Stadt Weizhou in der Region Ningxia versammelt, wie Anrainer berichteten. Gestern sei schließlich ein Behördenvertreter erschienen und habe aus einem Dokument vorgelesen, dass der Abriss verschoben sei.

Die Behörden sehen Umbauarbeiten an der Moschee als illegal an und hatten eine Frist bis zum Freitag gesetzt, um das Gebäude abzureißen - andernfalls werde die Regierung das übernehmen. Kurz vor Ablauf der Frist starteten Anrainerinnen und Anrainer einen friedlichen Protest, wie Videos in Sozialen Netzwerken zeigten.

23 Millionen Muslime in China

Zahlreiche Protestierende waren aus Hunderte Kilometer entfernten muslimischen Regionen nach Weizhou gekommen, um sich an dem Protest zu beteiligen. Hunderte Sicherheitskräfte waren gekommen, um die Umgebung abzusichern. Der Islam ist eine von fünf offiziell anerkannten Religionen in China, in dem kommunistischen Land leben 23 Millionen Muslime.

In den vergangenen Monaten hat die Regierung den Druck auf die Minderheit erhöht. Sie verlangt, dass sich die Religionsgruppen stärker an „traditionellen“ chinesischen Werten orientieren sollen.