Putin hat Kneissl-Hochzeit wieder verlassen

Der russische Präsident Wladimir Putin hat die Hochzeit von FPÖ-Außenministerin Karin Kneissl in der Südsteiermark gegen 15.30 Uhr wieder verlassen. Er war rund 1,5 Stunden davor auf dem Flughafen Graz angekommen, von wo er mit einem Autokonvoi weitergereist war. Kurz vor ihm war auch Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) bei der Hochzeitsgesellschaft eingetroffen.

Konvoi mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin

AP/Ronald Zak

Putin überreichte der Braut, die ihn vor dem Eingang des Gasthofs Tscheppe erwartete, einen Blumenstrauß. Mit in seinem Auto reiste die Russland-Beauftragte der Bundesregierung, Ex-First-Lady und Ex-Russland-Botschafterin Margot Klestil-Löffler. Kurz nach Putin traf auch der Don-Kosaken-Chor ein, den Putin mitgebracht hatte.

Kneissl fuhr in Kutsche vor

Kneissl und ihr Mann Wolfgang Meilinger fuhren zuvor gemeinsam mit Trauzeuge und Treuzeugin in einer Pferdekutsche am Ort der Trauung vor - gefolgt von zwei geschmückten Traktoren mit Anhängern, auf denen Hochzeitsgäste und -gästinnen auf Bänken Platz genommen hatten.

Von einem der beiden Anhänger winkte auch Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ) den Schaulustigen entlang der Straße zu. Kurz sowie Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) zogen die Fahrt mit ihren Dienstfahrzeugen vor - mehr dazu in steiermark.ORF.at.

SPÖ stellt parlamentarische Anfrage

Putins Einladung hatte im In- und Ausland für Irritationen und Diskussionen gesorgt. Die SPÖ stellte eine parlamentarische Anfrage, die SPÖ-Europasprecher Jörg Leichtfried heute auf Twitter teilte.

In der an die Außenministerin gerichteten Anfrage betreffend den „Arbeitshochzeitsbesuch des russischen Präsidenten“ bezeichnete Leichtfried die gewählte Vorgangsweise als „befremdlich, naiv und geeignet, nachhaltigen Schaden an Österreichs außenpolitischer Position anzurichten“.

Da Österreich aktuell die EU-Ratspräsidentschaft innehabe und somit die Union nach außen vertrete, sei es „umso symbolischer und schädlicher“, Putin „in dieser Art und Weise zu hofieren“, so Leichtfried. Er gab zu bedenken, dass es massive Kritik sowohl an Putins Innen- als auch an seiner Außenpolitik gebe - mehr dazu in steiermark.ORF.at

Außenministerium: Rein privater Arbeitsbesuch

Offiziell wird im Außenministerium betont, der Besuch Putins sei in erster Linie privater Natur und Putin ein persönlicher Gast Kneissls. Gleichzeitig sei es aber ein Arbeitsbesuch: Kneissl werde mit Putin am Rande ihrer Hochzeit ein Gespräch führen, hieß es gegenüber ORF.at.

Der Personenschutz für Putin sei zudem ein normaler Vorgang, auch andere Persönlichkeiten seien bei privaten Besuchen in Österreich entsprechend geschützt worden. Der russische Präsident wird im Anschluss im deutschen Meseberg erwartet, wo er die deutsche Kanzlerin Angela Merkel trifft.

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