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23 Menschen gerettet

Bei einer Sturzflut in der Raganello-Schlucht im süditalienischen Kalabrien sind zehn Wanderer ums Leben gekommen. Drei Vermisste seien wohlbehalten aufgefunden worden, teilte der italienische Zivilschutz Dienstag am frühen Nachmittag mit. 23 Menschen waren bereits zuvor gerettet worden.

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„Die offizielle Zahl der Toten liegt jetzt bei zehn“, so die Pressestelle des Zivilschutzes. Am Dienstagvormittag hatte die Behörde die Zahl der Toten noch mit elf angegeben. Diese Zahl habe sich aus einer Überschneidung von Informationen im Laufe der Nacht ergeben, sagte Carlo Tansi, ein Vertreter des Zivilschutzes. Drei Menschen, die noch vermisst worden waren, wurden laut Zivilschutz am Dienstag einige Kilometer von der Schlucht entfernt aufgefunden.

Bis zu fünf weitere waren noch vermisst worden, hatte der Zivilschutz Dienstagvormittag mitgeteilt. Die Feuerwehr hatte Dienstagvormittag auf Twitter ebenfalls von fünf Vermissten geschrieben. Elf Wanderer befinden sich laut den Angaben noch im Krankenhaus.

Einsatzkräfte bei der Raganello-Schlucht in Kalabrien

APA/ANSA/Francesco Arena

Die Rettungskräfte suchen die Schlucht ab

„Wie mit Katapult weggeschleudert“

Die Wanderer und Wanderinnen waren im Nationalpark Pollino in der Provinz Cosenza in der Raganello-Schlucht unterwegs, als der Wildbach Raganello plötzlich anschwoll. Ein niederländischer Wanderer berichtete italienischen Medien von „einer wahren Lawine aus Wasser“, die unerwartet über die Gruppe hereingebrochen sei. „Wir hatten keine Zeit, irgendetwas zu tun“, sagte er. Tansi sagte, die Gruppe sei von der Sturzflut so stark getroffen worden, dass die Menschen wie Kugeln wegkatapultiert worden und rund drei Kilometer weit von den Wassermassen mitgerissen worden seien.

Einsatzkräfte bei der Raganello-Schlucht in Kalabrien

APA/ANSA/Francesco Arena

Die Schlucht von oben betrachtet

Zugang reguliert

Der Überschwemmung war stundenlanger Starkregen vorausgegangen. Die Schluchten des Raganello sind wegen der vielen Herausforderungen auf der Strecke erfahrenen Wanderern und Wanderinnen vorbehalten. Die örtlichen Behörden haben den Zugang in diese Gegend streng reguliert und einige Bereiche markiert, um Rettungskräften dabei zu helfen, Wandernde in Not ausfindig zu machen.

Einsatzkräfte bei der Raganello-Schlucht in Kalabrien

APA/AFP/Kontrolab

Auch in der Nacht waren die Einsatzkräfte an Ort und Stelle

Auf Klippen in Sicherheit gebracht

Wie viele Menschen sich genau in der Schlucht befanden, war Montagabend unklar. Zwar werden dort geführte Touren angeboten. Der Canyon im Nationalpark Pollino ist aber frei zugänglich. Einige der Geretteten und der Toten waren nach früheren Angaben von ANSA in einer Gruppe unterwegs gewesen. Die Tageszeitung „La Repubblica“ berichtete online, dass es einigen gelungen sei, sich auf den Klippen in Sicherheit zu bringen.

Wie die Zeitung „Corriere della Sera“ berichtete, befanden sich unter den Geretteten zwei Kinder, von denen eines wegen Unterkühlung mit dem Hubschrauber in ein Krankenhaus gebracht wurde. Italiens Umweltminister Sergio Costa sagte bei einem Besuch am Dienstag, sein Ministerium habe einen Bericht bei der Präfektur von Cosenza angefordert. Es müsse rasch geklärt werden, was vor dem Unglück schiefgegangen sei.

Der Canyon ist der Gemeinde Civita zufolge 13 Kilometer lang und mit glasklarem Wasser und spektakulären Felsformationen ein beliebter Ausflugsort für Touristen und Touristinnen. Die Schlucht ist einem privaten Tourenanbieter zufolge bis zu 400 Meter tief.

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