NAFTA: Keine Einigung zwischen USA und Kanada

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Die Gespräche über ein neues Nordamerikanisches Freihandelsabkommen (NAFTA) zwischen den USA und Kanada sind vorerst gescheitert. US-Präsident Donald Trump habe den US-Kongress über die Absicht unterrichtet, anstelle des Abkommens der drei Länder USA, Mexiko und Kanada künftig ein bilaterales Abkommen mit Mexiko zu setzen, teilte der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer gestern mit.

Darauf hatten sich die beiden Länder bereits am Montag geeinigt. Kommende Woche sollen die Gespräche zwischen den USA und Kanada allerdings fortgesetzt werden. Die kanadische Chefunterhändlerin, Außenministerin Chrystia Freeland, sagte im Anschluss, Kanada wolle bis zum Abschluss eines Deals weiterverhandeln. Allerdings müsse es ein guter Deal für die kanadischen Arbeiter und Arbeiterinnen sein.

Autosektor Kernstück der Verhandlungen

Die von den USA erhobenen und mit Aspekten der nationalen Sicherheit begründeten Sonderzölle auf Stahl und Aluminium bezeichnete sie als „absurd“. Herzstück der Verhandlungen bleibe der Autosektor, sagte Freeland. Hier habe Mexiko bereits sehr große Flexibilität gezeigt. Im Kern geht es darum, wie viel Prozent der Teile eines Autos aus einem der Länder der jeweiligen Handelspartner kommen müssen, um auf gegenseitige Zölle zu verzichten.

Die USA und Mexiko hatten sich darauf geeinigt, den Anteil von bisher 62,5 Prozent auf 75 Prozent anzuheben. Gleichzeitig stimmte Mexiko einer Erhöhung des Mindestlohnes in einigen Bereichen der Automobilindustrie auf 16 Dollar zu - das war eine Forderung der Hochlohnländer Kanada und USA.