COV Ausland

Die Zahl der weltweit nachgewiesenen Coronavirus-Infektionen ist seit Beginn der Pandemie auf mehr als 80 Millionen angestiegen. Das geht aus Daten der US-Universität Johns Hopkins hervor. Erst vor etwa einem Monat, am 25. November, war die Schwelle von 60 Millionen Infektionen überschritten worden. Die Zahl der bekannten Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus liegt inzwischen bei 1,75 Millionen.

Die Wissenschaft geht sowohl bei den Infektionen als auch bei den Todesfällen von hohen Dunkelziffern aus. Die Zahlen der Universität werden regelmäßig aktualisiert und liegen oft etwas höher als amtliche Daten. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gab die Zahl der bekannten Infektionen zuletzt mit 78,6 Mio. an, die der Todesfälle mit 1,74 Millionen.

USA mit höchsten Zahlen

Die meisten bestätigten Infektionen gibt es mit fast 19 Mio. in den USA, einem Land mit rund 330 Mio. Einwohnern. Dort gibt es auch mehr bestätigte Todesfälle als in jedem anderen Land, rund 330.000. In Indien sind mittlerweile knapp 10,2 Mio. Infektionen nachgewiesen worden, in Brasilien sind es fast 7,5 Millionen.

Italien ist indessen das achte Land, in dem mehr als zwei Millionen Infektionen bestätigt worden sind. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums ist die Zahl in den vergangenen 24 Stunden um 10.407 auf 2.010.037 gestiegen. Mit 70.909 Todesfällen hat das Land die höchste Opferzahl in Europa und die fünfthöchste weltweit.

Die bisher größte Impfkampagne in Deutschland hat früher begonnen als geplant. In einem Seniorenzentrum in Sachsen-Anhalt wurden heute eine 101-Jährige und etwa 40 weitere Bewohner und Bewohnerinnen geimpft. Außerdem ließen sich zehn Pflegekräfte immunisieren.

Der Start der bundesweiten Impfkampagne war eigentlich erst für morgen geplant. Der Betreiber des Seniorenheims wollte aber offensichtlich keine Zeit verlieren. „Jeder Tag, den wir warten, ist ein Tag zu viel“, sagte er.

Morgen sollen die Impfungen in allen deutschen Bundesländern beginnen, mehrere zehntausend Impfdosen wurden heute ausgeliefert. Sie werden von den zuständigen Landesbehörden an Impfzentren und mobile Teams verteilt. Zuerst sollen Menschen über 80 Jahre sowie Pflegekräfte und besonders gefährdetes Krankenhauspersonal immunisiert werden.

Gesundheitsminister Jens Spahn rief zu einem „nationalen Kraftakt“ auf, um so viele Menschen wie möglich gegen das Coronavirus zu immunisieren. „Dieser Impfstoff ist der entscheidende Schlüssel, diese Pandemie zu besiegen. Er ist der Schlüssel dafür, dass wir unser Leben zurückbekommen können“, sagte der CDU-Politiker.

Tschechien geht nach den Weihnachtsfeiertagen zurück in den Lockdown. Angesichts steigender Fallzahlen gilt von morgen an die höchste Warnstufe der Regierung. Die meisten Geschäfte müssen – weniger als einen Monat nach ihrer Wiedereröffnung – erneut schließen. Geöffnet bleiben Supermärkte, Drogerien und Apotheken.

Es dürfen nur Waren für den täglichen Bedarf angeboten werden. Landesweit gelten Ausgangsbeschränkungen und eine nächtliche Ausgangssperre in der Zeit von 21.00 Uhr bis 5.00 Uhr morgens. In der Öffentlichkeit dürfen sich nicht mehr als zwei Personen treffen. Eine Ausnahme für die Silvesternacht ist nicht vorgesehen.

Die Maßnahmen, die einem dritten Lockdown gleichkommen, gelten zunächst bis zum 10. Januar. Betroffen ist auch der Wintersport: Die Skilifte müssen ihren Betrieb einstellen. An Hochzeiten und Begräbnissen dürfen maximal 15 Personen teilnehmen.

Präsident greift Medien an

Der tschechische Präsident Milos Zeman hat indes in seiner jährlichen Weihnachtsansprache zu einer hohen Beteiligung an der CoV-Impfung aufgerufen, sobald diese breit verfügbar ist. „Lassen wir uns impfen – das ist vielleicht nicht angenehm, aber nützlich, denn wir schützen damit nicht nur uns selbst, sondern auch andere“, sagte der 76-Jährige heute im TV-Sender CT.

Zeman sprach der Regierung unter Ministerpräsident Andrej Babis, dem Gründer der populistischen Partei ANO, seine Unterstützung aus. Äußerst scharfe Kritik übte er an der Opposition und einem Teil der Medien. Zeman warf ihnen vor, „versagt“ zu haben, weil sie sich „in diesen schweren Zeiten“ nicht hinter die Regierung gestellt hätten.

Dabei griff der Präsident zwei Redakteure der liberalen Wirtschaftszeitung „Hospodarske noviny“ sowie den Chefredakteur des Nachrichtenmagazins „Respekt“, Erik Tabery, namentlich an. Sie seien „tiefster Verachtung würdig“, sagte das Staatsoberhaupt.

„Der Sinn des Journalismus ist es, die Mächtigen zu kontrollieren“, reagierte Tabery auf Twitter. Das werde sein Magazin weiter tun.

Die in Großbritannien entdeckte Coronavirus-Variante ist nun auch in Spanien nachgewiesen worden. In Madrid sei die Mutation bei vier Menschen festgestellt worden, sagte der stellvertretende Gesundheitsminister der Hauptstadtregion, Antonio Zapatero, bei einer Pressekonferenz heute. Alle vier Infizierten seien kürzlich aus dem Vereinigten Königreich eingereist.

Fälle in Frankreich, Italien, Schweden

Zuvor war in Frankreich erstmals eine Person positiv auf die neue Variante des Coronavirus getestet worden. Der Mann aus der Stadt Tours sei am 19. Dezember aus Großbritannien zurückgekehrt und befinde sich in Quarantäne, teilte das französische Gesundheitsministerium gestern mit. Er sei aus London eingereist und habe Symptome entwickelt, es gehe ihm aber gut.

In Italien wurde die Mutation bei sechs Menschen festgestellt, die kürzlich aus dem Vereinigten Königreich eingereist waren. Keiner der Infizierten habe schwere Symptome, teilten die Gesundheitsbehörden mit. Die Coronavirus-Variante wurde auch bei drei Personen in der norditalienischen Region Venetien festgestellt. Es gebe aber keinen Grund zur Besorgnis, teilten die Gesundheitsbehörden mit.

Auch in Schweden ist ein erster Fall der neuen Variante des Coronavirus festgestellt worden. Die Ansteckung sei bei einem zu den Weihnachtsferien aus Großbritannien eingetroffenen Reisenden nachgewiesen worden, teilte eine Sprecherin der Gesundheitsbehörde heute mit. Andere Mitglieder des Haushalts seien nicht betroffen. Der Reisende habe sich nach der Ankunft in Isolation begeben, hieß es. Dass es weitere Fälle gebe, könne aber nicht ausgeschlossen werden.

Auch Japan betroffen

Auch in Japan wurde die neue Variante mittlerweile nachgewiesen. Sie wurde zunächst bei fünf Menschen festgestellt, die zwischen dem 18. und 21. Dezember aus Großbritannien eingereist waren, wie Gesundheitsminister Norihisa Tamura mitteilte. Sie befänden sich nun in einer 14-tägigen Quarantäne. Als Reaktion habe die Regierung beschlossen, ab Montag die Einreise von Ausländern vorübergehend zu untersagen, hieß es heute in Medienberichten.

Die britische Regierung hatte vor rund einer Woche die Entdeckung einer Coronavirus-Mutation öffentlich gemacht. Diese soll bis zu 70 Prozent ansteckender sein als die bisherige Variante. Zahlreiche Staaten, darunter auch Österreich, hatten daraufhin Flugverbote und Reisebeschränkungen für Passagiere aus Großbritannien verhängt. Das Virus tauchte seitdem unter anderem in Deutschland, aber auch Japan auf.

COV Inland

Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) hat heute das Aussetzen jener Strafbescheide gefordert, die positiv auf das Coronavirus getesteten Kärntnern und Kärntnerinnen zugestellt werden, die sich während ihrer Quarantäne in der Wohnung nicht ausreichend von Mitbewohner absondern. Er forderte eine Änderung der Verordnung.

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Der seit heute gültige dritte CoV-Lockdown bringt wieder viele strikte Maßnahmen. Die Ausgangsbeschränkungen gelten rund um die Uhr, Kontakte werden stark eingeschränkt. Der Handel ist bis auf Grundversorger geschlossen, Gastronomie, Beherbergungs-, viele Freizeit- und alle Kulturbetriebe bleiben zu.

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Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den abgelaufenen sieben Tagen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, liegt laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bei 151 (Stand: heute, 14.00 Uhr). Damit ist der Wert im Vergleich zum Vortag (161) leicht gesunken. Am höchsten ist sie derzeit in Salzburg (231) und Kärnten (207), am niedrigsten im Burgenland (112) und in Wien (113).

Ministerien melden 1.429 Neuinfektionen

Das Gesundheits- und das Innenministerium vermeldeten 1.429 neu registrierte Coronavirus-Fälle (Stand: heute, 9.30 Uhr) innerhalb der letzten 24 Stunden. Landesweit starben laut AGES bisher 5.843 Personen an den Folgen von Covid-19. Derzeit befinden sich laut AGES 2.455 Erkrankte in Spitalsbehandlung, 431 davon auf der Intensivstation.

Das Berichtsschema der AGES zeigt die Zahlen vom Vortag – wie die Meldung der Ministerien. Wesentlicher Unterschied zu den Ministeriumsmeldungen: Laborbestätigte Fälle, Tote etc. werden nicht zum Meldezeitpunkt dargestellt, sondern zum Diagnose- bzw. Sterbedatum. In der Darstellung in ORF.at wird auch täglich transparent gemacht, welchen Tagen die neu gemeldeten Fälle zugeordnet werden.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Erklärung für die Umstellung und die neue, genauere Zählweise in ORF.at/corona

Steigende Coronavirus-Zahlen können im Abwasser bereits eine Woche früher nachgewiesen werden, als das heute mit PCR-Testungen möglich ist. Das ist das vorläufige Ergebnis einer bundesweiten Studie, die das Abwasser als mögliches CoV-Frühwarnsystem untersucht.

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Ausland

Russlands Inlandsgeheimdienst FSB hat nach eigenen Angaben einen Anschlag der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) in der Kaukasusrepublik Dagestan vereitelt. IS-Mitglieder hätten in der Regionalhauptstadt Machatschkala einen Bombenanschlag in der Nähe eines Gebäudes der Sicherheitsbehörden sowie einen bewaffneten Angriff auf Mitarbeiter des Innenministeriums geplant, teilte der FSB heute mit. Vier „Mitglieder der internationalen Terroristengruppe IS“ seien in Haft.

Ermittler hätten Schuss- und Stichwaffen sowie „eine große Menge Munition und einen Sprengsatz“ sichergestellt, hieß es weiter. Zudem seien Mobiltelefone beschlagnahmt worden, über die die Verdächtigen Kontakt zu den Organisatoren des Anschlags gehalten hätten.

Der IS hat in Russland wenig Einfluss. In den von Instabilität geprägten südrussischen Kaukasusrepubliken Tschetschenien, Dagestan und Inguschetien gibt es aber immer wieder islamistische Anschläge. Erst vor rund zehn Tagen hatten Polizisten in Tschetschenien zwei Angreifer erschossen, die offenbar Sicherheitskräfte angreifen wollten.

Ein neues Bündnis der Regierung des Jemen mit den Separatisten des Südens soll deren Machtkampf in dem Bürgerkriegsland beilegen. Präsident Abed Rabbo Mansour Hadi vereidigte heute die 24 Minister der neu gebildeten Regierung. Sie besteht sowohl aus Vertretern des Nordens wie auch des Südens und folgt auf ein Abkommen, auf das sich die Konfliktparteien 2019 in Saudi-Arabien geeinigt hatten.

Bündnis gegen Houthi-Rebellen wurde brüchig

Die Regierung soll sich vor allem mit den starken Wirtschaftsproblemen und dem Währungsverfall befassen. Die Hadi-Regierung und die Separatisten vom Südlichen Übergangsrat (STC) kämpfen eigentlich gemeinsam gegen die Houthi-Rebellen, die das Land 2014 überrannt hatten. Ihr Bündnis war aber brüchig. Der STC gründete sich 2017 und die Rufe nach einer erneuten Abspaltung vom Norden – der Nord- und Südjemen hatten sich erst 1990 zu einem Staat zusammengeschlossen – wurden lauter.

Der STC wird von den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) unterstützt, die Hadi-Regierung vor allem von Saudi-Arabien. Der Machtkampf hatte zu monatelanger Gewalt und politischem Gezerre in den südlichen Provinzen des Landes geführt und das Bündnis im Kampf gegen die Houthis geschwächt. Die Separatisten hatten dabei die wichtige Hafenstadt Aden unter ihre Kontrolle gebracht, die Regierung von dort vertrieben und zeitweise Selbstverwaltung ausgerufen.

Hadi war nach Machtübernahme der Houthis im Nordjemen ins Exil nach Saudi-Arabien geflohen. Dort fand heute auch die Zeremonie zur Vereidigung der neuen Regierung statt. „Sie stammen aus verschiedenen Blöcken und Gegenden, aber das Land und seine Bürger sollten allem voran Ihr Hauptanliegen sein“, sagte Hadi der staatlichen Nachrichtenagentur Saba zufolge. „Wir befinden uns in einer neuen Phase und verlassen uns auf Sie, als ein Team zu handeln.“

Der Jemen auf der Arabischen Halbinsel ist eines der ärmsten Länder der Welt. Der Bürgerkrieg hat das Leid der Menschen noch deutlich vergrößert. 24 Millionen Menschen – rund 80 Prozent der Bevölkerung – sind heute auf irgendeine Form von humanitärer Hilfe angewiesen.

Nach der Explosion eines Wohnmobils im Zentrum der US-Stadt Nashville hat die US-Bundespolizei FBI die Ermittlungen übernommen. Bei dem Vorfall gestern (Ortszeit) wurden drei Menschen leicht verletzt. Es entstand erheblicher Sachschaden an umliegenden Gebäuden. Einige Fahrzeuge fingen Feuer, dunkler Rauch stand über der Stadt und war meilenweit zu sehen.

Die Polizei geht davon aus, dass die Detonation absichtlich herbeigeführt wurde. Eine aufgenommene Ansage aus dem Wohnmobil habe zuvor gewarnt, dass eine Bombe in 15 Minuten explodieren würde, sagte der örtliche Polizeichef John Drake auf einer Pressekonferenz. Die Aufnahme, die später im Lokalsender NewsChannel5 abgespielt wurde, rief minutenlang zur Evakuierung des Gebietes auf.

Rauch nach einer Explosion im Zentrum von Nashville (Tennessee)
Reuters/USA Today Sports/

Suche nach Motiv

Das Motiv sei unklar, hieß es bei der Polizei. Vor der Explosion habe es einen Notruf über Schüsse im bei Reisenden beliebten Zentrum von Nashville gegeben, erläuterte ein Sprecher. Die angerückte Polizei hätte die Bombenfachleute gerufen, die noch auf dem Weg waren, als sich die Explosion ereignete.

Der frühere stellvertretende FBI-Direktor Andrew McCabe sagte dem US-Nachrichtensender CNN, die Polizei selbst könnte das Ziel des Anschlags gewesen sein. Die Explosion ereignete sich in der Früh, die meisten Gebäude mit Büros und Geschäften in der sonst belebten Straße waren geschlossen.

Der während des Kalten Krieges als Doppelagent berühmt gewordene britische Geheimdienstmitarbeiter George Blake ist tot. Der „legendäre Geheimagent“ sei im Alter von 98 Jahren gestorben, sagte der Sprecher des russischen Geheimdienstes SWR, Sergej Iwanow, heute laut der Nachrichtenagentur TASS.

Der ehemalige britische Geheimdienstmitarbeiter George Blake.
APA/AFP/Yury Martyanov

Blake, der während des Zweiten Weltkriegs in den Niederlanden im Widerstand gewesen war, war vom britischen Geheimdienst rekrutiert worden. Nachdem er Zeuge von US-Bombenangriffen gegen die Zivilbevölkerung im Korea-Krieg geworden war, bot er der Sowjetunion seine Dienste an. Gegenüber dem russischen Geheimdienst KGB gab er die Identitäten Hunderter Agenten preis. Zudem enthüllte er die Existenz eines geheimen Tunnels in Berlin, von dem aus die Sowjetunion ausspioniert wurde.

Als „Maulwurf“ enttarnt wurde Blake von einem polnischen Doppelagenten. 1961 wurde er in Großbritannien zu 42 Jahren Haft verurteilt. Fünf Jahre später gelang ihm die Flucht. Er setzte sich schließlich in die Sowjetunion ab.

In Moskau wurde Blake als Held verehrt. Blake habe „unser Land aufrichtig geliebt und die Errungenschaften unseres Volkes während des Zweiten Weltkriegs bewundert“, sagte Geheimdienstsprecher Iwanow.

Inland

Nicht jede Schule mit ganztägiger Betreuung ist gratis in Wien. Seit September sind nun 70 Ganztagsschulen kostenlos. Das ist allerdings weniger als die Hälfte aller Schulen mit ganztägiger Betreuung. Das sorgt für Kritik betroffener Eltern.

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Wirtschaft

In der Türkei soll 2021 nach Worten von Präsident Recep Tayyip Erdogan „das Jahr der demokratischen und wirtschaftlichen Reformen“ werden. Forcierte Strukturreformen sollen seinem Land aus der ökonomischen Misere helfen, wie Erdogan heute in einer Videobotschaft signalisierte.

Kampf dem „Dreieck des Übels“

„Wir sind entschlossen, ein System auf der Grundlage von Produktion und Beschäftigung zu schaffen“, ergänzte er, ohne das näher zu erläutern. So solle das „Dreieck des Übels“ zerstört werden. Mit dieser Bezeichnung bezieht sich Erdogan auf die aus seiner Sicht nachteiligen Wechselbeziehungen zwischen Zinsen, Inflation und Wechselkursen.

Die Türkei leidet wirtschaftlich unter einem Währungsverfall und einer hohen Teuerung. Im Kampf dagegen hob die Zentralbank unter ihrem neuen Chef Naci Agbal am Donnerstag erneut den Leitzins an, und zwar um zwei volle Punkte auf 17 Prozent. Erdogan bezeichnet die ökonomischen Probleme immer wieder als Ergebnis gezielter ausländischer Angriffe auf die heimische Volkswirtschaft.

Die in Aussicht gestellten Reformen will er „so schnell wie möglich“ dem Parlament vorlegen, wie er nun ankündigte. „Wir nehmen die demokratischen Reformen nicht vor, weil uns irgendjemand dazu zwingt, sondern weil unser Volk sie verdient.“

Der Höhenflug der Digitalwährung Bitcoin setzt sich fort. Heute stieg der Kurs der ältesten und bekanntesten Kryptowährung erstmals über die runde Marke von 25.000 US-Dollar (20.503,57 Euro). Auf der Handelsplattform Bitstamp wurde ein Höchststand von 25.022 Dollar erreicht. Das ist ein Rekordhoch. Auf anderen Handelsplätzen, von denen es zahlreiche gibt, können die Rekordstände abweichen, da es keinen zentralen Bitcoin-Handel gibt.

Der Höhenflug des Bitcoin in diesem Jahr ist atemberaubend. Gestartet zu Jahresbeginn mit etwa 8.000 Dollar, fiel der Kurs während der ersten CoV-Welle im Frühjahr zunächst auf weniger als 4.000 Dollar. Danach begann ein langsamer Anstieg, der sich im Herbst stark beschleunigte. Allein seit Mitte Oktober hat sich der Wert des Bitcoin mehr als verdoppelt. Der Bitcoin ist mit einem Marktanteil von fast 70 Prozent die mit Abstand größte Digitalwährung.

Mehrere Gründe für Anstieg

Begründet wird der heurige Kursanstieg des Bitcoin mit mehreren Entwicklungen. Als entscheidend gilt, dass das Thema Digitalwährungen wieder stärker in den Fokus von Anlegern gerückt ist. Das ist nicht zuletzt eine Folge eines Vorstoßes des großen Bezahldienstes PayPal, der seinen Kunden die Bezahlung in Digitalwährungen wie Bitcoin ermöglichen will.

Beflügelt wird der Bitcoin auch dadurch, dass sich immer mehr professionelle Anleger für Kryptowährungen interessieren. Das Interesse von Profianlegern gilt häufig als längerfristig, was den sehr schwankungsanfälligen Bitcoin-Kurs verstetigen könnte.

Gesteigert wird das Interesse an Digitalwährungen auch durch die Pandemie und die mit ihr einhergehende, stark steigende Staatsverschuldung. Einige Anleger fürchten deswegen eine mittel- bis längerfristig steigende Inflation, wogegen sie sich mit alternativen Anlagen absichern wollen.

Die Reederei Aida Cruises hat wegen IT-Problemen die geplanten Silvesterkreuzfahrten seiner Schiffe „AidaPerla“ und „AidaMar“ abgesagt.

Die IT-Probleme behinderten die Kommunikation mit den anreisenden Gästen und seien Ursache der Reiseabsagen, der Schiffsbetrieb sei aber gesichert, teilte ein Aida-Sprecher gestern auf Anfrage mit. Den Gästen der abgesagten Reisen solle der Reisepreis erstattet werden und sie erhielten ein zusätzliches Kreuzfahrtguthaben.

Zuvor hatten mehrere Medien den Ausfall der Reisen vermeldet. Die deutsche „Bild“-Zeitung hatte zudem über einen möglichen Hackerangriff als Ursache der IT-Probleme berichtet. Über die genaue Ursache der IT-Probleme und zu einem möglichen Hackerangriff machte der Sprecher gestern keine Angaben. Die aktuellen Reisen sollten planmäßig in La Palma/Gran Canaria beendet werden.

Sport

Das Schlagerspiel der englischen Premier League zu Weihnachten ist ohne Sieger beendet worden. Rekordmeister Manchester United kam am traditionellen Boxing Day am zweiten Feiertag trotz zweimaliger Führung nicht über ein 2:2 (1:1) bei Leicester City hinaus – und bleibt mit 27 Punkten vorerst Dritter hinter dem Fußballmeister von 2016 (28). Meister und Tabellenführer Liverpool (31) kann damit am Sonntag seinen Vorsprung ausbauen.

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Ryan Cochran-Siegle, der schon in Gröden mit Platz zwei aufgezeigt hatte, ist im ersten Training für die Weltcup-Abfahrt der Herren am Montag in Bormio der Schnellste gewesen. Hinter dem US-Amerikaner und dem norwegischen Gröden-Abräumer Aleksander Aamodt Kilde (+0,58) fuhr der Kärntner Matthias Mayer heute auf den dritten Rang (0,61).

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Die zweite in Saudi-Arabien gefahrene Dakar-Rallye rückt näher, die zwölf Etappen sind für 3. bis 15. Jänner angesetzt. Österreichs Hoffnungsträger bei den Motorrädern ist erneut Matthias Walkner, der Salzburger nimmt zum bereits siebenten Mal an der Extremsport-Veranstaltung teil.

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17 Jahre nach Thomas Vanek führt wieder ein Top-Ten-Draftpick der National Hockey League (NHL) Österreichs Junioren bei einer U20-A-WM an. Marco Rossi, das größte Talent seit dem im März zurückgetretenen Vanek, will sich mit dem ÖEHV-Team in Edmonton gegen nach Papierform übermächtige Konkurrenz gut präsentieren.

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Chronik

Das gute Wetter und der bevorstehende alpine Skiweltcup haben heute auf den Ski- und Rodelpisten auf dem Semmering in Niederösterreich für deutlichen Andrang gesorgt. Die Liftbetreiber lobten ihre CoV-Sicherheitsvorkehrungen, die von den Gästen gut angenommen würden.

250 Sperrgitter aufgestellt

Weil auf dem Semmering (Bezirk Neunkirchen) am Christtag trotz erhöhter Präsenz der Exekutive, entsprechender Durchsagen und Schilder die geltenden Covid-19-Abstandsregeln „nicht immer eingehalten“ worden seien, hat die Gemeinde heute reagiert – mehr dazu in noe.ORF.at. In der Früh wurden laut Bürgermeister Hermann Doppelreiter (ÖVP) 250 Sperrgitter aufgestellt. Zudem appellierte der Ortschef an die Gäste, ausschließlich offizielle Parkplätze zu verwenden.

Die am Christtag sehr stark frequentierte Rodelwiese auf der Panhanswiese wurde mit Sperrgittern abgesichert und ist nur mehr für eine begrenzte Personenanzahl zugänglich, teilte Doppelreiter mit. „Wir werden kontrollieren, wer das Areal betritt. Wenn das nicht funktionieren sollte, werden wir morgen ganz absperren.“ Die Rodelwiese beim Soldatenfriedhof sei bereits geschlossen.

„So konnte es nicht weitergehen“

„Es ist für uns nicht möglich zu beurteilen, wer in einem gemeinsamen Haushalt lebt. Aber so wie gestern konnte es nicht weitergehen“, betonte der Bürgermeister in einer Aussendung. Die 250 Sperrgitter würden es „ermöglichen, nur eine bestimmte Personenanzahl in die Areale einzulassen“.

Aufgrund der Covid-19-Bestimmungen haben die Seilbahnen ihre maximale Gästeanzahl um mehr als die Hälfte reduziert, Tickets müssen im Vorhinein online gekauft werden. Zutritt zu den Skigebieten und deren Parkplätzen setzt ein gültiges Ticket voraus. „Dieses Konzept der Kontingentierung funktioniert, wird jedoch durch das wilde Parken entlang der Landesstraße unmittelbar nach der Landesgrenze in der Steiermark ausgehebelt. Ich fordere die Exekutive auf, verstärktes Augenmerk auf die Verkehrssicherheit in diesen Bereichen zu legen“, so der Semmeringer Ortschef.

Straßensperre in Kärnten

Strahlendes Wetter über den meisten Teilen der Steiermark und Kärntens sorgte am Stefanitag für guten Besuch in deren Skigebieten – zumindest jenen, die offen hatten. Der Andrang war deutlich höher als am weitgehend nebeligen Heiligen Abend – mehr dazu in steiermark.ORF.at.

Das konnte der Kärntner Fachgruppenobmann für Seilbahnen, Manuel Kapeller-Hopfgartner, auch für sein Bundesland bestätigen. „Wir sind gut besucht und es ist generell mehr als am Heiligen Abend. Das dürfte auch daran liegen, dass in einem normalen Winter in Kärnten gut und gern 50 Prozent Einheimische auf den Pisten sind“, so Kapeller zur APA.

Wegen des starken Andrangs auf ein kleines Skigebiet südlich von Klagenfurt ist heute die Zufahrtsstraße dorthin gesperrt worden. Wie die Landespolizeidirektion Kärnten mitteilte, kam es im Skigebiet Bodental wegen „massenhaft“ neben der Fahrbahn abgestellten Fahrzeugen „zu teilweise chaotischen Zuständen“. Die Einfahrt für Einsatzfahrzeuge wie Feuerwehr oder Rettung sei teilweise nicht mehr möglich gewesen.

Wegen „Gefahr in Verzug“ habe die Gemeinde Ferlach verfügt, dass die taleinwärts führende Straße ab morgen um 8 Uhr für den gesamten Fahrzeugverkehr gesperrt werde. Durchgelassen werden nur noch Anrainer.

In Ried im Innkreis (OÖ) hat heute eine Suchaktion stattgefunden. Nach einem Brand in der Früh in einem Reihenhaus wurde die 72-jährige Hausbesitzerin vermisst.

Mehr dazu in ooe.ORF.at

Ein 38-jähriger Mann war in der Nacht auf heute bei der Prater-Hauptallee in der Leopoldstadt unterwegs. Bei der Kreuzung mit der Lusthausstraße fand er mit Hilfe eines Metalldetektors ein Kriegsgerät. Die Granate wurde von der Polizei sicher geborgen und abtransportiert.

Mehr dazu in wien.ORF.at

Im Lockdown gibt es rund um die Ausgangsbeschränkungen auch eingeschränkten Kontaktmöglichkeiten. Neben Spaziergehen, Rodeln oder Skifahren bleibt den Kärntnern dieser Tage auch das Eislaufen. Heute startete der Weißensee offiziell in die Saison.

Mehr dazu in kaernten.ORF.at

Bei einem Schiffsunglück auf einem See in Uganda sind mindestens 26 Menschen ums Leben gekommen. Das auf dem Albertsee an der Grenze zur Demokratischen Republik Kongo verkehrende Schiff sei am Mittwoch bei starkem Wind gekentert, teilte ein Behördenvertreter gestern mit. An Bord waren mehr als 50 Menschen, 21 von ihnen konnten gerettet werden, 26 Tote wurden geborgen.

Die Suche werde fortgesetzt, es werde jedoch nicht mehr mit weiteren Überlebenden gerechnet. Ein Vertreter der Wasserschutzpolizei bestätigte die Zahlen.

Auf dem Albertsee kommt es immer wieder zu Schiffsunglücken. Das liege an der Missachtung von Sicherheitsvorschriften und schnellen Wetterwechseln, sagte der Polizeivertreter. Erst im Juni waren 18 Menschen bei zwei Schiffsunglücken im kongolesischen Bereich des Sees ums Leben gekommen.

Religion

Mit einer politisch und theologisch nicht ganz korrekten Ansprache im Weihnachtsgottesdienst hat ein Priester aus Piacenza in Norditalien für Aufmerksamkeit gesorgt. „Ich lade euch heute ein, gut zu essen und reichlich zu trinken“, sagte Pietro Cesena laut Kathpress. „Kein Cola“, sondern „guten Wein“, denn dieser sei „ein Zeichen ewigen Lebens“. „Abstinenzler, Brüder und Schwestern, können nicht ins Paradies, denn dort wird Wein getrunken“, sagte er.

Zahlreiche italienische Onlinemedien verbreiteten am Stefanitag das Video von der Ansprache. Der Priester war bereits im Frühjahr in die Schlagzeilen gekommen, als er im April 400 Euro Geldstrafe zahlte, weil er eine Messe gefeiert hatte, bei der Gläubige physisch anwesend waren. Das war damals pandemiebedingt verboten.

Ein geheimnisvoller frühchristlicher Text über eine Heilige namens Thekla zeigt: Die junge Kirche war im Umgang mit Geschlechterrollen durchaus flexibel. Als erste Märtyrerin gibt sie freilich Rätsel auf, denn Thekla ist im hohen Alter eines natürlichen Todes gestorben.

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Medien

Fünf Jahre nach dem Beschluss des serbischen Staats zur Einstellung der Finanzierung der Presseagentur TANJUG dürfte sich diese nun in Privathänden befinden. Die Firma Tacno hat nämlich für zehn Jahre das Recht auf Nutzung der Eigentumsrechte der TANJUG erworben. Wie die staatliche Vermögensdirektion auf Anfrage des Journalistenverbandes UNS weiters mitteilte, handle es sich nicht um einen Verkauf der Agentur.

Tacno kann den Firmennamen TANJUG benutzen. Für die Rechte hat sie 628.000 Euro bezahlt. Die Presseagentur selbst hat den Deal bis jetzt nicht kommentiert.

Die Firma Tacno wurde laut Medienberichten am 17. November gegründet. Ihre Inhaber sind die Firma Minacord Media des Belgrader Popsängers Zeljko Joksimovic und ein lokaler Fernsehsender. Joksimovic ist als Besitzer von drei TV-Kabelkanälen bekannt. Als Sänger hatte er vor Jahren auch am Song Contest teilgenommen.

Die 1943 gegründete Telegraphische Agentur des Neuen Jugoslawien (TANJUG) stand vor Jahren zweimal erfolglos zum Verkauf. Auch wenn der Staat 2015 die Finanzierung der Presseagentur offiziell einstellte, konnte die Presseagentur offenbar bisher weiterhin mit Finanzmitteln aus der Staatskasse rechnen.

Science

Archäologen haben im italienischen Pompeji einen intakten Thekentisch in einer antiken Gaststätte aus der Zeit des Untergangs der Stadt ausgegraben. Die „Snackbar“, wie sie das Museum bezeichnete, sei eine der ältesten in Pompeji, teilte der Parco Archeologico heute mit. „Die Möglichkeiten, dieses Thermopolium zu studieren, sind außerordentlich, weil zum ersten Mal ein Areal dieses Typs in seiner Gesamtheit ausgegraben wurde“, sagte ein Vertreter des Museums.

Ein Thermopolium ist eine römische Gaststätte. Die Schank war schon 2019 in Teilen ausgegraben worden. Bei den Arbeiten fanden die Experten auch Essensreste und Knochen von Menschen und Tieren, die in der Antike Opfer der Vulkankatastrophe am Golf von Neapel wurden. Bei den menschlichen Überresten handelt es sich ersten Erkenntnissen zufolge um die eines damals etwa 50 Jahre alten Menschen, der vermutlich zum Zeitpunkt der Katastrophe auf einer Art Bett lag. Weitere Überreste würden noch untersucht.

Die gelb bemalte Theke ist mit Bildern von Tieren, der Darstellung einer Alltagssituation und dem Abbild einer Nereide, einer Nymphe des Meeres, auf einem Seepferdchen, verziert. Die abgebildeten Enten und ein Hahn waren wohl Tiere, die in der Verkaufsstätte geschlachtet und verkauft wurden. In dem Steintisch sind außerdem Löcher eingekerbt, bei denen die Forscher davon ausgehen, dass darin die Lebensmittel zum Verkauf auslagen.

Kultur

„Ein Schmetterling flatterte vor den Schwingen des Adlers.“ So soll Robert Schumann den Besuch Gioachino Rossinis bei Beethoven einmal zusammgengefassst haben. Beethoven wollte nie der Titan sein, als der er oft verklärt wurde, aber er, der ewige Fremdling in Wien, sehnte sich ungemein nach Anerkennung. Doch spätestens mit dem Erfolg seiner 9. Symphonie konnte auch er erkennen, dass sein Wille zur großen Form mit der Begeisterung des Publikums belohnt wurde.

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Für die Museen sind die Coronavirus-Sperren durch den dritten Lockdown wieder aktuell. Trotzdem blickt man im Wiener mumok mit der großen Jubiläumsausstellung ab 26. März bereits „voller Zuversicht und Vorfreude“ auf das neue Jahr. Auch im Museum für Angewandte Kunst (MAK) stehen die Pläne für 2021.

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Leute

Am 16. Jänner 2021 werden viele Sammlerstücke und persönliche Erinnerungen aus dem Nachlass von Maximilian Schell versteigert. Ein Teil wird von seiner Tochter Nastassja verwaltet. Auch das Haus, das der Oscar-Preisträger einst auf der Hebalm in Kärnten baute, soll verkauft werden.

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