Kanadas Premier Justin Trudeau in Irpin
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Trudeau überrascht mit Besuch in Irpin

Kanadas Premierminister Justin Trudeau ist zu einem unangekündigten Besuch in die Ukraine gereist. Er besuchte heute den vom Krieg gezeichneten Kiewer Vorort Irpin. Trudeau sei gekommen, um „mit eigenen Augen all die Schrecken zu sehen, die die russischen Besatzer unserer Stadt angetan haben“, wie Irpins Bürgermeister Olexandr Markuschyn dazu mitteilte. Nach Angaben aus Trudeaus Büro wolle der kanadische Premier während seines Aufenthalts auch Präsidenten Wolodymyr Selenskyj treffen, um „die unerschütterliche Unterstützung“ Kanadas „für das ukrainische Volk“ zu bekräftigen.

Online seit 8. Mai 2022, 7.58 Uhr
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„Fest der Freude“ mit Van-der-Bellen-Appell

Zwei Jahre lang hat das „Fest der Freude“ anlässlich des Jahrestags der Befreiung Österreichs wegen der Coronavirus-Pandemie in den virtuellen Raum ausweichen müssen. Heute hat man sich wieder in Präsenz auf dem Wiener Heldenplatz zusammenfinden können. Bundespräsident Alexander Van der Bellen betont in seiner Festrede auch mit Blick auf den Ukraine-Krieg, Friede und Freiheit müssten immer weiter erkämpft, gehütet und bewahrt werden – mehr dazu in wien.ORF.at.

Bundespräsident Alexander Van der Bellen
APA/Tobias Steinmaurer

Selenskyj: Mariupol-Befreiung derzeit nicht möglich

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat eine Befreiung der von russischen Truppen besetzten Hafenstadt Mariupol derzeit ausgeschlossen. „Die Ukraine hat nicht genügend schwere Waffen, um Mariupol auf militärischem Wege zu befreien“, sagt Selenskyj bei einer Pressekonferenz mit Kanadas Regierungschef Justin Trudeau.

Immerhin sei es auf diplomatischem Wege gelungen, Zivilisten aus dem belagerten Stahlwerk Asow-Stahl herauszuholen, so Selenskyj. Für die verbliebenen ukrainischen Soldaten gestalte sich eine Rettung aber schwierig. Kiew habe die Türkei, Israel, Frankreich, die Schweiz, die Vereinten Nationen und das Internationale Komitee vom Roten Kreuz um Vermittlung gebeten. „Die russischen Soldaten, die russische Armee, die Armeeführung und die politische Führung der Russischen Föderation wollen unsere Soldaten nicht herauslassen“, wie der ukrainische Staatschef hier noch erwähnt.

Ukrainischer Präsident Wolodymyr Selenskij
Reuters/Valentyn Ogirenko

Offenbar Annäherung im Ringen um EU-Ölembargo

Die EU-Staaten nähern sich nach Angaben der EU-Kommission und Frankreichs einer Einigung über schärfere Sanktionen gegen Russland, einschließlich eines Ölembargos. Morgen solle in weiteren Gesprächen die Einbindung von Mitgliedsländern erörtert werden, die von russischem Öl besonders abhängig seien, teilen die EU-Kommission und die französische EU-Ratspräsidentschaft mit. In Bezug auf die meisten Maßnahmen eines sechsten Sanktionspakets habe es bedeutende Fortschritte gegeben.

Auschwitz-Überlebende blicken „mit Zorn“ nach Moskau

Holocaust-Überlebende blicken heuer mit „Trauer, Zorn und Bitterkeit“ auf die Moskauer Siegesparade zum 9. Mai. Er könne den Tag der Befreiung „nicht begehen, ohne zu bedenken, dass diejenigen, die vorgeben, die Nachfolger und Erben der Roten Armee zu sein, in die Ukraine eingedrungen sind, dort Kriegsverbrechen begehen, Zivilisten töten und das Leben und die Infrastruktur in der Ukraine zerstören wollen“, sagt der Auschwitz-Überlebende Marian Turski (95) in Warschau.

„Im Mai 1945 war die Rote Armee eine Befreiungsarmee. Und deshalb werde ich heute zum Friedhof der sowjetischen Soldaten in Warschau gehen und dort Blumen auf den Gräbern der gefallenen Soldaten niederlegen“, sagt der Präsident des Internationalen Auschwitz Komitees. „Aber wir dürfen nicht vergessen, dass im Frühling des Jahres 2022 die russische Armee eine Invasionsarmee ist, eine Armee der Aggression.“

Trudeau kündigt neue Waffenlieferungen an

„Heute kündige ich mehr Militärhilfe, Drohnenkameras, Satellitenbilder, Kleinwaffen, Munition und andere Unterstützung an, einschließlich der Finanzierung von Minenräumaktionen.“ Das sagt Kanadas Premier Trudeau bei einer Pressekonferenz nach Gesprächen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj.

Ukrainischer Präsident Wolodymyr Selenskij und Kanadas Premier Justin Trudeau
Reuters/Valentyn Ogirenko

Dazu kommen neue Sanktionen gegen russische Personen und Einrichtungen. Betroffen seien „40 russische Einzelpersonen und fünf Unternehmen, Oligarchen und enge Mitarbeiter des Regimes im Verteidigungssektor, die alle in Putins Krieg verwickelt sind“. Trudeau kündigt auch an, dass sein Land ein Jahr lang alle Handelszölle auf ukrainische Produkte aussetzen werde. Zudem wird Kanada seine Botschaft in der ukrainischen Hauptstadt wieder öffnen.

Scholz: Historische Verantwortung für Unterstützung Kiews

Der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz sieht sein Land in der historischen Verantwortung, die Ukraine gegen den Aggressor Russland zu unterstützen. „Aus der katastrophalen Geschichte unseres Landes zwischen 1933 und 1945 haben wir eine zentrale Lehre gezogen“, sagt er laut Redetext heute in einer Fernsehansprache zum 77. Jahrestag des Weltkriegsendes in Europa am 8. Mai 1945. Sie laute: „Nie wieder Krieg. Nie wieder Völkermord. Nie wieder Gewaltherrschaft.“

Spekulationen über Putins Rede zum 9. Mai

Überschattet vom Krieg gegen die Ukraine feiert Russland morgen den Sieg über Hitler-Deutschland vor 77 Jahren. Neben der Militärparade auf dem Roten Platz in Moskau wird mit besonderer Spannung die Rede von Präsident Wladimir Putin erwartet.

Moskau vor Militärparade

Seit Wochen rätseln Experten, was Putin zum Krieg gegen das Nachbarland sagen wird. Der Kreml spricht dabei nicht von Krieg, sondern von einer „militärischen Spezialoperation“. Es gibt Spekulationen, dass Putin etwa eine General- oder Teilmobilmachung in Russland anordnen könnte – auch wenn der Kreml das bereits als „Unsinn“ zurückgewiesen hat.

Russland beschießt weitere Ziele in Ukraine

Russland hat weitere Ziele in der Ukraine beschossen. Nach Angaben der ukrainischen Regionalverwaltung von Luhansk wurden dabei in einer Ölraffinerie in Lyssytschansk Produktionsanlagen beschädigt. Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums seien sechs Raketen- und Artillerielager in den Gebieten Luhansk, Donezk und Charkiw zerstört worden. Auf einem Bahnhof der Stadt Soledar seien Waffen und Militärausrüstung zerstört worden, die die Ukraine von den USA und anderen westlichen Staaten erhalten habe.

Lockheed Martin erhöht Raketenproduktion

Der US-Rüstungskonzern Lockheed Martin will die jährliche Produktion von Panzerabwehrraketen des Typs Javelin annähernd verdoppeln. Das Herstellungsvolumen solle mittelfristig von bisher 2.100 Stück auf 4.000 Stück im Jahr gesteigert werden, sagt Konzernchef James Taiclet dem Sender CBS News. Diese Steigerung könne sofort beginnen, werde sich aber einige Jahre hinziehen. Javelin-Raketen werden von der Ukraine gegen russische Panzer eingesetzt. Generell stelle sich Lockheed Martin auf eine größere Nachfrage nach seinen Rüstungsgütern ein.

Ukrainische Soldaten mit einer Javelin-Rakete
Reuters/Gleb Garanich

G-7 verhängt neue Sanktionen gegen Russland

Unmittelbar vor den Feierlichkeiten zum Tag des Sieges in Moskau verhängen die G-7-Staaten wegen des Angriffskrieges gegen die Ukraine neue Sanktionen gegen Russland. Die Regierungschefs der G-7 haben zuvor eine Videokonferenz mit dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj abgehalten.

Die Strafmaßnahmen zielen nach Angaben der US-Regierung unter anderem auf den für die Finanzierung des Krieges wichtigen russischen Energiesektor ab. Alle G-7-Staaten habe sich den US-Angaben zufolge dazu verpflichtet, die Einfuhr von russischem Öl auslaufen zu lassen oder zu verbieten.

Treffen der First Ladies in Uschhorod

Die US-amerikanische First Lady, Jill Biden, hat sich in Uschhorod mit Olena Selenska, der Frau von Wolodymyr Selenskyj, getroffen.

Bilder vom Ukraine-Krieg am Sowjetdenkmal in Riga

In der lettischen Hauptstadt Riga ist kurz vor den russischen 9.-Mai-Gedenkveranstaltungen eine Ausstellung mit Kriegsfotos aus der Ukraine eröffnet worden. Die 16 großflächigen Bildtafeln sind nahe dem sowjetischen Siegesdenkmal aufgestellt.

Am Siegesdenkmal begehen Angehörige der starken russischen Minderheit in Lettland am 9. Mai traditionell den russischen Feiertag zum Gedenken an den sowjetischen Sieg über Hitler-Deutschland. Die Ausstellung trägt den Titel „Ruhm der Ukaine! Ehre den Helden!“. Die Bilder zeigen Kriegsverletzte, trauernde Menschen und zerstörte Gebäude in der Ukraine.

Trudeau in Irpin

Der kanadische Regierungschef Justin Trudeau ist ukrainischen Angaben zufolge unangekündigt in die Ukraine gereist. Trudeau habe heute die in der Region Kiew gelegene Stadt Irpin besucht, wie die Sprecherin von Präsident Selenskyj, Julija Mendel via Twitter mitteilte.

Nach Angaben von Trudeaus Sprecher, Cameron Ahmad, sei auch ein Treffen mit Präsident Selenskyj geplant. Trudeau wolle mit seinem Besuch „Kanadas unerschütterliche Unterstützung für das ukrainische Volk zu bekräftigen“.

Russischer Vizepremier Chusnullin besucht Mariupol

Der russische Vizeministerpräsident Marat Chusnullin hat nach eigenen Angaben Mariupol besucht. Er kündigt Hilfe beim Wiederaufbau der ukrainischen Hafenstadt an, die bei der Bombardierung und Besetzung durch russische Streitkräfte in weiten Teilen zerstört wurde. Chusnullin ist der bisher höchstrangige Vertreter Russlands, der die Hafen- und Industriestadt seit Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine besucht.

Jill Biden überraschend in Ukraine

US-Präsidentengattin Jill Biden besucht überraschend die Ukraine. Mitreisende US-Journalistinnen und -Journalisten berichten, die First Lady sei von der Slowakei aus in die Ukraine eingereist und knapp zwei Stunden dort geblieben. In der Stadt Uschorod sei sie mit Flüchtlingen zusammengekommen.

US-Präsidentengattin Jill Biden und die Ehefrau des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, Olena Selenska
Reuters/Susan Walsh

Sie habe außerdem die Ehefrau des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, Olena Selenska, getroffen. Biden und Selenska hätten rund eine Stunde lang ein bilaterales Gespräch geführt. Jill Biden sagt den mitreisenden Journalisten zufolge: „Ich wollte zum Muttertag kommen. Ich dachte, es sei wichtig, dem ukrainischen Volk zu zeigen, dass dieser Krieg aufhören muss.“ Die USA stünden an der Seite der Ukraine. Selenska habe Biden für den „mutigen“ Besuch gedankt.

Stromausfälle nach russischem Beschuss

In der ostukrainischen Großstadt Sjewjerodonezk, wo es schwere Kämpfe gibt, berichtet ein ukrainischer Politiker über einen großflächigen Stromausfall. Auch in der Stadt Lyssytschansk seien Stromleitungen durch den russischen Beschuss zerstört worden, so der Gouverneur der Region Luhansk, Serhij Hajdaj.

Odessa: Viele Wohnungen bei Raketenbeschuss zerstört

Die Verwaltung von Odessa berichtet nach russischen Angriffen von zahlreichen zerstörten Wohnhäusern. Mehr als 250 Wohnungen seien durch Raketenbeschuss beschädigt worden, teilt der Stadtrat der Schwarzmeer-Metropole mit. Davon sei nur noch ein Viertel bewohnbar.

Ukrainische Behörden haben am Vortag mehrere Raketeneinschläge in Odessa gemeldet. Laut russischem Verteidigungsministerium haben die Raketen Kriegsgerät der ukrainischen Luftwaffe zerstört. Die Angaben sind nicht unabhängig überprüfbar.

U2-Minikonzert in Kiewer U-Bahn

Der irische Rockstar Bono hat gemeinsam mit U2-Gitarrist The Edge ein Überraschungskonzert in einer Kiewer U-Bahn-Station gegeben und dabei den Ukrainern für ihren Kampf für die „Freiheit“ gedankt. „Die Menschen in der Ukraine kämpfen nicht nur für ihren eigenen Frieden, ihr kämpft auch für all jene von uns, die den Frieden lieben“, so der U2-Frontmann während des Konzerts in einem Kiewer U-Bahnhof.

Gemeinsam mit U2-Gitarrist The Edge tritt Bono vor einer kleinen Gruppe ukrainischer Fans auf. Dabei holt Bono den Frontmann der Band Antytila, Taras Topolia, zu sich auf die provisorische Bühne auf dem Bahnsteig und singt den Klassiker „Stand By Me“. Aus dem U2-Repertoire gibt Bono zudem „Sunday Bloody Sunday“, „Desire“ und „With or Without You“ zum Besten.

Während Bonos Auftritt ist in der ukrainischen Hauptstadt Sirenenalarm zu hören. „Wir beten, dass ihr bald etwas von diesem Frieden genießen werdet“, so Bono zu seinen ukrainischen Fans.

Tote nach Beschuss eines zivilen Konvois

Unter Berufung auf die Polizei der Region Charkiw berichtet CNN von einem Konvoi mit zivilen Fahrzeugen, der auf der Flucht vor den Kämpfen in der Nähe der Stadt Charkiw beschossen worden ist. Dabei sollen mehrere Menschen getötet worden sein.

Sorge um Getreidetransport von Odessa

Angesichts der russischen Angriffe auf die ukrainische Hafenstadt Odessa bangen die Verantwortlichen dort um den Weitertransport des heimischen Getreides. Das sagt die deutsche Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckard nach Gesprächen mit ukrainischen Militärs und Politikern in der moldawischen Hauptstadt Chisinau.

„Meine Gesprächspartner zeigten sich vor allem besorgt wegen der riesigen Getreidemengen für das Welternährungsprogramm, die am Hafen von Odessa liegen und nicht verschifft werden können“, sagt die Grünen-Politikerin. „Die Russen konzentrieren ihre Angriffe derzeit vor allem auf kritische Infrastruktur, treffen aber auch zivile Ziele.“

Jill Biden besucht ukrainische Flüchtlinge in Slowakei

Die First Lady der USA, Jill Biden, spricht am letzten Tag ihrer Reise durch Rumänien und die Slowakei mit ukrainische Flüchtlingen in der Ostslowakei.

Die Frau von US-Präsident Joe Biden trifft Frauen und Kinder, die aus der Ukraine geflohen sind. Biden besucht ein Flüchtlingszentrum in Kosice, einem der wichtigsten Durchgangsorte für über 400.000 ukrainische Flüchtlinge, die seit Beginn der russischen Invasion in die Slowakei gekommen sind.

Flüchtende aus Mariupol erreichen Saporischschja

Immer wieder erreichen geflüchtete Menschen aus dem schwer umkämpften Mariupol die Stadt Saporischschja, wo sie mit dem Nötigsten versorgt werden.

Kämpfer aus Stahlwerk: Nicht alle Zivilisten gerettet

Vertreter der im Asow-Stahl-Werk verbliebenen Kämpfer melden sich bei einer Onlinepressekonferenz zu Wort. Die russischen Streitkräfte würden weiterhin das Gebiet beschießen und versuchen, die Anlage zu stürmen. Er könne nicht bestätigen, ob alle Zivilisten aus der Anlage gerettet worden seien, sagt der stellvertretende Kommandeur des Asow-Regiments, Swjatoslaw Kalina Palamar.

Zuvor hat es sowohl von ukrainischer wie auch von russischer Seite geheißen, dass alle Zivilisten und Zivilistinnen das Gelände verlassen haben. Palamar kündigt an, so lange zu kämpfen, solange sie am Leben sind. Noch hätten sie Waffen, Munition und Wasser. Es gebe aber viele verwundete Kämpfer, die gerettet werden müssten.

Putin: Werden in Ukraine siegen „wie 1945“

Der russische Präsident Wladimir Putin hat sich mit Blick auf die Ukraine siegessicher gezeigt und Parallelen zum Zweiten Weltkrieg gezogen. „Wie 1945 wird der Sieg unser sein. Heute kämpfen unsere Soldaten wie ihre Vorfahren Schulter an Schulter für die Befreiung ihrer Heimat vom Nazi-Dreck.“

„Leider erhebt der Nationalsozialismus heute wieder sein Haupt“, sagt der russische Präsident in einer an die Ukrainer gerichteten Passage. „Unsere heilige Pflicht ist es, die ideologischen Erben derer, die besiegt wurden“, daran zu hindern, sich „ihre Revanche“ zu verschaffen. Allen Bewohnern der Ukraine wünsche er eine „friedvolle und gerechte Zukunft“.

Den Führungen mehrerer Ex-Sowjetrepubliken sowie der ostukrainischen Separatistengebiete gratuliert er zum 77. Jahrestag des Weltkriegsendes.

Bürgermeister: Genehmigung für Verlassen von Mariupol gefordert

Nach Angaben des Bürgermeisters von Mariupol, Wadym Boitschenko, gegenüber der BBC leben noch 100.000 Menschen in der belagerten Hafenstadt. Diese brauchten nun eine Genehmigung, um sich zu bewegen – und eine separate Genehmigung, um die Stadt zu verlassen.

Boitschenko behauptet auch, dass etwa 2.000 Männer in „Filterzentren“ in Besymenne und Kosazke festgehalten werden und nur dann in ihre Häuser zurückkehren dürfen, wenn sie krank oder verletzt sind. „Sie werden als Arbeitskräfte eingesetzt, um die Trümmer zu beseitigen, die Leichen der von den Russen getöteten Menschen einzusammeln und Beweise für Kriegsverbrechen zu vertuschen“, sagt er. Unabhängig können diese Angaben nicht überprüft werden.

Kämpfer in Asow-Stahlwerk bereiten Pressekonferenz vor

Es wird erwartet, dass die Kämpfer, die sich im Stahlwerk Asow-Stahl in Mariupol verschanzt haben, in Kürze eine seltene Onlinepressekonferenz abhalten werden, auf der sie wahrscheinlich auch für einen Plan plädieren werden, der ihre Rettung garantiert, berichtet BBC.

Da sich keine Zivilisten und Zivilistinnen mehr in dem Stahlwerk befinden, wird befürchtet, dass Russland seine Angriffe auf die Anlage verstärken könnte. Russland fordert, dass die Kämpfer, von denen man annimmt, dass es sich um Hunderte handelt, ihre Waffen niederlegen müssen. Sie lehnen das ab und sagen, dass sie sich nicht ergeben werden.

Berichte über ukrainischen Rückzug aus Popasna

Der Gouverneur der Region Luhansk, Serhiy Hadai, bestätigt einen Rückzug der ukrainischen Truppen aus Popasna auf stärkere Stellungen, die bereits vorbereitet worden seien. Die Stadt stehe seit mehr als zwei Monaten unter Beschuss: „Alles ist dort zerstört.“

Ukraine: Über 20 Bildungseinrichtungen zerstört

Die ukrainische Regierung hat Moskau beschuldigt, Bildungseinrichtungen, darunter Schulen und Hochschulen, ins Visier zu nehmen und seit Beginn der russischen Invasion mehr als 20 Einrichtungen vollständig zerstört zu haben.

Die Präsidentenberaterin Daria Herasymchuk bezeichnet die Invasion als „Krieg gegen Kinder“. Zuvor hat es von offizieller Seite aus Kiew geheißen, dass seit Beginn der russischen Invasion 225 Kinder getötet und 413 verletzt worden sind. Die Dunkelziffer dürfte aber weit höher liegen.

Zerstörte Schule in Kostyantynivka
Reuters/Jorge Silva

Ukraine: Kampfvorbereitungen in Transnistrien

Bewaffnete Gruppen und russische Truppen in der moldawischen Separatistenregion Transnistrien bereiten sich nach ukrainischen Angaben auf den Kampf vor. Die russischen Streitkräfte in dem Gebiet befänden sich „inmitten der Vorbereitungen für den Kampf“, erklärt der ukrainische Generalstab. Die Befürchtung, dass der Konflikt in der Ukraine auf das Nachbarland Moldawien übergreifen könnte, ist in den vergangenen Wochen gewachsen.

Lageberichte: Kämpfe um Schlangeninsel

Angriff auf Zmiinyi (Snake) Island
Reuters/Ukrainian Ground Forces

Dieses von Planet Labs PBC aufgenommene Satellitenbild zeigt aufsteigenden Rauch auf der Schlangeninsel im Schwarzen Meer. Meldungen beider Seiten zeugen von heftigen Kämpfen um das strategisch wichtige Eiland, das 35 Kilometer von der Küste entfernt direkt vor dem Donaudelta im Gebiet Odessa gelegen ist.

Das russische Militär hat nach eigenen Angaben in der Nacht mehrere Flugzeuge und Hubschrauber über der ukrainischen Schlangeninsel abgeschossen. Die ukrainische Seite hat zuletzt die Versenkung eines russischen Landungsboots auf der Insel gemeldet.

Zudem zeigte der Operationsstab des ukrainischen Wehrkommandos Süd ein Video mit dem angeblichen Abschuss eines russischen Hubschraubers über der Insel. Ukrainische Medien hatten zuvor sogar gemeldet, dass eine russische Fregatte in der Region nach Beschuss in Brand geraten sei. Für diese Berichte gibt es allerdings keine Bestätigung.

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