Ukraine-Krieg

Russische Angriffe auf die ukrainische Stadt Charkiw und ihre Umgebung dienen nach Ansicht britischer Militärexperten dem Ziel, Kräfte der Verteidiger zu binden und sie von Gegenangriffen abzuhalten. Das geht heute aus dem täglichen Geheimdienstupdate des Verteidigungsministeriums in London hervor.

Bei einem Raketenangriff auf Charkiw seien am Mittwoch mindestens zwölf Zivilpersonen ums Leben gekommen, hieß es in der Mitteilung. Durch ihre Nähe zur Front sei die Millionenstadt in Reichweite vieler russischer Waffensysteme. „Mehrfachraketenwerfer und allgemein unpräzise Waffen haben in großen Teilen der Stadt Zerstörung angerichtet“, hieß es.

Das russische Militär hat bei Angriffen seit Beginn der Invasion in der Ukraine bisher 362 Kinder getötet. Das teilte die Generalstaatsanwaltschaft laut der ukrainischen Nachrichtenagentur Ukrinform mit. Zudem seien mit Stand heute Früh 716 Kinder verletzt worden, schrieb Ukrinform. Eine unabhängige Bestätigung für die Angaben gab es nicht.

Die meisten Kinder waren in der Region Donezk (376), in der Region Charkiw (202), in der Region Kiew (116), in der Region Tschernihiw (68), in der Region Luhansk (61), in der Region Mykolajiw (60), in der Region Cherson (55) und in der Region Saporischschja (40) betroffen.

Insgesamt seien 2.328 Bildungseinrichtungen von den russischen Streitkräften beschädigt worden. Davon wurden 289 Einrichtungen vollständig zerstört.

Auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim hat die russische Flugabwehr angeblich an zwei strategisch wichtigen Orten Drohnen abgeschossen. Einen Einsatz der Verteidigung gegen Luftangriffe habe es gestern Abend beim größten Militärflugplatz der Krim, Belbek bei Sewastopol, gegeben, wie der örtliche Gouverneur Michail Raswoschajew mitteilte. Ebenso waren Flugabwehrfeuer und Explosionen über der Stadt Kertsch zu hören. Auch dort wurde angeblich eine Drohne abgeschossen.

Bei Kertsch verbindet die strategisch wichtige Straßen- und Eisenbahnbrücke die Krim mit dem russischen Festland. Im russischen Gebiet Belgorod brannte ein Munitionsdepot nah an der Grenze zur Ukraine aus. Die Vorfälle weit hinter der eigentlichen Front ereigneten sich nur wenige Stunden nach einem Dreiergipfel von Ukraine, Vereinten Nationen und der Türkei in Lwiw.

Videograb zeigt Feuer im Munitionsdepot in Belgorod
APA/AFP/Telegram/@steelmalikov

Die ukrainische Armee habe ein Recht darauf, russische Militärobjekte auf der Krim zu vernichten, sagte Präsidentenberater Mychailo Podoljak im Fernsehen. Die Kiewer Führung hat nicht offiziell die Verantwortung für die wachsende Zahl von Explosionen und Zwischenfällen auf der Krim übernommen.

Vor rund drei Monaten haben sich das Land Vorarlberg und die illwerke/VKW in den Gasspeicher „Seven Fields“ in Oberösterreich eingekauft. Damit will man für einen möglichen Lieferstopp von Gas aus Russland gerüstet sein. Die erste Vorsorge dürfte jetzt abgeschlossen sein – der Speicher sei zu 100 Prozent gefüllt, so illwerke/VKW-Sprecher Andreas Neuhauser.

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Ausland

Ein Richter im US-Bundesstaat Florida hat eine teilweise Veröffentlichung von Dokumenten in die Wege geleitet, auf deren Grundlage der Durchsuchungsbefehl für das Anwesen von Ex-Präsident Donald Trump genehmigt wurde.

Richter Bruce Reinhart wies das Justizministerium gestern bei einer Anhörung an, kommende Woche Vorschläge für Schwärzungen zu machen. Mehrere Medien hatten die Veröffentlichung beantragt.

Reinhart sprach sich dafür aus, „Teile der eidesstattlichen Erklärung“ zu entsiegeln, in der die Gründe für die Durchsuchung von Trumps Mar-a-Lago-Resort dargelegt werden. Dadurch könne die FBI-Razzia öffentlich gerechtfertigt werden.

Das Justizministerium lehnt die Veröffentlichung der Mar-a-Lago-Erklärung auch in redigierter Form ab. Die Behörde hatte argumentiert, die Veröffentlichung könnte künftige Ermittlungen und die Kooperation von Zeugen beeinträchtigen.

Jay Bratt, der Leiter der Abteilung für Spionageabwehr und Exportkontrolle des Ministeriums, sagte dem Richter, die Freigabe der Erklärung liege nicht im öffentlichen Interesse, weil sie der laufenden Untersuchung schaden könnte.

In einer ersten Reaktion hat Nordkorea neue Vorschläge der südkoreanischen Regierung für wirtschaftliche Hilfen im Tausch gegen seine atomare Abrüstung als absurd zurückgewiesen.

Die Ablehnung erfolgte in Form einer Erklärung der einflussreichen Schwester des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un, Kim Yo Jong, die den südkoreanischen Präsidenten Yoon Suk Yeol heute wegen seines Vorstoßes in scharfem Ton anfeindete und ihn als „richtig simpel und noch kindisch“ bezeichnete.

Südkoreas Präsident bietet Tausch

Yoon hätte besser seinen Mund gehalten, wurde die Funktionärin der herrschenden Arbeiterpartei von den staatlich kontrollierten Medien zitiert.

Yoon hatte dem streng abgeschotteten Nachbarland am Mittwoch in einer Rede zu seinen ersten 100 Tagen im Amt deutliche Wirtschaftshilfe angeboten, falls es mit dem Abbau seines Atomwaffenprogramms beginnt.

Kim bezeichnete die Atomwaffen ihres Landes als eine Angelegenheit der Ehre. „Niemand tauscht seine Bestimmung gegen Maisküchlein.“ Yoon sei von der falschen Voraussetzung ausgegangen, seine Pläne könnten ihr Land dazu bewegen, Maßnahmen für eine Denuklearisierung zu ergreifen. Seine Initiative sei daher die „Höhe der Absurdität“.

Eine Wahrheitskommission in Mexiko hat Soldaten eine Mitverantwortung für das Verschwinden von 43 Studierenden vor fast acht Jahren gegeben. „Ihre Taten, Unterlassungen oder Beteiligung ermöglichten das Verschwinden und die Hinrichtung der Studenten sowie die Ermordung von sechs weiteren Menschen“, sagte der Leiter der Wahrheitskommission, Ayotzinapa, Alejandro Encinas, gestern (Ortszeit) bei der Vorstellung eines Berichts des Gremiums.

Es habe sich zwar nicht um eine „institutionelle Handlung“ gehandelt, sagte Encinas, ein ranghoher Vertreter des mexikanischen Innenministeriums. Es habe aber „klare Verantwortlichkeiten von Elementen“ von Armee und Marine gegeben, die in der Region stationiert waren.

Nötig seien aber weitere Ermittlungen, um festzustellen, wie weit die Beteiligung der Soldaten gegangen sei. Encinas sprach von einem „Staatsverbrechen“.

43 Studierende ermordet

Der Fall hatte international für Entsetzen gesorgt: Die 43 Studierenden eines linksgerichteten Lehrerseminars im südmexikanischen Ayotzinapa waren in der Nacht auf den 27. September 2014 nahe der Stadt Iguala im Bundesstaat Guerrero verschwunden, als sie auf dem Weg zu einer Demonstration in der Hauptstadt Mexiko-Stadt waren. Bis heute sind nur die sterblichen Überreste von drei Opfern identifiziert worden.

Offiziellen Ermittlungen zufolge war die Gruppe von korrupten Polizisten verschleppt und an die Drogenbande Guerreros Unidos ausgeliefert worden. Bandenmitglieder sollen die Studierenden für Angehörige eines verfeindeten Kartells gehalten, auf einer Müllhalde ermordet und die Leichen verbrannt haben.

Brasiliens ultrarechter Präsident Jair Bolsonaro hat einem Youtuber eine kurze körperliche Auseinandersetzung geliefert, der ihn zuvor provoziert und beleidigt hatte.

Ein gestern vom brasilianischen Nachrichtenportal G1 veröffentlichtes Video zeigt, wie der im Wahlkampf befindliche Bolsonaro vor der Präsidentenresidenz in der Hauptstadt Brasilia Selfies mit Anhängerinnen und Anhängern machte.

Dann begann der von G1 als Wilker Leao identifizierte Videoblogger, dem Präsidenten kritische Fragen zu stellen und sich dabei zu filmen. Eine auf den Aufnahmen nicht zu sehende Person warf Leao daraufhin zu Boden, woraufhin der Youtuber dem Präsidenten eine Reihe von Schimpfwörter wie „Feigling“ und „Sandler“ zurief.

Sicherheitsleute beenden Auseinandersetzung

Bolsonaro, der schon in einem Auto saß, stieg wieder aus, lief mit den Worten „Komm her, ich will mit dir reden“ auf Leao zu, versuchte, nach dessen Handy zu greifen, packte ihn am Hemd und dann mit beiden Händen am Arm. Sicherheitsleute gingen rasch dazwischen und führten Leao weg. Minuten später führten die Widersacher dann – getrennt von Sicherheitspersonal – ein kurzes Gespräch.

Bolsonaro und sein Herausforderer Luiz Inacio Lula da Silva hatten am Dienstag offiziell ihren Wahlkampf für die Präsidentschaftswahl im Oktober begonnen. Umfragen sehen den linken Ex-Präsidenten Lula klar vor dem Amtsinhaber.

EU

Tirol, Südtirol und Bayern machen in Sachen Transit gemeinsam Druck für die Einführung von höheren Lkw-Mauten. Konkret appellieren Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP), Südtirols Landeshauptmann Arno Kompatscher (SVP) und Bayerns Europaministerin Melanie Huml (CSU) in einem Brief an Kommissionpräsidenten Ursula von der Leyen für die Umsetzung einer Korridormaut auf der Brennerstrecke.

In dem Brief fordern die Länder – für eine aktive Verlagerungspolitik und die damit verbundene Erreichung der Klimaziele – eine „verursacherbezogene Bepreisung“. „Die Einführung einer Korridormaut auf der Autobahn als wesentlicher Teil einer einheitlichen Verkehrspolitik entlang der Brennerroute ist dazu unumgänglich“, heißt es.

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Inland

Das seit zehn Jahren bestehende Planungssystem der österreichischen Gesundheitsinfrastruktur hat – mit Einschränkungen – den Test durch den Verfassungsgerichtshof (VfGH) bestanden. Sowohl was das Prinzip der Zielsteuerung als auch die regionalen und den österreichischen Strukturplan Gesundheit betrifft, gab es keine Bedenken. Auch die Bedarfsprüfung für selbstständige Ambulatorien hielt der Prüfung stand.

Was aus Sicht des VfGH allerdings fehlt, ist die Zustimmung der Länder zur Einsetzung der Gesundheitsplanungs GmbH, die Pläne für verbindlich erklären kann. Die Vollziehung des Gesundheitswesens unterliegt nämlich dem System der mittelbaren Bundesverwaltung.

Die Errichtung eigener Bundesbehörden für solche Angelegenheiten bedarf daher der Zustimmung der Länder. Das gilt auch dann, wenn Aufgaben der Bundesverwaltung einem selbstständigen Rechtsträger zugewiesen werden, so der VfGH heute.

Die Aufhebung tritt mit Jahresende 2023 in Kraft, bis dahin ist eine gesetzliche Reparatur möglich. „Durch die Aufhebung entsteht ein grundsatzfreier Raum, in dem die Länder – trotz allfälliger Pflichten aus einer Art.-15a-B-VG-Vereinbarung – entscheiden können, ob sie die Gesundheitsplanungs GmbH weiterhin mit der Verbindlicherklärung betrauen oder nicht“, erläuterte der VfGH die Folgen, sollte es dazu nicht kommen.

In Eisenstadt hat sich der kroatische Volksgruppenbeirat neu konstituiert. Dabei wurde Stanko Horvath, der Präsident des HKD, des Kroatischen Kulturvereins im Burgenland, zum Vorsitzenden gewählt. Der Volksgruppenbeirat berät etwa die Bundesregierung in Volksgruppenfragen.

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Für das kommende Schuljahr fehlt es in Vorarlberg noch immer an Lehrkräften. Derzeit wird an den Vorarlberger Schulen nach 22 Lehrerinnen und Lehrern gesucht. Gut die Hälfte davon werden für Mittelschulen benötigt. Ob in Vorarlberg auch CoV-positives Personal unterrichten darf, ist noch nicht klar.

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Wirtschaft

Die Langzeitarbeitslosigkeit ist nach einem pandemiebedingten Rekordhoch zuletzt stark zurückgegangen. Auf dem Höhepunkt im April des Vorjahres gab es 148.436 Langzeitarbeitslose. Ende Juli 2022 waren es mit 84.208 Personen um 64.228 weniger.

Damit ist die Langzeitarbeitslosigkeit auf dem niedrigsten Stand seit acht Jahren. Das geht heute aus einer aktuellen Aussendung des Arbeitsministeriums hervor.

Der Rückgang bei den Langzeitarbeitslosenzahlen sei auf das Programm „Sprungbrett“ zurückzuführen, so ÖVP-Arbeitsminister Martin Kocher. Über dieses Programm werden Arbeitsplätze für Langzeitarbeitslose gefördert. Unterstützung gibt es dabei in Form von Kombilohnbeihilfen sowie der Integration in gemeinnützige Beschäftigungsprojekte und sozialökonomische Betriebe.

Etwa 35 Prozent der geförderten Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren über 50 Jahre alt, und 30 Prozent wiesen gesundheitliche Einschränkungen auf. 42 Prozent dieser Personen waren zuvor zwei Jahre lang arbeitslos. Bis Ende Juli 2022 wurden insgesamt 267,4 Mio. Euro im Rahmen dieses Programms ausgeschüttet.

Nach Intervention der Arbeiterkammer (AK) hat sich die Generali Versicherung bereiterklärt, zu hoch verrechnete Betriebskosten zurückzuzahlen. Aber auch andere Vermieterinnen und Vermieter stellen häufig undurchsichtige Betriebskostenabrechnungen aus, so die AK. Sie fordert diese Unternehmen auf, ihre Verträge entsprechend nachzubessern.

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Der Uniqa-Versicherungskonzern hat im ersten Halbjahr 169 Mio. Euro vor Steuern verdient nach 215 Mio. Euro im ersten Halbjahr 2021. „Angesichts der bereits im Juli kommunizierten Abschreibung von 127 Mio. Euro auf russische Anleihen und hoher Belastungen aus Großschäden und Naturkatastrophen ist das Ergebnis des ersten Halbjahres solide“, sagte CEO Andreas Brandstetter heute. Das Konzernergebnis reduzierte sich um 11,8 Prozent auf 150,6 Mio. Euro. Ganz anders sehe die Sache in der Ukraine aus, dort habe man keine Abschreibungen vorgenommen.

Die verrechneten Prämien stiegen im ersten Halbjahr 2022 um 3,8 Prozent auf 3,436 Mrd. Euro. Alle Sparten haben zu dieser Steigerung beigetragen: Die Schaden- und Unfallversicherung hat um 4,4 Prozent auf 1,96 Mrd. Euro zugelegt, die Krankenversicherung um 3,8 Prozent auf 638,3 Mio. Euro und die Lebensversicherung um 2,5 Prozent auf 837,6 Mio. Euro.

Eine Ergebnisprognose für das Gesamtjahr wagt die Uniqa nicht, die Kapitalmarktentwicklung sei schwer einzuschätzen und daher auch eine stabile Prognose zum Kapitalanlageergebnis nicht möglich. Es werden jedoch steigende Prämieneinnahmen und eine „solide Entwicklung des versicherungstechnischen Kerngeschäfts“ erwartet.

COV Inland

Das Gesundheits- und das Innenministerium haben 6.131 neu registrierte Coronavirus-Fälle innerhalb der letzten 24 Stunden (Stand: heute, 9.30 Uhr) gemeldet. Diese Zahlen meldeten die Bundesländer an den nationalen Krisenstab. Aufgrund verminderter Testmöglichkeiten und -bereitschaft vermuten Expertinnen und Experten eine weit höhere Dunkelziffer.

19.322 Menschen verstarben bisher im Zusammenhang mit dem Coronavirus. 1.213 infizierte Personen werden derzeit in einem Spital behandelt, davon 64 auf Intensivstationen. Eine Unterscheidung in Haupt- und Nebendiagnose ist bundesweit nicht möglich.

AGES: 7-Tage-Inzidenz bei 424,6

Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den abgelaufenen sieben Tagen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, liegt laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bei 424,6 (Stand: gestern, 14.00 Uhr).

Das Berichtsschema der AGES zeigt die Zahlen vom Vortag – wie die Meldung der Ministerien. Wesentlicher Unterschied zu den Ministeriumsmeldungen: Laborbestätigte Fälle, Tote etc. werden nicht zum Meldezeitpunkt dargestellt, sondern zum Diagnose- bzw. Sterbedatum. In der Darstellung in ORF.at wird auch täglich transparent gemacht, welchen Tagen die neu gemeldeten Fälle zugeordnet werden.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Erklärung zur Zählweise und weiteren Fragen in ORF.at/corona

Seit der Abschaffung der Quarantäne dürfen symptomlose CoV-Infizierte mit FFP2-Maske in die Arbeit gehen. ÖVP-Bildungsminister Martin Polaschek will, dass das auch an den Schulen gilt. Die Lehrergewerkschaft kritisiert das Vorhaben, und mehrere Länder haben angekündigt, an Pflichtschulen kein positives Personal einzusetzen.

Auch die Bundesschuldirektoren sehen den Einsatz infizierter Pädagoginnen und Pädagogen skeptisch. Für Isabella Zins, Sprecherin der AHS-Direktorinnen und -Direktoren, ist die Vorgabe „noch nicht ganz ausgereift“. Denn um bewusst positive Lehrerinnen und Lehrer mit Maske unterrichten lassen zu können, müsste man überhaupt einmal wissen, dass jemand infiziert ist. „Die Teststrategie ist das Um und Auf“, sagte Zins gegenüber der APA.

Teststrategie als Um und Auf

Auch für Wolfgang Bodai, neuer Sprecher der BHS-Direktorinnen und -Direktoren, hat die Debatte ohne Teststrategie wenig Sinn. In der Frage, wie diese aussehen soll, ist Zins selbst „ein bissl zerrissen“: Drei Tests pro Woche wie im vergangenen Schuljahr seien auf Dauer organisatorisch nicht machbar, und der Wegfall der Kontakte mit den Gesundheitsbehörden bei Infektionsfällen sei für die Schulen eine große Erleichterung.

Bodai verwies ebenfalls auf den hohen Aufwand der Tests, man habe damit aber auch sehr viele Fälle entdecken und weitere Infektionen verhindern können. Er würde sich deshalb wünschen, dass auf Basis der Einschätzung von Fachleuten entschieden wird, ob angesichts der dominanten Mutationen und der Gefährlichkeit des Virus regelmäßige Tests sinnvoll und notwendig sind.

COV Ausland

Videos von Fischen, bei denen in der chinesischen Hafenstadt Xiamen mit einem Wattestäbchen ein Abstrich im Mund vorgenommen worden ist, sorgen im chinesischen Internet für Wirbel und belustigte Kommentare.

Ein Vertreter des Gesundheitsamtes von Xiamen bestätigte heute der Nachrichtenagentur dpa die Praxis, nicht nur die heimkehrenden Fischerinnen und Fischer, sondern auch ihre Fische zu testen. „Was reinkommt, muss getestet werden.“

Der Distrikt Jimei hatte die Anweisung Ende Juli veröffentlicht, weil eine Gefahr durch illegalen Handel mit ausländischen Fischern auf See bestehe: „Wenn Fischer und ihr Fang an Land ankommen, müssen Menschen und Waren getestet werden.“

Unterdessen werden in einigen Regionen weiterhin zahlreiche Neuinfektionen verzeichnet. Die Gesundheitskommission in Peking berichtete heute mehr als 500 Neuinfektionen und mehr als 2.000 asymptomatische Fälle. Vor allem die Tropeninsel Hainan ist betroffen. Zehntausende Reisende stecken dort fest.

Sport

Der WAC hat sich gestern in der UEFA Europa Conference League mit einem wacker erkämpften 1:0-Sieg in Molde eine gute Ausgangslage für das Play-off-Rückspiel geschaffen. Für den anvisierten Einzug in die Gruppenphase haben die Wolfsberger allerdings noch ein hartes Stück Arbeit vor sich. „Das war jetzt eine Halbzeit, mehr nicht“, sagte Coach Robin Dutt. „Die Chancen stehen weiter 50:50.“ Den Auswärtserfolg sieht er als „Sieg des Tüchtigen“.

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Chronik

Rund zehn Monate nach dem tödlichen Schuss auf eine Kamerafrau bei einem Filmdreh mit Hollywood-Star Alec Baldwin (64) erhebt die Waffenmeisterin Vorwürfe gegen die ermittelnden Behörden. Wie das Branchenblatt „Variety“ (Onlineausgabe) gestern berichtete, kritisierte ein Anwalt der Frau, dass kein DNA-Test an den Patronen durchgeführt worden sei, die am Set entdeckt wurden. In einer E-Mail drängt der Anwalt der Waffenmeisterin die Polizei, das noch einmal zu überdenken.

Der tödliche Vorfall ereignete sich im Herbst bei den Dreharbeiten zum Western „Rust“ auf einer Filmranch in Santa Fe im US-Bundesstaat New Mexico. Die Kamerafrau Halyna Hutchins wurde dabei getötet, Regisseur Joel Souza an der Schulter getroffen. Baldwin, der als Hauptdarsteller und Produzent bei dem Film mitwirkte, hatte die Waffe bei der Probe für eine Szene betätigt. Untersuchungen ergaben, dass in dem Colt eine echte Kugel steckte.

Die junge Waffenmeisterin klagte einen Mann, der Requisiten, darunter Munition, für den Dreh geliefert hatte. Das Anwaltsteam der Waffenmeisterin hatte im November einen Sabotageverdacht ins Spiel gebracht: Jemand hätte eine Kugel mit scharfer Munition in eine Schachtel mit harmlosen Dummypatronen legen können, um den Dreh zu sabotieren.

Ein Handelsschiff hat in Zusammenarbeit mit der britischen Küstenwache und der Royal Air Force (RAF) zwei verunglückte Ruderer aus dem Atlantik gerettet.

Das Boot der beiden war zuvor gekentert und dann gesunken. Sie mussten einer Mitteilung der britischen Küstenwache (HM Coastguard) zufolge mehrere Stunden auf einem Rettungsfloß ausharren, sind aber in guter Verfassung.

Der Vorfall ereignete sich bereits gestern etwa 800 Seemeilen (rund 1.500 Kilometer) vor der Küste der englischen Grafschaft Cornwall. Das Boot der von den Färöern stammenden Ruderer war für die Atlantiküberquerung geeignet.

Wegen Insektenbefalls muss das Museum für zeitgenössische Kunst in der iranischen Hauptstadt Teheran für zwei Tage schließen. Das Museum bestätigte heute Medienberichte, wonach in einer Ausstellung zwei Insekten unter dem Glas eines Werkes des deutschen Paares Bernd und Hilla Becher gesichtet wurden.

Das Museum habe sich umgehend entschieden, die Ausstellung zu unterbrechen und das Museum vorübergehend zu schließen, um das wertvolle deutsche Industriefoto sowie andere Werke nicht zu gefährden.

Nach knapp zwei Monaten kann das Wasser in Aschach an der Steyr (Oberösterreich) wieder bedenkenlos getrunken werden. Ein Mittel, das Benzin beigemischt wird, war in die Ortswasserleitung geraten. Die Suche nach dem Verursacher soll noch intensiviert werden.

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Gestern waren die Freiwillige Feuerwehr Kleinhöflein und die Stadtfeuerwehr Eisenstadt bei einem Waldbrand im Leithagebirge im Einsatz. Um vorhandene Glutnester ablöschen zu können, mussten der Waldboden teilweise umgegraben und einzelne Bäume gefällt werden.

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Vier Badegäste haben gestern einen Pensionisten aus dem Attersee gerettet. Der 77-Jährige war bei Nußdorf am Attersee (Bezirk Vöcklabruck) bereits bewusstlos im Wasser getrieben, konnte aber erfolgreich wiederbelebt werden.

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IT

Der US-Technologiekonzern Apple hat mit einer Serie von Software-Updates für seine Geräte zwei Sicherheitslücken geschlossen, die möglicherweise bereits ausgenutzt wurden. Eine der Schwachstellen steckte in Apples WebKit-Software, mit deren Hilfe Inhalte in Webbrowsern dargestellt werden. Präparierte Websites könnten die Lücke nutzen, um einen beliebigen Softwarecode ausführen zu lassen, erläuterte Apple.

„Einfach gesagt könnte ein Cyberkrimineller Schadsoftware auf Ihrem Gerät platzieren, wenn Sie sich nur eine ansonsten harmlose Website angeschaut haben“, warnte danach die IT-Sicherheitsfirma Sophos gestern.

Durch diese Schwachstelle waren iPhones und iPads noch stärker bedroht als Mac-Computer: Denn auf den mobilen Geräten laufen alle Browser mit WebKit und nicht nur das hauseigene Programm Safari.

Die zweite Sicherheitslücke befand sich im Kernel, dem zentralen Teil des Betriebssystems. Ein Angreifer, der sich bereits Zugriff auf das Gerät verschaffte, könne damit alle möglichen Daten abgreifen, betonte Sophos. Apple verwies bei den jetzt gestopften Sicherheitslücken auf Hinweise eines anonymen Forschers.

Umwelt & Klima

Im südlichen Weinviertel in Niederösterreich werden die Regionalbuslinien 530 und 535 komplett auf Elektrobusse umgestellt. Dieselbetriebene Fahrzeuge machen Platz für elf E-Busse. Im ländlichen Raum ist es laut den Verantwortlichen das erste Projekt dieser Art in Österreich.

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Wegen der anhaltenden Brandgefahr wird in Wien ab sofort bei Verstößen gegen die Waldbrandverordnung schärfer vorgegangen: Wer sich nicht daran hält, wird nicht mehr abgemahnt, sondern gestraft. Und diese Strafen sind – wie die Waldbrandgefahr – hoch.

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Mehr Radfahren wäre ein einfaches Mittel, um CO2 einzusparen und damit das Klima zu schützen: Würden alle Menschen so viel in die Pedale treten wie in den Niederlanden, würden laut einer neuen Studie knapp 700 Mio. Tonnen CO2 weniger in die Atmosphäre gelangen – ungefähr so viel, wie Österreich in zehn Jahren ausstößt.

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Religion

Der Vatikan leitet keine eigene Untersuchung gegen den kanadischen Kurienkardinal Marc Ouellet (78) wegen sexueller Übergriffe ein. Das gab Vatikansprecher Matteo Bruni gestern Abend bekannt. Ouellet werden von einer ehemaligen Pastoralreferentin „nicht einvernehmliche Berührungen sexueller Art“ vorgeworfen.

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Kultur

„Aquaman“-Star Jason Momoa (43) will einem Medienbericht zufolge die Geschichte der Surflegende Duke Kahanamoku auf die Leinwand bringen. Zusammen mit dem Produzenten Peter Safran („The Suicide Squad“) werde der Schauspieler ein Biopic über den Sportler aus Hawaii produzieren, berichtete das Branchenblatt „Variety“ (Onlineausgabe) gestern.

Jason Momoa
AP/Invision/Willy Sanjuan

Kahanamoku (1890–1968), der als Schwimmer zwischen 1912 und 1924 fünf Medaillen bei Olympischen Spielen gewann, darunter dreimal Gold, machte das moderne Surfen populär. Das Wellenreiten war ursprünglich der Sport der hawaiianischen Könige, wurde jedoch im 19. Jahrhundert von den europäischen Missionaren als sündig verboten.

Der auf Hawaii geborene Schauspieler Momoa ist vor allem bekannt für seine Rolle als DC-Superheld Aquaman, der das Unterwasserreich Atlantis regiert und mit Meereslebewesen kommunizieren kann. Außerdem spielte er den Krieger Khal Drogo in „Game of Thrones“. Der Hollywood-Star setzt sich für den Schutz der Ozeane ein, unter anderem als Botschafter des UNO-Umweltprogramms UNEP.

Science

Sie sind im Boden und dem Regen, schaden der Gesundheit und können von der Natur kaum abgebaut werden – die „ewigen Chemikalien“. Mit einer neuen und relativ energieeffizienten Methode haben es Forscherinnen und Forscher nun aber geschafft, einige der Stoffe nachhaltig zu zerstören.

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