Ausland

Bei Schüssen nahe der Klagemauer in Jerusalem sind mindestens sieben Menschen verletzt worden, zwei von ihnen schwer. Die Schüsse seien an zwei verschiedenen Orten gefallen, teilte der Rettungsdienst Magen David Adom in der Nacht mit. Ein Tatverdächtiger sei auf der Flucht, berichteten israelische Medien. Die Schüssen hätten auf einen Bus in der Altstadt sowie auf einen Parkplatz nahe dem Davidsgrab abgezielt.

Einem Rettungssanitäter zufolge waren in dem Bus Gläubige von der Klagemauer auf dem Weg in die Stadt. „Laut einem Passanten begann ein Terrorist, wahllos auf den Bus zu schießen“, wurde der Sanitäter in der „Jerusalem Post“ zitiert. Als der Rettungsdienst den Ort des Vorfalls erreicht habe, habe es einen großen Tumult gegeben. Menschen seien in Panik gerannt.

Das Team des früheren US-Präsidenten Donald Trump soll einem Bericht zufolge falsche Angaben über den Verbleib von Geheimdokumenten in dessen Besitz gemacht haben. Mindestens eine Anwältin oder ein Anwalt des Republikaners soll im Juni eine Erklärung unterzeichnet haben, wonach das als geheim gekennzeichnete Material komplett an die Regierung zurückgegeben worden sei, wie die „New York Times“ gestern unter Berufung auf vier namentlich nicht genannte Personen berichtete. Dieses Schriftstück soll dem Justizministerium übergeben worden sein.

Bei der Durchsuchung von Trumps Anwesen Mar-a-Lago im US-Bundesstaat Florida beschlagnahmte die Bundespolizei FBI am Montag dann mehrere streng geheime Dokumente. Damit verstieß der Ex-Präsident möglicherweise gegen mehrere Gesetze, auch das US-Spionagegesetz. Einer FBI-Liste zufolge fanden die Agenten auch Dokumente der Geheimhaltungsstufe „Top Secret/SCI“, die nur in besonderen Regierungseinrichtungen eingesehen werden dürfen.

Trump meldete sich nun erneut auf dem von ihm mitgegründeten Onlinenetzwerk Truth Social zu Wort. Dort schrieb der 76-Jährige, er habe die Wahrheit auf seiner Seite – und wenn man die Wahrheit auf seiner Seite habe, werde man letztendlich siegreich sein. Die „New York Times“ zitierte einen Trump-Sprecher mit den Worten: „Wie bei jeder von den Demokraten inszenierten Hexenjagd wird diese beispiellose und unnötige Razzia von Medien getragen, die bereit sind, mit suggestiven Leaks, anonymen Quellen und ohne harte Fakten zu arbeiten.“

Im Rennen um die Nachfolge des britischen Premierministers Boris Johnson sieht eine weitere Umfrage Außenministerin Liz Truss als klare Favoritin. Wie das Meinungsforschungsinstitut Opinium Research gestern mitteilte, lag Truss bei einer Befragung von Mitgliedern ihrer konservativen Partei 22 Prozentpunkte vor ihrem Rivalen, dem früheren Finanzminister Rishi Sunak.

Britische Außenministerin Liz Truss
Reuters/Toby Melville

Von 450 Parteimitgliedern, die sich nach eigenen Angaben bei der laufenden Briefwahl bereits entschieden hätten, hätten 61 Prozent Truss und 39 Prozent Sunak als ihren Favoriten genannt.

Johnson hatte auf Druck der Partei nach einer Serie von Skandalen und Kabinettsrücktritten seinen Rückzug als Parteichef und Premierminister angekündigt. Truss und Sunak setzten sich gegen eine Reihe anderer Bewerber um die Nachfolge durch.

Die rund 200.000 Parteimitglieder der regierenden Torys sind aufgerufen, einen der beiden Kandidaten zu wählen. Das Ergebnis soll am 5. September veröffentlicht werden. Truss war bereits in einer früheren Umfrage als Favoritin genannt worden.

Der vom Militär in Mali eingesetzte Ministerpräsident Choguel Maiga lässt nach Regierungsangaben sein Amt aus gesundheitlichen Gründen ruhen. Sein Arzt habe ihn angewiesen, nach 14 Monate langer ununterbrochener Arbeit zu pausieren, teilte Maigas Büro gestern mit. Geplant sei eine Wiederaufnahme der Amtsgeschäfte in der kommenden Woche.

Das in Paris ansässige Magazin „Jeune Afrique“ berichtete unter Berufung auf Maigas Umfeld, Maiga habe einen Schlaganfall erlitten. Ein von Reuters kontaktierter Berater des Regierungschefs dementierte das. Maiga war bisher eine der führenden Stimmen in Auseinandersetzungen der Militärregierung mit westlichen Partnern und mit Malis Nachbarländern.

In dem westafrikanischen Land hatte sich das Militär im August 2020 an die Macht geputscht und geplante Wahlen ausgesetzt. Das führte dazu, dass die EU ihre Ausbildungsmission in dem Land beendete.

Mali hatte seine Zusammenarbeit mit der ehemaligen Kolonialmacht Frankreich im Kampf gegen Islamisten beendet. Stattdessen engagiert sich Russland verstärkt in dem Land.

Bei Blockaden von Klimaaktivistinnen und Klimaaktivisten in Hamburg ist es gestern zu Zusammenstößen gekommen. Nach Angaben der Polizei hatten Teilnehmer einer Blockade an der Kattwykbrücke die Beamten mit Pfefferspray attackiert, worauf diese mit Pfefferspray, Schlagstöcken und Wasserwerfern reagierten, um die Blockade aufzulösen. Eine Sprecherin von „Ende Gelände“ bezeichnete den Vorfall als „einen neuen Höhepunkt an polizeilicher Gewalt und Willkür gegen unsere Klimaproteste“. Auf Twitter schrieben die Aktivisten am Abend, das Pfefferspray sei schon zu Beginn von der Polizei gekommen.

Klimaaktivisten vor Polizisten in Hamburg
Reuters/Fabian Bimmer

Für das ganze Wochenende hat „Ende Gelände“ Aktionen „gegen den Ausbau fossiler Infrastruktur und kolonialer Wirtschaftsstrukturen“ angekündigt. Die Aktivisten protestierten vor allem gegen geplante LNG-Terminals.

Nach dem massenhaften Fischsterben in der Oder hat die polnische Regierung eine Belohnung in Höhe von 210.000 Euro für Hinweise ausgesetzt, die zur Ergreifung eines Täters führen soll. Bisherige Laboranalysen brachten noch keinen genauen Aufschluss über die Belastung des Wassers und die Ursachen. Wegen der Katastrophe übte Deutschland bereits Kritik an Polen.

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Ukraine-Krieg

Angesichts der Kämpfe um das AKW Saporischschja in der Ukraine hat Präsident Wolodymyr Selenskyj den Westen zu Sanktionen gegen Russlands Atomindustrie aufgerufen. Die Strafmaßnahmen müssten die Nuklearindustrie des Aggressorstaates treffen, sagte Selenskyj in einer gestern Abend in Kiew verbreiteten Videoansprache. Die Atommacht Russland baut in mehreren Ländern Kernkraftwerke und lagert auch radioaktiven Müll bei sich.

Russland benutze das Atomkraftwerk im Süden der Ukraine, um die Menschen in Angst zu versetzen sowie um die ukrainische Führung und die ganze Welt zu erpressen. „Jeder russische Soldat, der auf die Anlage schießt oder aus ihrer Deckung schießt, muss wissen, dass er ein besonderes Ziel für unsere Geheimagenten, für unsere Spezialkräfte, für unsere Armee wird“, so Selenskyj.

Kiew und Moskau werfen sich seit Tagen gegenseitig vor, für den Beschuss des größten Atomkraftwerks in Europa verantwortlich zu sein. Russland hat die weitläufige Anlage in der Stadt Enerhodar seit Monaten besetzt.

Russland hat nach Angaben des ungarischen Außenministeriums mit zusätzlichen Gaslieferungen an das EU-Mitgliedsland begonnen. Nach Verhandlungen zwischen Moskau und dem ungarischen Außenminister Peter Szijjarto im vergangenen Monat habe der russische Konzern Gasprom am Freitag begonnen, mehr Gas als „bereits vertraglich vereinbart“ zu liefern, teilte der Ministeriumsvertreter Tamas Menczer gestern auf Facebook mit.

Nach seinen Angaben werden bis Ende August zusätzlich 2,6 Millionen Kubikmeter pro Tag durch die „TurkStream“-Pipeline nach Ungarn kommen. Über die weiteren Lieferungen im September werde noch verhandelt, erklärte Menczer weiter. Er betonte, es sei „die Pflicht der ungarischen Regierung, die sichere Versorgung des Landes mit Erdgas zu gewährleisten“.

Außenminister Szijjarto war im Juli zu einem unangekündigten Besuch nach Moskau gereist, um dort über den Kauf von 700 Millionen zusätzliche Kubikmeter Gas zu sprechen. Der Erwerb von derart großen Mengen Gas sei angesichts der derzeitigen „europäischen Marktbedingungen“ ohne russische Quellen „unmöglich“, erklärte Menczer dazu.

Die USA haben Indien gegenüber nach Angaben eines dortigen Zentralbankers Besorgnis über einen Bruch der Wirtschaftssanktionen gegen Russland geäußert. Demnach habe ein russischer Tanker auf offener See an ein indisches Schiff Öl übergeben, das dann in Indien verarbeitet und schließlich in die USA exportiert worden sei, sagte der Vizegouverneur der Reserve Bank of India, Michael Patra, gestern bei einer Finanzkonferenz im Bundesstaat Odisha.

„Sie wissen, dass es es Sanktionen gegen Personen gibt, die russisches Öl kaufen. Folgendes wurde uns vom US-Finanzministerium berichtet“, sagte Patra.

„Ein indisches Schiff traf auf offener See einen russischen Tanker, übernahm auf offener See Öl, lief einen Hafen im Bundesstaat Gujarat an. Das Öl wurde in diesem Hafen verarbeitet und in ein Destillat umgewandelt, das bei der Herstellung von Einweg-Kunststoff verwendet wird“, sagte der Zentralbanker. Das indische Schiff habe die Fracht wieder übernommen, habe den Hafen verlassen und sei erst auf offener See über sein Ziel New York informiert worden. „So funktioniert Krieg“, so Patra. Den Namen des Schiffs nannte er nicht. Die US-Botschaft äußerte sich nicht zu den Angaben.

Indien ist einer der größten Ölimporteure der Welt. Seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine und den westlichen Sanktionen gegen Russland ist Indien auch einer der bedeutendsten Abnehmer von russischen Öl.

Trotz der seit Wochen deutlich reduzierten Liefermengen aus Russland sind die deutschen Gasspeicher wieder zu mehr als 75 Prozent gefüllt. Nach neuesten, vorläufigen Daten der europäischen Gasspeicherbetreiber von gestern lag der Füllstand Freitagfrüh bei 75,43 Prozent. Damit wurde das erste Speicherziel einer neuen Verordnung mehr als zwei Wochen früher als vorgeschrieben erreicht. Der Füllstand wird immer erst mit Verzögerung gemeldet.

Die Verordnung sieht vor, dass die deutschen Speicher am 1. September zu mindestens 75 Prozent gefüllt sein müssen. Am 1. Oktober sollen es mindestens 85 Prozent und am 1. November mindestens 95 Prozent sein. Die Speicher gleichen Schwankungen beim Gasverbrauch aus und bilden damit eine Art Puffersystem für den Gasmarkt. Sollte weiterhin im gleichen Tempo wie zuletzt eingespeichert werden, dürfte die Marke von 85 Prozent aber schon vor dem 1. Oktober erreicht werden.

Die deutsche Regierung will mit verschiedenen Maßnahmen erreichen, dass die Gasspeicher in Deutschland zu Beginn der Heizperiode fast voll sind.

Laut der US-Denkfabrik Institute for the Study of War (ISW) bereitet sich Russland auf einen längeren Krieg in der Ukraine vor. Demnach plant die militärisch-industrielle Kommission unter dem Vorsitz des russischen Präsidenten Wladimir Putin Anfang September eine Änderung des staatlichen Verteidigungsprogramms. So könnte das Budget für Kriegsausgaben um umgerechnet 10 Milliarden US-Dollar anwachsen. Dabei stützen sich die Analysen des Instituts auf Angaben des ukrainischen Militärgeheimdiensts GUR.

Brücken zerstört

Die Kämpfe im Süden und Osten der Ukraine gehen unterdessen weiter. Das ukrainische Militär setzt bei seinem Gegenangriff auf besetztes Gebiet auf eine bisher schon in anderen Landesteilen erfolgreiche Taktik: Mit gezielten Schlägen sollen die Nachschubrouten des russischen Militärs abgeschnitten werden. Laut Einschätzung britischer Geheimdienste sind die drei Brücken über den Dnipro in der Nähe von Cherson unbrauchbar gemacht worden – die Stadt ist damit vom russischen Nachschub quasi abgeschnitten.

Auch Eisenbahnbrücke beschädigt

Auch die wichtigste Eisenbahnbrücke in der Nähe von Cherson soll weiter beschädigt worden sein. Um militärischen Nachschub zu organisieren, habe Moskau zuletzt vor allem auf eine Fährverbindung nahe der Brücke gesetzt.

Selbst wenn es Russland gelingen sollte, die Brücken in größerem Umfang zu reparieren, blieben sie eine bedeutende Schwachstelle. „Der Nachschub für die Tausenden russischen Soldaten am Westufer hängt mit ziemlicher Sicherheit von den beiden Pontonbrücken ab“, so das britische Verteidigungsministerium. Angesichts der eingeschränkten Nachschublinie dürfte der Umfang der bisher am Westufer angelegten Vorräte ein entscheidender Faktor für die russischen Truppen in der Region werden.

Liveticker zum Nachlesen

Inland

Nach der Ankündigung von Vizekanzler Werner Kogler (Grüne), der ÖVP einen Plan für die Besteuerung von Übergewinnen auf dem Energiemarkt vorzulegen, reagiert ÖVP-Wirtschaftsminister Martin Kocher verhalten. „Für uns ist klar, dass in Krisenzeiten jene Unternehmen, die durch steigende Preise von importierten Energieträgern sehr viel mehr verdienen, ihren Beitrag zum gesamtgesellschaftlichen Wohl leisten müssen“, erklärte Kocher gestern in einer der APA übermittelten Stellungnahme und beteuerte „keine Denkverbote“.

Allerdings stehe die Mehrheit der Expertinnen und Experten aus der Wirtschaftsforschung einer Besteuerung von „Übergewinnen“ skeptisch gegenüber, wofür es ebenfalls „sehr gute Gründe“ gebe. Er halte nichts davon, Unternehmen „pauschal zu verteufeln“, meinte Kocher. So habe beispielsweise der Verbund die Ausschüttung einer Sonderdividende angekündigt, durch die sogenannte Übergewinne zurück in das Budget und damit in die Entlastungsmaßnahmen der Regierung fließen könnten.

Die SPÖ reagierte auf Koglers Ankündigung verärgert. „Am 5. Mai hat Kanzler Nehammer angekündigt, man wolle die Übergewinne von Krisengewinnern steuerlich abschöpfen und er habe den Finanzminister mit einem Modell beauftragt – bis jetzt gibt es nichts“, so Vizeklubchef Jörg Leichtfried in einer Aussendung: „Mehr als drei Monate später verkündet jetzt Vizekanzler Kogler, er lasse ein Modell ausarbeiten, dass er wiederum der ÖVP vorschlagen will. Das ist doch nur mehr eine Pflanzerei der Bevölkerung.“

Der Energiegutschein der Bundesregierung soll der Bevölkerung dabei helfen, die stark gestiegenen Stromkosten zu stemmen. Vier Millionen solcher Gutscheine wurden bisher automatisch an die Haushalte versendet. Wer den Gutschein noch nicht bekommen hat, kann ihn nun bis Ende Oktober anfordern. Die Frist wurde verlängert. Auch für das Einlösen hat man nun länger Zeit.

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Sport

Einen Tag nach ihrer Schwester Vasiliki haben auch Anna-Maria und Eirini-Marina Alexandri im EM-Becken von Rom eine Medaille erobert. Das Duo sicherte sich mit neuem persönlichen Rekord von 93,0000 Punkten die Silbermedaille in der freien Kür und sorgte damit für die zweite rot-weiß-rote Medaille bei den Titelkämpfen in Italien.

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Der FC Barcelona hat mit Weltfußballer Robert Lewandowski und weiteren Neuzugängen einen Fehlstart in die neue La-Liga-Saison hingelegt. Nach dem Wechseltheater der vergangenen Wochen kam die Truppe von Xavi Hernandez im ersten Saisonspiel gestern Abend im Camp Nou nicht über ein 0:0 gegen Rayo Vallecano hinaus. Barca-Routinier Sergio Busquets flog nach einem Ellbogencheck mit Gelb-Rot vom Platz (93.).

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Manchester United hat mit Superstar Cristiano Ronaldo einen kapitalen Fehlstart in die Premier League hingelegt. Die „Red Devils“ gingen unter der Leitung des neuen Trainers Erik ten Hag nach dem enttäuschenden Auftakt-1:2 gegen Brighton & Hove Albion gestern bei Brentford chancenlos mit 0:4 unter. Nach der Blamage in London wartet in der dritten Runde Vizemeister Liverpool als nächster Gegner.

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Christoph Baumgartner hat der TSG Hoffenheim gestern in der deutschen Bundesliga nach frühem 0:2-Rückstand mit dem Anschlusstreffer eine erfolgreiche Aufholjagd geebnet und Coach Andre Breitenreiter ein erfolgreiches Heimdebüt beschert. Der ÖFB-Stürmer traf beim 3:2-Sieg in der 14. Minute zum 1:2 und half mit, die Serie von saisonübergreifend zehn Spielen ohne Sieg zu beenden. Sasa Kalajdzic glänzte beim 2:2 von Stuttgart bei Aufsteiger Werder Bremen währenddessen zweimal als Vorbereiter.

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COV Inland

Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den abgelaufenen sieben Tagen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, liegt laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bei 442 (Stand: gestern, 14.00 Uhr). Die Tendenz ist damit gleich bleibend.

Das Berichtsschema der AGES zeigt die Zahlen vom Vortag – wie die Meldung der Ministerien. Wesentlicher Unterschied zu den Ministeriumsmeldungen: Laborbestätigte Fälle, Tote etc. werden nicht zum Meldezeitpunkt dargestellt, sondern zum Diagnose- bzw. Sterbedatum. In der Darstellung in ORF.at wird auch täglich transparent gemacht, welchen Tagen die neu gemeldeten Fälle zugeordnet werden.

Ministerien melden 5.478 registrierte Neuinfektionen

Das Gesundheits- und das Innenministerium meldeten 5.478 neu registrierte Coronavirus-Fälle innerhalb der letzten 24 Stunden (Stand: gestern, 9.30 Uhr). Diese Zahlen meldeten die Bundesländer an den nationalen Krisenstab. Aufgrund verminderter Testmöglichkeiten und -bereitschaft vermuten Expertinnen und Experten eine höhere Dunkelziffer.

19.273 Menschen verstarben bisher im Zusammenhang mit dem Coronavirus. 1.270 infizierte Personen werden derzeit in einem Spital behandelt, davon 72 auf Intensivstationen. Eine Unterscheidung in Haupt- und Nebendiagnose ist bundesweit nicht möglich.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Erklärung zur Zählweise und weiteren Fragen in ORF.at/corona

Wirtschaft

93.000 Touristinnen und Touristen haben sich gestern kurz vor Ferragosto, dem Fest von Mariä Himmelfahrt und Höhepunkt der Urlaubszeit am 15. August, in Venedig getummelt. Damit ist die Lagunenstadt wieder mit dem Phänomen des Massentourismus wie in den Zeiten vor der Pandemie konfrontiert.

Die Zahlen gehen aus Daten der Koordinations- und Überwachungszentrale der Gemeinde hervor, die mit allen Videoüberwachungskameras der Stadt verbunden sind. Restaurants waren vollbelegt, auf dem Canal Grande herrschte reger Wasserverkehr. Zu Warteschlangen kam es an den Anlegestellen der Wasserbusse.

Das wird der letzte Sommer ohne „Eintrittsgeld“ für Tagestouristinnen und -touristen, das ab 2023 eingeführt wird. Vorgesehen ist dann die Onlinebuchung für alle Touristen, die außerhalb der Region Venetien in die Stadt kommen, aber dort nicht übernachten wollen. Je nachdem, an welchem Tag Venedig besucht wird, sind zwischen drei und zehn Euro zu zahlen. Wer weit im Voraus bucht, soll weniger zahlen. Ein tägliches Touristenlimit wird die Stadtverwaltung hingegen nicht festlegen.

Mit dem Modell Mietkauf wollten sich zahlreiche Menschen beim Grazer Messequartier eine Wohnung finanzieren. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft: Grund ist, dass die Wohnungen nun teurer seien als mit den Käuferinnen und Käufern vor zehn Jahren vereinbart.

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Umwelt & Klima

Die letzten Wochen und Monate haben gezeigt, wie die Klimakrise Hitzewellen, Dürre und Wasserknappheit verschärft. Auch in Österreich hat sich das Landschaftsbild mancherorts von der grünen Wiese zur kargen Steppe gewandelt. Doch ein paar Tage Abkühlung und Regen reichen bei Weitem nicht, damit sich die Natur regenerieren kann. Aber auch zu viel Niederschlag darf es nicht sein.

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2002 erlebte Niederösterreich eine katastrophale Hochwasserflut. Ganze Dörfer standen unter Wasser, auch Teile von Zöbing bei Langenlois (Bezirk Krems). Petra Brandl harrte damals mit ihrem Mann und ihrem fünfjährigen Sohn im ersten Stock des Hauses aus.

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Chronik

Mindestens drei Tote und mehrere Schwerverletzte hat es gestern nach einem Unfall auf der A6 beim Grenzübergang Kittsee gegeben. Die Polizei bestätigte: Es handelt sich um ein Schlepperfahrzeug. Drei der insgesamt 20 Insassen dürften aus Syrien stammen.

Mehr dazu in burgenland.ORF.at

Nach einem Unfall gestern waren auf der A1 (Westautobahn) bei Böheimkirchen (Bezirk St. Pölten) zwei Pferde auf der Fahrbahn. Der Transportanhänger eines Pkw war umgestürzt. Polizei und Feuerwehr halfen, die Pferde einzufangen.

Mehr dazu in noe.ORF.at

Ein Amokläufer hat in der montenegrinischen Kleinstadt Cetinje zehn Menschen erschossen und ist danach von einem Passanten getötet worden. Wie die diensthabende Staatsanwältin Andrijana Nastic nach Angaben des Portals Vijesti.me gestern mitteilte, waren unter den Todesopfern zwei Kinder. Die Motive des 34-jährigen Angreifers seien unklar.

„Wir sind alle schockiert“, sagte Ministerpräsident Dritan Abazovic nach Angaben des montenegrinischen Staatsfernsehens. Der Amoklauf sei eine „beispiellose Tragödie“. Die mittelalterliche Stadt Cetinje liegt 27 Kilometer westlich der Hauptstadt Podgorica, gilt als das kulturelle und historische Zentrum Montenegros und war vom Ende des 15. Jahrhunderts bis 1918 Hauptstadt des Landes.

Zunächst zwei Kinder erschossen

Sechs Verletzte wurden in Krankenhäuser gebracht. Drei von ihnen schwebten in Lebensgefahr, sagte die Direktorin des Klinikzentrums von Montenegro (KCCG), Ljiljana Radulovic. Einer der Verletzten sei kurz danach nach Hause entlassen worden.

Polizisten untersuchen Szene der Schießerei
Reuters/Stevo Vasiljevic

Der Täter habe zunächst mit einem Jagdgewehr zwei Kinder im Alter von acht und zehn Jahren erschossen, sagte der örtliche Polizeichef Zoran Brdjanin. Danach habe er auf die Mutter der Kinder geschossen, die später im Krankenhaus starb.

Die Familie habe als Mieter in einer Wohnung des Täters gewohnt. Anschließend habe der Täter mit derselben Waffe offenbar wahllos auf der Straße auf Passanten geschossen und sieben getötet. Durch die Schüsse sei auch ein Polizist verletzt worden.

In Frankreich ist es Feuerwehrleuten gelungen, die Ausbreitung der seit Dienstag wütenden Waldbrände im Südwesten zu stoppen. „Das Feuer konnte über Nacht dank der bedeutenden eingesetzten Mittel nicht weiter vordringen“, twitterte der örtliche Präfekt gestern. Dadurch konnte eine wichtige Autobahn vor Beginn des Wochenendverkehrs wieder geöffnet werden.

Feuerwehrleute aus ganz Europa waren ihren Kolleginnen und Kollegen in der Gironde zu Hilfe gekommen, wo große Waldflächen zerstört wurden. Rund 10.000 Menschen mussten evakuiert werden. Der Flächenbrand wurde in den vergangenen Tagen bei drückender Sommerhitze von über 40 Grad immer wieder durch starke Winde angefacht.

Bereits im Juli waren große Waldbrände im Südwesten ausgebrochen, bei denen 20.000 Hektar Wald vernichtet wurden und fast 40.000 Menschen zeitweise ihre Häuser räumen mussten. In Frankreich sind dieses Jahr bereits 60.000 Hektar Land den Flammen zum Opfer gefallen, sechsmal so viel wie im Schnitt der Jahre von 2006 bis 2021.

Medien

Der Verwaltungsrat des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB) will angesichts der Affäre um die zurückgetretene Intendantin Patricia Schlesinger seine Arbeitsweise überprüfen. Die amtierende Vorsitzende Dorette König teilte gestern der dpa mit, das Gremium werde sehr kritisch seine Arbeitsweise und Themenaufteilung innerhalb des Verwaltungsrates hinterfragen.

Zuvor hatte das Onlinemedium Business Insider berichtet, dass es vor Gremiensitzungen zudem Vorgespräche gegeben habe, zu denen keine Protokolle geführt worden sein sollen. Zudem soll es über die Geschäftsberichte des Senders hinaus noch vertrauliche Sonderberichte geben, in einem Papier soll auch das gesamte Gehalt von Schlesinger aufgeführt sein. Bislang ist die Höhe der Bonuszahlungen nicht bekannt.

Keine Auskunft

Ein Sprecher des öffentlich-rechtlichen ARD-Senders teilte zu dem Medienbericht mit: „Vorbesprechungen mit Teilen des Verwaltungsrates gab es, über den Inhalt können wir keine Auskunft geben.“ König habe angekündigt, dass sie an dieser Praxis nicht festhalten werde, sondern mit dem Gremium beraten wolle, wie eine effiziente Sitzungsvorbereitung künftig aussehen soll.

Schlesinger ist seit Wochen zahlreichen Vorwürfen der Freunderlwirtschaft ausgesetzt. Im Zentrum steht neben der 61-Jährigen, die als ARD- und RBB-Chefin in der Affäre zurückgetreten ist, auch der ebenfalls zurückgetretene Chefkontrolleur Wolf-Dieter Wolf des Senders Rundfunk Berlin-Brandenburg. Zudem geht es um fragwürdige Aufträge für Schlesingers Ehemann bei der Messe Berlin, wo der Chefkontrolleur ebenfalls bis zu seinem dortigen Rücktritt Aufsichtsratschef war.

Es steht die Frage im Raum, ob Schlesinger mit Wolf einen zu laxen Umgang bei möglichen Interessenskonflikten gepflegt haben könnte.

Kultur

Nach zweimaliger Pandemiepause hat sich Zürich gestern wieder als Ort einer der größten Techno-Partys der Welt zurückgemeldet. Unter dem Motto „Think!“ wurden zur 29. Street Parade mehrere Hunderttausend Besucherinnen und Besucher aus der Schweiz und dem Ausland erwartet.

Am frühen Nachmittag starteten die ersten der rund 25 Love Mobiles – bunt dekorierte Trucks mit großen Musikanlagen und Tanzenden – bei schönstem Sommerwetter zu ihrer zwei Kilometer langen Runde um das Seebecken. Die Menschen am Straßenrand tanzten bestens gelaunt zu wummernden Beats. Auf acht Bühnen entlang der Route in der sonst vor allem als Standort von Banken und Versicherungen bekannten Schweizer Metropole legten DJs elektronische Musik auf.

Schon am Vormittag waren zahlreiche Busse und Züge aus dem Ausland in Zürich angekommen, um die Techno-Anhängerinnen und -Anhänger zur Party zu bringen. An der letzten Parade vor der Pandemie im Jahr 2019 hatten rund 850.000 Menschen teilgenommen.

Zum Finale des 75. Internationalen Filmfestivals Locarno hat gestern der Spielfilm „Regra 34“ („Regel 34“) der brasilianischen Regisseurin Julia Murat den Goldenen Leoparden gewonnen. Der Titel der brasilianisch-französischen Koproduktion bezieht sich auf die sogenannte Regel 34, nach der im Internet zu allem, was dort existiert, pornografisches Material zu finden sei.

Im Zentrum des Spielfilms steht eine Jusstudentin. Sie lebt im Internet, und nicht nur dort, verschiedene, teils bizarre sexuelle Fantasien aus. Giona A. Nazzaro, künstlerischer Leiter des Locarno Film Festival, sprach von einem „gewagten und politischen Werk, das ein wichtiges Zeichen setzen wird“. Außerdem betonte er die Bedeutung der Auszeichnung für die brasilianische Filmkunst.

Gleich drei Preise für „Tengo suenos electricos“

Mit der Vergabe des Hauptpreises und mit einigen anderen Entscheidungen haben die Jurys überrascht. Die zweitwichtigste Auszeichnung, der Spezialpreis im Concorso internazionale, ging an die Komödie „Gigi la legge“ („Gigi, das Gesetz“) vom italienischen Regisseur Alessandro Comodin. Darin wird in einer dialoglastigen Szenenflut der ländliche Alltag des Verkehrspolizisten Gigi beobachtet. Vor allem diese Entscheidung sorgte für Erstaunen.

Der Leopard für die beste Regie ging an die aus Costa Rica stammende Regisseurin Valentina Maurel für „Tengo suenos electricos“. Sie beobachtet mit großer Sensibilität das schwierige Erwachsenwerden der sechzehnjährigen Eva. Ihr Film hat auch gleich die Leoparden für die beste Darstellerin (Daniela Marin Navarro) und den besten Darsteller (Reinaldo Amien Gutierrez) abgeräumt.

Umweltpreis für Nikolaus Geyrhalter

Für seinen Film „Matter out of Place“, in dem er bildgewaltig schildert, wie unser Planet langsam mit den Müllbergen des Menschen verwächst, erhielt der Österreicher Nikolaus Geyrhalter zwar nicht den Goldenen Leoparden, dafür aber den Umweltfilmpreis Pardo Verde WWF. Auch eine zweite österreichische Produktion, Ruth Maders Glaubensdrama „Serviam“ um Druck und Gewalt in einer Klosterschule, war im Wettbewerb vertreten.

In der Kategorie Concorso Cineasti del presente gewann die slowakische Regisseurin Tereza Nvotova für ihren Film „Svetlonoc“ („Nightsiren“) einen Goldenen Leoparden. Darin erzählt sie die Geschichte einer jungen Frau, die in ihr Heimatdorf in den Bergen zurückkehrt. Dort sucht sie nach Antworten auf Fragen, die auf ihre schwierige Kindheit zurückgehen.

Der Spezialpreis in derselben Kategorie ging an Christina Tynkevych für „Yak Tam Katia?“ („How Is Katia?“), jener für die beste Nachwuchsregie an Juraj Lerotic für „Sigurno Mjesto“ („Safe Place“). Letzterer gewann außerdem den Preis für den besten Debütfilm. Alle Preise wurden am Abend im Rahmen einer Festivalabschlusszeremonie auf der Piazza Grande überreicht.