Ausland

Die britischen Abgeordneten wollen heute Abend über das weitere Vorgehen im festgefahrenen Brexit-Streit debattieren. Zuvor wird Premierministerin Theresa May höchstwahrscheinlich noch am Nachmittag eine Erklärung zum Verlauf des EU-Gipfels am 21. und 22. März abgeben.

Bereits zweimal ist das zwischen May und der EU ausgehandelte Abkommen zum EU-Austritt im Unterhaus durchgefallen. Möglicherweise wird es morgen einen neuen Anlauf geben. Eine Mehrheit ist nach Einschätzung von Finanzminister Philip Hammond aber auch dieses Mal nicht in Sicht.

Schicksalswoche für May

Britische Medien schreiben von Mays Schicksalswoche. Bei der Debatte über den Brexit-Kurs am Abend haben die Parlamentarier wieder die Möglichkeit, Änderungsanträge zur Beschlussvorlage einzubringen. Sie können so der Regierung eine Richtung vorgeben. Bindend wäre dieser Beschluss aber nicht.

Es gilt jedoch als wahrscheinlich, dass auch ein erneuter Versuch gemacht wird, der Regierung die Kontrolle über den Parlamentskalender zu entreißen. Dann könnten die Parlamentarier per Gesetzgebung rechtlich-verbindliche Entscheidungen herbeiführen.

May-Getreue könnten versuchen, die Abstimmung dazu zu nutzen, eine Entscheidung von Parlamentspräsident John Bercow außer Kraft zu setzen, wonach das Brexit-Abkommen nicht ohne substanzielle Änderungen erneut zur Abstimmung gestellt werden darf. Bercow hatte sich dabei auf eine mehr als 400 Jahre alte Regel berufen.

Als erstes EU-Land will Rumänien seine Botschaft in Israel von Tel Aviv nach Jerusalem verlegen. Das kündigte Ministerpräsidentin Viorica Dancila gestern auf der Jahrestagung der amerikanisch-israelischen Lobbyorganisation AIPAC in Washington an.

„Ich als Ministerpräsidentin von Rumänien und die Regierung, die ich leite, werden unsere Botschaft nach Jerusalem verlegen, der Hauptstadt Israels“, erklärte sie laut Übersetzung. Dancila sagte, die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump zur Botschaftsverlegung habe sie beeindruckt.

Die USA hatten in einem Alleingang Jerusalem im Dezember 2017 als Israels Hauptstadt anerkannt und im vergangenen Mai ihre Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem verlegt. Auch Länder wie Tschechien oder Brasilien haben sich für einen Umzug ihrer diplomatischen Vertretungen ausgesprochen.

Iohannis: „Ignoranz in Außenpolitik“ unter Beweis gestellt

Mit dieser Entscheidung stellt sich Dancila gegen den rumänischen Staatschef Klaus Iohannis, der den Transfer der Botschaft strikt ablehnt, sowie gegen die Linie der EU.

Iohannis erklärte daraufhin, Dancila habe mit ihrer Erklärung in Washington einmal mehr „ihre komplette Ignoranz in der Außenpolitik“ unter Beweis gestellt. Die Regierungschefin mache öffentliche Ankündigungen, ohne dass eine Entscheidung gefallen sei.

Iohannis hatte in der Vergangenheit immer wieder betont, eine Verlegung der Botschaft verstoße gegen internationales Recht. Seiner Ansicht nach muss Rumänien in der Nahostpolitik unparteiisch sein.

Rumänien hat EU-Ratsvorsitz

Die Verlegungen sind umstritten. Der Status von Jerusalem soll nach Auffassung des überwiegenden Teils der internationalen Gemeinschaft in zukünftigen Friedensgesprächen zwischen Israel und den Palästinensern festgelegt werden. Israel beansprucht ganz Jerusalem als Hauptstadt, die Palästinenser wollen Ostjerusalem als Hauptstadt für einen künftigen eigenen Staat Palästina.

Die Ankündigung Rumäniens kommt in einer Zeit, in der das Land die EU-Ratspräsidentschaft innehat. Der Umzug der US-Botschaft hatte innerhalb der EU für Streit gesorgt. Die Außenbeauftragte Federica Mogherini kritisierte die Entscheidung der USA, konnte das aber wegen Widerstands aus Rumänien, Ungarn und Tschechien nicht im Namen aller EU-Staaten tun.

Bei der ersten Parlamentswahl in Thailand nach einem Militärputsch vor fünf Jahren liegt das Lager der amtierenden Militärregierung vorn. Nach Auszählung von über 90 Prozent der Stimmen hatte die Partei Phalang Pracharat (PPRP) mit Premierminister Prayut Chan-o-cha als Spitzenkandidat einen deutlichen Vorsprung auf die größte Oppositionspartei Pheu Thai.

Das teilte die staatliche Wahlkommission gestern in Bangkok mit. Bislang ist zunächst, ob das zur Bildung einer Regierung reicht. Zur wahrscheinlichen Sitzverteilung im Repräsentantenhaus äußerte sich die Kommission noch nicht. Das Unterhaus des Parlaments zählt insgesamt 500 Abgeordnete. Im Oberhaus, dem Senat, hatte sich das Militär bereits ohne Wahl vorab alle 250 Sitze gesichert. Beide Kammern wählen den künftigen Premier gemeinsam. Für eine alleinige Mehrheit brauchte Prayut deshalb noch 126 Mandate.

Dem Zwischenergebnis zufolge kam die PPRP auf mehr als 6,3 Millionen Stimmen. Pheu Thai um den ehemaligen Premierminister Thaksin Shinawatra, den das Militär einst gestürzt hatte, lag bei etwa sechs Millionen. Auf Platz drei lag zu diesem Zeitpunkt die Partei Future Forward mit 4,3 Millionen. Insgesamt waren in dem südostasiatischen Königreich mehr als 51 Millionen Menschen wahlberechtigt.

Chinas Staatschef Xi Jinping will heute seinen französischen Amtskollegen Emmanuel Macron in Paris treffen, um Wirtschaftsverträge zu besiegeln. Es wird in Frankreich darüber spekuliert, dass der europäische Flugzeugkonzern Airbus möglicherweise einen Großauftrag erhalten könnte.

Bei einem China-Besuch vor gut einem Jahr hatte Macron angekündigt, China beabsichtige den Kauf von 184 Jets des Typs A320. Diplomaten äußerten sich nicht dazu und erklärten, über Wirtschaftsabkommen werde bis zur letzten Minute verhandelt.

Morgen soll es dann zum Abschluss des Staatsbesuchs ein Vierertreffen von Xi, Macron, die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker in der französischen Hauptstadt geben. Xi hatte bei seiner Europareise zuvor in Italien und Monaco Station gemacht.

Nach den europaweiten Demonstrationen gegen Upload-Filter am Wochenende geht die Copyright-Richtlinie nun ins Finale. Mit morgen Mittag wurde der frühestmögliche Abstimmungstermin gewählt, der Ausgang ist völlig ungewiss. Durch alle Fraktionen des EU-Parlaments zieht sich derselbe tiefe Riss, im Lager der Befürworter machten sich zuletzt Erosionserscheinungen breit.

Berichterstatter Axel Voss hatte noch einmal in die parlamentarische Trickkiste gegriffen und die Richtlinie neu nummeriert. Die „Upload-Filter“ – Artikel 13 seit dem Erstentwurf – stehen nun in Artikel 17. Die Demonstrationen fanden dennoch unter dem gewohnten Hashtag #Artikel13 statt.

Mehr dazu in fm4.ORF.at

Inland

Drei Integrationslandesrätinnen von SPÖ, NEOS und Grünen üben Kritik am Plan von Innenminister Herbert Kickl (FPÖ), den Stundenlohn für Hilfstätigkeiten von Asylwerbern mit 1,50 Euro zu beschränken. Sie fordern eine Anhebung statt einer Senkung, berichtete das Ö1-„Mittagsjournal“ gestern.

„Die Forderung geht in Richtung fünf Euro, weil hier sonst die Gefahr eines Lohndumpings droht“, sagte etwa Kärntens Integrationslandesrätin Sara Schaar (SPÖ). Auch die Salzburger Landesrätin Andrea Klambauer (NEOS) ist gegen den Vorschlag. Ihrer Ansicht nach ist es ein neuerlicher Schritt, „wo es genau darum geht, dass Integration nicht funktionieren soll“.

Kickl plant Deckelung mit 1,50 Euro pro Stunde

Die Tiroler Landesrätin Gabriele Fischer (Grüne) kritisierte den Plan als Mix aus Populismus und Abschreckungspolitik, „der eine Gesellschaft nachhaltig spaltet“. Es gehe dabei „einfach darum, denjenigen noch etwas wegzunehmen, die eh nichts haben“. In Tirol gebe es derzeit einen „Anerkennungsbeitrag“ von drei Euro, was sie „für das Minimalste an Entschädigung“ halte.

Den Stundenlohn für sogenannte Remunerantentätigkeiten von Asylwerbern während ihrer Grundversorgung legte bisher die beauftragende Körperschaft fest. Maximal konnten monatlich 110 Euro plus 80 Euro für jedes weitere Familienmitglied verdient werden, ohne Einbußen bei der Grundversorgung befürchten zu müssen. Der Entwurf Kickls, der am Montag in Begutachtung geht, sieht vor, dass der Stundenlohn mit 1,50 Euro beschränkt wird.

EU

Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban hat nur wenige Tage nach der Aussetzung der Mitgliedschaft seiner FIDESZ-Partei in der Europäischen Volkspartei (EVP) erneut die EU angegriffen. „Die Brüsseler Politiker leben in einer Blase“, sagte Orban, der zugleich an der Spitze von FIDESZ steht, gestern im staatlichen Rundfunk.

„Sie bilden eine Brüsseler Bürokratenelite, die den Bezug zur Realität verloren hat.“ Die EVP, der auch CDU und CSU angehören, hatte am Mittwoch die Mitgliedschaft der Orban-Partei ausgesetzt. Sie will prüfen, ob deren Politik und die ihres Vorsitzenden Orban noch mit den europäischen und demokratischen Werten der EVP vereinbar sind.

Orban forderte seine Zuhörer auf, bei der Europawahl im Mai seine Partei zu wählen, um „den Brüsselern zu zeigen, dass in Ungarn das geschieht, was die ungarischen Menschen wollen“. Es gehe nicht an, dass „nach links driftende und rückende Parteien“ in Brüssel entschieden, was in Ungarn und in Europa geschehe.

Plakatkampagne erregte Unmut

Großen Unmut hatte zuletzt eine Plakatkampagne erregt, die den EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker in einer verunglimpfenden Fotomontage mit dem liberalen US-Investor George Soros zeigte. Beigefügte Texte unterstellten den beiden, die illegale Migration nach Europa zu fördern.

Orban hat inzwischen die zuvor in ganz Ungarn ausgehängten Plakate entfernen lassen. Die EVP hatte von ihm auch verlangt, keine weiteren Kampagnen mehr gegen die EU und insbesondere gegen die EVP zu fahren. Die Attacke gegen „nach links driftende und rückende Parteien“ dürfte aber genau auf die EVP abzielen: Die von Orban kontrollierten Medien beschuldigen die eigene Parteienfamilie immer wieder, sich den Linken und Liberalen in Europa anzudienen.

Orban will Allianz mit Italien

Orban ist außerdem, wie die italienische Nachrichtenagentur ANSA vermeldete, der Ansicht, dass für sein Land eine Allianz mit einem anderen großen europäischen Staat beim Thema Einwanderung notwendig sei.

„Ungarn ist zu klein, um seine Meinung in Europa durchzusetzen“, sagte Orban. Medien, Universitäten und Nichtregierungsorganisationen (NGOs) seien „alle gegen uns und können uns zerstören“. Daher brauche Ungarn „starke Verbündete“. Bei einer Ansprache vor einer Migrationskonferenz in Budapest gab Orban zu, dass sein Land einen schlechten Ruf in Europa habe. Daher sei es wichtig, dass ein weiteres, großes europäische Land wie Italien Ungarns Position in Sachen Einwanderung teile.

Wirtschaft

Die größte US-Fluggesellschaft American Airlines streicht wegen der Krise um den Luftfahrtriesen Boeing in den kommenden vier Wochen zahlreiche weitere Flüge. Bis zum 24. April sollen pro Tag etwa 90 Flüge wegfallen, wie die Airline gestern mitteilte.

American Airlines hat 24 Maschinen vom Typ Boeing 737 Max 8 in der Flotte. Binnen weniger Monate waren zwei Flugzeuge dieses Modells in Indonesien und Äthiopien abgestürzt. Dabei kamen insgesamt 346 Menschen ums Leben. Zahlreiche Länder erließen deshalb Flugverbote für Maschinen vom Typ Boeing 373 Max 8.

Derzeit laufen internationale Untersuchungen, ob möglicherweise eine fehlerhafte Technik Grund für die Unglücke ist. Auch die Frage, ob bei der Zulassung der Flieger durch die US-Luftfahrtbehörde FAA alles mit rechten Dingen zuging, ist Gegenstand von Ermittlungen.

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hat auf seiner Reise auf die Arabische Halbinsel gestern auch Station in Kuwait gemacht. Für wirtschaftliche Zusammenarbeit sieht er dort noch „sehr viel Luft nach oben“. Die Politik sei gefordert, als „Türöffner“ für die Wirtschaft zu fungieren.

Auch Investor Rene Benko, der den Kanzler begleitete, sagte, er habe für seine Signa-Holding derzeit in Kuwait noch kein konkretes Projekt im Visier. „Das war aber im Vorjahr auch in Abu Dhabi so“, erinnerte er sich gegenüber der APA. „Und dann haben wir dem dortigen Staatsfonds das New Yorker Chrysler Building abgekauft.“

Ehrgeizige Reformstrategie

Kuwait verfügt über die sechstgrößten Erdölreserven der Welt, 56 Prozent seiner Exportwirtschaft und gut 90 Prozent des Bruttonationalprodukts werden vom Öl bestimmt. Das Wirtschaftswachstum des Emirates ist dadurch stark vom Erdölpreis abhängig, der sich in den letzten Jahren stetig nach unten bewegt hat. Mit einem „Strategie 2035“ betitelten ambitionierten Entwicklungsplan soll das nun alles anders werden: Mit massiven Investitionen sollen öffentliche Verwaltung, Wirtschaft, Bildung und Infrastruktur reformiert werden.

„Und hier können österreichische Unternehmen profitieren“, meinte der Kanzler nach seinem Treffen mit der politischen Elite des Landes, darunter Emir Scheich Sabah al-Ahmad al-Dschaber al-Sabah und Kronprinz Scheich Nawaf al-Ahmad. Interessant ist für Kurz aber auch die politische Rolle des kleinen Staates, der sich zwischen seinen im Vergleich übergroßen Nachbarn Saudi-Arabien, Irak und Iran als nach allen Seiten hin gesprächsbereiter Vermittler zu profilieren versucht.

Sport

Lisa Theresa Hauser und Julian Eberhard haben sich gestern mit Spitzenplätzen aus dem Winter verabschiedet. Hauser schaffte es beim Biathlon-Weltcup-Finale in Oslo im Massenstart (12,2 km) auf Rang fünf und egalisierte damit ihr bestes Weltcup-Ergebnis. Eine starke Schussleistung trotz unberechenbarer Windböen wurde der Schlüssel zum Erfolg. Eberhard holte danach über 15 km den vierten Platz.

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Chronik

Einwohner des von Zyklon „Idai“ getroffenen Ortes Chimanimani in Simbabwe sind von den Behörden dazu aufgerufen worden, sich in Sicherheit zu bringen. Die Fluten hätten einen Damm in Vumba geschwächt, erklärte gestern der Zivilschutz des Landes. „Allen, die stromabwärts leben, wird geraten, sich in Sicherheit zu bringen und höher gelegene Orte aufzusuchen“, hieß es in einem Tweet des Zivilschutzes. Es gebe Anzeichen, dass der Damm nachgebe, mehr als 1.000 Familien seien in Gefahr, sagte der Chef der Einheit, Nathan Nkomo, der dpa.

Das Katastrophengebiet erstreckt sich über Hunderte Kilometer von Mosambik nach Simbabwe und Malawi. Der Zyklon war am 15. März nahe der Hafenstadt Beira in Mosambik auf Land getroffen. Stürme hatten die Region verwüstet und schwere Regenfälle weite Landstriche unter Wasser gesetzt.

Versorgung und Infrastruktur kamen größtenteils zum Erliegen. Die Zahl der Toten gaben die Behörden mit mehr als 600 an, davon mindestens 145 in Simbabwe. UNO-Organisationen zufolge haben in der Region rund 600.000 Menschen ihre Wohnungen verloren.

Bitte um Spenden

Zahlreiche Hilfsorganisationen bitten um Spenden für die Menschen in Mosambik:

  • Licht für die Welt: IBAN: AT92 2011 1000 0256 6001
  • CARE: IBAN: AT77 6000 0000 0123 6000
  • UNICEF: IBAN: AT46 6000 0000 0151 6500, Kennwort: Nothilfe
  • SOS-Kinderdorf: IBAN: AT62 1600 0001 0117 3240, Kennwort: Zyklon
  • World Vision: IBAN: AT22 2011 1800 8008 1800, Kennwort: Zyklon
  • Caritas: IBAN: AT92 6000 0000 0770 0004, Kennwort: Nothilfe Mosambik
  • Ärzte ohne Grenzen: IBAN: AT43 2011 1289 2684 7600
  • Diakonie: IBAN: AT85 2011 1287 1196 6333, Kennwort: Zyklon Mosambik
  • Hilfswerk International: IBAN: AT71 6000 0000 9000 1002, Kennwort: Nothilfe Mosambik
  • Arbeiter-Samariter-Bund: IBAN: AT97 1200 0006 5412 2001
  • Rotes Kreuz: IBAN: AT57 2011 1400 1440 0144, Kennwort: Katastrophenhilfe
  • Missio Österreich: IBAN: AT96 6000 0000 0701 5500, Kennwort: Nothilfe Zyklon

Das vor der Küste Norwegens in Seenot geratene Kreuzfahrtschiff ist ohne Zwischenfälle in einen Hafen geleitet worden. Das berichtete das norwegische Fernsehen gestern.

Kreuzfahrtschiff „Viking Sky“
AP/NTB scanpix/Odd Roar Lange

Dramatische Bilder

Die „Viking Sky“ war wegen Problemen mit dem Antrieb in einem gefährlichen Abschnitt der zentralen Westküste Norwegens in Seenot geraten. Nach Reedereiangaben waren 915 Passagiere und 458 Besatzungsmitglieder an Bord des 227 Meter langen Schiffes. Die meisten Fahrgäste sind laut Behördenangaben Briten und Amerikaner.

Aufnahmen von Bord des Schiffes zeigten dramatische Szenen: Die „Viking Sky“ schwankte heftig, durch die Fenster sahen die Passagiere riesige Wellen. Sessel, Tische und Pflanzen rutschten im Schiff hin und her. Viele Menschen an Bord trugen Rettungswesten. Das Schiff war im Küstenabschnitt Hustadvika unterwegs, einem Seegebiet, das unter anderem wegen zahlreicher kleiner Inseln und Riffe als gefährlich gilt. Dort ist es in der Vergangenheit schon häufiger zu Schiffsunfällen gekommen. Nach Angaben des norwegischen Rundfunksenders NRK war die „Viking Sky“ zeitweise nur noch 100 Meter davon entfernt, auf Grund zu laufen. Die Wellen waren bis zu acht Meter hoch.

Evakuierung von Kreuzfahrtschiff
AP/Odd Roar Lange

Frachter wollte helfen – selbst in Seenot

Die Einsatzkräfte in dem Gebiet mussten auch die neunköpfige Besatzung eines ebenfalls in Seenot geratenen Frachters retten. Die „Hagland Captain“ hatte einen Maschinenschaden und bekam daraufhin Schlagseite, wie der südnorwegische Rettungsdienst mitteilte. Der Frachter war eigentlich auf dem Weg zur „Viking Sky“, um zu helfen.

Auf der indonesischen Urlaubsinsel Bali haben Flughafenbeamte einen jungen Orang-Utan vor der illegalen Ausfuhr gerettet. Die Beamten stießen bei der Untersuchung des Gepäcks eines russischen Touristen auf den etwa zwei Jahre alten Affen, der betäubt in einem Rattankorb lag, wie die Zeitung „The Jakarta Post“ am Wochenende berichtete.

Der Russe wurde wegen versuchten Schmuggels festgenommen. Er behauptete laut der Zeitung, das Tier für 3.000 US-Dollar (2.650 Euro) gekauft zu haben. Ein Freund habe ihm gesagt, es sei in Ordnung, den Affen als Haustier mit nach Russland zu nehmen.

Stark bedrohte Art

Auch bei Orang-Utans sind zwei Jahre noch ein Kleinkindalter, in dem die Tiere eng bei der Mutter leben. Die Menschenaffen zählen zu den stark bedrohten Arten. In Freiheit leben sie nur noch auf der indonesischen Insel Sumatra und der teilweise zu Indonesien zählenden Insel Borneo.

Der Chef der Quarantäneabteilung des Flughafens, Dewa Delanata, bezeichnete den Umgang des Russen mit dem Tier in der Zeitung als „unmenschlich“. Der Orang-Utan sei mit Drogen betäubt worden, so dass er zwei bis drei Stunden bewusstlos in der Rattankiste lag.

Der Tourist habe Spritzen und Betäubungsmittel bei sich gehabt, um sie dem Affen bei der Zwischenlandung in Südkorea zu verabreichen. Das Junge wurde in die Obhut der balinesischen Naturschutzbehörde gegeben. Im Gepäck des Russen fanden die Behörden laut „Jakarta Post“ auch noch zwei Geckos und fünf andere Echsen.

In Moskau hat es binnen weniger Tage erneut einen Zwischenfall in einem Museum gegeben. Fünf Unbekannte hätten ein Bild ins Staatliche Historische Museum direkt am Kreml mitgebracht und es dort unbemerkt aufgehängt, meldete die Nachrichtenagentur Interfax gestern. Dabei handle sich um ein Porträt von Alexandra Fjodorowna, der Ehefrau des letzten Zaren Nikolaus II.

„Sollte wohl unser Museum diffamieren“

Das Museum geht davon aus, dass die Aktion im Vorfeld geplant war: Einige aus der Gruppe hätten am Samstag den Hausmeister abgelenkt, andere das Bild aufgehängt. Selbst der Rahmen habe sich kaum von den anderen der Ausstellung unterschieden. „Sie sind offenbar nicht zum ersten Mal ins Museum gekommen. Diese Aktion sollte wohl unser Museum und andere Museen in Russland diffamieren“, sagte eine Sprecherin. Um wen es sich bei der Gruppe handelt, war zunächst unklar.

Erst am Mittwoch war die weltbekannte Moskauer Tretjakow-Galerie in die Schlagzeilen geraten. Ein Mann hat sich mitten in einer Ausstellung ausgezogen und sich im Tanga in aller Seelenruhe die Bilder angeschaut. Danach entkam er unerkannt. Im Jänner war dort das Bild des berühmten russischen Landschaftsmalers Archip Kuindschi aus dem 19. Jahrhundert vor den Augen von Besuchern gestohlen worden.

Nach der gestrigen Ziehung bei Lotto „6 aus 45“ gibt es zwei Sechser. Auf die beiden Gewinnerinnen oder Gewinner warten jeweils etwa 1,9 Mio. Euro.

Es wurden folgende Gewinnzahlen ermittelt:

8 12 22 28 38 44 / Zusatzzahl 25

Die aktuellen LottoPlus-Zahlen waren:

9 14 16 25 31 36

Beim Joker wartet ebenfalls ein Jackpot. Die richtige Joker-Zahl lautet:

2 8 1 9 0 7

Alle Angaben ohne Gewähr

Kultur

Zum fünften Mal ist gestern Abend in Klagenfurt der Gert-Jonke-Preis vergeben worden. Dieses Jahr ging die mit 15.000 Euro dotierte Auszeichnung an den oberösterreichischen Literaten Ewald Palmetshofer. Land Kärnten und Stadt Klagenfurt zeichnen mit dem Preis renommierte Autoren aus.

Die Jury, bestehend aus der „profil“-Journalistin Karin Cerny, der Schauspieldirektorin der Salzburger Festspiele Bettina Hering und der Leiterin der Forschungsplattform Elfriede Jelinek an der Universität Wien Pia Janke, hatte die Aufgabe, einen Preisträger in der Kategorie Dramaturgie auszuwählen. Der Preis wird alle zwei Jahre vergeben. Das Preisgeld wird vom Land Kärnten gestiftet, die Landeshauptstadt sorgt für die Organisation und die Festveranstaltung.

Ewald Palmetshofer, 1978 in Mönchdorf im Mühlviertel (Oberösterreich) geboren, feierte sein Debüt als Dramatiker 2005 mit dem Stück „sauschneidn. ein mütterspiel“, das den Retzhofer Literaturpreis für junges Drama gewann. Mit der Saison 2007/08 wurde Palmetshofer Hausautor am Schauspielhaus Wien. Dort entstand 2007 „hamlet ist tot. keine schwerkraft“, das in der Regie von Felicitas Brucker zur Theaterbiennale des Staatstheaters Wiesbaden „Neue Stücke aus Europa 08“ sowie für den Mülheimer Dramatikerpreis 2008 nominiert wurde.

Auch „faust hat hunger und verschluckt sich an einer grete“, 2010 am Schauspielhaus Wien uraufgeführt, wurde zu den Mülheimer Theatertagen eingeladen. Für „die unverheiratete“ wurde er 2015 schließlich mit dem Mülheimer Dramatikerpreis ausgezeichnet. Seit 2015 ist Palmetshofer Hausautor und Dramaturg am Theater Basel.

Der Horrorfilm „Wir“ hat die Spitze der US-Kinocharts erobert. Der Film von Jordan Peele, in dem unter anderem Lupita Nyong’o eine Rolle übernommen hat, spielte an seinem Eröffnungswochenende in den USA und Kanada rund 70 Mio. Dollar (etwa 62 Mio. Euro) ein, wie der „Hollywood Reporter“ gestern berichtete. Das sei der drittbeste Start eines Horrorfilms seit Beginn der Aufzeichnungen.

Eine Marvel-Superheldin rutschte unterdessen auf den zweiten Platz ab. „Captain Marvel“ mit Brie Larson in der Hauptrolle spielte in seiner dritten Woche rund 35 Mio. Dollar ein. Dahinter platzierte sich der Animationsfilm „Willkommen im Wunder Park“ mit rund neun Mio. Dollar.

Ruhig und doch politisch: Die gestern endende 22. Diagonale hat in den vergangenen Tagen einmal mehr den österreichischen Film in all seinem Facettenreichtum in die Auslage gestellt. Von „Reizthemen“ zeigte man sich im Vorfeld „unbeeindruckt“ – und doch blieb das Festival in Graz von der Eröffnung bis zum Finale stets am Puls der Zeit.

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Religion

Papst Franziskus hat im Missbrauchsskandal der chilenischen Kirche den Rücktritt des Kardinals Ricardo Ezzati Andrello als Erzbischof von Santiago de Chile akzeptiert. Dem 77-Jährigen wird Vertuschung von Missbrauch vorgeworfen. Die wichtige Erzdiözese in dem südamerikanischen Land solle nun vorübergehend der gebürtige Spanier Celestino Aos Braco leiten, teilte der Vatikan mit.

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Science

Diagonale