Ausland

China nennt US-Bericht zu Armee „reine Spekulation“

China hat sich gegen einen US-Bericht gestellt, wonach das chinesische Militär mutmaßlich Luftangriffe auf US-Ziele trainiert. Die Amerikaner betrieben „reine Spekulation“, erklärte das chinesische Verteidigungsministerium gestern Abend (Ortszeit).

China sei auf dem Weg einer friedvollen Entwicklung und verfolge eine defensive nationale Strategie. Die Modernisierung des chinesischen Militärs habe zum Ziel, die Souveränität des Landes zu schützen.

Pentagon: China trainiert Luftangriffe auf USA

Im am Donnerstag veröffentlichten Jahresbericht des US-Verteidigungsministeriums zum Zustand des chinesischen Militärs hatte es geheißen, in den vergangenen drei Jahren habe die Volksbefreiungsarmee das Einsatzgebiet ihrer Bomber über See rapide ausgedehnt und Erfahrungen in heiklen Meeresgebieten gesammelt.

Dabei habe das chinesische Militär vermutlich auch Angriffe auf Ziele der USA und der Verbündeten geprobt. Allerdings rätselte das Pentagon in dem Bericht, was Peking Washington damit sagen wolle.

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US-Regierung hält weiter 565 Kinder fest

Entgegen einer Frist hält die US-Regierung weiter 565 Kinder aus in die USA geflüchteten Familien fest. Unter den Kindern in staatlicher Obhut sind nach Gerichtsunterlagen, die gestern (Ortszeit) öffentlich wurden, 24 Kinder im Alter von fünf Jahren oder jünger.

Ein Bundesrichter hatte am 26. Juni angeordnet, dass alle Kinder unter fünf Jahren bis zum 10. Juli mit ihren Eltern zusammengeführt werden müssten. Für Kinder in einem Alter von über fünf Jahren lief die Frist am 26. Juli aus.

Behörde sieht Verantwortung auch bei Eltern

Nach Angaben des US-Flüchtlingsbüros (Office of Refugee Resettlement - ORR) leben derzeit 366 Eltern der 565 festgehaltenen Kinder außerhalb der USA, was Familienzusammenführungen erschwerten. Die Eltern von 154 Kindern hätten zudem angegeben, dass sie keine Zusammenführung wünschten.

In 180 Fällen gebe es zu große Bedenken, die Kinder wieder mit ihren Eltern zusammenzubringen, weil etwa vorbestrafte Eltern als Bedrohung eingestuft würden.

Die US-Behörden hatten in den vergangenen Monaten Menschen, die ohne gültige Papiere in die USA gekommen waren, systematisch von ihren Kindern getrennt und die Kinder in separaten Lagern untergebracht. Nach einer Welle der Empörung stoppte Präsident Donald Trump die Familientrennungen im Juni. Dennoch sind viele Familien bis heute nicht wieder vereint.

Deutsches Migrationsabkommen mit Griechenland

Nach dem Abkommen mit Spanien hat sich Deutschland auch mit Griechenland auf eine Vereinbarung zur Rücknahme von bereits registrierten Asylbewerberinnen und Asylbewerber geeinigt. „Der Abschluss steht unmittelbar bevor“, sagte eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums. Es fehle lediglich ein letzter Briefwechsel. Die Einigung sei am Donnerstagabend erzielt worden. Über Einzelheiten und mögliche Gegenleistungen sagte die Sprecherin nichts.

Das bestätigte gestern Abend der griechische Migrationsminister Dimitris Vitsas. „Wir haben eine europäische Lösung“, so Vitsas. Die entsprechenden Dokumente sollen sobald wie möglich unterzeichnet werden. Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte: „Es ist gut, dass man zu einem Ergebnis gekommen ist.“ Die Verhandlungen seien „quasi abgeschlossen“.

Wie der griechische Migrationsminister mitteilte, sollen Geflüchtete, die nach dem 1. Juli 2017 Asyl in Griechenland beantragt hatten und an der deutsch-österreichischen Grenze aufgegriffen werden, nach Griechenland zurückgeschickt werden. Deutschland werde seinerseits Familienzusammenführungen (etwa 2.000 Personen) akzeptieren.

Verhandlungen auch mit Italien

Innenminister Horst Seehofer (CSU) hatte als Konsequenz aus dem Asylstreit zwischen CDU und CSU eine Serie von bilateralen Vereinbarungen angekündigt. Auch die Verhandlungen mit Italien über das geplante Migrationsabkommen seien „sehr weit fortgeschritten“, berichtete das Innenministerium weiter. Beide Seiten seien derzeit in Gesprächen auf Ministerebene. „Wir gehen davon aus, dass diese Vereinbarung auch mit Italien zustande kommt.“

In der vergangenen Woche war als erste eine Migrationsvereinbarung mit Spanien in Kraft getreten. Sie sieht vor, dass Deutschland binnen 48 Stunden Migrantinnen und Migranten, die schon in Spanien Asyl beantragt haben, dorthin zurückschicken kann. Anfang dieser Woche hatte es aber noch keinen solchen Fall gegeben.

Ex-CIA-Chefs weisen Trump zurecht

Die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump, den ehemaligen CIA-Chef John Brennan vom Zugang zu geheimen Informationen auszuschließen, hat mehrere Ex-Geheimdienstchefs auf den Plan gerufen. In einer gemeinsamen Erklärung kritisierten sie Trumps Vorgehen als „unangemessen“ und einen „Versuch, freie Meinungsäußerung zu unterdrücken“. Nie zuvor sei die Sicherheitsfreigabe „als politisches Werkzeug benutzt worden“.

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Merkel und Macron für Europalösung bei Rettungsschiffen

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron haben sich bei einem Telefonat über die Rettung von Flüchtlingen im Mittelmeer ausgetauscht. Bei dem Gespräch hätten beide die Notwendigkeit betont, für die Aufnahme von Rettungsschiffen an einer „koordinierten europäischen Lösung“ zu arbeiten, teilte der Elysee-Palast gestern mit. Auch müsse Europa gemeinsam gegen Schlepper vorgehen.

Zuletzt hatte das Rettungsschiff „Aquarius“ mit 141 aus Seenot geretteten Flüchtlingen fünf Tage lang auf dem Meer ausharren müssen. Malta erklärte sich erst bereit, das Schiff in den Hafen von Valletta einlaufen zu lassen, nachdem Deutschland, Frankreich, Luxemburg, Portugal und Spanien zugesagt hatten, die Geretteten aufzunehmen.

Bei dem Telefonat zwischen Merkel und Macron ging es laut Elysee-Palast auch um die Ukraine und den Konflikt in Syrien - besonders um die Provinz Idlib, wo die humanitäre Lage besonders bedenklich sei. Die Kanzlerin und der Präsident seien sich einig, dass ein politischer Prozess angestrengt werden müsse, um dort einen dauerhaften Frieden zu erreichen, hieß es. Idlib ist eine der letzten Regionen in Syrien, die unter Kontrolle von Aufständischen stehen.

Saudi-Arabien gibt 100 Mio. für Wiederaufbau in Syrien

Saudi-Arabien stellt 100 Millionen Dollar (88 Millionen Euro) für den Wiederaufbau von Gebieten in Syrien bereit, die nicht von der syrischen Regierung kontrolliert werden. Wie die saudi-arabische Botschaft in Washington gestern mitteilte, soll das Geld Gebieten im Nordosten Syriens zugutekommen. Diese werden von arabisch-kurdischen Truppen kontrolliert, die von der internationalen Militärkoalition gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) unter Führung der USA unterstützt werden.

Die Regierung von Syriens Machthaber Baschar al-Assad verurteilte die finanzielle Unterstützung der Rebellengebiete als „moralisch inakzeptabel“, wie die amtliche Nachrichtenagentur SANA berichtete. Sie warf Riad die Unterstützung von „Terroristen in Syrien“ vor. Saudi-Arabien hob hervor, es handle sich um die bisher größte Hilfszahlung für die genannten Gebiete in Syrien. Die Summe sei nach einer entsprechenden Zusage bei einer internationalen Konferenz Mitte Juli in Brüssel freigegeben worden.

Das Geld werde „eine entscheidende Rolle spielen bei den Bemühungen der internationalen Koalition, die Gemeinden, insbesondere al-Rakka, wiederzubeleben, die von den IS-Terroristen verwüstet wurden“. Es solle in Projekte in den Bereichen Gesundheit, Landwirtschaft, Strom- und Trinkwasserversorgung sowie Erziehung und Verkehr fließen. Auf diese Weise werde die Hilfszahlung „Leben retten, die Rückkehr von vertriebenen Syrern erleichtern und dazu beitragen sicherzustellen, dass der IS Syrien und seine Nachbarn nicht wieder bedrohen oder Angriffe gegen die internationale Gemeinschaft planen kann“.

Die US-Regierung kündigte unterdessen an, die Zahlung von 230 Millionen Dollar für Stabilisierungsprojekte in Syrien auszusetzen, weil andere Partnerländer sich stärker beim Wiederaufbau in dem Bürgerkriegsland engagierten. Nachdem die Partner insgesamt 300 Millionen Dollar zugesagt hätten, habe US-Außenminister Mike Pompeo eine Umwidmung der ursprünglich für Syrien vorgesehenen Summe angeordnet, teilte seine Sprecherin Heather Nauert in Washington mit. Die Vereinigten Arabischen Emirate wollten 50 Millionen Dollar für den Wiederaufbau in Syrien bereitstellen.

Nauert verwies auf die Forderung von US-Präsident Donald Trump nach einer gerechteren Lastenverteilung zwischen den Verbündeten. Die Auszahlung des Geldes sei auch gestoppt worden, weil die USA sich bereits sehr stark militärisch und finanziell in Syrien engagierten. Eine Abkehr von den strategischen Zielen der USA in Syrien gehe damit nicht einher, sagte Nauert. Trump habe deutlich gemacht, dass die USA bereit seien, bis zu einem endgültigen Sieg über die IS-Miliz in Syrien zu bleiben.

Inland

Kern nennt Doskozil-Kritik „obskur“

Die Kritik des burgenländischen Landesrats Hans Peter Doskozil, dass sich die SPÖ mit „grün-linker Fundi-Politik“ selbst abschaffe, ist für Parteichef Christian Kern „obskur“. „Wenn die 29-Prozent-Partei SPÖ versuchen würde, eine Drei-Prozent-Partei wie die Grünen zu kopieren, dann wäre sie wohl meschugge“, sagte Kern in der am Montag erscheinenden Ausgabe des „profil“.

In der Sonntag-Ausgabe der Tageszeitung „Österreich“ ergänzt Kern, Doskozils Einschätzung „war schlicht falsch. Das kann vorkommen.“ Arbeit und Soziales werde „immer das Fundament sein, auf dem die SPÖ steht. Genauso brauchen wir ein starkes Europa, Maßnahmen gegen den Klimawandel und eine geordnete Migrationspolitik.“

Migration sei eine der vier Säulen des neuen Grundsatzprogramms. „Es gibt keine Zweifel, dass wir die Zuwanderung begrenzen müssen und mehr für die Integration tun müssen.“

„Sturm im Wasserglas“

Im „profil“ sagte der SPÖ-Chef: „Wir müssen wieder mehr Mut haben und eigene Positionen vertreten. Ja, wir wollen die Kontrolle der Grenzen, aber wir sind auch dafür, Menschen im Mittelmeer zu retten.“ Die SPÖ-interne Debatte hält Kern aber für einen „Sturm im Wasserglas“, unterschiedliche Flügel in der Partei könne er „nicht wirklich wahrnehmen“.

Stärkere Erhöhung kleinerer Pensionen angekündigt

Nach der Bekanntgabe des für die Pensionsanpassung relevanten Inflationswerts von rund zwei Prozent für 2019 kündigt die ÖVP-FPÖ-Regierung nun ein „kräftiges Plus“ bei den kleinen Pensionen an. Diese sollen nicht nur an die Inflation angepasst, sondern darüber hinaus stärker angehoben werden, hieß es zu Beginn des Wochenendes. Eine entsprechende Punktation dürfte kommende Woche im Ministerrat beschlossen werden.

Die Statistik Austria hat gestern den jährlichen Inflationswert für die Erhöhung der Pensionen von 2,1 Prozent veröffentlicht. Ob das FPÖ-geführte Sozialministerium diesen Wert übernimmt, war anfangs nicht zu eruieren. Nun hieß es, dass kleine Pensionen bei der jährlichen Anpassung mit 1. Jänner 2019 stärker angehoben werden sollen. Details darüber hinaus wurden freilich nicht mitgeteilt, Sozial- und Finanzministerium würden derzeit verschiedene Modelle berechnen.

Hartinger-Klein spricht von Gerechtigkeit

„Fairness für die österreichischen Pensionisten hat für mich oberste Priorität“, sagte Sozialministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ) in einem Statement. Die ältere Generation habe Enormes geleistet, es sei daher „ein Akt der Gerechtigkeit“, dieser mit einer „ordentlichen Pensionserhöhung“ Wertschätzung zu zeigen. Gegenüber der „Krone“ stellte Strache überdies eine Einmalzahlung von vermutlich 100 Euro in Aussicht.

Auch Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) ließ wissen: „Besonders Bezieher von kleinen und mittleren Pensionen sind von der Teuerung stärker betroffen.“ Vor allem Bezieher kleinerer Pensionen sollen daher von der Pensionserhöhung profitieren. Vizekanzler und FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache sieht damit ein freiheitliches Versprechen umgesetzt.

SPÖ-Pensionistenverband will Erhöhung um vier Prozent

Unzufrieden reagierte der SPÖ-Pensionistenverband. Zwar hatte dessen Präsident Peter Kostelka wie auch der ÖVP-Seniorenbund am Vortag eine stärkere Erhöhung der niedrigen Pensionen gefordert.

Die - obgleich im Detail nicht bekannten - Vorschläge der Regierung gingen dem Pensionistenvertreter heute aber nicht weit genug. Das sei „kein Zuckerl, sondern eine bittere Pille“, so Kostelka. Er forderte nun eine generelle Erhöhung der Pensionen um vier Prozent.

Kneissl-Hochzeit mit Putin als Gast

Die von der FPÖ nominierte Außenministerin Karin Kneissl gibt heute in der Südsteiermark dem Unternehmer Wolfgang Meilinger das Jawort. Rund 100 Gäste werden zu der Trauung kurz nach Mittag in Gamlitz erwartet, darunter auch Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ).

Als prominentester Besucher aus dem Ausland kündigte der russische Präsident Wladimir Putin sein Kommen an. Seine Einladung sorgte im In- und Ausland für Irritationen und Diskussionen - nicht zuletzt wegen der Kosten. Offiziell wird im Außenministerium betont, der Besuch Putins sei in erster Linie rein privater Natur und Putin ein persönlicher Gast Kneissls.

Gleichzeitig sei es aber ein Arbeitsbesuch: Kneissl werde mit Putin am Rande ihrer Hochzeit ein Gespräch führen, hieß es gegenüber ORF.at. Der Personenschutz für Putin sei zudem ein normaler Vorgang, auch andere Persönlichkeiten seien bei privaten Besuchen in Österreich entsprechend geschützt worden. Der russische Präsident wird im Anschluss im deutschen Meseberg erwartet, wo er die deutsche Kanzlerin Angela Merkel trifft.

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Besuch sorgt für Verkehrsverzögerungen

Wie Putin vom Grazer Flughafen zur Hochzeitsfeier in der Südsteiermark kommen wird, soll erst kurzfristig entschieden werden. Die Polizei rechnet jedenfalls mit Verkehrsverzögerungen.

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Experte sieht „Steinzeit“ für Umweltschutz

Die Regierung plant, dass „standortrelevante“ Großprojekte etwa im Straßenbau nur noch ein Jahr lang auf ihre Umweltverträglichkeit geprüft werden dürfen. Gestern ging die Begutachtungsfrist für ein entsprechendes Gesetz zu Ende. Zahlreiche Kritikerinnen und Kritiker brachten sich ein. Im Gespräch mit ORF.at sieht etwa der Geschäftsführer des Ökologieinstituts im neuen Dogma „Wirtschaft vor Umwelt“ einen Rückfall in die „Steinzeit der Debatte über die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft“.

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Sport

2. Liga: Ried übernimmt Tabellenführung

Die vierte Runde in der 2. Liga hat gestern einen neuen Tabellenführer gebracht. Ried setzte sich im Heimspiel gegen den bisher makellosen Spitzenreiter Liefering klar mit 3:0 durch und übernahm damit Platz eins.

Die weiße Weste verlor auch Blau Weiß Linz. Die Oberösterreicher unterlagen im Heimspiel Amstetten. Siege feierten unterdessen Wacker Innsbruck II und Wattens. Wr. Neustadt musste sich dagegen mit einem Remis gegen die Young Violets begnügen.

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Europa League: Befreiungsschlag lässt Rapid hoffen

Nach dem 4:0-Heimsieg gegen Slovan Bratislava und dem Aufstieg ins Europa-League-Play-off ist die Erleichterung beim SK Rapid spürbar gewesen - auch bei Trainer Goran Djuricin, der zuletzt in die Kritik geraten ist. Er bezeichnete die Partie als die „vielleicht spektakulärste“ in seiner Ära.

Die zahlreichen Aussprachen vor dem Spiel hätten ihre Wirkung nicht verfehlt. Besonders Lob galt Christoph Knasmüllner, der mit drei Treffern maßgeblichen Anteil am Befreiungsschlag der Hütteldorfer hatte.

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Europa League: LASK trauert um verpasste Chance

Der LASK ist am Donnerstag äußerst unglücklich in der Qualifikation für die Europa League gescheitert. Die Linzer führten gegen Besiktas Istanbul bis zur 90. Minute mit 2:0 und waren dem Aufstieg ins Play-off zum Greifen nahe.

Doch dann gelang den Gästen doch noch der entscheidende Auswärtstreffer. „Es ist einfach nur bitter“, fasste danach Trainer Oliver Glasner die Stimmungslage bei den Linzern zusammen.

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Wirtschaft

Deutsche Wirtschaft fordert Ende der Grenzkontrollen

Deutsche Wirtschaftsvertreter und Ökonomen haben vor massiven Schäden für die Wirtschaft gewarnt, sollten die Grenzkontrollen in Bayern noch längere Zeit anhalten. Der Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbandes BDA, Steffen Kampeter, warnte in einem Schreiben, aus dem die „Rheinische Post“ (Samstag-Ausgabe) zitierte, vor steigenden Preisen und einer Verschlechterung der Wettbewerbsfähigkeit.

Diese wären die Folge höherer Personal- und Lagerkosten wegen der längeren Wartezeiten an der Grenze. Kampeter beruft sich laut „Rheinischer Post“ auf zwei wissenschaftliche Studien aus dem Jahr 2016, die nichts an ihrer Aussagekraft verloren hätten.

Kosten in Milliardenhöhe

Das Münchner Ifo-Institut gehe von Kosten in Höhe von jährlich 15 Mrd. Euro allein aufgrund fortlaufender Kontrollen an der deutsch-österreichischen Grenze aus. Die Baseler Prognos AG sage über einen Zeitraum von zehn Jahren Gesamtschäden für Deutschland von 235 Mrd. Euro voraus, sollten Grenzkontrollen die Importpreise um drei Prozent erhöhen.

Die Antwort auf zunehmende Migrationsbewegungen „sollte keinesfalls in nationalen Alleingängen und der Einschränkung des Binnenmarktes liegen“, warnte Kampeter dem Bericht zufolge.

Ökonom: Kontrollen unwirksam

Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Marcel Fratzscher, sagte der Zeitung, die Grenzkontrollen seien unwirksam und schädlich und müssten abgeschafft werden. Menschen, die sich nicht registrieren lassen wollten, würden dadurch fast nie erreicht.

Auch der Ifo-Experte Gabriel Felbermayr forderte eine schnelle Abschaffung: „Die innereuropäischen Kontrollen und ihre von der CSU angedachte weitere Verschärfung sind eine volkswirtschaftliche Belastung.“

Die Kontrollen an der Grenze zwischen Bayern und Österreich waren 2015 als Reaktion auf den starken Zuzug von Migranten wiedereingeführt worden. Normalerweise erfolgt der Grenzübertritt im Schengen-Raum ohne Kontrollen.

Drei Ratingagenturen bemängeln Stabilität der Türkei

Die drei großen Ratingagenturen der Welt haben sich kritisch über die Stabilität türkischer Anleihen geäußert. Moody’s und S&P stuften die Staatsanleihen des Landes gestern weiter herab. Sie lagen zuvor schon im Ramsch- oder Junkbereich, mit dem Ratingagenturen riskante Anlagen kennzeichnen.

Fitch traf zwar keine Rating-Entscheidung, teilte aber mit, man betrachte die Maßnahmen der Türkei zur Krisenbekämpfung als nicht ausreichend. Moody’s hat seine Bewertung für die langfristigen Schulden des Landes von Ba2 auf Ba3 und den Ausblick auf „negativ“ gesenkt. S&P hat seine Bewertung von BB- auf B+ gesenkt und den Ausblick auf „stabil“ belassen.

Die US-Ratingagentur Fitch bewertete die bisherigen Schritte der Türkei zur Bekämpfung der Lira-Krise als unbefriedigend. „Die unvollständige Antwort der Türkei auf die Abwertung der Lira dürfte für sich genommen wahrscheinlich die Währung und die Wirtschaft nicht nachhaltig stabilisieren“, teilte Fitch gestern in London mit. Es sei notwendig, die Glaubwürdigkeit und die Unabhängigkeit der Notenbank zu erhöhen und wirtschaftliche sowie finanzielle Ungleichgewichte zu reduzieren.

Leitzinsanhebung als Lösung

Zwar habe die Notenbank indirekt ihren effektiven Leitzins um 1,5 Prozentpunkte angehoben, indem sie Banken keine Finanzierung zum Hauptleitzins, sondern stattdessen nur noch zum höheren Übernachtzins angeboten habe. An den Märkten geht man laut den Bonitätswächtern aber davon aus, dass nur eine reguläre Leitzinserhöhung wieder Kapital ins Land locken kann.

Finanzspritze aus Katar

Die 15 Milliarden Dollar (13,19 Mrd. Euro) schwere Investitionshilfe aus Katar habe zwar zur Stabilisierung der Lira beigetragen, hieß es weiter. Derartige Finanzspritzen reichten aber nicht aus, um den Bedarf der Türkei an ausländischen Geldern zu decken. Dieser liege für 2018 schätzungsweise bei 229 Milliarden Dollar - und übersteige damit die türkischen Devisenreserven bei Weitem.

Verkauf der Markenrechte für Air Berlin vertagt

Der geplante Verkauf der Marke Air Berlin der insolventen Fluggesellschaft ist bis auf Weiteres vertagt. Sowohl die Markenrechte als auch die Domain Airberlin.de sollen nun doch erst zu einem späteren Zeitpunkt veräußert werden, wie Insolvenzverwalter Lucas Flöther der dpa sagte.

Der Grund sei einfach: Der Markenname werde für die Betreuung der 1,3 Millionen Gläubiger weiter gebraucht. Mitte Februar hatte Flöther zunächst nach Angeboten für zahlreiche Markenrechte gesucht, darunter auch für die Dachmarke Air Berlin. Die deutsche Fluglinie hatte vor rund einem Jahr Insolvenz angemeldet und wird derzeit abgewickelt.

Chronik

Drei Tote und 18 Verletzte bei Busunglück in Polen

Bei einem Busunglück in Polen sind nach Angaben der Feuerwehr drei Menschen ums Leben gekommen. 18 Insassen des ukrainischen Reisebusses, der in der Nacht auf heute in Leszczawa Dolna im Südosten des Landes verunglückte, wurden verletzt, acht von ihnen lebensgefährlich, wie die Nachrichtenagentur PAP meldete.

Der Bus kam nach Polizeiangaben gestern gegen 23.00 Uhr in einer Kurve von der Straße ab, durchbrach die Leitschiene und stürzte einen steilen Abhang hinab. Dabei habe sich der Bus, der auf dem Weg von Lviv (Lemberg) im Westen der Ukraine nach Wien war, mehrmals überschlagen. Medienberichten zufolge kommt es in dem Abschnitt der Fernverkehrsstraße zwischen den Städten Sanok und Przemysl immer wieder zu Unfällen.

Schießerei bei Football-Spiel in Schule in Florida

Bei einer Schießerei während eines American-Football-Trainingsspiels in einer Schule in Florida sind zwei Männer verletzt worden. Die Verletzten seien keine Schüler. Bei dem Vorfall habe es sich nicht um einen „willkürlichen Gewaltakt“ gehandelt, teilte die Polizei im Palm Beach County in der Nacht auf heute auf Twitter mit.

Einer der Männer sei mit einem Hubschrauber ins Krankenhaus geflogen worden, der andere sei von einem Augenzeugen mit dem Auto in eine Klinik gebracht worden, berichteten US-Medien.

Die Schüsse fielen während eines Trainingsspiels am Abend. Auf Bildern ist zu sehen, wie Spieler und Zuschauer wegrennen und Deckung suchen. Das Stadion sei geräumt worden, hieß es. Die Schule teilte bei Twitter mit, alle Schüler seien in Sicherheit. Der genaue Tathergang und das Motiv waren laut Polizei zunächst unklar. Die Ermittlungen dauerten an.

Rund 100 Frauen in Mexiko aus Zwangsprostitution befreit

Die mexikanische Polizei hat rund hundert Frauen aus mehreren lateinamerikanischen und osteuropäischen Ländern aus den Händen von Menschenhändlern befreit. Die Frauen wurden bei einer Durchsuchung in einem Bordell in Mexiko-Stadt entdeckt, wie das Sicherheitsministerium mitteilte. 18 Männer seien festgenommen worden.

Die Frauen stammten aus Mexiko, Argentinien, Brasilien, Kolumbien, Paraguay und Venezuela sowie aus Ungarn, der Ukraine und Russland. Der mexikanischen Polizei gelangen in den vergangenen Monaten mehrere Schläge gegen Zwangsprostitution und Menschenhandel. Die Frauen wurden laut der Polizei mit Jobversprechen angelockt und dann zur Sexarbeit gezwungen.

Gesundheit

Legales Cannabis: Kaum erforscht, nicht reguliert

CBD, kurz für Cannabidiol, wird hierzulande zunehmend beliebter. Apotheken und Bioläden verkaufen Produkte mit dem Hanf-Bestandteil und in den Städten finden sich schon zahlreiche CBD-Shops. Dort trifft man selten auf Kiffer-Klischees wie Hanfblätter, Rauchutensilien oder Reggae-Musik. Viele Händler versuchen das Image der Cannabispflanze aufzubessern und bewerben ihre Produkte als trendige Lifestyle-Artikel.

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IT

FBI will Facebook zu Messenger-Entschlüsselung zwingen

Das FBI will Insidern zufolge Facebook zwingen, die Verschlüsselung bei der beliebten Messenger-App für Text- und Audio-Verbindungen zu brechen. Der Streit zwischen der US-Ermittlungsbehörde und dem Sozialen Netzwerk werde hinter verschlossenen Türen bei einem Bundesgericht in Kalifornien ausgetragen, meldete die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf drei mit dem Fall vertraute Personen.

Das FBI wolle als Teil von Ermittlungen gegen die Gang MS-13 die Gespräche eines Verdächtigen abhören. Facebook argumentiere, dass der Messenger eine End-to-end-Verschlüsselung aufweise und damit nur eine komplett neue Version der Software dies erlauben würde.

Urteil könnte weitreichende Folgen haben

Weder der US-Konzern noch das Justizministerium in Washington nahmen zu den Angaben Stellung. Experten zeigten sich uneins in ihren Vorhersagen zum Ausgang des Verfahrens. Zudem war unklar, welche Auswirkungen ein Urteil haben würde.

Sollte die US-Regierung sich durchsetzen, könnte sie nach einigen Darstellungen auch gegen die Verschlüsselung bei ähnlichen Diensten wie WhatsApp oder Signal vorgehen.

Die Gang MS-13 ist in den USA und Teilen von Mittelamerika aktiv. Präsident Donald Trump hat das Wirken der Gruppe als Beispiel für die Folgen einer zu laxen Einwanderungspolitik aufgeführt und ihre Mitglieder als „Tiere“ bezeichnet.

Kultur

300 Prince-Songs erstmals online verfügbar

Erstmals können Fans der Popikone Prince mehr als 300 Lieder aus dem Spätwerk des 2016 verstorbenen US-Musikers auch im Internet herunterladen oder bei Streamingdiensten anhören. Die Titel von 23 Alben, die zwischen 1995 („The Gold Experience“) und 2010 („20Ten“) entstanden, gingen gestern online, wie Sonys Plattenlabel Legacy Recordings in einer Aussendung mitteilte.

Sony hatte sich im Juni mit dem Plattenlabel von Prince darauf geeinigt, insgesamt 35 Alben des Musikers im Internet zu vermarkten. Nach vielen der Alben hätten Fans und Sammler lange gesucht, erklärte Legacy.

Unter den digitalen Neuveröffentlichungen befinden sich auch Singles und Liveaufnahmen. Sie stammen aus der späten und äußerst produktiven Schaffensphase von Prince, als dieser bis zu vier Platten im Jahr herausgab.

Neues Best-of-Album

Zudem bietet Sony ein neues Album mit 37 bekannten Hits von 23 Alben des Musikers an. Kritiker bemängeln jedoch, dass unter den nun online verfügbaren Titeln der größte Erfolg von Prince aus jenen Jahren fehlt: „The Most Beautiful Girl in the World“ aus dem Jahr 1994. Insiderinformationen zufolge ist das Lied Gegenstand eines Rechtsstreits.

Prince war ein Kritiker der Musikindustrie und machte stets durch recht ungewöhnliche Veröffentlichungsmethoden von sich reden. Er verstarb im April 2016 im Alter von 57 Jahren an einer Überdosis Schmerzmittel. Nach seinem Ableben einigten sich seine Geschwister mit den Branchenführern Sony, Universal und Warner auf die Vermarktung seines Erbes.

Beisetzung von Aretha Franklin am 31. August

Die Beisetzung der verstorbenen Soul-Sängerin Aretha Franklin findet am 31. August statt. Die Trauerzeremonie werde in der Kirche Greater Grace in Franklins Heimatstadt Detroit abgehalten, sagte ihre Sprecherin.

Am 28. und 29. August wird der Leichnam der Musikerin im Museum Charles Wright, das der Geschichte der Afroamerikaner gewidmet ist, öffentlich aufgebahrt.

In der Kirche Greater Grace hatte 2005 auch die Beisetzung der Bürgerrechtsikone Rosa Parks stattgefunden. Die Afroamerikanerin Parks hatte sich am 1. Dezember 1955 in einem Bus geweigert, ihren Platz einem weißen Fahrgast zu überlassen.

Panorama