Ausland

Israel bombardiert Fernsehsender der Hamas im Gazastreifen

Die israelische Luftwaffe hat heute den Fernsehsender der radikalislamischen Hamas-Bewegung im Gazastreifen bombardiert. Die Gebäude von Al-Aksa-Television in Gaza-Stadt seien dabei zerstört worden, teilten Palästinenservertreter mit. Berichte über Opfer lagen zunächst nicht vor.

Feuerball über einer TV-Station im Gazastreifen
APA/AFP/Bashar Taleb

Die Angestellten hatten vor dem Bombardement die Fernsehstation verlassen, nachdem Israel den Sender telefonisch zur Evakuierung des Gebäudes aufgefordert hatte. Auch warnte die Luftwaffe vor dem Angriff mit dem Abfeuern von fünf Raketen, die in der Nähe einschlugen und nicht detonierten. Al-Aksa-Television nahm nach einer kurzen Unterbrechung den Betrieb wieder auf und sendete Archivaufnahmen zu martialischer Musik.

Gewalt wieder eskaliert

Zuletzt war die Gewalt zwischen Israel und den Palästinensern wieder eskaliert. So schossen Palästinenser mehrere Raketen auf israelisches Gebiet, wo ein Bus zerstört und ein Soldat verletzt wurde. Die israelische Armee sprach von 200 abgefeuerten Raketen und Mörsergranaten, von denen rund 60 Geschoße vom Raketenabwehrsystem Iron Dome (Eisenkuppel) abgefangen worden seien.

Brennender Autobus am Gaza-Streifen
APA/AFP/Menahem Kahana

Israelische Kampfjets griffen als Reaktion darauf mehr als 70 militärische Ziele in dem Küstengebiet an, wie die Armee mitteilte. Dabei wurden nach palästinensischen Angaben mindestens drei Menschen getötet. Neun weitere Palästinenser seien verletzt worden, teilte das Gesundheitsministerium in Gaza mit.

Eskalation gestern

Der gegenseitige Beschuss folgt auf einen Einsatz israelischer Sicherheitskräfte im Gazastreifen gestern, bei dem sechs Palästinenser gestorben waren. Bei Angriffen der Palästinenser wurde dem Militär zufolge ein israelischer Oberstleutnant getötet. Die neue Welle der Gewalt stellt Bemühungen Ägyptens, Katars und den UNO infrage, einen Waffenstillstand zwischen Israel und der Hamas zu vermitteln.

Der UNO-Nahost-Gesandte Nikolay Mladenov schrieb auf Twitter: „Die Eskalation in den vergangenen 24 Stunden ist extrem gefährlich und rücksichtslos.“ Die Vereinten Nationen arbeiteten eng unter anderem mit Ägypten zusammen, um die Lage zu beruhigen.

Libyen-Konferenz in Italien gestartet

Die internationale Gemeinschaft sucht in Italien nach Lösungen für das Chaos im nordafrikanischen Libyen. Die Konferenz solle dazu beitragen, dass die „bewaffneten Auseinandersetzungen enden und dass Libyen auf einen Weg der Stabilisierung gebracht wird“, sagte der italienische Regierungschef und Gastgeber Giuseppe Conte heute Abend in Palermo in einer auf Twitter veröffentlichten Videobotschaft.

Anschließend eröffnete er die Konferenz, die bis morgen dauert. Contes Angaben zufolge nehmen daran neben Vertretern wichtiger rivalisierender Parteien in dem Bürgerkriegsland zehn Staats- und Regierungschefs und die Außenminister von 20 Ländern teil.

Einflussreicher General anwesend

Bis zuletzt hatte es Verwirrspiele um die Teilnahme des einflussreichen Generals Chalifa Haftar gegeben, der im Osten des Bürgerkriegslandes herrscht. Mit seiner Anwesenheit wurde die Hoffnung verbunden, dass es am Ende zählbare Resultate gibt. In letzter Minute dann die Bestätigung: Haftar kam, posierte mit Conte vor den Kameras – doch boykottierte das Abendessen. Aus Regierungskreisen hieß es aber, dass er im Anschluss mit Conte sprechen wollte.

Libyen hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der Hauptländer entwickelt, aus dem Flüchtlinge über das Mittelmeer in Richtung Europa übersetzen. Da die meisten von ihnen in der Vergangenheit in Italien landeten, hat Rom ein besonderes Interesse, das dort herrschende Chaos langfristig zu lösen.

Nach Einschätzung von Fachleuten will die Regierung mit der Konferenz auch Führungsstärke beweisen und ein Gegengewicht zum Einfluss Frankreichs in Libyen schaffen. Das ölreiche Land ist eine ehemalige Kolonie Italiens.

Mazedoniens Ex-Regierungschef per Haftbefehl gesucht

Das mazedonische Innenministerium hat heute einen Haftbefehl gegen den ehemaligen Ministerpräsidenten Nikola Gruevski erlassen. Der Politiker war zuvor nicht termingerecht in jener Justizstrafanstalt bei Skopje erschienen, in der er eine zweijährige Gefängnisstrafe hätte antreten sollen.

Der ehamalige mazedonische Regierungschef Nikola Gruevski
APA/AFP/Robert Atanasovski

Gruevski war von 2006 bis 2016 der am Ende autoritär regierende Ministerpräsident des kleinen Balkan-Landes gewesen. Im Mai hatte ihn ein Gericht in Skopje wegen der illegalen Beschaffung eines Luxusautos für die Regierung und wegen der dabei eingestrichenen Provisionen zu einer zweijährigen Haftstrafe verurteilt.

Zahlreiche weitere Anklagepunkte

Die Sonderstaatsanwaltschaft strengte gegen ihn zahlreiche weitere Anklagen an. Er soll widerrechtlich Zehntausende Bürger und Bürgerinnen abgehört, öffentliche Aufträge Günstlingen zugeschanzt und politische Gegner mit Hilfe der Behörden wirtschaftlich in den Ruin getrieben haben.

Der nun per Haftbefehl gesuchte Politiker ist weiterhin Parlamentsabgeordneter seiner ehemaligen Regierungspartei VMRO-DPMNE. Ein Versuch der Regierungsmehrheit, ihm das Parlamentsmandat zu entziehen, scheiterte letzte Woche am Fehlen der dafür nötigen Zweidrittelmehrheit.

„NYT“: Nordkorea treibt Raketenprogramm hinter Kulissen voran

Nordkorea treibt nach Informationen der „New York Times“ („NYT“) ungeachtet der Abrüstungsgespräche mit den USA sein Atomwaffenprogramm voran. Das Blatt beruft sich dabei heute auf eine Untersuchung des US-Thinktanks CSIS (Zentrum für strategische und internationale Studien).

Dem Bericht zufolge sollen Satellitenbilder belegen, dass die nordkoreanische Führung an mehr als einem Dutzend verborgenen Standorten an dem Ausbau seines Atomwaffen- und Raketenarsenals arbeite. Nordkorea habe das nicht offengelegt und täusche die amerikanischen Verhandlungspartner, hieß es.

US-Präsident Donald Trump spricht regelmäßig von großen Fortschritten bei den Gesprächen mit Nordkorea. Im Juni hatte er sich in Singapur mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un zu einem historischen Gipfel getroffen. Kim hatte dort seinen Willen zur atomaren Abrüstung bekundet.

Zweites Treffen zwischen Trump und Kim?

Kim hat bisher aber keine konkreten Zusagen gemacht, wann und wie sein bestehendes Atomwaffen- und Raketenarsenal abgebaut werden soll. Auch ist noch unklar, wie die Gegenleistungen der USA aussehen. In den nächsten Monaten soll ein zweites Treffen Trumps mit Kim stattfinden.

Ursprünglich hatte sich US-Außenminister Mike Pompeo vor wenigen Tagen in New York mit Nordkoreas Chefunterhändler Kim Yong Chol treffen wollen, um den zweiten Gipfel vorzubereiten. Das Treffen war jedoch kurzfristig auf ein unbestimmtes Datum verschoben worden.

Trump verkauft seine Nordkorea-Politik seit Monaten als großen Erfolg. Die „NYT“ schrieb unter Berufung auf die neuen Erkenntnisse, die nordkoreanische Führung speise die US-Regierung bewusst mit kleinen Entgegenkommen ab, während sie hinter den Kulissen einen Ausbau des eigenen Raketenarsenals forciere.

UNO-Migrationspakt: Auch Bulgarien kündigt Ausstieg an

Mit Bulgarien hat heute offiziell das vierte Land angekündigt, dem UNO-Migrationspakt nicht beitreten zu wollen. Das verkündete der Vizechef der Regierungspartei GERB, Zwetan Zwetanow, nach einem Ministertreffen, wie die Nachrichtenagenturen Beta und Reuters berichteten.

Der „Globalen Pakt für sichere, geordnete und geregelte Migration“, der im Dezember in Marrakesch unterzeichnet werden soll, widerspreche den nationalen Interessen Bulgariens, so die Begründung. Am Mittwoch soll das bulgarische Parlament noch darüber beraten.

Kritik von EU-Kommission an Österreich

Die EU-Kommission attestiert den Staaten, die den UNO-Migrationspakt verlassen wollten, den Inhalt des Dokuments nicht zu kennen. Ein Sprecher verwies heute auf die Aussagen von Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker in Berlin, wonach „jene Länder, die den Pakt verlassen, das nicht getan hätten, wenn sie ihn gelesen hätten“.

Die Vorwürfe von Ländern wie Österreich, Ungarn, Polen, Kroatien und Bulgarien, dass der UNO-Pakt die Grenzziehung zwischen illegaler und legaler Migration verwische, stimmten nicht. In Wahrheit würde bei einer geteilten Verantwortung in der Migrationsfrage weniger illegale Flüchtlinge kommen.

Debatte über Ausstieg auch in Estland

In Estland sprach sich indes die mitregierende konservative Partei Pro Patria dagegen aus, dem Migrationspakt beizutreten. Nach Ansicht der Partei bestehe die Gefahr, dass dieser Teil des internationalen Gewohnheitsrechts werde und dadurch die nationale Regelungshoheit von Migrationsfragen einschränke.

Estlands Außenminister Sven Mikser dagegen verwies darauf, dass die Staaten bei einer Unterzeichnung des rechtlich nicht bindenden Pakts ihre Souveränität behielten. Aus den Reihen der Opposition kam der von Mikser zurückgewiesene Vorwurf auf, das Parlament sei von der Regierung nicht in die Diskussion des Abkommens einbezogen worden.

„Die Position der Regierung muss klargestellt werden, in erster Linie, wenn es um die rechtlichen Auswirkungen der Vereinbarung geht“, sagte Staatspräsident Kersti Kaljulaid im estnischen Rundfunk. Solange diese nicht klar sei, werde die Regierung im Dezember nicht zur Unterzeichnung des Pakts beim UNO-Gipfeltreffen in Marokko reisen.

Rechtlich nicht bindend

Der Vertrag umfasst eine Reihe von Leitlinien und Maßnahmen, deren Umsetzung rechtlich aber nicht bindend ist. Im Kern geht es um eine bessere internationale Zusammenarbeit in der Migrationspolitik und um Standards im Umgang mit Flüchtlingen. Bis dato waren 190 von ursprünglich 193 UNO-Staaten beim Migrationspakt vertreten.

Die USA hatten sich bereits früh aus den Verhandlungen zurückgezogen, Ungarn nach Vorlage des endgültigen Textentwurfes im heurigen Juli, Österreich erst Ende Oktober. Es könnten bald auch noch weniger werden: Tschechien, Slowenien, Polen, Australien, Großbritannien, Italien und die Schweiz sehen den Pakt ebenfalls sehr kritisch.

Mehr als 100 Tote bei Gewaltwelle in Afghanistan

In Afghanistan verschlechtert sich die Sicherheitslage weiter: Bei einem Anschlag in der Hauptstadt Kabul und Gefechten in mehreren Provinzen sind mehr als 100 Menschen ums Leben gekommen. In Kabul starben mindestens sechs Menschen, als ein Selbstmordattentäter heute einen Kontrollposten der Polizei angriff. Weitere 20 Menschen wurden verletzt.

Die meisten Opfer seien Sicherheitskräfte. Der Attentäter habe die Bombe an einem Polizeikontrollpunkt in der Nähe einer Schule gezündet, teilte das Innenministerium mit. Dort demonstrierten Hunderte Angehörige der schiitischen Volksgruppe der Hasara für mehr Schutz der Regierung vor Angriffen der Taliban. Zu dem Anschlag bekannte sich zunächst niemand.

Polizisten und Soldaten an einer Straßensperre in Kabul
AP/Massoud Hossaini

Die afghanischen Sicherheitskräfte haben seit Monaten große Schwierigkeiten, den Angriffen der radikalislamischen Taliban standzuhalten. Alleine im November überfielen diese mindestens sechs Militärbasen im ganzen Land und töteten Dutzende Sicherheitskräfte. Die Regierung kontrolliert nach Angaben des Militärs nur noch etwas mehr als die Hälfte aller Bezirke des Landes. Das ist der niedrigste Wert seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2015.

Inland

Van der Bellen: Spionagefall wird Verhältnis nicht ernsthaft trüben

Bundespräsident Alexander Van der Bellen will den mutmaßlichen Spionagefall im österreichischen Bundesheer nicht überdramatisieren. „Das wird unser Verhältnis zur russischen Regierung auf Dauer nicht ernsthaft trüben“, meinte Van der Bellen heute in der ZIB2. „Alle Geheimdienste dieser Welt“ würden versuchen, auf solchen Wegen an Informationen zu kommen.

Van der Bellen zum Republiksjubiläum

Bundespräsident Alexander Van der Bellen äußerte sich in der ZIB 2 nicht nur zum Gründungstag der Ersten Republik, sondern auch zur aktuellen politischen Lage.

Die Staatsanwaltschaft Salzburg beantragte heute Untersuchungshaft für jenen Ex-Bundesheeroffizier, der von 1992 bis heuer im Herbst für Russland spioniert haben soll. Es gehe unter anderem um den Verrat von Staatsgeheimnissen.

Mehr dazu in salzburg.ORF.at

Migrationspakt-Rückzug „legitim“

Angesprochen auf den Rückzieher Österreichers beim UNO-Migrationspakt gab sich Van der Bellen ebenfalls konziliant. Die Entscheidung der Bundesregierung, sich aus dem Abkommen zurückzuziehen, habe ihm zwar leidgetan, sie sei aber „legitim“ gewesen.

Man könne allenfalls daraus lernen, sich bei ähnlichen Fragen in der Zukunft rechtzeitig zu überlegen, „was spricht dafür, was spricht dagegen“. Die von Regierungsmitgliedern vorgebrachten Bedenken seien zwar berechtigt, hätten aber schon „vor zwei Jahren geltend gemacht werden“ sollen, so Van der Bellen.

Grazer Professor Kumin als EuGH-Kandidat vorgeschlagen

Nach der missglückten ersten Runde bei der Suche nach einem neuen Richter oder einer Richterin am Europäischen Gerichtshof (EuGH) hat die Bundesregierung heute ihre zweite Nominierung bekanntgegeben. Der Grazer Europarechtsexperte Andreas Kumin soll Richter in Luxemburg werden, wie das Bundeskanzleramt der APA mitteilte.

Mehr dazu in steiermark.ORF.at

Schieder: „Wird einfach drübergefahren“

SPÖ-Außenpolitiksprecher Andreas Schieder kritisierte die Nominierung Kumins scharf. „Die Regierung beweist erneut, dass sie an einem Dialog mit der Opposition nicht interessiert ist. Statt gemeinsam den bestmöglichen Kandidaten jenseits von Parteifreundschaften zu suchen, wird einfach drübergefahren“, sagte Schieder laut einer Aussendung.

Wohlmeinender kommentierte NEOS den Vorschlag der Regierung. Klubobmann Nikolaus Scherak zeigte sich laut Aussendung erfreut, „dass mit Andreas Kumin ein anerkannter Europarechtsexperte nominiert wurde. Damit endet dann auch hoffentlich endlich das elendslange Trauerspiel der Regierung.“

Beide erhoben jedoch die Forderung nach mehr Transparenz. EuGH-Posten sollten in Zukunft „vom Nationalrat nach einem öffentlichen Hearing gewählt werden. Einen entsprechenden Antrag für eine Verfassungsänderung hat die SPÖ bereits eingebracht“, so Schieder. „Es braucht öffentliche Hearings, damit in Zukunft die Qualifikation der Kandidatinnen und Kandidaten im Vordergrund steht“, so Scherak.

Notstandshilfe: Anspruch bleibt laut Strache aufrecht

Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) hat heute bekräftigt, dass der Anspruch auf Notstandshilfe nicht abgeschafft werde. Wer jahrzehntelang eingezahlt habe, werde weiterhin einen Anspruch darauf haben, sagte der FPÖ-Chef am Rande der Beamtengehaltsverhandlungen.

Zunächst gehe es jetzt einmal um die Mindestsicherung neu. Diese wolle man fairer und sozial gerechter machen, unterstrich Strache. Dann werde man sich dem Arbeitslosengeld neu widmen. Auch hier werde man einen sozial gerechten Vorschlag machen, betonte der Vizekanzler.

SPÖ: „Wenig glaubhaft“

Zuvor hatte schon Sozialministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ) eine „Garantie“ abgegeben, dass die Notstandshilfe als Versicherungsleistung erhalten bleibt. Die SPÖ hielt das für „wenig glaubhaft“: Bundesgeschäftsführer Thomas Drozda verwies auf das Regierungsprogramm, dort sei ausdrücklich festgehalten, dass die Notstandhilfe abgeschafft wird. Er forderte nun eine Stellungnahme der Regierungskoordinatoren von ÖVP und FPÖ.

Am Wochenende hatten Berichte über eine interne Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts für das Sozialministerium für Aufregung gesorgt. Laut der Studie würden rund 121.000 Menschen nach der Reform ihre Leistungen verlieren.

Lesen Sie mehr …

IKG schlägt Einladung zu Innenministeriumskonferenz aus

Die Israelitische Kultusgemeinde (IKG) boykottiert einmal mehr eine Veranstaltung, an der FPÖ-Politiker teilnehmen. So hat der Präsident der IKG, Oskar Deutsch, die Einladung zu einer Konferenz des FPÖ-geführten Innenministeriums über „Europäische Werte, Herrschaft des Rechts und Sicherheit“, bei der es auch um Antisemitismus geht, ausgeschlagen, wie die Tageszeitung „Presse“ heute berichtete.

„Ich gehe zu keiner Konferenz, die (Innenminister Herbert, Anm.) Kickl eröffnet“, sagte Deutsch zur „Presse“. Die IKG halte daran fest, keine Kontakte zu FPÖ-Vertretern zu unterhalten.

Bei einer Antisemitismuskonferenz, die für 20. und 21. November geplant ist, wird die IKG hingegen anwesend sein – weil daran, so die „Presse“, kein FPÖ-Politiker teilnehmen werde. Angekündigt haben sich außerdem Israels Premier Benjamin Netanjahu, Moshe Kantor (Europäischer Jüdischer Kongress), Ronald Lauder (Jüdischer Weltkongress), EU-Justizkommissarin Vera Jourova, EU-Erweiterungskommissar Johannes Hahn sowie EU-Parlamentspräsident und EVP-Spitzenkandidat Manfred Weber.

EU

May sieht weiter ungelöste Fragen bei „Brexit“

Bei den Verhandlungen mit der EU über den Austritt Großbritanniens gibt es nach den Worten von Premierministerin Theresa May noch eine beträchtliche Anzahl ungelöster Fragen. Man befinde sich jedoch im Endspiel, sagte sie in London. „Beide Seiten wollen eine Vereinbarung erzielen. Aber was wir verhandeln, ist extrem schwierig.“

Es werde keine Vereinbarung um jeden Preis geben. Großbritannien will die EU Ende März 2019 verlassen und verhandelt derzeit über die Bedingungen des Austritts. Zankapfel ist die Ausgestaltung der Grenze zwischen dem EU-Mitglied Irland und dem britischen Nordirland nach dem „Brexit“.

Die EU und Irland wollen neue Kontrollen in der lange Zeit von politischer Gewalt geprägten Regionen vermeiden. Mays Vorschlag, enge Handelsbeziehungen mit der EU auch künftig aufrechtzuerhalten, stößt in Großbritannien sowohl bei Austrittsbefürwortern als auch bei Pro-Europäern auf Kritik. Auch in ihrem Kabinett regt sich Widerstand.

Frist in Streit um Italiens Budget läuft ab

Im Haushaltsstreit zwischen der EU und Rom läuft morgen die Frist für eine Antwort der italienischen Regierung ab. Die EU-Kommission hatte den Budgetentwurf aus Rom in einem historisch einmaligen Schritt vor drei Wochen abgelehnt und eine Überarbeitung gefordert. Die Koalition aus populistischer Fünf-Sterne-Bewegung und rechter Lega muss Brüssel nun ihre Schuldenpläne erneut vorlegen.

Es wird allerdings nicht damit gerechnet, dass Italien einlenkt. Die Regierung in Rom hatte schon im Vorfeld klargemacht, nicht von den Eckpfeilern ihres Haushaltsentwurfs abzurücken. Italien peilt im kommenden Jahr eine Neuverschuldung von 2,4 Prozent der Wirtschaftsleistung an.

Da die drittgrößte Volkswirtschaft in der Euro-Zone aber schon jetzt haushoch verschuldet ist, stemmt sich die EU dagegen. Sie sieht in dem Entwurf der populistischen Regierung einen beispiellosen Verstoß gegen die Stabilitätsregeln der EU. Rom will das Geld unter anderem für Wahlkampfversprechen wie eine Grundsicherung und eine Pensionsreform ausgeben.

Präsident hält Rumänien für unvorbereitet auf EU-Ratsvorsitz

Rumänien ist aus Sicht von Staatspräsident Klaus Iohannis für den am 1. Jänner beginnenden EU-Ratsvorsitz ungeeignet. Iohannis begründete das mit einer inkompetenten Regierung. Der Staatschef steht der bürgerlichen Opposition nahe. Er verlangte heute den Rücktritt der sozialliberalen Regierung, die offiziell von Ministerpräsidentin Viorica Dancila und inoffiziell vom vorbestraften Vorsitzenden der Sozialdemokraten (PSD), Liviu Dragnea, geführt wird.

Durch den Rücktritt des Ministers für Europäische Angelegenheiten, Victor Negrescu, gehe es in der Regierung „drunter und drüber“, sagte Iohannis bei einem Treffen mit Lokalpolitikern in Bukarest. Der EU-Vorsitz sei „eine sehr ehrenvolle, aber auch anspruchsvolle“ Aufgabe. „Ich bin der Meinung, dass wir darauf nicht vorbereitet sind“, sagte er. „Die politische Notwendigkeit besteht jetzt darin, diesen Unfall der rumänischen Demokratie, nämlich die Regierung Dragnea-Dancila, zu ersetzen.“

Europaminister Negrescu hatte am Freitag seinen Rücktritt erklärt, nach einem Streit im Kabinett zum Stand der Vorbereitungen für die EU-Ratspräsidentschaft. Gestern hatte Negrescu in einem rätselhaften Facebook-Posting den Eindruck erweckt, dass er seinen Rücktritt widerrufen wolle. Doch heute stellte die Regierungschefin Dancila klar, dass Negrescu seines Amtes enthoben sei. Seine Aufgaben würden bis zur Ernennung eines Nachfolgers von der rumänischen EU-Botschafterin in Brüssel, Luminita Odobescu, übernommen.

Sport

Bundesliga: „Murkserei“ bei Rapid geht weiter

Rapid kommt in der ersten Saison mit neuem Ligamodus einfach nicht in Fahrt. Auch der Trainerwechsel hat bisher nicht den Umschwung herbeiführen können. Dietmar Kühbauer hält nach den ersten fünf Ligapartien bei je zwei Siegen und Niederlagen sowie einem Remis. Das verdiente 1:3 beim WAC gestern war vor der Länderspielpause ein weiterer „schwerer Nackenschlag“.

Lesen Sie mehr …

Wirtschaft

Indiens Vorzeige-Start-ups mit Milliardenverlust

Paytm, Flipkart, MakeMyTrip India, Swiggy und Zomato zählen zu den Vorzeigeunternehmen der noch jungen indischen Internetunternehmen. Nach heutigen Angaben des Nachrichtenportals Quartz ist bei den fünf kapitalstärksten Star-ups des Landes aber nicht alles Gold, was glänzt. Mit Verweis auf die jüngsten Jahresabschlusszahlen haben die fünf Unternehmen im abgelaufenen Geschäftsjahr in Summe über eine Milliarde US-Dollar (0,9 Mrd. Euro) verbrannt.

An diesem Bild werde sich den Angaben zufolge so schnell nichts ändern. Der genannte Hintergrund: In Indiens Internetgeschäft spielt Wachstum derzeit eine weit größere Rolle als schwarze Zahlen. Es gehe derzeit nicht um Gewinn, wird von Quartz ein Analyst zitiert, dem zufolge auch die Investoren weiter bereit seien, in das erhoffte Wachstumspotenzial der global ausgerichteten indischen IT-Konzerne viel Geld zu investieren.

Deutlich wird das etwa am Beispiel des Onlinehändlers Flipkart, bei dem heuer der US-amerikanischer Einzelhandelskonzern mit kolportierten 16 Mrd. Dollar (14 Mrd. Euro) die Übernahme der Mehrheit ankündigte.

ZIB24

100 Jahre Republik – Lehren aus der Vergangenheit?

100 Jahre nach der Ausrufung der „Republik Deutschösterreich“ haben heute die Spitzen der Republik einen Staatsakt in der Wiener Staatsoper begangen. Bundespräsident Alexander Van der Bellen betonte, man müsse das Gemeinsame vor das Trennende stellen. Was haben wir aus der Geschichte gelernt? Darüber diskutieren im Studio die Autorin und Sozialdemokratin Natascha Strobl und der Chef der Jungen Volkspartei, Nico Marchetti.

Seehofer tritt als CSU-Chef zurück

Horst Seehofer hat heute bestätigt, dass er als CSU-Chef zurücktreten wird. Er will aber weiterhin Innenminister bleiben. Er wurde von seiner Partei wegen schlechter Wahlergebnisse kritisiert. Die CSU will Anfang 2019 einen neuen Parteichef wählen. Hanna Sommersacher berichtet aus Berlin.

Viele Tote bei Bränden in Kalifornien

Bei schweren Waldbränden im US-Bundesstaat Kalifornien sind mindestens 31 Menschen ums Leben gekommen. Rund 220 Menschen werden noch vermisst. Die Löscharbeiten könnten Wochen dauern. Kathrin Pollak berichtet über den unermüdlichen Kampf der Einsatzkräfte gegen die verheerenden Brände.

ZIB24 mit Jürgen Pettinger, 23.31 Uhr, ORF eins

Mail an die ZIB24

Textfassung: Zeit im Bild

IT

Chronik

Kitzbühel: Skibetrieb auf Hahnenkamm wieder eingestellt

Rund zwei Wochen nach dem Auftakt ist die Skisaison auf dem Kitzbühler Hahnenkamm bis auf Weiteres wieder eingestellt worden. Hintergrund ist das wegen der hohen Temperaturen und des anhaltenden Föhns unbefahrbar gewordene Schneeband, das seit der Pisteneröffnung am 26. Oktober für reichlich Gesprächsstoff gesorgt hat.

Wegen „außergewöhnlicher meteorologischer Verhältnisse“ sei man nun gezwungen, vom Ski- wieder auf den Wanderbetrieb umzustellen, heißt es dazu laut „Tiroler Tageszeitung“ bei der Bergbahn Kitzbühel. Den Angaben zufolge sei der frühe Skibetrieb „aber sehr gut angenommen worden“. Viele Besucher seien der Zeitung zufolge auch nur zum „Schneeschauen auf den Hahnenkamm“ gefahren.

Skipistenpräparierung am Resterkogel in den Kitzbüheler Alpen
APA/EXPA/Stefanie Oberhauser

Das auf grüner Wiese angelegte Schneeband wird zudem als „gute Grundlage für den Winter“ weiter verteidigt. Konsequenz aus den diesjährigen Erfahrungen sei bei der Bergbahn Kitzbühel auch nicht, „dass wir nicht mehr im Oktober mit dem Skibetrieb starten werden“. Was die laufende Saison betrifft, warte man nun auf sinkende Temperaturen, die „zum Beschneien passen“ bzw. Naturschnee, und dann sei man „in einem Tag wieder einsatzbereit“.

Science

Kultur

Brief von Albert Einstein wird in Jerusalem versteigert

Ein Brief des Physikers Albert Einstein (1879-1955) an seine Schwester Maja soll morgen in Jerusalem versteigert werden. Einstein hatte darin bereits 1922 auf die Schwierigkeiten für Juden in Deutschland verwiesen, wie das Auktionshaus Kedem in Jerusalem mitteilte. Einstein wurde in Ulm geboren, musste aber als Jude vor den Nazis in die USA fliehen.

„Hier sind wirtschaftlich und politisch düstere Zeiten im Anzuge“, schrieb Einstein in dem rund eineinhalb Seiten langen Brief auf Deutsch. „Mach Dir keine Sorgen um mich, ich habe selbst auch keine Angst, wenn es auch nicht ganz koscher ist, die Menschen sind eben aus dem Häuschen.“

Man gehe davon aus, dass Einstein den Brief in Kiel schrieb, bevor er zu Vorträgen nach Asien aufbrach, teilte das Auktionshaus mit. 1921 hatte Einstein bereits den Nobelpreis für Physik erhalten. Die Auktion beginnt mit einem Mindestgebot von umgerechnet rund 10.700 Euro.

„KulturMontag“: Die Neuerfindung Europas

100 Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkriegs ist Europa in der Krise. Ob „Brexit“ oder Katalonien, Verschuldung oder Flüchtlingsfragen, Rechtsruck oder Rassismus – für Robert Menasse, Ulrike Guerot und Milo Rau ist es Zeit zu handeln. Mit ihrem „European Balcony Project“ plädieren sie für ein dezentrales, bürgernahes, soziales und demokratisches Europa. Der Schriftsteller Menasse ist live zu Gast im Studio.

Mehr dazu in tv.ORF.at

Medien

Neue Moderationsteams für Zeit im Bild fixiert

Die künftigen Moderationspaare der Zeit im Bild 1 stehen nun fest. Statt Rainer Hazivar, der zu Ö1 zurückgekehrt ist, wird ab Jänner 2019 Johannes Marlovits die Hauptnachrichtensendung des ORF präsentieren, an der Seite von Susanne Höggerl. Tarek Leitner und Nadja Bernhard bilden das zweite Duo.

Susanne Höggerl und Johannes Marlovits
ORF/Thomas Ramstorfer
Johannes Marlovits moderiert mit Susanne Höggerl

Gaby Konrad und Stefan Gehrer moderieren künftig die Magazine „Mittag in Österreich“ und „Aktuell in Österreich“. Die Früh-ZIBs rund um „Guten Morgen Österreich“ bzw. die ZIB um 13.00 Uhr werden künftig alternierend von Rosa Lyon, Tobias Pötzelsberger, Peter Teubenbacher, Marie-Claire Zimmermann und Margit Laufer präsentiert.

Mehr dazu in noe.ORF.at

Panorama

101-Jährige verwechselte Merkel mit Brigitte Macron

Eine 101-Jährige hat bei den Feierlichkeiten zum Ende des Ersten Weltkriegs die deutsche Kanzlerin Angela Merkel mit Brigitte Macron verwechselt. „Sind Sie Frau Macron?“, fragte die alte Dame die Kanzlerin am Samstag bei Compiegne auf Französisch. „Ne“, antwortete Merkel auf Deutsch. „Ich bin die Kanzlerin von Deutschland.“

Merkel oder Macron?

Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel wird mit der Frau des französischen Präsidenten Emmanuel Macron verwechselt.

Wenig später versuchte es Merkel auch auf Französisch. Sichtlich bewegt nahm die alte Dame die Nachricht zur Kenntnis. Bei einem gemeinsamen Foto mit Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron und Merkel sagte sie: „Das ist fantastisch. Dass das ausgerechnet mir passiert. Einer kleinen, unbedeutenden Frau.“ Die Szene wurde vom belgischen Fernsehsender RTBF festgehalten.

Leute

Prinz Harry laut Umfrage beliebtester Royal

Prinz Harry ist einer Umfrage zufolge der beliebteste Royal. 77 Prozent haben eine gute Meinung von ihm, wie eine heute veröffentlichte YouGov-Befragung von etwa 3.700 Personen ergab. Die Briten beschreiben ihn als sympathisch, humorvoll und aufrichtig.

Erst danach kommt auf dem zweiten Platz seine Großmutter, Königin Elizabeth II. (74 Prozent), knapp dahinter sein Bruder Prinz William (73). Mit etwas Abstand geht Platz vier an Herzogin Kate (64 Prozent), Platz fünf an Prinz Philip (56) und Platz sechs an Harrys Frau Meghan (55).

Prinz Harry
APA/AFP/Michael Bradley

Nicht so gut abgeschnitten hat der als unnahbar geltende Thronfolger Prinz Charles, der diese Woche 70 Jahre alt wird. Nicht einmal jeder Zweite (48 Prozent) hat eine positive Meinung von ihm – er kam auf Platz sieben. Seine Frau Camilla schaffte es mit 29 Prozent nur auf Platz zehn. Sie war die Geliebte von Charles, als er mit Prinzessin Diana verheiratet war. Damals hatten sie viele als „Rottweiler“ verspottet.