Ukraine-Krieg

In der Region Primorje in Ostrussland haben zwei kommunistische Abgeordnete öffentlich ein Ende der Offensive in der Ukraine gefordert. „Wenn unser Land die Militäroperation nicht stoppt, wird es noch mehr Waisen in unserem Land geben“, sagte der Abgeordnete Leonid Wasjukewitsch heute während einer Sitzung des Regionalparlaments. „Wir verlangen den sofortigen Rückzug der russischen Truppen.“ Wasjukewitschs Fraktionskollege Gennadij Tschulga pflichtete ihm bei.

Nach der Rede, die auf den YouTube-Kanälen des Regionalparlaments und der Zeitung „Kommersant“ übertragen wurde, war vereinzelter Applaus zu hören. Es ist das erste Mal, dass Abgeordnete der Kommunistischen Partei in Russland (KPRF) sich öffentlich derart äußern. Die KPRF unterstützt den am 24. Februar auf Befehl von Präsident Wladimir Putin begonnenen Militäreinsatz im Nachbarland.

Abgeordneten wurde für Rest des Tages Stimmrecht entzogen

Der bei der Parlamentssitzung anwesende Gouverneur der im Osten Sibiriens gelegenen Region Primorje, Oleg Koschemjako, warf den beiden kommunistischen Abgeordneten vor, „die russische Armee zu diskreditieren (…), die gegen den Nazismus kämpft“. Beiden Abgeordneten wurde daraufhin mit 27 zu fünf Stimmen für die Dauer des Tages ihr Stimmrecht im Regionalparlament entzogen. Der kommunistische Fraktionsvorsitzende Anatolij Dolgatschew wandte sich umgehend gegen seine Kollegen und versprach „härteste Strafmaßnahmen“.

Die russischen Behörden hatten in den vergangenen Monaten die strafrechtlichen Mittel erweitert, um Menschen mit hohen Geldstrafen oder Freiheitsstrafen zu belegen, die für schuldig befunden werden, die Armee „diskreditiert“ oder „Falschinformationen“ über sie veröffentlicht zu haben.

Der russische Strabag-Großaktionär und Putin-Vertraute Oleg Deripaska ist infolge der EU-Sanktionen gegen Russland im Konzern entmachtet worden. Dagegen geht der Geschäftsmann nun gerichtlich vor.

Der russische Oligarch Oleg Deripaska
APA/AFP/Olga Maltseva

Konkret hat die Rasperia Trading Limited, die von dem Oligarchen kontrolliert wird und knapp 28 Prozent an der österreichischen Strabag hält, am Mittwoch vor dem Landesgericht Klagenfurt Klage gegen den Vorstand des Bauriesen eingebracht, wie „Der Standard“ heute berichtete.

Die Rasperia verlange, dass die Beschlüsse der außerordentlichen Hauptversammlung von Anfang Mai „für nichtig erklärt“ werden. Konkret ist die Enthebung des Aufsichtsratsmitglieds Thomas Bull nach Ansicht der Rasperia als ungesetzlich rückgängig zu machen.

Die Anfechtungsklage wurde beim Landesgericht Klagenfurt eingebracht, weil sich der offizielle Strabag-Firmensitz in Villach befindet. All das geht aus einer Veröffentlichung im Amtsblatt der „Wiener Zeitung“ vom 25. Mai hervor, wo aufgrund aktienrechtlicher Bestimmungen derartige Informationen publiziert werden müssen.

Beziehung „komplett zerrüttet“

Deripaska war 2007 bei Österreichs größtem Baukonzern eingestiegen. Damals stand die Strabag noch unter der Leitung des Gründers Hans Peter Haselsteiner, der in diesem Schritt „unseren Türöffner nach Russland“ sah. Inzwischen ist viel passiert, aktuell der Krieg Russlands gegen die Ukraine. 15 Jahre später ist die Beziehung „komplett zerrüttet“, schreibt der „Standard“.

Bei der Strabag sieht man sich für das Verfahren gut gerüstet, hieß es laut „Standard“ seitens der Unternehmenssprecherin Marianne Jakl. Unter anderem habe sie auf Gutachten verwiesen, die die Position des Strabag-Vorstands untermauern würden.

In der Ukraine sind seit der Invasion Russlands den Vereinten Nationen zufolge mehr als 4.000 Zivilisten getötet worden. Von den insgesamt 4.031 Toten seien fast 200 Kinder, teilte das UNO-Menschenrechtsbüro heute mit. Die meisten seien Bombardierungen durch Artillerie und Luftangriffen zum Opfer gefallen. Die Dunkelziffer dürfte aber weit höher liegen.

Nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj wurden bisher rund zwölf Millionen Menschen aus ihren Häusern vertrieben. Rund 5,5 Millionen Menschen hätten das Land verlassen, sagte er heute.

Der Beauftragte der bayerischen Staatsregierung für jüdisches Leben und gegen Antisemitismus, Ludwig Spaenle, hat die „Süddeutsche Zeitung“ („SZ“) wegen einer umstrittenen Karikatur kritisiert. Diese stellt den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj als übergroße Figur beim Weltwirtschaftsforum in Davos dar.

Spaenle erklärte heute in München, Karikaturen seien eine besondere Form der Meinungsäußerung und von künstlerischer Kreativität – und da müsse es auch große Freiheit geben. „Diese Karikatur allerdings werte ich als üble Verzeichnung des Präsidenten der Ukraine, und das ist aus meiner Sicht nicht akzeptabel.“

Lässt „antisemitische Klischees wach werden“

Die Darstellungsform lasse bei vielen Menschen weit weg von der Realität antisemitische Klischees wach werden. Der ukrainische Präsident hat jüdische Wurzeln. Spaenle betonte, das Ganze sei auch deshalb für ihn persönlich verstörend, da er die Zeitung in der Berichterstattung über antisemitische Strömungen, Vorfälle und Straftaten schätze.

Im Internet hatten sich zuvor viele Stimmen ähnlich kritisch geäußert und zum Teil auch Bezüge zu früheren Karikaturen in der Zeitung hergestellt. Die „SZ“ reagierte auf Twitter auf Kritik zu der Karikatur in der Feiertagsausgabe: „Diese Karikatur ist die zeichnerische Umsetzung der Fernsehbilder vom Montag: Der ukrainische Präsident auf der Videowand, und damit im XXL-Format, vor dem Publikum in Davos. Sie illustriert, wie dominierend das Thema Ukraine dort ist.“ Die Zeitung stellte in dem Tweet zudem eine Videoaufnahme des Forums direkt unter die Karikatur.

„Wie wir aus Leserreaktionen sehen, weckt die Karikatur bei einigen Menschen antisemitische Assoziationen. Dies war von uns keinesfalls beabsichtigt“, teilte die Chefredaktion später auf Anfrage der dpa mit. „Die ‚SZ‘ ist gegen jede Form des Antisemitismus.“

Ausland

Die USA verbreiten aus Sicht der chinesischen Regierung falsche Informationen und übertreiben die Bedrohung durch China. In einer Reaktion auf die Grundsatzrede von US-Außenminister Antony Blinken zu China warf Außenamtssprecher Wang Wenbin den USA heute ferner vor, sich in innere Angelegenheiten Chinas einzumischen und dessen Innen- und Außenpolitik zu diskreditieren.

„Der Zweck ist, Chinas Entwicklung einzudämmen und zu unterdrücken und die Vorherrschaft und Macht der USA zu wahren“, sagte Wang Wenbin in Peking vor der Presse in einer ausführlichen Antwort. Die „regelbasierte internationale Ordnung“ sei nichts anderes als ein Regelwerk, das die USA und eine Handvoll Länder formuliert hätten.

Neue Marinemanöver im Südchinesischen Meer

In seiner Rede hatte Blinken China trotz der akuten Krise durch den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine auf lange Sicht als größte Herausforderung für die internationale Ordnung dargestellt.

China sei das einzige Land, „das sowohl die Absicht hat, die internationale Ordnung umzugestalten, und zunehmend auch die wirtschaftliche, diplomatische, militärische und technologische Macht, um dies zu tun“. Er versicherte aber, dass die USA einen neuen Kalten Krieg vermeiden wollten.

Vor dem Hintergrund der Warnungen der USA hinsichtlich der zunehmenden militärischen und wirtschaftlichen Präsenz Chinas in einem Gebiet, das vom Südchinesischen Meer bis zu den Inseln im Pazifik reicht, kündigte China für morgen neue Marinemanöver im Südchinesischen Meer an. Die Manöver sollen knapp 25 Kilometer vor der Küste der südchinesischen Provinz Hainan stattfinden. Ein Gebiet von rund 100 Quadratkilometern werde für die Seeschifffahrt für fünf Stunden abgeriegelt, hieß es.

Wegen der „Partygate“-Affäre um illegale Lockdown-Feiern in der Downing Street hat ein Abgeordneter der britischen Tory-Partei von Premierminister Boris Johnson seinen Posten im Innenministerium gekündigt. Paul Holmes zeigte sich heute „schockiert und verärgert“ über die Enthüllungen des Untersuchungsberichts und verurteilte „tiefes Misstrauen“ und die „vergiftete Kultur“ in der Regierung.

Holmes arbeitete bisher in der Rolle eines Parlamentarischen Privatsekretärs als Assistent für Innenministerin Priti Patel. Der Skandal untergrabe seine Arbeit als Abgeordneter, teilte Holmes mit. „Es beunruhigt mich, dass diese Arbeit in Ihrem Namen von der giftigen Kultur getrübt wurde, die Nummer 10 zu durchdringen scheint.“ Allerdings forderte der 33-Jährige nicht Johnsons Rücktritt.

Misstrauensvotum offenbar nicht zu erwarten

Sollten 54 der 359 Tory-Abgeordneten sich gegen den Premier aussprechen, käme es zu einem internen Misstrauensvotum. Derzeit sind es nach Zählung der Nachrichtenagentur PA 20 Abgeordnete.

Johnson zeigte sich überzeugt, dass er weiter breiten Rückhalt in der Partei habe. Mit „Partygate“ wollte sich der 57-Jährige nicht weiter aufhalten. Er habe alle Fragen bereits „ziemlich ausreichend und ausführlich“ beantwortet, sagte Johnson.

Mit zahlreichen Veranstaltungen ist in Prag an das Attentat auf den hochrangigen SS-Führer Reinhard Heydrich vor 80 Jahren erinnert worden. Der Jahrestag des Attentats wurde heute in Tschechien erstmals als staatlicher Gedenktag des Widerstands gegen die NS-Besatzung begangen. Diese „ungeheuer mutige Tat“ sei in der Geschichte des Zweiten Weltkriegs einzigartig gewesen, betonte Regierungschef Petr Fiala.

Hunderte Zuschauerinnen und Zuschauer beobachteten eine Nachstellung der historischen Ereignisse. Schauspieler übernahmen die Rollen der Widerstandskämpfer Jozef Gabcik und Jan Kubis, die dem Dienstwagen Heydrichs am 27. Mai 1942 in einer Kurve auflauerten. Schwer verletzt durch eine Handgranate starb der Mitorganisator des Holocausts und „stellvertretende Reichsprotektor von Böhmen und Mähren“ wenige Tage später im Krankenhaus.

Britische Außenministerin zu Gast

Zu den Gedenkfeiern traf auch die britische Außenministerin Liz Truss ein. Sie sei stolz darauf, dass Gabcik und Kubis in Großbritannien ausgebildet worden seien, sagte sie. In Bezug auf die heutige russische Aggression gegen die Ukraine und mutmaßliche Kriegsverbrechen sagte sie: „Angesichts solchen Horrors müssen wir mit Stärke antworten.“ Appeasement, also eine Beschwichtigungspolitik, sei keine Option.

Für den Abend war die Eröffnung einer neuen Ausstellung zu dem Attentat im Nationalmuseum geplant. Ihr Titel „Wir geben niemals auf“ soll an die letzten Worte der Widerstandskämpfer erinnern, die verraten wurden. Während Kubis im Feuergefecht mit SS-Einheiten starb, beging Gabcik mit weiteren Beteiligten angesichts der aussichtslosen Situation Suizid.

Inland

Niederösterreichs Asyllandesrat Gottfried Waldhäusl (FPÖ) muss sich erneut mit einem Ermittlungsverfahren gegen seine Person auseinandersetzen. Die Staatsanwaltschaft prüft rund um eine umstrittene „Triage“ bei Flüchtlingsquartieren möglichen Amtsmissbrauch.

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Umwelt & Klima

Das höchste Gericht Nepals hat Pläne der Regierung gestoppt, einen großen internationalen Flughafen mitten in einem Wald mit vielen und teils bedrohten Wildtieren zu bauen. Die Richter ordneten an, dass die Regierung einen anderen Ort für den geplanten internationalen Flughafen finden müsse, berichtete die „Kathmandu Post“ heute. Das schriftliche Urteil war am Freitag noch nicht veröffentlicht worden.

Die Regierung in dem armen und stark vom internationalen Bergtourismus abhängigen Land im Himalaya plant das mehr als drei Milliarden Euro teure Flughafenprojekt schon seit den 1990er-Jahren. Damals hieß es unter anderem, dass der Flughafen in der Hauptstadt Kathmandu an Kapazitätsgrenzen komme.

Doch Umweltschützerinnen und Umweltschützer kritisierten das Projekt immer stark. Denn der bisher geplante Ort befindet sich in der Nähe eines Nationalparks und ist Lebensraum vieler Tiger, Elefanten, Hirsche, Affen und Leoparden. Nach einer Analyse des Tourismusministeriums im Jahre 2017 hätten dort für den Flughafen mehr als 2,4 Millionen Bäume gefällt werden müssen. Bisher hat die Regierung mehr als zwei Milliarden Rupien (15 Millionen Euro) für das Projekt ausgegeben – unter anderem um einigen im Wald lebenden Menschen eine Entschädigung zu zahlen, damit sie wegziehen.

Mehrere aufeinanderfolgende Regierungen argumentierten, dass der bisher angedachte Ort am besten für den Flughafen geeignet sei. Es ist dort flach, eine Autobahn könnte von der Hauptstadt Kathmandu dorthin gebaut werden und zudem lebten dort nur wenige Menschen, die wegziehen und dafür entschädigt werden müssten, wie die jeweiligen Regierungen betont hatten. In weiten Teilen des Landes ist es hügelig und die Straßen sind schlecht.

In einem internen Papier der Industriellenvereinigung (IV), aus dem das Ö1-Mittagsjournal heute zitierte, bekennt sich die Industrie zwar zum Klimaschutz und will auch „maßgeblicher Treiber“ sein. Es brauche aber „ein Aussetzen, eine Evaluierung und gemeinsame Neubewertung klimapolitischer Beschlüsse“ sowohl auf EU- als auch auf nationaler Ebene, heißt es im „IV-Spickzettel“ vom 8. April. Scharfe Kritik kommt von Global 2000.

Auf EU-Ebene meint die IV den „Green Deal“ und das „Fit for 55“-Programm mit seinen strengeren CO2-Einsparungszielen, in Österreich Klimaschutzgesetz (KSG), Erneuerbare-Wärme-Gesetz (EWG) und Energieeffizienzgesetz (EEffG). Man wolle die Politik zu einer „Klimaklausur“ einladen: „Zum Entwurf eines realistischen CO2-neutralen-Fahrplans.“

Zum KSG heißt es, dass Klimaziele im Verfassungsrang „rote Linie“ der IV seien. Das Gesetz ist seit zwei Jahren überfällig. Es soll der Rahmen für den Klimaschutz werden und regeln, welche Treibhausgasmengen verursacht werden dürfen. Zum EWG, das regeln soll, wie schnell Heizungen getauscht werden, heißt es: „Kein Angreifen der Gasheizungen im Bestand.“

„Damit blockiert die IV eine sichere und saubere Wärmeversorgung für alle Menschen in Österreich“, kritisierte Global 2000. „Man kann sich nicht zu den Klimazielen bekennen und gleichzeitig das Aussetzen sämtlicher Klimaschutzbeschlüsse fordern. Die Industriellenvereinigung stellt sich offenbar hinter den Kulissen auch gegen eine sichere und saubere Wärmeversorgung für alle Menschen in Österreich und will 900.000 Haushalte in der Gas-Geiselhaft halten“, so Johannes Wahlmüller, Klima- und Energiesprecher von Global 2000. Die IV müsse ihre „energiepolitische Geisterfahrt rasch beenden“.

Klares Nein zu Klimazielen im Verfassungsrang

Im Papier heißt es, dass die „Dekarbonisierung nicht zu einer Deindustrialisierung führen darf“. Dahingehend „rote Linie“ der IV seien Klimaziele im Verfassungsrang. Im ebenso überfälligen Energieeffizienzgesetz (EEffG) dürfe es zu keiner Lieferantenverpflichtung kommen. Dann müssten Energiekonzerne nicht dafür sorgen, dass Kunden weniger verbrauchen, was aber Kernstück des Gesetzes werden soll.

Mittelfristig gebe es keinen Ersatz für zwei Drittel der Gasmengen aus Russland, heißt es auch im Papier. „Russisches Gas ist mittelfristig alternativlos. Ohne Gas drohen Produktionsstillstand und Massenarbeitslosigkeit.“ LNG sei kein kurzfristiges Substitut.

Als „wichtigste Forderung“ findet sich einer der Dauerbrenner der IV: der Ruf nach einer Strompreiskompensation in der Höhe von 200 Mio. Euro. Und: „Ohne Genehmigungsturbo bleiben Klimaziele ideologisches Wunschdenken.“ Der Ausbau Erneuerbarer müsse viel schneller werden, und dafür brauche es viel raschere Genehmigungsverfahren.

COV Ausland

Das iranische Gesundheitsministerium hat für alle Altersgruppen eine vierte CoV-Impfung angeordnet. „Alle müssen in naher Zukunft eine vierte Impfung vornehmen, um so die Pandemie im Land weiterhin unter Kontrolle zu halten“, sagte heute Vizeminister Kamal Hejdari. Damit könnte das Land eine Immunität bis zu 95 Prozent erreichen.

Bisher war im Iran der zweifache Booster nur für Iranerinnen und Iraner über 70 Jahre erforderlich. Der Iran war bis Mitte vergangenen Jahres von der Pandemie besonders stark betroffen. Die täglichen Opferzahlen erreichten im vergangenen August sogar mehr als 700, die der Infizierten mehr als 50.000.

Nach einer Beschleunigung der Impfkampagne entspannte sich die Lage. Derzeit sind mehr als 64 der fast 84 Millionen Einwohner und Einwohnerinnen des Landes einmal, fast 58 Millionen zweimal und mehr als 27 Millionen dreimal geimpft. Insgesamt wurden im Land seit dem Ausbruch der Pandemie im Februar 2020 mehr als 140.000 Tote und mehr als sieben Millionen Infizierte registriert.

Nordkorea führt neue Maßnahmen zur Bekämpfung der ersten bestätigten CoV-Welle im Land ein. Die Gesundheitsbehörden testen Flüsse, Seen, die Luft sowie Haushaltsabwässer und Müll auf Virusbestände, berichtete die nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA heute. Gestern wurden den Angaben zufolge binnen 24 Stunden rund 100.000 Fieberfälle gemeldet. Vor zehn Tagen war diese Zahl noch viermal höher.

In dem 25 Millionen Einwohner zählenden Land sollen sich seit April knapp 3,3 Millionen Menschen mit Fieber angesteckt haben, 69 Menschen seien verstorben. KCNA berichtete nicht, wie viele der Personen auf eine Infektion mit dem Coronavirus getestet sind. Auch welche Testmethode verwendet wird, ist unbekannt. KCNA hatte vor einem Jahr berichtet, das Land habe einen eigenen PCR-Test entwickelt.

Nordkorea hatte in der zweiten Mai-Woche offiziell den ersten CoV-Ausbruch seit Beginn der Pandemie vor über zwei Jahren bestätigt und einen landesweiten Lockdown angeordnet. Seitdem wuchs die Sorge über einen unkontrollierten Ausbruch angesichts eines Mangels an Impfstoffen und unzureichender medizinischer Versorgung. Die Regierung in Pjöngjang hat bisher nicht auf Hilfsangebote Südkoreas und der USA reagiert.

COV Inland

Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den abgelaufenen sieben Tagen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, liegt laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bei 183,5 (Stand: heute, 14.00 Uhr).

Am höchsten ist die Zahl in Wien (275,1), gefolgt von Niederösterreich (221,1). Am niedrigsten ist der Wert in Kärnten (116) und der Steiermark (117,9).

Das Berichtsschema der AGES zeigt die Zahlen vom Vortag – wie die Meldung der Ministerien. Wesentlicher Unterschied zu den Ministeriumsmeldungen: Laborbestätigte Fälle, Tote etc. werden nicht zum Meldezeitpunkt dargestellt, sondern zum Diagnose- bzw. Sterbedatum. In der Darstellung in ORF.at wird auch täglich transparent gemacht, welchen Tagen die neu gemeldeten Fälle zugeordnet werden.

Ministerien melden 1.572 Neuinfektionen

Das Gesundheits- und das Innenministerium haben 1.572 neu registrierte Coronavirus-Fälle innerhalb der letzten 24 Stunden (Stand: heute, 9.30 Uhr) gemeldet. Diese Zahlen meldeten die Bundesländer an den nationalen Krisenstab.

18.643 Menschen verstarben bisher am oder im Zusammenhang mit dem Coronavirus. 498 infizierte Personen werden derzeit in einem Spital behandelt, davon 46 auf Intensivstationen.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Erklärung zur Zählweise und weiteren Fragen in ORF.at/corona

Sport

Nachdem bei Martin Hinteregger und Europa-League-Sieger Eintracht Frankfurt die Zeichen schon auf Trennung gestanden waren, deutet nun vieles auf einen Verbleib des absoluten Publikumslieblings hin. Eine kolportierte vorzeitige Verlängerung des bis 2024 gültigen Vertrags sei aber „Blödsinn“, so der ÖFB-Teamspieler gegenüber der „Kronen Zeitung“. Der zweite Österreicher im Kader, Stefan Ilsanker, verlässt die Frankfurter im Sommer aber fix.

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Mit dem First Vienna FC kehrt der älteste Fußballclub Österreichs ins Profigeschäft zurück. Die Döblinger spielen nächste Saison in der 2. Liga. Zelebriert wird der Aufstieg heute (19.10 Uhr, live in ORF Sport +) auf der Hohen Warte im Regionalliga-„Derby of Love“ gegen den Wiener Sport-Club. Am Mittwoch waren über 5.000 Tickets verkauft – eine Zahl, über die so mancher Bundesligist jubeln würde.

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Wirtschaft

Seit heute ist es vorbei mit der billigen Tankfüllung in Ungarn. Der staatlich subventionierte Einheitspreis von 480 Forint (1,24 Euro) je Liter gilt nur noch für Einheimische, Ausländer sollen den Marktpreis zahlen. Das ist laut Autofahrerclubs EU-rechtlich nicht haltbar. Auch die praktische Umsetzung ist unklar. „Grundsätzlich gehe ich davon aus, dass das an der Kassa hinterlegt ist“, sagte ein ARBÖ-Sprecher. Das funktioniert aber noch nicht, wie das Beispiel OMV zeigt.

An den Zapfsäulen an Ort und Stelle sorgt die Verordnung, die erst gestern kurz vor Mitternacht im ungarischen Amtsblatt erschienen ist, heute jedenfalls für Stress – sowohl bei nicht ungarischen Autofahrern als auch bei den Angestellten dort. Konkret soll es etwa auch an einer OMV-Tankstelle in Sopron zu Problemen kommen.

„Derzeit arbeitet die OMV an der Umsetzung, zum Beispiel Kassensysteme, IT etc., die voraussichtlich im Laufe des heutigen Abends implementiert ist“, hieß es. Bis zur Umstellung gelte bei der OMV die Regelung des Einheitspreises von 480 Forint je Liter für alle. Die Tankstellenpartnerinnen und -partner seien „entsprechend informiert“. Theoretisch sollten sich Österreicher demzufolge heute noch eine letzte billige Tankfüllung abholen können.

Den ungarischen Vorgaben zufolge soll an den Kennzeichen unterschieden werden, welcher Preis zu verrechnen ist. Die Regierung des rechtsnationalen Ministerpräsidenten Viktor Orban hatte den amtlich festgesetzten Benzinpreis im November verfügt. Die Regelung soll bewirken, dass die Autofahrer nicht unter den weltweit steigenden Treibstoffpreisen leiden müssen.

Wegen großer Probleme bei der Abfertigung am Amsterdamer Flughafen Schiphol hat die Fluggesellschaft KLM den Ticketverkauf drastisch reduziert. Bis Sonntag seien Flüge ab Amsterdam nur sehr vereinzelt zu buchen, teilte die Fluggesellschaft mit. Ein KLM-Sprecher hatte dem TV-Sender NOS gesagt, dass daher nur teurere Tickets zur Verfügung stünden.

Seit Wochen kämpft der Flughafen mit großen Problemen durch Personalmangel bei der Gepäckabfertigung und Sicherheit. Dadurch entstehen lange Schlangen, die bis auf die Straße reichen. Passagiere müssen oft stundenlang bis zur Abfertigung warten. Vereinzelt kam es bereits zu Auseinandersetzungen mit wütenden Reisenden.

KLM will mit dem eingeschränkten Ticketverkauf Platz für Umbuchungen schaffen. Passagiere, die wegen der langen Wartezeiten ihren Flug verpassen, können eine folgende Maschine nehmen. Auch bietet die Airline Kunden, die wegen des Chaos an einem anderen Tag fliegen wollen, eine Umbuchung an.

Schiphol präsentierte nun einen Maßnahmenplan, um das für den Sommer befürchtete noch größere Chaos zu verhindern. So will der Flughafen mehr Personal anwerben und höhere Löhne bezahlen. Auch sollen Flüge auf regionale Flugplätze verlegt werden.

Gesundheit

Angesichts der ungewöhnlichen Verbreitung von Affenpocken drängt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zwar auf verschiedene Maßnahmen, sieht aber keinen Grund für eine Alarmstimmung. „Das ist keine Krankheit, die die Öffentlichkeit besorgt machen sollte. Es handelt sich nicht um Covid“, sagte die WHO-Expertin Sylvie Briand heute bei einem Briefing für WHO-Mitgliedsländer.

Dennoch sollten die Staaten Erkrankte schnell erfassen und die Betroffenen isolieren. Die WHO geht davon aus, dass die meisten Fälle mild verlaufen. Allerdings hätten Schwangere, Kinder und Menschen mit schwachem Immunsystem ein höheres Risiko für einen schweren Verlauf.

„Wir haben ein gutes Zeitfenster, die Übertragung nun zu stoppen“, sagte Briand. Unklar sei aber, wie groß die Lagerbestände an Impfstoffen gegen Pocken seien, die auch gegen Affenpocken helfen dürften.

Die WHO rechnet mit einer weiter steigenden Zahl von Fällen. Die Affenpocken seien inzwischen in mehr als 20 Ländern aufgetreten. „Wir wissen nicht, ob wir gerade nur die Spitze des Eisbergs sehen“, so Briand. Zur Ursache der aktuellen Entwicklung gibt es nach bisherigen Angaben noch keine klaren Erkenntnisse.

Chronik

Zwei Personen sind heute Früh auf dem Grand-Combin im Schweizer Wallis bei einem Eissturz ums Leben gekommen. Weitere neun Personen wurden bei dem Unglück verletzt. Die Rettungskräfte haben zudem weitere Bergsteiger in Sicherheit gebracht.

Der Alarm war gegen 06.20 Uhr von anderen Alpinisten ausgelöst worden, teilte die Walliser Kantonspolizei mit. Die Unfallstelle befindet sich auf 3.400 Metern Seehöhe. An dieser Stelle befanden sich insgesamt 17 Bergsteiger, aufgeteilt in mehrere Gruppen.

Zwei Personen starben noch auf der Unfallstelle. Es handelt sich um eine 40-jährige französische Staatsbürgerin mit Wohnsitz in Frankreich und einen 65-jährigen Spanier mit Wohnsitz in Spanien. Neun Bergsteiger wurden mit dem Helikopter ins Spital von Sitten sowie ins Universitätsspital in Lausanne geflogen. Darunter befanden sich zwei Schwerverletzte. Weitere Personen wurden mit dem Helikopter vom Ort des Geschehens evakuiert.

Im Rettungseinsatz standen insgesamt sieben Hubschrauber. Die Staatsanwaltschaft hat eine Untersuchung zu den Umständen des Ereignisses eingeleitet.

In einem Vergnügungspark im südniederländischen Valkenburg aan de Geul sind bei einem Gondelunglück vier Menschen verletzt worden. Zwei Erwachsene und ein Kind seien ins Krankenhaus eingeliefert worden, wie die Behörden heute auf dem Kurznachrichtendienst Twitter mitteilten. Ihr Zustand sei stabil.

Aus bisher ungeklärter Ursache stürzte zuvor ein Wagen aus einer Art Riesenrad ab. Ein Sprecher des „Märchenwaldes“ sagte Medienvertretern, dass es sich um eine Attraktion handelte, bei dem Besucher in Gondeln etwa zehn Meter nach oben gezogen und dann rundherum gedreht werden. Der „Märchenwald“ ist einer der ältesten Vergnügungsparks der Niederlande und wird vor allem von Familien mit kleinen Kindern besucht.

Der frühere Formel-1-Chefvermarkter Bernie Ecclestone (91) hat bestritten, dass er wegen illegalen Waffenbesitzes an einem Flughafen in Brasilien festgenommen wurde. „Nein, ich wurde nicht festgenommen, ich wurde befragt“, sagte er heute der britischen Nachrichtenagentur PA. „Das Vergehen war nicht, die Waffe zu besitzen, sondern, dass sie nicht registriert war.“

Die Kleinpistole vom Typ LWS-32 des US-Herstellers Seecamp sei nicht geladen gewesen und versehentlich in seinen Koffer gepackt worden. Er habe 6.000 brasilianische Real (1.175 Euro) Strafe zahlen müssen, und die Waffe sei beschlagnahmt worden.

„Nur zur Show“

„Ich hatte eine kleine, winzige Handwaffe, wie sie eine Frau in ihrer Handtasche trägt für den Fall, dass jemand sie anfällt“, sagte Ecclestone. Er habe sie vor Jahren von einem Mechaniker bei der Formel 1 bekommen, der ihm gesagt habe, dass es gut sei, in Brasilien eine Waffe dabeizuhaben. „Sie war nicht geladen und es ist nur zur Show“, sagte Ecclestone. „Ich hatte sie nur im Haus und bin nie damit herumgelaufen.“

Er habe dort aus Spaß mit der Pistole herumgefuchtelt und die Waffe dann auf ein T-Shirt gelegt – später seien beide Sachen zusammen eingepackt worden. An der Flughafenkontrolle sei die Pistole entdeckt worden.

Er habe mehrere Stunden bei der Polizei verbracht und deshalb erst am nächsten Morgen um 5.00 Uhr abfliegen können, sagte Ecclestone. „Aber es war alles sehr freundlich, sehr nett, und es gab viele Formel-1-Fans, mit denen ich sprechen konnte.“ Es sei sehr peinlich gewesen für alle – „viel Ärger um nichts“. Ecclestone war mit seiner brasilianischen Frau Fabiana seit rund einem Monat in Brasilien und hatte dort mehrere Motorsportveranstaltungen besucht.

Ein betrunkener Radfahrer ist in der Stadt Salzburg vor der Polizei geflüchtet und hat sich dabei in einem Müllcontainer versteckt. Die Beamten haben den 24-Jährigen dort nach einem Zeugenhinweis entdeckt. Der Betrunkene konnte selbst nicht mehr aus dem Container steigen.

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In der Nacht auf gestern wurden zwei jungen Frauen in der Stadt Salzburg K.-o.-Tropfen in Getränke gemischt. Im Spital konnten die Betäubungsmittel nachgewiesen werden. Die Polizei warnt deshalb neuerlich und rät zur Vorsicht beim Fortgehen.

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Der Sommer in Wien bringt auch dieses Jahr wieder jede Menge Baustellen. Im Fokus stehen auch die Brücken. So wird etwa die Franzensbrücke über den Donaukanal saniert. Dafür wird sie drei Monate komplett gesperrt.

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Science

Ein Forschungsteam in den USA hat nach eigenen Angaben den bisher kleinsten ferngesteuerten Roboter entwickelt – in Form einer Minikrabbe. Die rund einen halben Millimeter breite Roboterkrabbe ist kleiner als ein Floh.

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Die Zahl der Menschen mit Magersucht steigt seit Jahren. Betroffen sind vor allem junge Frauen, aber auch Männer. Anorexia nervosa ist eine schwere Erkrankung, die in vielen Bereichen schwere Schäden anrichten kann – auch in Blutgefäßen, wie Medizinerinnen nun herausgefunden haben.

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Religion

Immer mehr Schülerinnen und Schüler in Österreich besuchen den orthodoxen Religionsunterricht. Laut aktuellen Informationen des orthodoxen Schulamtes beläuft sich die Gesamtzahl der Schülerinnen und Schüler im zu Ende gehenden Schuljahr 2021/22 auf rund 16.400. Das sei eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr, so der stellvertretende Leiter des orthodoxen Schulamtes, Fachinspektor Branislav Djukaric, heute Kathpress.

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Die neue Apostolische Konstitution „Praedicate evangelium“ tritt zu Pfingsten (5. Juni) in Kraft. Sie regelt die interne Organisation der römischen Kurie neu. Mit ihr zielt Papst Franziskus auf grundlegende Veränderungen: So können künftig Laien, Männer wie Frauen, in Kurien-Leitungspositionen berufen werden.

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Kultur

Wien soll einen eigenen Standort für Fotografie im Arsenal erhalten. Die Details sollen kommende Woche bekanntgegeben werden. Rund um die diversen Fotosammlungen hatte es schon länger Debatten gegeben.

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Im letzten Jahr hat der portugiesische Regisseur Tiago Rodrigues mit „Catarina e a beleza de matar fascistas“ den stimmigsten Theaterabend der Festwochenausgabe geliefert, dieses Jahr kehrt er mit einer Klassikeradaption zurück: Sein „Kirschgarten“ mit Isabelle Huppert zeigte gestern Abend mühelos Parallelen zwischen Tschechows Epochenschwelle und der Gegenwart auf und punktete mit feinem Humor beim Publikum.

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Vor 109 Jahren wurde Marko Feingold in der Slowakei geboren. Der Zeitzeuge und Auschwitz-Überlebende war lange Jahre Präsident der israelitischen Kultusgemeinde in Salzburg. Zu seinem Geburtstag wurde auf dem Feingold-Steg in der Stadt Salzburg eine öffentliche Freiluftausstellung über das jüdische Leben in Salzburg eröffnet.

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Erstmals hat eine Inderin den International Booker Prize für übersetzte Fiktion gewonnen. In „Tomb of Sand“ von Autorin Geetanjali Shree geht es um eine 80-jährige Inderin, die sich nach dem Tod ihres Mannes entschließt, ins benachbarte Pakistan zu reisen, das früher Teil des britischen Kolonialreichs war, um ihrem ungelösten Trauma der Erfahrung der Teilung während ihrer Jugend entgegenzutreten. Dabei beurteilt sie auch neu, was es bedeutet, Mutter, Tochter, Frau und Feministin zu sein.

Es sei ein glänzender Roman über Indien und die Teilung, dessen faszinierende Lebendigkeit und leidenschaftliches Mitgefühl Jugend und Alter, männlich und weiblich, Familie und Nation in ein kaleidoskopisches Ganzes webe, sagte der Juryvorsitzende Frank Wynne zur Begründung. Der Preis ist mit 50.000 Pfund (59.000 Euro) dotiert.

Shree sagte laut der indischen Nachrichtenagentur PTI bei der Preisverleihung in London gestern Abend: „Hinter mir und diesem Buch liegt eine reiche und blühende literarische Tradition in Hindi und anderen südasiatischen Sprachen. Die Weltliteratur wird reicher sein, wenn sie einige der besten Schreiber dieser Sprachen kennt.“ Die heute 64-Jährige wurde in Mainpuri in Indien geboren. Sie hat drei Romane und mehrere Kurzgeschichten geschrieben.

Leute

Zur Einstimmung auf die Feiern zum 70. Thronjubiläum von Queen Elizabeth II. hat die königliche Familie bisher unbekannte Privatvideos der Monarchin als junge Frau veröffentlicht. In der Nacht auf heute wurden die ersten Clips publik – sie zeigen Elizabeth II. mit ihrer jüngeren Schwester Prinzessin Margaret auf dem königlichen Anwesen Balmoral in Schottland sowie mit Vater König Georg VI. und Mutter Königin Elizabeth auf einem Kriegsschiff 1947.

Am Sonntag wird die BBC eine 75-minütige Dokumentation mit dem Titel „Elizabeth: The Unseen Queen“ ausstrahlen. Das Material zeigt die jungen Jahre der Queen, vom Kinderwagen bis zur Krönung 1953. Im Zuge des umfangreichen Programmschwerpunkts des ORF zum Thronjubiläum ist die Dokumentation am Dienstag ab 22.35 Uhr in ORF2 zu sehen.

„Habe es immer genossen, familiäre Momente festzuhalten“

In einer persönlichen Botschaft, die auf ihrer Residenz Schloss Windsor aufgenommen wurde, erzählte die Queen von ihrer Freude an Privatvideos. „Ich habe es immer genossen, familiäre Momente festzuhalten“, sagte die Monarchin. Es sei ein Unterschied, wenn man den Filmenden kenne. „Es trägt zum Gefühl der Intimität bei.“

Ihre Eltern hätten wie viele andere sehr gern wertvolle Momente aufgenommen. Diese Tradition habe sie fortgesetzt. „Private Bilder zeigen oft den Spaß hinter all den Formalitäten“, so die Queen. „Man hofft immer, dass künftige Generationen sie interessant finden und vielleicht überrascht sein werden, dass man auch einmal jung war.“

Für die Dokumentation wertete die BBC mehr als 400 Filmrollen aus, die von der Queen, ihrem 2021 verstorbenen Ehemann Prinz Philip oder ihren Eltern gedreht wurden und sich im Privatbesitz der Royal Collection befanden. Dabei entdeckten sie auch verloren geglaubte Ausschnitte sowie hinter den Kulissen gedrehte Aufnahmen von Staatsveranstaltungen.