Ausland

Nach dem Tod einer jungen Frau im Iran sind am Wochenende Tausende Menschen gegen das islamische Herrschaftssystem und die systematische Diskriminierung von Frauen auf die Straße gegangen. Zugleich meldeten iranische Staatsmedien gestern Gegendemonstrationen in der Hauptstadt Teheran und anderen Städten. An den Versammlungen hätten Tausende Menschen teilgenommen, um die andauernden Proteste von Regimekritikern zu verurteilen, hieß es.

Sowohl Sicherheitskräfte als auch Demonstranten treten bei den regimekritischen Protesten Augenzeugenberichten zufolge immer aggressiver auf. Es seien vermehrt Schüsse zu hören. Wie der iranische Staatssender IRIB berichtete, wurden inzwischen 41 Menschen getötet. Eine offizielle Bestätigung lag nicht vor. Die Polizei nahm nach offiziellen Angaben innerhalb von zwei Tagen alleine im Norden des Landes mehr als 1.000 Menschen fest. Auch Reporter, die über die Proteste berichten wollten, wurden nach Angaben des iranischen Journalistenverbandes festgesetzt.

Proteste auch in Wien

Auslöser der Demonstrationen ist der Tod der 22 Jahre alten Iranerin Mahsa Amini. Sie war von der Sittenpolizei wegen eines Verstoßes gegen die strenge islamische Kleiderordnung festgenommen worden. Was genau mit Amini nach ihrer Festnahme geschah, ist unklar. Bekannt ist, dass sie zunächst ins Koma fiel und am 16. September in einem Krankenhaus verstarb. Kritiker werfen der Moralpolizei vor, Gewalt angewendet zu haben. Die Polizei weist die Vorwürfe zurück.

Auch in Österreich kam es am Wochenende zu Kundgebungen gegen die systematische Diskriminierung von Frauen im Iran. Hunderte Menschen beteiligten sich gestern an zwei Kundgebungen in der Wiener Innenstadt. Auch heute Nachmittag fand eine Demonstration auf dem Wiener Stephansplatz statt.

In Pakistan wird zum fünften Mal in weniger als vier Jahren der Finanzminister ausgetauscht. Amtsinhaber Miftah Ismail gab gestern auf Twitter bekannt, er habe während eines Treffens mit Ministerpräsident Shehbaz Sharif seinen Rücktritt erklärt. Beide halten sich gegenwärtig in London auf.

Pakistanischer Finanzminister Miftah Ismail
APA/AFP/Farooq Naeem

„Ich werde meinen formellen Rücktritt nach der Rückkehr nach Pakistan einreichen“, hieß es weiter. Das Land ist von einer Wirtschaftskrise getroffen, die steigende Inflation belastet Bürger und Unternehmen. Dazu kommen die Folgen verheerender Überschwemmungen in großen Teilen des Landes. Dabei sollen mehr als 1.500 Menschen ums Leben gekommen sein, der materielle Schaden wird auf 30 Milliarden Dollar (30,9 Mrd. Euro) geschätzt.

Die Schweizerinnen und Schweizer haben einer Erhöhung des Pensionsalters für Frauen von 64 auf 65 Jahre äußerst knapp zugestimmt. Bei der Volksabstimmung votierten gestern dem vorläufigen amtlichen Ergebnis zufolge 51 Prozent der Wählerinnen und Wähler für diese Initiative. Für ausreichende Mittel in der Pensionskasse soll auch eine Erhöhung der Mehrwertsteuer von 7,7 auf 8,1 Prozent sorgen. Für diesen Schritt stimmten 56 Prozent.

Die Erhöhung des Pensionsantrittsalters soll die Rentenkasse zumindest für die nächsten zehn Jahre stabilisieren. Der Schritt ist laut Regierung nötig, weil geburtenstarke Jahrgänge das Pensionsalter erreichten und die Lebenserwartung steige. Linke und Gewerkschaften lehnten die Erhöhung ab. „Das ist kein guter Tag für Frauen“, sagte eine Gegnerin der Initiative im Schweizer Fernsehen.

Zuerst müsse sichergestellt werden, dass Frauen genauso viel verdienen wie Männer, hieß es. Der Schritt soll mit Ausgleichsmaßnahmen abgefedert werden: Tritt die Reform wie geplant 2024 in Kraft, werden sich Frauen der Jahrgänge 1961 bis 1969 zu besseren Bedingungen vorzeitig pensionieren lassen können oder einen Zuschlag erhalten, wenn sie bis 65 arbeiten.

Ukraine-Krieg

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat deutlich gemacht, dass er die Atomdrohungen des russischen Präsidenten Wladimir Putin ernst nimmt. „Vielleicht war es gestern ein Bluff. Jetzt könnte es Realität sein“, sagte Selenskyj dem US-Sender CBS News in einem gestern veröffentlichten Interview. Selenskyj verwies auf die Gefechte um das von Russland besetzte ukrainische Atomkraftwerk Saporischschja und sagte: „Er (Putin, Anm.) will die ganze Welt erschrecken. Das sind die ersten Schritte seiner nuklearen Erpressung. Ich glaube nicht, dass er blufft.“

Putin hatte am Mittwoch eine Teilmobilmachung für den Angriffskrieg gegen die Ukraine angekündigt – er sagte dabei auch: „Wenn die territoriale Integrität unseres Landes bedroht wird, werden wir zum Schutz Russlands und unseres Volkes unbedingt alle zur Verfügung stehenden Mittel nutzen. Das ist kein Bluff.“ Beobachter sahen darin eine Drohung mit dem Einsatz von Atomwaffen.

Der Nationale Sicherheitsberater von US-Präsident Joe Biden, Jake Sullivan, sagte laut CBS News, die US-Regierung habe dem Kreml „direkt, privat, auf sehr hoher Ebene“ mitgeteilt, dass jeder Einsatz von Atomwaffen katastrophale Folgen für Russland haben werde. Russland sei auch gewarnt worden, dass die USA und ihre Verbündeten entschlossen reagieren würden.

Auf Dutzenden unbestätigten Videos in sozialen Netzwerken sollen Zusammenstöße zwischen Mobilmachungsgegnern und der Polizei in der südrussischen Region Dagestan zu sehen sein. Demnach skandierten die Demonstrierenden in der Hauptstadt Machatschkala „Nein zum Krieg“. Eine Stellungnahme der Polizei lag nicht vor.

Einer Zählung des Senders BBC zufolge sind bisher mindestens 301 Soldaten aus dem mehrheitlich muslimischen Dagestan im Ukraine-Krieg gefallen. Das wäre die höchste Zahl für eine russische Region und mehr als zehnmal die Zahl der Toten aus Moskau, das eine fünfmal größere Bevölkerung aufweist. Eine offizielle Aufschlüsselung der russischen Verluste liegt nicht vor.

Auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bezog sich in seiner tätlichen Videoansprache auf die Proteste in Dagestan. „Wir sehen, dass Menschen, besonders in Dagestan, angefangen haben, um ihr Leben zu kämpfen“, so Selenskyj, dem zufolge die von Putin angeordnete Teilmobilmachung ethnische Minderheiten besonders hart treffe. Dagestan gehört zu den Regionen Russlands, aus denen Beobachtern zufolge besonders viele Männer eingezogen werden. Auch in den Regionen Jakutien und Burjatien in Sibirien sind die Proteste gegen die Mobilmachung besonders groß.

Rund 3.000 Menschen haben gestern im deutschen Lubmin für die Öffnung der deutsch-russischen Gaspipeline „Nord Stream 2“ demonstriert. Anlass war auch die Forderung nach bezahlbarer Energie. Die Kundgebung verlief friedlich und ohne Auffälligkeiten, sagte ein Polizeisprecher. Die Veranstalter hatten rund 5.000 Demonstrierende erwartet.

„Nord Stream 2“ führt von Russland ins deutsche Bundesland Mecklenburg-Vorpommern. Auch die österreichische OMV ist beteiligt.

Die Gaspipeline ist fertig gebaut, nach dem russischen Angriff auf die Ukraine hatte Deutschland aber die Inbetriebnahme ausgeschlossen. Russland schickt über die weitgehend parallel verlaufende Leitung „Nord Stream 1“ derzeit kein Gas mehr und verweist auf technische Gründe. Der Westen hält das für ein Scheinargument.

Inland

Nach einer Wahltagsbefragung von ISA/SORA für den ORF sind „Inflation und steigende Preise“, gefolgt von „Sicherung der Energieversorgung“ sowie „leistbares Wohnen“ dominierende Themen gewesen. Dahinter kamen der Krieg in der Ukraine, Umweltschutz und Pflege.

Mehr dazu in tirol.ORF.at

Heute endet die Eintragungswoche für sieben Volksbegehren. Zwei davon richten sich gegen die CoV-Pandemie-Maßnahmen („COVID-Maßnahmen abschaffen“ und „Wiedergutmachung der COVID 19-Maßnahmen“), die „Black Voices“-Initiative plädiert für den Kampf gegen Rassismus. „GIS Gebühr abschaffen“ will ein Ende der Rundfunkgebühr, eines tritt für mehr Kinderrechte ein. Auch für das „Recht auf Wohnen“ und „Für uneingeschränkte Bargeldzahlung“ kann man unterschreiben.

Ab 100.000 Unterschriften muss das jeweilige Anliegen im Parlament behandelt werden. Unterschrieben werden kann direkt vor einer beliebigen Gemeinde bzw. in Wien auf den Magistratischen Bezirksämtern (jeweils unabhängig vom Wohnsitz). Alternativ können die Volksbegehren auch online mittels Handy-Signatur oder Bürgerkarte unterfertigt werden. Wie viel Zuspruch die sieben Begehren erfahren haben, gibt das Innenministerium morgen am Abend bekannt.

Private Initiativen kritisieren, dass Flüchtlinge von der Grenze stundenlang ohne Verpflegung, Betreuung und medizinische Versorgung allein durch Österreich geschickt würden. So ist am Freitagabend eine Gruppe am Welser Hauptbahnhof angekommen, die in der Früh im Burgenland aufgegriffen worden war.

Mehr dazu in ooe.ORF.at

COV Inland

Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den abgelaufenen sieben Tagen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, liegt laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bei 550 (Stand: gestern, 14.00 Uhr).

Laut AGES wurden 6.633 neu registrierte Coronavirus-Fälle innerhalb der letzten 24 Stunden gemeldet. 20.712 Menschen verstarben bisher im Zusammenhang mit dem Coronavirus. 1.034 infizierte Personen werden derzeit in einem Spital behandelt, davon 61 auf Intensivstationen. Eine Unterscheidung in Haupt- und Nebendiagnose ist mit dieser Datenquelle bundesweit nicht möglich.

Im Berichtsschema der AGES werden die Daten nicht zum Meldezeitpunkt dargestellt, sondern zum Diagnose- bzw. Sterbedatum. In der Darstellung in ORF.at wird auch täglich transparent gemacht, welchen Tagen die neu gemeldeten Fälle zugeordnet werden.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Zurzeit kommt es zu Problemen bei der Datenlieferung an ORF.at. Die Grafiken zu Hospitalisierungen und Zahl der durchgeführten Tests konnten daher nicht aktualisiert werden.

Erklärung zur Zählweise und weiteren Fragen in ORF.at/corona

Sport

Österreichs Fußballnationalmannschaft hat sich heute aus der Liga A der UEFA Nations League verabschieden müssen. Die Mannschaft von Teamchef Ralf Rangnick spielte beim 1:3 gegen Kroatien vor eigenem Publikum 70 Minuten ordentlich und ließ kaum etwas zu, ein Dreifachwechsel brachte Österreich aber aus dem Konzept und Kroatien den Sieg.

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Die Vienna Vikings haben sich gleich in ihrer Debütsaison in der European League of Football (ELF) die Krone aufgesetzt. Das Team von Coach Chris Calaycay besiegte gestern im Finale in Klagenfurt die Hamburg Sea Devils mit 27:15 (17:6). Vor rund 14.500 Zuschauern dominierten die Wiener die Norddeutschen, die als bestes Team des Grunddurchgangs an den Wörthersee gereist waren, über weite Strecken, und sind nun verdient europäischer Champion.

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Die Weltauswahl der Tennisprofis hat erstmals den Laver Cup gewonnen. Der Amerikaner Frances Tiafoe setzte sich gestern in London gegen den Griechen Stefanos Tsitsipas im Matchtiebreak mit 1:6 7:6 (13/11) 10:8 durch und sorgte damit für die entscheidenden Punkte zum 13:8 für die Mannschaft von Teamchef John McEnroe.

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EU

Führende EU-Abgeordnete warnen nach der Parlamentswahl in Italien vor einer Regierung, die von der rechtsnationalen Partei Giorgia Melonis angeführt wird. „Giorgia Meloni wird eine Ministerpräsidentin sein, deren politische Vorbilder Viktor Orban und Donald Trump heißen“, sagte Katharina Barley (SPD), Vize-Präsidentin des Europäischen Parlaments, der „Welt“. Der Wahlsieg des Bündnisses von Rechts-Mitte-Parteien in Italien sei deshalb „besorgniserregend“.

Melonis „wahlkampftaktisches Lippenbekenntnis für Europa“ könne nicht darüber hinwegtäuschen, „dass sie eine Gefahr für das konstruktive Miteinander in Europa darstellt“, warnte Barley. Die Autokraten bekämen mit ihr „eine Lobbyistin im Rat, also der Vertretung der 27 EU-Mitgliedsländer, um Sand ins Getriebe der EU zu streuen“.

Für den Co-Chef der europäischen Grünen, Thomas Waitz, ist das Fundament und die gemeinsamen Werte der EU in Gefahr, „wenn Italien als drittgrößte EU-Volkswirtschaft von einer Koalition aus Postfaschisten und Rechtsaußen-Parteien regiert werden sollte“. Die EU könne nur funktionieren, wenn sie zusammenhalte, beispielsweise bei der Kooperation auf den Energiemärkten, bei Beschlüssen über Russland-Sanktionen oder bei der Bewältigung der Corona-Krise, sagte der Grünen-Politiker der „Welt“.

Meloni würde hingegen „auf nationale Alleingänge setzen, sie kann eine Katastrophe für Europa werden“, warnte der Politiker aus Österreich. Zudem sei unter einer Regierungschefin Meloni „die Gefahr groß, dass Italien wieder in eine Schuldenkrise schlittert“. Dann könne der gesamte Euroraum unter Druck geraten, befürchtet er.

Daher fordern die EU-Parlamentarier Barley und Waitz von Italiens Christdemokraten, der Forza Italia des früheren Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi, Melonis Partei Fratelli d’Italia und die rechtsnationale Lega von Matteo Salvini nicht zu unterstützen.

Auch nach dem Wahlsieg des rechten Lagers in Italien müsse das gemeinsame Interesse im Zentrum stehen, forderten sie. „Wir brauchen eine proeuropäische Regierung in Italien und das kann ganz bestimmt keine Regierung unter der Postfaschistin Meloni sein“, sagte Waitz.

Die Klage des EU-Datenschutzbeauftragten (EDPS) gegen zwei Artikel der Europol-Reform, die zuletzt veröffentlicht wurde, ist ein Novum.
Neu daran ist, dass eine gerade beschlossene Verordnung vor den EU-Gerichtshof zitiert wird. Dabei wird die Verarbeitung von Daten erlaubt, die Europol nicht dauerhaft speichern dürfte.

Europol gibt nicht bekannt, woher diese 4.000 Terabyte personenbezogener Daten stammen. Allein die Menge lässt nur einen Speicherzweck erkennen, nämlich Data-Mining. So erhebliche, aktuelle Datensätze fallen nur im SWIFT-Finanztransaktionsystem und in den PNR-Systemen für Flugpassagierdaten an, aber nicht bei Strafverfolgern. Auf SWIFT-Europa hat Europol direkten Zugriff.

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Umwelt & Klima

Die Wien Energie hat auf dem Gelände der Müllverbrennungsanlage Spittelau eine neue Power-to-Heat-Anlage um 4,9 Mio. Euro in Betrieb genommen, die überschüssigen Ökostrom in Fernwärme umwandelt. Sie funktioniert wie eine Art „Riesenwasserkocher“ und soll der Blackout-Vorsorge dienen.

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Wirtschaft

Eine äußerst positive Bilanz des heurigen Almsommers ziehen Salzburgs Bergbauerinnen und Bergbauern. Der Großteil der Tiere ist mittlerweile wieder auf den Höfen im Tal. Vereinzelt sind oben noch Pferde und Jungvieh zu finden, die dem kalten Wetter widerstehen. Gleich oberhalb der Almregionen liegt schon viel Neuschnee.

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Chronik

Auf den Kanarischen Inseln sind wegen des Tropensturms „Hermine“ mehr als 200 Flüge gestrichen worden. Insgesamt seien 215 Flüge wegen starker Regenfälle und heftiger Windböen annulliert worden, teilte der spanische Flughafenbetreiber Aena gestern mit. 25 weitere Flüge seien umgeleitet worden.

Überschwemmung auf Gran Canaria
Reuters/Borja Suarez

Der Sturm hält die Kanarischen Inseln seit Samstag in Atem. Die spanischen Behörden versetzten die gesamte Inselgruppe in Alarmbereitschaft. Insbesondere auf Teneriffa wurden laut der nationalen Wetterbehörde Aemet Rekordniederschlagsmengen für den Monat September verzeichnet.

Auf dem Gelände des weltweit größten Frischwarenmarktes in der Nähe von Paris ist gestern ein Feuer ausgebrochen. Hundert Feuerwehrleute und 30 Löschfahrzeuge waren nach Behördenangaben im Einsatz. Am Nachmittag brachten sie den Brand auf dem Areal des Marche d’interet national de Rungis unter Kontrolle. Verletzt wurde nach Feuerwehrangaben niemand.

Feuerwehreinsatz bei „Rungis International Market“ in Paris
APA/AFP/Christophe Archambault

Das Feuer war nach Angaben der Präfektur von Val-de-Marne kurz nach Mittag ausgebrochen. Die Flammen zerstörten eine rund 8.000 Quadratmeter große Lagerhalle für Obst und Gemüse auf dem Großmarkt Rungis südlich der französischen Hauptstadt. Über den Pariser Vororten stiegen dicke dunkle Rauchwolken auf. Die Feuerwehr rief die Bevölkerung auf Twitter auf, das Gebiet zu meiden.

„Es ist ein Schock, aber wir sind froh, dass es keine Verletzten gab“, sagte Shaoul Abramczyk, Chef der Gruppe Les Halles Mandar, der die Lagerhalle gehört. „Wir werden die Bestellungen unserer Partner mehrere Tage nicht erfüllen können.“ Der Marche d’interet national de Rungis ist der größte Großhandels- und Frischwarenmarkt der Welt und erstreckt sich über 234 Hektar. Er befindet sich sieben Kilometer südlich von Paris im Departement Val-de-Marne.

Ein mit 800 Personen besetzter Railjet ist gestern Abend im Süden von Linz aufgrund eines technischen Defekts auf freier Strecke stehengeblieben und konnte die Fahrt nicht mehr fortsetzen. Die Passagierinnen und Passagiere waren mit Bergeplattformen in eine Ersatzgarnitur evakuiert worden, wie die Berufsfeuerwehr Linz berichtete. Drei Personen benötigten nach der Aufregung medizinische Hilfe.

Das Zugspersonal beruhigte die Passagiere, bis die Ersatzgarnitur eintraf. Die Feuerwehr funktionierte kurzerhand Bergeplattformen, wie sie üblicherweise beim Retten von Personen bei Lkw-Unfällen verwendet werden, um, und baute damit behelfsmäßige Brücken zwischen den Türen des defekten und des Ersatzzuges am Nebengleis.

Aussteigen wäre nämlich zu gefährlich gewesen, so Einsatzleiter Klaus Thallinger, „da geht es ja gleich zwei Meter hinunter“. Die Evakuierung sei dann von Feuerwehr, ÖBB, Polizei und Rettungsdienst durchgeführt worden.

Zu einem tragischen Alpinunfall ist es am Samstag in Stainach-Pürgg im Bezirk Liezen gekommen: Zwei Frauen waren bei einer Klettertour rund 150 Meter über steiles Gelände abgestürzt. Jede Hilfe kam zu spät.

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Gruppe geriet in Kärnten in Bergnot

Zwei Männer und zwei Frauen stiegen ebenfalls am Samstag zur Hochalmspitze (Kärnten) auf. Als das Wetter umschlug, verließen einige die Kräfte, sie verloren die Orientierung und setzten einen Notruf ab. Der Hubschrauber konnte wegen des Wetters nicht fliegen, die Gruppe musste mit Hilfe der Bergrettung absteigen.

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Kletterer von Hochkönig gerettet

Eine Hubschrauberbesatzung der Alpin- und Flugpolizei rettete auch zwei Tschechen vom tief verschneiten Hochkönig im Pinzgau (Salzburg). Die Männer gerieten auf dem langen Klettersteig Königsjodler in Bergnot.

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Nach dem Juweliereinbruch in Villach (Kärnten) in der Nacht auf Samstag hat die Polizei einen Verdächtigen festgenommen. Es handelt sich bei dem Mann um einen 36 Jahre alten Rumänen. Zudem wurde ein Teil des Diebesguts sichergestellt.

Mehr dazu in kaernten.ORF.at

Die Wiener Berufsrettung kann sich über eine internationale Auszeichnung freuen. Ihr Mitarbeiter Klaus Steindl wurde zu Europas bestem Notrufdisponenten gewählt. Er hatte eine Familie am Telefon durch eine Hausgeburt geleitet.

Mehr dazu in wien.ORF.at

Nach der gestrigen Ziehung bei Lotto „6 aus 45“ gibt es einen Sechser im Wert von 3.957.042,00 Euro.

Es wurden folgende Gewinnzahlen ermittelt:

9 10 12 33 42 43 Zusatzzahl 23

Die aktuellen LottoPlus Zahlen:

9 12 24 27 29 30

Drei Spielteilnehmer hatten den richtigen Joker auf der Quittung, sie erhalten je rund 157.000 Euro

Die aktuelle Joker-Zahl lautet:

7 6 8 0 1 8

Alle Angaben ohne Gewähr

Kultur

Die documenta fifteen in Kassel ist nach 100 Tagen Laufzeit zu Ende gegangen. Bis zum letzten Öffnungstag wurde die Weltkunstausstellung von Antisemitismusvorwürfen überschattet. So zog das Internationale Auschwitz-Komitee gestern eine verheerende Bilanz: „Am Ende der documenta fifteen ist das trotzige Beharren vieler Verantwortlicher und der Rückzug hinter die Mauern der eigenen Arroganz zur traurigen Realität dieses Kunstfestes geworden“, sagte Exekutivvizepräsident Christoph Heubner laut Mitteilung.

Gleichzeitig zog die documenta zahlreiche Besucherinnen und Besucher an – auch wenn die Zahl laut Interimsgeschäftsführer Alexander Farenholtz etwa 15 bis 20 Prozent unter dem Rekordwert der Vorgängerveranstaltung liegt. Die documenta 14 hatte 2017 rund 891.500 Menschen nach Kassel gezogen, 339.000 weitere Menschen an den zweiten Standort in Athen. Die vorläufigen Zahlen in diesem Jahr dürften sich also schätzungsweise zwischen rund 710.000 und 760.000 Besucherinnen und Besuchern bewegen.

Der österreichische Künstler Erwin Wurm stellt seit gestern seine Werke im Rahmen eines Projekts mit dem Titel „Trans Formam“ in den Räumen der Kunstgalerie Poggiali in Florenz aus. Die von Helmut Friedel kuratierte Ausstellung in der Galerie nahe dem Platz Santa Maria Novella wurde in Zusammenarbeit mit dem Museo Novecento in Florenz konzipiert.

20 Werke Wurms sind bei der Ausstellung zu bewundern, unter anderem einige Ölgemälde, die extra für die Schau in Florenz entworfen wurden. Die Installation „Salsiccia Fat Bus“ feiert in Florenz ihre Premiere. Sie besteht aus einem mit Polyurethan aufgeblasenen lilafarbenen Lieferwagen, der für die Zubereitung und den Vertrieb von Hotdogs eingerichtet ist.

Die Ausstellung in Florenz vereint ikonische Werke, die aus alltäglichen Gegenständen bestehen, wie „Big Kiss“, die Wurst, die sich in einem Kuss verfangen hat, und eine elegante Damenhandtasche, die von übermäßig spitzen Beinen getragen wird. Jede Skulptur sei ein Synonym für Transformation, so Kurator Friedel.

Bei der kommenden Super Bowl LVII in der US-amerikanischen American-Football-Liga NFL ist Rihanna Star der Halbzeitshow. Das teilte die National Football League gestern mit. Die 34-Jährige aus Barbados zählt zu den erfolgreichsten Künstlerinnen der Welt. Die Super Bowl ist für den 12. Februar 2023 in Glendale im US-Bundesstaat Arizona geplant.

Sängerin Rihanna
Reuters/Mario Anzuoni

Bei der vergangenen Super Bowl in Los Angeles waren mehrere Rap- und Hip-Hop-Stars gemeinsam aufgetreten, darunter Snoop Dogg, Eminem und Dr. Dre.

Panorama

Roter Teppich für Vierbeiner: In Köln sind gestern besonders erfolgreiche Hundeprofile aus sozialen Netzwerken mit den German Petfluencer Awards ausgezeichnet worden. Zum „Petfluencer des Jahres“ wurde der Account „@cookiethehuskyyy“ mit knapp 556.000 Followerinnen und Followern auf TikTok gekürt. Nach Auffassung des Veranstalters teilt Frauchen Lisa Cookies Alltagsabenteuer mit humorvollen Videos sowie einem charmanten Gesamtauftritt – und überzeugte so die Jury. Insgesamt gab es Auszeichnungen in fünf Kategorien.

„Petfluencer“ – Pet ist das englische Wort für Haustier – lassen ähnlich wie Influencerinnen und Influencer ihre Fans über Social-Media-Accounts an ihrem Leben teilhaben und bewerben dabei allerhand Dinge. Die Protagonisten sind Tiere und keine Menschen.

Die Awards werden seit 2019 von einer Agentur verliehen. Dieses Mal gab es erstmals auch einen Purpose Award für einen Account, der seine Reichweite für einen guten Zweck nutzt.