Ukraine-Krieg

Im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine sind nach Angaben aus Kiew bisher 2.500 bis 3.000 ukrainische Soldaten getötet worden. Das sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj laut Übersetzung dem US-Fernsehsender CNN in einem Interview, das gestern in ersten Auszügen verbreitet wurde. Selenskyj berichtete zudem von etwa 10.000 verletzten Soldaten auf ukrainischer Seite. Es sei schwer zu sagen, wie viele davon überleben würden.

Selenskyj nannte zum Vergleich ukrainische Zahlen, wonach auf der Seite Russlands bereits 20.000 Soldaten getötet worden seien. Westliche Schätzungen gehen von mehreren tausend Toten auf russischer Seite aus. Moskau sprach zuletzt von etwa 1.350 getöteten Soldaten in den eigenen Reihen.

Mit Blick auf die Angehörigen sagte Selenskyj, als Vater schmerze es ihn ganz besonders zu sehen, wenn Eltern ein Kind verlören. „Es tut so sehr weh. Es ist eine Tragödie.“ Er dürfe das aber nicht als Vater betrachten, „weil man danach nur noch Rache und Mord will“. Er müsse es als Präsident des Landes betrachten, in dem viele Menschen gestorben seien und ihre Angehörigen verloren hätten und in dem es zugleich Millionen Menschen gebe, „die leben wollen“. „Wir alle wollen kämpfen. Aber wir alle müssen unser Bestes geben, damit dieser Krieg nicht endlos ist.“

Als Reaktion auf den Ukraine-Krieg will die deutsche Bundesregierung ihre Rüstungshilfe für Partnerländer in diesem Jahr auf zwei Mrd. Euro erhöhen. Der größte Teil davon sei für die von Russland angegriffene Ukraine vorgesehen, teilte eine Regierungssprecherin gestern der dpa mit. Die „Ertüchtigungsinitiative“ richtet sich an Partnerländer in Krisen. Zwischen 2016 und 2021 flossen 600 Mio. Euro in 350 Projekte.

Die beteiligten Ressorts hätten sich schon vor zwei Wochen grundsätzlich darauf verständigt, die Mittel für die „Ertüchtigungsinitiative“ substanziell zu erhöhen. „In der vergangenen Woche wurde die Summe auf insgesamt zwei Milliarden Euro festgesetzt“, hieß es von der Sprecherin. Mit den Mitteln werden Streitkräfte, aber auch Polizei oder Katastrophenschutz unterstützt. Die ersten Partnerländer waren der Irak, Jordanien, Tunesien, Mali und Nigeria, 2018 kamen Burkina Faso und Niger hinzu.

Jetzt soll der Topf wegen des Ukraine-Krieges drastisch vergrößert werden. Die Bundesregierung hatte sich kurz nach Kriegsbeginn entschieden, die Ukraine mit Waffenlieferungen zu unterstützen. Bisher sind unter anderem Panzerfäuste, Luftabwehrraketen, Maschinengewehre, aber auch Fahrzeuge und Schutzausrüstung geliefert worden.

Die Ukraine hat die Antworten für einen Fragebogen für einen EU-Beitritt nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj fast fertig. „Die Arbeit ist fast abgeschlossen, und wir werden die Antworten bald den Vertretern der Europäischen Union zur Verfügung stellen“, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videobotschaft in der Nacht auf heute. Der Fragebogen gilt als Grundlage für Beitrittsgespräche.

Selenskyj hatte den Fragebogen Ende voriger Woche bei einem Besuch der EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in der ukrainischen Hauptstadt Kiew erhalten.

Die Ukraine hatte kurz nach Beginn der russischen Invasion in die Ukraine die Mitgliedschaft in der EU beantragt. Derzeit prüft die EU-Kommission auf Bitten des Rates der EU-Staaten den Antrag.

Ein Berater des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj hat Kritik an der Reise von Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) zu Kreml-Chef Wladimir Putin geübt und sie als Beispiel für die vermeintliche Russland-Nähe Österreichs genannt. „Ich bezweifle, ob das notwendig war. Denn sie zeigt aus russischer Sicht, dass Putin nach wie vor internationalen Respekt genießt“, sagte Selenskyjs Wirtschaftsberater Alexander Rodnjanskyj der Tageszeitung „Der Standard“ (Wochenendausgabe).

„Ich denke, wichtig wäre zu zeigen, dass Putin im Westen isoliert ist. Ob man durch diese Gespräche etwas erreicht? Ich glaube nicht. Man hat über die Jahre gesehen, was Dialog mit Russland bewirkt: nichts. Wir führen Krieg“, argumentierte der Selenskyj-Berater. Nehammer hatte sich unter anderem mit Verweis auf den ukrainischen Präsidenten gegen Kritik an seinem Moskau-Trip gewehrt. Die Reise zu Putin sei nicht nur mit den EU-Spitzen, sondern auch mit Selenskyj abgesprochen gewesen, betonte er.

„Besonders starke russische Lobby“ in Österreich

Als weitere Beispiele für den starken russischen Einfluss in Österreich nannte der Sohn des gleichnamigen Medienmanagers den Hochzeitstanz der damaligen Außenministerin Karin Kneissl mit Putin sowie den Oligarchen Oleg Deripaska, der lange nicht auf der EU-Sanktionsliste gestanden sei. „Soweit ich verstehe, hat ihn die Unterstützung Österreichs jedes Mal gerettet“, sagte Rodnjanskyj. Österreich habe zwar „weniger Gewicht als Deutschland. Aber in Österreich gibt es eine besonders starke russische Lobby, vielleicht sogar eine stärkere als in Deutschland.“

Rodnjanskyj argumentiert für Ölembargo

Rodnjanskyj warb eindringlich für einschneidende Maßnahmen gegen die russischen Ölexporte. Russland decke durch Ölverkäufe nämlich 35 Prozent seiner Staatseinnahmen ab, während es bei Gas nur 15 bis 20 Prozent seien. Auch sei die Gewinnmarge bei Öl höher als bei Gas, dem russischen Staat bleibe also mehr übrig. „Deswegen wäre es logisch, dort anzufangen. Es müsste nicht einmal ein volles Embargo sein, auch ein hoher Einfuhrzoll wäre effektiv“, brachte Rodnjanskyj etwa einen EU-Einfuhrzoll von 80 Prozent ins Spiel. Das würde Russland nämlich zwingen, seine Preise zu senken, um wettbewerbsfähig anbieten zu können. „Dann verschwindet auf russischer Seite der ganze Profit durch die Verkäufe. Somit hätten wir schon das Ziel erreicht.“ Ähnliches ließe sich dann auch für Gas machen.

Befragt zu den Auswirkungen eines Energieembargos auf die europäische Wirtschaft, meinte Rodnjanskyj: „So schlimm werden die Folgen nicht.“ Öl sei recht einfach zu ersetzen. Bei einem Beginn im Sommer hätte man noch bis zum Winter Zeit, sich anzupassen. „Klar, es wird Kosten geben. Das schlimmste Szenario geht davon aus, dass ein Embargo Deutschland pro Kopf 1.200 Euro Einkommen kostet. Das ist viel Geld, aber nicht das Ende der Welt.“

Russland soll im Krieg gegen die Ukraine nach Angaben der ukrainischen Regierung auch Überschallbomber im Einsatz haben. Aus Langstreckenbombern des Typs Tu-22M3 seien Bomben auf die besonders umkämpfte Hafenstadt Mariupol abgeworfen worden, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Olexander Motusjanyk, gestern in Kiew.

Motusjanyk betonte, dass Mariupol von russischen Truppen nicht vollständig eingenommen worden sei. Es gebe heftige Kämpfe, unter anderem im Hafengebiet und um das Stahlwerk Iljitsch. Russland behauptet seit Tagen, den Hafen komplett zu kontrollieren. Nach Angaben aus Moskau haben die russischen Truppen inzwischen auch das Stahlwerk unter Kontrolle.

Mariupol wird seit Wochen von russischen Truppen und Kämpfern prorussischer Separatisten eingekesselt. Die Stadt ist weitgehend zerstört, die Lage der verbliebenen Einwohner katastrophal. Die US-Kriegsforschungseinrichtung Institute for the Study of War (ISW) geht davon aus, dass die strategisch wichtige Stadt „wahrscheinlich“ kommende Woche erobert werde.

In der Ukraine begangene Kriegsverbrechen könnten schon bald auch von der österreichischen Justiz verfolgt werden. Wie das Justizministerium gestern bestätigte, werde ein Erlass an die Staatsanwaltschaften ausgearbeitet, „durch den die Voraussetzungen für die inländische Gerichtsbarkeit bei Kriegsverbrechen präzisiert werden“. Möglicher Anknüpfungspunkt ist dabei die Aufnahme ukrainischer Kriegsflüchtlinge durch Österreich.

Grundsätzlich ist die Justiz für im Ausland begangene Straftaten nur zuständig, wenn ein Bezug zu Österreich gegeben ist – etwa über die Staatsbürgerschaft und den Aufenthalt von Täter bzw. Opfer. Beides ist im Fall der Kriegsverbrechen in der Ukraine unwahrscheinlich. Eine Zuständigkeit kann sich aber auch ergeben, wenn „eine die inländische Gerichtsbarkeit begründende Verletzung österreichischer Interessen vorliegt“.

Delikte unklar

Der Erlass soll nun die Frage beantworten, wann das der Fall ist. „Insbesondere wird geprüft, ob die Flüchtlingsankünfte in Österreich eine Verletzung österreichischer Interessen und damit eine inländische Gerichtsbarkeit für bestimmte Delikte begründen würde“, teilte das Ministerium mit. Der Erlass würde jedoch nicht die Rechtsauslegung durch die Gerichte binden.

Unklar blieb, wann der Erlass genau ergehen und auf welche Delikte er sich beziehen wird. Über die entsprechenden Erwägungen hatte die „Kleine Zeitung“ berichtet. Laut der Zeitung haben bereits Deutschland, Polen und Litauen im Zuge des Ukraine-Krieges die Möglichkeit geschaffen, russische Kriegsverbrecher in der Ukraine vor Gericht stellen zu können.

Ausland

US-Präsident Joe Biden und seine Frau Jill haben für das vergangene Jahr ein Einkommen von gut 600.000 Dollar ans Finanzamt gemeldet. Wie das Weiße Haus gestern mitteilte, hatte das Ehepaar 610.702 Dollar (564.713 Euro) Einkünfte und bezahlte darauf 150.439 Einkommenssteuer. Das entspricht einem Steuersatz von 24,6 Prozent.

Mit der Veröffentlichung ihrer Steuererklärung knüpfen die Bidens an eine jahrzehntealte Tradition der US-Präsidenten an, die ihr Vorgänger Donald Trump unterbrochen hatte.

Vizepräsidentin Kamala Harris und ihr Ehemann Doug Emhoff gaben ihrerseits ein Jahreseinkommen von 1,6 Millionen Dollar an. Darauf bezahlten sie 523.371 Dollar Einkommenssteuer, was einem Steuersatz von 31,6 Prozent entspricht.

Nach einer Terrorwelle ist die Sicherheitslage in Israel und den Palästinensergebieten seit mehreren Wochen extrem angespannt. Am Karfreitag eskalierte die Lage auf dem Tempelberg in Jerusalem. Bei heftigen Zusammenstößen zwischen israelischen Sicherheitskräften und Palästinensern wurden mehr als 150 Menschen verletzt.

Lesen Sie mehr …

Inmitten andauernder Proteste gegen die Regierung hat Sri Lanka damit begonnen, die Ausgabe von Benzin und Diesel an den Tankstellen zu beschränken. In dem Inselstaat südlich von Indien dürfen mit dem Auto jetzt nur noch 20 Liter und mit dem Motorrad nur noch vier Liter getankt werden, wie der staatliche Öl- und Gaskonzern Ceylon Petroleum Corporation gestern in Colombo mitteilte. Auf der Insel gibt es an den Zapfsäulen derzeit lange Schlangen. Viele Tankstellen sind mangels Treibstoffs auch ganz geschlossen.

Sri Lanka steckt derzeit in der schlimmsten Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten. In dem Land mit etwa 22 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern verlangen viele inzwischen die Ablösung von Präsident Gotabaya Rajapaksa und Premierminister Mahinda Rajapaksa, seinem Bruder. Es mangelt auch an Lebensmitteln und Medikamenten. Dem hoch verschuldeten Staat fehlen die finanziellen Mittel für Importe aus dem Ausland. Vor Kurzem kündigte die Regierung an, die hohen Kreditschulden vorerst nicht mehr zurückzuzahlen.

Nun soll versucht werden, die Schulden umzustrukturieren. Nächste Woche soll es dazu in Washington Gespräche mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) geben. Das Land hofft auch auf weitere finanzielle Hilfe aus China und Indien.

Im Prozess um die islamistischen Terroranschläge 2015 in Paris hat sich der Hauptangeklagte bei den Opfern entschuldigt. „Ich möchte allen Opfern mein Beileid und meine Entschuldigung aussprechen“, sagte Salah Abdeslam gestern vor Gericht in Paris, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtete. „Ich weiß, dass der Hass andauert (…), ich bitte Sie heute, mich in Maßen zu hassen.“

Es war das erste Mal während der sieben Monate langen Prozessdauer, dass der einzige Überlebende des Terrorkommandos Worte des Mitgefühls für die Opfer äußerte.

Wichtige Fragen bleiben offen

Abdeslam hatte seine Beteiligung an den Anschlägen vor Gericht eingeräumt, seine Sprengstoffweste aber nach eigener Darstellung bewusst nicht gezündet, weil er sich anders entschieden hatte. Da seine Sprengstoffweste nach Feststellung eines Sachverständigen defekt war, gibt es Zweifel an seiner Aussage. Obwohl Abdeslam im Prozessverlauf umfangreich aussagte, ließ er sämtliche wichtigen Fragen unbeantwortet. Wer die Anschlagserie plante, finanzierte und koordinierte, die Ziele festsetzte und wo ursprünglich weitere Attacken geplant waren, sagte der Franzose nicht.

Vielmehr betonte er seine anhaltende Sympathie für die Terrormiliz Islamischer Staat. Die Anschlagserie bezeichnete er als eine Verteidigungsaktion des IS wegen angeblicher französischer Angriffe gegen Islamisten in Syrien mit zivilen Opfern.

Bei der Anschlagserie am 13. November 2015 hatten Extremisten insgesamt 130 Menschen getötet. Drei Angreifer verübten ein Massaker im Konzertsaal Bataclan, andere griffen Bars und Restaurants an.

Als in dieser Woche in der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang ein neues Luxuswohnviertel eröffnet wurde, sagte der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un, dass dieses seinen elitären Anhängern und Anhängerinnen vorbehalten sei – den „wahren Patrioten“. Unter ihnen befand sich auch die führende Nachrichtensprecherin des staatlichen Fernsehens, Ri Chun Hee.

Bei einer Zeremonie am Donnerstag überreichte Kim der legendären Moderatorin nicht nur eine der zweistöckigen Wohnungen. Er führte sie auch händchenhaltend durch ihr neues Zuhause.

Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un und die Nachrichtensprecherin Ri Chun Hee
APA/AFP/various sources

Die 78-Jährige ist auch außerhalb des hermetisch abgeriegelten Landes für ihre bombastischen und emotionalen Nachrichtenmeldungen bekannt und seit mehr als 50 Jahren eine feste Größe im nordkoreanischen Fernsehen.

„Ihre Stimme lässt den Feind erschaudern“

Seit 1971 ist sie das Sprachrohr der Diktatoren des Landes und hat ihre Landsleute durch wichtige Entwicklungen wie Atom- und Raketentests sowie den Tod der früheren Führer des Landes begleitet. „Ihre stahlharte Stimme lässt den Feind erschaudern“, hieß es 2008 in einer Ausgabe der nordkoreanischen Zeitschrift „Chosun“.

Ri verschwand in den 2010er Jahren zeitweilig aus dem Fernsehen, es hieß, sie habe sich zur Ruhe gesetzt. Seitdem ist sie jedoch gelegentlich wieder aufgetaucht, um die wichtigsten Nachrichten zu verkünden, darunter die Neujahrsansprache von Kim im Jahr 2021.

Das Video der staatlichen Medien zeigte eine geräumige Wohnung am Flussufer mit glänzenden Holzböden und einer Veranda mit Blick auf das Stadtzentrum von Pjöngjang. Kim sagte nach Angaben der staatlichen Medien: „Bei nationalen Schätzen wie Ri Chun Hee, die ein tugendhaftes Leben an dem revolutionären Mikrofon geführt hat, gibt es nichts zu sparen.“

Inland

Der ÖVP-U-Ausschuss will steuerliche Vorgänge rund um Investitionen der Fürstenfamilie Liechtenstein in das Wiener Stadtpalais prüfen. Bei der Befragung von Ex-Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) aufs Tapet gebrachte Chats von Thomas Schmid und Gabriela Spiegelfeld werfen die Frage von Interventionen zur steuerlichen Einstufung auf.

Die Grünen haben mit Zustimmung aller Fraktionen beim Finanzministerium entsprechende Akten angefordert, berichtete gestern das Mittagsjournal. Das Finanzministerium will die Unterlagen binnen der Dreiwochenfrist erheben und liefern.

Im Juli 2017 schrieb Spiegelfeld – Unternehmerin und Beraterin von Ex-Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) – an Schmid, den damaligen Generalsekretär im Finanzministerium, dass sich der „Fürst von Liechtenstein aufregt“, weil seine Investitionen in der Bankgasse als Liebhaberei eingestuft werden sollen. Damit wäre, wie Grünen-Fraktionsführerin Nina Tomaselli erläuterte, eine kräftige Steuernachzahlung fällig geworden.

„Oh Gott, ich kümmere mich darum“

„Oh Gott, ich kümmere mich darum“, antwortete Schmid demnach – und Spiegelfeld war zufrieden: „Perfekt, die Liechtensteins werden wir noch brauchen.“ Schelling konnte sich, im U-Ausschuss befragt, nicht an einen solchen Steuerfall erinnern.

Laut „Standard“ (Wochenendausgabe) geht es in der Angelegenheit um die bis 2013 laufende Sanierung des Stadtpalais in der Wiener Bankgasse im 1. Bezirk. Die Kosten dafür hatten sich auf rund 100 Mio. Euro belaufen – sollten sich derartige Investitionen wirtschaftlich nicht rechnen, können sie von der Finanz als „Liebhaberei“ eingestuft und die im Vorhinein abgezogene 20-prozentige Umsatzsteuer auf einen Schlag fällig gestellt werden.

Nach Angaben der Liechtenstein Group gab es anschließend eine Großbetriebsprüfung, die sechs Jahre dauerte. Dabei ging es unter anderem darum, ob die Renovierung nicht unwirtschaftlich gewesen und das Palais gar nicht betrieblich, sondern privat genutzt worden sei.

Liechtenstein Group: Schreiben an Kurz, Löger und Blümel

Die Liechtenstein Group argumentiert, dass das Palais ständig vermietet gewesen sei und in den letzten Jahren daraus sogar höhere Erlöse als angenommen erzielt wurden. Fürstensohn Constantin Liechtenstein habe sich daher schriftlich 2019 (also zwei Jahre nach den Chats zwischen Schmid und Spiegelfeld, Anm.) an den damaligen Bundeskanzler Sebastian Kurz, Finanzminister Hartwig Löger sowie Kanzleramtsminister Gernot Blümel (alle ÖVP) gewandt. Das Schreiben sei aber unbeantwortet geblieben. Wie die Steuercausa schließlich ausgegangen ist, wollte die Liechtenstein Group nicht beantworten.

Viel Wirbel hat es in den letzten Tagen um die Veranstaltung „Hannibal“ auf dem Rettenbachferner in Sölden (Tirol) gegeben. Trotz Kritik aus der Politik wollen die Veranstalter das Event weiterhin abhalten. Eine Woche vor der Aufführung fehlen behördliche Genehmigungen.

Mehr dazu in tirol.ORF.at

COV Ausland

Die chinesische Stadt Xian hat einen Teillockdown für seine 13 Millionen Einwohner und Einwohnerinnen angekündigt. Bis Dienstag sollen diese möglichst in ihren Wohnkomplexen bleiben und von zu Hause arbeiten, teilten die Behörden gestern mit.

Zudem bleiben während dieser Zeit Gaststätten sowie verschiedene Kultur- und Unterhaltungseinrichtungen geschlossen. Taxis sollen die Stadt nicht verlassen. China kämpft seit März mit der Omikron-Welle.

COV Inland

Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den abgelaufenen sieben Tagen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, liegt laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bei 840,1 (Stand: gestern, 14.00 Uhr).

Am höchsten ist die Zahl in Wien (1.106,2), gefolgt von Niederösterreich (1.049,1) und dem Burgenland (1.035,8). Am niedrigsten ist der Wert in Kärnten (548,1) und Tirol (580,8).

Das Berichtsschema der AGES zeigt die Zahlen vom Vortag – wie die Meldung der Ministerien. Wesentlicher Unterschied zu den Ministeriumsmeldungen: Laborbestätigte Fälle, Tote etc. werden nicht zum Meldezeitpunkt dargestellt, sondern zum Diagnose- bzw. Sterbedatum. In der Darstellung in ORF.at wird auch täglich transparent gemacht, welchen Tagen die neu gemeldeten Fälle zugeordnet werden.

Ministerien melden 9.790 Neuinfektionen

Das Gesundheits- und das Innenministerium haben 9.790 neu registrierte Coronavirus-Fälle innerhalb der letzten 24 Stunden (Stand: gestern, 9.30 Uhr) gemeldet. Diese Zahlen meldeten die Bundesländer an den nationalen Krisenstab.

16.390 Menschen verstarben bisher am oder im Zusammenhang mit dem Coronavirus. 2.086 infizierte Personen werden derzeit in einem Spital behandelt, davon 174 auf Intensivstationen.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Erklärung zur Zählweise und weiteren Fragen in ORF.at/corona

Wirtschaft

Wie gestern bekanntgeworden ist, wird sich die Fertigstellung des Semmering-Basistunnelns weiter verzögern. Laut ÖBB ist durch Probleme mit dem komplexen Gestein erst mit einer Inbetriebnahme 2030 zu rechnen. Die Kosten steigen damit an.

Mehr dazu in noe.ORF.at

IT

Der Onlinedienst Twitter will sich gegen den Versuch der feindlichen Übernahme durch den Technologieunternehmer Elon Musk zur Wehr setzen. Der Verwaltungsrat wolle mit einem „Plan“ die Wahrscheinlichkeit reduzieren, dass „irgendeine Institution, Person oder Gruppe“ durch den Erwerb von Aktien auf dem freien Markt die Kontrolle über das Unternehmen gewinne, ohne dass allen Anteilseignern eine „angemessene“ Prämie gezahlt werde, teilte das US-Unternehmen gestern mit.

Musk hatte am Vortag angekündigt, nach seinem Einstieg als Großaktionär bei Twitter alle verbleibenden Twitter-Aktien zu einem Stückpreis von 54,20 Dollar (49,69 Euro) kaufen zu wollen.

Sport

Eintracht Frankfurt hat gestern wohl einen der denkwürdigsten Abende seiner Clubgeschichte erlebt. Mit einem 3:2 im Camp Nou gegen den FC Barcelona zogen die Deutschen ins Semifinale der UEFA Europa League ein. In Begleitung von rund 30.000 Eintracht-Fans, deren Anwesenheit in Spanien für Ärger gesorgt hatte, wurde im Stadion bis weit nach Mitternacht gefeiert. Zu den besonderen Fanlieblingen zählten Trainer Oliver Glasner und Martin Hinteregger.

Lesen Sie mehr …

Ab heute wird in Sheffield wieder der Weltmeister im Snooker ermittelt. Schauplatz ist wie immer das legendäre Crucible Theatre, das heuer seinen 45. Geburtstag als „Kathedrale des Snookersports“ feiert. Zum halbrunden Jubiläum ist nach zwei Jahren Pandemiebeschränkungen nicht nur wieder ein volles Haus im „Schmelztiegel“ möglich, auch ein im Vergleich zur jüngeren Vergangenheit größerer Favoritenkreis verspricht spannende Titelkämpfe.

Lesen Sie mehr …

Im Kampf um den Aufstieg in der 2. Liga marschieren Tabellenführer Austria Lustenau und der FAC weiter im Gleichschritt. Die Vorarlberger mühten sich gestern bei Schlusslicht Juniors OÖ zu einem 1:0-(0:0)-Erfolg, die Wiener gewannen bei Rapids Amateuren auch dank eines Triples von Anthony Schmid mit 4:0 (2:0). Damit sitzt der FAC den Lustenauern sechs Spieltage vor Schluss weiter mit einem Punkt Rückstand im Nacken. Schon am Ostermontag steigt die nächste Runde.

Lesen Sie mehr …

Neil Armstrong bezeichnete es als „großen Schritt für die Menschheit“, als er 1969 seinen Fuß auf den Mond setzte. Ebenso viel Bedeutung hatten die Schritte von Kathrine Switzer zwei Jahre zuvor, als sie als erste angemeldete Frau den Boston Marathon absolvierte. „Ich wusste, dass sich mein Leben für immer verändert hatte“, so Switzer im Interview mit ORF.at über jenen Lauf, der auch in der Sportwelt eine Wende einläutete. Heuer feiert die Amerikanerin gleich zwei Jubiläen: Nicht nur ihre Pioniertat jährt sich zum 55. Mal, vor 50 Jahren durften Frauen auch endlich offiziell in Boston starten.

Lesen Sie mehr …

Chronik

Nach ihrem Rekordflug sind drei chinesische Raumfahrer wieder auf der Erde gelandet.

Die Kapsel mit der Astronautin Wang Yaping und ihren beiden männlichen Kollegen Zhai Zhigang und Ye Guangfu kam heute Früh (Ortszeit) in der Wüste Gobi im Nordwesten des Landes an. Ihre Landung wurde live im chinesischen Staatsfernsehen übertragen. Insgesamt dauerte der Rückflug von der rund 400 Kilometer über der Erde kreisenden Raumstation etwas über neun Stunden.

Ein halbes Jahr hatten die Taikonauten an Bord des Kernmoduls der künftigen chinesischen Raumstation verbracht. Die Besatzung von „Shenzhou 13“ (Magisches Schiff) war damit länger im All als andere chinesische Raumfahrer vor ihnen – fast doppelt so lange wie der bisherige chinesische Rekord im vergangenen Jahr.

Nach einem Unwetter hat es gestern Meldungen über einen Brand am Areal der Raffinerie in Schwechat gegeben. Wenig später gab der Kunststoffhersteller Borealis bekannt, dass man wegen eines Stromausfalles den Fackelbetrieb aktiviert hat.

Mehr dazu in noe.ORF.at

Auf dem A1-Parkplatz Großram in der Gemeinde Pressbaum (Niederösterreich) sind 54 Flüchtlinge, darunter drei Frauen und ein Kind, in einem Sattelanhänger entdeckt worden. Der mutmaßliche Schlepper wurde festgenommen.

Mehr dazu in noe.ORF.at

Ein 26-jähriger Fahrschüler ist gestern im Flachgau (Salzburg) angetrunken zu seiner Führerscheinprüfung gekommen. Seine Fahrlehrerin bekam rasch Zweifel, ob der Mann fahrtüchtig ist, und fuhr mit ihm zur Polizei, wie die Exekutive mitteilte. Ein Alkomattest bei dem Salzburger ergab 0,6 Promille. Der 26-Jährige verantwortete sich damit, dass er am Vorabend mehrere Runden Feierabendbier nicht ausschlagen konnte. Er wird angezeigt.

Kultur

Wenn Oper so etwas ist wie eine große Familienaufstellung, die bis zum Oberrang reicht, dann waren am Gründonnerstag im Haus am Ring alle da. Die Geneigten, Neugierigen – und auch die, die „den Tristan“ schon hundertmal gesehen haben – und dementsprechend wissen, wie es ginge. Letzteren hat die Lesart von Regisseur Calixto Bieito nicht gefallen. Für Bieito ist Wagner schlicht: Beginn der Psychoanalyse, wo Reales und Rausch nicht mehr unterscheidbar sind. Real gefeiert wurden Martina Serafin als Isolde, Andreas Schager als Tristan und Philippe „Furioso“ Jordan für die musikalische Leitung.

Lesen Sie mehr …

Science

Bereits zum dritten Mal ist ein unbemannter Bodentest eines neuen Mondraketensystems der US-Raumfahrtbehörde NASA abgebrochen worden. Auf dem Weltraumbahnhof in Cape Canaveral habe es ein Problem mit einem Leck gegeben, teilte die NASA gestern mit. Möglicherweise könne kommende Woche ein weiterer Versuch gestartet werden. Der Test des „Artemis“-Raketensystems war zuvor bereits zweimal wegen unterschiedlicher Probleme abgebrochen worden.

Das Raketensystem für die „Artemis“-Mission – bestehend aus der Rakete „Space Launch System“ und der „Orion“-Kapsel – war Mitte März zu Testzwecken erstmals in Cape Canaveral im US-Staat Florida ausgefahren worden. Nächster Schritt ist das nun wieder abgebrochene „Wet Dress Rehearsal“: Dabei werden bis auf den eigentlichen Start alle Abläufe geprobt.

Mit der „Artemis“-Mission sollten eigentlich bis 2024 wieder US-Astronauten auf dem Mond landen, erstmals auch eine Frau. Aufgrund zahlreicher Verzögerungen ist das nun frühestens 2025 geplant. Dabei sollen vier Astronauten mit dem Raumfahrzeug „Orion“ in die Mondumlaufbahn gebracht werden, wo zwei von ihnen dann auf ein Landegefährt umsteigen. Auf dem Mond soll zudem eine Art Raumstation geschaffen werden, auch als Basis für einen bemannten Flug zum Mars – das allerdings erst in fernerer Zukunft.

Religion

Nach zwei Jahren Pause hat Papst Franziskus gestern Abend wieder die traditionelle Kreuzwegandacht im Kolosseum von Rom geleitet. Zu der stimmungsvollen Prozession am Karfreitag, mit der an die Leidensstationen Jesu erinnert wurde, versammelten sich Zehntausende Gläubige vor dem antiken Amphitheater.

Mehr dazu in religion.ORF.at

Leute

Die US-amerikanische Schauspielerin Liz Sheridan, die durch TV-Rollen in den Sitcoms „Seinfeld“ und „Alf“ bekannt wurde, ist tot. Nach Angaben ihrer Managerin Amanda Hendon starb sie gestern in ihrem Haus in New York, fünf Tage nach ihrem 93. Geburtstag, wie der Sender CNN und das Branchenblatt „The Hollywood Reporter“ berichteten.

Liz Sheridan, 1995
picturedesk.com/mptv

Ihre Karriere hatte sie als Tänzerin in New York begonnen. 1951 lernte sie dort den damals noch unbekannten Schauspieler James Dean kennen. Über ihre Liebesgeschichte schrieb sie in dem Buch „Dizzy & Jimmy: My Life With James Dean: A Love Story“ (2000). Sie endete, als Dean nach Hollywood ging.

Sheridan wirkte in Broadway-Musicals und ab den 1980er Jahren in Film- und Fernsehproduktionen mit. In der Serie „Alf“ spielte sie eine neugierige Nachbarin, in der Sitcom „Seinfeld“ die besorgte Mutter des Komikers Jerry Seinfeld.

US-Schauspielerin Demi Moore ist mit dem Schweizer Starkoch Daniel Humm liiert. Humm bestätigte die Beziehung jetzt im Schweizer Fernsehen. Darüber wurde seit Anfang März spekuliert, nachdem die beiden zusammen bei Modeschauen in Paris zu sehen waren.

Der Sender SRF veröffentlichte den Ausschnitt eines längeren Interviews nun vorab auf Instagram. Auf die Frage, ob er mit Moore zusammen sei, sagte Humm: „Ja, das ist so.“ Das ganze Interview soll nächste Woche zu sehen sein.

Starkoch Daniel Humm
Reuters/Lucas Jackson

Humm ist Koch und Miteigentümer des Drei-Sterne-Restaurants Eleven Madison Park in New York. Moore („Eine Frage der Ehre“, „Die Akte Jane“) war einst mit US-Schauspieler Bruce Willis verheiratet. Sie hatte Ende März zusammen mit dessen Ehefrau auf Instagram bekanntgegeben, dass bei Willis eine Sprachstörung festgestellt worden sei und er deshalb die Karriere beende.

Erstmals seit ihrem Rückzug aus dem britischen Königshaus haben sich Prinz Harry und Herzogin Meghan gemeinsam in Europa in der Öffentlichkeit gezeigt. Das Paar nahm gestern Abend in Den Haag an einem Empfang der Stadt und des niederländischen Verteidigungsministeriums vor dem Auftakt der Invictus Games teil. Strahlend zeigten sich Harry im dunklen Anzug und Meghan im weißen Hosenanzug den Kameras.

Der paralympische Wettbewerb für kriegsversehrte Veteranen sollte nach zweifachem Aufschub wegen der Pandemie heute im Beisein des Paares beginnen. Die Invictus Games gelten als Herzensangelegenheit von Harry, die ihm auch nach seinem Rückzug von der britischen Krone sehr wichtig ist. In den Niederlanden sollen die beiden für eine Netflix-Dokumentation eng von einem Kamerateam begleitet werden. Das Paar hat mit dem Streaminganbieter einen millionenschweren Vertrag geschlossen.

Prince Harry mit seiner Frau Meghan
APA/AFP/Anp/Sem van der Wal

Zuvor hatten die beiden unangekündigt einen Stopp in der alten Heimat eingelegt und unter anderem Queen Elizabeth II. getroffen. Es war das erste Mal seit dem Abschied von der britischen Krone, dass das Paar gemeinsam nach Großbritannien zurückkehrte. Ihre beiden kleinen Kinder Archie und Lilibet sollen nach dpa-Informationen nicht mit von der Partie sein.