Ausland

Der Chef des israelischen Inlandsgeheimdienstes übernimmt die Verantwortung dafür, dass der Angriff der Hamas nicht verhindert worden ist. „Es war uns trotz einer Reihe von Maßnahmen am Samstag leider nicht möglich, eine ausreichende Warnung herauszubringen, die eine Vereitelung des Angriffs ermöglicht hätte“, erklärte Schin-Bet-Direktor Ronen Bar zu dem Überraschungsangriff der Islamisten am 7. Oktober. „Als Leiter der Organisation liegt die Verantwortung bei mir.“ Dazu werde es Untersuchungen geben. „Jetzt kämpfen wir.“

Iraelischer Geheimdienstchef Ronen Bar
APA/AFP/Yossi Zeliger

Die proeuropäische Opposition hat Teilergebnissen zufolge bei der Wahl in Polen die Mehrheit im Parlament errungen. Nach Auszählung von gut 80 Prozent der Stimmen kam die regierende PiS als stärkste Kraft auf knapp 37 Prozent der Stimmen, wie die Wahlkommission heute mitteilte. Die Bürgerkoalition von Ex-Regierungschef Donald Tusk und ihre möglichen Bündnispartner erreichten demnach aber zusammen eine Mehrheit von rund 52 Prozent.

Dem früheren US-Präsidenten Donald Trump werden mit Blick auf das Verfahren gegen ihn wegen versuchten Wahlbetrugs bestimmte öffentliche Äußerungen untersagt. Das entschied die zuständige Richterin in dem Fall, Tanya Chutkan, heute in Washington, wie US-Medien aus dem Gericht berichteten. Konkret geht es dabei um Äußerungen des Republikaners, die er an die Justiz oder potenzielle Zeugen richtet.

Sonderermittler Jack Smith hatte einen entsprechenden Antrag gestellt und argumentiert, Trump habe öffentliche Äußerungen getätigt, mit denen er das Gericht, mögliche Zeugen und Staatsanwälte angegriffen und eingeschüchtert habe.

Trumps Team ortet Zensur

Trumps Verteidigung argumentierte, dass ein solches Redeverbot Zensur sei und gegen das Recht auf Meinungsfreiheit verstoße. Hinzu komme, dass sich der 77-Jährige, der nach der Präsidentenwahl 2024 für die Republikaner wieder in das Weiße Haus will, mitten im Wahlkampf befinde. Es sei nicht rechtens, dass sein demokratischer Konkurrent Joe Biden sich frei äußern dürfe – Trump aber nicht, so Trumps Anwälte.

Gegen den Republikaner war in dem Fall Anfang August Anklage erhoben worden. Er wird unter anderem beschuldigt, eine Verschwörung gegen die Vereinigten Staaten initiiert zu haben.

Trump klagt in London gegen Sexparty-Dossier

Auch an einer anderen Front kämpft Trump vor Gericht. Mit einer Zivilklage in London will er nun Behauptungen widerlegen, er habe an Sexpartys in Russland teilgenommen. Er werde entsprechende Beweise vorlegen, sagte sein Anwalt nach Angaben der britischen Nachrichtenagentur PA vor dem High Court in London.

Bei der Klage geht es um ein 2017 an die Öffentlichkeit gelangtes Dossier des britischen Ex-Geheimdienstmitarbeiters Christopher Steele. Darin werden unter anderem Berichte zitiert, wonach der russische Geheimdienst Filmmaterial von der angeblichen Teilnahme Trumps an Sexpartys in Russland habe und als Druckmaterial in der Hinterhand halte. Ein Bericht dreht sich um eine angebliche Party mit Prostituierten in einem Moskauer Hotel im Jahr 2013.

Trump hatte entsprechende Berichte stets bestritten und klagt nun in London die von Steele gegründete Beratungsfirma Orbis Business Intelligence.

Russlands Generalstaatsanwaltschaft hat die Central European University (CEU) in Wien heute zur „unerwünschten Organisation“ erklärt. Die Zusammenarbeit mit der 1991 von George Soros in Budapest gegründeten Privatuniversität, die nach Schwierigkeiten mit der ungarischen Regierung 2019 nach Österreich übersiedelte, wird nach russischem Recht somit potenziell strafbar. Begründet wurde die Maßnahme mit einer Positionierung der CEU gegen die Politik von Präsident Wladimir Putin.

Offiziell nenne die CEU in Österreich die Unterstützung der Werte einer „offenen Gesellschaft und der Demokratie“ in den Staaten von Zentral- und Osteuropa sowie in den Republiken der ehemaligen Sowjetunion als Ziel, erläuterte die Generalstaatsanwaltschaft auf Telegram. „In Wirklichkeit zielen die Anstrengungen der Organisation jedoch darauf ab, die Militärspezialoperation und die politische Führung der Russischen Föderation zu diskreditieren“, hieß es.

So habe die Universität ein Bildungsprogramm für Studierende initiiert, in denen mutwillig die Geschichte des russischen Staates entwertet und verfälscht, die Verdienste russischer Gelehrter, Schriftsteller und Kulturschaffender geschmälert sowie Russland für alle globalen Katastrophen verantwortlich gemacht werde. Der Universität wird zudem vorgeworfen, von Hass gegen Russland und seine multinationale Bevölkerung durchzogen zu sein.

Haft droht

Die russische Generalstaatsanwaltschaft hat zuletzt westliche Thinktanks und bereits 2021 mit dem Bard College in den USA auch eine Privatuniversität zur „unerwünschten Organisation“ erklärt. Österreichische Institutionen waren davon zuvor noch nicht betroffen. Relevant ist die Entscheidung insbesondere für CEU-Mitarbeiterinnen und -mitarbeiter sowie Studierende mit Beziehungen nach Russland, wo nach Paragraf 284.1 für Beteiligung an einer „unerwünschten Organisation“ bis zu vier Jahre und für diesbezügliche organisatorische Tätigkeiten bis zu sechs Jahre Haft drohen könnten.

Die deutsche Polizei hat in Brandenburg an der deutsch-polnischen Grenze mit festen Kontrollen begonnen. Mit der Entscheidung der deutschen Innenministerin Nancy Faeser (SPD) seien vorübergehend Binnengrenzkontrollen eingeführt worden, sagte eine Sprecherin der Bundespolizeidirektion Berlin der Deutschen Presse-Agentur. Das sei an der Grenze zu Polen im Bereich von Brandenburg an mehreren Stellen der Fall. Auf der Stadtbrücke in Frankfurt (Oder) kontrollierten Bundespolizisten direkt an der Grenze.

Faeser hatte angekündigt, dass sie stationäre Kontrollen für die Grenzen zu Polen, Tschechien und der Schweiz bei der EU-Kommission angemeldet habe. Begründet wird der Schritt mit der Begrenzung der irregulären Migration und einer noch stärkeren Bekämpfung der Schlepperkriminalität. Die Entscheidung werde zunächst für zehn Tage wirksam, die Notifizierung könne bis zu insgesamt zwei Monaten verlängert werden.

Die italienische Regierung hat heute die bereits mehrmals angekündigte Klage gegen Österreich vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) wegen der Tiroler Anti-Transit-Maßnahmen beschlossen.

Der italienische Verkehrsminister Matteo Salvini kündigte den Schritt am Ende einer Ministerratssitzung in Rom an. Es handle sich um eine „schwierige, aber zwingende Entscheidung angesichts der Haltung der EU-Kommission und der Unmöglichkeit, eine Verhandlungslösung zu erreichen“.

Nun beginne ein „präzedenzloses Verfahren, in dem wir auch andere Länder einbinden werden“, sagte der Lega-Politiker bei einer Pressekonferenz.

Streit schwelt seit Jahren

Vor dem Ministerrat hatte der italienische Außenminister Antonio Tajani versucht, die Wogen zu glätten. „Wir prüfen, was auf dem Brenner geschieht. In diesem Fall muss Vernunft überwiegen. Ich hoffe, dass am Schluss eine Lösung gefunden wird“, hatte Tajani bei einem Wahlkampfauftritt anlässlich der Südtiroler Landtagswahl in Bozen erklärt.

Laut Artikel 259 kann jeder EU-Mitgliedsstaat den EuGH anrufen, wenn er der Auffassung ist, dass ein anderes Mitglied gegen eine Verpflichtung aus den Verträgen verstoßen hat, hatte Salvini vergangene Woche betont. Bevor ein Mitgliedsstaat wegen einer angeblichen Verletzung der Verpflichtungen aus den Verträgen gegen einen anderen Staat Klage erhebt, muss allerdings die EU-Kommission damit befasst werden.

Die Diskussion über die Tiroler Anti-Transit-Maßnahmen auf der Brennerstrecke wie sektorales Fahrverbot, Nachtfahrverbot und Blockabfertigungen schwelt seit Jahren zwischen Italien und Deutschland auf der einen und Österreich auf der anderen Seite.

Die schwarz-rote Tiroler Landesregierung hatte – mit Unterstützung von Verkehrsministerin Leonore Gewessler (Grüne) – wiederholt klargemacht, an den Maßnahmen festhalten zu wollen und nicht von der Regulierung des Schwerverkehrs abzurücken, solange es keine große europäische Lösung gebe.

Für Gewessler „Notmaßnahme“

Gewessler verteidigte folglich in einer Reaktion einmal mehr die „Notmaßnahmen“ Tirols und betonte, dass der Bund eng an der Seite des Bundeslandes stehe. Sie mahnte zu Verhandlungen, schließlich liege mit dem Slotsystem für buchbare Lkw-Fahrten auf der Brennerstrecke ein Vorschlag auf dem Tisch.

„Darüber zu reden wäre jetzt angesagt – anstatt wöchentlich mit rechtlichen Schritten zu drohen. Salvini beweist einmal mehr, nicht an tatsächlichen Verbesserungen interessiert zu sein, sonst würde er nicht von Klagen reden, sondern an den Verhandlungstisch zurückkehren“, so die Verkehrsministerin.

Österreich ist und bleibe gesprächsbereit. Das hätten Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) und sie selbst zuletzt in einem Brief gegenüber Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bekräftigt, so Gewessler.

Inland

Angesichts der Gewalt im Nahen Osten will Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) die sichtbare Präsenz von Sicherheitskräften um jüdische Einrichtungen erhöhen. Bei einem Auftritt vor Journalistinnen und Journalisten im Rahmen des Nationalen Forums gegen Antisemitismus in Wien bekräftigten Karner und Verfassungsministerin Karoline Edtstadler (ÖVP), auf der Seite Israels und der Jüdinnen und Juden zu stehen. Der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde, Oskar Deutsch, sprach von einem Genozid.

Deutsch bedankte sich für den „starken Support“ durch Zivilgesellschaft und Polizei – „aber es ist nicht genug“. Die Menschen seien ängstlich und nervös. Man werde alles Mögliche tun, um den Mitgliedern der jüdischen Gemeinde die Angst zu nehmen, sagte Karner. Unmittelbar nach dem Großangriff der Hamas auf Israel vor mehr als einer Woche seien zahlreiche Maßnahmen getroffen worden – so etwa die Überwachung von Gebetshäusern und Synagogen im gesamten Bundesgebiet. Nun wolle man die sichtbare Präsenz deutlich erhöhen. Die Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst beurteile die Lage außerdem laufend.

Das im vergangenen Jahr initiierte Forum tagt in Wien zum zweiten Mal. An dem Treffen nehmen Vertreterinnen und Vertreter aus Bund, Ländern, Sozialpartnern, Wissenschaft, Religionsgemeinschaften, jüdischen Museen und der Zivilgesellschaft teil, um über Möglichkeiten für den Schutz und die Absicherung des jüdischen Lebens in Österreich zu sprechen.

Die Auszahlung von 450 Millionen Euro an CoV-Hilfen im kommenden Jahr könnte durch eine anstehende Entscheidung des Verfassungsgerichtshofs (VfGH) gefährdet sein, berichtete der „Standard“ heute.

Der VfGH prüft seit Monaten die gesetzliche Grundlage der Auszahlungen und könnte Teile der Gesetzgebung kippen, was die für 2024 vorgesehenen Zahlungen verhindern könnte.

Der „Standard“ verwies auf interne Unterlagen des Finanzministeriums, wonach für 2024 noch 450 Millionen Euro an „COFAG-Zuschüssen“ budgetiert seien. Das Finanzministerium wollte den Betrag laut Zeitung nicht kommentieren.

Mangelnder Rechtsanspruch in der Kritik

Besonders kritisch sieht der VfGH dem Bericht zufolge, dass die COFAG nicht den Weisungen des Finanzministers unterlag und dass der mangelnde Rechtsanspruch auf Finanzhilfen „gegen das Recht auf Eigentum, das Rechtsstaatsprinzip und den Gleichheitsgrundsatz“ verstoßen könnte.

Die Entscheidung könnte nächste oder übernächste Woche fallen. Die Politik rechne damit, dass der VfGH zumindest Teile der COFAG-Gesetzgebung kippt, schreibt der „Standard“.

Je nach Inhalt könnte das dazu führen, dass die COFAG nichts mehr auszahlen kann und das Gesetz repariert werden muss. Im Finanzministerium hieß es, die Abbaugesellschaft des Bundes, die die COFAG abwickelt, werde ein Konzept fertigstellen, sobald das Urteil des VfGH vorliege. „Noch offene Fälle werden selbstverständlich erledigt“, verspricht man.

Der Bürgermeister von Schrattenberg (Niederösterreich), Johann Bauer (ÖVP), tritt von seiner Funktion zurück, wie auch die „Niederösterreichischen Nachrichten“ („NÖN“) berichten. Für Aufregung in der Gemeinde sorgten zuvor Aufnahmen u. a. von einer Wirtshausrauferei zwischen Bauer und anderen Gästen.

Mehr dazu in noe.ORF.at

Im Wiener Gemeinderat ist heute über jene Grundstücksgeschäfte in Kleingartenanlagen diskutiert worden, die in den vergangenen Wochen für Aufsehen gesorgt hatten. Für die Opposition liegt ein klarer Fall von Freunderlwirtschaft vor.

Mehr dazu in wien.ORF.at

Das Rote Kreuz Salzburg hat heute eine Datenpanne öffentlich gemacht. Rund die Hälfte der Dokumentationsbögen aus den CoV-Impfstraßen zwischen Februar 2021 und März 2022 sei nicht mehr auffindbar – insgesamt rund 147.000 Stück. Große Folgen erwartet das Rote Kreuz aber nicht.

Mehr dazu in salzburg.ORF.at

Knapp 3.000 Menschen haben bisher Mittel aus dem CoV-Fonds des Landes beantragt – neben Long Covid und Therapiekosten ist nun auch der erste Impfschaden entschädigt worden. Die Zahlungen würden bisher 2,2 Mio. Euro ausmachen, das ist nicht einmal ein Zehntel des Fonds.

Mehr dazu in noe.ORF.at

ZIB2

Im Gazastreifen herrscht banges Warten: auf die Öffnung der Grenze zu Ägypten, auf Hilfslieferungen und auf die erwartete Bodenoffensive Israels. In der ZIB2 ist dazu Bente Scheller, Nahost-Expertin der Heinrich-Böll-Stiftung Berlin.

Aus für Zoff mit Brüssel und Eiszeit mit Berlin?

Die proeuropäische Opposition hat laut Teilergebnissen bei der Wahl in Polen die Mehrheit im Parlament errungen.

Kleine Gärten – große Probleme

Im Wiener Gemeinderat wurde über Grundstücksgeschäfte in Kleingartenanlagen diskutiert, die in den vergangenen Wochen für Aufsehen gesorgt haben.

Schüler Gerber im „Echtzeitalter“

Der junge Wiener Tonio Schachinger hat mit seinem Schulroman „Echtzeitalter“ den Deutschen Buchpreis 2023 gewonnen.

ZIB2 mit Armin Wolf, 22.00 Uhr, ORF2

Mail an die ZIB2

Textfassung: Zeit im Bild

EU

Die EU-Kommission stellt den sechs Westbalkan-Staaten sechs Milliarden Euro zur Verfügung, um den Reformprozess anzukurbeln und den Beitritt zur Union zu beschleunigen.

Mit zwei Milliarden Euro an Zuschüssen und vier Milliarden an Krediten solle das Bruttoinlandsprodukt der sechs Staaten sich noch in diesem Jahrzehnt verdoppeln, sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen heute in Tirana nach Abschluss des Gipfels im „Berlin-Prozess“.

EU-Ratspräsident Charles Michel erklärte, die EU und die Westbalkan-Staaten müssten 2030 aufnahme- und beitrittsbereit sein. Die Kommissionspräsidentin betonte dagegen, dass der Beitritt von tatsächlichen Reformen abhängig sei.

Ukraine-Krieg

In der Ukraine geht die vom Krieg geprägte Amtszeit von Präsident Wolodymyr Selenskyj ihrem Ende zu. Unter normalen Umständen wäre nun Wahlkampf angesagt – neben Sicherheitsbedenken stellt sich aber auch rechtlich und organisatorisch die Frage der Durchführbarkeit. Selenskyj möchte mit Blick auf einen möglichen EU-Beitritt gute Regierungsführung beweisen. Die demokratische Legitimität einer Wahl während des Krieges sorgt aber für Debatten.

Lesen Sie mehr …

Chronik

Bereits zum dritten Mal wurde heuer in ein Geschäft eines Luxusmodehändlers in der Wiener Innenstadt eingebrochen. Diesmal wurden aus dessen Outlet auf der Seilerstätte luxuriöse Kleidungsstücke gestohlen.

Mehr dazu in wien.ORF.at

200 Euro Strafe wegen der Gefährdung der öffentlichen Sicherheit – das war am Montag die Strafe vor dem Bezirksgericht Zell am See (Salzburg) für einen Wiener. Er soll eine 300 Meter breite Riesenlawine ausgelöst und so seinen eigenen Sohn gefährdet haben. Der damals 44-jährige Wiener und sein 13-jähriger Sohn fuhren bei Lawinenwarnstufe vier in den ungesicherten, steilen Osthang im freien Gelände ein.

Mehr dazu in salzburg.ORF.at

Eine Katze ist in Reuthe im Bregenzerwald (Vorarlberg) von einer unbekannten Person angeschossen und schwer verletzt worden. Das rechte Vorderbein musste amputiert werden. Die Polizei sucht nun nach Zeugen, die Hinweise geben können.

Mehr dazu in vorarlberg.ORF.at

Ein zu hohes maximales Abfluggewicht ist für zwei Linienflüge von Japan Airlines (JAL) zum Problem geworden. Auf den Passagierlisten standen nämlich 14 und 13 Sumo-Ringer, die von Tokio und Osaka auf die südjapanische Insel Amami-Oshima wollten, berichteten japanische Medien. Dort fand ein Sumo-Turnier statt.

JAL war sich nicht sicher, ob die Treibstoffmenge in Kombination mit dem erhöhten Gewicht durch die Sumo-Ringer gereicht hätte. Der Schätzung nach wogen diese durchschnittlich mehr als 120 Kilogramm – weit mehr als der Durchschnitt von 70 Kilogramm, hieß es in den Medien.

Ein größeres Flugzeug als die eingeplante Boeing 737-800 hätte die Airline nicht einsetzen können, weil die Piste auf dem Flughafen Amami mit 2.000 Metern für größere Maschinen zu kurz ist. JAL sah sich daher dazu gezwungen, einen zusätzlichen Flug für 27 Ringer bereitzustellen.

„Aufgrund der Gewichtsbeschränkungen für dieses Flugzeug ist es für uns äußerst ungewöhnlich, Sonderflüge durchzuführen“, sagte ein JAL-Sprecher der Regionalzeitung „Minami-Nippon Shimbun“. Laut japanischen Medien wurden auch zusätzliche Flüge eingerichtet, um die Ringer nach dem Ende des Turniers am Sonntag nach Hause zu bringen.

Eine britische Krankenwagenorganisation hat sich entschuldigt, nachdem ein für tot erklärter Patient später im Krankenhaus aufgewacht ist. Medienberichten zufolge war der Patient am Freitag in das Darlington Memorial Hospital in der Grafschaft Durham gebracht worden, da die Sanitäter glaubten, er sei verstorben.

Der North East Ambulance Service (NEAS) teilte mit, dass eine Untersuchung zum Irrtum der Rettungskräfte eingeleitet worden sei. „Wir bedauern zutiefst die Not, die Ihnen dadurch entstanden ist“, sagte NEAS-Leiter Andrew Hodge. Weitere Kommentare gab er nicht ab. Auch zum aktuellen Zustand des Patienten äußerten sich er und das Darlington Memorial nicht.

Erst Anfang des Jahres war bekannt geworden, dass ein NEAS-Sanitäter einen Patienten für tot erklärt hatte, anstatt versucht zu haben, eine Wiederbelebung durchzuführen. Der Mitarbeiter wurde daraufhin entlassen. Nach der Veröffentlichung entschuldigte sich NEAS „für etwaige Belastungen, die den Familien durch Fehler in der Vergangenheit entstanden sind“.

Sport

Österreichs Fußballnationalteam hat sich heute zum dritten Mal in Folge für eine Europameisterschaft qualifiziert. Die Mannschaft von Teamchef Ralf Rangnick glänzte beim 1:0 in Aserbaidschan nicht, aber erledigte die Aufgabe gegen den Außenseiter bis auf eine Aktion im Finish souverän. Das lag auch am Schwung, den die Einwechselspieler nach der Pause brachten, die letztlich für den entscheidenden Treffer verantwortlich zeichneten.

Lesen Sie mehr …

Im Sportpark Klagenfurt finden ab morgen die Weltmeisterschaften im Pool-Billard statt. Als Erstes starten die Männer im 8-Ball in die Titelkämpfe, ab Mittwoch greifen auch die Frauen im 10-Ball zum Queue. Für Österreich auf Medaillenjagd gehen unter anderen die Kärntner Geschwister Jasmin und Albin Ouschan. „Zu Hause hat man ein Fünkchen mehr Druck. Aber ohne Druck keine Diamanten“, sagte Jasmin Ouschan.

Lesen Sie mehr …

Die dritten in Los Angeles stattfindenden Olympischen Sommerspiele werden wie erwartet wieder ein noch bunteres Programm als bisher anbieten. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) segnete heute die Aufnahme von Flag Football und Squash sowie das Comeback von drei weiteren Sportarten für die Spiele 2028 ab. Vor allem die Premiere von Flag Football sorgt in Österreich für Freude.

Lesen Sie mehr …

Rund eineinhalb Monate vor dem Start der Weltmeisterschaft in Norwegen, Schweden und Dänemark haben sich Österreichs Handballerinnen mit der knappen 32:34-Testniederlage gegen Ungarn gestern Abend eine erste Moralinjektion geholt. „Das gibt uns ein sehr gutes Gefühl für die WM“, sagte Teamchef Herbert Müller nach einer über weite Strecken gelungenen Vorstellung in Schwechat.

Lesen Sie mehr …

Wirtschaft

Nach den bisher ergebnislosen Kollektivvertragsverhandlungen für die rund 120.000 Beschäftigten der Metallindustrie erhöhen diese den Druck. Am Montag wurden laut einer Aussendung bundesweite Betriebsversammlungen beschlossen, sollte am Freitag „kein Abschluss zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern erzielt“ werden, hieß es.

Lesen Sie mehr …

Ab heute können sich Unternehmen im aws Fördermanager für den Energiekostenzuschuss 2 voranmelden. Diese technische Voranmeldung sei notwendig, um die Abwicklung des Zuschusses noch innerhalb des befristeten Krisenrahmens der EU, der mit Ende Dezember ausläuft, zu gewährleisten, teilte das Wirtschaftsministerium heute mit. Die Voranmeldung läuft bis 2. November und ist für die spätere Antragstellung verpflichtend.

Anträge können ab dem 9. November eingereicht werden – vorbehaltlich der Genehmigung durch die Europäische Kommission und der „endgültigen Einigung über die Richtlinie“, hieß es in der Aussendung.

Die Koalition feilscht noch um die Details der notwendigen Förderrichtlinie. Die geplanten Förderkriterien würden jedenfalls eine Förderung von bereits eingepreisten Kostenanteilen ausschließen, hieß es in der Aussendung. Der niederösterreichische Wirtschaftskammer-Präsident Wolfgang Ecker sieht in der Ankündigung noch keinen Grund zur Freude. „Wann die Auszahlung der Energiehilfen erfolgt, ist nämlich immer noch fraglich“, wird Ecker in einer Aussendung zitiert. Er forderte mehr Tempo bei der Förderrichtlinie und empfahl gleichzeitig den Unternehmen, die Voranmeldung zu nützen.

Die ÖBB verstärken für die Herbstferien ihr Zugsangebot. 39 zusätzliche Zugsverbindungen und rund 17.000 zusätzliche Sitzplätze stehen den Reisenden zur Verfügung, teilte das Unternehmen heute mit. Baustellen könnten den Verkehr jedoch aufhalten.

Mehr dazu in oesterreich.ORF.at

IT

Das Computerspiel „Minecraft“ ist schon bisher das meistverkaufte Computerspiel aller Zeiten gewesen. Nun hat das Spiel, das inzwischen Microsoft gehört, eine weitere historische Marke geknackt. 300 Millionen Mal sei bisher ein Exemplar des Sandbox-Spiels verkauft worden, gab das Entwicklerstudio Mojang Studios gestern bekannt.

Es sei ein „Meilenstein, von dem niemand zu träumen gewagt hätte, als wir alle noch unsere ersten Lehmhäuser bauten“, schrieb die Chefin des Studios, Helen Chiang, in einer Aussendung. Sie spielte damit auf eine der zentralen Aufgaben im Spiel an – das Bauen von Gebäuden mit zuvor abgebauten Rohstoffen.

Vom Einmannprojekt zum Milliardenunternehmen

Ursprünglich entwickelt wurde das Spiel von einem einzigen Mann: dem Schweden Markus „Notch“ Persson. 2009 veröffentlichte er „Minecraft“ als „Early Access“-Titel, ein Jahr später gründete er Mojang Studios, um das Spiel weiterzuentwickeln. Im September 2014 kaufte Microsoft Mojang mitsamt „Minecraft“ für 2,5 Milliarden Dollar (2,4 Mrd. Euro).

„Minecraft“ erfand das Prinzip des Sandbox-Spiels zwar nicht, wurde für diese Art des Computerspiels aber wegbereitend. Inzwischen existiert eine Vielzahl von nutzergenerierten Inhalten und Erweiterungen, die dem Spiel auch fast 15 Jahre nach seiner Veröffentlichung noch immer eine riesige Fangemeinde bescheren.

Was die Verkaufszahlen betrifft, spielt Minecraft jedenfalls in einer ganz eigenen Liga. „Grand Theft Auto 5“, das sich auf der Liste der meistverkauften Spiele auf Platz zwei findet, wurde seit seiner Veröffentlichung im Jahr 2013 weltweit mehr als 180 Millionen Mal verkauft.

Kultur

Sie sind zwar schon längst im Pensionsalter, machen aber als rockende Pensionisten immer noch gute Figur. Seit 60 Jahren begeistern die Rolling Stones Publikum wie Kritiker. Am Freitag erscheint nach 18 Jahren ihr neues Album mit dem Titel „Hackney Diamonds“. Die Musikbranche spricht schon jetzt von der Rocksensation des Jahres. Wie es klingt, hat sich der „kulturMontag“ angehört.

Mehr dazu in tv.ORF.at

Die Stadt Wien ermöglicht den freien Eintritt in die Dauerausstellung des Wien Museums. „Wien. Meine Geschichte“ lautet der Titel der neuen Dauerausstellung, mit der das Wien Museum nach fast vier Jahren Umbau am 6. Dezember wiedereröffnet wird.

Mehr dazu in wien.ORF.at

Panorama

Auf dem Weg von Brüssel nach Straßburg hat sich ein – häufig von vielen EU-Politikerinnen und -Politikern genutzter – Zug verfahren und Kurs auf das Disneyland bei Paris genommen. Nach dem Halt am Pariser Flughafen Charles de Gaulle sei der TGV-Hochgeschwindigkeitszug wegen einer falsch gestellten Weiche nicht Richtung Straßburg, sondern nach Marne-la-Vallee und zum dortigen Freizeitpark abgebogen, bestätigte die Staatsbahn SNCF. Man entschuldige sich für die Verzögerung, der Zug sei am Montag mit 45 Minuten Verspätung in Straßburg angekommen.

Die Betroffenen, die auf dem Weg zu der Sitzung des EU-Parlaments in dieser Woche in Straßburg waren, nahmen es teils mit Humor. Ob der Werbeslogan von Disney, „Wenn Magie lebendig wird“, bald auch für das EU-Parlament gelten werde, fragte sich der Parlamentsmitarbeiter Emmanuel Foulon. In seinem Post auf Twitter (X) teilte er auch eine Karte mit dem Standort des verirrten Zuges.