Ausland

Bei der Eröffnung des G-20-Treffens der Außenminister in Rio de Janeiro pocht Gastgeber Brasilien auf eine Reform der Vereinten Nationen. „Multilaterale Institutionen sind nicht angemessen ausgestattet, um mit den aktuellen Herausforderungen umzugehen“, sagte Brasiliens Außenminister Mauro Vieira heute.

Das zeige die Lähmung des UNO-Sicherheitsrates in Bezug auf die laufenden Konflikte, die zum Verlust unschuldiger Leben führe. Es bedürfe deshalb einer tiefgreifenden Reform multinationaler Organisationen, forderte Vieira. Das sei die oberste Priorität der brasilianischen G-20-Präsidentschaft.

In Rio sind die Außenminister der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer zu zweitägigen Beratungen zusammengekommen. Brasiliens Präsident Luiz Inacio Lula da Silva kritisierte in der Vergangenheit die fünf ständigen Mitglieder im UNO-Sicherheitsrat – die USA, China, Russland, Frankreich und Großbritannien. Die UNO käme ihrer Aufgabe in der Welt nicht mehr nach.

Am sechsten Jahrestag des Mordes an dem Enthüllungsjournalisten Jan Kuciak und seiner Verlobten Martina Kusnirova haben heute Tausende Menschen des Paares gedacht und gleichzeitig gegen die Regierung des linksnationalen Ministerpräsidenten Robert Fico demonstriert.

Tausende Demonstranten auf dem Freiheitsplatz in Bratislava
IMAGO/CTK Photo/Vaclav Salek

Die beiden damals 27-Jährigen wurden am 21. Februar 2018 in ihrem Haus im Dorf Velka Maca östlich von Bratislava erschossen. Die Bluttat löste Massenproteste aus und führte zum Rücktritt des damaligen Regierungschefs Fico, der inzwischen nach einem Wahlsieg wieder zurück an der Macht ist. Vor dem Regierungsamt in Bratislava rief die Menge nun ähnlich wie damals in Sprechchören „Schande!“ und „Fico ins Gefängnis!“

Die Gedenk- und Protestkundgebung richtete sich besonders gegen eine von der Regierung geplante Strafrechtsreform. Deren Kern ist die Abschaffung einer Spezialstaatsanwaltschaft für organisiertes Verbrechen und Korruption. Ihre Gegner werfen der Regierung vor, damit vor allem Korruptionsfälle aus früheren Regierungszeiten der Fico-Partei Smer-SSD unter den Teppich kehren zu wollen.

Die Hilfslieferungen in den Gazastreifen sind nach Angaben der Vereinten Nationen in den vergangenen zwei Wochen nahezu zum Erliegen gekommen. Die prekäre Sicherheitslage macht es zunehmend schwerer, über die Grenze gebrachte Lebensmittel zu verteilen, wie aus Daten der UNO und Aussagen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Organisation hervorgeht.

UNO-Sprecherin Eri Kaneko appellierte an die Verantwortung des israelischen Militärs zur Sicherstellung von humanitärer Hilfe: „Hilfsgüter, die sich an der Grenze stapeln, sind ein Beweis für das Fehlen einer sicheren Umgebung“, sagte sie. Israel weist die Vorwürfe zurück.

WFP stoppt Lieferungen in Norden

Das Welternährungsprogramm (WFP) der Vereinten Nationen hatte gestern die Lieferungen dringend benötigter Lebensmittel in den nördlichen Gazastreifen vorerst gestoppt. Ein WFP-Konvoi sei „aufgrund des Zusammenbruchs der zivilen Ordnung mit völligem Chaos und Gewalt konfrontiert“ gewesen. Die Teams hätten von einem „beispiellosen Ausmaß an Verzweiflung“ berichtet. Das WFP hatte die Lieferungen erst am Sonntag nach einer dreiwöchigen Unterbrechung wieder aufgenommen.

UNO: Kinder dramatisch unterversorgt

Mehrere UNO-Organisationen schlugen zudem wegen der Lage der Kinder im Gazastreifen Alarm. Der Mangel an Lebensmitteln, die zunehmende Unterernährung und die rasche Ausbreitung von Krankheiten könnten zu einem starken Anstieg der Todesfälle führen, warnten zuletzt die Weltgesundheitsorganisation (WHO), das UNO-Kinderhilfswerk (UNICEF) und das WFP.

Der wegen der Weitergabe von Falschinformationen über den US-Präsidentensohn Hunter Biden angeklagte FBI-Informant Alexander Smirnov ist nach Angaben der Ermittler von Mitarbeitern des russischen Geheimdienstes mit Material für seine Lügengeschichten versorgt worden.

Das habe der 43-jährige Smirnov im Verhör zugegeben, erklärten der Sonderermittler David Weiss und andere Strafverfolger in einem gestern bei einem Bundesgericht im US-Bundesstaat Nevada eingereichten Dokument.

Smirnov – der sowohl die US- als auch die israelische Staatsbürgerschaft hat – war in der vergangenen Woche nach seiner Rückkehr von einer Auslandsreise im Flughafen von Las Vegas festgenommen worden.

Rückschlag für Republikaner

In der gegen ihn erhobenen Anklage heißt es, er habe der US-Bundespolizei FBI Lügen über vermeintliche Bestechungsgelder erzählt, die Hunter Biden und sein Vater Joe Biden von einem ukrainischen Gasunternehmen erhalten haben sollen.

Die Anklage gegen den früheren FBI-Informanten ist ein schwerer Rückschlag für die oppositionellen Republikaner in ihren Bestrebungen, ein Amtsenthebungsverfahren gegen Präsident Biden wegen Korruption auf den Weg zu bringen. In diesen Bemühungen spielten die Aussagen Smirnovs bisher eine zentrale Rolle.

Die USA haben den Internationalen Gerichtshof (IGH) aufgerufen, sich im Gaza-Krieg mit einseitigen Forderungen an Israel zurückzuhalten. Die Aufforderung, die besetzten Gebiete unverzüglich und bedingungslos zu räumen, könnte den Friedensprozess noch weiter blockieren, warnte der Rechtsvertreter der USA, Richard Visek, heute vor dem Gericht in Den Haag.

Das Gericht sollte nicht versuchen, den lang andauernden Konflikt mit einem Rechtsgutachten zu lösen, das nur das Verhalten einer Seite gezielt anspreche, so Visek.

Seit Montag läuft bei dem höchsten Gericht der Vereinten Nationen eine Anhörung zur Frage, ob die seit fast 60 Jahren dauernde israelische Besatzung der palästinensischen Gebiete rechtmäßig ist. Eine Rekordzahl von 52 Staaten und drei internationalen Organisationen beteiligt sich daran. Eine Entscheidung des Gerichts wird erst in Monaten erwartet.

USA: Gutachten hätte Konsequenzen

Der Vertreter der USA bekräftigte, dass ein solches Rechtsgutachten Konsequenzen für die Konfliktparteien und für die andauernden „Bemühungen um einen dauerhaften Frieden“ haben werde.

Der Vertreter Russlands, Botschafter Wladimir Tarabrin, klagte Israel wegen der „andauernden Verweigerung des Selbstbestimmungsrechtes für die Palästinenser“ an. Er beschuldigte auch die USA, den Friedensprozess seit Jahren absichtlich zu stören.

Ukraine-Krieg

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Luftstreitkräfte des Landes für den Abschuss von mehreren russischen Kampfjets gewürdigt. Innerhalb einer Woche seien sieben Suchoi-Kampfflugzeuge abgeschossen worden, sagte der Staatschef heute in seiner täglichen Videobotschaft. „Ich bin unseren Luftstreitkräften und allen, die unseren Luftraum schützen, dankbar“, so Selenskyj.

Vor dem zweiten Jahrestag des Kriegsbeginns kündigte Selenskyj auch neue bedeutende Sicherheitsabkommen mit den Verbündeten der Ukraine an. Es gehe unter anderem um Verteidigungshilfen für die Soldaten und sehr konkrete finanzielle Garantien für den Staat, sagte Selenskyj. Details nannte er nicht. Zuletzt hatte die Ukraine mit Großbritannien, Deutschland und Frankreich Sicherheitsabkommen geschlossen. Weitere sollten in den kommenden Wochen folgen, kündigte der Präsident an.

Die Ukraine gedenkt am Samstag des zweiten Jahrestages des Beginns des russischen Angriffskrieges. Kreml-Chef Wladimir Putin hatte die Invasion am 24. Februar 2022 befohlen und damit Tod und Zerstörung über das Nachbarland gebracht. Die Ukraine verteidigt sich mit westlicher militärischer und finanzieller Hilfe gegen den Überfall.

Mindestens 45.000 russische Soldaten sind einer Medienuntersuchung zufolge seit Beginn des russischen Angriffskrieges im Februar 2022 in der Ukraine ums Leben gekommen. Dem russischen Dienst der BBC und dem russischen Medienunternehmen Mediazona sei es gemeinsam mit „einem Team von Freiwilligen gelungen, die Namen von 45.123 russischen Soldaten zu ermitteln, die seit Februar 2022 im Krieg in der Ukraine gefallen sind“, heißt es in einem Bericht der beiden Medien heute.

Echte Totenzahl wohl viel höher

Die Ziffer enthalte lediglich die Namen von Soldaten, „die in öffentlich zugänglichen Daten – hauptsächlich Nachrufen – erfasst wurden“, hieß es weiter. Die tatsächliche Zahl der Toten könne doppelt so hoch sein.

Zwei Drittel der identifizierten Toten hätten vor der Invasion keine Verbindung zur Armee gehabt, erklärten die Medien. Es handle sich bei ihnen um Freiwillige, Mobilisierte, Häftlinge und Rekruten von Privatunternehmen, erklärte der russische Dienst der BBC.

Geheimhaltung um Totenzahlen

Der Krieg in der Ukraine dauert mittlerweile zwei Jahre. Die Zahl der Toten ist ein heikles Thema – keine der beiden Seiten veröffentlicht offizielle Zahlen. Analysten gehen davon aus, dass es auch in der ukrainischen Armee Zehntausende Todesopfer gibt.

Inland

Investor Rene Benko wird offenbar dem parlamentarischen COFAG-Untersuchungsausschuss als Auskunftsperson zur Verfügung stehen. Laut „Oberösterreichischen Nachrichten“ und „Standard“ soll der Gründer der Signa Holding der Ausschussführung zugesagt haben, am 4. April die Fragen des Gremiums zu beantworten.

Ursprünglich sollte er Anfang März Auskunft geben. Die Opposition vermutet, dass Benko sowie Unternehmer Siegfried Wolf überproportional von staatlichen Hilfen profitiert hätten.

Inzwischen ist Benkos Signa-Reich zusammengebrochen. Seither hat der Investor öffentliche Auftritte ebenso gemieden wie Medienanfragen.

EU

Europaabgeordnete des Unterausschusses für Sicherheit und Verteidigung sind dazu aufgerufen worden, ihre Handys auf Spionagesoftware überprüfen zu lassen. In zwei Geräten gefundene Spuren erforderten „diese besondere Aufmerksamkeit“, teilte das Parlament heute mit.

Mitgliedern und Mitarbeitern des Unterausschusses werde dringend empfohlen, ihre Mobiltelefone auf mögliche Spyware-Installationen überprüfen zu lassen, heißt es in einer internen E-Mail der IT-Abteilung des Parlaments, die der dpa in Brüssel vorliegt. Nach Informationen der dpa gehört eines der betroffenen Handys einem Abgeordneten. Zuvor hatte das Portal Politico darüber berichtet.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat betont, dass die auf EU-Ebene getroffene Entscheidung zum Verbrenner-Aus 2026 überprüft wird. Es sei „sehr wichtig“, dass im Jahr 2026 eine Überprüfung erfolge, sagte die Deutsche heute.

„Ich denke, oft wird vergessen, dass im Jahr 2026 eine Bestandsaufnahme und eine Überprüfung stattfinden wird.“ So solle sichergestellt werden, dass es Offenheit für Technologien und Wahlmöglichkeiten für Verbraucher gebe. Auch die Industrie sollte wählen können, wo sie investieren wolle und worin sie die Mobilität der Zukunft sehe.

2022 hatte sich die EU darauf geeinigt, dass ab 2035 keine Neuwagen mehr zugelassen werden sollen, die Benzin oder Diesel tanken. Bereits bei der Einigung wurde festgehalten, dass 2026 eine Überprüfung erfolgt.

Nehammer fühlt sich bestätigt

Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) fühlt sich von von der Leyens Aussagen bestätigt. „Ich habe immer gesagt, dass das Verbrenner-Aus der falsche Weg ist. Ich wurde viel dafür kritisiert, aber ich bleibe dabei und habe das daher auch in meinem ‚Österreichplan‘ festgeschrieben“, so Nehammer in einer ORF.at übermittelten Stellungnahme.

Man brauche Technologieoffenheit und keine Verbote. „Ich bin froh, dass sich diese Meinung nun auch immer mehr in Europa durchsetzt und werde weiter klar und konsequent gegen ein Verbot des grünen Verbrenners auftreten“, sagte Nehammer.

ZIB2

Viele Züge der ÖBB sind in Werkstätten, gleichzeitig gibt es Lieferschwierigkeiten. Passagiere beschweren sich über Verspätungen und überfüllte Züge. In der ZIB2 ist dazu ÖBB-Vorstandsvorsitzender Andreas Matthä.

Jedes Korn Reis zählt in diesem Kinderleben

Wie Kinder derzeit im Norden des Gazastreifens leben. Eine Reportage von ORF-Korrespondenten Karim El-Gawhary.

Warum ein Anwalt von Anzeigen abrät

Ein Polizist, der den Kopf eines 19-Jährigen auf den Asphaltboden geschlagen und dem Betroffenen eine Rissquetschwunde zugefügt hat, wurde in Wien freigesprochen.

ZIB2 mit Armin Wolf, 22.00 Uhr, ORF2

Mail an die ZIB2

Textfassung: Zeit im Bild

Wirtschaft

Bei Boeings 737-Max-Programm gibt es nach einem dramatischen Zwischenfall mit einer der Maschinen einen Chefwechsel. Der bisher für das Max-Programm zuständige Ed Clark werde das Unternehmen verlassen, teilte Boeing heute mit. Nachfolgerin wird Katie Ringgold, die bisher die Auslieferungen verantwortete.

Anfang Jänner war bei einer so gut wie neuen 737 Max 9 der US-Fluggesellschaft Alaska Airlines mit mehr als 170 Menschen an Bord kurz nach dem Start im Steigflug ein Rumpfteil an der Sitzreihe 26 herausgebrochen. An dieser Stelle haben manche Konfigurationen des Typs mit mehr Sitzen eine Tür. Die betroffene Variante der 737 Max 9 hat stattdessen eine Abdeckung, die die Öffnung verschließt.

Bei dem Zwischenfall wurde niemand ernsthaft verletzt – durch einen glücklichen Zufall waren die beiden Plätze direkt an der Öffnung leer geblieben.

Die Nationale Behörde für Transportsicherheit (NTSB) geht nach einer mehrwöchigen Untersuchung davon aus, dass an dem Fragment Befestigungsbolzen fehlten. Ringgold übernimmt von Clark auch die Führung der Fabrik in Renton, in der die Maschinen montiert werden. Der Zwischenfall setzte Boeing unter Druck, rasch die Qualitätskontrollen zu verbessern.

Der polnische Diskontriese Pepco wird in Österreich demnächst seine Pforten schließen. Das Unternehmen stellt seinen gesamten Geschäftsbetrieb in Österreich ein und wird kommende Woche Insolvenz anmelden, wie der „Standard“ (Onlineausgabe) heute berichtete.

Betroffen seien 680 Beschäftigte in 73 Filialen. Das Unternehmen begründete den Schritt laut dem Bericht damit, dass in Österreich nicht „das erwartete Niveau an Renditen“ erreicht werde.

Pepco war erst vor zweieinhalb Jahren in Österreich eingestiegen, damals wurde das Gros der Geschäfte der Schuhhandelskette CCC übernommen. Das Unternehmen bietet unter anderem Bekleidung, Spielzeug, Haushaltswaren und Möbel zu Niedrigpreisen an.

Chronik

Beim Einsturz einer illegalen Mine in einem abgelegenen Dschungelgebiet im Süden Venezuelas könnten nach Angaben des örtlichen Bürgermeisters bis zu 25 Menschen ums Leben gekommen sein. „Es ist von 25 Toten und 15 Verletzten die Rede“, sagte Yorgi Arciniega, Bürgermeister der Ortschaft Angostura, heute. Es gebe aber weiterhin keine „genaue Anzahl“.

Der Einsturz hatte sich am Dienstag im venezolanischen Bundesstaat Bolivar ereignet. Die Mine liegt eine siebenstündige Bootsfahrt von der nächstgelegenen Stadt La Paragua entfernt, wo die Angehörigen der Bergarbeiter auf Nachrichten von ihren Verwandten warteten.

Der Sekretär für Bürgersicherheit von Bolivar, Edgar Colina Reyes, hatte zuvor von zwei Toten und zwei Verletzten gesprochen. Reyes erklärte, die Verletzten seien in ein Krankenhaus in der Regionalhauptstadt Ciudad Bolivar gebracht worden. Die Toten wurden mit dem Boot nach La Paragua transportiert.

Die Region ist reich an Gold, Diamanten, Eisen, Bauxit, Quarz und Coltan. Neben staatlichen Minen gibt es auch eine florierende illegale Bergbauindustrie.

Zweieinhalb Jahre nach dem Tod einer Kamerafrau auf dem Filmset des Westerns „Rust“ mit Alec Baldwin hat heute in Santa Fe (US-Bundesstaat New Mexico) der erste Strafprozess in dem Fall begonnen. Die Waffenmeisterin Hannah Gutierrez-Reed, die bei den Dreharbeiten für Waffen und Sicherheitsvorkehrungen mitverantwortlich war, ist wegen fahrlässiger Tötung angeklagt.

Zum Auftakt des Verfahrens gegen die Amerikanerin stand die Auswahl von Geschworenen auf dem Programm. Aus einem Pool von 140 möglichen Kandidaten und Kandidatinnen sollten die Anwälte der Anklage und der Verteidigung zwölf Juroren bestimmen, wie die Zeitung „The Santa Fe New Mexican“ berichtete. Für das Verfahren sind rund zwei Wochen angesetzt. Im Falle eines Schuldspruchs drohen Gutierrez-Reed bis zu 18 Monate Haft.

Hauptdarsteller und Produzent Alec Baldwin während der Dreharbeiten zu „Rust“
IMAGO/ZUMA Press/Santa Fe County Sheriff’s Office

Termin für Baldwin-Verfahren noch offen

Hauptdarsteller und Produzent Alec Baldwin (65), der bei den Proben für eine Filmszene den Revolver bedient hat, aus dem sich der tödliche Schuss löste, ist ebenfalls wegen fahrlässiger Tötung angeklagt. Der Prozess gegen den Schauspieler könnte noch in diesem Sommer beginnen, ein genauer Termin ist bisher nicht bekannt. Beide haben die Vorwürfe wiederholt von sich gewiesen und auf nicht schuldig plädiert.

Der Vorfall ereignete sich im Oktober 2021 auf der Bonanza Creek Ranch in New Mexico. Kamerafrau Halyna Hutchins (42) wurde durch das Projektil tödlich getroffen, Regisseur Joel Souza an der Schulter verletzt. Trotz der umfangreichen Ermittlungen sind weiterhin viele Fragen offen. Unklar ist etwa, wie die scharfe Munition an das Set gelangte. Gutierrez-Reed hatte den Revolver geladen, der dann Baldwin gereicht wurde.

Ein am Montag in einem Feld bei Brixen aufgefundener 73-jähriger Südtiroler ist nicht wie bisher angenommen an festgestellten Tierbissen, sondern an einer schweren Unterkühlung gestorben. Das gab nach heutigen Angaben des Nachrichtenportals Südtirol Online die Staatsanwaltschaft in Bozen nach einer durchgeführten Autopsie bekannt.

Dennoch blieb in dem Fall eine zentrale Frage offen: Von welchem Tier stammten die Bisswunden am Körper des Mannes. Infrage kamen laut den Ermittlern ein Hund, ein Wolf oder ein Schakal. Ein Gewaltverbrechen hatten die Carabinieri bereits ausgeschlossen. Das Ergebnis einer DNA-Analyse wird für morgen erwartet.

Der aus Feldthurns stammende Mann war seit Sonntag vermisst worden. Er starb kurz nach seiner Entdeckung im Spital.

Nach der heutigen Ziehung von Lotto „6 aus 45“ gibt es keinen Sechser – das bedeutet Jackpot. Im Topf liegen, zusätzlich zum ersten Rang der nächsten Runde, 639.945,41 Euro.

Es wurden folgende Gewinnzahlen ermittelt.

7 8 21 23 26 40/Zusatzzahl: 30

Die richtigen LottoPlus-Zahlen:

3 23 28 29 41 43

Die richtige Joker-Zahl:

2 5 0 9 8 1

Alle Angaben ohne Gewähr

Kultur

Der Song, mit dem die israelische Teilnehmerin Eden Golan im Mai beim Song Contest antreten will, soll bereits Diskussionen ausgelöst haben. Die israelische Nachrichtenseite ynet berichtete heute, das Organisationsteam hätte den Beitrag mit dem Titel „Oktoberregen“ als politisch eingestuft und erwöge deshalb seine Disqualifizierung.

Der Song bezieht sich Medienberichten zufolge auf das Massaker der islamistischen Hamas in Israel am 7. Oktober, bei dem mehr als 1.200 Menschen getötet worden sind.

Das Lied wurde bisher allerdings nicht offiziell vorgestellt. Der israelische öffentlich-rechtliche Sender Kan besteht jedoch dem Bericht zufolge darauf, dass der Text des Songs nicht geändert werde, selbst wenn das Israel die Teilnahme kosten sollte.

Das Song-Contest-Organisationsteam hatte sich zuvor gegen einen Ausschluss Israels ausgesprochen, den etwa schwedische Kunstschaffende wegen des Gaza-Krieges gefordert hatten.

Medien

Die schwierige wirtschaftliche Lage in der Medienbranche schlägt sich beim „Kurier“ in einem Umstrukturierungsprozess samt Sparpaket nieder. Gestern wurden bis zu 40 Beschäftigte im Frühwarnsystem des AMS zur Kündigung angemeldet.

Zudem gab das Medienhaus heute einen Wechsel an der Spitze der Redaktion bekannt: Martin Gebhart löst mit 1. März Martina Salomon als Chefredakteur ab. Salomon wird Herausgeberin.

Romy-Verleihung nur als TV-Übertragung

Inhaltlich legt das Kurier Medienhaus künftig einen Fokus auf das Kerngeschäft. So findet etwa die Romy-Verleihung heuer ohne Gala als reines TV-Event statt. Ab 2025 wird die Romy-Gala evaluiert und in veränderter Form fortgesetzt.

Der „Kurier“ fasste die schwierige finanzielle Lage mit sinkenden Verkaufserlösen bei den Printausgaben bzw. rückläufige Abonnements, die auf steigende Rohstoff- und Energiekosten treffen, zusammen.

Gleichzeitig fließen Werbegelder zunehmend zu großen internationalen Plattformen ab. Der nun eingeleitete „mehrstufige Umstrukturierungsprozess“ werde alle Abteilungen inklusive der „Kurier“-Redaktion betreffen.

Grasl: Kündigungen „bedauerlich, jedoch notwendig“

Die geplanten Kündigungen seien „sehr bedauerlich, jedoch notwendig, um für den ‚Kurier‘ eine erfolgreiche unternehmerische Zukunft abzusichern“, wurde „Kurier“-Geschäftsführer Richard Grasl zitiert. Mit dem Betriebsrat sei ein umfassender Sozialplan erarbeitet worden.

Die Umbrüche in der Medienbranche würden eine Neuausrichtung unumgänglich machen. Daher komme es auch zu einem Wechsel in der Chefredaktion. Am 1. März übernimmt der bisherige „Kurier“-Innenpolitik-Ressortleiter Gebhart die Funktion des Chefredakteurs.

Drittgrößte Tageszeitung Österreichs

Der Aufsichtsratsvorsitzende des Kurier Medienhauses, Erwin Hameseder, versicherte, dass er die Entscheidungen der Geschäftsführung unterstützt, „um den langfristigen Erfolg der Verlagsgruppe sicherzustellen“.

Der „Kurier“ hat mit über 100.000 Stück laut Österreichischer Auflagenkontrolle (ÖAK) die drittgrößte Verkaufsauflage aller Tageszeitungen im Land. Die Mediaanalyse weist dem „Kurier“ eine Print- und E-Paper-Reichweite in Höhe von 5,4 Prozent und damit 417.000 Personen aus. Kurier.at kam 2023 auf rund 2,6 Millionen Unique User und damit 36,5 Prozent der webaktiven Bevölkerung.