Ausland

Der iranische Sicherheitsrat hat inmitten der Spannungen im Roten Meer den Sprecher der militanten Huthi-Rebellen aus dem Jemen empfangen. Bei dem Treffen kamen heute der Vorsitzende des Rats, Konteradmiral Ali Akbar Ahmadian, und Huthi-Sprecher Mohammed Abdel Salam zusammen, wie die iranische Staatsagentur IRNA am Montag auf Telegram meldete.

Gespräch über „gemeinsame Interessen“ und „Sicherheitsfragen“

In den Gesprächen ging es um „gemeinsame Interessen und regionale Sicherheitsfragen“. Laut dem Webportal „Iran Nuances“ fand das Treffen in der Hauptstadt Teheran statt.

Ahmadian vertritt im Sicherheitsrat als Generalsekretär die Interessen des iranischen Religionsführers und Staatsoberhaupts Ali Chamenei, der in allen strategischen Belangen das letzte Wort hat. Der Rat kann Entscheidungen auch ohne Zustimmung des Parlaments treffen, die nach Zustimmung durch Chamenei final sind.

Seit Beginn des Krieges im Gazastreifen sind vermehrt Schiffe im Roten Meer von den vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen im Jemen angegriffen worden. Die USA werfen der Islamischen Republik vor, in die Planung der Angriffe verwickelt zu sein. Teheran weist die Vorwürfe zurück.

Das neue Jahr hat in Israel mit Raketenangriffen der Hamas und im Gazastreifen mit weiterem Beschuss durch die israelische Armee begonnen. Die Angriffe auf den Süden Israels und die Stadt Tel Aviv begannen genau um Mitternacht (Ortszeit, 22 Uhr MEZ), wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten. Bei nächtlichen Angriffen der israelischen Armee im Gazastreifen starben nach palästinensischen Angaben mindestens 24 Menschen.

Das israelische Militär bestätigte die Raketenangriffe aus dem Gazastreifen auf Tel Aviv und den Süden des Landes, machte zunächst aber keine Angaben zu möglichen Opfern und Schäden. In Tel Aviv wurden die Raketen den AFP-Journalisten zufolge vom Flugabwehrsystem abgefangen.

Hamas bekennt sich zu Raketenangriffen

Viele der Menschen, die sich für Silvesterfeiern auf den Straßen versammelt hatten, versuchten, sich in Sicherheit zu bringen. Der militärische Flügel der Hamas, die Essedin al-Kassam-Brigaden, bekannte sich in einem Video in Onlinenetzwerken zu den Angriffen.

Dutzende Tote in Gaza

Bei israelischen Angriffen in Gaza kamen laut palästinensischen Angaben gestern mindestens 35 Menschen ums Leben. Nach Berichten der palästinensischen Nachrichtenagentur WAFA wurde auch ein ehemaliger Minister der Palästinensischen Autonomiebehörde, Scheich Jussef Salama, getötet. Ein israelischer Armeesprecher sagte, ohne genaue Koordinaten des Vorfalls könne er sich nicht dazu äußern.

Israel: Hamas-Kommandant des Angriffs vom 7. Oktober getötet

Unterdessen meldete die israelische Armee, im Gazastreifen einen Kommandanten der Hamas getötet zu haben, der führend am Terrorangriff auf israelische Grenzorte am 7. Oktober beteiligt gewesen sein soll. Der Kommandant der Einheit „Nukhba“ (Deutsch: Elite) in Deir al-Balah im zentralen Abschnitt des Gazastreifens sei bei einem Luftangriff getötet worden, teilte Israels Militär mit. Von der Hamas gab es dazu zunächst keine Reaktion.

In der Stellungnahme der Armee hieß es, der Kommandant habe am 7. Oktober „Hamas-Terroristen befehligt, die den brutalen Angriff auf den Kibbutz Kissufim verübten“. Er habe die Angreifer auch zu anderen Grenzorten wie Be’eri und Nirim geführt. Auch nach dem Massaker am 7. Oktober sei er an Kämpfen gegen israelische Soldaten im Gazastreifen beteiligt gewesen.

Die Armee entdeckte im Gazastreifen nach eigenen Angaben weitere Tunnelanlagen und ein Waffenlager in einem Kindergarten. Nach UNO-Angaben befinden sich wegen der Kämpfe 85 Prozent der 2,4 Millionen Einwohner des Gazastreifens auf der Flucht. Das Risiko für Krankheiten und eine Hungersnot wächst.

In Istanbul haben heute Zehntausende Menschen gegen das Vorgehen der israelischen Armee im Gazastreifen sowie gegen die Gewalt der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) gegen türkische Soldaten demonstriert. Die Kundgebung begann im Anschluss an das Morgengebet in den Moscheen der Großstadt. Dazu aufgerufen hatte ein Bündnis aus mehr als 300 Organisationen. Darunter war eine Stiftung, der auch Bilal Erdogan, Sohn von Staatschef Recep Tayyip Erdogan, angehört.

Die Demo stand unter dem Motto „Barmherzigkeit für unsere Märtyrer, Unterstützung für Palästina und Fluch gegen Israel“. Die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu sprach von „Hunderttausenden“ Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

Mit türkischen und palästinensischen Flaggen marschierten die Demonstrierenden zur Galata-Brücke über dem Bosporus. Sie riefen Parolen wie „Mörder Israel, raus aus Palästina“ und „Allahu Akbar“ (Gott ist groß) und warfen sowohl der PKK, die seit Jahrzehnten den türkischen Staat bekämpft und einen unabhängigen Kurdenstaat bzw. eine Autonomie erreichen will, als auch Israel „Terrorismus“ vor.

Präsidentensohn ergriff das Wort

Bilal Erdogan ergriff vor der Menge das Wort. „Unsere Gebete sind unsere besten Waffen, um aus dem Dunkeln zu treten. Gegrüßet sind unsere heiligen Märtyrer, die unseren Weg erhellen.“ Der 42-jährige Präsidentensohn fügte hinzu, dass er in Gazastreifen, im Westjordanland und in Jerusalem gewesen sei. „Die Menschen dort setzen ihre Hoffnungen in die Türkei und in Recep Tayyip Erdogan“, versicherte Bilal Erdogan.

Polens rechtsnationalistischer Präsident Andrzej Duda hat in seiner Ansprache zum Jahreswechsel die neue Mitte-Regierung unter Führung des ehemaligen EU-Ratspräsidenten Donald Tusk davor gewarnt, gegen Verfassung und Rechtsstaat zu verstoßen.

Duda kritisierte gestern Abend vor allem den radikalen Umbau der öffentlich-rechtlichen Medien durch die Regierung. „In einer Demokratie müssen die Verfassung, die Rechtsstaatlichkeit und gute politische Sitten respektiert werden. Bedauerlicherweise hat die Regierungskoalition in den letzten Tagen bei dem Versuch, die öffentlichen Medien zu übernehmen, gegen diese Grundsätze verstoßen“, sagte Duda.

Kulturminister ordnete Einstellung an

Die seit Mitte Dezember amtierende proeuropäische Regierung hatte dem öffentlich-rechtlichen Fernsehsender TVP, dem polnischen Radio und der Nachrichtenagentur PAP vorgeworfen, sie hätten in den vergangenen Jahren unter der Regierung der nationalkonservativen PiS Parteipropaganda verbreitet.

Kulturminister Bartlomiej Sienkiewicz hatte vor Weihnachten die gesamte Führung der Medienanstalten entlassen. Dass die öffentlich-rechtlichen Medien während der achtjährigen PiS-Regierung eine einseitige Berichterstattung boten, hatten auch internationale Organisationen kritisiert.

Als der ursprünglich selbst aus der PiS stammende Präsident Duda daraufhin ein Veto gegen die Haushaltspläne der Tusk-Regierung einlegte, ordnete Sienkiewicz die formale Liquidation der drei Medienhäuser an.

Ukraine-Krieg

Russland hat die Ukraine in der Silvesternacht laut Kiewer Angaben mit einer Rekordzahl von 90 Kampfdrohnen beschossen. Landesweit hätten davon 87 abgewehrt werden können, teilte der ukrainische Luftwaffenchef Mykola Oleschtschuk heute Früh auf Telegram mit. Das seien fast doppelt so viele unbemannte Flugkörper wie in der Silvesternacht vor einem Jahr, als insgesamt 45 abgeschossen worden seien.

Ein Toter in Odessa

In der Schwarzmeerregion Odessa im Süden wurden laut Militärgouverneur Oleh Kiper durch einen Angriff auf ein Wohngebiet mindestens ein Mensch getötet und drei weitere verletzt. Zudem soll es Schäden am Hafen gegeben haben. In Lwiw im Westen der Ukraine soll ein Museum zerstört worden sein. Laut der ukrainischen Luftwaffe griff die russische Armee darüber hinaus die Regionen Cherson und Saporischschja im Süden sowie Charkiw im Osten mit Raketen an.

Es ist bereits der zweite Jahreswechsel, den die gesamte Ukraine im Krieg erlebt, nachdem Russland das Nachbarland am 24. Februar 2022 überfallen hat. Erst vor wenigen Tagen erlebten die Ukrainer die schwersten Bombardierungen seit Kriegsbeginn, infolge derer alleine in der Hauptstadt Kiew offiziellen Angaben zufolge mindestens 27 Menschen getötet wurden.

Inland

Das neue Jahr bringt Neuerungen bei der Matura und im Studium. Konkret geht es um die Zentralmatura in Mathematik an den Berufsbildenden Höheren Schulen (BHS), die am 7. Mai stattfindet.

Beurteilungsschlüssel wird angepasst

An den AHS wurde wegen stark schwankender Mathematikergebnisse die Struktur der Prüfung schon ab 2020 angepasst, nun zieht man bei den Klausuren in Angewandter Mathematik an den BHS nach.

Der Beurteilungsschlüssel wird an jenen der AHS angepasst und die Vergabe von halben Punkten, die sich laut Ministerium an den Gymnasien bewährt hat, auch an den BHS flächendeckend eingeführt. Außerdem sind nunmehr 42 Aufgabenstellungen statt 48 zu lösen.

An den BHS geht außerdem jenes Projekt weiter, bei dem die Schülerinnen und Schüler von Beginn an bei der Lehrplangestaltung mitreden können. 2023 konnten die Jugendlichen an kaufmännischen Schulen ihre Wünsche einbringen, als Nächstes sind die Höheren Technischen Lehranstalten (HTL) dran.

Änderungen bei Mindeststudienleistung

Ernst wird es unterdessen für jene Studierenden, die an der Uni nicht so schnell vorankommen wie verlangt: Seit dem Wintersemester 2022/23 müssen Anfängerinnen und Anfänger von Bachelor- und Diplomstudien in den ersten beiden Studienjahren mindestens 16 ECTS-Punkte nachweisen.

Diese Frist wird nun mit dem Ende des Sommersemesters 2024 erstmals schlagend. Das ist knapp ein Achtel der vorgegebenen Regelstudienzeit.

Wer die Mindeststudienleistung nicht erbringt, verliert die Zulassung an dieser Uni im betreffenden Fach und kann sie erst nach zwei Jahren wieder beantragen. An anderen Einrichtungen kann das Fach sofort weiter belegt werden. Studierende mit Behinderung sind von der Mindeststudienleistung ausgenommen.

2024 bringt neue Kinderschutzkonzepte an Österreichs Schulen. Bis März will das Bildungsministerium Musterkonzepte für den Kinderschutz vorlegen, an die die Schulen dann ihr individuelles Standortkonzept anlehnen können.

Schülerinnen und Schüler sollen durch die Kinderschutzkonzepte besser vor physischer, psychischer und sexualisierter Gewalt an Schulen geschützt werden. Konkret vorgesehen sind ein Verhaltenskodex, eine Risikoanalyse, Kinderschutzteams an jedem Standort und die Festlegung, wie bei möglichen Gefährdungen vorgegangen wird.

Interessenvertretungen wie die Kinder- und Jugendanwaltschaften haben allerdings davor gewarnt, dass ein effektiver Kinderschutz nur mit zusätzlichen Ressourcen für die Schulen möglich sei.

Wirtschaft

Der Tourismus in Italien hat das Niveau von vor der Pandemie wieder erreicht. 2023 wurden 445,3 Millionen Übernachtungen gemeldet, was einem Anstieg von 8,1 Prozent gegenüber dem Jahr zuvor entspricht. 2019 waren 436,7 Millionen Übernachtungen gemeldet worden, geht aus einer heute veröffentlichten Studie des Touristikerverbands Assoturismo Confesercenti hervor.

Am stärksten ist die touristische Nachfrage in den Kunststädten (plus 11,4 Prozent) und in den Bergortschaften (plus 11,1 Prozent) gewachsen. In Kurorten wurde ein Plus von 10,2 Prozent gemeldet. Vorangetrieben wurde das Wachstum von ausländischen Touristen. Bei der Anzahl italienischer Besucher kam es mit insgesamt 216,8 Millionen Übernachtungen zu einem Anstieg um 2,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

„Nach drei sehr langen Jahren kehrt der Tourismus endlich wieder auf das Niveau von vor der Pandemie zurück, auch dank der Zunahme der ausländischen Touristen. Das zeigt, dass die Förderung des italienischen Tourismus auf den ausländischen Märkten von grundlegender Bedeutung ist“, kommentierte Vittorio Messina, Präsident von Assoturismo Confesercenti.

Beim AMS als arbeitslos gemeldete Personen haben ab 2020 zuzüglich zum Arbeitslosengeld einen Bildungsbonus erhalten, wenn sie an Schulungsmaßnahmen teilgenommen haben. Ab einer Schulungsdauer von vier Monaten gab es monatlich rund 190 Euro zusätzlich. Dieser Bonus soll nun ab 2024 als „Schulungszuschlag neu“ unbefristet verlängert und ausgebaut werden, teilte das Ministerium für Arbeit und Wirtschaft heute in einer Aussendung mit.

„Teilnehmerinnen und Teilnehmer an AMS-Schulungen erhalten mit dem Schulungszuschlag neu eine gestaffelte Förderung, je nach Qualifizierungsdauer, die jene des Bildungsbonus deutlich übersteigt. Zusätzlich wird der Schulungszuschlag NEU valorisiert, also an die jährliche Inflation angepasst und damit wertgesichert“, wurde Arbeits- und Wirtschaftsminister Martin Kocher (ÖVP) zitiert.

Längere Aus- und Weiterbildungen sollen forciert werden

Das Ziel sei, beim AMS gemeldete Personen zu längeren Aus- und Weiterbildungen zu ermutigen. „Denn gerade bei längeren Ausbildungen spielt die Höhe der Existenzsicherung eine besondere Rolle hinsichtlich der Entscheidung für die Ausbildung. Mit einer zeitlichen Staffelung entsprechend der Ausbildungsdauer soll die Absolvierung von längeren Qualifizierungsmaßnahmen erleichtert und Drop-out-Quoten reduziert werden“, so Kocher.

Der „Schulungszuschlag neu“ umfasst eine dreistufige Förderung. In der Stufe 1 erhalten Schulungsteilnehmer rund 75 Euro pro Monat. Diesen erhalten Schulungsteilnehmerinnen und -teilnehmer beim Start einer Schulungsmaßnahme unabhängig von ihrer Dauer. Ab einer Schulungsdauer von mindestens vier Monaten gibt es in der Stufe 2 eine Förderung von rund 224 Euro pro Monat. Dauert eine Schulungsmaßnahme mindestens zwölf Monate, gibt es in der Stufe 3 einen Zuschlag von 374 Euro monatlich.

Chronik

Ein Touristenbus mit bosnischem Kennzeichen ist heute gegen 2.30 Uhr in San Dona di Piave nahe Venedig von der Straße abgekommen und auf die Seite gekippt. In dem Fahrzeug befanden sich 79 Fahrgäste und zwei Fahrer. Mehr als 30 von ihnen wurden verletzt, niemand schwer, teilten die Behörden mit.

Der Bus mit bosnischen Touristen und Touristinnen befand sich auf der Rückfahrt nach Triest, nachdem sie dort das Silvesterfeuerwerk in Punta Sabbioni bei Venedig gesehen hatten. Die Feuerwehr, die aus Jesolo und Mestre eintraf, half allen Personen, die sich noch im Bus befanden, beim Verlassen des Fahrzeugs. Die Verletzten wurden in die Notaufnahme des Krankenhauses von Jesolo und anderer Spitäler der Region gebracht.

Die unverletzten Personen wurden an Ort und Stelle versorgt und dann mit einem Bus der Feuerwehr nach Jesolo begleitet. Das Unfallfahrzeug wurde von einem Kranwagen des Straßenrettungsdienstes geborgen.

Kultur

Nach dem Neujahrskonzert ist vor dem Neujahrskonzert. Und seit heute Mittag steht fest, wer 2025 die Wiener Philharmoniker durch den Neujahrsmorgen begleiten wird: Riccardo Muti wird kommendes Jahr das Neujahrskonzert im Musikverein dirigieren, gaben die Philharmoniker bekannt.

Dirigent Riccardo Muti
APA/Hans Punz

Damit setzt man auf einen echten Routinier, hat der Italiener das Klassikevent doch bereits sechsmal geleitet. Insgesamt dirigierte der 82-Jährige das Orchester bereits in weit über 500 Konzerten.

Mit der Entscheidung für den gebürtigen Neapolitaner wird Muti zum meistbeschäftigten Neujahrskonzertdirigenten seit der legendären Ära Lorin Maazel. 1993 dirigierte er das erste Mal das Neujahrskonzert und stand auch in den Jahren 1997, 2000, 2004, 2018 und zuletzt 2021 am 1. Jänner vor den Philharmonikern. Und man wird sich auch vor dem nächsten Einsatz 2025 sehen. So wird das Orchester unter Muti am 11. Mai erstmals das Ravenna Festival eröffnen.