COV Inland

1,7 Prozent der Schüler und Schülerinnen haben zu Beginn der Testpflicht für die Teilnahme am Präsenzunterricht Mitte Februar nicht an den anterio-nasalen Schnelltests teilgenommen.

Dies teilte ÖVP-Bildungsminister Heinz Faßmann in der Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage der FPÖ mit. Auffällig: In der Oberstufe gab es viel weniger Verweigerer als an Volksschulen und Unterstufen – Eltern haben also für ihre Kinder öfter die Zustimmung verweigert als eigenberechtigte Schüler.

Seit dem Beginn des Semesters müssen sich Schüler, die am Präsenzunterricht teilnehmen wollen, bis zu dreimal die Woche einem Schnelltest direkt an der Schule unterziehen. Wer das nicht tut, muss sich den Stoff daheim grundsätzlich in Eigenregie beibringen.

Insgesamt nahmen an Volksschulen und AHS-Unterstufen/Mittelschulen jeweils zwei Prozent nicht an den Tests teil – für Kinder unter 14 Jahren braucht es dazu eine Einverständniserklärung der Eltern. An den Oberstufen verweigerten dagegen nur 1,1 Prozent den Test, die Schüler dort dürfen selbst über dessen Absolvierung entscheiden.

Beim Projekt „Alles gurgelt!“ werden in Wien derzeit täglich rund 31.400 PCR-Gurgeltests ausgewertet. Bisher wurden dabei über 4.500 CoV-Infektionen entdeckt. Das dafür eingerichtete Laborzentrum ist aber bei Weitem nicht ausgelastet.

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Der neue Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) war an seinem ersten regulären Arbeitstag als Assistent bei CoV-Impfungen im Einsatz – zumindest für die Dauer eines kurzen Medientermins heute Vormittag im Austria Center.

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In Wien sind 30.000 Pflegerinnen und Pfleger seit Ausbruch der CoV-Krise mit Überstunden, Konflikten und Arbeiten unter enormem Zeitdruck konfrontiert. Seit heute gibt es Unterstützung beim Krisentelefon des Österreichischen Gesundheits- und Krankenpflegeverbandes (ÖGKV).

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Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den abgelaufenen sieben Tagen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, liegt laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bei 194,2 (Stand: gestern, 14.00 Uhr). Wien weist mit 247,6 die höchste 7-Tage-Inzidenz aller Bundesländer aus, das Burgenland mit 122,3 die geringste.

Das Berichtsschema der AGES zeigt die Zahlen vom Vortag – wie die Meldung der Ministerien. Wesentlicher Unterschied zu den Ministeriumsmeldungen: Laborbestätigte Fälle, Tote etc. werden nicht zum Meldezeitpunkt dargestellt, sondern zum Diagnose- bzw. Sterbedatum.

In der Darstellung in ORF.at wird auch täglich transparent gemacht, welchen Tagen die neu gemeldeten Fälle zugeordnet werden.

Ministerien meldeten 2.117 Neuinfektionen

Das Gesundheits- und das Innenministerium meldeten 2.117 neu registrierte Coronavirus-Fälle innerhalb der letzten 24 Stunden (Stand: gestern, 9.30 Uhr). Diese Zahlen nannten die Bundesländer dem nationalen Krisenstab.

9.922 Menschen verstarben bisher an den Folgen des Coronavirus. Derzeit befinden sich 2.100 Personen aufgrund des Coronavirus in Spitalsbehandlung, davon 570 auf Intensivstationen.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Erklärung zur Zählweise und weiteren Fragen in ORF.at/corona

COV Ausland

Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) will heute ihren Bericht über mögliche Hirnvenenthrombosen durch den Coronavirus-Impfstoff von Johnson & Johnson vorlegen. Nachdem in den USA nach rund sieben Millionen Impfungen sechs Fälle von Blutgerinnseln bekanntgeworden waren, waren Impfungen mit diesem Präparat in mehreren Ländern vorläufig ausgesetzt worden.

Die Fachleute des Sicherheitsausschusses der EMA prüften diese Fälle in einem beschleunigten Verfahren. Die Behörde hatte aber betont, dass die Vakzine des US-Herstellers uneingeschränkt eingesetzt werden können.

Panne in US-Werk

Nach einer Panne bei der Herstellung des Impfstoffs von Johnson & Johnson forderte die US-Arzneimittelbehörde FDA unterdessen einen Produktionsstopp in dem betroffenen Werk in den USA. Die Firma Emergent BioSolutions, die das Werk in Baltimore (Maryland) betreibt, erklärte heute in einer Mitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC, die FDA habe verlangt, die Produktion bis zum Abschluss einer laufenden Untersuchung auszusetzen.

Der US-Pharmakonzern Johnson & Johnson hatte Ende März bestätigt, dass eine Charge seines Impfstoffs in der Produktionsstätte in Baltimore „nicht den Qualitätsanforderungen“ entsprochen habe. Johnson & Johnson nannte selbst keine Zahlen. Laut der „New York Times“ waren 15 Millionen Impfdosen unbrauchbar. Johnson & Johnson kündigte trotz der Panne an, im April 24 Millionen zusätzliche Dosen zu liefern.

Der Impfstoff von Johnson & Johnson hatte in den USA Ende Februar eine Notfallzulassung erhalten.

Innerhalb einer Woche sind weltweit so viele neue Coronavirus-Infektionen gemeldet worden wie nie zuvor. 5,2 Millionen neue Fälle gebe es, das sei der achte wöchentliche Anstieg in Folge, sagte der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, gestern in Genf. Die Zahl der gemeldeten Todesfälle stieg auf Wochenbasis zum fünften Mal in Folge.

Die Experten seien besonders besorgt über den Anstieg von Infektionen und Krankenhauseinweisungen unter 25- bis 59-Jährigen. Das sei womöglich auf die ansteckenderen Varianten zurückzuführen und die Tatsache, dass in diesen Altersgruppen mehr soziale Kontakte stattfänden, so Tedros.

Mehr Konsequenz bei Maßnahmen gefordert

Die Pandemie könne innerhalb weniger Monate unter Kontrolle gebracht werden, sagte er weiter. Dafür müssten aber alle möglichen Maßnahmen konsequent und in aller Welt zum Einsatz kommen. Dazu gehörten Schutzmaßnahmen wie Händewaschen, Abstand halten und Masken tragen, aber auch das Impfen.

Die WHO ruft reiche Länder immer wieder auf, mehr Impfstoffe an ärmere Länder abzugeben. In vielen reichen Ländern habe schon jeder vierte eine erste Impfdosis erhalten, in Ländern mit niedrigen Einkommen nur jeder 500., hieß es weiter.

Direkt unter der berühmten Nachbildung eines Blauwals im New Yorker Naturkundemuseum sollen künftig Coronavirus-Impfungen möglich sein. In dem Museum am Central Park in Manhattan werde ab Freitag ein Impfzentrum eingerichtet, teilte New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio gestern mit.

Das Museum bleibt aber – mit Abstands- und Hygieneregeln sowie eingeschränkter Kapazität – geöffnet. Wer geimpft wird, kann es im Anschluss kostenlos besuchen. Das rund 150 Jahre alte American Museum of Natural History (AMNH) gehört zu den größten und renommiertesten Naturkundemuseen der Welt und zu den beliebtesten Kultureinrichtungen der Millionenmetropole.

Es beherbergt mehr als 34 Millionen Ausstellungsstücke unter anderem aus den Bereichen Tiere, Pflanzen, Klimawandel, Entstehung der Erde, Umweltschutz und Weltall – und zog vor der Pandemie rund fünf Millionen Besucher und Besucherinnen pro Jahr an. Die fast 30 Meter lange und rund 9,5 Tonnen schwere Blauwal-Nachbildung gehört zu den beliebtesten Ausstellungsstücken – die jährliche Reinigung wird per Livestream übertragen.

Inland

Österreich schafft es weiter nicht zurück in die Spitzengruppe der Staaten mit guter Pressefreiheit. In dem heute veröffentlichten Jahresranking von Reporter ohne Grenzen (ROG/RSF) konnte sich Österreich aber immerhin um einen Rang auf Platz 17 verbessern. Der Platz in der „weißen Gruppe“ war im Jahr 2019 verloren gegangen, als Österreich von Platz elf auf 16 abstürzte, 2020 ging es auf Platz 18 zurück.

Detailliert zur österreichischen Platzierung wollen sich die Präsidentin von ROG Österreich, Rubina Möhring, und der Kommunikationswissenschafter Fritz Hausjell am Vormittag in einer Onlinepressekonferenz äußern. Angekündigt war auch die Puls-24-Moderatorin Alexandra Wachter, bei der Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) im Vorjahr nach einer kritischen Frage mit den Worten „Aber Sie haben ja ein eigenes Gehirn“ untergriffig geworden war.

Weiterhin unangefochten an der Spitze liegen Norwegen und Finnland. Dahinter tauschten Schweden (nun 3.) und Dänemark (4.) die Plätze. Deutschland verlor zwei Ränge auf Platz 13 und flog damit erstmals aus der „weißen Gruppe“.

Dieser gehören neben den vier skandinavischen Ländern nur noch Costa Rica, die Niederlande, Jamaika, Neuseeland, Portugal, die Schweiz und Irland an. Nie zuvor sei die Spitzengruppe mit zwölf Staaten so klein gewesen wie heuer, beklagte die Medienfreiheitsorganisation.

Im Herbst 2023 bekommen die Volks- und Mittelschulen sowie AHS-Unterstufen neue Lehrpläne. Die geplante Modernisierung der Fächer soll sich dabei auch in den Bezeichnungen der Unterrichtsfächer ausdrücken.

Ab dem Schuljahr 2023/24 wird deshalb nicht mehr etwa Musikerziehung, Bildnerische Erziehung und Technisches und Textiles Werken unterrichtet, sondern Musik, Kunst und Gestaltung sowie Technik und Werken.

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Ausland

Die Wiener Gespräche über eine Wiederbelegung des Atomabkommens mit dem Iran sollen heute fortgesetzt werden. Teilnehmer der unter Schirmherrschaft der EU stattfindenden Verhandlungen sind die verbliebenen Vertragsparteien Russland, China, Großbritannien, Frankreich und Deutschland sowie der Iran, der keine direkten Gespräche mit den USA führen will, die 2018 aus dem 2015 vereinbarten Abkommen ausgestiegen sind.

Während sich der Vertreter Russlands im Vorfeld der jüngsten Verhandlungsrunde vorsichtig optimistisch zeigte, dämpfte der iranische Chefverhandler die Erwartungen. In den Wiener Gesprächen sei noch keine, nicht einmal eine vorübergehende und teilweise Einigung über die mögliche Rückkehr der USA zum Atomabkommen von 2015 erzielt worden, betonte der iranische Vizeaußenminister Abbas Araqchi.

Beseitigung der US-Sanktionen erörtern

„Der Iran nutzt die Gespräche nur, um den ‚letzten Schritt‘ zur Beseitigung unterdrückerischer US-Sanktionen zu erörtern“, sagte Araqchi gegenüber dem staatlichen Fernsehen. Die Islamische Republik lehne Verhandlungen, die sich lange hinziehen, ab. Bisher seien die Differenzen noch nicht beigelegt worden.

Araqchi bekräftigte, dass einige ernsthafte Meinungsverschiedenheiten während weiterer Verhandlungen beigelegt werden müssten. Der hochrangige Diplomaten äußerte sich in Übereinstimmungen mit Aussagen von Revolutionsführer Ayatollah Ali Khamenei, der vor langwierigen Gespräche zur Wiederbelebung des Atomabkommens von 2015 gewarnt hatte. Zudem hatte er die Vorschläge der USA während der Gespräche zurückgewiesen.

Russischer Botschafter: „Entwurfsphase“

Demgegenüber hatte der russische Botschafter bei den UNO-Organisationen in Wien, Michail Uljanow, gestern erklärte dass die laufenden Verhandlungen in Wien in eine „Entwurfsphase“ einer möglichen Vereinbarung eingetreten seien. Allerdings sei man von der Lösung einiger Probleme „noch weit entfernt.“

Vor dem Hintergrund der zunehmenden Spannungen mit Russland soll der US-Botschafter in Moskau, John Sullivan, noch diese Woche in die USA reisen. „Botschafter Sullivan kehrt zu Konsultationen in die USA zurück“, teilte die US-Botschaft heute mit.

Russland hatte vergangene Woche die Ausweisung von zehn US-Diplomaten angekündigt und Sullivan geraten, zu „ernsthaften Konsultationen“ nach Washington zu reisen.

Mitten in den wachsenden Spannungen mit den USA hat sich Chinas Präsident Xi Jinping gegen hegemoniale Machtstrukturen in der Weltpolitik ausgesprochen. „Die Welt will Gerechtigkeit, keine Hegemonie“, sagte Xi heute in einem Videobeitrag für ein Politik- und Wirtschaftsforum in der Stadt Boao.

Einige Länder würden Barrieren aufbauen, die anderen Staaten schadeten und niemandem nutzten. Ein großes Land solle sich wie ein großes Land präsentieren, indem es zeige, dass es mehr Verantwortung trage. Xi nannte in seiner Rede keine Länder beim Namen.

Chinesische Regierungsvertreter hatten in der Vergangenheit aber den USA vorgeworfen, andere Länder etwa in Handelsfragen und der Geopolitik dominieren zu wollen. Die USA wiederum kritisieren China unter anderem beim Thema Menschenrechte und wegen seines wirtschaftlichen Einflusses auf andere Staaten.

Bei einem russischen Luftangriff in Syrien sind einem Medienbericht zufolge bis zu 200 Aufständische getötet worden. Deren Stützpunkt sei nordöstlich von Palmyra gelegen, meldete die russische Nachrichtenagentur Interfax gestern unter Berufung auf das Verteidigungsministerium in Moskau. Bei dem Angriff seien auch Munition, Autos und Anlagen zur Herstellung von Sprengsätzen zerstört worden.

Russland ist ein Verbündeter der syrischen Regierung. Zwar setzte die russische Luftwaffe vor etwa einem Jahr nach einem Abkommen größere Bombardierungen aus. Allerdings gibt es immer wieder Luftangriffe.

EU

Russland hat nach Angaben des EU-Außenbeauftragten Josep Borrell inzwischen 100.000 Armeeangehörige an der Grenze zur Ukraine und auf der annektierten Halbinsel Krim stationiert. Das gab Borrell gestern nach Beratungen der EU-Außenministerinnen und -Außenminister bekannt.

Am Nachmittag hatte der EU-Außenbeauftragte die Zahl noch mit 150.000 angegeben und vom „größten russischen Militäraufmarsch an ukrainischen Grenzen“ gesprochen, „den es je gab“. Am Abend korrigierte die EU die Zahl auf 100.000.

Kiew: „Normandie“-Staaten bekennen sich zu Waffenstillstand

Vertreter der Ukraine, Russlands, Deutschlands und Frankreichs bekannten sich indes nach Angaben der Regierung in Kiew bei einem Treffen zu einem Waffenstillstand im Osten der Ukraine.

Das ging nach den Gesprächen von Beratern und Diplomaten „Normandie“-Format aus einer Erklärung hervor. Ein Insider sagte der Nachrichtenagentur Reuters, die etwa dreistündigen Gespräche hätten kein substanzielles Ergebnis gebracht. Die Spannungen im Konflikt zwischen der Regierung in Kiew und von Russland unterstützten Separatisten im Osten der Ukraine haben zuletzt zugenommen.

Wirtschaft

Wegen des Verkaufs von Lebensmitteln, deren Haltbarkeitsdatum abgelaufen war, ist der britische Handelsriese Tesco zu einer Millionenstrafe verurteilt worden. Die Kette muss 7,5 Millionen Pfund (8,7 Mio. Euro) bezahlen, wie ein Gericht in Birmingham entschied. Das Unternehmen hatte die Vorwürfe eingeräumt. Es handelt sich um insgesamt 22 Fälle aus drei verschiedenen Filialen in der mittelenglischen Stadt in den Jahren 2015, 2016 und 2017.

Kontrollore hatten nach Hinweisen von Kunden unter anderem Pizza, Kartoffelsalat und Quiche entdeckt, deren Haltbarkeitsdatum zum Teil seit mehr als zwei Wochen abgelaufen war. In einem Laden seien Trauben gefunden worden, die bereits Zeichen von Schimmel zeigten, hieß es in einer Mitteilung der Stadt Birmingham von gestern.

„Dieser Fall ist eine Warnung für alle Einzelhändler, sicherzustellen, dass ihre Lagerbestände auf dem neuesten Stand sind, und dass wir Maßnahmen ergreifen, wenn festgestellt wird, dass sie gegen diese Vorschriften verstoßen“, sagte Mark Croxford von der Stadt Birmingham.

Konzern entschuldigt sich

Tesco muss außerdem Gerichtskosten von knapp 100.000 Pfund übernehmen. Der Konzern entschuldigte sich. „Wir haben sofort Maßnahmen ergriffen, um den Fehler zu beheben und möchten unseren Kunden versichern, dass wir über alle Mittel verfügen, um sicherzustellen, dass dies nicht wieder vorkommt“, sagte ein Unternehmenssprecher.

In Großbritannien ist die Arbeitslosigkeit erstmals seit gut einem Jahr gesunken. In den drei Monaten bis Februar fiel die Arbeitslosenquote gegenüber den drei Monaten zuvor um 0,1 Prozentpunkte auf 4,9 Prozent, wie das nationale Statistikamt ONS heute in London mitteilte.

Es ist der erste Rückgang seit Ende 2019. Verglichen mit einem Jahr zuvor lag die Arbeitslosenquote jedoch 0,9 Punkte höher. Das ist eine Folge der Coronavirus-Pandemie.

Im Berichtszeitraum seien 1,67 Millionen Personen ohne Job gewesen, teilte das ONS mit. Das waren 50.000 Arbeitslose weniger als in den drei Monaten zuvor, jedoch 311.000 Arbeitslose mehr als vor einem Jahr. Während die kurzfristige Arbeitslosigkeit zurückging, stieg die Langzeitarbeitslosigkeit.

Nachdem es in der vierten Runde der Tarifverhandlungen für die Metall- und Elektroindustrie im deutschen Bundesland Sachsen keine Einigung gegeben hat, hat die IG Metall für heute zu neuen Warnstreiks aufgerufen.

Wie Gewerkschaftssprecher Bernd Kruppa mitteilte, steht die gesamte Produktion im BMW-Werk in Leipzig seit der Früh still. Insgesamt beteiligen sich den Angaben nach etwa 5.500 Beschäftigte an der ganztägigen Warnstreikaktion.

Im Verlauf des Tages soll es mit einer Kundgebung am Werk des Autoteileherstellers Vitesco in Limbach-Oberfrohna und einer Frühschluss-Aktion am Clarios-Werk in Zwickau weitergehen. Grund für die neuen Warnstreiks ist unter anderem der Streit über das von der Gewerkschaft geforderte tarifliche Angleichsgeld.

Die IG-Metall-Bezirksleiterin für Sachsen und Berlin-Brandenburg, Birgit Dietze, sagte gestern, dass die Beschäftigten der Branche in Sachsen und Berlin-Brandenburg 8,5 Prozent weniger Entgelt in der Stunde erhalten. Grund sei die höhere Wochenarbeitszeit von 38 statt 35 Stunden.

Daher seien die Pilotübernahmen anderer Gebiete keine Referenz. In Sachsen-Anhalt etwa hatten sich die Metall- und Elektroindustrie und die Gewerkschaft vorige Woche auf eine Übernahme des Pilotabschlusses aus Nordrhein-Westfalen geeinigt.

Die VW-Nutzfahrzeugholding Traton, die auch das von der Schließung bedrohte MAN-Werk in Steyr betreibt, blickt nach einem überraschend guten Jahresstart etwas optimistischer auf 2021. Die operative Umsatzrendite dürfte nun bei fünf bis sieben Prozent liegen, teilte das Unternehmen gestern in München mit. Bisher war Traton von fünf bis sechs Prozent ausgegangen.

In der Prognose seien keine Aufwendungen und Ausgaben für das Restrukturierungsprogramm von MAN Truck & Bus sowie aus der geplanten Übernahme des US-Lastwagenbauers Navistar enthalten, hieß es weiter. Die Pandemie und die damit verbundenen Gegenmaßnahmen der jeweiligen Länder sowie mögliche Auswirkungen auf Produktion und Lieferketten sorgen laut Traton noch immer für Unsicherheit.

Die Ergebnispräsentation erfolgte wenige Stunden, nachdem im MAN-Werk Steyr mit den Verhandlungen über einen Sozialplan für die Belegschaft begonnen wurde. Ein Knackpunkt dabei sind die unterschiedlichen Auffassungen darüber, ob die Standortgarantie, die MAN aufgekündigt hat, immer noch gültig ist.

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Sport

Für Österreichs Handball-Frauen ist die erste WM-Teilnahme seit 2009 in Griffweite. Heute Abend (17.50 Uhr, live in ORF Sport +) im Play-off-Rückspiel der Qualifikation in Polen wird aber eine Extraleistung notwendig sein. Denn die 14. der EM 2020 sind Favorit für das Endrundenticket, auch wenn das 29:29 am Freitag in der Südstadt Mut machte.

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Der Grunddurchgang der Saison 2020/21 der National Hockey League (NHL) nähert sich seinem Ende, und laut Plan wäre Marco Rossi mit den Minnesota Wild mittendrin im Kampf um die Play-off-Plätze gewesen. Doch das Coronavirus machte Österreichs Eishockey-Hoffnung einen Strich durch die Rechnung. Der 19-jährige Vorarlberger hat seinen Blick daher bereits auf die nächste Saison gerichtet. Aber: „Momentan ist mein einziger Wunsch, dass ich 100 Prozent gesund werde“, sagte Rossi im ORF.

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Chronik

Ein leitender Mitarbeiter einer Abfallsortieranlage in Hörsching in Oberösterreich muss sich heute vor Gericht verantworten, nachdem ein Brand im Oktober 2019 ein Menschenleben und mehrere Verletzte gefordert hat. Die Staatsanwaltschaft Linz legt ihm die fahrlässige Herbeiführung einer Feuersbrunst sowie umweltgefährdendes Behandeln und Verbringen von Abfällen zur Last. Im Falle eines Schuldspruchs drohen dafür bis zu drei Jahre Haft.

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Nachdem am Sonntagabend ein Pizzalieferant im Klagenfurter Goethepark von drei Personen ausgeraubt worden war, hat die Polizei den Fall geklärt. Eine 26-jährige Frau und ein 28 Jahre alter Mann wurden in die Justizanstalt Klagenfurt eingeliefert. Die Frau ist geständig. Der dritte mutmaßliche Täter, ein 39-Jähriger, wurde noch nicht einvernommen.

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Ein 39-jähriger Mann hat gestern Abend einen 88-jährigen Geisterfahrer auf der Mühlkreisautobahn (A7) gestoppt. Der ältere Mann wollte von Freistadt nach Hause und fuhr auf die A7, Richtungsfahrbahn Linz. Aber er fuhr in die falsche Richtung nach Prag, so die Polizei heute.

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Nach dem tödlichen Unfall eines Tesla nahe der Stadt Houston ist unklar, ob das Auto autonom unterwegs war. Heute werde ein Durchsuchungsbefehl Tesla zugestellt, um Daten des Fahrzeugtyps Model S zu sichern, das in Texas verunglückt ist, erklärte die zuständige Polizeibehörde der Nachrichtenagentur Reuters gestern. Auslöser der Durchsuchung ist ein Tweet des Firmenchefs Elon Musk.

„Die bisher sichergestellten Datenprotokolle zeigen, dass der Autopilot nicht aktiviert war“, schrieb der Elektroautopionier. Zur Begründung führte er an, dass das autonome Fahren nur bei Straßen mit Spurlinien aktiviert werden könne – diese Straße habe aber keine.

Zwei Männer waren am Sonntag in ihrem Tesla gegen einen Baum geprallt und im Wrack verbrannt. Laut Polizeiangaben saß niemand am Steuer.

Umwelt & Klima

Science

Pinguine reagieren Expertinnen und Experten zufolge sensibel auf Geräusche über und unter Wasser. Zu dem Ergebnis kommt ein Forschungsprojekt unter Beteiligung des Deutschen Meeresmuseums in Stralsund.

Humboldtpinguine etwa seien an der Luft für bestimmte Frequenzen ähnlich sensibel wie Menschen, sagte Projektleiter Michael Dähne. Die Ergebnisse sollen Ende April bei einer Konferenz teilweise erstmals veröffentlicht werden.

In dem Projekt untersuchten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler das Hörvermögen von Pinguinen an Land sowie unter Wasser und analysierten die Hörorgane anhand von Computerscans von Pinguinschädeln aus der Sammlung des Naturkundemuseums Berlin. Für Verhaltenstests wurden Tiere zum Teil aufwendig trainiert: So wurde in Stralsund vier Humboldtpinguinen beigebracht, in einer schalldichten Box stillzustehen und mit dem Schnabel eine bestimmte Fläche zu berühren, wenn sie einen Ton hörten.

Untersuchung auch unter Wasser

„Wir haben im Projekt nachgewiesen, dass Pinguine unter Wasser auf Schall reagieren“, sagt Bioakustiker Dähne. Bei den Untersuchungen zur Hörschwelle unter Wasser sei man allerdings nicht so vorangekommen wie angestrebt.

Erstmals seien Daten zum Hörvermögen der Tiere nach standardisierten Methoden ermittelt worden, sagte Mirjam Müller vom Fachgebiet „Schutz der Polargebiete“ des Umweltbundesamtes. „Wir sind damit einen großen Schritt weiter, um die Belastung für Pinguine durch Lärm bewerten zu können.“ Dabei gehe es etwa um Schiffsverkehr und wissenschaftliche Geräte, die Schall benutzten.

IT

Das weltgrößte Soziale Netzwerk Facebook will eigene Audio-Chat-Räume im Internet eröffnen und damit in direkte Konkurrenz zum Audio-App-Anbieter Clubhouse treten. Allgemein sollten Hörprodukte nun dieselbe Bedeutung wie Fotos oder Video erhalten, sagte Konzernchef Mark Zuckerberg.

Medienberichten zufolge führte zuletzt Twitter Gespräche über einen Kauf von Clubhouse für vier Milliarden Dollar.

Religion

Die deutsche Imamin, Juristin und Buchautorin Seyran Ates ist als Gründerin einer liberalen Moschee in Berlin bekannt. Sie schreibt dort weder eine Geschlechtertrennung noch einen Kopftuchzwang vor. Das Gotteshaus ist offen für Muslime und Musliminnen aller Glaubensrichtungen und sexueller Identitäten. Wegen Morddrohungen lebt die 62-Jährige seit Jahren unter Polizeischutz. Das Filmporträt „Seyran Ates: Sex, Revolution and Islam“ der türkisch-norwegischen Regisseurin Nefise Özkal Lorentzen hat am 22. April Weltpremiere.

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Kultur

Den diesjährigen Theodor Kramer Preis für Schreiben im Widerstand und im Exil teilen sich Eva Geber und Richard Schuberth. Das Preisgeld wird angesichts des 125. Geburtstags Kramers am 1. Jänner 2022 auf 10.000 Euro erhöht, teilte die Theodor Kramer Gesellschaft heute mit. Die Verleihung soll am 10. September in Niederhollabrunn, dem Geburtsort des Lyrikers, stattfinden.

Die 79-jährige Grafikerin, Schriftstellerin und Kulturpublizistin Geber ist laut Jurybegründung „nicht nur als Verfechterin der Rechte der Frauen aufgetreten, sondern hat sich als Autorin für die Bewahrung und Erneuerung progressiver Traditionen der österreichischen Geistes- und Sozialgeschichte eingesetzt“. Die Wienerin Geber war über 35 Jahre lang Redakteurin bei „AUF – Eine Frauenzeitschrift“ und hat zahlreiche Bücher veröffentlicht.

Schuberth wiederum habe für die Jury gezeigt, dass „schärfste Polemik gegen Unrecht und Unterdrückung sehr wohl zu vereinen ist mit stilistischer Raffinesse und Präzision des Ausdrucks“. Der 53-jährige Schriftsteller und Satiriker, der das Musikfestival Balkan Fever begründete und es bis 2012 als künstlerischer Leiter führte, habe „mit großer Zuverlässigkeit gerade jenen Rassismus in der heutigen EU-Welt anzuprangern verstanden, der gar keines persönlichen Ressentiments bedarf, sondern in einer Struktur besteht, die die einen dem Heer der Reinigungskräfte zuordnet, die anderen im Mittelmeer ertrinken lässt“.

Seit 2001 vergebener Preis

Seit 2001 vergibt die 1984 gegründete Theodor Kramer Gesellschaft einen Preis für Schreiben im Widerstand und im Exil. Dabei steht nicht nur die literarische Qualität im Fokus, sondern es werde „auch die Haltung und das Schicksal der Preisträgerin oder des Preisträgers gewürdigt“. Zu den bisher Ausgezeichneten gehören u. a. Milo Dor, Eva Kollisch, Renate Welsh-Rabady, Martin Pollack und Erich Hackl.

Die Teilnehmer der Oscar-Verleihung müssen während der Gala am 25. April vor der Kamera keinen Mund-Nasen-Schutz tragen. Die Produzenten der 93. Academy Awards gaben gestern in einer Videokonferenz mit den Nominierten und ihren Vertreterinnen und Vertretern bekannt, dass während Drehpausen Masken getragen werden müssen – etwa während der Werbeunterbrechungen und wenn eine Person gerade nicht gefilmt wird, wie das Branchenblatt „Variety“ berichtete.

Die Zeremonie im Bahnhofsgebäude Los Angeles Union Station werde wie ein Filmdreh organisiert, hieß es. Für alle Gäste sei eine Temperaturmessung vor der Gala verpflichtend. Zudem müssten Teilnehmerinnen un Teilnehmer mindestens drei negative CoV-Tests vorlegen. 170 Plätze gibt es im Publikum; je nach Kategorie werden die Nominierten im Saal wechseln.

Die traditionelle Show mit Startrubel auf dem roten Teppich vor Hollywoods Dolby Theatre fällt in diesem Jahr aus, stattdessen soll die Zeremonie auf mehreren Bühnen spielen. Neben dem neuen Standort Los Angeles Union Station sind Zuschaltungen aus London und von anderen Schauplätzen geplant. Wegen der Coronavirus-Pandemie war die Trophäenshow vom üblichen Termin im Februar auf Ende April verschoben worden.

Leute

Der ehemalige US-Vizepräsident und Senator Walter Mondale ist tot. Der als liberale Ikone verehrte Demokrat starb gestern im Alter von 93 Jahren, wie US-Medien unter Berufung auf seine Familie berichteten.

Mondale war von 1977 bis 1981 Vizepräsident unter Präsident Jimmy Carter. Carter (96) erklärte, er trauere um seinen „lieben Freund“, den er für den besten Vizepräsidenten in der Geschichte der USA halte.

Walter Mondale gemeinsam mit Jimmy Carter im Jahr 1975
Reuters/Library of Congress/Warren K. Leffler

Mondale wurde am 5. Jänner 1928 als Kind eines Methodistenpfarrers und einer Musiklehrerin in Ceylon im US-Staat Minnesota geboren. Von 1960 bis 1964 war er Generalstaatsanwalt in Minnesota. Von 1964 bis 1976 vertrat er seinen Heimatstaat im Senat in Washington. Als sein politischer Mentor galt der frühere US-Vizepräsident Hubert Humphrey.

Während seiner Karriere als Senator machte sich Mondale für die Bürgerrechte stark. Unter anderem warb er für Verbesserungen in den Bereichen Bildung, Wohnpolitik sowie für Arbeitsrechte für Geflüchtete.

Wahlverlierer gegen Reagan

1984 trat er für die Demokraten bei der Präsidentschaftswahl an. An seiner Seite bewarb sich mit Geraldine Ferraro zum ersten Mal eine Frau um die Vizepräsidentschaft. Im Wahlkampf sorgte Mondale für Schlagzeilen, als er den Wählerinnen und Wählern für den Fall seines Wahlsiegs eine Steuererhöhung ankündigte. Er verlor die Wahl klar gegen den republikanischen Amtsinhaber Ronald Reagan. 1993 wurde Mondale unter Präsident Bill Clinton US-Botschafter in Japan.

Carter beschrieb Mondale in seiner Beileidserklärung als „unschätzbaren Partner“ und als „fähigen Diener der Bevölkerung von Minnesota, der USA und der Welt“. Die derzeitige US-Vizepräsidentin Kamala Harris nannte Mondales Lebensleistung „außerordentlich“. Mondale sei „großzügig“ gewesen und habe über viel „Humor und Weisheit“ verfügt.

Persönliche Erinnerungen von Biden

Auch Präsident Joe Biden würdigte Mondale und gab in seiner Trauerbekundung einige seiner persönlichen Erinnerungen an den demokratischen Parteikollegen preis. So sei Mondale einer der Ersten gewesen, die ihn bei seinem eigenen Einzug in den US-Senat begrüßt hätten. Der frühere US-Präsident Barack Obama nannte Mondale einen Kämpfer für fortschrittliche Themen. Mondale habe überdies die „Rolle des Vizepräsidenten verändert“.

Panorama

Ausgerechnet im Neubau des Finanzamtes von Karlsruhe in Deutschland kann man Parfum bekommen, das nach frisch gedrucktem Geld riechen soll. Die Konzeptkünstlerin Katharina Hohmann hat die Kreation „Aerarium“ entwickelt und bei einem Kunst-am-Bau-Wettbewerb gewonnen. Inspiriert habe sie, dass sich auf dem Neubaugelände ehemals die Parfümerie F. Wolff und Sohn befand.

Das Parfum besteht den Angaben nach unter anderem aus Iris, Feigenblättern, Cannabis, weißem Moschus und Wildleder. Komponiert habe Hohmann den Duft mit dem Zürcher Parfümeur Andreas Wilhelm. Abgefüllt wird er in Flaschen unterschiedlicher Farbe und Form, die eine Art Perlmuttschimmer haben.

„Keine Kapitalvermehrung“

Auch das ist kein Zufall: Im Schwarzwald unweit von Karlsruhe sei ein besonderes Parfumflakon aus grünlichem Waldglas, vermutlich aus der frühen Neuzeit, gefunden worden, so Hohmann. „Die Form dieses Fläschchens, dem besondere, magische Kräfte zugeschrieben wurden, war Vorbild für die Flakons, die nun in der Vitrine im Finanzamt Karlsruhe zu sehen sind.“

Die Flakons kosten 60 Euro. Der Preis setze sich aus den Herstellungskosten zusammen, es entstehe kein Mehrwert. Wegen der Coronavirus-Pandemie musste der Verkaufsstart mehrfach verschoben werden. Das Geld aus dem Verkauf soll in die Produktion einer neuen Charge mit Duft gefüllter Glasflakons fließen. „Geld verwandelt sich auf allegorische Weise also immer wieder in Duft“, sagte die Künstlerin dazu. „Das Produkt trägt nicht zur Kapitalvermehrung bei.“

Geld und Duft „nicht wirklich greifbar“

Auch der Name, „Aerarium“, kommt nicht von ungefähr: Aerarium sei die Bezeichnung für die antike römische Staatskasse gewesen, so Hohmann. Abgeleitet vom lateinischen Wort für Bronze: aes. Das erste überlieferte Finanzamt habe das bewegliche Volksvermögen im Tempel des Saturn auf dem Forum Romanum aufbewahrt. Der Duft sei eine „Symbiose zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft“.

Geld und Duft seien beide „nicht wirklich greifbare, teils symbolisch umgedeutete, aber auch flüchtige Stoffe“, beschreibt Hohmann ihre Konzeption. „Geld wie Parfüm funktionieren auf der Ebene von Beziehungen, nämlich den Wechselwirkungen unter den Menschen.“ Gerade in der digitalen Ära erscheine Geld als „omnipräsente, materielle Abwesenheit, Duft ist ätherisch, so präsent wie ungreifbar“.