COV Inland

Die Regierung hat gestern den Fahrplan für eine schrittweise Öffnung des Wirtschaftslebens nach Ostern vorgestellt. Am Abend nahm Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) in der ZIB2 noch einmal Stellung zu den bisherigen Entscheidungen. „Wir sind auf einem guten Weg“, so der Kanzler. Österreich komme bisher gut durch die Krise. Er hoffe, dass „wir uns auch weiter das Schlimmste ersparen können“.

Interview mit Kanzler Kurz in der Langfassung

Kanzler Sebastian Kurz nimmt im ZIB2-Interview Stellung zu den bisherigen Maßnahmen in der CoV-Krise.

Die Ausgangsbeschränkungen gelten bis Ende April. Man dürfe weiterhin raus zum Arbeiten, um anderen zu helfen, zum Sport machen und nach Ostern auch zum Einkaufen für nicht unbedingt notwendige Bedürfnisse. Dafür werde es noch eine präzisierende Verordnung geben, sagte Kurz.

Zudem kündigte Kurz in nächster Zeit noch eigene Pressekonferenzen zu den Themen Reisefreiheit, Bildung, Kultur und Sport an. Gerade bei der weiteren Freigabe von Sportarten werde es große Unterschiede geben, so Kurz: Tennis etwa werde früher möglich sein als Sportarten, die in einem Raum und in großer Nähe zueinander ausgeübt werden.

Auch das Osterfest wird von der Coronavirus-Pandemie nicht verschont. Der größte Einschnitt wird dabei für viele wohl sein, dass heuer keine großen Familienfeste stattfinden sollen. Jausnen und Osterneste suchen soll man stattdessen heuer nur mit jenen Menschen, mit denen man auch zusammenlebt. Auch beim Ostereinkauf und bei der Osterliturgie gibt es einiges zu beachten.

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Die wegen der Coronavirus-Pandemie wieder eingeführten Kontrollen an den Grenzen zu Italien, Deutschland, Schweiz und Liechtenstein werden (zumindest) bis 27. April fortgesetzt. Das Innenministerium hat seine Verordnungen geändert. Darin war zunächst der 7. April als Ende der vorübergehenden Grenzkontrollen vorgesehen.

Fahrplan bis Ende April steht

Nach der wachsenden Verwirrung über die „Stopp Corona“-App und einen „Oster-Erlass“ rückte die Bundesregierung gestern zur Klarstellung aus. Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) sagte, dass in Österreich erste Geschäfte schrittweise Mitte April öffnen können. Auch die Bundesgärten sollen nach Ostern wieder öffnen. Die Maskenpflicht wird auf den öffentlichen Verkehr ausgedehnt, die bisherigen Bewegungsbeschränkungen bleiben vorerst weiter aufrecht.

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Den dritten Tag in Folge hat in Österreich die Anzahl der von Covid-19 Genesenen jene der Neuinfektionen mit dem Coronavirus übertroffen. Mit Stand 10.30 Uhr gestern waren laut Innenministerium binnen eines Tages 465 Patientinnen und Patienten wieder gesundet. Dagegen wies das Gesundheitsministerium 241 Neuinfektionen in den vergangenen 24 Stunden aus (Stand: 8.00 Uhr).

Stabile Lage bei Patienten in Spitalsbehandlung

Damit bestätigte sich eine Entwicklung, die am Freitag Anlass zu Zuversicht geboten hatte, als die aktiven Erkrankungen erstmals in der 24-Stunden-Schau zurückgegangen waren. Von gestern auf heute sanken die aktiven Fälle um 2,8 Prozent.

Erfreulich war auch, dass die Anzahl der Patientinnen und Patienten, die einer Spitalsbehandlung bedürfen, stabil bleibt. Heute waren um 10.30 Uhr österreichweit 1.074 Erkrankte in Krankenhäusern, 18 mehr als gestern. Auf Intensivstationen befanden sich 250, fünf mehr als gestern.

Mehr als 12.000 Fälle

In absoluten Zahlen lagen heute Vormittag (Stand: 10.30 Uhr) 12.238 positive Testergebnisse auf das Coronavirus vor. 220 Personen verstarben bisher im Zuge einer Infektion, 3.463 genasen.

Die meisten Infektionen (Stand: 8.00 Uhr) wurden mit 2.739 bisher in Tirol verzeichnet. In Oberösterreich wurden 1.953 Fälle registriert, in Niederösterreich 1.927, in Wien 1.705.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

COV Ausland

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Forderungen französischer Wissenschaftler, einen möglichen Coronavirus-Impfstoff in Afrika zu testen, als „rassistisch“ verurteilt. „Diese Art von rassistischem Gerede bringt nichts voran. Es widerspricht dem Geist der Solidarität. Afrika kann und wird kein Testgebiet für irgendeinen Impfstoff sein“, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus gestern.

Er kritisierte die Vorschläge als „Überbleibsel einer Kolonialmentalität“. Die WHO werde „alle Regeln befolgen, um jeden Impfstoff oder jedes Therapeutikum auf der ganzen Welt zu testen, ob in Europa, Afrika oder wo auch immer“, betonte Tedros. Zwei Wissenschaftler hatten Anfang April im französischen Fernsehen darüber gesprochen, einen möglichen Impfstoff in Afrika zu testen. Dort gebe es „keine Masken, keine Behandlungsmöglichkeiten und keine Wiederbelebungsmaßnahmen“. Beide entschuldigten sich mittlerweile für ihre Aussagen.

Auch Alaba meldet sich zu Wort

Auch Starfußballer David Alaba reagierte mit Kritik auf den Vorschlag. „Sind diese Typen Ärzte oder Clowns? Diese Art von Rassismus hätte ich mir nie vorstellen können. Schändlich und inakzeptabel“, schrieb Alaba, dessen Vater aus Nigeria stammt, auf Twitter.

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Mehr als zweieinhalb Monate nach der Abriegelung der chinesischen Metropole Wuhan im Kampf gegen das neue Coronavirus werden die letzten Beschränkungen der Bewegungsfreiheit für die elf Millionen Bewohnerinnen und Bewohner aufgehoben. In der schwer betroffenen Stadt, wo die Pandemie im Dezember ihren Ausgang genommen hatte, wird der Verkehr normalisiert.

Auch der Flugverkehr wird am Mittwoch wieder aufgenommen. Autos dürfen die Stadt wieder verlassen, und die Menschen mit dem Zug reisen – vorausgesetzt, sie sind gesund und hatten jüngst keinen Kontakt zu Infizierten. Die Öffnung der Stadt ist für China ein wichtiges Signal, das Schlimmste überwunden zu haben.

Von den mehr als 80.000 offiziell gemeldeten Infektionen in China waren 50.000 allein in Wuhan. Ähnlich waren von den landesweit mehr als 3.300 aufgelisteten Toten mehr als 2.500 allein in der Metropole zu beklagen. Beobachterinnen und Beobachter gehen allerdings davon aus, dass bei Weitem nicht alle Fälle mitgezählt wurden.

Wenige Stunden nach den Ankündigungen von Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) zum weiteren Fahrplan der schrittweisen Öffnung der Wirtschaft hat auch die deutsche Kanzlerin Angela Merkel (CDU) gestern zu aktuellen Maßnahmen gegen die Coronavirus-Pandemie Stellung genommen. Die deutsche Regierung denke „intensiv“ darüber nach, wie die Ausgangsbeschränkungen gelockert werden könnten. Es sei aber nicht angebracht, jetzt schon einen Zeitpunkt dafür zu nennen.

„Österreich war uns immer einen Schritt voraus in den Dingen. Aber wir müssen unsere eigenen Zahlen voraussetzen“, so Merkel. Der Gesundheitsschutz müsse bei einer weiteren Öffnung immer im Vordergrund stehen. Die Einschränkungen des öffentlichen Lebens in Deutschland werden nach Angaben von Merkel auf jeden Fall bis zum 19. April bestehen bleiben.

„Mehr Europa“ gefragt

Die EU stehe vor ihrer größten Bewährungsprobe seit Bestehen des Staatenbundes. Es müsse das Interesse aller sein, dass Europa gestärkt aus dieser Krise komme, betonte Merkel. Das gelte besonders auch für die Länder der Euro-Zone. „Deutschland wird es auf Dauer nur gut gehen, wenn es Europa gut geht“, sagt Merkel. Die Antwort könne nur lauten „mehr Europa“.

Darüber hinaus müssten Deutschland und Europa eigene Fähigkeiten zur Produktion von Schutzausrüstungen aufbauen. „Wir müssen hart arbeiten“, damit das medizinische Personal mit den erforderlichen Produkten ausgestattet werden könne, sagte Merkel im Kanzleramt.

Der Gouverneur von Wisconsin, Tony Evers, hat in letzter Minute eine Verschiebung der ursprünglich heute geplanten Vorwahl in dem US-Bundesstaat angeordnet. Sie soll auf den 9. Juni verlegt werden.

Bereits zuvor hatte es zwischen Demokraten und Republikanern hitzige Diskussionen über eine mögliche Verschiebung der Wahl gegeben. Evers beklagte, es habe keine parlamentarische Lösung gegeben, daher habe er sich für die Verordnung entschieden. „Ich kann nicht guten Gewissens zusehen und nichts tun“, sagte Evers zu dem kurzfristigen Schritt. Er sei verpflichtet, die Sicherheit der Menschen zu gewährleisten.

Auch Tschechien lockert seine restriktiven Maßnahmen im Kampf gegen das neuartige Coronavirus ein wenig. Das Betreiben von Individualsport wird wieder erlaubt, wie das Minderheitskabinett aus populistischer ANO und Sozialdemokraten gestern in Prag beschloss.

Zudem dürfen erste Geschäfte öffnen, die im Kampf gegen die Pandemie geschlossen worden waren, darunter Hobby- und Baumärkte, der Eisenwarenhandel sowie Fahrradwerkstätten. Doch zugleich werden die Hygieneregeln für den Einzelhandel verschärft. Der Mindestabstand zwischen Kunden muss zwei Meter betragen, am Eingang müssen Desinfektionsmittel und Einweghandschuhe bereitgestellt werden.

Die Regierung in Prag hatte Mitte März einen weitgehenden Ein- und Ausreisestopp verhängt. Sie stellte nun in Aussicht, dass tschechische Bürger und Bürgerinnen ab dem 14. April für unerlässliche Reisen das Land verlassen dürfen. Dazu zählen Geschäftsreisen sowie Arzt- und Verwandtenbesuche, wie Industrieminister Karel Havlicek erläuterte. Nach der Rückkehr ist eine 14-tägige Quarantäne Pflicht.

Bekenntnis zu Rechtsstaatlichkeit gefordert

Unterdessen riefen frühere Dissidenten der Gruppe Charta 77 die Regierung des Ministerpräsidenten und Multimilliardärs Andrej Babis dazu auf, sich ausdrücklich zu Demokratie und Rechtsstaatlichkeit zu bekennen. „Krisensituationen bergen stets das Risiko, dass autoritäre Tendenzen verstärkt werden“, heißt es der Agentur CTK zufolge in dem Aufruf. Zu den Unterzeichnern zählen Ex-Premier Petr Pithart sowie der katholische Weihbischof Vaclav Maly.

Auch Dänemark beschließt Lockerungen

Nach Österreich und Tschechien kündigte auch Dänemark eine erste Lockerung seiner in der Coronavirus-Krise ergriffenen Maßnahmen an. In einem ersten Schritt sollten Kinderkrippen, Kindergärten sowie die unteren sechs Jahrgangsstufen von Schulen am 15. April wieder geöffnet werden, sagte die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen. Es handle sich um „die erste vorsichtige Phase der Öffnung“. Die Däninnen und Dänen sollten sich jedoch darauf gefasst machen, dass sie noch über Monate wegen der Coronavirus-Pandemie mit Einschränkungen leben müssten.

New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo sieht für den besonders heftig vom Coronavirus getroffenen Bundesstaat Licht am Ende des Tunnels. Zwar sei die Zahl der in der Pandemie Verstorbenen in New York im Vergleich zum Vortag um 599 auf 4.758 gestiegen, das liege jedoch im Bereich der Vortage, sagte Cuomo gestern auf seiner täglichen Pressekonferenz.

Zudem sei die Zahl der neu in die Krankenhäuser Eingelieferten deutlich zurückgegangen, genauso wie die Zahl der Intubierten. Die Zahl der positiv auf Covid-19 Getesteten liege nun bei mehr als 130.000.

Cuomo warnte die Menschen aber davor, nun nachlässig zu werden und das Virus zu unterschätzen. „Es ist nicht die Zeit, um Frisbee mit deinem Freund im Park zu spielen.“ Die Schließung aller nicht „lebenswichtigen“ Geschäfte und Schulen ließ Cuomo bis Ende April verlängern. Er betonte dabei, dass das Gesundheitssystem „an seiner Kapazitätsgrenze“ sei, das werde in den kommenden Tagen so bleiben. Es könnte auch sein, dass die Zahlen wieder ansteigen werden. Die Situation sei vor allem eine heftige Bürde für das medizinische Personal, das unter heftigem Druck stehe.

Über 10.000 Coronavirus-Tote in den USA

Die Zahl der Coronavirus-Toten in den USA überschritt die Schwelle von 10.000. Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität stieg die Zahl der Toten gestern auf mehr als 10.300. Bisher wurden rund 347.000 Infektionen bestätigt.

Der oberste Gesundheitsbeamte in den USA, Jerome Adams, hatte die Amerikaner bereits auf einen Anstieg der Todeszahlen eingestimmt. „Dies wird die härteste und traurigste Woche im Leben der meisten Amerikaner sein“, sagte Adams am Sonntag dem Sender Fox News. „Dies wird unser Pearl-Harbor-Moment sein, unser 9/11-Moment – nur wird es nicht begrenzt auf einzelne Orte, sondern im ganzen Land passieren.“

Inland

Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka (ÖVP) startet diese Woche ein neues Onlineangebot des österreichischen Parlaments durch das Ausweichquartier in der Hofburg. Die Führungen stehen via Livestream auf YouTube bereit. Über eine Chatfunktion können Zusehende Fragen stellen, die von den Vermittlern live beantwortet werden. Zuvor wird ein 20-minütiger Film gezeigt. Die Führungen finden jeweils von Montag bis Freitag mit vier unterschiedlichen Beginnzeiten statt.

Es gehe um Demokratie, den Parlamentarismus und den authentischen Ort dafür. Sobotka: „Wir wollen mit diesen virtuellen Führungen auch den Schulen ein geeignetes Angebot in der Corona-Zeit übermitteln.“ Die Führungen werden in Deutsch und Englisch angeboten. Ab Ende April bzw. Anfang Mai soll es auch virtuelle Touren zum Format Demokratie.Macht.Orte auf dem Heldenplatz geben.

Ausland

Rund eine Woche nach Ankunft einer Delegation der radikalislamischen Taliban in der afghanischen Hauptstadt Kabul für Gespräche über den geplanten Gefangenenaustausch droht erneut Stillstand in den Verhandlungen.

Man wolle nicht mehr an den Treffen mit Vertretern der afghanischen Regierung teilnehmen, so Taliban-Sprecher Suhail Schahin in der Nacht auf heute (Ortszeit). Die Taliban nannten keine konkreten Gründe für ihre Entscheidung.

Streit seit Wochen

Auch die afghanische Regierung hatte zuletzt ihren Unmut über die Vorgespräche bekundet. Die Taliban würden die Freilassung von 15 Befehlshabern fordern, die an einigen der größten Anschläge beteiligt gewesen seien, sagte der Chef der Behörde für lokale Regierungsführung, Matin Bek, während einer Pressekonferenz. Kabul sei bereit, Hunderte Taliban-Gefangene freizulassen. Die Taliban verhielten sich aber „stur“.

Seit Wochen herrscht Streit zwischen der afghanischen Regierung und den Taliban über einen geplanten Gefangenenaustausch. Die Freilassung von bis zu 5.000 Gefangenen war als Vorbedingung für innerafghanische Friedensgespräche in das Abkommen aufgenommen worden, das die USA mit den Taliban am 29. Februar unterzeichnet hatten. Die Gefangenen gelten laut Experten als das Hauptdruckmittel der Regierung in Kabul, die Taliban zu Gesprächen zu bringen.

EU

Im Kampf gegen das Coronavirus wollen sich die EU-Staaten stärker über Einsatzmöglichkeiten der nationalen Armeen austauschen. Es gehe darum, zu untersuchen, wie die Expertise des Militärs in der EU noch besser genutzt werden könne, sagte der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell gestern nach einer Videokonferenz mit den Verteidigungsministern der 27 EU-Länder. Informationen und Erfolgsrezepte, „Best Practice“, könnten miteinander geteilt werden.

Schon jetzt gebe es in der Coronavirus-Krise bemerkenswerte Beispiele für den Einsatz der Armeen, sagte Borrell. Sie bauten Krankenhäuser in Rekordzeit, unterstützen die Polizei oder böten Transportmöglichkeiten. In Deutschland unterstützen 15.000 Soldaten den Kampf gegen die Pandemie, in Polen seien es 9.000. Aber auch grenzüberschreitend seien die Militärs im Einsatz. So hätten rumänische Kräfte 90 Tonnen medizinisches Material aus Südkorea geholt. Tschechien habe Ausrüstung nach Spanien und Italien gebracht. „All diese Arbeit ist äußerst wichtig.“

Eine Arbeitsgruppe, die im Auswärtigen Dienst der EU angesiedelt wäre, könnte Borrell zufolge prüfen, welche Möglichkeiten für die Armeen bestehen. Beschlossen ist eine solche Arbeitsgruppe allerdings noch nicht. Es werde keine Überschneidungen mit der NATO geben, sagte Borrell.

Religion

Der wegen sexuellen Missbrauchs verurteilte Kardinal George Pell kommt überraschend auf freien Fuß. Das höchste australische Gericht gab dem Berufungsantrag des 78-jährigen ehemaligen Finanzchefs des Vatikans statt.
P
ell war vor einem Jahr wegen des Missbrauchs von zwei Chorknaben in den 1990er Jahren zu sechs Jahren Haft verurteilt worden. Er soll noch heute aus der Haft entlassen werden.

Wirtschaft

Die italienische Regierung bereitet einem Insider zufolge neue Hilfen für die Unternehmen des Landes vor. Per Erlass soll dafür gesorgt werden, dass Liquidität und Bankkredite im Volumen von mehr als 400 Milliarden Euro bereitgestellt werden.

Das berichtete Reuters gestern aus Kreisen des italienischen Finanzministeriums. Zusammen mit einem bereits im März erlassenen Maßnahmenpaket könnten die Banken dann Kredite im Wert von mehr als 750 Milliarden Euro anbieten.

EZB half Italien im März mit großen Anleihekäufen

Die Europäische Zentralbank (EZB) sprang Italien im vergangenen Monat mit großen Anleihekäufen bei. Insgesamt erwarben die Währungshüter im März im Rahmen ihres seit 2015 aktiven Kaufprogramms öffentliche Schuldentitel der Euro-Länder im Volumen von 33,75 Milliarden Euro. Rund 35 Prozent davon entfielen auf Staatspapiere Italiens, das besonders schwer von der Viruskrise getroffen wurde.

Der Anteil ist deutlich mehr, als das Grundgerüst des Kaufprogramms eigentlich für das südeuropäische Land vorsieht. Die Währungshüter hatten in Aussicht gestellt, angesichts der Krise zeitweise von ihren selbst gesteckten Regeln abzuweichen.

Hinweis

Hinweis zum Umgang von ORF.at mit statistischen Daten zur Coronavirus-Krise in Österreich: Es gibt auf Landes- und Bundesebene verschiedene staatliche Quellen, die in unterschiedlichem Rhythmus Daten zum Stand der Coronavirus-Krise veröffentlichen.

Dabei kann es zu plötzlichen Sprüngen in den Fallzahlen kommen, etwa weil viele Datensätze auf einmal ins Epidemiologische Meldesystem – eine zentrale medizinische Datenbank – eingetragen werden.

Anders als in Italien gibt es in Österreich derzeit keine täglich veröffentlichten maschinenlesbaren Berichte der verantwortlichen staatlichen Stelle, sodass alle Daten händisch eingeben werden müssen.

Verbindlich sind für ORF.at nach wie vor die halbtäglichen Meldungen der durchgeführten Tests, der bestätigten Infektionen und Todesfälle auf der Website des Gesundheitsministeriums. Gegen 8.00 Uhr werden die Anzahl der Tests vom Vortag sowie die aktuellen Summen von bestätigten Fällen und Todesfällen auf Bundes- und Landesebene veröffentlicht. Gegen 15.00 Uhr werden diese Zahlen und auch die Verlaufsgrafiken aktualisiert.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Nähere Informationen zu Quellen und Aktualisierungsrhythmus finden Sie in einem erläuternden Zusatzartikel.

Sport

Chronik

Ein Mann ist in Spanien wegen des Diebstahls von zwei Millionen Masken und weiterem Schutzmaterial im Gesamtwert von fünf Millionen Euro festgenommen worden. Der Unternehmer werde beschuldigt, die Güter aus einer Lagerhalle in Santiago de Compostela im Nordwesten des Landes entwendet und im Nachbarland Portugal verkauft zu haben, teilte die Polizei der Region Galizien gestern mit.

Der Mann sei dem Richter vorgeführt und anschließend unter Auflagen auf freien Fuß gesetzt worden. Der Verdächtige sei in der Nähe der Lagerhalle von Zeugen gesehen und auch von Überwachungskameras gefilmt worden, zitierte die Regionalzeitung „La Voz de Galicia“ einen Polizeisprecher. Bei dem Einbruch seien die Atemschutzmasken vom Typ FFP2, Handschuhe, Schutzkleidung, Desinfektionsmittel und weitere Produkte aus den Originalverpackungen entnommen worden, um zu verhindern, dass die Herkunft der Ware später zurückverfolgt werden könne.

Wie vielerorts herrscht seit Wochen auch in Spanien und Portugal wegen der Coronavirus-Pandemie ein großer Mangel an Masken, Handschuhen und Schutzkleidung. Auch das medizinische Personal verfügt zum Teil nicht über genügend Schutzausrüstung.

In der Berufungsverhandlung um den wegen sexuellen Missbrauchs verurteilten Kardinal George Pell will das australische Höchstgericht heute (Ortszeit) eine Entscheidung verkünden.

Pell, der in einem Hochsicherheitsgefängnis in der Nähe von Melbourne inhaftiert ist, will seinen Freispruch erreichen. Das Gericht befasste sich seit März mit dem letzten möglichen Einspruch des 78-Jährigen. Für die einstige Nummer drei des Vatikan könnte das die letzte Chance sein, auf freien Fuß zu kommen. Im März 2019 war der frühere Erzbischof von Melbourne wegen des Missbrauchs von zwei Buben in den 1990er Jahren zu sechs Jahren Haft verurteilt worden. Er weist alle Vorwürfe zurück.

Im Fall des ermordeten slowakischen Investigativjournalisten Jan Kuciak und seiner Verlobten Martina Kusnirova ist ein weiteres Urteil gefallen. Das spezialisierte Strafgericht in der Kleinstadt Pezinok hat gestern Miroslav M. wegen vorsätzlichen Mordes für schuldig befunden und zu 23 Jahren Freiheitsentzug verurteilt. Der Angeklagte habe zwei Menschen ermordet, die ihr Leben noch vor sich hatten, begründete Senatsvorsitzende Ruzena Sabova nach der Urteilsverkündung.

Gegen den eigentlichen Ausführenden des Mordes wurde in einem getrennten Verfahren vorgegangen, da dieser geständig ist und mit der Polizei zusammengearbeitet hatte. M. stand wegen dreifachen Mordes vor Gericht. Er hatte neben den Todesschüssen auf Kuciak und seine Verlobte auch noch einen länger zurückliegenden Raubmord an einem Unternehmer zugegeben.

Das Strafgericht, das lediglich noch über das Strafausmaß zu entscheiden hatte, sah das Geständnis und die Kooperation von M. dennoch als mildernde Umstände an und blieb zwei Jahre unter den von der Staatsanwaltschaft geforderten 25 Jahren. Zugleich soll M. Entschädigungsgelder an Hinterbliebene der Opfer in der Gesamthöhe von 180.000 Euro bezahlen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, der zuständige Staatsanwalt kündigte bereits Berufung an.

Bereits zweites Urteil

Im Kuciak-Mordfall geht es um das bereits zweite Urteil in der Reihe. Ende Dezember letzten Jahres wurde ein Kronzeuge, der mit der Staatsanwaltschaft eine Vereinbarung unterzeichnet hatte, zu 15 Jahren verurteilt. Ihm wurde zur Last gelegt, den Mordauftrag gegen Bezahlung an weitere Auftragstäter geleitet zu haben.

Die eigentliche Hauptverhandlung, in der zusammen mit dem mutmaßlichen Auftraggeber Marian K. noch zwei weitere Mitangeklagte vor Gericht stehen, soll am 15. April fortgesetzt werden. Die für März angesetzten Verhandlungstage wurden wegen der Coronavirus-Pandemie gestrichen. Alle drei Angeklagten bestanden bei der Eröffnung der Hauptverhandlung im Jänner auf ihrer Unschuld. Im Falle einer Verurteilung droht ihnen bis zu lebenslang.

Kuciak und Kusnirova wurden am 21. Februar 2018 in ihrem Haus im westslowakischen Velka Maca erschossen. Der Journalist hatte zuvor zu Korruption und Verstrickungen von Politik und Geschäftemacherei recherchiert, womit er dem einflussreichen Geschäftsmann Marian K. in die Quere gekommen sein dürfte. Die Bluttat hat die Slowakei politisch und gesellschaftlich zutiefst erschüttert und führte bei der Parlamentswahl Ende Februar zur Abwahl der seit Jahren regierenden sozialdemokratischen Smer-Partei. Ihr wurde die Hauptschuld für mafiaähnliche Zustände und wuchernde Korruption im Land zugeschrieben.

Science

Kultur

Die Bundesregierung hat gestern alle Sport- und Kulturveranstaltungen vor Publikum wegen der CoV-Pandemie bis Ende Juni untersagt. Die Wiener Festwochen werden daher abgesagt. Sie hätten von 15. Mai bis 21. Juni stattfinden sollen.

Mehr dazu in wien.ORF.at

Auch keine Salzburger Pfingstfestspiele

Auch die Salzburger Pfingstfestspiele fallen den Maßnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie zum Opfer. Wegen des von der Bundesregierung präsentierten Veranstaltungsverbots bis Ende Juni kann auch das für den 29. Mai bis 1. Juni geplante Festival nicht stattfinden.

Mehr dazu in salzburg.ORF.at

Starkes Fieber hat ihn vor einem halben Jahrtausend dahingerafft: Im Alter von nur 37 Jahren hauchte der Künstler Raffaello Sanzio am 6. April 1520, an einem Karfreitag, sein Leben aus. Er galt als bildschön, edel und gut. Großaufträge für Fresken und Kirchenbilder erledigte der Superstar der Renaissance so schnell wie kein anderer. Bei seinem Tod war der Maler und zeitweilige Petersdom-Bauleiter weltberühmt – und wurde bis ins 19. Jahrhundert verehrt. Sein Tod war ein europaweites Ereignis, sogar der Papst weinte an seinem Sarg.

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Honor Blackman, legendär für ihre Rolle des Bond-Girls Pussy Galore im Klassiker „Goldfinger“ (1964), ist im Alter von 94 Jahren in Südengland verstorben, wie ihre Familie gestern mitteilte. Daneben spielte die am 22. August 1925 geborene Londonerin etwa auch die Cathy Gale in der Kultserie „Mit Schirm, Charme und Melone“. Blackman sei in ihrem Haus in Sussex im Kreise ihrer Kinder und Enkelkinder eines natürlichen Todes gestorben, hieß es. Einen Zusammenhang mit dem Coronavirus gab es nicht.

Sean Connery und Honor Blackman im Film „Goldfinger“
picturedesk.com/mptv

1964 hatte Blackman an der Seite von Bond-Darsteller Sean Connery die Pilotin Pussy Galore gespielt, die zunächst für den Schurken Goldfinger (Gert Fröbe) arbeitet, sich dann aber auf die Seite von 007 schlägt. Der Name Pussy sorgte damals für einen Skandal. „Goldfinger“ gilt vielen Fans bis heute als einer der besten Filme der langjährigen Bond-Reihe.

Weitere Rollen hatte sie in Theaterproduktion wie „My Fair Lady“ und „Cabaret“. Der bekannte TV-Moderator Piers Morgan schrieb: „Eine wundervolle Schauspielerin und mein liebstes von allen Bond-Girls.“

Im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie wollen Weltstars wie Elton John, Paul McCartney, Stevie Wonder, Lang Lang und Alanis Morissette bei einem TV-Konzert für Solidarität werben und Geld für einen Fonds der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sammeln. Das Ereignis unter dem Motto „One World Together at Home“ („Eine Welt zusammen zu Hause“) werde am 18. April übertragen, teilte US-Sängerin Lady Gaga als Mitorganisatorin gestern mit.

Sie war als Gast einer der Pressekonferenzen der WHO zugeschaltet. Es gehe um einen riesigen Dank an die Helfer und Helferinnen im Gesundheitswesen in vielen Ländern, die oft ohne genügend Schutz vor einer Ansteckung arbeiteten. Es werde dringend mehr Geld für Schutzausrüstungen und Tests gebraucht, hieß es.

Lifestyle

Die Ausbreitung des Coronavirus und die Maßnahmen zur Eindämmung haben das Leben auf den Kopf gestellt – gesundheitlich, sozial, wirtschaftlich, auf fast allen Ebenen des Alltags. ORF.at hat in den vergangenen Wochen verschiedene Aspekte beleuchtet und Infos zusammengetragen: von Gesundheit über Schule, Ängste und Sorgen bis zu Kultur und Unterhaltung.

Mehr dazu in ORF.at/corona

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