Ukraine-Krieg

Im Osten der Ukraine setzt Russland nach Angaben aus Kiew seine Angriffe auf breiter Front fort. Im Raum Charkiw versuche die russische Armee, mit Unterstützung von Artillerie verlorene Positionen zurückzuerobern, teilte der ukrainische Generalstab heute mit.

Zahlreiche Orte würden beschossen, um die ukrainische Armee dort zu binden. In der Region Donezk sei eine russische Attacke abgewehrt worden, hieß es. Aus dem Raum Awdijiwka wurden russische Luftangriffe gemeldet. Im Schwarzen Meer wiederum blockiere Russland weiterhin die Seeverbindungen der Ukraine.

Russland soll bei Raketenangriffen auf die Stadt Slowjansk im Osten der Ukraine mit mehreren Toten nach ukrainischen Angaben verbotene Streumunition eingesetzt haben.

Dabei seien in der Nacht auf heute zivile Bereiche getroffen worden, in denen es keine Militäranlagen gebe, berichtete Bürgermeister Wadym Ljach im Messengerdienst Telegram. Vier Menschen seien getötet, sieben verletzt worden.

Als Streumunition wird Munition bezeichnet, die in der Luft über dem Ziel birst und viele kleine Sprengkörper freisetzt. Ihr Einsatz ist völkerrechtlich geächtet. Vorwürfe wie die aktuellen lassen sich kaum unabhängig überprüfen.

Wegen der jüngsten Kürzungen der russischen Erdgaslieferungen hat die EU in diesem Monat zum ersten Mal in der Geschichte mehr Gas aus den USA als über Pipelines aus Russland importiert. Das sagte der Chef der Internationalen Energieagentur IEA, Fatih Birol, via Twitter.

Die ausbleibenden Gaslieferungen seien eine Herausforderung – die EU müsse sich laut Birol wohl auf einen harten Winter vorbereiten.

Ausland

Im seit langer Zeit latenten Konflikt zwischen den beiden NATO-Partnern Griechenland und Türkei ist weiter keine Entspannung in Sicht. Der Generalstab in Athen warf der türkischen Seite heute vor, im vergangenen Monat insgesamt 760-mal mit Kampfflugzeugen und Drohnen den griechischen Luftraum verletzt zu haben.

Spiel mit dem Feuer in der Luft

In neun Fällen seien griechische Inseln überflogen worden. In 17 Fällen sei es im Juni sogar zu simulierten Angriffen und Kurvenkämpfen (in der Pilotensprache: Dogfights) zwischen Kampfjets gekommen.

Für das bisherige Jahr stellte Griechenland annähernd 4.000 solcher Verletzungen seiner Souveränität fest. Ankara spricht Athen die Souveränität über etliche Inseln im Osten der Ägäis ab, weil diese militärisch genutzt werden. Bei den Vereinten Nationen beschwerte sich die Türkei, weil das gegen die Verträge von Lausanne (1923) und Paris (1947) verstoße. Athen begründet die militärische Nutzung mit einer Bedrohung durch Landungsboote an der türkischen Westküste.

Der Chef der US-Weltraumbehörde NASA, Bill Nelson, hat vor dem chinesischen Weltraumprogramm gewarnt. „Wir müssen sehr besorgt darüber sein, dass China auf dem Mond landet und sagt: Das gehört jetzt uns, und Ihr bleibt draußen“, sagte er der deutschen „Bild“-Zeitung (Samstag-Ausgabe) und fügte hinzu: „Chinas Weltraumprogramm ist ein militärisches Weltraumprogramm.“ Anders als beim „Artemis“-Programm der Amerikaner sei Peking nicht gewillt, Forschungsergebnisse zu teilen und den Mond gemeinsam zu nutzen. „Es gibt ein neues Rennen zum Weltraum – diesmal mit China.“

China arbeitet daran, eigene Astronauten auf den Mond zu bringen. Mehrfach hat die Volksrepublik bereits Forschungsroboter auf der Mondoberfläche landen lassen. In den 2030er Jahren, so heißt es in Berichten chinesischer Staatsmedien, soll in einem weiteren Schritt eine permanente Station auf dem Erdtrabanten entstehen. Die Forschungsstation könnte gemeinsam mit Russland aufgebaut und betrieben werden.

Viele Jahre nach „Apollo“-Programm

Auf die Frage, welche militärischen Zwecke China im Weltraum verfolgen könnte, antwortete Nelson der Zeitung: „Nun, was glauben Sie, was auf der chinesischen Raumstation passiert? Sie lernen dort, wie man die Satelliten von anderen zerstört.“ Mit dem „Artemis“-Programm will die US-Raumfahrtbehörde wieder Astronauten – und erstmals eine Astronautin – zurück zum Mond bringen, frühestens 2025. Insgesamt zwölf Astronauten brachten die USA als bisher einziges Land mit den „Apollo“-Missionen zwischen 1969 und 1972 auf den Mond.

Eine Woche nach dem Tod von 23 Migranten bei einem Massenansturm auf die spanische Exklave Melilla hat es in Spanien und Marokko Proteste gegeben. In Spanien versammelten sich gestern Tausende Menschen in Städten wie Madrid, Barcelona, Malaga, Vigo, San Sebastian und in Melilla selbst, um gegen die spanische Migrationspolitik und die „Militarisierung der Grenzen“ zu protestieren.

Demonstration in Spanien
APA/AFP/Aline Manoukian

In der Hauptstadt Madrid griffen mehrere hundert Menschen das Motto der US-Anti-Rassismusbewegung Black Lives Matter auf. Sie riefen in Sprechchören „Kein Mensch ist illegal“ und hielten Schilder mit der Aufschrift „Grenzen töten“ hoch.

Sturm von 2.000 Menschen auf Grenzzaun

In Marokko versammelten sich einige Dutzend Menschen vor dem Parlament in der Hauptstadt Rabat. „Wir fordern ein Ende der von der EU finanzierten Migrationspolitik, die Einleitung einer unabhängigen Untersuchung und die Rückgabe der Leichen an die Familien“, sagte der Aktivist Mamadou Diallo.

Der tragische Tod der 23 Menschen bei einem Massenansturm auf den Grenzzaun von Melilla hatte international für Entsetzen gesorgt. Rund 2.000 Migranten vor allem aus südafrikanischen Ländern hatten am Freitag vergangener Woche versucht, über die Grenze zwischen Marokko und der spanischen Exklave zu gelangen.

Der Tod eines Afroamerikaners während eines Polizeieinsatzes hat im US-Bundesstaat Ohio Proteste ausgelöst. Gestern (Ortszeit) versammelten sich nach dem Tod des 25-jährigen Jayland Walker zahlreiche Menschen vor dem Rathaus und der Polizeistation der Stadt Akron.

Polizisten hatten am Montag versucht, Walker wegen einer Verkehrsordnungswidrigkeit anzuhalten. Der junge Mann lieferte sich daraufhin zunächst eine Verfolgungsjagd per Auto mit der Polizei. Im Anschluss flüchtete er zu Fuß weiter und wurde dabei von Polizeibeamten erschossen.

„Er wurde 60-mal getroffen“

Walker habe während der Verfolgungsfahrt auf die Beamten geschossen, erklärte die Polizei. Die Polizisten hätten eine „tödliche Bedrohung“ wahrgenommen und ihrerseits das Feuer eröffnet. Im Auto des jungen Mannes sei eine Waffe gefunden worden. Nähere Angaben machte die Polizei nicht.

Örtlichen Medien zufolge feuerten acht Polizisten insgesamt mehr als 90 Kugeln auf Walker ab. „Er wurde 60-mal getroffen“, erklärte die Organisation Black Lives Matter via Twitter. Die in den Fall verwickelten Polizisten wurden für die Dauer der Ermittlungen vom Dienst freigestellt.

Inland

Die FPÖ beruft wegen der unter den Erwartungen bleibenden Speicherraten bei Erdgas den Nationalen Sicherheitsrat ein. Am Montag werde man einen entsprechenden Antrag stellen, kündigte Parteichef Herbert Kickl heute via Aussendung mit.

Das Energieministerium hatte erste bekanntgegeben, dass die Einspeicherraten in den letzten Tagen gesunken seien. Die Regierung will dazu am Dienstag beraten.

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Die „beschwichtigenden Erklärungen“ von Energieministerin Leonore Gewessler (Grüne) über den aktuellen Stand der Versorgungssicherheit haben für die FPÖ mehr Fragen offen gelassen als beantwortet, begründete Kickl die angekündigte Einberufung des Nationalen Sicherheitsrats. „Das ‚Herumgeeiere‘ und die Geheimniskrämerei der Regierung bringen uns nicht weiter.“

Zwei Drittel der Österreicherinnen und Österreicher sprechen sich laut einer Umfrage für eine Sondersteuer auf Krisengewinne aus. Ganze 66 Prozent seien der Ansicht, die Rekorderträge, die etwa Energieunternehmen aktuell erzielen, sollten abgeschöpft und für den Kampf gegen die Inflation verwendet werden, heißt es in einer Aussendung des Nachrichtenmagazins „profil“.

Knapp ein Viertel, 23 Prozent, meinte dagegen, die Gewinne sollten in den Unternehmen verbleiben und in den Ausbau erneuerbarer Energien fließen, wie aus der Umfrage, die das Meinungsforschungsinstitut Unique research für das „profil“ durchgeführt hat, hervorgeht. Elf Prozent der Befragten machten keine Angaben.

Anrainer und Naturschutzbund machen gegen das vom Land Salzburg geplante Campingplatzgesetz mobil. Dieses soll künftig das Aufstellen von Mobile Homes an Seeufern ermöglichen. Kritiker befürchten, dass das illegalen Zweitwohnsitzen Tür und Tor öffne.

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COV Inland

Die nächste Welle der Coronavirus-Pandemie rollt und das erstmals im Sommer. Nach den Infektionszahlen steigen mittlerweile auch jene der mit Covid-19 infizierten Patienten und Patientinnen, die in Krankenhäusern stationär behandelt werden müssen.

Das Beratungsgremium Gesamtstaatliche Covid-Krisenkoordination (GECKO) hält einen Spitalsbelag von 2.500 bis 4.000 Patienten auf dem Peak der Welle für möglich. Das würde die Krankenhäuser sehr wahrscheinlich mitten in der Ferien- und Urlaubszeit treffen.

Auch beim Personal schon spürbar

Die Spitäler bereiten sich laut Nachfrage der APA unterschiedlich auf das Szenario vor. Weil auch beim Personal die derzeitige Infektionswelle mit Erkrankungsfällen spürbar ist, wie der Gesundheitsverbund berichtet, werden zur Vermeidung und Reduktion von Infektionen im Klinikumfeld die internen Sicherheitsvorkehrungen laufend adaptiert, beispielsweise durch konsequentes Tragen der FFP2-Maske auf dem Klinikgelände, engmaschige PCR-Testungen und Anpassungen der Regeln für Besuche.

Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den abgelaufenen sieben Tagen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, liegt laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bei 761,4 (Stand: gestern, 14.00 Uhr).

Am höchsten ist die Zahl in Wien (1.212,4) und im Burgenland (916,5). Am niedrigsten ist der Wert in Kärnten (435,7) und in der Steiermark (538,2).

Das Berichtsschema der AGES zeigt die Zahlen vom Vortag – wie die Meldung der Ministerien. Wesentlicher Unterschied zu den Ministeriumsmeldungen: Laborbestätigte Fälle, Tote etc. werden nicht zum Meldezeitpunkt dargestellt, sondern zum Diagnose- bzw. Sterbedatum. In der Darstellung in ORF.at wird auch täglich transparent gemacht, welchen Tagen die neu gemeldeten Fälle zugeordnet werden.

Ministerien melden 10.424 Neuinfektionen

Das Gesundheits- und das Innenministerium haben 10.424 neu registrierte Coronavirus-Fälle innerhalb der letzten 24 Stunden gemeldet (Stand: gestern, 9.30 Uhr). Diese Zahlen meldeten die Bundesländer an den nationalen Krisenstab.

18.792 Menschen verstarben bisher am oder im Zusammenhang mit dem Coronavirus. 870 infizierte Personen werden derzeit in einem Spital behandelt, davon 49 auf Intensivstationen.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Erklärung zur Zählweise und weiteren Fragen in ORF.at/corona

Sport

Auch eine Regenunterbrechung und die danach folgende Verschiebung der weiteren Partie auf gestern hat Dennis Novak nicht vor dem Aus in der zweiten Runde von Wimbledon bewahrt. Österreichs einziger Beitrag im Einzel-Bewerb des Rasenklassikers musste sich dem Australier Jason Kubler mit 3:6 4:6 4:6 geschlagen geben. Sein Arbeitstag dauerte nur zwei Minuten. Da Philipp Oswald später auch noch im Doppel verlor, ist Österreich beim Grand-Slam-Turnier in London nicht mehr vertreten.

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Titelverteidiger Tadej Pogacar hat gleich zum Auftakt der 109. Tour de France ein Zeichen gesetzt. Der 23-jährige Slowene distanzierte gestern im verregneten Einzelzeitfahren in Kopenhagen seinen größten Herausforderer Primoz Roglic um neun Sekunden. Nach 13,2 Kilometern war Pogacar auch acht Sekunden schneller als der dänische Vorjahreszweite Jonas Vingegaard. Der erste Etappensieg ging an den Belgier Yves Lampaert.

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Wirtschaft

Die Rewe-Tochter Billa integriert das Tochterunternehmen ADEG und gründet ein gemeinsames Großhandelsressort. Die Marke ADEG soll dabei eigenständig erhalten bleiben. Dazu sei Ende des Jahres ein Kaufmannsmodell bei Billa geplant, heißt es.

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Wegen der angespannten Buchungs- und Verkehrslage hat die AUA-Mutter Lufthansa ihr Ticketangebot für Europa- und Deutschlandflüge drastisch eingeschränkt. Über mehrere Tage hinweg können Flüge für Termine im gesamten Monat Juli nur noch in den jeweils teuersten Buchungsklassen erworben werden, bestätigte das Unternehmen gestern entsprechende Informationen aus Internetforen für Vielfliegerinnen und -flieger.

Mit der zeitlich begrenzten Maßnahme sollen Plätze für Umbuchungen frei gehalten werden, die sich aus den bereits zuvor angekündigten Flugstreichungen ergeben. In den kommenden Tagen sollen diese Änderungen in das System eingepflegt werden.

Lufthansa: 95 Prozent der Flüge durchführen

Lufthansa hat wegen der massiven Kapazitätsprobleme an den Flughäfen und in der eigenen Organisation mehr als 3.000 Verbindungen in den Monaten Juli und August gestrichen. Im Sommer werde man aber 95 Prozent aller geplanten Flüge durchführen, hieß es vom Unternehmen.

Um Betroffenen alternative Reisemöglichkeiten anbieten zu können, habe das Unternehmen die Verfügbarkeit auf Lufthansa-Flügen für Neubuchungen im Juli reduziert.

Mehr als 1.000 Euro von Frankfurt nach London

Nutzer berichten von Economy-Ticketpreisen in der Klasse „Y“ von mehr als 1.000 Euro von Frankfurt nach London oder Dubai. Einfache Flugtickets von Frankfurt nach Hamburg oder Berlin sollten 400 Euro kosten. Auch in der Businessklasse sind nur noch Tickets in der höchsten und damit teuersten Buchungsklasse „J“ erhältlich.

Erst nach Abschluss der Umbuchungen will Lufthansa das System wieder öffnen und je nach Verfügbarkeit der Plätze auch die günstigeren Buchungsklassen wieder öffnen. Nach Angaben aus Unternehmenskreisen könnte dies am Mittwoch (6. Juli) so weit sein.

Der Vatikan ist seine ominöse Luxusimmobilie in London, wegen der aktuell ein beispielloser Strafprozess läuft, mit großem Verlust losgeworden. Der Kirchenstaat teilte gestern mit, dass der Verkauf des Gebäudes im Stadtteil Chelsea für umgerechnet rund 215 Millionen Euro abgeschlossen sei. Käufer der Immobilie ist der US-Finanzinvestor Bain Capital.

Berichten zufolge hatte der Vatikan die Immobilie zwischen 2014 und 2018 für rund 350 Millionen Euro erworben – in der Hoffnung, durch eine Wertsteigerung Geld zu verdienen. Wegen des Deals wurde unter anderem erstmals ein Kardinal wegen Amtsmissbrauchs und Veruntreuung angeklagt.

Die deutlich mehr als 100 Millionen Euro Verlust wurden durch finanzielle Reserven des Staatssekretariats ausgeglichen, wie der Vatikan weiter berichtete. Zugleich wurde unterstrichen, dass dafür keine Gelder des Peterspfennigs verwendet wurden – also jene Spenden der Gläubigen weltweit, die für den Vatikan bestimmt sind.

Ein Vorwurf in dem aktuell laufenden Verfahren gegen Kardinal Giovanni Angelo Becciu ist, dass für den Kauf des Gebäudes Gelder des Peterspfennigs verwendet wurden. Becciu streitet dies ab.

Umwelt & Klima

Die Zerstörung des Amazonas-Regenwaldes in Brasilien hat in den ersten sechs Monaten dieses Jahres einen Rekordwert erreicht. Im größten Regenwald der Welt sind im ersten Halbjahr 3.750 Quadratkilometer Wald zerstört worden, teilte gestern die Weltraumbehörde INPE unter Berufung auf Satellitenaufnahmen mit.

Das sei der höchste Wert in den ersten sechs Monaten eines Jahres seit Beginn der Aufzeichnungen 2016, erklärte die Behörde. Der bisherige Höchstwert war im Vorjahr mit 3.605 Quadratkilometern zerstörter Fläche registriert worden.

Der Amazonas-Regenwald ist für den weltweiten Klimaschutz von zentraler Bedeutung – er gilt als „grüne Lunge“ der Erde. Unter dem rechtsextremen brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro hat die Vernichtung des Regenwaldes jedoch dramatisch zugenommen. Umwelt- und Klimaschützer machen dafür direkt die Politik Bolsonaros verantwortlich, dem sie eine Begünstigung illegaler Rodungen vorwerfen.

Die Lombardei hat an die italienische Regierung einen Antrag auf Ausrufung des Notstandes wegen der Wasserkrise gestellt. „Die Wetterlage im Zeitraum November 2021/Juni 2022 hat zu einem allgemeinen Wasserdefizit geführt, das die Region dazu veranlasst hat, spezifische Maßnahmen zu ergreifen, um die Auswirkungen auf die Bevölkerung und die Landwirtschaft einzudämmen“, erklärte der lombardische Präsident Attilio Fontana in einem Schreiben an die Regierung gestern.

Ausgetrocknetes Flussbett bei Candia Lomellina, Italien
Reuters/Lucrezia Lozza

Um den Landwirtschaftssektor zu unterstützen, sei es notwendig und zwingend erforderlich, dass die derzeitige Bewässerung mindestens bis zum 15. Juli andauere, um die Ernte nicht zunichtezumachen.

Trentino um Wasser gebeten

Die Lombardei hat bereits die benachbarte Provinz Trentino um fünf Millionen Kubikmeter Wasser gebeten. Das Wasser soll für die Landwirtschaft genutzt werden und aus den Stauseen Malga Bissina und Malga Boazzo im oberen Daone-Tal entnommen werden.

Wegen der anhaltenden Trockenheit in Norditalien hat die Metropole Mailand bereits erste Brunnen abgedreht. In Italien herrschen schon länger hohe sommerliche Temperaturen bei gleichzeitig sehr geringen Niederschlägen. Der Fluss Po – der längste Strom Italiens – ist stellenweise ausgetrocknet.

IT

Der US-Technologiekonzern Google will künftig die Standortdaten von Nutzerinnen und Nutzern löschen, die Abtreibungskliniken, Frauenhäuser oder andere sensible Orte im Land besucht haben.

„Wenn unsere Systeme feststellen, dass jemand einen dieser Orte besucht hat, werden wir diese Einträge kurz nach dem Besuch aus dem Standortverlauf löschen“, kündigte Google-Managerin Jen Fitzpatrick gestern (Ortszeit) an. Die Änderung trete in den kommenden Wochen in Kraft. Andere Orte, von denen Google künftig keine Standortdaten von Smartphones mehr speichern will, sind etwa Kinderwunsch- und Suchtkliniken.

Grundsatzurteil gekippt

Der Technologiekonzern reagiert mit der Ankündigung auf das Abtreibungsurteil des Obersten Gerichtshofs der USA. Der Supreme Court hatte vor gut einer Woche das Grundsatzurteil „Roe v. Wade“ aus dem Jahr 1973 gekippt, das ein landesweites Recht auf Schwangerschaftsabbrüche verankert hatte. Damit können die US-Staaten Abtreibungen nun weitgehend oder sogar komplett verbieten. Einige konservativ regierte Staaten haben das bereits getan.

Aktivisten und Politiker hatten Google und andere Technologiekonzerne nach dem Urteil aufgefordert, den Standortverlauf und andere sensible Nutzerdaten nicht mehr zu speichern, damit sie von den Behörden nicht für Ermittlungen zu Schwangerschaftsabbrüchen genutzt werden können.

Chronik

Insgesamt fast 2.000 Feuerwehrleute sind gestern am späten Abend in Niederösterreich zu 150 Einsätzen ausgerückt. Sprecher Franz Resperger vom Landeskommando in Tulln berichtete von heftigen Sturmböen ebenso wie von intensiven Regenfällen.

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Sturm verhinderte Prater-Picknick

Zur Eröffnung des Wiener Kultursommers luden die Wiener Symphoniker gestern Abend zum Ferienstart zu einem Gratis-Open-Air-Konzert vor der Kulisse des Riesenrades. Doch das erste Prater-Picknick musste kurzfristig wegen des starken Windes abgesagt werden. Die Wiener Berufsfeuerwehr wurde zu mehr als 140 Einsätzen gerufen.

Mehr dazu in wien.ORF.at und wien.ORF.at.

In Kärnten ist es gestern auf der Klopeiner-See-Süduferstraße (L122) zu einem Verkehrsunfall zwischen einem 46-jährigen Pkw-Lenker und einer 46 Jahre alten Motorradfahrerin gekommen. Bei der Erhebung danach stellte die Polizei eine Faustfeuerwaffe sicher.

Mehr dazu in kaernten.ORF.at

In Breitenbrunn im Nordburgenland ist heute Früh ein Schilfbrand ausgebrochen. Eine Fläche in der Größe von mehreren Fußballfeldern brennt. Fünf Feuerwehren mit rund 60 Mitgliedern sind seit Stunden im Einsatz.

Mehr dazu in burgenland.ORF.at

Rettungskräfte haben in der Nacht auf heute eine österreichische Touristin in Sicherheit gebracht, die sich bei einer Wanderung auf der italienischen Insel Elba verirrt hatte.

Die 60-Jährige hatte gestern Abend ihren Ehemann kontaktiert und berichtet, sie habe in den Wäldern nahe der Ortschaft Fetovaia im Südwesten der toskanischen Insel die Orientierung verloren.

Hubschrauber starteten auf der Suche nach der Frau, auch Drohnen wurden eingesetzt. Die Österreicherin wurde auf einem steilen Gebiet, 400 Meter vom Wanderweg entfernt, von Rettungseinheiten mit Suchhunden lokalisiert. Ihr Zustand sei gut, berichteten die Rettungskräfte.

Science

Auf der Erde gibt es knapp 6.000 bekannte Minerale. Sie entstanden auf vielfältige Weise. 57 „Rezepte“ haben Forscherinnen und Forscher nun für die bisher umfangreichste Datenbank zum Thema erfasst. 40 Prozent der Minerale können auf mindestens zwei Arten entstehen. Ohne Wasser gäbe es vermutlich nur einen Bruchteil von ihnen.

Mehr dazu in science.ORF.at

Kultur

Deutschland und Nigeria haben den Weg freigemacht für die Rückführung in der Kolonialzeit geraubter Kunstobjekte. Mit einer „Gemeinsamen Erklärung zur Rückgabe der Benin-Bronzen“ wurde gestern in Berlin ein Rahmen geschaffen, wie die Eigentumsrechte an den wertvollen Stücken von deutschen Museen an Nigeria übertragen werden können.

Layiwola „Lai“ Mohammed und Annalena Baerbock
APA/AFP/Adam Berry

Deutschlands Außenministerin Annalena Baerbock, Kulturstaatsministerin Claudia Roth, der nigerianische Kulturminister Lai Mohammed und der Staatsminister im nigerianischen Außenministerium, Zubairo Dada, unterzeichneten das vier Seiten und zwölf Unterpunkte umfassende Abkommen, das eine „bedingungslose Rückgabe“ vorsieht.

Gleichzeitig wollen beide Seiten, „dass die deutschen öffentlichen Museen und Institutionen die Benin-Bronzen weiterhin als Leihgaben ausstellen“ können. Zwei Bronzen aus Berliner Beständen wurden direkt im Anschluss übergeben. Etwa 1.100 der kunstvollen Stücke aus dem Palast des damaligen Königreichs Benin, das als Edo State heute zu Nigeria gehört, sind in rund 20 deutschen Museen zu finden. Die Objekte stammen größtenteils aus den britischen Plünderungen des Jahres 1897.

Leute

Der inhaftierte frühere Paralympics-Star Oscar Pistorius hat neun Jahre nach dem Mord an seiner Freundin deren Eltern getroffen. Die Begegnung mit den Eltern von Reeva Steenkamp sei Teil seiner Rehabilitation, teilten die südafrikanischen Strafvollzugsbehörden gestern mit.

Der 35-jährige Südafrikaner hatte am Valentinstag 2013 seine Freundin durch die geschlossene Toilettentür in seinem Haus in Pretoria erschossen. Er beteuerte allerdings stets, das Model für einen Einbrecher gehalten und in Panik gehandelt zu haben. 2015 wurde er des Mordes schuldig gesprochen. Da er inzwischen die Hälfte seiner 13-jährigen Haftstrafe abgesessen hat, könnte diese nun in eine Bewährungsstrafe umgewandelt werden.

„Den Schaden anerkennen“

Das Treffen mit June und Barry Steenkamp bedeute jedoch nicht automatisch, dass der ehemalige Sportstar auf Bewährung frei komme, betonten die Behörden. Ziel des „Opfer-Täter-Dialogs“ sei es, dass die Insassen „den Schaden anerkennen, den sie ihren Opfern und der Gesellschaft generell zugefügt haben“.

Pistorius war im November in ein Gefängnis nahe der Hafenstadt Gqeberha (früher Port Elizabeth) verlegt worden. In der Region wohnen Steenkamps Eltern. Inzwischen ist er zurück im Atteridgeville-Gefängnis nahe der Hauptstadt Pretoria.