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Ausland

UNO-Klimagipfel: US-Auftritt von Protesten begleitet

Mit Sprechchören haben Klimaschützer einen Auftritt von US-Vertretern bei der UNO-Klimakonferenz in Polen unterbrochen und die Energiepolitik von US-Präsident Donald Trump scharf kritisiert. Trumps Energie- und Klimaberater Preston Wells Griffith sprach heute in Katowice bei einer Veranstaltung mit dem Titel „Innovative Energien treiben die Wirtschaftsdynamik an“.

Die Demonstranten skandierten kurz nach Beginn „Shame on you“ (Schämt euch) und hielten ein Banner hoch, auf dem „Lasst es im Boden“ stand – gemeint waren fossile Brennstoffe wie Kohle und Öl.

Das Sicherheitspersonal griff nicht ein, auch vor der Tür dauerten die Sprechchöre an. Griffith stand während des Protests schweigend auf der Bühne. Trump setzt energiepolitischen unter anderem auf ein Comeback des klimaschädlichen Kohlestroms. Zudem hat er sich mit den USA aus dem Klimaschutzabkommen von Paris zurückgezogen. Das wird aber erst im November 2020 wirksam, bis dahin sind die USA weiter Teil der Klimaschutzverhandlungen.

Friedensnobelpreisträger nahmen Auszeichnung entgegen

Die jesidische Aktivistin Nadia Murad und der kongolesische Gynäkologe Denis Mukwege haben heute in Oslo den Friedensnobelpreis entgegengenommen. Sie wurden für ihren Einsatz gegen sexuelle Gewalt in Konfliktregionen ausgezeichnet.

Murad forderte in ihrer Dankesrede „internationalen Schutz“ für die Jesiden. Sie war im August 2014 im Irak von Kämpfern der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) verschleppt und versklavt worden. Sie konnte schließlich nach Deutschland fliehen und engagiert sich seit 2016 als UNO-Sonderbotschafterin für die Rechte der Opfer von Menschenhandel.

Dr. Denis Mukwege und Nadia Murad mit dem Friedensnobelpreis
AP/NTB scanpix/Haakon Mosvold Larsen

Der 63-jährige Arzt Mukwege betreute in den vergangenen Jahren rund 50.000 Vergewaltigungsopfer in dem von ihm 1999 gegründeten Krankenhaus in der Demokratischen Republik Kongo.

„Nicht ausreichend, darüber zu reden“

Bei einer Pressekonferenz im Vorfeld der Verleihung forderten die beiden Preisträger gestern die Weltgemeinschaft auf, Gewalt gegen Frauen in Kriegen zu bekämpfen. „Wir haben einen Punkt erreicht, an dem es nicht ausreicht, darüber zu reden und es anzuprangern“, sagte Mukwege. „Wir müssen nun wirklich handeln.“

„Dieser eine Preis kann die Gewalt gegen Frauen und Kinder nicht ungeschehen machen“, sagte Murad. „Aber er kann Türen öffnen, sodass wir noch mehr Regierungen dazu bringen können, dass diese Taten zur Anklage kommen.“

Trump nennt Schweigegelder für Frauen legal

US-Präsident Donald Trump hat bestritten, dass die während des Wahlkampfs 2016 geleisteten Schweigegeldzahlungen an zwei angebliche frühere Sexpartnerinnen illegal gewesen seien. Es habe sich um eine „simple private Transaktion“ gehandelt, schrieb Trump heute im Kurzbotschaftendienst Twitter.

US-Bundesanwälte sehen in den Zahlungen an die Pornodarstellerin Stormy Daniels und das frühere „Playboy“-Model Karen McDougal allerdings Verstöße gegen die Gesetze zur Wahlkampffinanzierung. Trumps früherer Anwalt Michael Cohen habe bei den Zahlungen die Absicht verfolgt, „die Präsidentschaftswahl 2016 zu beeinflussen“, heißt es in einem Dokument, das die Ermittler am Freitag bei Gericht in New York eingereicht hatten.

Brisant ist das Schriftstück unter anderem deshalb, weil die Ermittler darin erstmals öffentlich konstatieren, dass nach ihren Erkenntnissen die Schweigegeldzahlungen auf Anweisung Trumps erfolgten. Cohen habe nach eigener Aussage bei diesen Zahlungen „in Koordination mit und auf Anordnung von Individuum-1“ gehandelt, heißt es in dem Schriftstück. „Individuum-1“ ist die Bezeichnung der Ermittler für Trump. Sie stellen also eine direkte Verbindung zwischen dem Präsidenten und dem mutmaßlichen Gesetzesverstoß her.

Steuergeld für Thronbesteigung: Japaner klagen Regierung

Mehr als 200 Japanerinnen und Japaner wollen verhindern, dass die Regierung Steuergeld für die geplante Thronbesteigung von Kronprinz Naruhito im kommenden Jahr ausgibt. Die Gruppe klagte daher die Regierung, wie sie heute Tokio mitteilte.

Nach ihrer Ansicht verletzt die Regierung mit der Kostenübernahme die in der Verfassung festgeschriebene Trennung von Religion und Staat. An der Klage beteiligen sich Mitglieder christlicher Gruppen und buddhistische Mönche.

Am 30. April 2019 soll Kaiser Akihito abdanken und Naruhito ihm auf dem Chrysanthementhron folgen. Nach Angaben der Kläger betrugen die Kosten bei Akihitos Thronbesteigung 1989 umgerechnet rund 100 Millionen Euro.

Rituale teils „sehr religiös“

Der Klage vorausgegangen war eine ungewöhnliche öffentliche Kritik von Akishino, dem jüngeren Bruder des Kronprinzen. Er hatte eines der Rituale als „sehr religiös“ beschrieben und die Frage aufgeworfen, ob es angemessen sei, das mit staatlichen Mitteln zu finanzieren.

Bei Akihitos Thronbesteigung vor 30 Jahren hatte es ähnliche Klagen gegeben, die alle abgewiesen wurden. Ein Gericht hatte jedoch zugestanden, dass die Zeremonien unter dem Verdacht stünden, die Trennung von Religion und Staat zu verletzen.

UNO-Migrationspakt in Marrakesch angenommen

Der UNO-Migrationspakt ist heute bei einer internationalen Konferenz in Marokko angenommen worden. Nasser Bourita, Präsident der Konferenz, verkündete die Verabschiedung des von Österreich und mehreren anderen Ländern abgelehnten Dokuments zur besseren Bewältigung der weltweiten Migration heute in Marrakesch.

Rechtlich nicht bindend

Mit dem UNO-Migrationspakt wurden erstmals globale Leitlinien für die internationale Migrationspolitik verabredet. Auf ihrer Basis soll die Zusammenarbeit der Länder verbessert werden, um gegen illegale und ungeordnete Migration vorzugehen und Migration sicherer zu machen.

Konferenz zur Unterzeichnung des UNO-Migrationspaktes in Marrakesch
Reuters/Abderrahmane Mokhtari

Das Papier ist rechtlich nicht bindend und soll seine Kraft – wie bei anderen Abkommen – über die politische Absichtserklärung seiner Mitglieder entfalten. Es muss nach der Annahme in Marrakesch noch von der UNO-Generalversammlung im Jänner förmlich gebilligt werden.

Die große Mehrheit der 192 an den Verhandlungen beteiligten UNO-Staaten befürwortet das Papier. Doch obwohl es ausdrücklich die geltende Souveränität der Mitgliedsstaaten betont, fürchten einige Länder um ihre nationale Hoheit. Mehrere Regierungen hatten das Papier in den vergangenen Wochen letztlich abgelehnt – darunter auch Österreich. In Belgien war gestern die Regierung im Streit über den Pakt zerbrochen. Die USA hatten an den konkreten Verhandlungen gar nicht erst teilgenommen.

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UNO-Generalsekretär Antonio Guterres appellierte an jene Staaten, die sich nicht an dem Pakt beteiligen, ihre Entscheidung zu überdenken. „Ich kann nur hoffen, dass sie den Wert des Paktes für ihre eigenen Gesellschaften sehen werden und sich unserem gemeinsamen Unternehmen anschließen“, sagte er in Marrakesch vor den Vertretern von mehr als 150 Staaten.

In seiner Rede lobte Guterres die historische Vereinbarung als „inspirierend“. Sie sei ein „Fahrplan, um Leid und Chaos zu vermeiden sowie Strategien zur Zusammenarbeit bereitzustellen, die uns allen nützen werden“. Guterres betonte auch die „Masse an Falschinformationen“, die über den Pakt kursierten.

Ägypten ermittelt zu Nacktaufnahmen auf Cheopspyramide

Der Staat Ägypten ermittelt zu einem Video, das eine dänische Frau unbekleidet auf der Cheopspyramide in Gizeh zeigen soll. Das gaben ägyptische Medien heute bekannt. Sie beriefen sich auf den ägyptischen Antikenminister Chalid al-Anani.

Der Vorfall wurde bereits am Wochenende bekannt, nachdem ein Foto, das ein Pärchen nackt auf der Pyramide zeigt, im Internet auftauchte. Die Aufnahme sorgte für einen Aufschrei in dem streng muslimischen Land.

Wie die staatliche Zeitung al-Ahram berichtete, wollen Ermittler nun die Echtheit des Videos untersuchen und wie es dem Pärchen überhaupt möglich gewesen sein soll, die 140 Meter hohe Pyramide zu erklimmen. Ursprünglich hatten die Behörden vermeldet, die Aufnahmen seien gefälscht.

Wachen bestochen?

Die Pyramiden von Gizeh gehören zu den sieben Weltwundern der Antike. Seit 1979 zählen sie zum Weltkulturerbe. Die Pyramiden zu besteigen ist streng verboten, trotzdem versuchen es Touristinnen und Touristen immer wieder.

Normalerweise belassen es die Behörden aber bei einer Verwarnung. Der Pyramidenkomplex ist in der Nacht geschlossen und wird außerdem bewacht. Nutzerinnen und Nutzer im Internet mutmaßten zudem, dass das dänische Paar die Wachen möglicherweise bestochen haben könnte, um sich Zutritt zu verschaffen.

Inland

BUWOG-Prozess geht in das zweite Jahr

Der Prozess gegen Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser (FPÖ/parteilos) und andere wegen Korruptionsverdachts jährt sich am Mittwoch zum ersten Mal. Am 12. Dezember 2017 begann das Strafverfahren gegen Grasser, seinen Trauzeugen Walter Meischberger und den Lobbyisten Peter Hochegger sowie zahlreiche andere Angeklagte. Wann der Prozess mit einem Urteil endet ist offen.

Im Großen Schwurgerichtssaal des Wiener Straflandesgerichts müssen sich die Beschuldigten wegen des Verdachts auf Amtsmissbrauch, Bestechung, Beweismittelfälschung und Untreue verantworten.

Es geht um zwei Komplexe: Bei der Privatisierung der Bundeswohnungen (BUWOG und andere) im Jahr 2004 soll laut Anklage fast zehn Millionen Euro Schmiergeld geflossen sein. Und bei der Einmietung der Finanzbehörden in den Linzer Terminal Tower sollen 200.000 Euro Bestechungsgeld gezahlt worden sein. Die Strafdrohung reicht bis zu zehn Jahren Haft. Für alle Angeklagten gilt die Unschuldsvermutung.

Teilgeständnis von Hochegger

Alle Angeklagten haben bisher die Vorwürfe bestritten, bis auf den früheren Lobbyisten Hochegger, der zu Prozessbeginn ein überraschendes Teilgeständnis abgelegt und damit seine Mitangeklagten belastet hat.

Hingegen betonen Grasser und Meischberger ihre Unschuld. Grasser will mit der Millionenprovision an Hochegger und Meischberger nichts zu tun gehabt haben. Meischberger gibt an, er habe alleine acht Millionen Euro durch den Deal verdient. Der mitangeklagte Immobilienmakler Ernst Karl Plech ist wegen Krankheit verhandlungsunfähig geworden und seitdem im Prozess nicht mehr dabei.

Nulldefizit wird wohl schon 2018 erreicht

Der Fiskalrat erwartet bereits für 2018 das Erreichen des Nulldefizits. Das gab Fiskalratspräsident Gottfried Haber heuer bei der Vorstellung des „Berichts über die öffentlichen Finanzen 2017–2019“ bekannt. Auch würden die Fiskalregeln der Europäischen Union 2018 und 2019 eingehalten werden, sagte Haber.

„Rückenwind gibt die Konjunktur“

Grund für das rasche Erreichen des ausgeglichenen Haushalts ist die gute Wirtschaftslage. „Rückenwind gibt die Konjunktur“, so Haber. Dazu komme noch ein weiterer Rückgang bei den Zinsausgaben.

Für das Jahr 2019 prognostiziert der Fiskalrat zwar eine etwas abgeschwächte Staatseinnahmenentwicklung infolge zusätzlicher Steuerabsetzmöglichkeiten durch den Familienbonus und durch die erwartete leichte Konjunkturabschwächung.

Grafik zeigt das Budget mit Defizit und Schulden 2014-2019
Grafik: APA/ORF.at; Quelle: APA/Fiskalrat

0,2 Prozent plus für 2019 erwartet

Dennoch sei 2019 – sofern sich die konjunkturelle Lage nicht verschlechtert und keine zusätzlichen defiziterhöhenden Maßnahmen gesetzt werden – der prognostizierte leichte Budgetüberschuss von etwa 0,2 Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP) zu erwarten.

Der Schuldenstand dürfte laut den Prognosen schon im Jahr 2019 auf unter 70 Prozent des BIP sinken. Für Ende 2019 prognostiziert der Fiskalrat eine gesamtstaatliche Schuldenquote von 69,5 Prozent des BIP. Für heuer erwartet der Rat eine Quote von 73,4 Prozent. Ende 2017 war dieser Wert noch bei 78,3 Prozent gelegen.

Amnesty kritisiert Menschenrechtslage in Österreich

Amnesty International kritisiert die aktuelle Menschenrechtslage in Österreich. Das Jahr 2018 sei „turbulent“ verlaufen. Als Beispiel nennt die Menschenrechtsorganisation in einer Aussendung aktuelle Verstöße gegen die Menschenrechte: Der Skandal um das Asylheim im niederösterreichischen Drasenhofen und die geplante neue Mindestsicherung „gefährden die Rechte von Kindern und Jugendlichen“.

Amnesty forderte die ÖVP-FPÖ-Regierung auf, „Menschen nicht gegeneinander auszuspielen“. Insbesondere bei den Themen Meinungsfreiheit, Privatsphäre und Diskriminierung habe die Regierung „strikt menschenrechtskonform“ zu handeln. Anlass der Kritik ist der jährliche Bericht der Menschenrechtsorganisation, der heute präsentiert wurde.

Patzelt: „Kinder nur für Eliten“

Amnesty-Österreich-Generalsekretär Heinz Patzelt sagte im Ö1-Morgenjournal, durch die Neuregelung der Mindestsicherung würden Kinder und Jugendliche zunehmend in die Armut getrieben. Es mache den Anschein, dass Familien mit mehreren Kindern offenbar nicht mehr erwünscht seien, so Patzelt. Das Signal „Kinder nur für Eliten“ sei verheerend.

„Mit dem Hintergrund natürlich, dass unterstellt wird, ausländische Familien haben mehr Kinder – und die sollen leiden. Das bedient den Neidkomplex, meinen offensichtlich manche in der Regierung“, so der Amnesty-Generalsekretär weiter.

Audio dazu in oe1.ORF.at

Amnesty: Auch Fortschritte in Österreich

Der Amnesty-Jahresbericht verweist aber auch auf positive Entwicklungen der Menschenrechtssituation in Österreich – etwa die rege Teilnahme der Bevölkerung an Volksbegehren.

Durch Entscheidungen des Verfassungsgerichtshofs (VfGH) und des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) seien zudem wichtige Fortschritte zum Schutz der Menschenrechte erzielt worden. Als Beispiel führt Amnesty das Recht auf ein drittes Geschlecht an, das der VfGH in Prüfung des Personenstandsgesetzes im Juni dieses Jahres festgestellt hat.

Generalsanierung des Parlaments geht 2019 weiter

Die Generalsanierung des Parlamentsgebäudes ist in vollem Gange, der Rohbau soll Ende 2019 fertig sein. Einige wichtige Bauetappen konnten 2018 bereits abgeschlossen werden. 70 Prozent des Auftragsvolumens seien bereits vergeben, heißt es von der für den Umbau verantwortlichen Bundesimmobiliengesellschaft (BIG).

Eindrücke von der Renovierung des Parlaments
ORF.at/Roland Winkler

„Ein umfangreiches und erfreulicherweise unfallfreies Arbeitsjahr geht somit zu Ende, ein ebenso intensives Jahr steht bevor“, heißt es in einer Information an die Presse. Derzeit arbeiten etwa 200 Personen auf der Baustelle an der Wiener Ringstraße. Die Anzahl der Arbeiterinnen und Arbeiter wird sich laut BIG nächstes Jahr allerdings erhöhen.

Eindrücke von der Renovierung des Parlaments
ORF.at/Roland Winkler

Komplettes Glasdach abgebaut

Nach der kompletten Räumung des Gebäudes sowie den nötigen Schutzmaßnahmen für historische Oberflächen wurde das Glasdach über dem Nationalratssitzungssaal abgebaut. So konnte der Zu- und Abtransport eines Großteils der Baumaterialien und Maschinen erfolgen.

Eindrücke von der Renovierung des Parlaments
ORF.at/Roland Winkler

Zudem wurden unter dem Plenarsaal sämtliche Decken abgebrochen, um den Sitzungssaal neu gestalten zu können. Rund 40.000 Quadratmeter Bodenbeläge aus Stein, Terrazzo und Parkett wurden abgebrochen. Dabei wurden auch erhöhte Mengen an Stör- und Schadstoffen entdeckt, die entsprechend der gesetzlichen Vorschriften entsorgt wurden. So war etwa in den 1970er und 1990er Jahren in einigen Gebäudeteilen asbesthaltiger Fliesenkleber verwendet worden.

Eindrücke von der Renovierung des Parlaments
ORF.at/Roland Winkler

Begonnen wurde auch mit der Restaurierung von rund 150 historischen Fenstern. Die 44 Attikafiguren auf dem Dach wurden abgebaut und aufbewahrt. Sie würden gegebenenfalls restauriert, heißt es vonseiten der BIG.

Stiegenhäuser, Dachsanierung, Besucherzentrum

Der weitere Baufahrplan steht bereits fest. Auf der Agenda stehen für 2019 etwa die Dachsanierung und der Einbau von vier neuen Hauptstiegenhäusern. Das abgebaute Glasdach über dem neuen Nationalratssitzungssaal soll zudem komplett ersetzt werden. Es soll einen Durchmesser von 28 Metern und eine Fläche von 550 Quadratmetern haben.

Eindrücke von der Renovierung des Parlaments
ORF.at/Roland Winkler

Ein Kernstück des Sanierungsprojekts ist die Agora, das neue Besucherzentrum unter der Säulenhalle. Die Vorbereitungsarbeiten dazu laufen bereits.

Salzburg: Bachelor-„Frühstarter“ dürfen regulär unterrichten

Durch eine Gesetzesnovelle sollen Absolventen des Bachelorstudiums Lehramt an der Uni Salzburg bzw. am Mozarteum künftig auch regulär an AHS und BMHS unterrichten dürfen. Da sie mit der neuen Ausbildung derzeit die Anstellungsvoraussetzungen nicht erfüllen, müssen sie auf Sonderverträge ausweichen. Mit der Novelle wird ihr Abschluss nun gleichgestellt, hieß es aus dem Bildungsministerium.

Mehr dazu in salzburg.ORF.at

Wirtschaft

Gerichtet verbietet Verkauf vieler iPhone-Modelle in China

Ein chinesisches Gericht hat Apple den Verkauf der Mehrzahl seiner iPhone-Modelle in dem Land untersagt. Es gab damit einem Antrag des US-Chipherstellers Qualcomm statt, der mit Apple in Patentrechtsstreitigkeiten liegt, wie Qualcomm heute mitteilte.

Den Angaben von Qualcomm zufolge verbot das Gericht in Fuzhou in zwei einstweiligen Verfügungen den Verkauf der iPhone-Modelle 6S, 6S Plus, 7, 7 Plus, 8, 8 Plus und X. Apple profitiere weiterhin vom „geistigen Eigentum“ seines Unternehmens, ohne dafür zu bezahlen, erklärte Qualcomm-Vizechef Don Rosenberg.

Apple wiederum bezeichnete das Vorgehen von Qualcomm in China als die „verzweifelte“ Aktion eines Unternehmens, dessen „illegale Praktiken“ weltweit von Aufsichtsbehörden untersucht würden. Die beiden US-Unternehmen liegen seit Langem in erbitterten Patentrechtsstreitigkeiten, die sie vor Gerichten rund um den Globus austragen.

Die Entscheidung des Gerichts in Fuzhou bezieht sich auf Patente für die Fotobearbeitung sowie die Handhabung von Apps auf Touchscreen-Oberflächen.

Libyen: Großes Ölfeld wegen „höherer Gewalt“ geschlossen

Die staatliche libysche Ölfirma NOC hat am Montag die Schließung eines der größten Ölfelder im Südwesten des Landes durch eine bewaffnete Gruppe bekanntgegeben. Auf seiner Website sprach das Unternehmen von einem „Fall höherer Gewalt“.

Das Ölfeld al-Scharara wird von der Akakus-Gruppe betrieben. Dabei handelt es sich um ein Joint Venture aus NOC, Repsol (Spanien), Total (Frankreich), OMV (Österreich) und Statoil (Norwegen). Bei „Fällen höherer Gewalt“ kann das Unternehmen bei Nichteinhaltung von Verträgen zur Lieferung von Öl aus der Verantwortung entlassen werden.

In Libyen sind Erdöleinrichtungen regelmäßig das Ziel von rivalisierenden bewaffneten Milizen. Häufig besetzen diese Erdölfelder, um soziale Forderungen durchzusetzen. NOC verlangte den „sofortigen und bedingungslosen“ Abzug der bewaffneten Männer. Es werde mit ihnen keine Verhandlungen geben, erklärte NOC-Chef Mustafa Sanalla.

Handels-KV: Betriebsversammlungen angekündigt

Die Arbeitnehmerseite versucht bei den unterbrochenen Kollektivvertragsverhandlungen im Handel Druck aufzubauen und hat für diese Woche Betriebsversammlungen einberufen. Gewerkschaftschefverhandlerin Anita Palkovich sprach von Hunderten Versammlungen, die in allen Bundesländern bis Freitag stattfinden würden.

Betroffen sind Handelsfirmen, die Betriebsräte haben, darunter Billa, dm, Interspar, Kika, Lidl und Sports Direct. In zahlreichen Betrieben gibt es gar keinen Betriebsrat.

Die Betriebsversammlungen könnten auch das gerade laufende Weihnachtsgeschäft im Handel beeinflussen. „Der Kunde könnte es merken, wenn etwa das Geschäft eine viertel Stunde später aufgemacht wird. Oder auch, weil nur eine Kassa besetzt ist, damit viele Kolleginnen und Kollegen an der Betriebsversammlung teilnehmen können“, sagte Palkovich.

„Muss ein Dreier davorstehen“

Die Gewerkschaft fordert für die Handelsangestellten ein Gehaltsplus von 3,5 Prozent. „Es muss ein Dreier davorstehen, ohne dem wird’s nicht gehen“, sagte Billa-Zentralbetriebsrat Werner Hackl im APA-Gespräch. Die Steigerungen bei den Lebenshaltungskosten seien deutlich höher als die von den Arbeitgebern gebotenen 2,35 Prozent Gehaltserhöhung.

100.000 Jobs betroffen: Dienstleister ISS verlässt 13 Länder

Der dänische Dienstleistungskonzern ISS hat heute den Rückzug aus insgesamt 13 Ländern angekündigt – betroffen sind Tschechien, die Slowakei, Slowenien, Ungarn, Rumänien, Estland, Israel, Thailand, Malaysia, Brunei, die Philippinen, Brasilien und Chile. Nach Angaben des Wirtschaftsportals Bloomberg trennt sich ISS damit von seinen „weniger profitablen“ Märkten. Betroffen sind 100.000 Jobs.

ISS bezeichnet sich selbst als Weltmarktführer bei Dienstleistungen wie Reinigung, Sicherheitspersonal, Immobilienservice und Catering und beschäftigt derzeit noch 488.000 Mitarbeiter in 75 Ländern. ISS hat eigenen Angaben zufolge 125.300 Kunden. Nach dem Abschied der nun zum Verkauf stehenden Unternehmensteile werde die Zahl auf 62.700 sinken.

Im Jahr 2017 betrug der Umsatz 79,9 Milliarden dänische Kronen (10,7 Mrd. Euro). Die Geschäftsbereiche, von denen sich ISS nun trennen will, stünden für einen Umsatz von 9,7 Mrd. Kronen (1,3 Mrd. Euro), heißt es in der Mitteilung des Konzerns.

GoPro zieht Produktion für US-Markt aus China ab

Der Actionkamera-Hersteller GoPro will seine Produktion für den US-Markt wegen drohender Belastungen durch den Handelsstreit aus China abziehen. Das geopolitische Geschäftsumfeld erfordere Flexibilität, deshalb reagiere man proaktiv auf mögliche Zölle und verlagere den größten Teil der Kamerafertigung weg aus China, verkündete Finanzchef Brian McGee heute.

GoPro schrieb zuletzt rote Zahlen und tut sich schon länger schwer, so dass zusätzliche Zölle die Geschäfte stark belasten würden. Für dieses Weihnachtsgeschäft hatte die Firma eine Rückkehr in die schwarzen Zahlen dank neuer Kameras wie das Topmodell Hero 7 Black in Aussicht gestellt.

Wohin der Teil der Produktion bis zum Sommer 2019 verlagert werden soll, teilte das Unternehmen mit Sitz im kalifornischen San Mateo nicht mit. Seine Kameras für den internationalen Markt will GoPro weiter in China herstellen. Die USA und China liegen seit Monaten wegen Handelsfragen im Clinch. Zuletzt hatten sie aber einen 90-tägigen Burgfrieden vereinbart, um weitere Eskalationen vorerst zu vermeiden.

Rosenberger-Insolvenzantrag verschoben

Der Raststättenbetreiber Rosenberger mit Sitz in Loosdorf (Niederösterreich) wird erst morgen und nicht wie ursprünglich geplant heute einen Insolvenzantrag stellen. Das kündigte Unternehmenssprecherin Marion Zotter an. Man arbeite mit Hochdruck an der Erstellung des Antrags. Laut Arbeiterkammer Niederösterreich (AKNÖ) bekamen Hunderte Beschäftigte bereits ihr November-Gehalt nicht.

Mehr dazu in noe.ORF.at

Umweltbehörde verweigert Ölbohrung in Amazonas-Riff

Die brasilianische Umweltbehörde IBAMA hat den Ölförderplänen des Erdölriesen Total in der Nähe des Amazonas-Riffs eine Absage erteilt. Die Behörde verkündete am Wochenende, die Bohrgenehmigung werde „wegen einer Reihe technischer Probleme“, die sich im Antragsverfahren herausgestellt hätten, nicht erteilt.

IBAMA sagte in einer Stellungnahme: Im Falle einer Ölkatastrophe wären Teile des sensiblen Riffs betroffen, der Notfallplan von Total sei unzureichend. Der französische Ölkonzern darf damit vor der Küste Amapas rund um das Riff nicht nach fossilen Brennstoffen bohren, wie die Umweltorganisation Greenpeace heute mitteilte.

Greenpeace fordert Stopp der BP-Förderpläne

Die NGO hatte zuvor eine weltweite Kampagne gegen die Pläne von Total geführt, die laut eigenen Angaben von zwei Millionen Menschen unterstützt wurde. Die aktuelle Entscheidung von IBAMA bezeichnete Greenpeace als „Riesenerfolg“. Die Umweltschutzorganisation fordert nun auch vom britischen Ölkonzern BP, der in dieser Region ebenfalls Förderpläne verfolgt, diese zurückzuziehen.

Das Amazonas-Riff liegt vor der Küste Brasiliens und Französisch-Guyana und wurde erst 2016 entdeckt. Es erstreckt sich Schätzungen zufolge auf eine Fläche, die dreimal so groß ist wie Niederösterreich (rund 56.000 Quadratkilometer).

Seine Umweltbedingungen machen das Riff zudem weltweit einzigartig. Tropische Korallenriffe brauchen Sonnenlicht und sauerstoffreiches Meerwasser, der Amazonas ist jedoch einer der schlammigsten Flüsse der Welt. „Ein derart einzigartiges Ökosystem, das noch nicht einmal richtig erforscht ist, darf nicht der Profitgier eines internationalen Ölmultis zum Opfer fallen", so Lukas Meus, Meeresexperte bei Greenpeace Österreich.

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„Tintenherz“-Autorin Cornelia Funke wird 60

Die deutsche Kinder- und Jugendbuchautorin Cornelia Funke feiert heute ihren 60. Geburtstag. Zu Funkes größten Erfolgen gehören die „Tintenwelt“-Triologie, die „Reckless“-Reihe, „Drachenreiter“, „Die wilden Hühner“ und „Herr der Diebe“.

Seit ihrem ersten eigenen Bilderbuch „Die große Drachensuche“ (1988) hat sie nach Angaben des Dressler Verlags mehr als 60 Bücher veröffentlicht, die insgesamt in über 50 Sprachen übersetzt wurden. Ihre Romane, die vor allem junge Leserinnen und Leser ansprechen, verkauften sich weltweit bisher mehr als 26 Millionen Mal.

Kinderbuchautorin Cornelia Funke
picturedesk.com/dpa/Uli Deck

Funke wuchs in Dorsten in Nordrhein-Westfalen auf. Nach der Matura ging sie nach Hamburg, studierte Diplompädagogik und ließ sich zur Buchillustratorin ausbilden. In den USA fand sie später ihre Wahlheimat. 2005 zog Deutschlands international erfolgreichste Jugendbuchautorin nach Los Angeles, seit 2017 lebt sie auf einer Farm in Malibu. Aufgrund der dort wütenden Großbrände musste auch Funke ihr Haus kurzzeitig verlassen.

Funke sieht sich als „Weltbürgerin“

Ihren Zweitwohnsitz will Funke demnächst im britischen Cornwall beziehen. Sie selbst fühlt sich als „Weltbürgerin“. „Ob mir in Indien Kinder um den Hals fallen, weil sie ‚Drachenreiter‘ lieben, oder in Neuseeland Jugendliche jeden Satz aus meinen Büchern kennen – in diesen Momenten fühle ich mich durch sie genau da zu Hause“, sagte Funke kürzlich in einem Interview mit der dpa.

Mit wenigen Ausnahmen schrieb sie ihre Bücher bisher im Original auf Deutsch. Derzeit schreibt Funke am vierten Band von „Reckless“, an „Drachenreiter 3“ und an einem Bühnenprojekt mit einem Cellisten. Auch ein nächstes „Tintenwelt“-Buch sei in Arbeit, so die Autorin zur dpa.

Neue „BundesMuseenCard“ gilt ab morgen

Ab morgen gibt es eine gemeinsame Jahreskarte für die österreichischen Bundesmuseen und die Nationalbibliothek. Kulturminister Gernot Blümel (ÖVP) stellte heute gemeinsam mit den Direktorinnen und Direktoren die neue „BundesMuseenCard“ vor. Sie kostet 59 Euro, ist nicht übertragbar und berechtigt innerhalb eines Jahres zu je einem Eintritt in den acht beteiligten Institutionen.

Mehr dazu in wien.ORF.at

Panorama

„Smocking Gun“: Trumps Rechtschreibfehler amüsiert Twitter

Einmal mehr sorgt US-Präsident Donald Trump heute für Lacher auf Twitter – wenn auch der Anlass bei den Userinnen und Usern für weniger Belustigung sorgt. Auslöser für die zahlreichen spöttischen Kommentare ist abermals ein Rechtschreibfehler des US-Präsidenten.

Trump benutzte den Begriff „Smocking Gun“ (sic!) – und meinte wohl „Smoking Gun“ , was auf Englisch so viel wie „eindeutiger Beweis“ (wörtlich: „rauchende Waffe“) bedeutet. „Smock“ kann im Deutschen etwa mit „Kittel“ übersetzt werden, hat also keine Bedeutung in diesem Zusammenhang.

„No Smocking Gun…No Collusion“

„No Smocking Gun…No Collusion“, schrieb Trump unter anderem. Auf Deutsch bedeutet das etwa: „Kein eindeutiger Beweis, kein Prozessbetrug.“ Bezug nahm er dabei auf die potenzielle Wahleinmischung Russlands in den US-Wahlkampf 2016 und die Ermittlungen dazu. „Die Demokraten können keinen eindeutigen Beweis finden, um die Trump-Kampagne mit Russland zu verknüpfen, nach James Comeys (früherer FBI-Chef, Anm.) Aussage“, twitterte Trump – inklusive Rechtschreibfehler.

Reaktionen gab es innerhalb kürzester Zeit zahlreiche, war es doch nicht der erste Rechtschreib-Fauxpas des US-Präsidenten. So twitterte ein User etwa das Bild eines Malerkittels, ein anderer fragt, wo er eine „Smocking Gun“ kaufen könne. Ein weiterer unterstellt Trump bezüglich seiner Rechtschreibfehler bereits Absicht.

Erst letztes Jahr hatte Trumps Twitter-Wortkreation „covfefe“ den Userinnen und Usern Rätsel aufgegeben und weltweit für Erheiterung gesorgt.