COV Inland

Das Gesundheits- und das Innenministerium haben 1.902 neu registrierte Coronavirus-Fälle innerhalb der letzten 24 Stunden gemeldet (Stand: heute, 9.30 Uhr). Die Zahlen meldeten die Bundesländer an den nationalen Krisenstab.

10.889 Menschen verstarben bisher an den Folgen von Covid-19. Derzeit befinden sich 860 Personen aufgrund des Coronavirus in Spitalsbehandlung, davon 211 auf Intensivstationen.

Daten des Krisenstabs in ORF.at/corona/daten

7-Tage-Inzidenz bei 162,6

Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den abgelaufenen sieben Tagen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, liegt laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bei 162,6 (Stand: gestern, 14.00 Uhr).

Das Berichtsschema der AGES zeigt die Zahlen vom Vortag – wie die Meldung der Ministerien. Wesentlicher Unterschied zu den Ministeriumsmeldungen: Laborbestätigte Fälle, Tote etc. werden nicht zum Meldezeitpunkt dargestellt, sondern zum Diagnose- bzw. Sterbedatum. In der Darstellung in ORF.at wird auch täglich transparent gemacht, welchen Tagen die neu gemeldeten Fälle zugeordnet werden.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Erklärung zur Zählweise und weiteren Fragen in ORF.at/corona

Seit heute gelten für den Bezirk Braunau Ausreisekontrollen. Grund sind die niedrige Impfquote von unter 50 Prozent und eine hohe 7-Tage-Inzidenz von über 300. Die Bezirkshauptmannschaft Braunau hat den Auftrag für die Schwerpunktkontrollen dem Bezirkspolizeikommando erteilt.

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Das Land Steiermark hat beschlossen, vier seiner 20 Impfstraßen mit Ende September zuzusperren. „Es gab leider bei einzelnen Standorten eine sehr geringe Auslastung, sowohl im Regelbetrieb wie auch bei den freien Impfungen“, begründete der stellvertretende Landesamtsdirektor Wolfgang Wlattnig das Vorgehen.

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Apres-Ski nur noch für Geimpfte: In einem Zeitungsinterview machte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) klar, dass wohl auch die heurige Wintersaison alles andere als normal sein wird. Falls sich die Coronavirus-Situation weiter verschärfe, werden nur noch Geimpfte Zugang zu Apres-Ski-Lokalen erhalten, sagte der ÖVP-Politiker der deutschen Funke-Mediengruppe heute – und zog damit mit Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) gleich.

Kurz argumentierte, dass 70 Prozent der über Zwölfjährigen in Österreich und die überwiegende Masse der Touristen geimpft seien. „Insofern steht einem sicheren Urlaub in Österreich nichts im Wege“, versuchte der Kanzler Sorgen zu zerstreuen, dass österreichische Ski- und Partyorte wie Ischgl wieder zu Coronavirus-Hotspots werden könnten.

Warten auf Regeln für Wintertourismus

Anfang September hatte bereits Mückstein eine „1-G-Regel“ für Apres-Ski in Aussicht gestellt. „Das Virus unterscheidet zwischen ungeimpften Menschen und geimpften“, erklärte er. „Wir haben daher besonders heikle Bereiche, wo viele Ungeimpfte aufeinandertreffen. Ein Bereich ist die Nachtgastronomie, aber auch Stehpartys wie beim Apres-Ski. Wir müssen die Ungeimpften schützen. Das heißt, dass Ungeimpfte in diese Risikobereiche keinen Zutritt haben sollen. Zu ihrem eigenen Schutz.“

Zuletzt hatte Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) angekündigt, diese Woche noch Regeln für den Wintertourismus vorzustellen. Orientieren will man sich dabei an den allgemeinen Beschränkungen, die von der Auslastung der Intensivbetten abhängen. Die Regeln für Apres-Ski sollen sich an die Regeln für die Nachtgastronomie anlehnen, auch sind Maßnahmen für die Nutzung von Seilbahnen geplant, teilte das Ministerium am Montag mit.

Ischgl als Virusdrehscheibe

Die Virusdrehscheibe Ischgl hatte zu Beginn der Pandemie im Vorjahr für zahlreiche Todesfälle quer durch Europa gesorgt. Die Republik Österreich sieht sich diesbezüglich im Rahmen einer Amtshaftungsklage mit Schadenersatzforderungen von Hinterbliebenen konfrontiert.

Kurz sagte, dass die „3-G-Regel“ für einen sicheren Winter sorgen werde, die Zutritt zu Gastronomie und Hotels nur für Geimpfte, Genesene oder Getestete erlaube. Als einen der Gründe für die im Vergleich zu Deutschland niedrigere Impfrate nannte Kurz die Politik seines früheren Koalitionspartners, der FPÖ. Statistiken zeigen, dass die Impfquote gerade in einigen alpinen Gemeinden der hauptsächlich von Wintertouristen frequentierten Bundesländer Tirol, Salzburg, Kärnten und Vorarlberg niedrig ist.

Bisher sind CoV-Impfungen erst für Kinder ab zwölf Jahren zugelassen. Schon jetzt können aber auch jüngere Kinder geimpft werden – wenn von ärztlicher Seite die Verantwortung übernommen wird. Ein Wiener Arzt impft beispielsweise Kinder mit erhöhtem CoV-Risiko.

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Inland

Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) erhebt schwere Vorwürfe gegen die großen Handelsketten Billa, Spar und Hofer. Landwirtschaft und Lieferanten hätten gegen die Einkäufer der Handelskonzerne „keine Chance“. „Das sind zum Teil erpresserische Zustände. Wer sich wehrt, wird ausgelistet. Das ist kein fairer Wettbewerb, das sind unfaire Praktiken“, sagte Köstinger im „profil“. Der Handelsverband wies die Vorwürfe zurück.

Es gebe ein Missverhältnis zwischen den Erzeugerpreisen und den Konsumentenpreisen. „Steigen die Preise für Konsumenten, schöpft der Handel diese Marge ab und gibt sie nicht an die Bauern weiter. Zahlen die Konsumenten weniger, trägt das nicht der Handel, sondern der Bauer bekommt entsprechend weniger.“

Die Konsumenten würden vom Handel getäuscht, so Köstinger: „Der Preiskampf findet jeden einzelnen Tag am Regal statt. Der Handel lockt die Kunden mit billigen Eiern oder billiger Milch. Was die Ketten da verlieren, holen sie sich durch Aufschläge bei anderen Produkten wieder herein.“

Bauernbund-Präsident pflichtet Ministerin bei

Bauernbund-Präsident Georg Strasser bestätigte die Kritik der Ministerin. „Die Handelsriesen haben beängstigend viel Marktmacht. Damit sind sie mitverantwortlich für den Strukturwandel in der Landwirtschaft. Täglich schließen rund zehn Betriebe ihre Hoftore für immer.“

Die „Übermacht der Händler im Lebensmitteleinzelhandel“ gehe so weit, dass sich Erzeuger bei offensichtlichen Verfehlungen gar nicht mehr den Mund aufmachen trauen, weil sie Angst vor einer Auslistung haben, bestätigte der ÖVP-Nationalratsabgeordnete Strasser in einer Aussendung und forderte eine gesetzliche Regelung zum Schutz kleiner Erzeuger vor unfairen Handelspraktiken.

Handelsverband: „Pauschales Bashing“

Der Handelsverband wies die Vorwürfe umgehend zurück. „Der Lebensmitteleinzelhandel hat (gemeinsam mit dem Handelsverband) bereits vor Jahren die Einrichtung einer Ombudsstelle für die Landwirtschaft angeregt und gemeinsam mit dem Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus unter Einbezug der Landwirtschaft konzipiert. Bis dato ist von politischer Seite leider keine Umsetzung zustande gekommen. Dies wäre allerdings wichtig, da um von pauschalen Bashing gegen den Lebensmittelhandel wegzukommen“, so Geschäftsführer Rainer Will.

Der Handelsverband und seine Mitglieder, die Lebensmittelhändler, würden für „einen fairen Preis“ stehen und hätten „stets betont, dass eine Mediationsstelle wichtig wäre. Daher werden wir weiterhin für alle Partner entlang der Wertschöpfungskette rund ums Lebensmittel ansprechbar sein. Der Austausch zwischen Landwirtschaftsministerin und Handelsverband ist engmaschig und gut, um einen Beitrag zu leisten gemeinsam die Lebensmittelbranche weiterzuentwickeln.“

Der SPÖ-Pensionistenverband ortet bei der Regierung Untätigkeit im Bereich der Pflege und warnt vor einem drohenden Notstand. „In Sachen Pflegekräftemangel ist es nicht mehr fünf vor, sondern bereits fünf nach zwölf. Der Personalmangel ist schon jetzt deutlich spürbar. Und er wird sich noch deutlich verschärfen. Auf längere Sicht durch den steigenden Pflegebedarf, und schon im Herbst durch die Auswirkungen der Covid-Pandemie“, warnte Pensionistenverbandspräsident Peter Kostelka heute.

„Die Regierung muss jetzt endlich die notwendigen Schritte setzen, sonst droht ein neuerlicher Pflegenotstand mit Chaos auf Kosten der Pflegebedürftigen und ihrer Angehörigen“, so Kostelka in einer Aussendung. Es müsse dringend neues Personal ausgebildet werden, fordert er. „Hier müssen wir jetzt auch besonders das Potenzial jener Personen nutzen, die durch Corona ihren Arbeitsplatz verloren haben bzw. daran denken, sich beruflich zu verändern.“

Konkret brauche es flächendeckende, kostenlose Aus-, Um- und Weiterbildungsmöglichkeiten, finanzielle Unterstützung während der Ausbildung, ein attraktives, faires Einstiegsgehalt und ein „gesundes“ Arbeitsumfeld durch geregelte Dienst- und ausreichend Ruhezeiten. „Bis 2030 brauchen wir 100.000 Menschen mehr im Pflegebereich.“ Die „vollmundig vor über vier Jahren angekündigte Pflegereform“ müsse endlich umgesetzt werden, fordert Kostelka.

COV Ausland

Ein starker Coronavirus-Ausbruch bei einer nur für Geimpfte und Genesene offenen Party im deutschen Münster wirft Fragen auf. 85 Partygäste und ein Mitarbeiter des Clubs haben sich angesteckt, was mehr als jeder fünfte Partyteilnehmende (380 Frauen und Männer) ist. Die meisten der Gäste vom Freitag vor zwei Wochen sind Anfang oder Mitte 20. Sie alle hatten beim Eingang angegeben, vollständig geimpft oder genesen zu sein („2-G“).

Wenige Tage später häuften sich bei den Partygästen die Coronavirus-Infektionen, auch wenn bisher nur milde oder keine Symptome aufgetreten sind.

Experten: Impfung schützt vor schwerem Verlauf

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat eine klare Meinung: „Spricht das gegen ‚2-G‘? Nein, klar dafür. Ohne ‚2-G‘ wären viel mehr Partybesucher schwer erkrankt“, teilte er kürzlich mit.

Eine Party mit mehreren hundert Gästen – kaum Platz, laute Musik, Gespräche ohne Abstand, vielleicht sogar lautes Mitsingen – all das bringe für ein infektiöses Aerosol ein ideales Umfeld, sagte Bernd Salzberger, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie, der Deutschen Presse-Agentur. Die Partynacht von Münster sei deshalb eine „Sondersituation“.

Der Münsteraner Krisenstabsleiter Wolfgang Heuer zog sein eigenes Fazit: „Dass sich Personen trotz Immunisierung auch weiterhin anstecken und zu Überträgern werden können, ist bekannt“, sagte er. „Klar ist aber auch, dass die Schutzimpfung das Risiko einer schweren Erkrankung extrem reduziert.“ Die Ansteckungsserie zeige erneut die enorme Bedeutung der Schutzimpfung – und dass niemand sorglos sein sollte, vor allem nicht bei engen Kontakten in geschlossenen Räumen.

Ein Expertengremium der US-Arzneimittelbehörde FDA empfiehlt Auffrischungsimpfungen mit dem Mittel von Biontech/Pfizer nur für ältere Menschen und Risikogruppen. Die einflussreiche Gruppe von Wissenschaftlern kam gestern nach stundenlanger Diskussion zu dem Schluss, dass vorliegende Daten eine allgemeine Einführung einer dritten Impfdosis für Menschen älter als 16 Jahre nicht rechtfertigten. Für Senioren über 65 und Angehörige von Risikogruppen würde eine dritte Dosis aber Sinn ergeben, hieß es.

US-Präsident Joe Biden hatte sich angesichts abnehmender Immunität gegen Covid-19 für eine weitere Dosis für alle ausgesprochen, deren Zweitimpfung schon mehr als acht Monate her ist.

„Bisherige Studienlage zeigt keine Notwendigkeit“

Zuletzt hatten aber auch Forscher im Fachmagazin „The Lancet“ Zweifel an Auffrischungsimpfungen geäußert: „Die bisherige Studienlage zeigt keine Notwendigkeit, in Bevölkerungsgruppen mit wirksamer, vollständiger Impfung Booster auf breiter Front zu verabreichen“, hieß es dort. Die weltweit noch immer begrenzte Anzahl an Impfdosen könne die meisten Leben retten, wenn sie Menschen zugutekäme, die ein erhebliches Risiko einer schweren Erkrankung haben und noch ungeimpft sind.

Hintergrund ist, dass in manchen reichen Ländern über Auffrischungsimpfungen für alle nachgedacht wird, während anderswo noch kaum jemand geimpft ist. Die WHO hatte bereits Anfang August einen vorübergehenden Stopp von Auffrischungsimpfungen gegen das Coronavirus gefordert, solange noch viele ärmere Länder auf Impfdosen warten.

Nur in wenigen Ländern war die Impfkampagne so erfolgreich wie in Portugal. Rund 80 Prozent aller 10,3 Millionen Bürgerinnen und Bürger sind bereits vollständig geimpft. Gründe für die Erfolgsgeschichte gibt es mehrere: Die Portugiesen sind historisch bedingt impfaffin, auch der Verlauf der Pandemie dürfte dazu beigetragen haben. Vor allem aber gab es eine ausgeklügelte Impfstrategie – mit einer Galionsfigur an der Spitze.

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Ausland

Dem seit einem Militärputsch in Guinea gefangen gehaltenen Präsidenten Alpha Conde geht es nach Angaben der Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) gut. Eine ECOWAS-Delegation habe gestern Conde in der Hauptstadt Conakry besuchen können, wo er in einem Luxushotel unter Hausarrest stehe, teilte die ECOWAS heute mit. Es war die erste unabhängige Stellungnahme zum Wohlergehen des Präsidenten seit seinem Sturz am 5. September.

Die ECOWAS-Delegation, bestehend aus den Präsidenten von Ghana und Elfenbeinküste, Nana Akufo-Addo und Alassane Ouattara, traf sich außerdem mit dem Anführer der Militärjunta, Mamady Doumbouya. Die Gespräche seien offen und freundlich gewesen. Man sei zuversichtlich, eine Lösung zu finden, hieß es.

Am Vortag hatte die ECOWAS Reiseverbote und finanzielle Sanktionen gegen die beteiligten Putschisten und deren Familien angekündigt sowie eine sechsmonatige Frist gesetzt, um Wahlen abzuhalten. Auch die UNO, die EU und die USA hatten den Umsturz in Guinea verurteilt.

Das westafrikanische Land ist mit seinen 13 Millionen Einwohnern und Einwohnerinnen einer der weltweit größten Lieferanten von Bauxit, einem Erz, das zur Herstellung von Aluminium verwendet wird. Guinea beliefert alle wichtigen Weltmärkte, mit China als einem seiner größten Abnehmer.

In einer Woche sind in Italien 492.000 Unterschriften für ein Referendum zur Legalisierung des Cannabisanbaus gesammelt worden. Die Initiatoren der Kampagne haben das Ziel, bis Ende September 500.000 digitale Unterschriften zu erreichen und sowohl ein Ende der strafrechtlichen als auch der administrativen Konsequenzen des Cannabisanbaus herbeizuführen.

„Wir sind einen Schritt vor dem Ziel“, kommentierte Marco Perduca, Sprecher des Komitees, das die Volksbefragung fördert. Die Referendumskampagne wird von mehreren Gruppierungen, darunter Linksparteien und der Kleinpartei „Piu Europa“ der ehemaligen EU-Menschenrechtskommissarin und Ex-Außenministerin Emma Bonino, unterstützt.

Sollten eine halbe Million Unterschriften erreicht werden, muss sich das Verfassungsgericht über die Gültigkeit des Referendumsantrags aussprechen. Die Volksbefragung könnte im kommenden Frühjahr stattfinden.

Der frühere algerische Präsident Abdelaziz Bouteflika ist im Alter von 84 Jahren gestorben. Das berichtete das algerische Staatsfernsehen heute. Die Massenproteste gegen den langjährigen Präsidenten hatten das größte afrikanische Land 2019 in eine tiefe politische Krise gestürzt. Bouteflika hatte das nordafrikanische Land fast 20 Jahre lang mit harter Hand regiert und dabei auch den „arabischen Frühling“ überstanden.

Zu seinem Sturz am 2. April 2019 trug auch sein verschlechterter Gesundheitszustand bei. Schon damals war darüber spekuliert worden, ob er überhaupt noch am Leben sei. Bouteflika, der von 1963 bis 1979 Außenminister seines Landes gewesen war, schrieb sich mit der Beendigung des blutigen Bürgerkriegs im Jahr 2002 in die Geschichtsbücher ein.

Die algerische Armee hatte im Jahr 1992 gegen die Islamische Heilsfront (FIS) geputscht, nachdem diese die Parlamentswahl gewonnen hatte. Bouteflika hielt sich in diesem Kampf zunächst zurück, trat dann aber 1999 mit Unterstützung der Armee bei der Präsidentenwahl an, die er mit 74 Prozent der Stimmen gewann. Danach errichtete er ein autoritäres Regime und ließ zweimal die Verfassung ändern, um sich eine dritte und vierte Amtszeit als Präsident zu sichern.

Unter starkem Druck aus den eigenen Reihen hat der argentinische Präsident Alberto Fernandez sein Kabinett umgebildet. Fernandez verkündete die Neubesetzung mehrerer Kabinettsposten gestern, nachdem ihn Vizepräsidentin Cristina Kirchner am Vortag mit einem offenen Brief unter Druck gesetzt und ihm eine verfehlte Wirtschaftspolitik vorgeworfen hatte.

Kirchner, die selbst jahrelang als Präsidentin an der Spitze Argentiniens stand, hatte in ihrem Schreiben die Kabinettsumbildung als eine Reaktion auf das schwache Abschneiden der Regierungsparteien der Mitte-links-Koalition bei Vorwahlen am vergangenen Wochenende verlangt. Mehrere Minister bzw. Ministerinnen, die dem Lager Kirchners zugerechnet werden, hatten zugleich ihren Rücktritt angeboten.

Fernandez lehnte die Rücktritte ab, ersetzte nun aber seinen von Kirchner viel kritisierten Kabinettschef Santiago Cafiero durch den Gouverneur der Provinz Tucuman, Juan Manzur. Cafiero soll Außenminister werden, während mehrere Politiker bzw. Politikerinnen neu ins Kabinett berufen wurden, unter ihnen Anibal Fernandez für das Sicherheitsministerium sowie Julian Dominguez für Landwirtschaft und Fischerei.

Fernandez und Kirchner stehen gemeinsam an der Spitze einer Mitte-links-Regierung. Angesichts der schlechten Vorwahlergebnisse müssen die Regierungsparteien bei der Parlamentswahl am 14. November eine Schlappe und den Verlust der Mehrheit im Senat befürchten.

Wirtschaft

Die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen steigt. Werden immer mehr Neuwagen mit Elektroantrieb verkauft, kommen mit Verzögerung auch immer mehr entsprechende Gebrauchtfahrzeuge auf den Markt. Ob sie ihr Geld wert sind, hängt in erster Linie von der Batterie und der Ladetechnologie im Auto ab.

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Seit dem Frühjahr dürfen die Gastronomielokale auf den Wiener Märkten auch an Sonn- und Feiertagen aufsperren, wie lange gefordert. Die Bilanz fällt bisher gemischt aus. Die Wirtschaftskammer Wien stört die frühe Sperrstunde – zumindest auf einigen Märkten.

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Die Firma Redl aus Hollabrunn (Niederösterreich) ist auf Zapf- und Schankanlagen spezialisiert. Die Produkte des Unternehmens finden sich nicht nur in Restaurants und Hotels, sondern etwa auch auf Kreuzfahrtschiffen. Pandemiebedingt stehen Selbstzapflösungen derzeit hoch im Kurs.

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IT

Der US-Technologiekonzern Apple wie auch der Internetriese Google haben die Löschung einer Wahlempfehlungs-App der russischen Opposition mit „beispiellosem“ Druck aus Moskau begründet. Aus mit der Unternehmensentscheidung bei Apple vertrauten Kreisen hieß es gestern, die russische Regierung habe mit der Festnahme von heimischen Apple-Mitarbeitern und -Mitarbeiterinnen gedroht.

Aus informierten Kreisen bei Google hieß es ebenfalls, die russische Regierung habe mit der Festnahme von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen sowie enormen rechtlichen Repressalien gedroht. Der Druck aus Moskau sei „beispiellos“ gewesen.

Apple und Google hatten die App „Smart Voting“, die Wahlempfehlungen für Oppositionsbündnisse gegen Kandidaten und Kandidatinnen der Regierungspartei Geeintes Russland von Präsident Wladimir Putin geben sollte, mit Beginn der Parlamentswahl am Freitag entfernt.

Unterstützer des inhaftierten Kreml-Kritikers Alexej Nawalny warfen den US-Unternehmen daraufhin Zensur vor. Die Unternehmen hätten der „Erpressung des Kremls“ nachgegeben, sagte der im Exil lebende Nawalny-Vertraute Leonid Wolkow. Der Kreml begrüßte dagegen die Löschung der App.

Gesundheit

Für die einmonatige Sperre des Innsbrucker Flughafens haben die tirol kliniken ein neues System für den Transport von Spenderherzen entwickelt. Diese werden erstmals nicht mehr gekühlt, sondern warm, durchblutet und schlagend zum Empfänger bzw. zur Empfängerin transportiert.

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Sport

Manchester City gilt heute in der fünften Runde der Premier League im Heimspiel gegen Southampton als klarer Favorit. Während der englische Meister zuletzt vier Siege in Folge bei einem Torverhältnis von 17:4 feierte, warten die „Saints“ nach vier Runden noch immer auf den ersten Sieg. Trotzdem warnte City-Coach Josep Guardiola vor dem Nachzügler, auch wegen dessen Trainer Ralph Hasenhüttl.

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Österreichs Frauen-Fußballnationalteam ist trotz Anlaufschwierigkeiten gestern mit dem erhofften klaren Sieg in die Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2023 in Australien und Neuseeland gestartet. Die Auswahl von Teamchefin Irene Fuhrmann setzte sich in Liepaja gegen Lettland letztlich klar mit 8:1 (2:1) durch. Die Österreicherinnen benötigten gegen die klaren Außenseiterinnen aber eine sportliche kalte Dusche, um in die Gänge zu kommen.

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Titelverteidiger KAC und Red Bull Salzburg sind gestern mit Kantersiegen in die bet-at-home ICE Hockey League gestartet. Der Rekordmeister ist nach dem 5:0-Heimsieg gegen die spusu Vienna Capitals auch erster Tabellenführer der neuen Saison mit nun 14 Clubs. Salzburg setzte sich bei den Steinbach Black Wings Linz mit 4:0 durch. Eine 1:5-Pleite kassierte unterdessen der EC Grand Immo VSV bei Hydro Fehervar AV19.

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Nach sechs erfolglosen Anläufen hat die Wiener Austria vergangene Woche in der siebenten Runde mit einem 2:0 beim LASK den ersten Saisonsieg in der Admiral Bundesliga eingefahren. Morgen soll die zarte Knospe des Erfolgs der „Veilchen“ im Heimspiel der achten Runde gegen SCR Cashpoint Altach aufgehen. Austria-Coach Manfred Schmid bemühte sich im Vorfeld jedoch, Fans und Spieler auf dem Boden der Realität zu halten.

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Chronik

In Großarl (Salzburg) ist in der Nacht ein betrunkener Autofahrer mit seinem Pkw auf einem Balkon gelandet. Der 18-jährige Probeführerscheinbesitzer kam im Ortsgebiet von der Straße ab und rutschte mit dem Auto eine steile Böschung hinunter.

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Im kärntnerisch-steirischen Grenzgebiet ist gestern eine Großfahndung nach einem mutmaßlichen Einbrecher gelaufen. Sondereinheiten waren im Einsatz, weil Zeugen bzw. Zeuginnen Schüsse gehört hatten. Ein bewaffneter 45-Jähriger wurde am Abend festgenommen.

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Drei Personen sind bei einem Verkehrsunfall in Mellau (Vorarlberg) heute schwer verletzt worden. Die Rettungskräfte waren im Großeinsatz. Ein 44-jähriger Autofahrer und sein Beifahrer krachten frontal mit einem 25-jährigen Lenker zusammen, der gerade mit seinem Wagen aus einer Betriebsausfahrt fuhr.

Mehr dazu in vorarlberg.ORF.at

Ein fünfjähriges Mädchen ist gestern in Aschau im Zillertal (Tirol) beim Äpfelpflücken aus einem Arbeitskorb drei Meter in die Tiefe gestürzt. Der Korb kippte wegen einer Fehlbedienung des Großvaters nach vorne. Auch die Mutter, die versuchte, das zweite Kind im Korb zu halten, wurde verletzt.

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Neues im Fall der vermissten Gabby Petito in den USA: Nachdem ihr Freund alleine von einer gemeinsamen Reise zurückgekehrt war, ist nun auch er verschwunden. Die Polizei in Florida und das FBI suchen nach dem 23-Jährigen, hieß es gestern in einer auf Twitter verbreiteten Mitteilung. Zuletzt habe seine Familie ihn am Dienstag gesehen, teilten die Ermittler unter Berufung auf die Angehörigen mit.

„Wir können die Frustration der Öffentlichkeit nachvollziehen, auch wir sind frustriert“, teilten die Ermittler weiter mit. Tagelang hatten sie und die Eltern der vermissten Petito an den Freund und dessen Familie appelliert, sich zu äußern. Doch die hatten bisher geschwiegen. „Am Freitag haben sie (die Angehörigen des Freundes) zum ersten Mal ausführlich mit den Ermittlern gesprochen.“

Schöne Fotos und ein Polizeivideo

In den USA suchen die Behörden seit Tagen fieberhaft nach der 22-jährigen Gabby Petito. Auch außerhalb des Landes macht der Fall Schlagzeilen. Das Paar hatte zunächst über die sozialen Netzwerke zahlreiche schöne Bilder vom gemeinsamen Roadtrip in einem umgebauten Lieferwagen durch die USA geteilt.

Doch es gibt auch Aufnahmen einer polizeilichen Körperkamera: Mitte August wurde die Polizei Berichten zufolge im US-Bundesstaat Utah wegen eines möglichen Falles von häuslicher Gewalt zu dem Paar und seinem Wagen gerufen. Darauf ist Petito weinend zu sehen, sie wirkt aufgelöst.

Vermisste Person

Am 1. September kehrte der Freund laut Polizei alleine zurück nach Hause, zehn Tage später meldeten Petitos Eltern ihre Tochter als vermisst. Die Polizei geht davon aus, dass Petito sich im Grand-Teton-Nationalpark in Wyoming aufhielt, bevor sie das letzte Mal mit ihrer Familie Kontakt hatte.

Der Freund sei zwar eine „Person von Interesse“ im Zusammenhang mit Petitos Verschwinden, er werde aber nicht wegen eines Verbrechens gesucht, teilten die Ermittler mit. „Wir arbeiten derzeit nicht an der Aufklärung eines Verbrechens.“ Es handle sich um Ermittlungen im Zusammenhang mit mehreren vermissten Personen.

Kultur

Der Opernstar Anna Netrebko feiert heute ihren 50. Geburtstag. Trotz des Verlustes ihres Vaters, der vor wenigen Tagen starb, wird sie wie geplant heute ein Galakonzert im Moskauer Kreml geben.

Die in südrussischen Krasnodar nahe der Schwarzmeerküste geborene Tochter eines Geologen und einer Ingenieurin begann als 16-Jährige eine Ausbildung als Sopranistin. Während sie am Konservatorium in St. Petersburg studierte, arbeitete sie als Reinigungskraft am Mariinski-Theater. Im Jahr 1994 wurde sie dort engagiert.

Sopranistin Anna Netrebko
APA/AFP/Angelos Tzortzinis

Von der Putzfrau zur Operndiva

Beim Vorsingen überzeugte sie den Intendanten und Dirigenten Waleri Gergijew, der sie wenige Monate zuvor noch putzen gesehen hatte. „Es war nicht nur amüsant und kurios, sondern sogar notwendig, ihr eine Rolle anzubieten“, sagte er in der TV-Doku „Anna Netrebko – Anna The Great“ aus dem Jahr 2014.

Den internationalen Durchbruch schaffte die Sopranistin 2002, als sie bei den Salzburger Festspielen als Donna Anna in „Don Giovanni“ debütierte. Netrebko lebt in Wien und ist seit 2006 auch im Besitz eines österreichischen Passes. Sie verbringt jedoch auch viel Zeit in Moskau, St. Petersburg und New York. Sie ist an der Wiener Staatsoper, der Metropolitan Opera, der Mailänder Scala, dem Moskauer Bolschoi-Theater und anderen führenden Häusern präsent.

Breites Repertoire

Mit ihrer Stimme, die neben den hellen Farbtönen auch dunkle Wärme ausstrahlt, hat sie sich ein Repertoire aufgebaut, dass sich von Mozart und lyrischen italienischen und französischen Rollen in den letzten Jahren hin zu dramatischeren Partien ausgeweitet hat. Ihr Debüt in einer großen Wagner-Rolle gab sie 2016 als Elsa in „Lohengrin“ in der Dresdner Semperoper.

Kritik für politische Äußerungen

Während Netrebko künstlerisch unangefochten ist, hat sie sich in politischen und gesellschaftlichen Fragen Kritik eingehandelt. Sie unterstützte 2012 Wladimir Putin vor der russischen Präsidentenwahl und übergab 2014 eine Spende für Künstler in der von pro-russischen Separatisten kontrollierten Ostukraine.

Und 2018 meinte sie gegenüber dem britischen Sender Klassik FM, dass in der Klassikszene sexueller Missbrauch nur passiere, wenn er zugelassen werde. Auf Twitter ruderte sie jedoch schnell zurück: „Kein Opfer eines sexuellen Übergriffes ist je schuld“, betonte sie.

Der Wiederaufbau der bei einem Brand schwer beschädigten Pariser Kathedrale Notre-Dame kann beginnen. Nach mehr als zweijährigen Sicherungs- und Reinigungsarbeiten hätten die Ausschreibungen begonnen, sodass die Sanierung ab dem Winter anlaufen könne, teilte die öffentliche Wiederaufbaugesellschaft heute in Paris mit.

Gerüste im Hauptschiff der Kathedrale Notre-Dame in Paris
Reuters/Thomas Samson

Das Ziel bleibe eine Wiedereröffnung von Notre-Dame 2024. Um den Zeitplan einzuhalten, wurden bereits die 1.000 Eichen gefällt, die für die Restaurierung der Turmspitze und des Querschiffs benötigt werden. Außerdem wurden schon die Fachleute zur Sanierung der ausgebauten großen Orgel ausgewählt.

Am 15. April 2019 ging die weltberühmte Sehenswürdigkeit auf der Pariser Ile de la Cite in Flammen auf. Das Feuer breitete sich im Dachstuhl aus und erfasste dann große Teile des mittelalterlichen Gebäudes. Die Brandursache ist noch nicht vollständig geklärt: Ein Fehler im elektrischen System oder eine nicht ausgedrückte Zigarette könnten das Feuer ausgelöst haben.

Das Donauinselfest ist gestern in seine 38. Auflage gestartet, zum zweiten Mal in einem CoV-Pandemiemodus. Trotz strikter Zugangsbeschränkungen für die Besucherinnen und Besucher kam im Laufe des Abends Partystimmung auf.

Mehr dazu in wien.ORF.at

Popsängerin Nena hat ihre für das kommende Jahr geplante Konzerttour abgesagt. „Ich will nicht lange drum rumreden. Meine Tour 2022 wird nicht stattfinden. Und ich werde sie auch kein zweites Mal verschieben“, postete die 61-Jährige gestern bei Instagram. Als Grund nannte sie die coronavirusbedingten Einschränkungen.

„Ich stehe zu meiner Aussage: Auf einem Nena-Konzert sind ALLE MENSCHEN WILLKOMMEN. Hier in unserem Land geht es derzeit in eine ganz andere Richtung, und ich mache da nicht mit“, ließ Nena wissen.

Die in Hamburg lebende Sängerin hat in der Pandemie mehrfach für Diskussionen gesorgt. Im März veröffentlichte sie bei Instagram ein Video mit dem Titel „Danke Kassel“, nachdem in der Stadt Tausende Menschen gegen die Coronavirus-Eindämmungsmaßnahmen auf die Straße gegangen waren. Im Oktober löste sie mit einem Posting auf Instagram Diskussionen über mögliche Verschwörungstheorien aus, betonte aber, dass sie nicht als Coronavirus-Leugnerin verstanden werden wolle.

Ende Juli war bei Berlin ein Konzert vor einer möglichen Zugabe beendet worden. Zuvor hatte sich Nena laut einem Bericht des „Tagesspiegels“ und mehrerer Videos bei Twitter über die Hygienevorschriften geäußert. „Mir wird gedroht, (…) dass sie die Show abbrechen, weil ihr nicht in eure (…) Boxen geht“, sagte Nena demzufolge. "Ich überlasse es in eurer Verantwortung, ob ihr das tut oder nicht. Nach dem Konzert in Berlin wurden weitere Konzerte abgesagt.

Lifestyle

Erstmals seit Beginn der Pandemie hat die Modewoche in London ihren Auftakt mit echten Shows und Veranstaltungen gefeiert. „Bei der Fashion Week geht es nicht nur darum, Kleidung anzuschauen, es geht auch darum, über die Zukunft zu reden“, sagte die Vorsitzende des Branchenverbandes British Fashion Council, Stephanie Phair, gestern dem „Guardian“.

Modeschau der Fashion Week London
APA/AFP/Tolga Akmen

„Wir müssen zusammenkommen und darüber reden, wie der Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft gelingen kann.“ Damit ist die möglichst ressourcenschonende Wiederverwertung von Rohstoffen und Materialien gemeint.

Neben ersten Shows auf den Laufstegen traf sich die Branche, die während der Pandemie neue Kollektionen vor allem digital präsentierte, auch wieder zum Feiern: Bei einer Party des Supermodels Naomi Campbell im Londoner Stadtteil Soho soll dem „Guardian“ zufolge bereits eine Stunde nach Beginn der Champagner ausgegangen sein.

Trotz allem hinterlässt die Pandemie noch ihre Spuren bei der prestigeträchtigen Veranstaltung, die noch bis zum 21. September stattfindet. Große Namen wie Burberry oder Victoria Beckham sind noch nicht wieder auf der Fashion Week vertreten, außerdem setzen viele Designer auf eine hybride Präsentation ihrer Mode, damit Interessierte die Shows auch digital verfolgen können.