Ukraine-Krieg

Das Außenministerium weist vier russische Diplomaten aus. „Zwei Diplomaten der russischen Botschaft haben mit ihrem diplomatischen Status unvereinbare Handlungen gesetzt“ und wurden „zu unerwünschten Personen (Personae non gratae) erklärt“, hieß es laut Sprecherin.

Auch zwei Diplomaten der russischen Ständigen Vertretung bei den Vereinten Nationen seien zum Verlassen Österreichs aufgefordert worden.

Die vier betroffenen russischen Diplomaten müssten binnen einer Woche, also mit Ablauf des 8. Februar, das Bundesgebiet verlassen.

Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell schließt es nicht aus, dass es trotz der derzeit zurückhaltenden Position von Ländern wie Deutschland und den USA zu einer Lieferung von Kampfflugzeugen an die Ukraine kommen wird.

Auch die Lieferung von Panzern sei anfangs stark umstritten gewesen, sagte der Spanier heute im Vorfeld eines EU-Ukraine-Gipfels in Kiew. Schließlich sei es bei dem Thema doch zu einer Einigung gekommen, und man habe diese „rote Linie“ überschritten.

Warnungen vor Eskalationsrisiken habe es bisher bei allen Waffenlieferungen gegeben, sagte er. Die Frage, ob er selbst Kampfjetlieferungen befürwortet, wollte Borrell nicht beantworten. „Meine Aufgabe ist es, einen Konsens zu erzielen“, sagte der Außenbeauftragte. Dabei sei es nicht hilfreich, öffentlich Positionen zu vertreten, die diese Möglichkeit gefährden könnten.

Offen für eine Lieferung von Kampfjets an die Ukraine hatte sich zuletzt unter anderen Polens Ministerpräsident Mateusz Morawiecki gezeigt. Deutschlands Bundeskanzler Olaf Scholz und US-Präsident Joe Biden wollen solche Waffensysteme bisher allerdings nicht an das von Russland angegriffene Land abgeben.

Der russische Präsident Wladimir Putin wird heute in Wolgograd zu einer Gedenkveranstaltung zum 80. Jahrestag der entscheidenden Weltkriegsschlacht in der früher Stalingrad genannten Stadt erwartet.

Genauere Angaben zur Uhrzeit von Putins Auftritt wurden im Vorfeld nicht bekanntgegeben. Am 2. Februar 1943 besiegelte die Kapitulation der 6. deutschen Armee die erste große Niederlage der Nazis gegen die Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg.

Die Schlacht von Stalingrad wird in Russland bis heute als entscheidender Wendepunkt des Krieges gefeiert. Im Vorfeld der Gedenkveranstaltungen zum 80. Jahrestag wurde in Wolgograd eine neue Büste des früheren sowjetischen Diktators Josef Stalin enthüllt.

Nach dem russischen Überfall auf die Ukraine hat die EU die Massenzustromrichtlinie aktiviert. Neben einem zeitlich beschränkten Aufenthaltsstatus für Ukraine-Vertriebene erhalten diese dadurch auch Zugang zu nationalen Arbeitsmärkten wie jenem in Österreich.

Die Richtlinie ist hier seit März 2022 umgesetzt. Jetzt wurden für das zweite Quartal Erleichterungen angekündigt. Vertriebene sollen dann Österreichern und EU-Bürgern gleichgestellt werden und jede Stelle annehmen dürfen.

In Zukunft sollen diese Menschen einen Ausweis für Vertriebene („Blaue Karte“) bekommen, nämlich vom Ausländerbeschäftigungsgesetz ausgenommen sein, teilte das Arbeitsministerium mit. Dann können sie – sofort und auch ohne Beschäftigungsbewilligung – jede Arbeit annehmen.

Vertriebene unterliegen somit den gleichen Regeln wie österreichische Staatsbürgerinnen und Staatsbürger sowie Menschen aus EU-Partnerstaaten. Vertriebene werden dann auch als arbeitslos beim AMS vorgemerkt. Das werde nach Inkrafttreten zu einer etwas höheren Arbeitslosigkeit führen.

Ende Dezember 2022 waren 13.546 Ukrainerinnen und Ukrainer in Österreich beschäftigt. Ein Anstieg von fast 8.200 übers Jahr durch die Vertriebenenregelung entsprach mehr als einer Verdoppelung. Insgesamt seien die Arbeitskräfte gut integriert. Systematische Verstöße gegen das Arbeits- und Sozialrecht durch Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber seien nicht bekannt, so das Arbeitsministerium.

Die US-Datenanalysefirma Palantir räumt erstmals eine umfassende Beteiligung an den Kriegsanstrengungen der Ukraine ein. Nach den Worten von Firmenchef Alex Karp ist das US-Unternehmen „für den größten Teil der Zielerfassung in der Ukraine verantwortlich“.

Auf die Frage zum Einsatz künstlicher Intelligenz (KI) sagte Karp, dass bei Software, die eigenständig handeln kann, ethische Aspekte berücksichtigt werden müssen.

Alex Karp
Reuters/Arnd Wiegmann

„Es gibt enorme ethische Probleme auf dem Schlachtfeld“, sagte der Vorstandschef. „Wenn man einen Algorithmus verwendet, um eine militärische Entscheidung zu treffen, und es geht schief, wer ist dann verantwortlich?“

Die Software von Palantir kann mit Hilfe von Satellitenbildern und sozialen Netzwerken die Positionen einer Armee visualisieren und damit schnell die einzusetzenden Ressourcen ermitteln.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und weitere Kommissionsmitglieder sind heute in Kiew zu Konsultationen mit der ukrainischen Regierung eingetroffen. Dabei geht es unter anderem um juristische Möglichkeiten zur Ahndung des russischen Angriffskrieges und den Wunsch Kiews nach einem möglichst schnellen EU-Beitritt. Die Ukraine ist seit dem vergangenen Juni offizieller EU-Beitrittskandidat.

Das Treffen sei „ein starkes Signal sowohl an die Partner als auch an die Feinde“, sagte der ukrainische Ministerpräsident Denys Schmyhal im Vorfeld.

Morgen findet ebenfalls in Kiew der EU-Ukraine-Gipfel mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj statt. Neben von der Leyen nimmt auch EU-Ratspräsident Charles Michel daran teil. Selenskyj verspricht sich von dem Treffen neue Hilfszusagen.

Der ehemalige Kommandant der russischen Söldnertruppe Wagner, der nach Norwegen geflohen ist, hat sich für die Kämpfe in der Ukraine entschuldigt.

„Viele halten mich für einen Schurken, einen Kriminellen, einen Mörder“, sagte Andrej Medwedew der Nachrichtenagentur Reuters. „Zuallererst möchte ich mich wiederholt und erneut entschuldigen, und obwohl ich nicht weiß, wie es aufgenommen wird, möchte ich sagen, dass es mir leidtut.“

Er wolle über seine Erfahrungen im Krieg sprechen, damit „die Täter bestraft werden“ für ihre Verbrechen in der Ukraine. Er sei im Juli 2022 mit einem viermonatigem Vertrag zu Wagner gekommen und habe in dieser Zeit miterlebt, wie zwei Personen, die nicht kämpfen wollten, vor den Augen von frisch rekrutierten Sträflingen erschossen worden seien.

Der 26-Jährige suchte nun Asyl in Norwegen an. Die Behauptungen können nicht unabhängig überprüft werden.

Beim Einschlag einer Rakete in einem Wohnhaus der Stadt Kramatorsk im Osten der Ukraine sind nach Angaben der ukrainischen Behörden mindestens drei Menschen getötet und zwanzig verletzt worden.

Zerstörtes Wohngebäude in Kramatorsk
Reuters

„Ein weiterer Terroranschlag der Kriminellen und Terroristen aus Russland“, schrieb der Chef des Präsidialbüros, Andrij Jermak, auf Telegram. Er veröffentlichte dazu ein Bild von einem Haus in Trümmern. Das genaue Ausmaß war unklar.

Im Zuge des russischen Angriffskrieges schlagen immer wieder Raketen auch in Wohnhäusern ein, obwohl das Verteidigungsministerium in Moskau behauptet, militärische Ziele anzugreifen. Immer wieder gibt es viele Tote und Verletzte unter Zivilisten. Die russischen Truppen wollen die Großstadt Kramatorsk im Gebiet Donezk wie die gesamte Region unter ihre Kontrolle bringen.

Inland

Die letzte Tranche des Klimabonus für das Jahr 2022 fließt ab heute. Der Großteil hatte den Klimabonus bereits im vergangenen Herbst erhalten, nun bekommen ihn auch jene, die die Auszahlungsvoraussetzungen erst später erfüllt haben. Laut dem zuständigen Klimaschutzministerium sind das rund 457.000 Menschen in Österreich.

Darunter fallen jene, die erst im Laufe des ersten Halbjahres 2022 ihren Hauptwohnsitz nach Österreich verlegt haben, erst geboren wurden oder bei denen es noch zu einer Klärung des fremdenrechtlichen Status durch das Innenministerium gekommen ist.

Als Anspruchskriterium gilt weiterhin, dass man zumindest 183 Tage eine Hauptwohnsitzmeldung in Österreich hat – bei rechtmäßigem Aufenthalt und unabhängig von Herkunft oder Staatsbürgerschaft. Unter den Anspruchsberechtigten befinden sich rund 101.500 Minderjährige.

Kommt automatisch

Der Klimabonus kommt nach Angaben des Ministeriums antragslos und automatisch per Überweisung oder per Post als Gutschein. Rund 300.000 Menschen werden ihn direkt auf ihr Konto bekommen, etwa 150.000 erhalten den Klimabonus über die Post als RSa-Brief. Die Post wird die Gutscheine in der zweiten Februar-Hälfte zustellen, hieß es.

Beim Klimabonus handelt es sich um das Herzstück der „ökosozialen Steuerreform“. Er soll klimafreundliches Verhalten belohnen. Im Rahmen des Antiteuerungspakets wurde er für das vergangene Jahr von ursprünglich 100 bis 200 Euro je nach Wohnlage auf 250 Euro erhöht und weitere 250 Euro Inflationsabgeltung draufgepackt.

Ab 2023 wird wieder der reguläre, gestaffelte Klimabonus ausbezahlt. Die erste Auszahlungswelle des Klimabonus 2023 wird wie vergangenes Jahr voraussichtlich im Herbst erfolgen.

Nach der Landtagswahl in Niederösterreich ist das ÖVP-Regierungsteam offenbar fix. Laut „Kronen Zeitung“ sollen Stephan Pernkopf, Christiane Teschl-Hofmeister und Ludwig Schleritzko Landesräte bleiben, Jochen Danninger wird Klubobmann im Landtag.

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Vorarlberg bekommt beim Landeskrankenhaus in Bregenz eine neue Abtreibungspraxis. Das sorgt für viele Emotionen. Eine Gruppe von Abtreibungsgegnerinnen hat die Landtagssitzung gestört, indem sie Plakate in die Höhe gehalten haben. Alle Landtagsabgeordneten, Ärztinnen und Ärzte sowie Anrainerinnen und Anrainer der neuen Praxis erhielten zudem Post von Abtreibungsgegnern.

Mehr dazu in vorarlberg.ORF.at

Ausland

In die Affäre um den republikanischen Abgeordneten George Santos, der wegen seines gefälschten Lebenslaufes unter Druck steht, hat sich nun auch das FBI eingeschaltet. Die Ermittler gehen nach übereinstimmenden Berichten mehrerer US-Medien Vorwürfen nach, wonach Santos Geld veruntreut haben soll, das er für den kranken Hund eines Veteranen im Internet gesammelt hatte.

US-republikanischer Abgeordneter George Santos
AP/Politico/Francis Chung

Der Veteran Richard Osthoff habe US-Medien gesagt, er habe dem FBI Informationen übergeben, die in Bezug zu dem Geld stünden. Darunter seien etwa auch Textnachrichten gewesen, die Osthoff mit Santos ausgetauscht habe.

Es geht um rund 3.000 Dollar (knapp 2.800 Euro), die Santos 2016 für den damals obdachlosen Osthoff online gesammelt habe, um damit eine lebensrettende Operation für dessen todkranken Hund zu bezahlen. Den Vorwürfen zufolge soll sich Santos aber mit dem Geld aus dem Staub gemacht haben, statt es an Osthoff zu übergeben.

Mit einer Trauerfeier in Memphis haben Hunderte Menschen Abschied von dem von US-Polizisten zu Tode geprügelten Afroamerikaner Tyre Nichols genommen. Bei der Zeremonie in der Mississippi Boulevard Christian Church sprach Vizepräsidentin Kamala Harris den Angehörigen des 29-Jährigen gestern ihr Beileid aus. „Wir trauern mit Ihnen, und die Menschen unseres Landes trauern mit Ihnen.“

Rede von US-Vizepräsidentin Kamala Harris während der Trauerfeier für Tyre Nichols In Memphis (US-Bundesstaat Tennessee)
APA/AFP/Getty Images/Pool

Die Vizepräsidentin verurteilte die brutale Prügelattacke fünf afroamerikanischer Polizisten gegen Nichols als „Akt der Gewalt“ durch diejenigen, die eigentlich für Sicherheit sorgen müssten. Die Politikerin der Demokratischen Partei forderte außerdem den Kongress auf, eine Gesetzesreform gegen Polizeigewalt zu verabschieden, die nach dem 2020 bei einem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis getöteten George Floyd benannt ist.

Präsident „Joe Biden wird es unterzeichnen und wir sollten es nicht verzögern“, sagte Harris. Der Gesetzesentwurf scheitert schon seit langer Zeit im Kongress am Widerstand der konservativen Republikaner.

Appelle gegen Polizeigewalt

An der Zeremonie in Memphis im Bundesstaat Tennessee nahmen auch Angehörige von Floyd und anderen Opfern von Polizeigewalt teil. Die Trauerrede hielt der bekannte Bürgerrechtsaktivist Al Sharpton, der forderte, gewalttätige Polizisten müssten zur Verantwortung gezogen werden.

Polizisten hatten Nichols am 7. Jänner bei einer abendlichen Verkehrskontrolle in Memphis brutal zusammengeschlagen. Der 29-Jährige starb drei Tage später in einem Krankenhaus.

Vergangene Woche wurden fünf nach dem Vorfall entlassene Polizisten wegen Mordes zweiten Grades angeklagt. In Tennessee entspricht das einer Zwischenstufe zwischen Mord und Totschlag.

Die israelischen Streitkräfte haben heute Früh Ziele im Gazastreifen angegriffen. Das teilte die israelische Armee auf Twitter mit. Details zu den Angriffen sollten später genannt werden. Nach offiziell unbestätigten israelischen Medienberichten griffen israelische Kampfflugzeuge Ziele in einem Flüchtlingslager im Zentrum von Gaza an.

Feuerball im Gazastreifen
APA/AFP/Mohammed Abed

Wenige Stunden zuvor hatte Israels Militär nach eigenen Angaben eine Rakete aus dem Gazastreifen abgefangen. In der Stadt Sderot an der Grenze zum Gazastreifen seien Alarmsirenen aktiviert worden. Die bewaffnete Gruppierung „Höhle der Löwen“ reklamierte den Angriff für sich. Die Gruppe besteht vor allem aus jungen Männern verschiedener bewaffneter Fraktionen in der Stadt Nablus.

Im Streit zwischen US-Präsident Joe Biden und den Republikanern über die Anhebung der Schuldenobergrenze hat auch ein Spitzentreffen beider Seiten keine Einigung gebracht. Sein Gespräch mit Biden sei gut verlaufen, berichtete gestern der Vorsitzende des von den Republikanern beherrschten Repräsentantenhauses, Kevin McCarthy. Es gebe aber noch immer „unterschiedliche Standpunkte“. Und es habe auch „keine Vereinbarungen, keine Versprechen“ gegeben.

„Der Präsident und ich haben nach einem Weg gesucht, wie wir zusammenarbeiten können“, sagte McCarthy nach dem einstündigen Gespräch im Weißen Haus. Es sei eine „gute Diskussion“ gewesen, die Gespräche sollten fortgesetzt werden. „Ich glaube, dass wir letztlich eine gemeinsame Grundlage finden.“

Es war das erste Treffen von Biden und McCarthy seit der Wahl des Republikaners zum Vorsitzenden des Repräsentantenhauses Anfang Jänner.

Durch eine Anhebung der Schuldenobergrenze will die Regierung in Washington einen Zahlungsausfall der USA vermeiden. Die Obergrenze war in den vergangenen Jahrzehnten unter Präsidenten beider Parteien Dutzende Male ausgesetzt oder angehoben worden – und das mit parteiübergreifenden Mehrheiten.

Einige republikanische Abgeordnete wollen ihre Zustimmung zur Anhebung der Obergrenze diesmal jedoch als Verhandlungsmasse nutzen, um Ausgabenkürzungen durchzusetzen.

Inmitten der gewaltsamen Proteste gegen die Regierung in Peru hat das Parlament erneut gegen Neuwahlen noch in diesem Jahr gestimmt. Nach fünfstündiger Debatte votierten gestern 68 Abgeordnete gegen den entsprechenden Vorstoß von Präsidentin Dina Boluarte, nur 54 stimmten dafür. Die Staatschefin wollte die bereits einmal auf April 2024 vorgezogene Wahl noch in diesem Jahr stattfinden lassen, um die Proteste im Land zu beruhigen.

Peru wird seit der Amtsenthebung und Verhaftung des linksgerichteten Präsidenten Pedro Castillo am 7. Dezember von schweren Unruhen erschüttert. Bei den landesweiten Protesten fordern die Demonstranten neben dem Rücktritt von Castillos Nachfolgerin Boluarte auch die Auflösung des Parlaments, um unverzüglich zu wählen.

Im vergangenen Monat hatte sich das Parlament mit großer Mehrheit für das Vorziehen der Wahl von 2026 auf April 2024 ausgesprochen. Dennoch gingen die landesweiten Proteste weiter. Daraufhin bat Boluarte das Parlament, die Wahl noch in diesem Jahr abzuhalten. Das lehnten die Abgeordneten am Samstag erstmals ab – und sprachen sich nun auch in einer erneuten Abstimmung dagegen aus.

Coronavirus

In ganz Deutschland können Busse und Bahnen wieder ohne Maske genutzt werden. Nach fast drei Jahren Pandemie entfällt die Tragepflicht mit heute im Fernverkehr.

Parallel dazu wird die Vorschrift in den übrigen neun Bundesländern aufgehoben, in denen sie im Regionalverkehr bisher noch galt. Zuletzt hatten sich auch die Verkehrsunternehmen dafür ausgesprochen, die Pflicht im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) zu beenden.

„Eine Pflicht war aus Branchensicht angesichts der pandemischen Lage schon lange nicht mehr nötig“, teilte ein Sprecher des Verbands deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) auf Anfrage der dpa mit. „Und es fiel auch immer schwerer, diese bei den Fahrgästen durchzusetzen und ihnen zu erklären, warum man im voll besetzen Flieger oder in der ausverkauften Konzerthalle keine Maske tragen musste, aber auf dem Weg zum Flughafen oder zum Konzert in den Bussen und Bahnen schon.“

Die Bundesregierung will bis Ende Juni sämtliche Coronavirus-Krisenmaßnahmen beenden. Impfungen, Tests und Medikamente sollen bis dahin in die regulären Strukturen des Gesundheitssystems integriert werden. SARS-CoV-2 wird dann auch keine meldepflichtige Krankheit mehr sein, beschloss der Ministerrat gestern. Sonderregelungen einzelner Bundesländer sind danach nicht mehr möglich.

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Wirtschaft

Die teilstaatliche börsennotierte OMV hat 2022 ausgezeichnet verdient: Das operative Konzernergebnis wurde auf 12,246 Mrd. Euro mehr als verdoppelt, der Nettogewinn fiel mit 5,175 Mrd. Euro um 85 Prozent höher aus als im Vorjahr. Die Konzernerlöse stiegen vor allem wegen der höheren Marktpreise um 75 Prozent auf 62,3 Mrd. Euro, wie das Unternehmen heute mitteilte.

Die Aktionäre sollen zusätzlich zur bereits beschlossenen Sonderdividende eine höhere reguläre Dividende von 2,80 (2,30) Euro je Aktie erhalten.

Aufgrund der schwierigen politischen und rechtlichen Lage in Russland rechnet die OMV nicht mehr mit der Einbringlichkeit der vertraglichen Position gegenüber Gasprom aus der Neufeststellung der Reserven des Gasfelds Juschno-Russkoje, wie der Konzern mitteilte.

Die Europäische Zentralbank (EZB) berät heute in Frankfurt am Main in Deutschland auf ihrer Ratssitzung über Maßnahmen gegen die hohe Inflation.

Mit Spannung wird vor allem die Entscheidung über eine weitere Anhebung der Leitzinsen erwartet. Der Satz, zu dem sich Geschäftsbanken Geld bei der EZB leihen können, liegt derzeit bei 2,5 Prozent und damit auf dem höchsten Stand seit 2008.

Höhere Zinsen gelten als Mittel gegen die Teuerung – sie wirken aber auch bremsend auf das Wirtschaftswachstum. Zuletzt hatte die EZB die Leitzinsen Mitte Dezember um 0,5 Prozent angehoben. Zuvor hatte es bereits mehrere stärkere Erhöhungsschritte gegeben.

Australien wird künftig keine britischen Monarchen mehr auf Geldscheinen haben. Nach dem Tod von Elizabeth II. solle ihr Nachfolger Charles III. nicht auf Banknoten erscheinen, erklärte die Zentralbank gestern. Stattdessen solle auf der Fünf-Dollar-Banknote, auf der bisher die verstorbene Queen prangt, künftig ein Indigenenmotiv abgebildet werden.

Auf einer australischen Banknote ist Queen Elizabeth zu sehen
APA/AFP/Mladen Antonov

Die Entscheidung sei mit der Regierung abgestimmt worden, so die Zentralbank. Sie räumte zugleich ein, dass die Umstellung und der Druck der neuen Geldscheine einige Jahre dauern würden. Zunächst solle mit Indigenenvertretern beraten werden, wie das Design aussehen könnte. Mit Einführung der neuen Fünf-Dollar-Note wird dann auf keiner australischen Banknote mehr ein britischer Monarch zu sehen sein.

Staatsoberhaupt von Australien ist auch heutzutage noch der jeweilige britische Monarch. Das Land diskutiert aber seit geraumer Zeit über eine mögliche Loslösung vom Königshaus.

Der Tod von Elizabeth II. im September vergangenen Jahres hatte auch in Australien öffentliche Trauer ausgelöst. Indigene Gruppen protestierten aber zugleich gegen das Königshaus, sie machen die Monarchie mitverantwortlich für Kolonialverbrechen.

Sport

Seit dem 29. Dezember 2022, als er nach der Besichtigung für den Super-G von Bormio vor laufender ORF-Kamera überraschend seinen Rücktritt erklärt hat, genießt Matthias Mayer das Leben als Skipensionist. „Ich mache zurzeit einmal ein bisschen Urlaub und gönne mir das Ganze“, sagte der dreifache Olympiasieger gestern zu seinem aktuellen Status quo. Genauso überraschend wie sein Rücktritt war auch eine weitere Ankündigung: Ganz nach dem Motto „Sag niemals nie“ hielt sich der Kärntner die Option Comeback offen.

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Titelverteidiger RB Leipzig ist gestern auch dank eines sehenswerten Treffers von ÖFB-Teamspieler Konrad Laimer ins Viertelfinale des DFB-Pokals eingezogen. Die Mannschaft von Ex-Salzburg-Trainer Marco Rose setzte sich im Achtelfinale gegen Hoffenheim mit 3:1 durch. Im Schongang zog Bayern München in die nächste Runde ein. FSV Mainz mit dem zunächst auf der Bank sitzenden Karim Onisiwo war mit 0:4 chancenlos.

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Die Stellungnahme von Gerhard Milletich zu seinem Rückzug als ÖFB-Präsident war mehr als bezeichnend. Er sprach von einer „massiven medialen Negativkampagne“, aber auch von „internen Angriffen gegen meine Person“ und „Feindseligkeiten einiger Mitglieder des Präsidiums“. Das höchste Gremium des mit Abstand größten Sportfachverbandes des Landes ist tief gespalten, und daran wird auch Milletichs Abgang nichts ändern.

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Chronik

Am Mittwoch findet in Wien der Prozess gegen Schauspieler Florian Teichtmeister wegen Besitzes bildlicher Darstellungen von Kindesmissbrauch statt. Aufgrund des großen Medieninteresses wurde er in den Großen Schwurgerichtssaal verlegt.

Mehr dazu in wien.ORF.at

In Perg (Oberösterreich) ist ein Elfjähriger gestern Früh von einem Auto erfasst und schwer verletzt worden. Der Bub war auf dem Weg in die Schule und soll die Straße unmittelbar vor dem Pkw überquert haben.

Mehr dazu in ooe.ORF.at

In Bad Gastein (Salzburg) sind Feuerwehrleute und Rotkreuzhelfer in der Nacht auf heute zu einem schweren Verkehrsunfall ausgerückt. Aus bisher ungeklärter Ursache kam ein Wagen von der Gasteiner Straße ab und stürzte ab.

Mehr dazu in salzburg.ORF.at

Meteorologen haben heute vor kommenden teils großen Mengen Neuschnee gewarnt. Es könnte daher zu Problemen auf Straßen, Bahnstrecken und in der Stromversorgung kommen, etwa wenn Bäume unter der Schneelast umstürzen. In Tirol wird mit verbreitet großer Lawinengefahr gerechnet.

Mehr dazu in oesterreich.ORF.at

Einen Sechser zu einer Million Euro hat die gestrige Ziehung von Lotto „6 aus 45“ gebracht.

Folgende Gewinnzahlen wurden ermittelt:

8 10 17 22 35 37/Zusatzzahl: 12

Die richtigen LottoPlus-Zahlen:

7 13 19 23 26 41

Kein Spielteilnehmer hatte den richtigen Joker auf der Quittung, im Jackpot bleiben rund 176.000 Euro

Der richtige Joker lautet:

Die richtige Joker-Zahl:

1 2 5 4 1 5

Alle Angaben ohne Gewähr

Umwelt & Klima

Der Titicacasee in den Anden ist zum zweiten Mal innerhalb von elf Jahren „bedrohter See des Jahres“ geworden. Der Global Nature Fund (GNF) und das Netzwerk Living Lakes vergaben den traurigen Titel nach 2012 nun für 2023 erneut an den größten Süßwassersee Südamerikas.

Der Titicacasee, an den die Länder Bolivien und Peru grenzen, liegt auf 3.800 Metern in einer Hochebene und ist rund 15-mal so groß wie der Bodensee.

Titicacasee
Getty Images/Caroline Brundle Bugge

Der Titel „bedrohter Sees des Jahres“ wird jährlich zum Welttag der Feuchtgebiete am 2. Februar vergeben, um auf einen durch menschliche Eingriffe gefährdeten See oder ein entsprechendes Feuchtgebiet aufmerksam zu machen.

Die erneute Wahl des Titicacasees begründete der GNF, eine internationale Stiftung für Umwelt und Natur mit Sitz in Radolfzell, mit der Umweltbelastung, der der See seit Jahren ausgesetzt ist – und die zunehme. Für zwei Millionen Peruaner und Bolivianer ist der Titicacasee als Trinkwasserreservoir wichtig.

Gesundheit

Nach zwei Pandemiejahren hat die Steiermark heuer mit einer heftigen Influenzawelle zu kämpfen gehabt: Personalengpässe, überfüllte Kliniken sowie randvolle Praxen waren die Folge. Nun ebbt die Grippewelle langsam ab.

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Religion

Unter großem Polizeiaufgebot und begleitet von Protesten ist in der St. Mary’s Cathedral in Sydney die Totenmesse für den umstrittenen australischen Kardinal George Pell abgehalten worden.

Der vor drei Wochen in Rom gestorbene Pell war der ranghöchste Geistliche in der Geschichte der katholischen Kirche, der wegen Kindesmissbrauchs verurteilt wurde. Im Jahr 2020 wurde er aber in einem Berufungsverfahren nach rund 13 Monaten Haft freigesprochen und aus dem Gefängnis entlassen.

Proteste bei Totenmesse für Kardinal Pell in Sydney
Reuters

Tausende strömten laut Medienberichten zu der Kirche, um Abschied zu nehmen. Viele verfolgten das Requiem auf Leinwänden vor der Kathedrale. „Auch nachdem er vom High Court einstimmig entlastet wurde, dämonisierten ihn einige weiterhin“, sagte Erzbischof Anthony Fisher, der die Messe zelebrierte. Pell habe aber ein großes Vermächtnis hinterlassen und sei der „einflussreichste Kirchenmann in der Geschichte der Nation“ gewesen.

Einsatzkräfte errichteten eine Pufferzone zwischen Trauernden und Protestierenden. „Wir sind nicht hier, um Ärger zu machen, wir sind hier, um auf den Missbrauch aufmerksam zu machen, das ist alles“, sagte ein Demonstrant der Nachrichtenagentur AAP.

Science

Wissenschaft trifft Politik: Die Zusammenarbeit ist notwendig, verläuft jedoch nicht immer friktionsfrei – wie nicht zuletzt die Erfahrungen während der Pandemie gezeigt haben. Die „Wiener Thesen zur Wissenschaftsberatung“ zeigen, wie man es besser macht.

Mehr dazu in science.ORF.at

Medien

Der ORF und die sechs großen österreichischen Hilfsorganisationen – Caritas, Diakonie, Hilfswerk, Rotes Kreuz, Samariterbund und Volkshilfe – haben gestern im Rahmen der Initiative „Österreich hilft Österreich“ eine neue Spendenkampagne gestartet. Das Geld soll dabei vor allem bedürftigen und sozial schwachen Menschen wie Familien in Not zugutekommen, gab der ORF bekannt.

Auch Opernball im Zeichen der Solidarität

Auch der Wiener Opernball steht laut dem Sender im Zeichen der Solidarität. Ein Teil des Ticketbetrags sowie der Gastronomieerlöse des Balls am 16. Februar soll in Spenden umgewandelt werden. „Der ORF unterstützt die Kampagne von ‚Österreich hilft Österreich‘ in all seinen Medien und Landesstudios, um möglichst viele Menschen zu erreichen“, sagte Generaldirektor Roland Weißmann zum Startschuss. Gerade in schwierigen Zeiten sei sozialer Zusammenhalt von großer Bedeutung, betonte Weißmann.

Ein redaktioneller Schwerpunkt auf allen Kanälen soll sich am 10. Februar der Initiative widmen. Die Website helfen.ORF.at bietet neben Infos auch ein Onlinespendentool. ORF-Corporate-Social-Responsibility-Leiter Pius Strobl betonte, dass es sich bei „Österreich hilft Österreich“ um eine „schnelle, unbürokratische Hilfestellung“ für jene handle, die „jetzt unsere Unterstützung“ brauchten.

Der stellvertretende Generalsekretär des Roten Kreuzes, Peter Kaiser, erklärte den Grund für die Hilfsaktion: „Menschen, die ohnehin schon in prekären Lagen waren und sind, bringen die aktuellen Entwicklungen an den Rand ihrer Möglichkeiten. Diesen Menschen müssen wir rasch und zielgerichtet helfen.“

Teuerungswelle verschärft Situation

Während viele Menschen in Österreich noch mit den Folgen der CoV-Krise zu kämpfen hätten, rolle bereits eine verheerende Teuerungswelle über das Land, schlug Hilfswerk-Geschäftsführerin Elisabeth Anselm in eine ähnliche Kerbe. Gerade auch Kinder und Jugendliche brauchten vermehrte Unterstützung, fuhr sie fort.

Gespendet werden kann per Erlagschein, Überweisung, über die kostenlose Spendennummer (0800 664 2023) und online. Alle Informationen zu den Spendenmöglichkeiten finden sich zudem im Teletext auf Seite 685.

IT

Der Textautomat ChatGPT bekommt nach einer kostenlosen Testphase ein Abogeschäftsmodell. Für 20 Dollar im Monat sollen zahlende Kunden verlässlich Zugang zur Software und schnellere Ergebnisse auch bei hoher Auslastung erhalten.

Ein weiterer Vorteil sei ein frühzeitiger Zugriff auf künftige neue Funktionen und Verbesserungen, wie die Entwicklerfirma OpenAI in einem Blogeintrag in der Nacht auf heute ankündigte.

ChatGPT ist eine Software auf Basis künstlicher Intelligenz, die auf gewaltigen Mengen von Texten und Daten trainiert wurde, menschliche Sprache nachzuahmen. OpenAI machte ChatGPT im vergangenen Jahr öffentlich zugänglich und löste damit Bewunderung für die Fähigkeiten der Software und auch Sorgen aus.

ChatGPT kann menschliche Sprache so gut nachahmen, dass es unter anderem Sorgen gibt, damit könnte bei Schul- und Studienarbeiten geschummelt oder im großen Stil Desinformationskampagnen erstellt werden. Diese Woche stellte OpenAI deshalb ein Programm vor, das von Computern geschriebene Texte erkennen soll.

Kultur

Felix Mitterer, Schriftsteller mit Tiroler Wurzeln, begeht am 6. Februar seinen 75. Geburtstag. Im APA-Interview spricht er über die Pläne zur Fortsetzung seines Erfolgswerks „Die Piefke-Saga“, die auch Ischgl und die Pandemie behandeln soll.

„Das Drehbuch habe ich bereits fertiggeschrieben. Es wird aber derzeit nicht verfilmt und liegt damit auf Eis. Das liegt aktuell vor allem daran, dass der ORF keinen deutschen Koproduzenten gefunden hat. Ich bin mir auch nicht sicher, ob man an den Erfolg der ersten vier ‚Piefke-Saga‘-Teile einfach so anschließen kann. Vieles ist schließlich bereits erzählt“, so Mitterer.

Felix Mitterer
IMAGO/Manfred Siebinger

Der Autor nahm auch zur Tiroler Tourismusabgabe Stellung, weshalb er Tirol wieder den Rücken gekehrt hat. Nun lebt er in der Oststeiermark. „Der Autor der ‚Piefke-Saga‘ kann einfach keine Tourismusabgabe zahlen. Das passt nicht zusammen. Deshalb bin ich weggegangen. Tirol ist mir dennoch wichtig. Ich glaube, es gibt keinen anderen Autor, der so viel über sein Land geschrieben hat wie ich.“

Tirol sei „ein Grenzland, das von der Autobahn gepeinigt ist. Es ist natürlich auch ein Tourismusland. Dies habe ich von klein auf mitbekommen, in allen Facetten.“

Der Tourismus habe auch gute Seiten, Tirol sei zuvor „sehr arm“ gewesen. Über 30 Jahre nach der „Piefke-Saga“ müsse er aber auch sagen: „Ich habe damals eher untertrieben denn übertrieben. Die Realität hat mein Schreiben längst eingeholt. Auch Hoteliers sagen das und behaupten, dass ich naiv war. In echt ist es viel schlimmer und ärger.“