Ausland

In Georgien sind heute erneut Zehntausende Menschen gegen das Gesetz zur „ausländischen Einflussnahme“ auf die Straße gegangen, nachdem das Parlament das umstrittene Vorhaben in erster Lesung gebilligt hatte. Am Abend blockierten rund 20.000 Demonstrierende vor dem Parlament in Tiflis den Verkehr und riefen: „Nein zum russischen Gesetz!“ Hunderte Polizisten waren im Einsatz.

Die Demonstrierenden stellten den Behörden ein Ultimatum, in dem sie die Rücknahme des Gesetzesentwurfs innerhalb einer Stunde forderten. Anschließend zogen sie weiter zum Büro von Ministerpräsident Irakli Kobachidse und forderten ein Treffen mit ihm, wie ein AFP-Journalist sah.

Auch in weiteren Städten des Landes fanden Protestkundgebungen statt, darunter in der zweitgrößten georgischen Stadt Batumi, wie die Nachrichtenagentur Interpress berichtete.

Hürde für Auslandsfinanzierung

Zuvor hatte das Parlament das Gesetz zur „ausländischen Einflussnahme“ in erster Lesung angenommen. Der Gesetzesentwurf sieht vor, dass sich Organisationen, die zu mindestens 20 Prozent aus dem Ausland finanziert werden, behördlich registrieren lassen müssen. Kritiker sehen Parallelen zum Gesetz gegen „ausländische Agenten“ in Russland, das es den dortigen Behörden erlaubt, gegen kritische Medien und Organisationen vorzugehen.

Erstmals seit der Öffnung des Hafens von Aschdod in Südisrael für Hilfslieferungen in den Gazastreifen sind Hilfsgüter für das Küstengebiet über den Hafen abgewickelt worden. Acht Transporter mit Mehl seien dort kontrolliert und dann in den Gazastreifen gebracht worden, teilte die israelische Armee heute Abend mit.

Die Lkws des Welternährungsprogramms (WFP) seien allerdings über den Grenzübergang Kerem Schalom im Süden in das Küstengebiet gefahren – nicht über Eres im Norden des Gazastreifens, dessen Öffnung Israel ebenfalls jüngst angekündigt hat. Kerem Schalom wird schon länger für Hilfslieferungen genutzt.

USA forderten Ausweitung der humanitären Hilfe

Die USA hatten angesichts der katastrophalen humanitären Lage im Gazastreifen jüngst ihren Verbündeten Israel zur raschen Ausweitung der humanitären Hilfe für die Zivilbevölkerung aufgefordert. Das israelische Kriegskabinett beschloss daraufhin Anfang April, den Grenzübergang Eres sowie vorübergehend den Hafen von Aschdod für Hilfslieferungen zu öffnen.

Der Grenzübergang Eres würde eine einfachere Versorgung der besonders von Lebensmittelmangel betroffenen Zivilbevölkerung im Norden ermöglichen. Dieser neue Zugang soll israelischen Angaben zufolge den Druck auf den bestehenden Übergang Kerem Schalom verringern. Es gab am Mittwoch keine Angaben dazu, wann Eres für Hilfslieferungen geöffnet werden könnte.

Bei einem Angriff aus dem Libanon sind im Norden Israels zahlreiche Menschen verletzt worden. Mindestens 14 Soldaten hätten Verletzungen erlitten, teilte das Militär heute mit. Sechs von ihnen seien schwer verletzt worden.

Israelische Medien berichteten unter Berufung auf eine behandelnde Klinik, es seien insgesamt 18 Menschen verletzt worden. Eine Person befinde sich in kritischem Zustand. Laut der Times of Israel sollen unter den Opfern vier Zivilisten sein.

Das Geschoß sei in dem Beduinendorf Arab al-Aramsche eingeschlagen, hieß es von der Armee weiter. Israelischen Medien zufolge traf es dort ein Gemeindezentrum. Der von der proiranischen Schiitenmiliz Hisbollah im Libanon kontrollierte Fernsehsender al-Manar berichtete, es sei ein Gebäude beschossen worden, in dem sich israelische Soldaten aufgehalten hätten.

Israels Armee habe eine Reihe von Raketenstarts aus dem Nachbarland Richtung Arab al-Aramsche identifiziert und die Abschussorte angegriffen, teilte das Militär weiter mit. Die Armee habe zudem unter anderem Militärstützpunkte der Hisbollah im Südlibanon attackiert. Zuvor war es auch schon zu gegenseitigem Beschuss gekommen.

Die seit Herbst 2020 in der zwischen Aserbaidschan und Armenien umstrittenen Kaukasus-Region Bergkarabach stationierten russischen Soldaten haben mit ihrem Rückzug begonnen. „Ja, das stimmt“, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow heute zu entsprechenden Berichten aserbaidschanischer Medien.

Diese hatten einen Berater von Aserbaidschans Staatschef Ilham Alijew mit den Worten zitiert, dass der Abzug der russischen Truppen begonnen habe. Der Abzug der russischen Truppen sei „auf höchstem Niveau“ zwischen Baku und Moskau vereinbart worden, sagte Präsidentenberater Hikmet Hadschijew den Medienberichten zufolge. „Der Prozess hat begonnen.“

Die ehemaligen Sowjetrepubliken Aserbaidschan und Armenien streiten seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion im Jahr 1991 um Bergkarabach, das völkerrechtlich zu Aserbaidschan gehört. Im Herbst 2020 hatten sie einander wochenlang heftige Kämpfe geliefert, mehr als 6.500 Menschen wurden getötet. Anschließend entsandte Russland eine rund 2.000 Soldaten umfassende Truppe, um die zwischen beiden Seiten vereinbarte Waffenruhe zu überwachen.

Im September vergangenen Jahres brachte Aserbaidschan Bergkarabach in einer großangelegten Militäroffensive komplett unter seine Kontrolle. Fast alle der ehemals rund 120.000 armenischen Bewohnerinnen und Bewohner von Bergkarabach flüchteten nach Armenien.

EU

Der EU-Gipfel, der heute in Brüssel begonnen hat, dürfte den Weg für neue EU-Sanktionen gegen den Iran bereiten. Laut neuestem Entwurf der Schlussfolgerungen wolle die EU „weitere restriktive Maßnahmen gegen den Iran ergreifen, insbesondere betreffend Drohnen und Raketen“.

Der französische Präsident Emmanuel Macron machte bereits vor Gipfelbeginn einen konkreten Sanktionsvorschlag. Demnach sollen iranische Hersteller von Drohnen und Raketen mit Strafmaßnahmen belegt werden. Weniger konkret gab sich der deutsche Kanzler Olaf Scholz: „Wir haben schon viele Schritte unternommen, um den Iran zu sanktionieren.“

Revolutionsgarden als Terrororganisation?

Zur Frage, ob auch die iranischen Revolutionsgarden als Terrororganisation eingestuft werden sollten, sagte Scholz: „Es gibt bereits Sanktionslistungen dieser Kräfte. Nun geht es darum, ob wir noch einen weiteren Schritt machen können.“ Der belgische Premierminister Alexander De Croo sprach sich klar dafür aus, dass die iranischen Revolutionsgarden auf die Sanktionslisten kommen.

Spaniens Regierungschef Pedro Sanchez sagte, eine Eskalation müsse vermieden werden. Er verurteilte den iranischen Angriff auf Israel und forderte erneut einen Waffenstillstand, um u. a. Hilfe im Gazastreifen zu ermöglichen. Er erneuerte seine Forderung nach einer Friedenskonferenz. Der irische Regierungschef Simon Harris ermutigte dann andere Staaten dazu, einen palästinensischen Staat anzuerkennen.

Für Österreich nahm Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) teil. Er hatte gestern im EU-Hauptausschuss des Nationalrats in Wien angesichts der Sorge vor einem Flächenbrand in der Nahost-Region dazu aufgerufen, „Rationalität zu bewahren“.

Angriff „aufs Schärfste“ verurteilt

„Der Europäische Rat verurteilt den iranischen Angriff auf Israel aufs Schärfste und bekräftigt seine uneingeschränkte Solidarität mit dem israelischen Volk sowie sein Engagement für die Sicherheit Israels und für regionale Stabilität“, hieß es im neuesten Entwurf der Schlussfolgerungen. Der Iran und seine Proxies (Verbündete wie die Hisbollah im Libanon und Huthis im Jemen, Anm.) werden dazu aufgefordert, „alle Angriffe einzustellen“.

Ein von den EU-Staats- und Regierungschefs angestoßener Bericht zum europäischen Binnenmarkt sieht unter anderem eklatante Lücken in Europas Bahnverbindungen. In dem heute veröffentlichten Bericht heißt es etwa, das „eklatanteste Paradoxon“ der EU-Infrastruktur sei, dass es unmöglich sei, mit Hochgeschwindigkeitszügen zwischen europäischen Hauptstädten zu reisen.

Der ehemalige italienische Regierungschef und Autor des Berichts, Enrico Letta, präzisierte, die einzige Ausnahme sei die Achse Brüssel – Paris – Amsterdam. „Ich wollte das nur hervorheben, weil ich es völlig absurd fand, dass ich zwischen den europäischen Hauptstädten mit dem Flugzeug reisen musste“, so Letta.

Er sieht darin ein Beispiel dafür, dass der europäische Binnenmarkt besser funktionieren könnte. Der Bericht soll nun auf dem EU-Gipfel in Brüssel von den Staats- und Regierungschefs diskutiert werden.

Ukraine-Krieg

Nach monatelanger Blockade von US-Hilfen für die Ukraine steht eine Abstimmung über ein neues Hilfspaket im US-Repräsentantenhaus offenbar kurz bevor. Der Vorsitzende der Kammer, Mike Johnson, sagte, er erwarte ein Votum am Samstagabend (Ortszeit).

Der mächtige Kontrollausschuss veröffentlichte heute die Gesetzesentwürfe, über die nun abgestimmt werden soll. Diese spiegeln weitgehend einen bereits vorhandenen Vorschlag wider. Allerdings soll in Johnsons Entwurf ein Teil der Hilfen für die Ukraine in ein Darlehen umgewandelt werden.

Bei Zustimmung noch Senat am Zug

Im Falle einer Zustimmung wäre noch der Senat am Zug. Es gilt als wahrscheinlich, dass die von den Demokraten geführte Kammer das Vorhaben unterstützt. US-Präsident Joe Biden teilte kurz nach Veröffentlichung der Gesetzesentwürfe mit, dass er das Paket unterstütze. „Das Repräsentantenhaus muss das Paket diese Woche verabschieden, und der Senat sollte schnell Folge leisten“, hieß es in einer Mitteilung des Weißen Hauses. Biden werde das Gesetz sofort unterschreiben.

Eigentlich hatte der Senat bereits im Februar für ein von Biden beantragtes milliardenschweres Hilfspaket votiert. Dieses sah rund 60 Milliarden US-Dollar an Unterstützung für die Ukraine, rund 14 Milliarden US-Dollar für Israel sowie Milliardenhilfen für Taiwan und andere Partner im Indopazifik vor.

Die Zustimmung der zweiten Kammer, des Repräsentantenhauses, stand noch aus – dort haben die Republikaner eine knappe Mehrheit. In der Kammer kam es wegen parteiinterner Machtkämpfe bei den Republikanern bisher nicht zur Abstimmung.

Bei einem russischen Raketenangriff auf die nordukrainische Stadt Tschernihiw sind nach Behördenangaben mindestens 17 Menschen getötet worden. Mehr als 60 Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt seien bei dem Raketenangriff verletzt worden, teilte Innenminister Ihor Klymenko heute via Telegram mit.

Laut dem Regionalkrankenhaus von Tschernihiw wurden dort mindestens 18 bei dem Angriff verletzte Menschen behandelt. Weitere verletzte Zivilisten seien in andere Krankenhäuser gebracht worden. Die Bevölkerung wurde aufgefordert, Blut zu spenden.

Regionalgouverneur Wjatscheslaw Tschaus sprach zuvor von drei Raketen, die in der Nähe des Zentrums der Hauptstadt der gleichnamigen Region eingeschlagen seien. Bürgermeister Olexandr Lomako sagte, dass es kurz nach 9.00 Uhr Ortszeit drei Explosionen in einem belebten Teil der Stadt gegeben habe. Mehrere Gebäude, darunter ein mehrstöckiges Haus, soziale Einrichtungen und Privatautos seien beschädigt worden.

Zerstörtes Gebäude in Tschernihiv
Reuters/Valentyn Ogirenko

Selenskyj fordert von Westen mehr Luftabwehr

Präsident Wolodymyr Selenskyj forderte vor dem Hintergrund des Angriffs auf Tschernihiw mehr Flugabwehr von den westlichen Partnern. „Das wäre nicht passiert, wenn die Ukraine ausreichend Flugabwehr erhalten hätte und wenn die Welt entschlossen genug gewesen wäre, dem russischen Terror entgegenzutreten“, teilte Selenskyj mit.

In den vergangenen Wochen hat Russland seine Angriffe auf ukrainische Städte intensiviert und wieder verstärkt den Energiesektor des Landes sowie andere kritische Infrastrukturen ins Visier genommen. Russland bestreitet, Zivilisten anzugreifen, obgleich seit Beginn der Invasion im Februar 2022 Hunderte Zivilisten getötet wurden.

Inland

Die Psychotherapieausbildung wandert an die Universitäten. Den entsprechenden Beschluss des Nationalrats vereinbarten heute Abend alle Fraktionen außer der SPÖ. Sie kritisiert die Limitierung der Studienplätze sowie die Tatsache, dass in der dritten Studienphase weiter Gebühren zu leisten sein werden.

Bisher fand die Ausbildung abseits der Unis statt und verursachte Kosten zwischen 25.000 und 50.000 Euro, wie Sozialminister Johannes Rauch (Grüne) ausführte. Nunmehr werde sie aus dem Umfeld der Vereinsebene an Unis und Fachhochschulen geführt, betonte Grünen-Gesundheitssprecher Ralph Schallmeiner. Zudem seien Bachelor und Master kostenfrei, lobte ÖVP-Mandatar Josef Smolle.

SPÖ sieht zu geringes Angebot

Zur Verfügung stehen werden pro Jahr 500 Plätze – zu wenig, wie der geschäftsführende SPÖ-Klubchef Philip Kucher befand. Alleine im Vorjahr haben sich in das Berufsregister knapp 600 Personen eingetragen, für die SPÖ Beleg dafür, dass das Angebot zu gering sein werde. Beantragt wurde daher, auf Beschränkungen zu verzichten.

Die SPÖ wies auch darauf hin, dass die dritte Studienphase erst wieder Kosten verursachen werde, und zwar bis zu 20.000 Euro. Seitens der ÖVP wurde repliziert, dass während dieser auch schon gearbeitet werden dürfe, womit die Auszubildenden ein Einkommen erhielten und so die Finanzierung erleichtert werde.

Über die Kosten nicht allzu begeistert war die FPÖ, insgesamt begrüßte man aber die überfällige Reform. Auch NEOS sprach von einem wichtigen Schritt, um Kostenaufwand und Qualität zu verbessern.

Im Nationalrat ist heute der Beitritt Österreichs zum Internationalen Impfstoffinstitut beschlossen worden. Das 1997 auf Betreiben der UNO gegründete International Vaccine Institute (IVI) mit Hauptsitz im südkoreanischen Seoul hat seit vergangenem Jahr eine Niederlassung in Wien. Die FPÖ, die gegen den Beitritt stimmte, nutzte die Debatte für eine neuerliche Abrechnung mit den Maßnahmen während der Coronavirus-Pandemie.

Für Unverständnis sorgte das bei den anderen Parteien. Impfungen gehörten zu den größten Errungenschaften der vergangenen Jahrhunderte, sagte die ÖVP-Abgeordnete Juliane Bogner-Strauß. Mario Lindner von der SPÖ betonte, dass den gesundheitspolitischen Herausforderungen nicht allein, sondern nur mit internationaler Zusammenarbeit begegnet werden könne. Auch NEOS-Mandatarin Fiona Fiedler unterstrich die Wichtigkeit von Forschung und internationaler Zusammenarbeit.

Kritik an Kosten

Durch die Teilnahme erhofft man sich einen Vorteil bei der Bekämpfung von Infektionskrankheiten und zukünftigen Pandemien. Entsprechend positiv beurteilten die Mitgliedschaft alle Parteien bis auf die FPÖ.

Die FPÖ kritisierte die anfallenden Kosten für die Mitgliedschaft und durch den Amtssitz des Instituts in Österreich. Österreichs jährlicher Mitgliedsbeitrag an das Institut beträgt laut Regierung voraussichtlich rund 800.000 Euro.

Wirtschaft

US-Präsident Joe Biden will die US-Zölle für bestimmte Stahl- und Aluminiumimporte aus China verdreifachen. Er habe seine Handelsbeauftragte darum gebeten, die entsprechenden Schritte dafür zu veranlassen, teilte das Weiße Haus heute in Washington mit. Amerikanische Arbeitnehmer seien wegen des Imports chinesischer Produkte unfairer Konkurrenz ausgesetzt, hieß es in der Mitteilung. Die Produkte gehörten zudem zu den emissionsintensivsten der Welt.

Der aktuelle Durchschnitt der Zölle liegt bei 7,5 Prozent – dieser Satz stammt noch aus der Präsidentschaft von Bidens Vorgänger, dem Republikaner Donald Trump.

Chinas Handelspraktiken im Schiffsbau im Fokus

Das Büro der Handelsbeauftragten Katherine Tai kündigte zudem an, dass aufgrund einer Petition von fünf US-Gewerkschaften eine Untersuchung chinesischer Handelspraktiken im Schiffsbau, in der Schifffahrt und im Logistiksektor eingeleitet werde. Stahl stellt besonders im Schiffbau eine kritische Komponente dar.

„Die Petition enthält schwerwiegende und besorgniserregende Vorwürfe über die langjährigen Bemühungen der Volksrepublik China, die Schifffahrts-, Logistik- und Schiffbausektoren zu dominieren“, teilte Tai mit. Die Vorwürfe spiegelten wider, was bereits in anderen Sektoren bekannt sei – nämlich dass China „eine breite Palette nicht marktorientierter Richtlinien und Praktiken“ anwende, „um den fairen Wettbewerb zu untergraben“.

Trotz eines US-Urteilsspruchs gegen ein milliardenschweres Gehaltspaket für Tesla-Chef Elon Musk will das Elektroautounternehmen seinen Aktionären das Vorhaben erneut zur Zustimmung vorlegen.

Der Tesla-Verwaltungsrat erklärte heute in einer Mitteilung an die US-Börsenaufsichtsbehörde SEC, er stehe weiterhin hinter diesem Paket, das vor sechs Jahren beschlossen worden war und nach damaliger Kalkulation einen Wert von 56 Milliarden Dollar (etwa 52,5 Mrd. Euro) hat.

Vergütung in Form von Aktien

Eine Richterin im US-Bundesstaat Delaware, wo Tesla registriert ist, hatte das Gehaltspaket Ende Jänner für ungültig erklärt. Musk und Tesla hätten nicht zeigen können, dass die vereinbarte Entlohnung „fair“ sei, erklärte die Richterin. Auch befand sie, dass die Aktionäre „falsche“ Informationen vom Verwaltungsrat über das Paket erhalten hätten.

Das Gehaltspaket war 2018 vom Verwaltungsrat verabschiedet und damals auch von der Aktionärsversammlung gebilligt worden. Es sieht die Vergütung Musks in Form von Aktien vor, wenn bestimmte Unternehmensziele in einem Zeitraum von zehn Jahren erreicht werden.

Mehr als 14.000 Stellen gestrichen

Die Vorschläge des Verwaltungsrats kommen inmitten einer schwierigen Phase für Tesla. Die Aktie des Unternehmens ist im laufenden Jahr um 37 Prozent abgerutscht. Anfang April hatte das Unternehmen mitgeteilt, dass sein Absatz im ersten Quartal um mehr als acht Prozent gesunken sei.

Auch die Produktion ging den Angaben zufolge um 1,6 Prozent zurück. Am Montag kündigte Musk die Streichung von mehr als zehn Prozent der derzeit weltweit 140.000 Stellen an.

Wegen eines Softwarefehlers hat Mercedes-Benz weltweit rund 261.000 Fahrzeuge zurückgerufen. Betroffen sind die SUV-Modelle GLE und GLS aus den Baujahren 2018 bis 2023, wie aus einem heute in der Datenbank des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) veröffentlichten Rückruf hervorgeht. Erst in der vergangenen Woche hatte das KBA einen Mercedes-Rückruf von weltweit rund 341.000 Fahrzeugen der Modelle GLE und GLS wegen einer möglichen Brandgefahr veröffentlicht.

Ein Softwarefehler im Steuergerät des Getriebes könne zum Motorausfall führen, wodurch sich die Unfallgefahr erhöhe, hieß es in dem Rückruf. Ein Sprecher des Stuttgarter Autobauers teilte auf Anfrage mit, dass der Sachverhalt keine Auswirkungen auf die Lenk- und Bremssysteme des Fahrzeugs habe. Mercedes-Benz seien diesbezüglich weder Sach- noch Personenschäden bekannt. Als vorsorgliche Maßnahme werde die Software bei den betroffenen Fahrzeugen aktualisiert.

Seit Jahresbeginn hat Mercedes damit über eine Million Fahrzeuge in die Werkstätten zurückgeholt. Im März waren über eine halbe Million Rechtslenker wegen Problemen mit der Lenksoftware betroffen, im Februar waren es 250.000 Autos, bei denen bestimmte Sicherungen nicht den Anforderungen entsprachen.

IT

Der humanoide Roboter Atlas, der vor elf Jahren von Boston Dynamics präsentiert wurde, geht in Pension. Er verabschiedet sich mit einem gestern veröffentlichten YouTube-Video. Seine Geschichte dokumentiert zahlreiche Erfolge. Bei seinem Debüt 2013 galt Atlas als fortschrittlichster humanoider Roboter.

Er konnte sicher auf Balken balancieren, Gewichte heben, Purzelbäume schlagen, Saltos machen, Hindernisse überwinden und sogar tanzen. Mit Atlas geht eine Ära zu Ende. Das Abschiedsvideo zeigt ihn auch bei seinen spektakulären Hinfallern.

Kommerziell eingesetzt wurde Atlas nie, obwohl er zuletzt mit speziellen Greifern ausgestattet wurde und eine moderne Objekterkennung spendiert bekam. Inzwischen ist er zum Fossil geworden, nicht zuletzt aufgrund seiner Hydraulik, die viel Lärm erzeugt.

Für den kommerziellen Einsatz hat Boston Dynamics ohnehin andere Roboter im Programm, etwa den vierbeinigen Roboterhund Spot, der sich für Inspektions- und Sicherheitsaufgaben andient, sowie den Logistikroboter Stretch, der in Lagerhäusern Pakete stapelt.

Videos schauen und dafür bezahlt werden: Eine neue Funktion auf der Onlineplattform TikTok könnte nach Einschätzung der EU-Kommission für eine erhöhte Suchtgefahr bei Minderjährigen sorgen.

Brüssel forderte das Unternehmen heute auf, zusätzliche Informationen zu den Risiken für „den Schutz Minderjähriger und die psychische Gesundheit der Nutzenden“ zu liefern. TikTok muss nun Maßnahmen vorlegen, um die Risiken zu vermeiden.

Die Videoplattform hatte im April die neue App TikTok Lite eingeführt, die in Europa bisher in Frankreich und Spanien verfügbar ist. Die Version enthält ein Punktesystem: Wer sich anmeldet, mehrere Stunden Videos schaut oder Freunde zu TikTok einlädt, wird mit digitalen Münzen belohnt. Die Punkte können gegen geringe Beträge in Form von Gutscheinen getauscht werden, etwa für den Onlinehändler Amazon.

Die EU-Kommission erklärte, die Funktion könne möglicherweise das Suchtverhalten insbesondere bei Minderjährigen ankurbeln. Wer sich bei der neuen App anmelden will, muss offiziell mindestens 18 Jahre alt sein. Brüssel verlangt von TikTok nun Maßnahmen, die verhindern sollen, dass sich Minderjährige unter Angabe eines falschen Geburtsdatums trotzdem anmelden.

TikTok teilte mit, das Unternehmen stehe „bereits in direktem Kontakt mit der EU-Kommission“ und werde auf die Anfragen der Behörde antworten.

Chronik

Bei der heutigen Ziehung von Lotto „6 aus 45“ sind folgende Gewinnzahlen ermittelt worden:

14 17 18 28 37 44/Zusatzzahl: 5

Die richtigen LottoPlus-Zahlen:

3 14 21 38 40 45

Die richtige Joker-Zahl:

2 6 1 2 0 5

Alle Angaben ohne Gewähr

Ein starkes Erdbeben hat den Westen Japans erschüttert. Örtlichen Medien zufolge kamen mehrere Menschen nach Stürzen infolge der Erschütterung der Stärke 6,6 ins Krankenhaus. Eine Tsunami-Gefahr bestehe aber nicht, gab die nationale Wetterbehörde bekannt. Sie hatte die Stärke zunächst mit 6,4 angegeben. Das Erdbeben ereignete sich heute vor Shikoku, der kleinsten der japanischen Hauptinseln.

Erdbeben in Japan am 17.4.2024. Das Epizentrum ist als roter Punkt gekennzeichnet. Intensitätslinien zeigen Stärke nach Modified Mercalli Intensity (MMI).

In der betroffenen Präfektur Ehime stürzten nach Angaben der Behörden mehrere Menschen und kamen mit leichten Verletzungen ins Krankenhaus. Größere Schäden wurden jedoch zunächst nicht gemeldet. Auch ein Atomkraftwerk in der Region laufe normal weiter, hieß es. In einzelnen Geschäften seien Waren aus den Regalen gefallen, berichtete der japanische Fernsehsender NHK.

Der Erdbebenherd lag in einer Meerenge zwischen den beiden Hauptinseln Kyushu und Shikoku in etwa 50 Kilometern Tiefe. Japan gehört zu den Ländern mit der höchsten Erdbebengefahr.

Science

Nach mehr als drei Jahren auf dem Mars hat der Minihubschrauber „Ingenuity“ seine letzte Botschaft zur Erde geschickt.

Wie die US-Raumfahrtbehörde NASA mitteilte, ging nach einem „langen Abschied“ von dem überraschend langlebigen Gerät gestern (Ortszeit) der letzte Datensatz im Kontrollzentrum ein. „Ingenuity“ werde aber auf dem Mars bleiben und weiter Daten sammeln, „die künftigen Erforschern des Roten Planeten zugutekommen könnten“.

Rendering des Mars-Minihubschraubers „Ingenuity“
AP/Science Photo Library/Mark Garlick

Der einer Drohne ähnelnde Hubschrauber war im Februar 2021 zusammen mit dem Rover „Perseverance“ auf dem Roten Planeten gelandet und unterstützte diesen als „Aufklärer aus der Luft“ bei der Suche nach Anzeichen für mögliches Leben auf dem Mars.

Im April 2021 absolvierte „Ingenuity“ seinen ersten Flug – eine Premiere in der Geschichte der Raumfahrt. Im Jänner meldete die NASA, das Fluggerät habe Schäden „an einem oder mehreren“ Rotorblättern erlitten und könne nun nicht mehr fliegen.

Zu Beginn der Mission wurde als Ziel für den nur 1,8 Kilogramm schweren Hubschrauber ausgegeben, innerhalb von 30 Tagen fünf Flüge auf dem Mars zu absolvieren. Letztlich gelangen dann aber 72 Flüge in fast drei Jahren. Die Langlebigkeit des kleinen Fluggeräts übertraf insgesamt aber alle Erwartungen. Er trotzte Staubstürmen, tückischem Gelände, einem toten Sensor und den eisigen Temperaturen auf dem Mars.