Ausland

Russlands Behörden erschweren Nichtregierungsorganisationen nach Darstellung der Menschenrechtsgruppe Amnesty International zunehmend die Arbeit. „Die Arbeit der unabhängigen Zivilgesellschaft gegen gesellschaftliche Missstände oder staatliche Willkür soll schon im Keim erstickt werden“, kritisiert der Amnesty-Generalsekretär in Deutschland, Markus Beeko. Auch in anderen Ländern wie Ungarn, Ägypten oder Indien sieht die Organisation einem neuen Bericht zufolge diesen Trend.

Seit 2012 müssen sich Nichtregierungsorganisationen (NGO) in Russland als „ausländische Agenten“ registrieren, wenn sie sich mit Geld aus dem Ausland finanzieren. Ohne Registrierung drohen Strafzahlungen und Schließung. Bislang befinden sich mehr als 70 Organisationen auf der Liste des russischen Justizministeriums. Für viele kommt das einem Stigma gleich, weil das Wort „Agent“ im Russischen negativ besetzt ist. Somit wird ihnen die Arbeit enorm erschwert

US-Präsident Donald Trump hat betont, der Umgang mit dem erwarteten Abschlussbericht zu den Russland-Ermittlungen liege allein in der Hand des neuen Justizministers William Barr. Die Entscheidung, was weiter mit den Ergebnissen des Sonderermittlers Robert Mueller geschehe, liege voll und ganz bei Barr, sagte Trump gestern in Washington und fügte hinzu: „Er ist ein prima Kerl.“

Das Team um Mueller geht seit fast zwei Jahren der Frage nach, ob es bei den mutmaßlich russischen Versuchen der Einflussnahme auf die Präsidentschaftswahl 2016 geheime Absprachen zwischen Moskau und Trumps Wahlkampflager gab. Bereits mehrere Personen aus Trumps direkten Umfeld wurden in den Untersuchungen beschuldigt und zum Teil verurteilt.

Das Justizministerium hat die Aufsicht über die Untersuchungen. Mueller soll seine Ermittlungsergebnisse vertraulich an den Justizminister übergeben. Der kann dann entscheiden, welche Informationen daraus er an den US-Kongress weiterreicht. Ob und wie die Resultate auch der Öffentlichkeit zugänglich werden, ist unklar. Barr hatte zuletzt offen gelassen, wie genau er hier vorgehen will.

CNN: US-Justiz vor Abschluss von Russland-Ermittlungen

Der US-Fernsehsender CNN berichtete zuvor unter Berufung auf nicht näher genannte Insider, das Justizministerium rechne bereits in der kommenden Woche mit einem Abschluss von Muellers Arbeit. Das Justizministerium und Muellers Büro lehnten Stellungnahmen zu dem CNN-Bericht ab.

Der US-Senat hatte den von Trump vorgeschlagenen Barr erst in der vergangenen Woche als neuen Justizminister bestätigt. Er folgte auf Jeff Sessions, den Trump im November aus dem Amt gedrängt hatte. Wie zuletzt bekanntgeworden war, tauscht Trump auch VizeJustizminister Rod Rosenstein aus. Der Präsident hatte sich wegen der Aufsicht über die Russland-Ermittlungen sowohl über Sessions als auch über Rosenstein beklagt.

Zahlreiche Zivilisten und Familienangehörige von IS-Kämpfern haben gestern die letzte Bastion der Dschihadisten in Syrien verlassen können. Etwa 2.000 Menschen seien auf Lastwagen aus dem Gebiet gebracht worden, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Der Großteil seien Zivilisten und Familienangehörige von IS-Kämpfern gewesen. Aber auch 150 Kämpfer sollen darunter gewesen sein.

Lastwagen in Syrien
APA/AFP/Delil Souleiman

Etwa 30 Lastwagen der kurdisch geführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) verließen den umzingelten Ortsteil von Baghus im Osten Syriens. Auch Kinder saßen auf den Ladeflächen, die Gesichter erschöpft und staubig. Die Fahrzeuge fuhren zunächst in Richtung eines improvisierten Lagers der kurdischen Kämpfer.

Irak verkündete bereits 2018 Sieg über IS

Die Syrischen Demokratischen Kräfte haben nach eigenen Angaben rund 500 IS-Kämpfer in dem Ort Baghus am Euphrat umzingelt. Er gilt als der letzte vom IS kontrollierte Ort in Syrien. Im benachbarten Irak hatte die irakische Regierung bereits im vergangenen Jahr den Sieg über die Terrormiliz verkündet. Allerdings kommt es auch dort weiterhin zu Anschlägen.

Ein SDF-Sprecher sagte, die von den USA angeführte Anti-IS-Koalition fliege weiter Luftangriffe auf die Verstecke der Dschihadisten. Bereits am Dienstag hatten rund 30 Personen das noch von den IS-Kämpfern gehaltene Gebiet verlassen können. Die UNO-Hochkommissarin für Menschenrechte, Michelle Bachelet, hatte zuvor ihre Sorge geäußert, dass Hunderte Zivilisten als menschliche Schutzschilde missbraucht würden.

„Europa hat in Asien schon viel verpasst.“ So umriss Außenministerin Karin Kneissl (FPÖ) während ihres Besuchs in Bangladesch die Motivation für ihre neuntägige Südasienreise, die sie heute weiter nach Nepal führt. China sei etwa vom „Imitator“ westlicher Wirtschaftskonzepte zu einem Marktführer aufgestiegen. Nun gelte es, ähnliche Entwicklungen nicht wieder zu verschlafen.

Daher müsse Österreich versuchen, in – zumindest im Vergleich mit China – kleineren Ländern wie eben Bangladesch rechtzeitig Kooperationen aufzubauen. Zwar gelte Bangladesch immer noch als „Armenhaus“, dabei habe das Land große Fortschritte gemacht. Außenminister Abdul Momen freute sich über die „Win-Win-Situation“: „Österreichische Unternehmen können investieren, und wir bieten einen Markt mit über 160 Millionen Menschen.“

Kneissl hofft auf Kooperation mit Nepal

Auch in Nepal sollen bei einem Dinner künftige Optionen für eine bilaterale Wirtschaftskooperation ausgelotet werden. Das Handelsvolumen mit Nepal war 2018 mit hochgerechneten 6,5 Millionen Euro eher bescheiden. In den ersten zehn Monaten 2018 wurden Waren im Wert von 3,2 Millionen Euro exportiert und 2,1 Millionen Euro importiert.

Für März 2019 ist der Besuch einer Mission der Wirtschaftskammer geplant. Das Wirtschaftswachstum lag 2018 bei 6,3 Prozent. Durch die offene Grenze zu Indien und die enge wirtschaftliche Verflechtung mit seinem großen Nachbarn profitiert Nepal überdurchschnittlich vom Wirtschaftsboom Indiens.

Die venezolanische Regierung hat gestern sämtliche Häfen des Landes für auslaufende Schiffe gesperrt. Bis zum 24. Februar dürften keine Schiffe mehr die Häfen verlassen, heißt es in einer Anweisung der Streitkräfte, die der Nachrichtenagentur AFP in Caracas vorlag.

In dem Dokument werden Sicherheitsgründe für die Maßnahme angeführt. Mit der Blockade, die „für alle Häfen“ gelte, will die Regierung offenbar verhindern, dass die Hilfslieferungen der USA ins Land gelangen.

Zuvor hatte Verteidigungsminister Vladimir Padrino erklärt, dass die Armee an allen Landesgrenzen im Alarmzustand sei. Auch die Luft- und Seegrenze zu den vorgelagerten niederländischen Antilleninseln Aruba, Bonaire und Curacao sei geschlossen.

Die Opposition will ab dem 23. Februar Hilfslieferungen für die notleidende Bevölkerung ins Land holen. In einem Lager der kolumbianischen Grenzstadt Cucuta warten Hilfslieferungen aus den USA darauf, nach Venezuela gebracht zu werden. Weitere internationale Hilfe, darunter auch aus Frankreich, sollen über Brasilien und Curacao ins Land kommen.

EU

Die EU-Staaten haben sich auf einen Fahrplan zur personellen Aufstockung der EU-Grenzschutzagentur Frontex geeinigt. Die Zahl der Grenzschützer soll bis 2024 auf 7.000 ausgebaut werden. Dann soll nach einer Prüfung ein weiterer Ausbau auf „bis zu 10.000“ Grenzschützer bis 2027 folgen. Das beschlossen die EU-Botschafter gestern in Brüssel.

Derzeit hat Frontex 643 permanente Mitarbeiter. Der ursprüngliche Plan der EU-Kommission, die Zahl der Grenzschützer bereits bis 2020 auf 10.000 aufzustocken, wurde unter österreichischer EU-Ratspräsidentschaft im vergangenen Halbjahr verworfen. Das Mandat von Frontex wurde im Dezember auf Drittstaaten erweitert, ohne dass damals bereits Einigung über die personelle Aufstockung erzielt wurde. Die Vorarbeiten des österreichischen EU-Vorsitzes seien nunmehr von mehreren EU-Staaten gewürdigt worden, hieß es.

Gespräche mit EU-Parlament stehen bevor

Der Beschluss der EU-Staaten gilt vorerst nur als Verhandlungsmandat für Gespräche mit dem EU-Parlament, das in dieser Frage mitentscheidet. Noch am 27. Februar wolle die rumänische EU-Ratspräsidentschaft eine erste Verhandlungsrunde mit dem EU-Parlament organisieren, hieß es in Ratskreisen.

Die Frontex-Grenzschützer sollen Exekutivbefugnisse haben. Für einen Einsatz an der Grenze sei das Einverständnis des Gastlandes notwendig. Die EU-Grenzschützer sollen dem EU-Land assistieren, in dem sie dann stationiert sind.

Inland

Im Eurofighter-Untersuchungsausschuss muss morgen erneut der frühere Verteidigungsminister und scheidende burgenländische Landesrat Norbert Darabos (SPÖ) als Zeuge aussagen. Darabos verantwortete 2007 den Vergleich mit dem Flugzeughersteller, was ihm im zweiten U-Ausschuss 2017 viel Kritik und Untreueermittlungen der Staatsanwaltschaft einbrachte.

Auch zwei weitere Auskunftspersonen sind geladen: Erika Schild war Mitarbeiterin einer Firma, die von EADS mit der Anbahnung und Vermittlung von Gegengeschäften in Österreich beauftragt worden war. Sie hatte ebenfalls schon im zweiten Ausschuss ausgesagt. Dritter geladener Zeuge ist Markus Schön. Er ist der Sohn des Rüstungslobbyisten Walter Schön, der zuletzt nicht im Ausschuss erschienen war und mit einer Beugestrafe belegt wurde.

In Österreich spielen beim Erstarken von Populismus weniger die soziale und wirtschaftliche Lage eine Rolle als vielmehr „kulturelle Faktoren“. Zu diesem Schluss kommt zumindest eine gestern veröffentlichte Studie des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses, die Populismus in Regionen abseits von Großstädten unter die Lupe genommen hat.

Klagenfurt-Villach und NÖ-Süd untersucht

Dafür wurden insgesamt acht Gebiete untersucht, in denen populistische Parteien bei jüngsten nationalen Wahlen besonders gut abschneiden konnten. Für Österreich waren das die Region Klagenfurt-Villach und Niederösterreich-Süd, zudem wurde die Situation in Frankreich, Italien und Polen untersucht. Die Regionen wurden auch nach ihrer Wirtschaftskraft ausgewählt: Eine der Regionen liegt beim Bruttoinslandsprodukt im EU-Durchschnitt oder darüber, eine darunter.

Unter anderem wurden für die Studie Wählerinnen und Wähler populistischer Parteien, in Österreich der FPÖ, zu Faktoren wie dem Vertrauen in die Politik, kultureller Offenheit, Euroskeptizismus und Religion befragt. Die Ergebnisse wurden mit wirtschaftlichen und demografischen Daten verschnitten und regional verglichen.

Für das im wirtschaftlichen Vergleich gut aufgestellte Österreich ergab sich dabei, dass beispielsweise der Wunsch des Schutzes traditioneller Werte und bestimmter Identitäten den Populismus mehr befeuern als sozioökonomische Fragen. Die beiden würden sich aber gegenseitig verstärken. Anders sieht die Lage laut der Studie etwa in Italien aus: Dort würde die wirtschaftliche Ungleichheit die größere Rolle spielen.

„Menschen werden nicht gehört“

Ein Trend zeige sich aber allerorts, so Studienkoautorin Assya Kavrakova heute in Brüssel: „Es fehlt an Vertrauen in die Institutionen, und es herrscht das Gefühl: Die Menschen werden nicht gesehen, nicht gehört und können sich nicht einbringen.“

Um dem entgegenzuwirken, müssen derzeit vernachlässigte Regionen dringend „zurückerobert“ werden. Es gelte, einen Dialog mit der Zivilgesellschaft zu beginnen und aufrechtzuerhalten. Die EU müsse „nicht nur zu den Menschen sprechen, sondern auch aktiv zuhören und den Dialog suchen“, so auch Arno Metzler, Präsident der Diversity Europe Group.

Im BUWOG-Prozess gegen Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser (FPÖ/parteilos) und andere konnte gestern dessen ehemaliger Pressesprecher und Kabinettschef Matthias Winkler als Zeuge wenig zur Aufklärung beitragen. Er verwies vielfach auf den langen Zeitraum von rund 15 Jahren, die der BUWOG-Verkauf und die Einmietung der Finanzbehörden in den Linzer Terminal Tower zurückliegen.

Von 2000 an Pressesprecher

Winkler war fast die ganze Zeit von Grassers Ministerperiode an dessen Seite im Ministerium: Ab März 2000 war er sein Pressesprecher, später zusätzlich auch noch Kabinettschef bis zum Ausscheiden Grassers aus dem Amt im Jänner 2007. Bei Fragen zu Inhalten habe er sich immer an die zuständigen Beamten oder Referenten gewandt, so Winkler: Er habe nur organisatorisch eine Schnittstellenfunktion gehabt, aber nicht inhaltlich.

Daher sei er auch in die beiden Causen nicht eingebunden gewesen, da seine Aufgabe die politisch-strategische Beratung des damaligen Ministers sowie die Pressearbeit gewesen sei.

Keine Kenntnis über Meischberger als „Gatekeeper“

Dass Ex-FPÖ-Generalsekretär Walter Meischberger ein „Gatekeeper“ zu Grasser gewesen sei, habe er nicht mitbekommen, so Winkler. Er könne mit dem Wort überhaupt wenig anfangen. Replik von Richterin Marion Hohenecker: „Gatekeeper ist auch kein tagesfüllender Beruf.“ Nichts anfangen konnte Winkler auch mit der Erklärung Meischbergers, er habe als strategischer Kommunikator „politische Landschaftspflege“ betrieben.

Hohenecker befragte Winkler dann zu einem der Belastungszeugen der Anklage aus dem Kabinett von Grasser, Michael Ramprecht. Laut Verteidigung belastet dieser den Ex-Minister nur deshalb, weil Grasser seinen Job nicht verlängert hatte. Winkler bestätigte, dass Ramprecht sehr erzürnt gewesen sei, man habe sich im Bösen getrennt.

Auch ehemalige Sekretärin befragt

Am Vormittag war die ehemalige Sekretärin von Grasser im Zeugenstand. Hohenecker konfrontierte sie mit einem Schreiben, das auf ihrem Computer im Büro gefunden worden war und laut Text von Grassers Schwiegermutter stammt. In dem Brief fragt Grassers Schwiegermutter, Marina Giori-Lhota, den damaligen und mittlerweile verstorbenen Raiffeisen-Oberösterreich-Generaldirektor Ludwig Scharinger, ob er für sie Veranlagungsmöglichkeiten für Immobilien wüsste, etwa Zinshäuser. Die Sekretärin versicherte, sie habe das bestimmt nicht geschrieben.

Der Prozess geht heute mit weiteren Zeugen aus dem Kabinett Grassers und dem Finanzministerium weiter.

Wirtschaft

In Niederösterreich ist ein Betreiber von Asylquartieren zahlungsunfähig geworden. Die Eder Beteiligungsverwaltungs GmbH betrieb 56 Asylquartiere und kümmerte sich auch um die Betreuung von Asylwerbern, teilten die Kreditschutzverbände AKV und KSV1870 gestern mit. 162 Gläubiger machen Forderungen von rund 5,7 Mio. Euro geltend. Dem stehen nach Firmenangaben 4,2 Mio. Euro Vermögen gegenüber.

Mehr dazu in noe.ORF.at

Alnatura ruft zwei Produkte zurück, in denen sich Teile von Apfelstielen befinden können. Betroffen sind das Alnatura Kinder-Bircher-Müsli (ab einem Jahr) mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum 2.11.2019 sowie die Alnatura Müslikekse (ab dem 15. Monat) mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum 4.9.2019. Das teilte die deutsche Biolebensmittelfirma gestern mit.

Andere Müslis bzw. Kekse von Alnatura oder solche mit einem anderen Mindesthaltbarkeitsdatum seien von dem Rückruf nicht betroffen, hieß es in einer Aussendung. Kunden, die eine Packung mit einem der oben genannten Mindesthaltbarkeitsdaten erworben haben, können diese ins Geschäft zurückbringen und erhalten Ersatz.

UBS-Chef Sergio Ermotti stellt sich im Rechtsstreit um Steuerhinterziehung und Geldwäsche in Frankreich nun auf ein jahrelanges Berufungsverfahren ein. Die Schweizer Großbank habe gegen die Strafzahlung von insgesamt 4,5 Mrd. Euro Berufung eingelegt. Das Berufungsgericht werde den Fall nun neu auflegen. „Dieser Prozess wird voraussichtlich einige Jahre dauern.“

UBS-Chef Sergio Ermotti
APA/AFP/Fabrice Coffrini

Das erklärte Ermotti in einem der Nachrichtenagentur Reuters vorliegenden Schreiben an die Belegschaft. Zuvor hatte ein französisches Gericht das Institut zu einer Buße von 3,7 Mrd. Euro und einer Schadenersatzzahlung von 800 Mio. Euro verurteilt. Dem Institut und einigen früheren Mitarbeitern wird vorgeworfen, zwischen 2004 und 2012 Steuerflüchtlingen aus Frankreich geholfen zu haben, Geld in der Schweiz zu verstecken. Die Bank hat die Anschuldigungen zurückgewiesen.

Ermotti erklärte, die „Oberflächlichkeit“ des Urteils sei verblüffend. Das Gericht sei nicht auf die Argumente eingegangen, die die Bank in der fünfwöchigen Gerichtsverhandlung vorgetragen habe. „Das muss vom Berufungsgericht behandelt werden“, erklärte Ermotti.

IT

Der südkoreanische Technologiekonzern Samsung hat gestern ein faltbares Gerät vorgestellt, das sich von einem Smartphone in ein Tablet verwandeln kann. Das Galaxy Fold sei ein „einzigartiges Luxusgerät“, das eine „Erfahrung der nächsten Generation“ verspreche, sagte Samsung-Manager Justin Denison bei der Präsentation in San Francisco. Auf dem Tablet-Bildschirm sei künftig Multitasking möglich – drei Apps könnten nebeneinander ausgeführt werden.

DJ Koh präsentiert das Tablet „Samsung Fold“
AP/Eric Risberg

Das Galaxy Fold soll ab Ende April in den Handel kommen und knapp 2.000 Dollar (1.750 Euro) kosten. Samsung erhofft sich von dem Gerät neuen Schwung für den schwächelnden Smartphone-Markt. Viele Kundinnen und Kunden nutzen ihre Geräte inzwischen länger und warten auf Innovationen.

Samung kämpft mit Apple um Premium-Segment

Auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas hatte Anfang des Jahres das chinesische Start-up Royole sein Smartphone FlexPai präsentiert, das zusammengefaltet in die Hosentasche passt und auseinandergefaltet so groß ist wie ein Tablet. In China und in den USA ist das Gerät für rund 1.300 Dollar bereits auf dem Markt.

Samsung ist nun der erste große Hersteller, der ein faltbares Gerät in die Geschäfte bringt. Das südkoreanische Unternehmen kämpft gegen den US-Technologiekonzern Apple um das Premium-Segment des Marktes.

Sport

Chronik

Bei einem Großbrand in Bangladeschs Hauptstadt Dhaka sind mindestens 41 Menschen ums Leben gekommen. Das Feuer brach in einem Wohngebäude aus, in dem auch Chemie-Produkte gelagert werden, wie Feuerwehr-Chef Ali Ahmed der Nachrichtenagentur AFP sagte: „Wir haben bislang 41 Leichen geborgen. Die Zahl der Leichen könnte noch steigen.“

Demnach explodierte womöglich zunächst ein Gaszylinder. Dann hätten sich die Flammen auf das restliche Gebäude ausgebreitet, in dem leicht entzündliche Chemikalien gelagert wurden.

Nach einem mehr als 30-stündigen Stromausfall hat der gesamte Berliner Stadtteil Köpenick seit gestern Abend wieder Strom. Das sagte Olaf Weidner von Stromnetz Berlin der Deutschen Presse-Agentur. Mehr als 30.000 Haushalte waren insgesamt betroffen.

Bei Bauarbeiten an einer Brücke war am Dienstag eine Stromleitung beschädigt worden. Zunächst sollte die Störung am Nachmittag wieder behoben sein, die Reparaturarbeiten verzögerten sich aber.

Grund für die lange Dauer des Stromausfalls war offenbar eine sehr beengte Baustelle. „Es können nicht mehr als vier bis sechs Leute gleichzeitig arbeiten“, sagte eine Vattenfall-Sprecherin der Nachrichtenagentur AFP zuvor. Das Kabelsystem musste demnach komplett erneuert werden. Eine derartige Situation habe es bei Vattenfall noch nie gegeben.

Kultur

Popstar George Ezra („Budapest“) und Newcomerin Jorja Smith („Don’t Watch Me Cry“) haben bei den Brit Awards gestern Abend als bester britischer Künstler und beste britische Künstlerin zwei der wichtigsten Preise erhalten. Gewinner des Abends bei der Verleihung in London war die Band The 1975 („The Sound“), die als beste nationale Band und für das beste Album („A Brief Inquiry Into Online Relationships“) ausgezeichnet wurde.

Zwei Brit Awards nahm auch der schottische Star-DJ Calvin Harris („Promises“) mit nach Hause. Er bekam die Trophäe als Produzent des Jahres und – gemeinsam mit der Londoner Sängerin Dua Lipa – für die beste Single des Jahres („One Kiss“). Der Preis für das beste Video ging an die Girlband Little Mix („Woman Like Me“). Sängerin Anne-Marie („Ciao Adios“), die wie Dua Lipa viermal nominiert war, ging bei der Verleihung leer aus.

Beyonce, Grande und Drake fehlten

Schauspieler und Sänger Hugh Jackman eröffnete den Abend mit einem Song aus dem Film „The Greatest Showman“. Für Aufsehen sorgte die Sängerin Jess Glynne, die sich auf der Bühne abschminkte, während sie ihren Song „Thursday“ sang. Gewinner Ezra performte seinen Hit „Shotgun“ gemeinsam mit einer Blaskapelle. Und Harris präsentierte ein Medley seiner musikalischen Kooperationen mit Rag’n’Bone Man („Giant“), Sam Smith („Promises“) und Dua Lipa („One Kiss“).

Internationale Preisträger glänzten wie in den vergangenen Jahren durch Abwesenheit. Das Duo The Carters, besser bekannt als Sängerin Beyoncé und Ehemann Jay-Z und ausgezeichnet als beste internationale Gruppe, Sängerin Ariana Grande (beste internationale Künstlerin) und Rapper Drake (bester internationale Künstler) schickten nur kurze Videobotschaften nach London.

Immerhin US-Sängerin Pink („What About Us“), die als erste Nicht-Britin den Ehrenpreis (Outstanding Contribution to Music) bekam, begeisterte das Publikum in der nicht komplett gefüllten o2-Arena zum Ende des Abends mit einem spektakulären Auftritt.

Science

Leute

Weil die Produktionsfirma des Animationsfilms „Luck“ den früheren Künstlerischen Leiter von Pixar, John Lasseter, engagiert hat, ist die britische Schauspielerin Emma Thompson aus dem Film ausgestiegen. Gegen Lasseter waren Vorwürfe der sexuellen Belästigung laut geworden. Er hatte „Fehler“ eingestanden und sich beurlauben lassen.

Thompson, die einer der Animationsfiguren ihre Stimme leihen sollte, protestiert gegen dessen Rückkehr ins Filmbusiness. Bereits zuvor gab es laut der britischen Tageszeitung „Guardian“ bei der Produktionsfirma Skydance merkliche Unruhe deshalb. Thompson hat laute Medienberichten bereits Teile der Dialoge gesprochen.

„Erneut Position mit Macht“

Die Kampagne „Time’s Up“, die sich gegen sexuelle Belästigung und Diskriminierung von Frauen engagiert, hatte zuvor bereits Kritik geübt: Skydance „gebe damit einem Mann, der wiederholt der sexuellen Belästigung am Arbeitsplatz beschuldigt wurde, erneut eine Position, die mit Macht, Prominenz und Privilegien verbunden ist“. Skydance dagegen verteidigte das Engagement und betonte: „Wir sind sicher, dass John wichtige Lektionen gelernt hat und bereit ist, sich als Manager und Kollege zu beweisen.“

Über den Plot von „Luck“ ist bisher wenig bekannt. Es ist jedenfalls eine Komödie, die vom Regisseur von „Kung Fu Panda 3“, Alessandro Carloni, gedreht wird.

Erstmals seit ihrer Hochzeit mit dem britischen Prinzen Harry im vergangenen Mai hat Herzogin Meghan die USA besucht. Meghan wurde von Fotografen gestern in New York unter anderem mit Tennisprofi Serena Williams und Stylistin Jessica Mulroney gesichtet.

Meghan Markle
AP/Kevin Hagen

US-Medienberichten zufolge ging sie mit Freunden essen, besuchte das Kunstmuseum Met Breuer und kaufte Babykleidung ein. Beobachter vermuteten, dass Meghan bei einer Babyparty auch die bevorstehende Geburt ihres ersten Kindes feiern werde.

Herzogin Meghan wurde als Meghan Markle in Los Angeles geboren. Ihre Mutter Doria Ragland lebt weiterhin in Kalifornien, ihr Vater Thomas Markle im mexikanischen Badeort Rosarito.