Ausland

Die venezolanische Regierung hat nach eigenen Angaben einen Putschversuch vereitelt. Mehrere Offiziere hätten mit Unterstützung der USA, Kolumbiens und Chiles ein Attentat auf Präsident Nicolas Maduro geplant, sagte Kommunikationsminister Jorge Rodriguez gestern.

Der Plan der mutmaßlichen Putschisten sollte demnach am vergangenen Sonntag oder Montag umgesetzt werden. Sechs Verdächtige seien festgenommen worden.

Rodriguez warf dem kolumbianischen Staatschef Ivan Duque, dem chilenischen Präsidenten Sebastian Pinera und dem Nationalen Sicherheitsberater von US-Präsident Donald Trump, John Bolton, eine Verwicklung in den gescheiterten Umsturzversuch vor.

Machtkampf zwischen Maduro und Guaido

In Venezuela herrscht seit Monaten ein erbitterter Machtkampf zwischen Maduro und dem selbst ernannten Interimspräsidenten Juan Guaido, der von den USA und mehr als 50 weiteren Staaten anerkannt wird. Ende April war ein Putschversuch von Teilen der Streitkräfte gegen Maduro gescheitert. Der umstrittene Staatschef kann nach wie vor auf den Rückhalt der Militärführung zählen und wird unter anderem von Russland unterstützt.

Moskau kündigte indes die Heimreise der vor drei Monaten nach Venezuela entsandten russischen Soldaten an. Sie hätten ihre Mission zur technischen Unterstützung und Ausbildung der venezolanischen Streitkräfte abgeschlossen, teilte die russische Botschaft in Caracas mit.

Das Rettungsschiff „Sea-Watch 3“ mit 42 Geflüchteten an Bord ist gestern wenige Meilen vor dem Hafen der süditalienischen Insel Lampedusa von der Finanzpolizei gestoppt worden. Noch unklar ist, wann und ob das Schiff den Hafen erreichen wird. Hier warteten Sicherheitskräfte auf das Rettungsschiff, das laut italienischem Gesetz konfisziert werden sollte.

Das Schiff „Sea-Watch 3“
APA/AFP

Die deutsche Kapitänin des Schiffes, Carola Rackete, war trotz eines Verbots in italienische Gewässer gefahren und riskierte damit eine Strafe. „Ich habe beschlossen, in den Hafen von Lampedusa einzufahren. Ich weiß, was ich riskiere, aber die 42 Geretteten sind erschöpft“, erklärte die Kapitänin.

Der italienische Innenminister Matteo Salvini verweigert die Genehmigung für die Landung des Rettungsschiffes. „Dieses Piratenschiff ist vor Lampedusa. Ich verweigere nach wie vor die Landung“, so Salvini bei einer Pressekonferenz in Rom. Er sprach sich für die Festnahme der Schiffskapitänin aus. „Es ist, als hätte jemand eine Polizeisperre durchbrochen“, erklärte der Chef der rechten Lega.

Drohung an Brüssel

Salvini drohte der EU damit, künftig nicht mehr die Geflüchteten zu registrieren, die in Italien landen. „So können sie ungestört andere EU-Länder erreichen. Die EU meldet sich bei uns nur, wenn es darum geht, uns Geld abzusaugen“, kritisierte der Innenminister.

Der Bürgermeister von Lampedusa, Salvatore Martello, sprach von einem „geschmacklosen Theater“ rund um das Schiff. Seit Tagen würden kleinere Boote mit Menschen auf Lampedusa warten. „Für 42 Migrantinnen und Migranten, die seit zwei Wochen auf einem Schiff ausharren, ist das die Hölle. Das ist ein geschmackloses Theater“, kritisierte Martello.

Der frühere israelische Ministerpräsident Ehud Barak will bei der Parlamentswahl im September mit einer neuen Partei gegen Regierungschef Benjamin Netanjahu antreten. Das kündigte der 77-Jährige gestern an.

Am 17. September sollen die Israelis erneut abstimmen, nachdem Netanjahu nach der Wahl im April mit der Regierungsbildung gescheitert war. Der ehemalige Armeegeneral Barak sagte vor Journalistinnen und Journalisten, seine Partei solle „Basis für politische Verbindungen“ sein. Nach Umfragen könnte seine noch namenlose Partei Medienberichten zufolge zwischen sechs und elf von 120 Sitzen im Parlament erringen.

Netanjahus rechtskonservative Likud-Partei lag zuletzt in Umfragen zwischen 35 und 37 Mandaten, das Oppositionsbündnis der Mitte, Blau-Weiß, seines Herausforderers, Ex-Militärchef Benny Gantz, bei 33 oder 34 Sitzen. Barak war von 1999 bis 2001 Ministerpräsident und von 2007 bis 2013 Verteidigungsminister.

Gut 16 Monate vor der Präsidentschaftswahl in den USA nimmt der Wahlkampf der Demokraten zur Ablösung des republikanischen Amtsinhabers Donald Trump Fahrt auf. Zehn Bewerber um die Kandidatur der Partei lieferten sich gestern Abend (Ortszeit) in Miami im US-Bundesstaat Florida das erste Fernsehduell.

Weil das Bewerberfeld so groß ist, werden heute bei einem weiteren TV-Duell zehn weitere Kandidaten auftreten. Bisher haben 25 Bewerber ihren Hut bei den Demokraten in den Ring geworfen – mehr Bewerber um die Präsidentschaftskandidatur hatte die Partei nie.

Um sich für das Fernsehduell zu qualifizieren, mussten die Bewerber in drei Umfragen mindestens ein Prozent Unterstützung erhalten oder Spenden von insgesamt 65.000 Förderern aus 20 US-Bundesstaaten nachweisen. Jede der beiden Debatten wurde in fünf Segmente unterteilt, bei denen jeder Kandidat eine Minute zur Beantwortung von Fragen und weitere 30 Sekunden zur Beantwortung von Nachfragen hat. Weitere 45 Sekunden waren für ein Abschluss-Statement vorgesehen.

Beim ersten dem Auftritt standen unter anderem die linke Senatorin Elizabeth Warren, New Yorks umstrittener Bürgermeister Bill de Blasio sowie der ehemalige texanische Abgeordnete Beto O’Rourke auf der Bühne. Heute treffen unter anderem Ex-Vizepräsident Joe Biden und der unabhängige Senator Bernie Sanders aufeinander.

Die Demokraten im US-Abgeordnetenhaus wollen die Beraterin von US-Präsident Donald Trump, Kellyanne Conway, im Zusammenhang mit mutmaßlichen Verstößen gegen ein Wahlkampfgesetz zur Aussage zwingen. Der Kontrollausschuss der Kammer stimmte gestern mit 25 zu 16 für eine Subpoena, also für eine Zwangsvorladung Conways.

Das Weiße Haus hatte das Gremium zuvor darüber informiert, dass man die Aufforderung zur Aussage Conways „respektvoll“ ablehne. Der demokratische Ausschussvorsitzende Elijah Cummings wies die Argumentation des Weißen Hauses zurück, dass Conway als Beraterin nicht zur Aussage verpflichtet sei. Der Kongress habe eine solche Regelung nie akzeptiert.

Angeblich gegen „Hatch Act“ verstoßen

Der Special Counsel, eine unabhängige Schiedsstelle, die unter anderem über Verfehlungen von Regierungspersonal befindet, hatte vor Kurzem erklärt, Trump solle Conway entlassen. Sie habe wiederholt gegen den „Hatch Act“ verstoßen – ein Gesetz, das Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Regierung verbietet, Wahlkampf zu machen. Der US-Präsident folgte der Empfehlung aber nicht. Der Kontrollausschuss wollte Conway bei der Sitzung zu der Angelegenheit befragen.

Cummings sagte, Conway habe mehrfach gegen das Gesetz verstoßen und behauptet, es gelte nicht für sie. Er betonte: „Niemand steht über dem Gesetz, nicht einmal Kellyanne Conway.“

Die 52-Jährige ist eine lang gediente Weggefährtin Trumps. Die Leiterin eines Umfrageunternehmens war in der heißen Phase des Wahlkampfes 2016 gemeinsam mit dem rechtskonservativen Ideologen Steve Bannon zum Team des damaligen Kandidaten der Republikaner gestoßen. Seit Trumps Amtseinführung im Jänner 2017 ist Conway offiziell als Beraterin im Weißen Haus tätig.

Vier Tage nach seinem triumphalen Sieg bei der Bürgermeisterwahl in Istanbul tritt der Oppositionspolitiker Ekrem Imamoglu heute Abend sein Amt an. Nach der Übergabe der Ernennungsurkunde durch die Wahlkommission wird er sich ins Rathaus der türkischen Millionenmetropole begeben.

Der Politiker der oppositionellen Republikanischen Volkspartei (CHP) hatte bei dem Urnengang am Sonntag 54 Prozent der Stimmen errungen und damit den Kandidaten der Regierungspartei AKP, Ex-Ministerpräsident Binali Yildirim, klar besiegt.

Schon die erste Wahl am 31. März hatte Imamoglu knapp gewonnen, doch wurde die Abstimmung auf Druck der Partei von Staatschef Recep Tayyip Erdogan annulliert. Nach der Wahlwiederholung musste die AKP jedoch ihre Niederlage eingestehen. Die Opposition feierte Imamoglus Erfolg als Sieg der Demokratie und Wendepunkt in Erdogans Präsidentschaft.

Inland

Das von der ehemaligen ÖVP-FPÖ-Koalition ausgearbeitete Gewaltschutzpaket kommt vorerst nicht. Das sagte Justizminister Clemens Jabloner gestern im Justizausschuss des Nationalrats laut Parlamentskorrespondenz. Die Übergangsregierung wolle nicht die mit dieser Strafrechtsreform verbundenen Werteentscheidungen treffen. Auch strukturelle Änderungen bezüglich Weisungsrecht seien nicht angedacht.

Dafür kündigte der Minister an, bald einen Entwurf für eine Strafvollzugsgesetzesnovelle in Begutachtung zu schicken. Außerdem wolle er sich weiter mit den Initiativen seiner Vorgänger zur Maßnahmenvollzugsreform auseinandersetzen. Für eine Realisierung der Verbesserungsvorschläge für psychisch kranke Inhaftierte fehle derzeit aber das Geld.

Überhaupt sei das Justizministerium in „einer eher misslichen finanziellen Situation“, so Jabloner laut Aussendung. Derzeit befinde sich das Budget des Ministeriums mit 70 Millionen Euro im Minus, um den täglichen Normalbetrieb sicherzustellen.

Laut NEOS ist gestern im Justizausschuss des Nationalrats ein Beschluss zur gleichgeschlechtlichen Ehe gefasst worden. Laut der Aussendung des stellvertretenden Klubobmanns Nikolaus Scherak wird damit möglich, dass gleichgeschlechtliche Paare „auch dann eine Ehe schließen können, wenn die Partner_innen aus einem Land kommen, das gleichgeschlechtliche Ehen verbietet“.

ÖVP und FPÖ hätten bisher geweigert, eine Bestimmung im Sinne des Verfassungsgerichtshofs zur „Ehe für alle“ umzusetzen. Die Gesetzesänderung solle nächste Woche im Plenum des Nationalrates beschlossen werden.

EU

Im Streit über Fahrverbote in Tirol wenden sich Italien und Deutschland an die EU-Kommission. In einem gemeinsamen Schreiben an EU-Verkehrskommissarin Violeta Bulc fordern der italienische Verkehrsminister Danilo Toninelli und sein deutscher Amtskollege Andreas Scheuer die EU-Kommission gestern erneut dazu auf, Druck für eine Abschaffung der „restriktiven Maßnahmen“ Tirols auszuüben.

„Wir sind zu allen möglichen Maßnahmen bereit, um unsere Speditionsunternehmen zu schützen, die gravierende Schäden durch die Tiroler Fahrverbote erleiden“, sagte Toninelli in Rom. Italien und Deutschland seien zum Gang vor dem Europäischen Gerichtshof gegen die Tiroler Fahrverbote bereit.

Toninelli hatte Bulc bereits Ende Februar einen Protestbrief geschickt. Im April hatte er gemeinsam mit Scheuer ein weiteres Schreiben an die EU-Kommissarin gerichtet. „Mit diesem neuen Brief bekräftigen wir noch eindringlicher den Widerstand unserer Länder gegen die Tiroler Fahrverbote, die klar dem Geist der EU-Verträge widersprechen“, so Toninelli in einer Presseaussendung.

Platter sieht Bund auf seiner Seite

Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) kam indes zu einem Gespräch mit Verkehrsminister Andreas Reichhardt in Wien zusammen. Platter sah Reichhardt auf Tirols Seite, der Minister habe „Verständnis für die Tiroler Situation und Maßnahmen gezeigt“, sagte der Landeshauptmann der APA. „Es war ein gutes Gespräch mit Bundesminister Reichhardt. Er versteht, dass außergewöhnliche Situationen, wie sie derzeit in Tirol vorherrschen, außergewöhnlicher Maßnahmen bedürfen“, meinte Platter. Er sei „sehr froh, dass Tirol aus ganz Österreich – egal ob aus der Bevölkerung, den anderen Bundesländern und auch von der Bundesregierung – eine derartige Unterstützung erhält“.

Die amtierende kroatische Außenministerin Marija Pejcinovic Buric wird Generalsekretärin des Europarats. Für die 56-Jährige Wirtschaftswissenschaftlerin stimmten gestern in der Parlamentarierversammlung der Länderorganisation 159 Abgeordnete. Buric setzte sich damit klar gegen ihren Mitbewerber, den belgischen Außenminister Didier Reynders, durch. Er erhielt 105 Stimmen.

Die Kroatin übernimmt die Nachfolge des Norwegers Thorbjörn Jagland, dessen Amtszeit Ende September nach zehn Jahren endet. Bisher stand nur einmal eine Frau an der Europaratsspitze – die 1989 gewählte französische Sozialistin Catherine Lalumiere.

Die Bewerberinnen und Bewerber für den Straßburger Spitzenposten werden von ihren Regierungen vorgeschlagen und vom Ministerkomitee des Europarats nominiert. Das letzte Wort hat dann die Parlamentarierversammlung, der 318 nationale Abgeordnete aus den Europaratsländern angehören. Das Mandat gilt für fünf Jahre.

„Gewissen Europas“

Der Europarat wurde vor 70 Jahren gegründet – vier Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs. Von den Gründernationen erhielt er den Auftrag, sich als „Gewissen Europas“ für Demokratie, Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit einzusetzen. Zu der Organisation gehört der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR), der über die Einhaltung der Europäischen Menschenrechtskonvention zu wachen hat.

Heute zählt der Europarat 47 Mitgliedsländer – alle europäischen Staaten mit Ausnahme Weißrusslands. Die in Straßburg ansässige Organisation beschäftigt derzeit rund 2.200 Bedienstete und hat ein Jahresbudget von rund 440 Millionen Euro.

Sport

Wirtschaft

Die US-Luftfahrtbehörde FAA hat nach eigenen Angaben ein mögliches Risiko bei Boeings Krisenfliegern der Baureihe 737 Max gefunden. Das Problem müsse behoben werden, bevor das Flugverbot für die Maschinen aufgehoben werden könne, teilte die FAA gestern in Washington mit. Konkretere Angaben machte die Behörde nicht. Eine Stellungnahme von Boeing lag zunächst nicht vor.

Die 737-Max-Serie muss nach zwei tödlichen Abstürzen mit insgesamt 346 Toten seit Mitte März am Boden bleiben. Eine umstrittene Steuerungssoftware von Boeing steht nach ersten Unfallberichten als mögliche Unfallursache im Verdacht. Ob das nun von der FAA identifizierte Problem im Zusammenhang damit steht, blieb vorerst unklar.

Am Montag tritt eine EU-Verordnung in Kraft, die sich mit den Geräuschen von E-Autos beschäftigt. Die an sich nahezu geräuschlosen Fahrzeuge können zur Gefahr für Fußgängerinnen und Fußgänger werden, wenn sie nicht gehört werden. Mit dieser Typengenehmigungsverordnung muss nun EU-weit in jedem neu typisierten E-Auto eine akustische Warneinrichtung eingebaut sein, also ein künstliches Motorengeräusch.

Das gilt für Geschwindigkeiten bis 20 km/h. Darunter, also beim Anfahren, Ein- und Ausparken sowie in Begegnungszonen, sind E-Autos einfach zu leise. Ab einem Tempo von rund 30 km/h machen Reifenabrieb und Wind genügend Geräusche.

Das Warnsystem AVAS (Acoustic Vehicle Alerting System) muss dabei ein Geräusch von sich geben, das einem herkömmlichen Auto mit Verbrennungsmotor ähnelt. Die Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen Österreichs begrüßte gestern die Verordnung, die zu praktisch keiner Erhöhung des Verkehrslärms beitragen werde, hieß es in einer Aussendung.

AVAS sei für Blinde und Sehbehinderte ein „überlebenswichtiger Sicherheitsaspekt“. Die Gemeinschaft forderte zudem, dass auch andere geräuscharme Fahrzeuge akustisch wahrnehmbar gemacht werden.

Wenige Jahre vor ihrem 100. Geburtstag wird die Meinl Bank umbenannt. Im Zuge der Suche nach einem neuen Image wird die Bank in Anglo Austrian Bank umbenannt, teilte das Unternehmen gestern Abend mit. Außerdem wurde mitgeteilt, dass im abgelaufenen Geschäftsjahr 2018 ein Minus von 4,5 Mio. Euro erwirtschaftet wurde. Das negative Ergebnis zeige „noch letzte Spuren der Vorgeschichte“.

Diese Vorgeschichte war zumindest in den vergangenen Jahren von einigen Causen überschattet. So wurde zuletzt etwa durch die Staatsanwaltschaft Wien gegen die Banker Julius Lindbergh Meinl V., Peter Weinzierl und eine weitere Person Anklage wegen Untreue zum Nachteil der Meinl Bank erhoben – wogegen sich die Bank wehrt.

Außerdem brummte der Bundesverwaltungsgerichtshof (BVwG)der Meinl Bank rechtskräftig eine Strafe von 500.000 Euro auf, indem er eine Entscheidung der Finanzmarktaufsicht (FMA) aus dem Jahr 2016 bestätigte. Die Untersuchungen in der Causa Meinl Bank/Sachdividende wurden hingegen eingestellt.

Grasser einst Chairman

Die Privatbank hat ihre Wurzeln im Jahr 1923. 2007 heuerte der frühere Finanzminister Karl-Heinz Grasser (FPÖ/parteilos) vorübergehend als Chairman in der Managementgesellschaft der damals neuen Meinl International Power (MIP) an.

Die Eigenmittel der Anglo Austrian Bank belaufen sich auf rund 26,5 Mio. Euro. Aufgrund der bilanziellen Bereinigungen verfüge der Anglo-Austrian-Konzern damit über einen Überschuss an Eigenmitteln von rund 14,9 Mio. Euro. Gestartet wird mit 49 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Der Anteil der liquiden Mittel macht nahezu die Hälfte der Bilanzsumme in der Höhe von 273,2 Mio. Euro aus. In Zukunft wolle die Anglo Austrian Bank, deren Aufsichtsratschef Julis Lindbergh Meinl V. ist, lediglich Kredite in Zusammenhang mit Wertpapiergeschäften vergeben.

Die Umweltorganisation Global 2000 und der Konsumentenschutz der Arbeiterkammer OÖ haben über 300 Waschmittel auf synthetische Polymere untersucht. „Die schlechte Nachricht: In 119 Waschmitteln wurde industriell hergestelltes und zugesetztes Plastik gefunden. Die gute Nachricht: Es gibt auch Waschmittel, die für Mensch und Umwelt empfohlen werden können“, hieß es in einer Aussendung.

Die Umwelt-NGO sah auch eine erste positive Reaktion: Hofer, Lidl, REWE und Spar hätten bereits vor der Veröffentlichung der Testergebnisse zugesichert, festes Mikroplastik aus den Waschmitteln ihrer Eigenmarken zu verbannen.

Mikroplastik in verschiedener Form

Für den Test haben Global 2000 und der Konsumentenschutz der AK OÖ 36 Waschmittelproben im Labor des Umweltbundesamtes auf mögliche Mikroplastikverbindungen untersuchen lassen. Zusätzlich wurden die Inhaltsstoffe laut Herstellerangaben von mehr als 300 Waschmitteln auf synthetische Polymere durchleuchtet. In fester Partikelform sind diese als Mikroplastik bekannt.

Synthetische Polymere gibt es aber auch in flüssiger, gelartiger oder gelöster Form. Sie werden Waschmitteln zugesetzt, um beispielsweise Grauschleier oder Verfärbungen zu verhindern oder dem Waschmittel eine bestimmte Konsistenz zu verleihen. Anders als bei Lebensmitteln oder Kosmetika müssen laut Global 2000 nicht alle Inhaltsstoffe von Waschmitteln direkt am Produkt angegeben werden.

Chronik

Der 22-Jährige, der in der Nacht auf Samstag auf dem Donauinselfest einen 26 Jahre alten Mann niedergestochen und lebensgefährlich verletzt haben soll, befindet sich wieder auf freiem Fuß. Die Staatsanwaltschaft hat keinen Antrag auf Verhängung der U-Haft gestellt. Das gab Behördensprecherin Nina Bussek gestern auf APA-Anfrage bekannt.

Nach derzeitigem Ermittlungsstand gebe es keine ausreichenden Hinweise, die eine U-Haft rechtfertigen würden, erläuterte Bussek. Der 22-Jährige – ein Afghane – bestreite, zugestochen zu haben. Ihn in die gegenteilige Richtung eindeutig belastende Beweisergebnisse lägen vorerst nicht vor.

„Es konnte somit nicht mit der erforderlichen Sicherheit festgestellt werden, dass ein dringender Tatverdacht gegeben ist“, meinte Bussek im Gespräch mit der APA. Die Anklagebehörde warte nun den Polizeibericht und die Übermittlung niederschriftlicher Einvernahmen ab, von denen das weitere Vorgehen abhängt.

Notoperation

Der 22-Jährige soll auf dem Donauinselfest der Freundin des 26-Jährigen die Handtasche entrissen haben, was der Mann mitbekam. Er nahm die Verfolgung des Verdächtigen auf und holte diesen im Bereich der Brigittenauer Brücke ein.

Es entwickelte sich ein Handgemenge, in dessen Verlauf der Jüngere ein Messer gezogen und dem 26-Jährigen die Klinge in den Oberkörper gerammt haben soll. Im Zuge einer Sofortfahndung konnte der 22-jährige Afghane wenig später von Beamten der Bereitschaftseinheit (BE) festgenommen werden.

Der 26-Jährige wurde mit einer lebensgefährlichen Verletzung in ein Spital eingeliefert. Dank einer Notoperation konnte er gerettet werden.

Nach einer Messerattacke gegen ein homosexuelles Paar in der britischen Stadt Liverpool ist ein Zwölfjähriger festgenommen worden. Wie die Polizei gestern mitteilte, waren die beiden 30-jährigen Männer am Samstag zunächst von drei Burschen zwischen etwa zwölf und 15 Jahren mit homophoben Parolen beschimpft worden, bevor der mutmaßliche Täter ein Messer zückte.

Eines der Opfer erlitt Verletzungen am Kopf und im Nacken, das andere eine leichte Verletzung an der Hand. Das Paar habe den „abscheulichen“ Angriff nicht provoziert, sagte die Polizistin Tara Denn. Sie seien „einfach auf dem Weg nach Hause gewesen“. Der Gebrauch eines Messers bei dieser Attacke sei für die Bevölkerung „schockierend“, erklärte Liverpools Bürgermeister Joe Anderson.

Anfang Juni war ein lesbisches Paar in einem Nachtbus in London zusammengeschlagen worden. Die jungen Frauen waren nach eigenen Angaben von einer Jugendgang attackiert und ausgeraubt worden. Die Jugendlichen hatten die Frauen umstellt, vulgär beleidigt und aufgefordert, sich zu küssen. Nach ihrer Weigerung wurden sie mit Münzen beworfen, bevor die mutmaßlichen Täter auf sie einschlugen.

Im US-Bundesstaat Washington wird ein Mann beschuldigt, zwei deutsche Urlauber mit seinem Auto überfahren und getötet zu haben. Der 71-Jährige soll mit seinem Jeep am Strand eines Flusses entlang gefahren sein und den Mann und die Frau dabei erfasst haben, die am Wasser lagen, wie die Polizei der Stadt Washougal gestern (Ortszeit) mitteilte. Die beiden Urlauber wurden demnach in kritischem Zustand in ein Krankenhaus gebracht, wo sie starben.

Der Verdächtige wurde laut Polizei noch am selben Abend festgenommen. Er soll mit seinem Wagen zunächst einen Zaun zu dem Park durchbrochen haben und dann zu dem Strand gefahren sein. Zeugen hätten berichtet, dass er den Jeep während der gesamten Fahrt durch den Park nicht verlangsamt habe, hieß es in der Mitteilung der Polizei.

Der Sender KATU2 berichtete, der Mann habe bei der Polizei ausgesagt, dass er vor dem Vorfall getrunken habe. Bei den Opfern handelt es sich den Angaben zufolge um einen 61 Jahre alten Mann und eine 62 Jahre alte Frau. Sie seien für einen Familienbesuch in der Gegend gewesen, erklärte die Polizei.

Bei einem Massenandrang vor einem Stadion in Madagaskar sind mindestens 15 Menschen ums Leben gekommen. Zu der Tragödie sei es gestern Abend kurz vor Beginn eines Konzerts zur Feier des Unabhängigkeitstages in der Hauptstadt Antananarivo gekommen, sagte Richard Ravalomanana, ein Staatssekretär im Verteidigungsministerium.

Die Menschen dachten demnach, sie könnten das Stadion betreten und drängelten von hinten, die Polizei hielt aber die Türen geschlossen. Es seien auch mindestens 80 Menschen verletzt worden, sagte Olivat Rakoto Alson, die Leiterin eines Krankenhauses, in das die Verletzten eingeliefert wurden. Es könne mehr Todesopfer geben, da sich einige der Menschen in einem kritischen Zustand befänden, sagte sie.

Erst vor wenigen Monaten war es schon einmal im selben Stadion zu einem tödlichen Vorfall gekommen. Vor dem Start eines Qualifikationsspiel für den Afrikacup im September kam es zu einem Massenandrang und mindestens ein Mensch wurde getötet sowie mindestens 47 verletzt.

Gut zwei Monate nach dem Großbrand in der Pariser Kathedrale Notre-Dame hat Chefermittler Remy Heitz einen kriminellen Hintergrund zunächst ausgeschlossen. Das Feuer sei wohl entweder durch einen Fehler im elektrischen System oder eine nicht richtig ausgedrückte Zigarette ausgelöst worden, teilte der Staatsanwalt von Paris gestern mit. Eine klare Brandursache gebe es bisher nicht, weitere Ermittlungen seien nötig. Wie lange diese dauern werden, blieb offen.

Der Brand in dem Gotteshaus hatte Mitte April das Dach zerstört, der Vierungsturm auf dem Mittelschiff fiel in sich zusammen. Notre-Dame in der Flammenhölle – das hatte nicht nur Frankreich, sondern die ganze Welt in Atem gehalten. Präsident Emmanuel Macron gab das Ziel vor, den Wiederaufbau innerhalb von fünf Jahren zu schaffen. Experten sind skeptisch, ob das machbar ist.

Science

Kultur

Panorama

Mit der Forderung nach der Abschaffung der Zeit schaffte es die kleine norwegische Insel Sommaröy weltweit in die Schlagzeilen – doch nun hat sich die Geschichte als PR-Gag entpuppt. Die staatliche Marketingagentur Innovation Norway räumte gestern ein, dass es sich um eine erfundene Geschichte gehandelt habe, um mehr Touristinnen und Touristen in den Norden des Landes zu locken.

Sommaröy liegt nördlich des Polarkreises, im Sommer geht dort die Sonne 69 Tage lang nicht unter. Da die Mitternachtssonne den Tagesrhythmus der 320 Bewohnerinnen und Bewohner durcheinanderbringe, solle die Insel vom Joch der Zeit befreit werden – so lautete das angebliche Ziel der Initiative „Lasst uns die Zeit stoppen“. Sommaröy solle zur ersten „zeitfreien Zone“ der Welt werden, hieß es. Feste Arbeits- und Unterrichtszeiten sollten angeblich der Vergangenheit angehören.

Kritik an Werbemethode

Nachdem Medien in mehreren Ländern die Geschichte aufgegriffen hatten, gab Innovation Norway nun zu, alles nur erfunden zu haben. „Traditionelle Werbung ist nicht mehr effektiv, und daher versuchen wir neue Wege zu gehen, um Norwegen zu vermarkten.“

Bei norwegischen Kommentatoren sorgte die PR-Kampagne für Kopfschütteln. Dass die staatliche Agentur Innovation Norway Falschnachrichten produziere, sei „unglaublich“, schrieb Kristoffer Egeberg von der Faktencheck-Website Faktiskt.no. „Dass sie es mit Stolz tut, ist geradezu beängstigend.“