COV Inland

Wiener Kindergartengruppen sollen künftig nicht mehr geschlossen werden, wenn nur ein Kind mit Covid-19 infiziert ist, sondern erst wenn ein Cluster entsteht. Das kündigte Bildungsstadtrat Christoph Wiederkehr (NEOS) gestern in „Wien heute“ an.

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Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den abgelaufenen sieben Tagen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, liegt laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bei 1.253,2 (Stand: gestern, 14.00 Uhr).

Salzburg hat mit 2.160,1 den höchsten Wert, gefolgt von Tirol mit 1.998,1 und Wien mit 1.699,2. Am niedrigsten ist die 7-Tage-Inzidenz im Burgenland (741,2) und in der Steiermark (731,1).

Das Berichtsschema der AGES zeigt die Zahlen vom Vortag – wie die Meldung der Ministerien. Wesentlicher Unterschied zu den Ministeriumsmeldungen: Laborbestätigte Fälle, Tote etc. werden nicht zum Meldezeitpunkt dargestellt, sondern zum Diagnose- bzw. Sterbedatum. In der Darstellung in ORF.at wird auch täglich transparent gemacht, welchen Tagen die neu gemeldeten Fälle zugeordnet werden.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Erklärung zur Zählweise und weitere Fragen in ORF.at/corona

Ministerien melden 15.717 Neuinfektionen

Das Gesundheits- und das Innenministerium haben 15.717 neu registrierte CoV-Fälle innerhalb der letzten 24 Stunden gemeldet (Stand: gestern, 9.30 Uhr). Diese Zahlen meldeten die Bundesländer an den nationalen Krisenstab.

13.922 Menschen verstarben bisher an den Folgen des Coronavirus. Derzeit befinden sich 934 Personen aufgrund des Coronavirus in Spitalsbehandlung, davon 212 auf Intensivstationen.

Daten des Krisenstabs in ORF.at/corona/daten/morgenmeldung

Im niederösterreichischen Bezirk Horn haben Unbekannte in der Nacht auf Samstag Plakate mit der Aufschrift „Kauft nicht bei Impffaschisten“ an den Fassaden von Geschäften und Lokalen angebracht. Die Polizei nahm Ermittlungen auf.

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Das Lokal in Kitzbühel, in dem Runtastic-Gründer Florian Gschwandtner am Wochenende gefeiert hatte, hat 2021 vom Staat über 137.000 Euro an CoV-Hilfen erhalten. Das geht aus der EU-Beihilfentransparenzdatenbank hervor. Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) hatte am Wochenende gewarnt, dass schwarze Schafe, die sich nicht an die Apres-Ski-Regeln halten, die Hilfsgelder zurückzahlen müssen.

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COV Ausland

Die Chefwissenschaftlerin der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Soumya Swaminathan, hat es einem Medienbericht zufolge begrüßt, wenn Regierungen bereits jetzt den Übergang der Coronavirus-Pandemie in eine endemische Phase vorbereiten.

„Wir erwarten, dass eine immense Zahl an Menschen auf der Welt mit Omikron infiziert sein wird, und es wird eine Kreuzimmunisierung zu anderen Varianten geben“, zitierte das deutsche „Handelsblatt“ Swaminathan. Das sei „ermutigend“. 2022 werde es viele Millionen Menschen auf der Welt mit einem besseren Immunisierungsschutz geben – „wegen der Impfungen und leider wegen der Infektionen“.

Aufruf zu weltweiter Impfung

Ob der Übergang in eine endemische Phase schon nach der Omikron-Welle geschehen könne, sei noch unklar. „Wir wissen nicht, wann und wo die nächste Variante auftauchen wird und wie sie mit Omikron und Delta interagiert.“

Zudem könne bei einer Pandemie kein Land in eine endemische Phase übergehen, wenn der Rest der Welt noch mitten in der Pandemie sei. Zunächst müsse das Ziel sein, eine weltweite Impfrate von 70 Prozent bis Mitte dieses Jahres zu erreichen.

Fauci: Virus kontrollieren

Nach Einschätzung des US-Immunologen Anthony Fauci wird es künftig darum gehen, das Coronavirus so zu kontrollieren, dass das gesellschaftliche Leben wie zuvor gewohnt stattfinden kann. Ausrotten lassen werde sich der Erreger wohl nicht. Das sei bisher nur bei den Pocken gelungen.

Fauci hält die Entwicklung eines Impfstoffs für nötig, der besser als alle gegenwärtigen und vor allem auch mögliche neu auftretende Varianten abdeckt.

Fauci sagte zudem, dass einer der größten Fehler bei der Bekämpfung der Pandemie gewesen sei, dass die Länder weitestgehend allein gehandelt hätten. „Ich denke, wir hätten eine viel koordiniertere globale Reaktion haben sollen, wie ich so oft gesagt habe. Eine globale Pandemie erfordert eine globale Antwort.“

Moderna rechnet bis zum Frühjahr mit einem an die Omikron-Variante angepassten Covid-19-Impfstoff. Der Impfstoffkandidat gegen die hochansteckende Variante des Coronavirus werde in den kommenden Wochen in die klinische Entwicklung gebracht.

Moderna hoffe, im März Daten zu haben, die das Biotech-Unternehmen mit den Aufsichtsbehörden teilen könne, um dann die nächsten Schritte zu ermitteln, sagte Vorstandschef Stephane Bancel gestern anlässlich einer virtuellen Tagung des Weltwirtschaftsforums (WEF) Davos.

Damit setzt sich Moderna einen ähnlichen Zeitplan wie Biontech und Pfizer, die angekündigt hatten, einen an Omikron angepassten Impfstoff bis Ende März bereitstellen zu können.

Moderna entwickelt außerdem einen Impfstoff, der eine Auffrischungsimpfung gegen Covid-19 mit seiner experimentellen Grippeimpfung kombiniert. Bancel sagte, das beste Szenario gehe davon aus, dass der kombinierte Covid/Grippe-Impfstoff zumindest in einigen Ländern bis Herbst 2023 verfügbar sein wird. „Unser Ziel ist es, eine einzige jährliche Auffrischung zu haben.“ Damit könnte man dem möglichen Problem begegnen, nicht zwei bis drei Impfungen pro Winter verabreichen zu müssen.

Der Genesenenstatus ist in Deutschland auf drei Monate verkürzt worden – das Gesundheitsministerium begründet das mit der neuen Virusvariante Omikron. Diese Festlegung des Robert-Koch-Instituts (RKI) sei aus wissenschaftlicher Sicht erfolgt, sagte ein Ministeriumssprecher gestern in Berlin.

Hintergrund sei, dass aufgrund der vorherrschenden Omikron-Variante ein sehr viel größeres Risiko bestehe, nach dieser Zeit zu erkranken oder Überträger zu sein. Die vorherige Zeitspanne von sechs Monaten habe gegolten, solange man vor allem mit der Delta-Variante umgehen musste.

Gilt seit Samstag

Die neue Vorgabe knüpft an eine vom Bundesrat am Freitag besiegelte Verordnung an und gilt seit Samstag. Laut dieser müssen Genesenennachweise Kriterien entsprechen, die das RKI auf einer Website bekanntmacht.

Dazu gehört: „Das Datum der Abnahme des positiven Tests muss mindestens 28 Tage zurückliegen.“ Und: „Das Datum der Abnahme des positiven Tests darf höchstens 90 Tage zurückliegen.“ Das RKI erläuterte: „Diese Vorgaben werden regelmäßig überprüft und können sich gemäß Stand der Wissenschaft ändern.“

Zuvor hatte in der Verordnung als generelle Regelung gestanden, dass der Test „mindestens 28 Tage sowie maximal sechs Monate zurückliegt“.

Inland

Ein Schlepper hat gestern bei einem Grenzübergang bei Bildein im Burgenland auf Soldaten des Bundesheeres geschossen. Es wurde dabei niemand verletzt, dem mutmaßlichen Schützen gelang aber die Flucht, seine Identität wurde am Nachmittag geklärt.

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Im Zuge des Bestechungsverdachts im Zusammenhang mit einem mutmaßlichen Steuernachlass für den Großinvestor Siegfried Wolf haben Ermittler der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) Büro und Wohnung der in diesem Fall beschuldigten Finanzbeamtin durchsucht. Auch sei ein Mailkonto von Wolf sichergestellt worden, schreibt das Onlinemagazin Zackzack.at.

Die WKStA hatte am 20. Dezember bekanntgegeben, dass es mehrere Hausdurchsuchungen und eine Sicherstellung in einem Finanzamt gab. Laut Zackzack.at kam es am 20. Dezember bei der Finanzbeamtin zu einer Durchsuchung ihres Büros und ihres Hauses. Diensthandy und Privathandy in entsperrtem Zustand sowie zwei Laptops, ein Tablet und fünf Taschenkalender seien sichergestellt worden.

Dabei habe die Beamtin in ihrem Privathaus „ein Aktenkonvolut aus dem Abstellraum im Erdgeschoß übergeben“, zitierte das Onlinemagazin aus dem Akt. Darin sei es um den Steuerakt von Wolf gegangen. Eine Aussage habe die Beschuldigte verweigert.

Zugleich mit der Hausdurchsuchung bei der Beamtin habe die WKStA die Sicherstellung des E-Mail-Postfachs des MAN-Investors und Ex-Magna-Managers Wolf angeordnet, so Zackzack.at.

WKStA vermutet Deal zwischen Wolf und Beamtin

Die WKStA vermutet einen verbotenen Deal zwischen Wolf und einer Finanzbeamtin. Diese soll Wolf einen Steuernachlass gewährt haben, Wolf soll sich im Gegenzug beim früheren Generalsekretär im Finanzministerium, Thomas Schmid, dafür eingesetzt haben, dass die Beamtin an ein anderes Finanzamt versetzt wird.

Auslöser waren Chats am Handy von Thomas Schmid. Die drei Personen werden in dieser Causa als Beschuldigte geführt. Die Beteiligten streiten die Vorwürfe ab, es gilt für alle die Unschuldsvermutung.

Ausland

Beim Untergang eines Flüchtlingsbootes vor der Küste Marokkos sind mindestens 43 Menschen ums Leben gekommen, wie die die spanische Organisation Caminando Fronteras, die die Fluchtroute zwischen Marokko und den Kanarischen Inseln überwacht, gestern berichtete. Die meisten Opfer stammten aus südafrikanischen Ländern und wollten über den Atlantik die Kanaren erreichen. Das Unglück ereignete sich am Sonntag vor der Küste von Tarfaya im Süden Marokkos.

Die Überlebenden hätten um vier Uhr Früh einen ersten Notruf abgesetzt, sagte ein Sprecher von Caminando Fronteras. Es habe allerdings Stunden gedauert, bis marokkanische Rettungskräfte das Boot gefunden und geborgen hätten.

Nach Angaben des spanischen Innenministeriums haben im Jahr 2021 mehr als 373.000 Flüchtlinge bzw. Migranten Spanien über den Seeweg erreicht. Nach Angaben von Caminando Fronteras sind mehr als 4.000 Menschen bei der Überfahrt gestorben oder werden seither vermisst.

Nach gesichteten Drohnenüberflügen über drei schwedischen Atomkraftwerken am Freitag ist beim AKW Forsmark gestern Abend erneut Drohnenalarm gegeben worden. Laut schwedischem Radio ermittelt die Polizei.

Sie gab nicht bekannt, ob der Alarm von privaten Augenzeugen oder vom AKW-Personal ausgelöst wurde. Vergangenen Freitag wurden gleichzeitig Drohnenflüge über den Atomkraftwerken Forsmark, Oskarshamn und Ringhals registriert.

Nun übernahm die schwedische Sicherheitspolizei die Ermittlungen. Der Vorfall wurde von Medien zum Teil mit russischen Marineaktivitäten in der Ostsee und der Verstärkung schwedischer Militärpräsenz auf der Insel Gotland in Verbindung gebracht.

Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) stattet heute Ungarn einen eintägigen Antrittsbesuch ab. Auf dem Programm stehen ein Treffen mit seinem Amtskollegen Sandor Pinter in Budapest sowie ein Besuch des Polizeikooperationszentrums am burgenländischen Grenzübergang Nickelsdorf.

In Ungarn sind derzeit nach Angaben des Innenministeriums 35 Exekutivbeamte aus Österreich im bilateralen Einsatz. Schwerpunkt der Kooperation ist die Bekämpfung der grenzüberschreitenden Kriminalität, insbesondere der Schlepperei, an den Grenzen Ungarns mit Serbien und Rumänien. Karner hatte erst in der vergangenen Woche 18 österreichische Beamte ins Einsatzgebiet verabschiedet. Weiters ist Österreich gemeinsam mit Deutschland und Ungarn an Polizeistreifen in Zügen beteiligt, die von Ungarn aus nach Österreich und Deutschland fahren.

Die deutsche Außenministerin Annalena Baerbock (Bündnis 90/Die Grünen) trifft heute vor dem Hintergrund der Ukraine-Russland-Krise in Moskau ihren russischen Amtskollegen Sergej Lawrow.

Auch angesichts bilateraler Konflikte zwischen Berlin und Moskau dürfte der Antrittsbesuch beim dienstältesten Außenminister Europas für die Grünen-Politikerin eine Art Feuerprobe werden. Die Beziehungen zwischen Moskau und Berlin sind aktuell auf einem Tiefpunkt.

Heikler Termin

Vor dem Treffen mit Lawrow war Baerbock in Kiew zu Gast gewesen. In der ukrainischen Hauptstadt hatte sie sich mit Präsident Wolodymyr Selenski und ihrem Amtskollegen Dmytro Kuleba beraten. Der Besuch in Moskau ist wegen diverser Unstimmigkeiten heikel: Seit ihrem Amtsantritt am 8. Dezember hat Baerbock bisher wohl noch keine derart schwierige Reise absolviert.

Die deutsche Außenministerin Annalena Baerbock mit ihrem ukrainischen Amtskollegen Dmytro Kuleba
Reuters/Außenministerium der Ukraine

Zahlreiche Unstimmigkeiten

Nach dem Mord an einem Georgier in Berlin im August 2019 hatte ein Gericht einen Russen verurteilt und Moskau „Staatsterrorismus“ vorgeworfen. Beide Länder wiesen gegenseitig Diplomaten aus. Deutschland macht Russland außerdem für Hackerangriffe auf den Bundestag 2015 und für den Anschlag auf den Kreml-Gegner Alexej Nawalny mit dem international geächteten chemischen Kampfstoff Nowitschok verantwortlich.

Der extrem rechte französische Präsidentschaftskandidat Eric Zemmour ist wegen „Mittäterschaft bei der Aufstachelung zum Rassenhass“ zu 10.000 Euro Strafe verurteilt worden. Wie ein Pariser Gericht gestern entschied, soll er 100 Tagessätze je 100 Euro zahlen.

In dem Fall ging es der französischen Nachrichtenagentur AFP zufolge um Aussagen Zemmours über unbegleitete minderjährige Migranten. Im Herbst 2020 hatte er diese bei einer Debatte im französischen Sender CNews als „Diebe“, „Mörder“ und „Vergewaltiger“ bezeichnet.

„Typische Mittel des Rassismus“

„Die Grenzen der Meinungsfreiheit sind überschritten“, betonte Staatsanwältin Manon Adam während der Gerichtsverhandlung. Es sei kein sprachlicher Ausrutscher gewesen, denn er habe diese Aussage auch noch bekräftigt. Adam warf dem provokanten Politiker „kriegerische Sprache“ und „Verallgemeinerungen“ vor, „typische Mittel des Rassismus“.

Unter den etwa 30 Nebenklägern waren Anti-Rassismus-Organisationen, aber auch mehrere Vertreter französischer Departements, die sich um minderjährige Migranten kümmern. Zemmour nannte das Urteil in einer Mitteilung dumm und ideologisch, und kündigte an, in Berufung zu gehen.

15 Verfahren, zwei Verurteilung

Der 63-jährige Publizist hat bereits etwa 15 Verfahren hinter sich. In zwei Fällen wurde er wegen Volksverhetzung rechtskräftig verurteilt. Der Rechtspopulist hat seine Kandidatur für die französischen Präsidentschaftswahlen im April erklärt. In aktuellen Umfragen kommt er auf Zustimmungswerte zwischen zwölf und 15 Prozent.

EU

In einer feierlichen Zeremonie haben zahlreiche hohe Politiker der Europäischen Union des unerwartet verstorbenen EU-Parlamentspräsidenten David Sassoli gedacht. „Sein ganzes Leben war der Aufgabe gewidmet, Menschen ohne Stimme Worte zu geben“, sagte Italiens ehemaliger Ministerpräsident Enrico Letta gestern Abend im EU-Parlament in Straßburg. Hoffnung sei der Wesenskern von Sassolis politischen Führung gewesen.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, die ihre Teilnahme an der Zeremonie wegen eines Coronavirus-Falls in ihrem Umfeld kurzfristig absagte, würdigte den Sozialdemokraten in einer schriftlich veröffentlichten Rede als leidenschaftlichen Europäer und guten Menschen. „David war ein Mann mit einer Vision, ein Träumer und ein Macher.“ Frankreichs Präsident Emmanuel Macron nannte ihn einen Mann mit Willen und Talent, der nie die Verteidigung des Rechtsstaats aus den Augen verloren habe.

Sassoli war am vergangenen Dienstag im Alter von 65 Jahren in einem italienischen Krankenhaus gestorben. Dort wurde er seit dem 26. Dezember 2021 behandelt. Sassolis politische Karriere begann im Jahr 2009 mit seiner Wahl ins Europaparlament. Zuvor war der gebürtig aus Florenz stammende Sassoli Journalist und vielen Italienern als Moderator der Nachrichtensendung TG1 des öffentlich-rechtlichen TV-Senders RAI bekannt.

An der Zeremonie in Straßburg nahmen neben vielen Europaabgeordneten auch Mitglieder von Sassolis Familie teil sowie unter anderem Luxemburgs Premier Xavier Bettel, Italiens Ministerpräsident Mario Draghi und Sassolis Amtsvorgänger Antonio Tajani.

Sport

Die Wiener Austria hat gestern die Weichen für die Zukunft gestellt und einen Schritt aus der wirtschaftlichen Misere gemacht. Die ordentlichen Mitglieder des Vereins stimmten im Rahmen einer Generalversammlung einstimmig dem Verkauf von 40 Prozent der Anteile der AG an eine Investorengruppe zu. Die Gremien des Traditionsclubs hatten sich bereits zuvor über die Vertragsmodalitäten geeinigt. Zehn Millionen Euro ist der Deal wert, er soll der Austria vorerst das Überleben sichern.

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Nach Sieg und Platz zwei in Adelboden haben die österreichischen Slalom-Asse den generellen Aufwärtstrend in Wengen bestätigt. Nur drei Hundertstel fehlten Fabio Gstrein am Sonntag auf seinen ersten Weltcup-Podestplatz.

Der Tiroler, der in der Vorwoche als Führender eingefädelt hatte, erzielte als Vierter sein mit Abstand bestes Saisonergebnis. Knapp dahinter wurde Manuel Feller Fünfter. Und obwohl Adelboden-Sensationssieger Johannes Strolz ausschied, kamen vier ÖSV-Läufer in die Top Elf.

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Wirtschaft

Zur Stabilisierung der globalen Konjunktur plädiert Chinas Präsident Xi Jinping für eine stärkere internationale Zusammenarbeit. Es gehe in Zeiten der Pandemie darum, dass die globale Wirtschaft nicht wieder einen „Durchhänger“ erleide, sagte er bei der Onlinekonferenz des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos in der Schweiz. Indes wächst Chinas Wirtschaft langsamer – und seine Bevölkerung so gering wie seit den 60er Jahren nicht mehr.

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Die Superfund-Gruppe ist vergangene Woche Ziel eines Cyberangriffs gewesen. Ziel der Attacke seien Teile der Büroinfrastruktur geworden, wie Superfund gestern per Aussendung mitteilte. Es sei gelungen, die betroffenen Systeme „aufgrund guter IT-Vorkehrungen unmittelbar wiederherzustellen“. Betriebsunterbrechung habe es bei der Firma, die Ex-Finanzminister Gernot Blümel ab März als CEO angeheuert hat, keine gegeben.

Einer kriminellen Gruppe sei es der Aussendung zufolge gelungen, mit Schadsoftware in Teile des Firmennetzwerkes einzudringen, wobei einzelne Rechner verschlüsselt worden seien. „Das ist Ende vergangener Woche geschehen.“ Kundengelder konnten laut Firmenangaben gar nicht betroffen sein, weil Konten der Superfund-Fonds von Banken extern verwahrt werden.

Sensible Bereiche wie das Handelssystem des „Ersten Hedgefonds für Privatanbieter“, als den sich das Unternehmen selbst bezeichnet, seien zu keinem Zeitpunkt betroffen gewesen, hieß es weiter. Zu etwaigen anderen Schäden oder Kosten gab es keine Information.

Finanzminister Magnus Brunner (ÖVP) hat sich gestern in Brüssel dafür ausgesprochen, das Thema der Inflation „ernst zu nehmen“. Die hohe Inflation bereite vielen Menschen Sorgen, viele würden sich vor weiter steigenden Preisen fürchten. Diese Preisanstiege seien derzeit zwar hauptsächlich im Energiebereich vorherrschend, aber „langsam auch in anderen Bereichen spürbar“, so Brunner vor einem Treffen mit seinen EU-Amtskollegen und -kolleginnen.

Manche Experten würden zwar davon ausgehen, dass es sich dabei um eine zeitlich begrenzte Entwicklung handle, doch ob die Inflationskurve wirklich nachlasse, „muss man genau beobachten“, so Brunner. Im Mittelpunkt müsse die Preisstabilität stehen. Die Europäische Zentralbank (EZB) verfüge hier über „ein Bündel an Maßnahmen, die sie anwenden kann“. Welche Maßnahmen das genau sein werden, müsse nun besprochen werden.

Keine Höchstpreisgrenze in Österreich

Von einer Höchstpreisgrenze, wie sie etwa die ungarische Regierung bereits für Benzin und Diesel sowie für einige Lebensmittel eingeführt habe, halte Brunner jedoch nichts, wie er gegenüber ORF.at sagte: „Für Österreich steht das derzeit nicht zur Debatte.“

Brunner sei dagegen, „dass man Unterstützungsmaßnahmen mit der Gießkanne macht“. Davon würden nicht zuletzt auch Wirtschaftsforscher abraten. Vielmehr brauche es „gezielte Maßnahmen“ – und diese „werden wir uns natürlich auch in Österreich überlegen“.

„Nachhaltigen Budgetpfad“ verfolgen

Auf europäischer Ebene kann sich Brunner unterdessen eine „gewisse Flexibilität“ beim Stabilitäts- und Wachstumspakt vorstellen. „Wir sind bereit, über Reformen zu sprechen“, sagte Brunner. Konkret sprach er dabei von einer „Vereinfachung“ der EU-Fiskalregeln.

Er pocht aber weiter auf einen „nachhaltigen Budgetpfad“ in der EU. Bei dem Treffen wolle Brunner andere „Staaten der Verantwortung“ ausloten. Österreich, Schweden, die Niederlande und Dänemark traten zuletzt als die „Frugalen vier“ auf, die sich stets für Sparsamkeit aussprachen.

Einen Verbündeten sucht Österreich auch in Deutschland. Die Position der Nachbarn beobachte man „stark“, sagte Brunner. Er sei aber angesichts des deutschen Koalitionsvertrags „hoffnungsvoll“.

„Grüne Schulden“ keine besseren Schulden

Derzeit liegt ein Vorschlag auf dem Tisch, den Stabilitäts- und Wachstumspakt für Klimainvestitionen zu lockern. „Dabei müsse man höllisch aufpassen“, warnte Brunner. Damit nicht unter dem „Deckmantel grüne Schulden“ Investitionen in die Atomkraft fließen.

Die Gesamtschulden der Euro-Länder waren in der Coronavirus-Pandemie im Schnitt auf fast hundert Prozent der Wirtschaftsleistung angewachsen. Der Stabilitätspakt erlaubt den Mitgliedsstaaten höchstens 60 Prozent und eine jährliche Neuverschuldung von maximal drei Prozent. In der Coronavirus-Krise hatte die EU die Regeln ausgesetzt, um milliardenschwere Hilfen für die Wirtschaft zu ermöglichen.

Chronik

Ein Sturm ist gestern über Teile des Landes gezogen: In tiefen Lagen in Niederösterreich, in Wien und im Nordburgenland, aber auch im Westen, wurden Windspitzen von über 100 km/h gemessen. Es gab Hunderte Feuerwehreinsätze.

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In Graz ist gestern ein 43-Jähriger wegen Mordes zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden. Er hatte im Vorjahr seine Ehefrau, eine vierfache Mutter, mit 15 Messerstichen getötet. Der Mann wird in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen.

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Ein 70-jähriger Serientäter ist gestern am Wiener Landesgericht zu 17 Jahren Haft verurteilt worden. Kurz vor seinem 70. Geburtstag wurde er im Frühjahr bei einem bewaffneten Raubüberfall festgenommen. Er ist in Summe bereits 43 Jahre im Gefängnis gesessen.

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Eine 17-Jährige ist verbotenerweise auf dem Trittbrett eines Güterzugs ab der deutschen Stadt Magdeburg mitgefahren und hat sich damit in Lebensgefahr gebracht.

Die Jugendliche habe in der Nacht auf gestern fast eine Stunde bei Tempo 100 auf dem Trittbrett ausharren müssen, teilte die Bundespolizei in Hannover mit. Als der Zug an einer Baustelle hielt, habe das Mädchen beim Lokführer an die Tür geklopft. Wegen der Temperatur von minus 3,5 Grad Celsius sei die Jugendliche stark unterkühlt gewesen, zudem völlig verschmutzt und habe nur noch einen Schuh gehabt.

Jugendliche kam ins Spital

Das Mädchen musste laut Polizei von der Lok gehoben und in eine Klinik gebracht werden. Das Krankenhaus verständigte die Eltern. Es wurde eine Strafanzeige gestellt. Die Kosten für die erheblichen Verspätungen im Betriebsablauf könnten jetzt von der Jugendlichen eingeklagt werden, hieß es weiter.

Nach den bisherigen Ermittlungen war die junge Frau gemeinsam mit anderen Jugendlichen auf den Güterzug gestiegen, um bis zur nächsten Station mitzufahren. Doch ein Güterzug hält nicht an allen Personenbahnhöfen. Als sie diesen Irrtum bemerkten, sprangen alle anderen ab, was die 17-Jährige zu spät bemerkte, wie es weiter hieß.

IT

Mitte der Woche stimmt das EU-Parlament in Straßburg über das Gesetz über digitale Dienste, den Digital Services Act (DSA), ab. Ein Gesetzesvorhaben, das die digitale Zukunft prägen könnte, hat es sich als Ziel doch vorgenommen, das Internet sauberzumachen. So sollen in Zukunft etwa illegale Inhalte leichter gelöscht, personalisierte Werbung einfacher geändert, manipulative Anzeigen verboten und auf wichtige Daten besser zugegriffen werden.

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Gesundheit

Seit 2005 gilt der dritte Montag im Jänner als „traurigster Tag des Jahres“, bekannt auch unter dem Namen „Blue Monday“. Der Tag geht auf eine vermeintlich wissenschaftliche Formel des britischen Psychologen Cliff Arnall zurück, die von einem Tourismusunternehmen, das im Winter Reisen verkaufen wollte, veröffentlicht worden war und sich später als PR-Coup entpuppt hatte.

„Blue Monday“ setzt sich dabei aus den Wörtern „blue“, in jenem Kontext gleichbedeutend mit „deprimierend“, und „Monday“, also Montag, zusammen.

Caritas: „Plaudernetz“ gegen Isolation

Wenngleich es keinen wissenschaftlichen Beleg für die These Arnalls gibt, so wird der Tag international von NGOs als Aktionstag gegen Depressionen und Einsamkeit genutzt. Denn tatsächlich leiden viele Menschen im Winter, unter anderem aufgrund des Mangels an Sonnenlicht, unter einem Stimmungstief. Dazu kommt, dass depressive Symptome, Angstsymptome, aber auch Schlafstörungen aufgrund der Coronavirus-Pandemie stark zugenommen haben.

Auch die Caritas nimmt den Tag zum Anlass, um auf Probleme wie Isolation und Einsamkeit aufmerksam zu machen. Mit dem „Plaudernetz“ bietet die NGO unter 05-1776-100 seit April 2020 eine „schnelle Hilfe in Momenten der Einsamkeit“.

Die Zunahme von Anfragen von Menschen, die in Not geraten sind, ist laut Caritas ein Faktum. „Neu ist, wie viele Menschen mit psychischen Problemen und Krankheiten zu kämpfen haben. Mit dem vierten Lockdown haben wir in unseren Sozialberatungsstellen einen deutlichen Anstieg der Anfragen verzeichnet“, so Klaus Schwertner, geschäftsführender Caritas-Direktor der Erzdiözese Wien.

Britischer Psychologe enttäuscht

Arnall selbst äußerte sich in einem Interview mit dem britischen „Independent“ 2018 jedenfalls enttäuscht über die Folgen seiner Arbeit: Es sei nicht seine Absicht gewesen, den dritten Montag im Jänner mit seinen Berechnungen noch bedrückender zu machen.

Science

Das Versteck der durch ihr Tagebuch weltbekannt gewordenen Anne Frank in Amsterdam ist einer neuen Untersuchung zufolge möglicherweise von einem Juden an die Nationalsozialisten verraten worden. Der Notar Arnold van den Bergh habe mit dem Verrat der Familie Frank das Leben seiner eigenen Familie retten wollen, fand ein Team von Ermittlern um den ehemaligen FBI-Agenten Vince Pankoke bei einer sechsjährigen Untersuchung heraus.

Die deutsche Familie Frank war vor den Nazis in die Niederlande geflohen. Ab Juli 1942 lebten die Franks zusammen mit anderen Untergetauchten in einem Hinterhaus an der Amsterdamer Prinsengracht, bis sie im August 1944 entdeckt und deportiert wurden. Anne und ihre Schwester Margot starben 1945 im Konzentrationslager Bergen-Belsen, ihre Mutter Edith starb in Auschwitz. Nur Annes Vater Otto überlebte und veröffentlichte nach dem Krieg das Tagebuch seiner Tochter.

Kopie von Brief in Archiv gefunden

Pankoke wurde 2016 von einem niederländischen Filmemacher beauftragt, den Fall erneut zu untersuchen, nachdem die Polizei den Verräter in zwei Ermittlungsverfahren nicht identifizieren konnte. Pankoke stützt seinen Verdacht gegen den jüdischen Notar vor allem auf einen anonymen Brief, den Otto Frank nach dem Krieg erhalten hatte und in dem Van den Berghs Name genannt wurde.

Van den Bergh gehörte den Angaben zufolge dem Judenrat in Amsterdam an, deren Gründung von den deutschen Besatzern erzwungen wurde, um Deportationen zu organisieren. Der Untersuchung zufolge war es Van den Bergh in dieser Funktion zunächst gelungen, seine eigene Familie zu schützen. Als ihr dann doch die Deportation drohte, habe er das Versteck der Franks verraten, um seine Frau und seine Kinder zu retten.

Otto Frank hatte den Brief den Angaben zufolge schon 1964 bei einer Befragung durch die Polizei erwähnt. Pankokes Team fand nun eine Kopie des Schreibens in einem Archiv. Die Ergebnisse der Untersuchung, die in dem Buch „Der Verrat an Anne Frank“ der kanadischen Autorin Rosemary Sullivan ausführlich dokumentiert werden, sorgten in den Niederlanden für großes Aufsehen.

Der Leiter des Anne-Frank-Hauses, Ronald Leopold, sagte, die Untersuchung habe „wichtige neue Informationen hervorgebracht“. Es gebe aber immer noch offene Fragen, insbesondere zum Verfasser des Briefs und seinen Beweggründen.

Kultur

Krisen verändern, wie wir unsere Umgebung gestalten – das gilt auch für die CoV-Pandemie. Und manches ist dabei gekommen, um zu bleiben. Vom QR-Code über den Pop-up-Radweg bis zum technisch hochgerüsteten Zimmerpflanzenparadies: Blickt man auf das Design, birgt die Krise nicht zuletzt die Chance, durchzusetzen, was zuvor nicht vorstellbar war.

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Leute

Die letzte Tochter von Italiens faschistischem Diktator Benito Mussolini ist tot: Elena Curti starb gestern im Alter von 99 Jahren in ihrem Haus in Acquapendente nördlich von Rom, wie italienische Medien berichteten.

Curti wurde am 19. Oktober 1922 in Mailand als Tochter der Näherin Angela Cucciati geboren. Cucciati war 1921 Mussolinis Geliebte geworden, nachdem sie ihn getroffen hatte, um sich für die Freilassung ihres Mannes, dex faschistischen Schwadronschef Bruno Curti, einzusetzen, der wegen einer Schlägerei mit einigen Genossen verhaftet worden war. Elena Curti erfuhr erst im Alter von 20 Jahren, dass sie Mussolinis leibliche Tochter war.

Das erste offizielle Treffen zwischen Mussolini und seiner Tochter fand am 13. April 1941 in Rom statt. In der Folgezeit traf Elena ihren Vater etwa 30-mal. Bis zuletzt zeigte sie ihre Verbundenheit mit ihrem leiblichen Vater so sehr, dass sie ihm bis zu seinem tragischen Ende folgte: Als der faschistische Diktator am 27. April 1945 in Dongo am Comer See von Partisanen verhaftet wurde, befand sich Elena Curti in einem der Panzerwagen, die die fliehenden faschistischen Amtsträger begleiteten.

Über 40 Jahre in Spanien

Mussolini wurde am nächsten Tag gemeinsam mit seiner Geliebten Clara Petacci und anderen Anhängern hingerichtet, ihre Leichen wurden anschließend in Mailand öffentlich aufgehängt zur Schau gestellt. Elena Curti wurde ebenfalls von den Partisanen festgenommen und nach Como gebracht, wo sie fünf Monate lang inhaftiert blieb. Ihre Mutter sagte vor dem stellvertretenden Richter in Como aus, dass sie die leibliche Tochter Mussolinis sei, und vermied so ein Gerichtsverfahren.

Nachdem sie über 40 Jahre lang in Spanien gelebt hatte, kehrte die vom faschistischen Diktator nie anerkannte Curti um das Jahr 2000 nach Italien zurück und ließ sich in Acquapendente nieder. 2008 verlor sie ihren Ehemann, Enrico Miranda, einen Leutnant der Luftwaffe, den der Duce für sein heldenhaftes Verhalten als Pilot in der Schlacht von Pantelleria ausgezeichnet hatte.

Mussolini, dessen Machtergreifung sich heuer zum 100. Mal jährt, hatte mit seiner Frau Rachele Guidi fünf Kinder. Weiters werden ihm mindestens vier uneheliche Kinder zugeschrieben.