Ausland

Inmitten regionaler Spannungen will der Iran nach eigenen Angaben neue Raketen- und Drohnenverbände an seinen Landesgrenzen stationieren.

Das gab der Kommandeur der Bodenstreitkräfte, Brigadegeneral Kiumars Hejdari, heute im Gespräch mit der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA bekannt. Für die „dauerhafte Sicherheit“ des Landes seien außerdem elf Kampfverbände an den Grenzen stationiert. Er versicherte zugleich, dass aktuell keine Bedrohung von außen bestehe.

Drei Monate nach Beginn des Gaza-Kriegs haben sich allerdings die Spannungen im Nahen Osten weiter zugespitzt. Besonders die Lage am Roten Meer ist kritisch. Die schiitische und vom Iran unterstützte Huthi-Miliz im Jemen hatte in den vergangenen Wochen immer wieder Schiffe auf dem Weg nach Israel attackiert. Die USA und Verbündete wie Großbritannien griffen in den letzten Tagen Stellungen der Miliz im Jemen an.

Im Jemen hat es heute einen weiteren Angriff auf Stellungen der Huthi-Miliz in der Hafenstadt Hodeida gegeben. Wie ein Militärvertreter aus dem Umfeld der Miliz der Nachrichtenagentur AFP sagte, war das Ziel des Angriffs eine Stellung am Stadtrand von Hodeida, von der aus die Huthis kurz zuvor eine Rakete abgefeuert hatten.

Die USA hatten seit gestern gemeinsam mit der britischen Armee und mit Unterstützung weiterer Verbündeter Stützpunkte der Miliz im Jemen mehrfach angegriffen. Das US-Kriegsschiff „U.S.S. Canrey“ feuerte dabei nach Angaben der US-Streitkräfte zuletzt auf eine Radaranlage der Huthis. Der Miliz zufolge wurden bei den Angriffen fünf ihrer Kämpfer getötet.

Die ersten Angriffe mit Kampfjets und von Kriegsschiffen aus erfolgten nach dem mehrfachen Beschuss von Handelsschiffen im Roten Meer. Die Huthis hatten sich nach dem Beginn der Kämpfe im Gazastreifen mit der radikalislamischen Hamas solidarisch erklärt und Schiffe mit mutmaßlicher Herkunft oder Destination Israel zum militärischen Ziel auserkoren.

Der Abzug der UNO-Friedenstruppe aus der Demokratischen Republik Kongo (DRC) in Zentralafrika hat begonnen. Außenminister Christophe Lutundula gab den Start heute bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Chef der Friedensmission MONUSCO, Bintou Keita, in der Hauptstadt Kinshasa bekannt.

Lutundula und Keita sagte zu, sich für einen „vorbildlichen“ Abzug einzusetzen. Dieser solle nun in drei Phasen erfolgen und Ende des Jahres abgeschlossen sein.

Der UNO-Sicherheitsrat hatte im Dezember für einen beschleunigten Abzug der Friedenstruppe gestimmt, nachdem die Regierung in Kinshasa das zuvor monatelang gefordert hatte – trotz immer noch andauernder Gewalt im Osten des Landes. Die Regierung warf der UNO-Truppe vor, die Bevölkerung nicht wirkungsvoll vor den in der Region aktiven bewaffneten Milizen zu schützen.

Trotz anhaltender Gewalt durch Milizen

Mehrere Mitglieder des UNO-Sicherheitsrats, darunter die USA, hatten Zweifel angemeldet, dass die kongolesische Armee die MONUSCO beim Schutz der Bevölkerung ersetzen kann. UNO-Missionen können allerdings nur mit Zustimmung der jeweiligen Gastländer agieren, so dass der Sicherheitsrat schließlich einlenkte.

Die MONUSCO war seit 1999 in der DRC stationiert, zuletzt mit 13.500 Soldaten und 2.000 Polizisten. Dem vom UNO-Sicherheitsrat verabschiedeten Abzugsplan zufolge sollen in einer ersten Phase bis Ende April die Soldaten aus der Provinz Südkivu abgezogen werden. Ab Mai soll die Mission dann nur noch in den Provinzen Nordkivu und Ituri stationiert sein. Der weitere Abzug soll von einem Evaluierungsbericht der ersten Phase abhängig gemacht werden.

An der Grenze zwischen dem Libanon und Israel hat es heute erneut gegenseitigen Beschuss gegeben. Die libanesische Hisbollah-Miliz feuerte mehrere Geschoße auf den Norden Israels ab, teilte das israelische Militär mit. Sie seien über unbebautem Gebiet niedergegangen.

Die israelische Armee habe die Stellungen unter Beschuss genommen, von denen die Angriffe ausgegangen waren. Darüber hinaus bombardierten israelische Kampfjets „terroristische Infrastruktur“ der Hisbollah im Südlibanon, hieß es in der Mitteilung weiter.

Über mögliche Opfer der israelischen Angriffe wurde im Libanon zunächst nichts bekannt. Wie die Hisbollah in Beirut bekanntgab, führte sie im Laufe des Tages mehrere Angriffe auf Ziele im Norden Israels aus. Demnach beschossen ihre Kämpfer mit Artilleriewaffen Kasernen, Stellungen und Sammelpunkte der israelischen Streitkräfte. Die Angaben beider Seiten können derzeit nicht überprüft werden.

Seit Beginn des Gaza-Kriegs am 7. Oktober kommt es an der Grenze zwischen Israel und dem Libanon immer wieder zu Konfrontationen zwischen der israelischen Armee und der Hisbollah-Miliz. Auf beiden Seiten gab es bereits Tote. Es ist die schwerste Eskalation seit dem zweiten Libanon-Krieg im Jahre 2006.

Israels Armee hat nach eigenen Angaben erneut bewaffnete Mitglieder der Hamas im Gazastreifen getötet. Sie seien identifiziert worden, als sie ein Hauptquartier der islamistischen Terrororganisation im Zentrum des Küstenstreifens betreten hätten, teilte das Militär heute mit.

Bei einem Luftangriff sei die Hamas-Zentrale zerstört und eine nicht genannte Zahl von Personen getötet worden. Auch in der Stadt Chan Junis im Süden des Gebietes seien bei Angriffen mehrere Mitglieder der radikalislamischen Organisation getötet worden, teilte die israelische Armee weiter mit. Außerdem habe das Militär Dutzende Raketenwerfer im Gazastreifen zerstört.

Bericht: CIA sammelt Informationen über Hamas-Anführer

Der US-Auslandsgeheimdienst CIA sammelt nach Angaben der „New York Times“ („NYT“) Informationen über hochrangige Anführer der islamistischen Hamas und stellt diese Israel im Gaza-Krieg zur Verfügung. Dafür sei unmittelbar nach dem Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober eine Taskforce eingerichtet worden, hieß es in dem Bericht unter Berufung auf nicht namentlich genannte US-Regierungsvertreter.

Es würden auch Informationen über den Aufenthaltsort von Geiseln im Gazastreifen gesammelt, hieß es. Es sei nicht bekannt, wie wertvoll die Informationen für Israel seien. Bisher ist es nach israelischen Angaben noch nicht gelungen, das Führungstrio der Hamas, Jahja Sinwar, Mohammed Deif und Marwan Issa, zu fassen.

Im deutschen Duisburg haben nach Polizeiangaben etwa 2.400 Menschen gegen den Neujahrsempfang der rechten Alternative für Deutschland (AfD) mit Parteichefin Alice Weidel protestiert. Später hätten noch etwa 80 Gegendemonstranten vor dem Veranstaltungsort ausgeharrt.

Zu der Protestkundgebung hatte unter anderem der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) aufgerufen. Nennenswerte Vorfälle gab es laut Polizei nicht. Gleichzeitig demonstrierten in Düsseldorf nach Polizeiangaben rund 650 Menschen dafür, ein Parteiverbot gegen die AfD zu prüfen.

Als Reaktion auf einen Angriff auf einen türkischen Militärstützpunkt im Irak hat die Türkei eigenen Angaben zufolge Luftangriffe auf fast 30 „Terrorziele“ im Nordirak und in Syrien geflogen. Ziel der nächtlichen Angriffe seien Höhlen, Bunker, Schutzräume und Ölanlagen der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) und der kurdischen Miliz YPG gewesen, teilte das türkische Verteidigungsministerium heute mit.

Die YPG hatte beim von den USA geführten Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) eine wichtige Rolle gespielt. Die Türkei hingegen betrachtet sie als Partnerorganisation der PKK.

Bei dem Angriff auf einen türkischen Armeestützpunkt im Nordirak waren nach jüngsten Angaben Ankaras neun türkische Soldaten getötet worden. „Terroristen“ hätten versucht, die Militärbasis nahe Metina zu stürmen.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan wollte heute in einer Dringlichkeitssitzung in Istanbul über die zunehmenden Angriffe auf türkische Truppen in der Region sprechen. Wie Innenminister Ali Yerlikaya mittelte, wurden heute bei Einsätzen in der gesamten Türkei 113 Menschen wegen des Vorwurfs festgenommen, Verbindungen zur PKK zu unterhalten.

EU

Mitte Jänner will die ÖVP ihre Kandidaten und Kandidatinnen für die EU-Wahl präsentieren. Bereits am Montag könnte es so weit sein, wenn der Bundesparteivorstand tagt. Mehreren Medienberichten zufolge gilt Reinhold Lopatka als Spitzenkandidat gesetzt.

Bestätigen wollte das Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) heute am Rande des Landesparteitags der ÖVP Burgenland nicht. Es gebe noch Gespräche, man werde die Kandidaten „rechtzeitig bekanntgeben“.

Gute Chancen auf den zweiten Listenplatz hat offenbar die ÖVP-Delegationsleiterin im Europaparlament, Angelika Winzig. Spekuliert worden war zuletzt über eine mögliche Kandidatur einer Quereinsteigerin, wie der ORF-Moderatorin Vera Russwurm und Ex-ZIB-Moderatorin und früheren Direktorin des Jüdischen Museums, Danielle Spera. Laut mehreren Medienberichten dürften beide als mögliche Kandidatinnen aber wieder vom Tisch sein.

Karas tritt nicht mehr an

Derzeit ist die ÖVP mit sieben Abgeordneten im EU-Parlament vertreten. Umfragen zufolge dürften sich bei der EU-Wahl im Juni nicht mehr sieben Mandate ausgehen. Der bekannteste der bisherigen ÖVP-Abgeordneten, der Vizepräsident des EU-Parlaments, Othmar Karas, tritt wegen Differenzen mit der Parteiführung nicht mehr an.

Neben Karas und Winzig sitzen für die ÖVP noch die beiden Niederösterreicher Lukas Mandl und Alexander Bernhuber, die Tirolerin Barbara Thaler, der Burgenländer Christian Sagartz und seit Kurzem der frühere TV-Moderator Wolfram Pirchner, der für Simone Schmiedtbauer nach deren Wechsel in die steirische Landesregierung nachrückte, im EU-Parlament.

Ukraine-Krieg

Die Ukraine ist nach eigenen Angaben heute Früh erneut Ziel schwerer Luftangriffe Russlands geworden. In mindestens fünf Regionen seien Raketen abgeschossen worden, melden die zuständigen Behörden. Mehrere Gebäude – darunter auch Wohnhäuser – seien durch herabstürzende Trümmer beschädigt worden. Berichte über Opfer lagen nicht vor.

Die Polizei in der nordukrainischen Region Tschernihiw veröffentlichte ein Bild von einem großen Krater, den eine abgeschossene Rakete in den Boden gerissen haben soll. Die ukrainische Luftwaffe erklärte, Russland habe bei dem Angriff auch Hyperschallraketen des Typs Kinschal eingesetzt.

Ob diese besonders schwer abzufangenden Geschoße Ziele getroffen haben, ist unklar. Von den ukrainischen Behörden gibt es heute deutlich weniger Informationen als sonst. Insgesamt seien 40 Luftangriffe registriert und acht Raketen zerstört worden.

Das ist ein geringerer Anteil als gewöhnlich, ein Grund für die niedrigere Abfangquote wurde nicht genannt. Ein Sprecher der ukrainischen Luftwaffe berichtete in der vergangenen Woche von einem Mangel an Abfangraketen.

Wirtschaft

Die US-Luftfahrtbehörde hat das Flugverbot für Boeing-737-Max- 9-Flugzeuge auf unbestimmte Zeit verlängert. Das anhaltende Flugverbot für 171 Flugzeuge diene „der Sicherheit der amerikanischen Reisenden“, erklärte die Federal Aviation Administration (FAA) gestern (Ortszeit).

40 der Flugzeuge müssen erneut inspiziert werden. Anschließend werde die Behörde die Ergebnisse prüfen und entscheiden, ob die Sicherheit ausreichend sei, um die Max 9 wieder fliegen zu lassen.

„Konzentrieren uns auf Herstellungsprozess“

Die Behörde hatte noch am Montag erklärt, das Flugverbot werde aufgehoben, sobald die Flugzeuge inspiziert worden seien. „Wir konzentrieren uns zunehmend auf den Herstellungsprozess“, sagte FAA-Administrator Mike Whitaker gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.

Eine Boeing 737 Max 9 von Alaska Airlines auf dem Portland International Airport
APA/AFP/Getty Images/Mathieu Lewis-Rolland

Unter strengerer Aufsicht wird die Aufsichtsbehörde die Produktionslinie und die Zulieferer der Boeing 737 Max 9 überprüfen. Danach will sie in Erwägung ziehen, bestimmte Aspekte der Sicherheitszertifizierung neuer Flugzeuge, die sie bisher dem Flugzeughersteller zugewiesen hatte, durch eine unabhängige Stelle übernehmen zu lassen.

Nach einem dramatischen Zwischenfall mit einem herausgebrochenen Kabinenteil bei einer Boeing 737 Max 9 in knapp 4.900 Meter Höhe hatte die US-Flugaufsicht letzte Woche 171 Maschinen des Typs vorerst nicht mehr starten lassen.

Der insolvente Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof (GKK) ist nach eigenen Angaben bis zum Spätsommer durchfinanziert. „Die Liquidität reicht weit über den Insolvenzgeldzeitraum, also bis in den Spätsommer, hinaus“, sagte der vorläufige Insolvenzverwalter Stefan Denkhaus der dpa. Er will das Verfahren in einem Zeitfenster von sieben bis acht Monaten abschließen.

Galeria hatte am Dienstag einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht Essen gestellt. Es ist die dritte Insolvenz innerhalb von dreieinhalb Jahren. Ziel ist die Fortführung des Unternehmens. GKK, das zurzeit noch zur ebenfalls insolventen Signa-Gruppe zählt, sucht einen neuen Eigentümer. Gespräche haben bereits stattgefunden.

Denkhaus zufolge gibt es „mehr als zwei“ mögliche Interessenten, näher wollte er sich dazu nicht äußern. In der kommenden Woche soll der Gläubigerausschuss über den Investorenprozess beraten, anschließend sollen die Verhandlungen beginnen.

Chronik

Elf Monate vor der geplanten Wiedereröffnung der bei einem Brand schwer beschädigten Pariser Kathedrale Notre-Dame ist der Dachstuhl fertiggestellt worden.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron teilte heute auf der Plattform X (Twitter) Bilder von dem Balkenwerk und schrieb vom „Stolz Frankreichs“. Zuletzt waren die letzten Arbeiten für den Dachstuhl abgeschlossen worden, wie das für den Wiederaufbau zuständige Etablissement Public mitteilte.

Die Kathedrale wurde im Frühjahr 2019 bei einem Brand schwer beschädigt. Macron versprach damals einen Wiederaufbau innerhalb von fünf Jahren. Die Wiedereröffnung der Kirche ist für den 8. Dezember 2024 vorgesehen.

Im Kampf gegen kriminelle Banden haben die ecuadorianischen Sicherheitskräfte 859 Verdächtige festgenommen. Bei Einsätzen im ganzen Land seien zudem Schusswaffen, Munition, Sprengstoff, Brandsätze, Boote und Fahrzeuge sichergestellt worden, teilte die Regierung in der Nacht auf heute mit.

Polizisten auf der Suche nach aus dem Hochsicherheitsgefängnis der ecuadorianischen Hafenstadt Guayaquil ausgebrochenen Häftlingen
APA/AFP/Yuri Cortez

Zudem hätten Soldaten und Polizisten 56 Geiseln aus der Gewalt der Gangs befreit. Fünf mutmaßliche Bandenmitglieder und zwei Polizisten seien bei Gefechten ums Leben gekommen. Außerdem setzten die Sicherheitskräfte 25 entflohene Häftlinge fest.

Bewaffnete stürmten Fernsehsender

Nachdem Bewaffnete am Dienstag während einer live übertragenen Nachrichtensendung ein Studio des staatlichen Fernsehsenders TC Television gestürmt und zahlreiche Geiseln genommen hatten, schickte die Regierung die Streitkräfte in den Kampf gegen die Gangs.

Präsident Daniel Noboa erklärte per Dekret, dass sich Ecuador in einem internen bewaffneten Konflikt befinde. Er deklarierte 22 kriminelle Gruppen als terroristische Organisationen und nicht staatliche Kriegsparteien, die auszuschalten seien.

Die Sicherheitslage in Ecuador hatte sich zuletzt dramatisch verschlechtert. Die Mordrate von 46,5 Tötungsdelikten pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner im vergangenen Jahr war die bisher höchste in der Geschichte des einst friedlichen Anden-Staates und eine der höchsten Lateinamerikas.

Der ehemalige US-Präsident Donald Trump muss wegen einer gescheiterten Klage gegen die „New York Times“ („NYT“) der Zeitung fast 393.000 US-Dollar (rund 360.000 Euro) Anwaltshonorare, Gerichtskosten und Auslagen erstatten. Das entschied gestern (Ortszeit) Medienberichten zufolge ein Richter des Obersten Gerichtshofs des Bundesstaates New York. Die Zeitung hatte 2018 über geheim gehaltene Finanzen von Trump berichtet, seine Klage dagegen hat er verloren.

Die Zeitung hatte 2018 berichtet, Trump habe sich nicht wie von ihm dargestellt aus eigener Kraft ein großes Vermögen erarbeitet, sondern mit Hilfe von dubiosen Methoden und Steuerhinterziehung über Jahre vom Unternehmen seines Vaters Hunderte Millionen US-Dollar übertragen bekommen. Für diese Berichterstattung erhielt die Zeitung den Pulitzer-Preis.

Trump klagte sie später auf 100 Millionen Dollar. Der Richter Robert Reed wies jedoch die Klage von Trump gegen die „NYT“ sowie drei ihrer Journalisten im vergangenen Jahr ab.

Anwälte: Rückerstattung „übertrieben und unangemessen“

Die Anwälte des Republikaners bezeichneten den geforderten Betrag zur Rückerstattung der Anwaltskosten als „exorbitant, übertrieben und unangemessen“. Trump hatte neben der Zeitung auch seine Nichte Mary Trump und andere geklagt. Er behauptete, seine Nichte und die „NYT“-Journalisten seien „in ein heimtückisches Komplott verwickelt“ gewesen.

Reed hatte diese Behauptung im Mai in seinem Urteil zurückgewiesen. Er erklärte, Trumps Anschuldigungen gegen die „New York Times“ seien „verfassungsrechtlich nicht haltbar“. Die Klage gegen seine Nichte hält Trump aufrecht.

Im Raum St. Johann in Tirol ist in der Nacht ein leichtes Erdbeben verzeichnet worden. Es hatte die Stärke von 3.0, berichtete der Österreichische Erdbebendienst (GeoSphere Austria) in einer Aussendung.

„Wahrscheinlich auch aufgrund der Uhrzeit“ – es war 2.58 Uhr – wurde das Beben nur vereinzelt im Bereich des Epizentrums wahrgenommen.

Science

Die US-Raumfahrtbehörde NASA hat erstmals ihr neues Überschallflugzeug X-59 der Öffentlichkeit vorgestellt. Der rund 30 Meter lange und vorne spitze Jet mit einer Flügelspannweite von etwa zehn Metern wurde gestern auf einem Gelände des Rüstungskonzerns Lockheed Martin im US-Bundesstaat Kalifornien präsentiert, wie Livebilder der NASA zeigten.

Das Flugzeug ist das Herzstück der NASA-Mission „QUESST“ (Quiet Super Sonic Technology). Im Verlauf des Jahres sind erste Flugtests über ausgewählten Regionen der USA geplant, bei denen weitere Daten gesammelt werden sollen.

Ohne Überschallknall

Das Besondere am X-59: Die Maschine soll ohne Überschallknall fliegen können. Beim Fliegen mit Überschall ist die Fluggeschwindigkeit größer als die Schallgeschwindigkeit in der Umgebung des Flugzeuges. Durchbricht ein Flugzeug in der Luft die Schallmauer, gibt es einen sehr lauten Knall. Er ist nicht nur einmal zu hören, sondern entsteht permanent.

Überschallflugzeug „X-59“
APA/AFP/Robyn Beck

Der X-59 soll in etwa 16 Kilometer Höhe mit rund 1.500 Kilometern pro Stunde fliegen – und anstelle eines lauten Knalls nur ein Geräusch erzeugen, das so laut wie das Zuschlagen einer Autotür ist. Für die Entwicklung des Fliegers hat Lockheed Martin rund 250 Millionen Dollar (etwa 230 Mio. Euro) von der NASA erhalten.

Reguläre Überschallflüge gab es zuletzt vor rund 20 Jahren mit der legendären Concorde zwischen Paris, London und New York. Nach einem Unglück in Paris mit mehr als 100 Toten im Jahr 2000 wurde der Betrieb 2003 auch wegen hoher Verluste eingestellt. Neben NASA und Lockheed Martin arbeiten derzeit auch noch andere Unternehmen an einer Rückkehr der Überschalljets.

Kultur

In Großbritannien sind Drehbücher zur Kultserie „Friends“ für 22.000 Pfund (rund 25.600 Euro) versteigert worden. Man sei über das große weltweite Interesse erstaunt gewesen, teilte das Auktionshaus Hansons gestern auf seiner Website mit. Die Skripte beinhalten Texte aus den beiden letzten Folgen der vierten Staffel, als Ross in London heiraten will, dabei aber aus Versehen Rachels Namen am Altar sagt.

„Die Bieter waren ganz verrückt nach diesen Drehbüchern“, sagte Amanda Butler vom Auktionshaus laut Mitteilung. Angeblich wurden sie in einem früheren TV-Studio gefunden. „Offensichtlich wurden Cast und Crew angewiesen, ihre Ausgaben zu zerstören, damit das Ende nicht verraten wird. Die beiden sind wohl durchgerutscht.“

Drehbücher in Mistkübel gefunden

In einem Interview mit der BBC erklärte Butler, warum sie davon ausgeht, dass die Drehbücher echt sind. Die Frau, die die Drehbücher gefunden habe, habe in den 1990ern in dem TV-Studio gearbeitet und diese dort im Mistkübel gefunden. „Und sie hat sie seitdem behalten. Ich glaube, sie hatte vergessen, dass sie die hat.“

Jetzt habe die Frau andere Objekte versteigern lassen und gefragt, ob auch die Drehbücher eine Chance hätten. Das Auktionshaus wertet die Hintergrundgeschichte als authentisch – die Drehbücher sähen auch nicht aus wie die, die man einfach im Internet kaufen könne. Das Auktionshaus hatte ursprünglich etwa 600 bis 800 Pfund erwartet (etwa 700 bis 930 Euro). Am Ende zahlte der Bieter einschließlich Gebühren nun knapp 29.000 Pfund (etwa 33.700 Euro).

Leute

Fünf Jahre nach ihrer Verlobung hat die frühere neuseeländische Ministerpräsidentin Jacinda Ardern ihren langjährigen Lebensgefährten Clarke Gayford geheiratet. Die streng geheim gehaltene Zeremonie fand heute unter hohen Sicherheitsvorkehrungen in der beliebten Weinregion Hawke’s Bay auf der Nordinsel statt, wie neuseeländische Medien berichteten. Auf Fotos war das Paar Hand in Hand zwischen Reihen von Weinstöcken zu sehen.

Neuseelands ehemalige Premierministerin Jacinda Ardern bei der Hochzeit mit ihrem Lebensgefährten Clarke Gayford
Reuters/Felicity Jean Photography

Nach Angaben der Zeitung „New Zealand Herald“ und der Nachrichtenseite „Stuff“ waren nur Familienmitglieder, enge Freunde und einige Politiker und Politikerinnen eingeladen, darunter Arderns Nachfolger und Ex-Premierminister Chris Hipkins. Neuseeländische Medien hatten wochenlang über die möglichen Details der Zeremonie spekuliert, jedoch waren nur wenige Informationen öffentlich geworden.

Das Paar hatte im Mai 2019 seine Verlobung bekanntgegeben, ein Jahr, nachdem die gemeinsame Tochter zur Welt gekommen war. Die Hochzeit war für Jänner 2022 geplant, aber wegen der strikten Auflagen während der Coronavirus-Pandemie musste die Trauung auf unbestimmte Zeit verschoben werden. „So ist das Leben“, sagte Ardern damals.

Überraschender Rücktritt

Jacinda Ardern war von 2017 bis zu ihrem überraschenden Rücktritt Anfang 2023 Ministerpräsidentin des Pazifikstaates. Ihr fehle die Kraft, um als Ministerpräsidentin weiterzumachen, hatte sie damals gesagt. Bei ihrem Amtsantritt war sie die damals jüngste Regierungschefin der Welt.

Wegen ihrer empathischen Art hatte sich die Politikerin auch international einen Namen gemacht. Besonders ihr Umgang mit den blutigen Attentaten von Christchurch im Jahr 2019 brachte ihr viel Anerkennung. Damals hatte ein Rechtsextremist in zwei Moscheen 51 Muslime erschossen.

Mittlerweile hat Ardern mehrere Rollen außerhalb der Politik übernommen, etwa an der US-Universität Harvard, in der Terrorismusbekämpfung und im Klimaschutz. Bei ihrem Rücktritt im vergangenen Jahr sagte sie: „Clarke, lass uns endlich heiraten!“