Inland

Im Prozess gegen Ex-Kanzler Sebstian Kurz wegen Falschaussage vor dem U-Ausschuss wird derzeit Ex-Finanzminister am Wiener Landesgericht Hartwig Löger als Zeuge befragt. Der Schlüsselzeuge Thomas Schmid sagte aus, dass – insbesondere in der Causa ÖBAG – keine Personalentscheidungen an Kurz vorbei getroffen worden seien.

Löger sagte, er habe anfangs nichts von einem Sideletter zwischen den Koalitionspartnern ÖVP und FPÖ, also Absprachen für Personalbesetzungen im staatsnahen Bereich, gewusst. Im ersten Monat der neuen ÖVP-FPÖ-Regierung habe er diesen aber wohl einmal gesehen, sagte er später.

Hartwig Löger am Wiener Straflandesgericht
ORF/Lukas Krummholz

Er widersprach de facto auch den Aussagen Lögers bei dessen Einvernahme durch die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA). Löger wird nun vor Gericht mit Schmids unterschiedlicher Darstellung der Ereignisse konfrontiert.

„Wohl Kandidat der letzten Minute“

Löger verwies zu Beginn der Befragung durch Richter Michael Radazstics darauf, dass er sich möglicherweise bei Fragen entschlagen werde, da er weiter im CASAG-Verfahren (Causa Casinos Austria) als Beschuldigter geführt werde. Er sei erst am Ende der Koalitionsverhandlungen, „wohl als Kandidat der letzten Minute“, gefragt worden, ob er Finanzminister werden wolle.

Er habe zugestimmt, um Positives für Österreich zu bewirken, und weil er Tage zuvor bei seinem Sohn am Kühlschrank den Spruch „Life begins at the end of your comfort zone“ (Das Leben beginnt, wenn man die Komfortzone verlässt, Anm.) gesehen habe.

Kabinett übernommen

Er habe das Ministerkabinett – und damit Schmid – großteils übernommen. Das sei auch seine Bedingung gewesen, da er sich sehr rasch habe einarbeiten und ein Doppelbudget präsentieren müssen. Das Koalitionsprogramm sei praktisch fertig gewesen, noch offen gewesen seien aber zum Zeitpunkt seiner Zusage gewisse Fragen des Umgangs mit den Beteiligungen gewesen.

Von einem Sideletter, Absprachen über die Aufteilung von Manasgement- und Aufsichtsratsposten, habe er damals nichts gewusst. Später habe er erfahren, dass es eine Art Gentlemen’s Agreement gegeben habe.

Vorschlag, nicht verpflichtende Vorgabe

Die Entscheidungen über die Besetzungen seien im Nominierungskomitee getroffen worden. Auf Vorhalt einer Kopie des Sideletters räumte Löger ein, dass er diesen wohl später, im Jänner 2018, einmal gesehen habe.

Im Sideletter wurde festgelegt, dass das Nominierungskomitee allein von der ÖVP beschickt werden soll. Hier antwortete Löger ausweichend, was die ÖVP-Zugehörigkeit zu den beiden anderen Mitgliedern neben ihm und dem damaligen Kurz-Vertrauten Gernot Blümel betrifft. Eine Chatnachricht von Schmid an Löger, in der ihm konkrete Namen für den neuen Aufsichtsrat gegeben wurden, beurteilte Löger als Vorschlag für die Debatte im Nominierungskomitee, nicht als verpflichtende Vorgabe. Löger betonte zugleich, er habe keine direkte Erinnerung an die Nachricht.

Vor der WKStA hatte Löger angegeben, dass Kurz über Bestellungen zu einem guten Teil informiert gewesen sei, nach seiner Meinung oder seiner Zustimmung habe Löger Kurz nicht gefragt. Dem widersprach Schmid vor Gericht deutlich: Das Bundeskanzleramt habe sehr klare Vorstellungen und auch Vorgaben bei Personalbesetzungen gehabt.

Schmid: Löger stimmte sich mit Bundeskanzleramt ab

Schmid gab letzte Woche bei seiner zwei Tage dauernden Befragung im Prozess an, dass nichts an Kurz vorbei entschieden worden sei. Bei wichtigen Personalentscheidungen habe er ein „Vetorecht“ gehabt.

Kurz seien die Staatsbeteiligungen besonders am Herzen gelegen. Schon 2017 habe er, Schmid, von Kurz den Auftrag bekommen, sich damit zu beschäftigen, und Kurz habe ihn auch bei der ÖBAG sehen wollen, so Schmid.

Chats und Schmid-Aussagen im Zentrum

Kurz wird von der WKStA konkret vorgeworfen, seine Rolle bei der Bestellung von Schmid, dem Ex-Generalsekretär im Finanzministerium, zum Vorstand der Staatsholding ÖBAG und der Auswahl des ÖBAG-Aufsichtsrats nicht wahrheitsgemäß dargestellt zu haben. Kurz hatte im U-Ausschuss angegeben, dass er informiert, aber nicht involviert gewesen sei. Die Ankläger sehen ihre Vorwürfe gegen Kurz durch zahlreiche Chats unter anderen mit Schmid belegt.

Laut den vorgelegten Chats gab es teils akribische Abstimmungen und Debatten über Personalentscheidungen im Team der ÖVP. Löger habe sich auch von sich aus mit dem Bundeskanzleramt und dem Team von Kurz eng abgestimmt, sagte Schmid. Schmid galt selbst jahrelang als enger Vertrauter von Kurz. Im Jahr 2019 wurde er Chef der ÖBAG, an deren Reform er maßgeblich beteiligt war.

Kurz weist alle Vorwürfe zurück

Kurz wies im Prozess die Vorwürfe zurück und warf der Anklage vor, die Nachrichten falsch zu interpretieren und daraus falsche Schlüsse zu ziehen. Mitangeklagt ist der frühere Kabinettschef von Kurz, Bernhard Bonelli. Auch ihm wird eine falsche Zeugenaussage vor dem U-Ausschuss vorgeworfen. Für alle Genannten gilt die Unschuldsvermutung.

Um die Luftqualität zu verbessern und Ansteckungen von Infektionskrankheiten zu reduzieren, fordert SPÖ-Chef Andreas Babler flächendeckend Luftfilter und Belüftungsanlagen für Schulen und Kindergärten. „Seit Jahren ist die österreichische Bundesregierung säumig, wenn es um Lufthygiene geht. Das ist unverantwortlich“, sagte Babler gestern. Schlechte Lufthygiene würde hohe wirtschaftliche Folgekosten verursachen.

Als Bürgermeister von Traiskirchen habe Babler Raumluftsensoren und Luftreinigungsgeräte in seiner Stadtgemeinde einbauen lassen. Das will der SPÖ-Chef nun für ganz Österreich. Schlechte Luftqualität führe nachweislich zu schlechteren Leistungen von Schülerinnen und Schülern und vor allem in der kälteren Jahreszeit zu höherer Ansteckungsgefahr mit Infektionskrankheiten. In Kindergärten hätten Lüftungsanlagen laut Studien den Effekt, dass die Mädchen und Buben um 30 Prozent weniger krank sind.

Babler: Folgekosten in Milliardenhöhe würden verhindert

Zudem könnten die Maßnahmen wirtschaftliche Folgekosten in Milliardenhöhe verhindern. In Österreich wurden laut Daten der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) 45 Prozent der Krankenstände durch Infektionskrankheiten wie Covid-19 verursacht, berichtete Thomas Czypionka von der Forschungsgruppe Health Economics and Health Policy am Institut für höhere Studien (IHS) in Wien kürzlich.

Die dadurch entstehenden betriebs- und volkswirtschaftlichen Fehlzeitenkosten bezifferte Czypionka mit drei bis vier Milliarden Euro. Ein maßgeblicher Teil davon wäre durch den Einsatz von Luftfiltern und Belüftungsanlagen vermeidbar.

„Die Politik muss die Rahmenbedingungen für ein gesundes Leben schaffen“, sagte Babler. Auch Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber seien – auch aus Eigeninteresse – aufgerufen, Lufthygiene ernst zu nehmen.

Ausland

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Israel vorgeworfen, ein Krankenhaus im Gazastreifen de facto zerstört zu haben.

WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus äußerte sich dazu gestern im Kurznachrichtendienst X (Twitter) „entsetzt über die faktische Zerstörung des Kamal-Adwan-Krankenhauses im nördlichen Gazastreifen in den vergangenen Tagen“. Das Krankenhaus sei nicht mehr einsatzfähig, außerdem seien Patienten ums Leben gekommen.

Medienberichten zufolge wurden zahlreiche Mitarbeiter festgenommen, erklärte der WHO-Chef weiter, nachdem die israelische Armee einen mehrtägigen Einsatz in dem Krankenhaus beendet hatte. Viele Patienten hätten sich „unter großem Risiko für ihre Gesundheit und Sicherheit“ selbst in Sicherheit bringen müssen, weil Krankenwagen das Krankenhaus nicht hätten erreichen können. Mehrere Patienten seien wegen fehlender medizinischer Versorgung gestorben, unter ihnen ein neun Jahre altes Kind.

Israel warf Tedros in einer Reaktion vor, nicht darauf hingewiesen zu haben, dass sich Kämpfer der islamistischen Palästinenserorganisation Hamas in dem Krankenhaus verschanzt hätten. Außerdem seien die israelischen Streitkräfte vor dem Eindringen in die Klinik mit dem medizinischen Personal in Kontakt getreten, erklärte die israelische Vertretung bei den Vereinten Nationen in Genf.

Die Armee habe ein „humanitäres Fenster“ zugelassen, und der Großteil des Krankenhauses sei evakuiert worden.

Die israelische Armee hat eigenen Angaben zufolge den bisher größten Tunnel der Terrororganisation Hamas im Gazastreifen freigelegt. Er befindet sich nur wenige hundert Meter von einem wichtigen Grenzübergang entfernt und ist so groß, dass kleine Fahrzeuge darin fahren können, wie ein AFP-Fotograf berichtete. Der Tunnel sei Teil eines größeren, verzweigten Netzes, das vier Kilometer lang sei und bis auf 400 Meter an den Grenzübergang Erez heranreiche, teilte die israelische Armee gestern mit.

Bau soll Millionen Dollar gekostet haben

Der Bau des Tunnels habe Millionen Dollar gekostet und mehrere Jahre gedauert, Projektleiter sei Mohammed Sinwar gewesen, Bruder des Hamas-Anführers Jahja Sinwar, der als einer der Drahtzieher des Großangriffs der Hamas auf Israel am 7. Oktober gilt. Die Gänge verfügen über eine Kanalisation, Elektrizität, Lüftung, Abwasserentsorgung und ein Kommunikationsnetz sowie Schienen. Der Boden besteht aus festgestampfter Erde, die Wände sind aus Stahlbeton und der Eingang aus einem Metallzylinder mit eineinhalb Zentimeter dicken Wänden.

Auf von den israelischen Armee veröffentlichten Aufnahmen, die von der Hamas gefilmt worden sein sollen, ist ein kleines Baufahrzeug zu sehen, das in den Tunnel gefahren wird, außerdem ein weitläufiges provisorisches Lager mit Fertigbetonteilen zur Verstärkung der Wände und Bauarbeiter, die mit schwerem Gerät in der Erde graben. Die israelische Armee fand nach eigenen Angaben zahlreiche Waffen in dem Tunnel, die für einen Angriff einsatzbereit gewesen seien.

Lage nahe Erez bewusst gewählt

Die Hamas habe große Ressourcen in das Projekt investiert, sagte Armeesprecher Richard Hecht. Das habe sie „nur zu einem Zweck“ getan, um „den Staat Israel und seine Bewohner anzugreifen“, sagte er. Der Tunnel sei ganz bewusst in der Nähe des Übergangs Erez im Norden des Gazastreifens gebaut worden, sagte Hecht. Israel nutzt diesen, um palästinensische Arbeiter und andere Reisende zu kontrollieren, die medizinische Hilfe in Israel benötigen. „Für die Hamas haben Angriffe auf das Volk Israels weiter Priorität vor der Bevölkerung von Gaza“, erklärte Hecht weiter.

Das von der israelischen Armee „Gaza Metro“ genannte Tunnellabyrinth war ursprünglich gebaut worden, um die israelisch-ägyptische Blockade nach der Machtübernahme der Hamas im Gazastreifen im Jahr 2007 zu umgehen. Hunderte Tunnel wurden zum ägyptischen Sinai gebaut, durch die Menschen, Waren, aber auch Waffen in den Gazastreifen gelangten.

Im Norden des Gazastreifens sind nach Angaben der radikalislamischen Hamas 110 Palästinenser bei israelischen Angriffen getötet worden. In einer heute veröffentlichten Mitteilung schrieb die Palästinenserorganisation von „50 Märtyrern“ infolge eines Angriffs auf Häuser in der Siedlung Dschabalia. Somit seien seit gestern insgesamt in der Stadt 110 Menschen getötet worden.

Unterdessen teilte die israelische Armee mit, dass am Wochenende fünf Soldaten getötet worden seien. Laut aktuellen Angaben stieg die Zahl der seit Beginn des Kriegs im Gazastreifen getöteten Soldaten auf 126.

Ein Auto ist laut Augenzeugenberichten in ein geparktes Fahrzeug des Sicherheitsdienstes von US-Präsident Biden gerast. Er und seine Ehefrau Jill hätten nach einem Abendessen Bidens Wahlkampfbüro verlassen, als der Wagen in einen wartenden Geländewagen von Bidens Sicherheitskolonne gefahren sei, hieß es. Biden und die First Lady seien wohlauf.

Unfall zwischen einer silberne Limousine und einem schwarzen SUV in der Innenstadt von Wilmington
APA/AFP/Andrew Caballero-Reynolds

Der Präsident und die First Lady hatten das Hauptquartier der Kampagne „Biden-Harris 2024“ in der verregneten Innenstadt von Wilmington um 20.07 Uhr (2.07 MEZ) verlassen, nachdem sie mit Mitgliedern seines Wiederwahlteams zu Abend gegessen hatten, als sich der Vorfall ereignete, hieß es in einem Pressebericht des Weißen Hauses.

Kurz nachdem Biden auf die Frage eines Reporters geantwortet hatte, stieß eine silberne Limousine mit Delaware-Kennzeichen mit einem Geländewagen zusammen, der die Wagenkolonne an der Kreuzung gegenüber dem Eingang des Hauptquartiers abschirmte.

Es habe einen lauten Knall gegeben, berichteten Medien. Biden, der sich gerade mit Reportern unterhalten habe, sei mit überraschtem Gesichtsausdruck vor dem Fahrzeug gestanden, bevor ihn die Beamten zu seinem Fahrzeug geleitet hätten. Sicherheitsleute hätten sehr schnell reagiert, den Wagen abgedrängt und dessen Fahrer mit Waffen umstellt. Dieser habe sich ergeben. Die Hintergründe des Vorfalls sind unklar.

In Chile ist ersten Ergebnissen zufolge auch ein zweiter Entwurf für eine neuen Verfassung abgelehnt worden, der die derzeitige aus der Zeit der Diktatur von Augusto Pinochet von 1980 ersetzen soll.

Nach Angaben der Wahlkommission von gestern Abend (Ortszeit) lag die Ablehnung in einem Referendum nach Auszählung von knapp 95 Prozent der Stimmen bei 55,7 Prozent. 44,2 Prozent stimmten für das neue Grundgesetz.

Protestwelle 2019

Während die Wähler vor über einem Jahr einem sehr progressiven Entwurf eine Absage erteilt hatten, stimmten sie nun mehrheitlich auch gegen den Vorschlag der rechten Opposition. Der Prozess zu einer neuen Verfassung war 2019 inmitten von Großdemonstrationen gegen die Ungleichheit im Land angestoßen worden.

Eine neue Verfassung war eine der Hauptforderungen der Proteste damals. Die Aufgaben des Staates sind in der aktuellen Verfassung auf ein Minimum reduziert, das Bildungs-, Gesundheits- und Pensionssystem weitgehend privatisiert.

Nordkorea hat nach Angaben des südkoreanischen Militärs eine atomwaffenfähige Rakete mit großer Reichweite abgefeuert. Der Start der mutmaßlichen Interkontinentalrakete (ICBM) sei in der Früh (Ortszeit) erfasst worden, teilte der Generalstab in Seoul mit. Der Flugkörper sei in Richtung des Meeres zwischen der koreanischen Halbinsel und Japan geflogen.

A TV screen shows a file image of North Korea’s missile launch during a news program at the Seoul Railway Station in Seoul, South Korea, Monday, Dec. 18, 2023. North Korea fired an intercontinental ballistic missile into the sea Monday in a resumption of its high-profile weapons testing activities, its neighbors said, as the North vows strong responses against U.S. and South Korean moves to boost their nuclear deterrence plans. (AP Photo/Ahn Young-joon)
AP/Ahn Young-Joon

Erst am späten Abend hatte Nordkorea den Angaben Südkoreas zufolge eine Kurzstreckenrakete getestet. UNO-Resolutionen untersagen der selbst ernannten Atommacht den Start oder auch nur Tests von ballistischen Raketen jeder Reichweite. Solche Raketen können – je nach Bauart – auch mit einem Atomsprengkopf ausgerüstet werden.

Die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel haben sich deutlich verschärft. Nordkorea hatte nach einer beispiellosen Raketentestserie im vergangenen Jahr auch in diesem Jahr wieder mehrfach Raketen einschließlich ICBMs und Lenkflugkörper getestet.

Im Iran sind Tankstellen von einem enormen Softwareproblem betroffen. Die Störung habe unter anderem Einfluss auf das Bezahlsystem an Zapfsäulen, berichtete die iranische Nachrichtenagentur ISNA heute. An rund zwei Dritteln der Tankstellen in dem Land mit knapp 90 Mio. Einwohnerinnen und Einwohnern sei der Betrieb dadurch eingeschränkt.

Die auf Wirtschaftsnachrichten spezialisierte iranische Agentur ILNA berichtete über einen israelischen Hackerangriff als mögliche Ursache für die Störung. Eine offizielle Bestätigung für den Bericht durch die Sicherheitsbehörden gab es nicht.

Die Nachrichtenagentur Tasnim, die den einflussreichen Revolutionsgarden (IRGC) nahe steht, dementierte Sorgen über einen möglichen Preisanstieg oder Knappheit an Kraftstoffen. Das Problem an den Zapfsäulen sei technisch, hieß es in einem Posting auf Telegram. Benzin wird im Iran staatlich stark subventioniert. Vor vier Jahren hatten hohe Benzinpreise eine Welle an Protesten ausgelöst, die der Staat gewaltsam niederschlagen ließ.

Wirtschaft

Nach dem abermaligen Scheitern der KV-Verhandlungen im Handel kommt es in der letzten Einkaufswoche vor Weihnachten gleich ab heute Früh zu neuen Arbeitnehmerprotesten. Jeweils ab 7.30 Uhr werde es Streiks im Einkaufszentrum Shopping Nord in Graz und im Gewerbepark Ansfelden in Oberösterreich geben, kündigte die Gewerkschaft GPA gestern an. In Graz kommt es in der Früh auch zu Aktionen auf der Wiener- und Weinzöttlstraße.

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Salzburgs Skischulen rüsten sich wieder gegen illegale Konkurrenz. Vor allem Reisegruppen aus den Niederlanden und Belgien nehmen sich laut Skilehrerverband selbst ernannte Skilehrerinnen und Skilehrer von zu Hause mit. Diese dürften hierzulande gar nicht unterrichten.

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Ukraine-Krieg

Mehrere Ortschaften in der russischen Region Belgorod unweit der Grenze zur Ukraine sind gestern unter Beschuss geraten. Während russische Medien von einem Angriff regulärer ukrainischer Einheiten berichteten, sprach der ukrainische Militärgeheimdienst von einem unerwarteten Angriff durch „Gegner des Kreml-Regimes“. Eine unabhängige Klärung ist nicht möglich.

Nach russischen Angaben wurden mehrere Dörfer angegriffen. Ukrainische Quellen wiederum sprachen von Attacken gegen militärische Ziele in der Region, in deren Verlauf russische Artillerie „chaotisches Feuer“ auf mehrere Dörfer auf russischer Seite der Grenze eröffnet haben soll. Belgorod liegt knapp 50 Kilometer nördlich der ukrainischen Großstadt Charkiw.

Sport

Stefan Kraft und Jan Hörl haben gestern beim zweiten Springen im Schweizer Engelberg für einen österreichischen Doppelsieg gesorgt. Für Kraft war es sein 35. Erfolg im Weltcup. Der 30-jährige Salzburger drehte mit einem Satz auf 142,0 Meter im Finale ordentlich auf, sprang vom fünften Rang an die Spitze und fing seinen Teamkollegen um vier Punkte ab. Damit sind die ÖSV-Adler vor der Vierschanzentournee im Höhenflug.

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ÖFB-Teamspieler Michael Gregoritsch bleibt in der deutschen Bundesliga weiter ein Torgarant für den SC Freiburg. Der 29-jährige Steirer leitete gestern mit seinem dritten Ligatreffer in Serie einen 2:0-Heimsieg über den 1. FC Köln ein und versetzte den Gästen gleichzeitig den nächsten Rückschlag im Abstiegskampf. An der Tabellenspitze bleibt weiter Bayer Leverkusen, das einen souveränen 3:0-Erfolg über Eintracht Frankfurt einfuhr und weiter vier Punkte vor Bayern München liegt.

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Marco Odermatt hat gestern seine Vorherrschaft auf der Gran Risa fortgesetzt und von den jüngsten vier RTL-Rennen in Alta Badia drei für sich entschieden. Der 26-jährige Schweizer wehrte in der Entscheidung den Angriff des Kroaten Filip Zubcic ab und setzte sich mit einem Vorsprung von 0,19 Sekunden durch. Das Duo fuhr in einer eigenen Liga, denn der Slowene Zan Kranjec hatte als Dritter schon 2,26 Sekunden Rückstand. Marco Schwarz rutschte im zweiten Durchgang vom Podest und wurde Vierter. Stefan Brennsteiner belegte Rang acht.

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Chronik

In einer Grazer Wohnung ist ein E-Scooter während des Ladevorgangs explodiert und in Brand geraten. Der 33-jährige Fahrzeugbesitzer sprang daraufhin in Panik aus dem Fenster im ersten Stock und wurde schwer verletzt. Zwei weitere Personen erlitten eine Rauchgasvergiftung.

Mehr dazu in steiermark.ORF.at

Zu einer gefährlichen Situation ist es gestern Abend auf einem Bauernhof in Hofkirchen an der Trattnach in Oberösterreich gekommen. In einem Stall mit 150 Stieren hatte es zu brennen begonnen. Personen und Tiere kamen nicht zu Schaden.

*Mehr dazu in ooe.ORF.at

Ein 15-jähriges Mädchen soll im Jänner 2023 von einem 23-jährigen Salzburger vergewaltigt worden sein, wie gestern von der Polizei bekanntgegeben worden ist. Der Mann wurde in St. Michael im Lungau festgenommen und sitzt in Klagenfurt in Haft. Er spricht von einvernehmlichem Sex.

Mehr dazu in kaernten.ORF.at

Bei der Anzahl der privaten Pkws gibt es große Unterschiede zwischen Österreichs Gemeinden und Städten, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt. Im Schnitt gibt es 483 private Pkws pro 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner. Neben allen Wiener Bezirken liegen auch 168 Gemeinden und Städte unter dem österreichweiten Schnitt.

Mehr dazu in oesterreich.ORF.at

Kein Spielteilnehmer und keine Spielteilnehmerin hat gestern die sechs Richtigen bei Lotto „6 aus 45“ erraten – es gibt einen Jackpot.

Folgende Gewinnzahlen wurden ermittelt:

3 9 31 32 36 38/Zusatzzahl: 6

Die richtigen LottoPlus-Zahlen:

1 20 25 31 41 45

Gleich vier Spielteilnehmer hatten den richtigen Joker auf der Quittung, sie erhalten je rund 56.600 Euro.

Die richtige Joker-Zahl:

9 9 7 5 3 1

Alle Angaben ohne Gewähr

Um den französischen Filmstar Gerard Depardieu wird es nicht ruhig. Eine kürzlich veröffentlichte Doku rückte den 74-Jährigen einmal mehr in ein schauriges Licht, zudem häufen sich die Vorwürfe sexueller Übergriffe. Derzeit beschuldigen ihn 16 Frauen. Depardieus Familie rückte am Wochenende aus, um ihn zu verteidigen.

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Bei einem Angriff auf eine Weihnachtsfeier in
der Stadt Salvatierra im Bundesstaat Guanajuato in Mexiko sind mindestens zwölf Menschen getötet und zehn weitere verletzt worden. Bürgermeister German Cervantes sagte, er habe die Opfer gekannt. Es habe sich um „gute junge Leute“ gehandelt.

Ein Teilnehmer sagte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP, etwa sechs bewaffnete Männer seien bei der Feier auf einem Landgut aufgetaucht. „Uns ist klar geworden, dass sie nicht eingeladen waren, und als sie gefragt wurden, wer sie sind, haben sie angefangen zu schießen.“ Auf dem Landgut waren auch ausgebrannte Fahrzeuge zu sehen. Einer der Getöteten soll Opfer von Schutzgelderpressung durch eine kriminelle Bande gewesen sein.

Umwelt & Klima

Land- und Forstwirte machen sich Gedanken über die bevorstehende Borkenkäferzeit im Frühling. Durch die Schneefälle kam es im Wald vermehrt zu Brüchen an Bäumen. Aktuell wird Schadholz aus dem Wald geschafft – es dient als Brutquelle für den Borkenkäfer.

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Schneearme Winter verschärfen die Lawinensituation. Davon ist der Alpenverein überzeugt, der in Zukunft in schneearmen Wintern sogar mit mehr Lawinen als in schneereichen rechnet. Schreitet der Klimawandel weiter voran, wird es auch mehr Lawinenabgänge geben.

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Kultur

Der Wiener Starregisseur Wolfgang Glück ist im Alter von 94 Jahren verstorben – schon am Mittwoch, wie seine Familie nun bestätigte. International bekannt war Glück insbesondere für seine Literaturverfilmungen, 1987 war er für den Auslandsoscar nominiert.

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Expeditionen in die Natur und quer durch unsere Galaxie, schaurige Flüche, verrückte Verse und entführte Torten – die Kinder- und Jugendbücher der Saison warten mit spannendem Lesestoff für lange Winterabende auf.

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Lifestyle

Sie nadeln nicht, sind schnell aufgestellt und wieder weggeräumt, und man kann sie jedes Jahr zu Weihnachten wiederverwenden: Künstliche Christbäume werden immer häufiger verkauft, das Plus beträgt 15 Prozent. Echte Konkurrenz zum traditionellen Christbaum sind sie aber noch nicht.

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Religion

Erstmals in ihrer Geschichte hat die Church of England gleichgeschlechtliche Paare gesegnet. Als eine der ersten erhielten Catherine Bond und Jane Pearce gestern im Rahmen eines Gottesdienstes im ostenglischen Felixstowe den Segen für ihre „Liebe und Freundschaft“ sowie ihre gegenseitigen Verpflichtungen, wie die britische Nachrichtenagentur PA meldete. Das zuständige Gremium – das House of Bishops – hatte den Schritt erst vor wenigen Tagen erlaubt.

Das gleichgeschlechtliche Paar Catherine Bond und Jane Pearce bei einer Segnung
AP/Joe Giddens

Die grundsätzliche Entscheidung, gleichgeschlechtliche Paare zu segnen und für deren Beziehungen zu beten, war bereits im Februar gefallen. Dem waren langwierige Debatten vorausgegangen. Kritikern und Kritikerinnen geht die Entscheidung nicht weit genug, sie fordern, dass gleichgeschlechtlichen Paaren auch der Zugang zu kirchlichen Trauungen erlaubt wird. Anderen gehen bereits die Segnungen zu weit.

Die Church of England ist Staatskirche in England, deren nominelles Oberhaupt König Charles III. ist. Sie ist Mutterkirche der weltweiten anglikanischen Gemeinschaft, die vor allem in den Ländern des Staatenbundes Commonwealth vertreten ist, und gilt nach der römisch-katholischen Kirche und der orthodoxen Kirche als drittgrößte Kirchengemeinschaft der Welt.

Science

Eine Studie hat Warnsignale in Beziehungen identifiziert, die auf spätere Gewalt durch den Partner hinweisen können. Die Anzeichen sollen dabei helfen, sich frühzeitig aus Missbrauchsbeziehungen zu befreien. Eine weitere aktuelle Studie untersuchte indes die langfristigen gesundheitlichen Auswirkungen von Partnergewalt – darunter ein erhöhtes Risiko für Depressionen.

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Panorama

Ehemalige Kleidungsstücke von Prinzessin Diana sorgen bei Auktionen weiter für Rekordpreise. Mehr als 26 Jahre nach ihrem Tod ist gestern Abend (Ortszeit) in Los Angeles (Kalifornien) ein schwarz-blaues Abendkleid, das Diana 1985 und 1986 bei öffentlichen Auftritten getragen hatte, für 1,14 Mio. Dollar (rund 1,05 Mio. Euro) versteigert worden, wie das Auktionshaus Julien’s Auctions mitteilte.

Blau-schwarzes Abendkleid von Diana
www.juliensauctions.com

Ursprünglich war die mit Sternen verzierte Abendrobe von Modeschöpfer Jacques Azagury auf bis zu 200.000 Dollar geschätzt worden. Nun handelt es sich um das teuerste auf einer Auktion verkaufte Kleid, das Diana getragen hat. Es ist fast doppelt so teuer wie der bisherige Rekordhalter, ein Samtkleid von Victor Edelstein von 1991, das bei einer Auktion im Januar 604.800 Dollar erzielt hatte.

Berühmter Schafpullover

Eine weiße Bluse, die Diana 1981 für ihr Verlobungsfoto mit dem heutigen König Charles III. getragen hatte und die auf bis zu 100.000 Dollar geschätzt worden war, wurde nun für 381.000 Dollar versteigert. Erst im September war der berühmte Pullover mit vielen weißen und einem schwarzen Schaf, mit dem Diana 1981 bei einem öffentlichen Auftritt Aufsehen erregt hatte, in New York für 1,1 Mio. Dollar versteigert worden.

Die Mutter der britischen Prinzen William und Harry war in der Nacht zum 31. August 1997 mit 36 Jahren in Paris bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Bis heute hat die Ex-Frau des britischen Thronfolgers Charles als „Königin der Herzen“ viele Fans weltweit.