Inland

Sozialexperte dementiert Rückkehr ins Sozialministerium

Der pensionierte Sektionschef Walter Pöltner hat Medienberichte über seine angebliche Rückkehr ins Sozialministerium dementiert. „Das sind absolute ‚Fake News‘, bei mir hat nie wer nachgefragt“, sagte Pöltner heute zur „Presse“ (Onlineausgabe).

Was richtig sei ist, dass er Ministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ) schon lange kenne und ihr freundschaftlich verbunden sei. „Auch wenn ich ein Roter bin. Wenn sie Fragen hat oder meine Einschätzung zu gewissen Themen braucht, ja, dann gebe ich gerne freundschaftlich dazu Auskunft, wenn sie mich darum bittet“, sagte Pöltner. Geld bekomme er dafür freilich keines. „Prinzipiell bin ich froh, dass ich nichts mehr mit der Politik zu tun habe“, so der langjährige Sektionschef.

Die „Kleine Zeitung“ hatte am Wochenende berichtet, dass Pöltner aus der Pension zurückgeholt werde und im Kabinett von Hartinger-Klein für die „juristische Steuerung“ verantwortlich sein soll.

Doppelpass für Südtiroler laut Italien „besorgniserregend“

Das Thema Doppelpass sorgt erneut für Spannungen zwischen Rom und Wien. Der Minister für die Beziehungen zum Parlament, Riccardo Fraccaro, erklärte heute, dass der Wille der österreichischen Regierung, eine doppelte Staatsbürgerschaft für Südtiroler einzuführen, „besorgniserregend“ sei.

„Sollte das bestätigt werden, was österreichische Medien berichten, wären wir mit einer unangebrachten und feindlichen Geste konfrontiert, die wir mit Entschlossenheit ablehnen würden“, so der aus dem Trentino stammende Minister nach Medienangaben. Fraccaro erklärte, er sei mit dem italienischen Außenminister, Enzo Moavero Milanesi, in Verbindung, der sich um die Angelegenheit kümmere. „Die österreichische Regierung soll auf die weitere politische Instrumentalisierung eines derart wichtigen Themas verzichten“, kommentierte Fraccaro.

Botschafter in Wien kontaktiert

Italiens Außenminister Moavero Milanesi hat den italienischen Botschafter in Wien, Sergio Barbanti, aufgerufen, sich bei der Regierung in Wien bezüglich der jüngsten Informationen zum Thema Doppelpass für Südtiroler zu erkundigen, hieß es in einer Presseaussendung des Außenministeriums in Rom.

Wie die „Tiroler Tageszeitung“ am Samstag aus Regierungskreisen erfuhr, soll bis zum 7. September an dem Gesetzesentwurf gefeilt werden. Dann tritt nämlich die Arbeitsgruppe zum dritten Mal zusammen. Bei den bisher abgehaltenen Strategiesitzungen wurde bereits der Kreis der möglichen Antragsteller definiert. Dabei soll es sich im Zusammenhang mit der Schutzfunktion Österreichs um alle in Südtirol wohnhaften italienischen Staatsbürger mit deutscher oder ladinischer Muttersprache handeln, berichtete die „Tiroler Tageszeitung“. Die Arbeitsgruppen hätten zudem Rechte und Pflichten abgeklärt.

„Grundsätzlich feindliche Initiative“

Sollten die Informationen der „Tiroler Tageszeitung“ bestätigt werden, wäre der Gesetzesentwurf aus italienischer Sicht eine „unangebrachte und grundsätzlich feindliche Initiative“, vor allem angesichts der EU-Ratspräsidentschaft Österreichs, hieß es im Schreiben. Um Erklärungen wolle das italienische Außenministerium auch die österreichische Botschaft in Rom bitten, hieß es.

Kritik an Conte wird laut

Die Rechtspolitikerin Giorgia Meloni, Chefin der Oppositionskraft „Brüder Italiens“ (FdI - Fratelli d’Italia), warnte, dass Österreichs Wille, Südtirolern den Doppelpass zu gewähren, die Weichen für Südtirols Sezession stellen würde. Sie bemängelte, dass die Regierung von Premier Giuseppe Conte nicht laut genug gegen diese „diplomatische Aggression“ gegen Italien protestiert habe.

Ihre Partei sei bereit, gegen Österreich auf die Barrikaden zu gehen. „Wenn Österreich den Doppelpass einführt, werden wir darauf drängen, dass in Italien keine doppelte italienisch-österreichische Staatsbürgerschaft anerkannt wird. Wer die österreichische Staatsbürgerschaft will, wird die italienische verlieren“, so Meloni.

In Österreich zeigte sich der SPÖ-Vorsitzende Christian Kern hinsichtlich der Doppelpässe skeptisch. „Ich halte das für einen falschen Weg, weil wir mit der europäischen Einigung eine gemeinsame Perspektive für Südtirol und Österreich gefunden haben“, wurde Kern in der Südtiroler Tageszeitung „Dolomiten“ zitiert.

Zahl der Abschiebungen um 38 Prozent gestiegen

Die Zahl der Abschiebungen von Personen, die hierzulande kein Asyl bekommen, ist um 38 Prozent gestiegen. Laut Innenministerium wurden von Jänner bis Juni 2.106 Personen zwangsweise zumeist in ihr Herkunftsland zurückgebracht. Im vergangenen Jahr waren es in diesem Zeitraum noch 1.523. Die Zahl der Dublin-Überstellungen sank hingegen von 2.085 im ersten Halbjahr 2017 auf aktuell 1.408 Personen.

Den Rückgang bei den Dublin-Überstellungen um insgesamt 32 Prozent erklärt das Innenministerium gegenüber der APA mit den ebenfalls sinkenden Antragszahlen bei Asylwerbern und Asylwerberinnen. Die Zahl der freiwilligen Ausreisen stagniert derzeit: Von Jänner bis Juni waren es 2.582, also nur vier Prozent mehr als im Vergleichszeitraum 2017.

Ausland

Benalla-Affäre: Vorwürfe gegen Frankreichs Innenminister

Frankreichs Innenminister Gerard Collomb hat nach eigenen Angaben früh von Gewaltvorwürfen gegen einen Ex-Sicherheitsmitarbeiter von Präsident Emmanuel Macron gewusst, hat Vertuschungsvorwürfe aber von sich gewiesen. Als er am 2. Mai erfahren habe, dass Macrons Büro den Sicherheitsmitarbeiter Alexandre Benalla bestrafen wolle, habe er sich „nicht weiter um das Thema gekümmert“, sagte Collomb heute vor einem Ermittlungsausschuss der französischen Nationalversammlung. Er sei zu dem Schluss gekommen, dass man sich der Sache angemessenen angenommen habe.

Benalla soll bei einem Polizeieinsatz in Paris am 1. Mai gegen einen Demonstranten gewalttätig vorgegangen sein. Dabei soll er einen Polizeihelm und eine Polizeiarmbinde getragen haben, obwohl er nicht als Ordnungshüter im Einsatz gewesen war. Die Vorfälle wurden der Öffentlichkeit erst im Juli durch Medienberichte bekannt. Die Opposition vermutet einen Vertuschungsskandal. Die Affäre gehört zu den größten Krisen der Amtszeit von Macron, der sich öffentlich bisher nicht dazu geäußert hat.

Mehr dazu in Offizielles Verfahren eingeleitet

Ermittlungsverfahren eingeleitet

Collomb sagte heute, er sei am 2. Mai von seinem Büroleiter über die Existenz eines Videos informiert worden, das Benalla bei der Demonstration zum 1. Mai in Gewalthandlungen verwickelt gezeigt habe. Sein Büroleiter habe ihm damals versichert, bereits das Büro des Präsidenten und den Polizeipräfekten darüber in Kenntnis gesetzt zu haben. Das sei ein „vollkommen angemessenes Vorgehen“ gewesen.

Gegen Benalla wurde mittlerweile ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Dem 26-Jährigen werden unter anderem Gewalttätigkeit und Amtsanmaßung vorgeworfen. Die Anhörung Collombs vor dem Ausschuss sollte Klarheit darüber schaffen, was die Regierung wann wusste.

Tote bei Al-Schabaab-Angriff auf Stützpunkt in Somalia

Die Terrorgruppe al-Schabaab hat in Somalia einen Stützpunkt der somalischen Streitkräfte angegriffen, dabei sind mindestens 15 Menschen getötet worden. Darunter seien fünf Soldaten und zehn Kämpfer der Miliz, sagte Mukhtar Aden Mohamed, ein hochrangiger Vertreter der Streitkräfte in der Region heute.

Die Miliz reklamierte den Anschlag auf die Basis nahe der südlichen Hafenstadt Kismayo im Radiosender Andalus für sich. Sie erklärte, 27 somalische Soldaten getötet zu haben.

Zunächst sprengte sich laut Mukhtar Aden Mohamed ein Selbstmordattentäter in einem Auto am Eingang des Stützpunktes in die Luft. Danach seien schwerbewaffnete Kämpfer aus allen Richtungen gekommen und hätten die Basis angegriffen. Die Kämpfer und Soldaten lieferten sich einen stundenlangen Kampf.

Die mit al-Kaida verbundenen sunnitischen Fundamentalisten kämpfen in Somalia seit Jahren für die Errichtung eines Gottesstaates. Bei Anschlägen und Angriffen haben sie bisher Tausende Menschen getötet. Eine 22.000 Mann starke Truppe der Afrikanischen Union (AU) unterstützt die somalischen Streitkräfte im Kampf gegen die Terrormiliz.

Äthiopischer Regierungschef für „Mehrparteiendemokratie“

Der äthiopische Ministerpräsident Abiy Ahmed hat sich für die Einführung eines Mehrparteiensystems in seinem Land ausgesprochen. Um „Differenzen friedlich zu vermitteln und dauerhaften Fortschritt zu gewährleisten“ brauche es eine Mehrparteiendemokratie mit starken Institutionen, „die Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit achten“, zitierte Stabschef, Fitsum Arega, gestern Regierungschef Abiy.

In Äthiopien ist seit Langem dieselbe Regierungskoalition an der Macht. Abiy traf sich mit Vertretern zahlreicher politischer Parteien. Seine Aussagen bei dieser Gelegenheit deuten auf eine mögliche politische Öffnung Äthiopiens hin. Das ostafrikanische Land ist theoretisch bereits eine Mehrparteiendemokratie, de facto regiert jedoch seit 1991 die Äthiopische Revolutionär-Demokratische Volksfront (EPRDF). Gemeinsam mit verbündeten Parteien verfügt sie über alle Sitze im Parlament.

Eine politische Öffnung wäre ein weiterer bemerkenswerter Bruch mit der autoritären Politik Äthiopiens in den vergangenen Jahrzehnten. Seit seinem Amtsantritt im April hat Abiy wichtige wirtschaftliche Reformen auf den Weg gebracht, die überraschende Aussöhnung mit dem verfeindeten Nachbarstaat Eritrea eingeleitet und zahlreiche inhaftierte Regierungskritiker begnadigt.

Palästinenser bei Ausschreitungen getötet

Bei einer Razzia israelischer Sicherheitskräfte in einem Flüchtlingslager im Westjordanland ist nach palästinensischen Angaben ein Jugendlicher getötet worden. Bei dem Einsatz in Bethlehem in der Nacht auf heute seien zwei Terrorverdächtige festgenommen und ein Waffenlager gefunden worden, teilte die israelische Armee mit. Während der Razzia sei es zu Ausschreitungen gekommen.

Einwohner des Lagers hätten Steine und Brandbomben auf die Soldaten geworfen. Die Soldaten hätten daraufhin Schüsse abgegeben. Nach palästinensischen Angaben wurde bei den Konfrontationen ein 15-Jähriger tödlich durch Schüsse in die Brust verletzt. Der Vorfall werde untersucht, teilte die Armee mit.

Srpska-Präsident will Srebrenica-Bericht annullieren lassen

Der Präsident der serbischen Teilrepublik Srpska in Bosnien, Milorad Dodik, will einen Bericht über das Massaker von Srebrenica annullieren lassen. Das meldeten Medien heute. Eine von der Regierung eingesetzte Untersuchungskommission war 2004 zu dem Schluss gekommen, dass bosnisch-serbische Truppen für den Mord an etwa 8.000 Einwohnern der muslimischen Enklave verantwortlich waren.

Das Parlament wird sich auf Wunsch Dodiks in einer Sondersitzung mit dem Srebrenica-Bericht befassen. Ein Termin dafür soll heute festgelegt werden.

Wahlen in Bosnien-Herzegowina im Oktober

Nach der Einnahme der UNO-Schutzzone Srebrenica im Juli 1995 wurden von bosnisch-serbischen Truppen in der Umgebung der ostbosnischen Kleinstadt rund 8.000 Männer und Buben ermordet. Die bosnisch-serbische Regierung hatte im Oktober 2004 den Bericht der Untersuchungskommission, der nun annulliert werden soll, akzeptiert.

In Bosnien-Herzegowina finden im Oktober allgemeine Wahlen statt - in den beiden Landesteilen Föderation und Republika Srpska sowie im Gesamtstaat, wo das Staatspräsidium gewählt wird. Dodik kandidiert um das Amt des serbischen Mitgliedes der dreiköpfigen Staatsführung. Der inoffizielle Wahlkampf läuft schon seit Anfang des Jahres.

„Mütter von Srebrenica“-Präsidentin gestorben

Unterdessen ist heute bekanntgeworden, dass die Präsidentin der Opferorganisation „Mütter von Srebrenica“, Hatidza Mehmedovic, nach langer Krankheit gestern Abend in Sarajevo gestorben ist. Das teilten die Islamische Gemeinschaft und die Behörden laut dpa mit.

Mehmedovic hatte beim Srebrenica-Völkermord ihren Mann und zwei Söhne sowie weitere Verwandte verloren. Sie hatte sich als Vorkämpferin für die Anerkennung der Opfer sowie in zahlreichen Gerichtsprozessen international einen Namen gemacht.

Korruptionsaffäre: Vergangenheit holt Spaniens Altkönig ein

Nach seiner Abdankung im Jahr 2014 ist der spanische Altkönig Juan Carlos weitgehend aus den Schlagzeilen verschwunden. Nun scheint der 80-Jährige aber von seiner Vergangenheit eingeholt zu werden. Grund dafür ist eine Tonaufnahme, in der eine Frauenstimme dem Monarchen vorwirft, illegale Provisionen in zweistelliger Millionenhöhe kassiert zu haben. Königshausexperten machen sich schon aufs Schlimmste gefasst, sie vermuten einen Riesenskandal.

Mehr dazu in Justiz leitet Ermittlungen ein

EU

Britischer Außenminister warnt vor „No-Deal-Brexit“

Der neue britische Außenminister Jeremy Hunt hat vor einem Scheitern der Verhandlungen über einen Austritt des Königreichs aus der Europäischen Union gewarnt. Es bestehe derzeit „ein sehr echtes Risiko, dass es aus Versehen zu einem ‚Brexit‘ ohne Abkommen kommt“, sagte Hunt heute auf einer Pressekonferenz mit dem deutschen Außenminister Heiko Maas in Berlin.

Das liege daran, dass derzeit viele in der EU der Ansicht seien, man müsse nur lange genug warten und dann würden die Briten schon nachgeben. Doch das werde nicht passieren. Die EU müsse daher ihren Verhandlungsansatz ändern. Es ist Hunts erste bilaterale Auslandsreise als neuer Außenminister. Er wurde vergangene Woche zum Nachfolger Boris Johnsons ernannt, der im Streit über die „Brexit“-Strategie von Premierministerin Theresa May zurückgetreten war.

Kommission von Drohung ungerührt

Die EU-Kommission will unterdessen die britische Drohung, die „Brexit“-Rechnung nur bei Zustandekommen eines Handelsabkommens zu bezahlen, nicht kommentieren. Ein Sprecher der EU-Kommission verwies heute in Brüssel lediglich auf den Deal zwischen EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker und May vom Dezember 2017.

Die Kommission arbeite an der Umsetzung der Beschlüsse, sagte der Sprecher. Dabei geht es um Kernpunkte wie die künftigen Rechte der rund drei Millionen EU-Bürger in Großbritannien und die Grundsätze der finanziellen Verpflichtungen gegenüber der EU.

Der neue „Brexit“-Minister Dominic Raab warnte am Wochenende gegenüber dem „Sunday Telegraph“, Großbritannien wolle die „Brexit“-Schlussabrechnung in Höhe von 39 Milliarden Pfund (43,60 Mrd. Euro) nur bei Zustandekommen eines gemeinsamen Handelsabkommens zahlen. „Es kann nicht sein, dass eine Seite ihren Teil der Abmachung erfüllt und die andere Seite nicht oder langsam vorangeht oder sich nicht auf ihrer Seite festlegt“, sagte er.

Bannon-Plan: FPÖ abwartend, Grüne gegen „Wahnsinnigen“

Der FPÖ-Generalsekretär und Delegationsleiter im Europaparlament, Harald Vilimsky, hat sich zurückhaltend zu den Plänen von Steve Bannon, Ex-Berater von US-Präsident Donald Trump und Galionsfigur der radikalen Rechten in den USA, für eine „rechtspopulistische Revolte“ zur EU-Wahl 2019 geäußert.

„Was auch immer Steve Bannon, den ich persönlich gar nicht kenne, für konkrete Pläne hat, bleibt abzuwarten bzw. ist mir nicht bekannt. Insofern stellt sich aktuell nicht die Frage, woran wir uns beteiligen könnten“, erklärte Vilimsky heute auf Anfrage der APA.

„Vielleicht punktuelle Kooperation“

„Mit unseren Gesprächen auf parlamentarischer Ebene zur Vergrößerung unserer Allianz sind wir schon sehr weit und werden weiter daran arbeiten, ohne jegliche externe Beeinflussung“, betonte Vilimsky. „Vielleicht ergibt sich aber abseits dessen eine andere punktuelle Kooperation. Das kann ich allerdings erst beurteilen, wenn es etwas Konkretes von Bannon gibt. Zur Zeit ist dies nicht der Fall bzw. mir nicht bekannt.“

Der EU-kritischen Fraktion „Europa der Nationen und Freiheit“ (ENF) im Europaparlament aus Rechtspopulisten gehören neben der FPÖ etwa die französische Rassemblement National (früher Front National) und die rechtspopulistische italienische Lega an. Bannon will nach Informationen des Nachrichtenportals Daily Beast die Rechtsaußenparteien in Europa mit einer Stiftung mit dem Titel „The Movement“ unterstützen und zusammenbringen.

Grün-Politiker: „Bannon ist ein Wahnsinniger“

Eine Verbreiterung der parlamentarischen ENF-Allianz sei für die Zeit nach der EU-Wahl auf Schiene, sagte Vilimsky. „Diese formiert sich aber rein auf parlamentarischer Ebene zwischen Mandataren und Persönlichkeiten, die einander schon länger kennen, mehrere Gespräche diesbezüglich geführt und auch eine gemeinsame Vertrauensebene herangebildet haben. Externe haben auf diese Kooperationsgespräche keinerlei Einfluss gehabt, und es ist auch nicht in Planung, Externe für diesen Prozess heranzuziehen.“

Der grüne Kodelegationsleiter Michel Reimon reagierte kämpferisch auf Bannons Ansage: „Bannon ist ein Wahnsinniger und passt perfekt zu (US-Präsident Donald) Trump, (Lega-Chef Matteo) Salvini und der FPÖ. Die Rechtsextremen wollen die EU zerstören und weil ihnen die Großparteien nachlaufen, könnte das Erfolg haben. Wir werden zur Wahl ein progressives, proeuropäisches Lager aufbauen.“

Sport

Champions League: Gutes erstes Los für Salzburg

Österreichs Meister Red Bull Salzburg hat bei seinem neuerlichen Anlauf auf die Gruppenphase der Champions League eine lösbare erste Aufgabe erhalten. Die Mannschaft von Trainer Marco Rose muss entweder gegen den Meister aus Moldawien oder jenen aus Mazedonien bestehen. Auf Sturm Graz würde im Falle des Aufstiegs gegen Ajax Amsterdam in Runde drei das nächste prominente Kaliber warten.

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Formel 1: Hamiltons Gebete wurden erhört

Die Misere der vergangenen Wochen hat für Lewis Hamilton am Sonntag im Grand Prix von Deutschland auf dem Hockenheimring mit einem Schlag im Triumph geendet. Der 33-jährige Engländer holte sich mit einer furiosen Aufholjagd und dank des Fehlers von Lokalmatador Sebastian Vettel die WM-Führung zurück. „Ich habe daran geglaubt“, sagte Hamilton, dessen Gebete vor dem Rennen laut eigener Aussage erhört wurden. Dabei musste der 33-Jährige nach der Zielflagge noch etwas schwitzen.

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Wirtschaft

Laudamotion laut Ryanair heuer mit 150 Mio. Euro Verlust

Die Billigairline Laudamotion dürfte heuer einen Jahresverlust von 150 Millionen Euro einfliegen - damit landet der Niki-Nachfolger tiefer in den roten Zahlen als gedacht: Die irische Ryanair, die ihren Anteil an Laudamotion von rund 25 auf 75 Prozent erhöhen will, hatte bisher nur ein Minus 100 Millionen Euro veranschlagt.

„Ich würde davon ausgehen, dass sie zum Ende des dritten Jahres Gewinn schreiben“, sagte Ryanair-Finanzchef Neil Sorohan heute gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters im Zuge der Bekanntgabe der Zahlen für das erste Geschäftsquartal 2018/19. Laudamotion-Chef Andreas Gruber kündigte vergangene Woche neue Verbindungen an und sah sich bei den Wachstumsplänen auf Kurs.

Überschuss unter Zahlen des Vorjahres

Europas größter Billigflieger Ryanair erwirtschaftete von April bis Juni einen Überschuss von 319 Millionen Euro. Das ist zwar über den Erwartungen von Experten, aber um 20 Prozent unter dem Vorjahresergebnis. Das Jahresziel für den Gewinn bestätigte Unternehmenschef Michael O’Leary zwar, machte das aber „sehr“ von den Preisen für die Tickets im laufenden zweiten Quartal abhängig.

Ryanair erwartet weitere streikbedingte Flugausfälle im Sommer. Man sei nicht bereit, unvernünftige Forderungen zu akzeptieren, die das Geschäftsmodell oder die niedrigen Ticketpreise gefährdeten, hieß es in einer Mitteilung. Sollten die Streiks anhalten, müsse der Winterflugplan überprüft werden, was zu Flottenreduktionen und Jobverlusten führen könne. Für das Gesamtjahr peilt O’Leary einen Gewinn von 1,25 bis 1,35 Milliarden Euro an, weniger als im Vorjahr.

STRABAG-Tochter erhält Millionenauftrag in Deutschland

Die STRABAG-Tochter Züblin ist von der DEGES (Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH) mit dem rund sechs Kilometer langen dritten Bauabschnitt der BAB 44 zwischen Kassel und Herleshausen beauftragt worden. Die Auftragssumme beträgt 183 Mio. Euro, wie die STRABAG heute mitteilte.

Neben der Züblin-Direktion Tunnelbau, die bei diesem Projekt als Generalunternehmerin beauftragt wurde, sind auch die STRABAG-Direktionen Großprojekte Süd-Ost und Abdichtung sowie der Züblin Spezialtiefbau an der Bauausführung beteiligt. Herzstück des Auftrags ist der ca. 1,7 km lange Tunnel Boyneburg, der aus zwei jeweils zweispurigen Tunnelröhren besteht.

Für die STRABAG-Gruppe ist das der dritte Auftrag im Rahmen des BAB-44-Ausbaus zwischen Kassel und Herleshausen: Seit 2016 errichten Züblin und STRABAG eine rund 700 Meter lange Autobahnbrücke über das hessische Wehretal. Unweit davon baut Züblin im Abschnitt zwischen Waldkappel und Ringgau den Tunnel Trimberg.

Tesla fordert laut Bericht Geld von Zulieferern zurück

Der US-Elektroautobauer Tesla fordert laut einem Bericht des „Wall Street Journal“ Geld von Zulieferern zurück. Tesla habe vergangene Woche an einige seiner Zulieferer eine entsprechende Aufforderung geschickt, berichtete die Zeitung heute unter Berufung auf das Schreiben. Darin werde die Rückzahlung als „Investition“ in das Unternehmen bezeichnet, die ein langfristiges Wachstum beider Geschäftspartner ermögliche.

Tesla wollte den Bericht nicht kommentieren. Das Unternehmen teilte aber mit, es habe Zulieferer zu Preisnachlässen aufgefordert, teils für bereits 2016 begonnene Projekte. Das sei „Standard“ in Verhandlungen mit Zulieferern zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit.

Tesla laut Experten „verzweifelt“

Das „Wall Street Journal“ zitierte den Experten Dennis Virag, wonach es durchaus üblich ist, von Zulieferern während eines laufenden Vertrags Preisnachlässe zu fordern, völlig unüblich jedoch, Erstattungen nach Abschluss einer Leistung zu verlangen. „Das ist einfach aberwitzig und zeigt, dass Tesla verzweifelt ist“, sagte Virag. Das Unternehmen sorge sich um seine Profitabilität - die seiner Zulieferer sei ihm egal.

Tesla kämpft mit der Produktion des Model 3, mit dem Unternehmenschef Elon Musk den Massenmarkt erobern will. Das Modell soll umgerechnet 30.000 Euro kosten, nach Angaben von Ende März liegen 450.000 Vorbestellungen vor.

Der Elektroautobauer verbrennt für die Entwicklung viel Geld und steckt tief in den roten Zahlen. Im ersten Quartal belief sich der Verlust auf eine Milliarde Dollar. Die Ergebnisse für das zweite Quartal will das Unternehmen am 1. August veröffentlichen.

Leute

Ex-Fiat-Chef Marchionne auf Züricher Intensivstation

Der Ex-CEO des Autobauers Fiat Chrysler befindet sich seit drei Wochen auf der Intensivstation des Universitätskrankenhauses Zürich. Der 66-jährige Topmanager liege im irreversiblen Koma, berichteten italienische Medien. Die Information wurde von Fiat Chrysler (FCA) nicht bestätigt. Journalisten wurde der Zugang zu dem dreistöckigen Gebäude verwehrt, in dem sich Sergio Marchionne befindet.

Medien spekulierten, dass der Topmanager wegen eines Lungentumors operiert worden sei. Danach seien Komplikationen aufgetreten. Marchionne sei bereits im Koma nach Zürich geflogen worden.

Zustand „signifikant verschlechtert“

Der Gesundheitszustand Marchionnes habe sich „nach Komplikationen in den vergangenen Stunden signifikant verschlechtert“, teilte FCA am Samstag mit. „Als Folge kann Herr Marchionne seine Arbeit nicht wieder aufnehmen“, hieß es weiter. Man befinde sich in einer Lage, die noch vor wenigen Stunden undenkbar erschienen sei, erklärte FCA-Verwaltungsratspräsident John Elkann.

Der Italo-Kanadier Marchionne hätte eigentlich erst im April kommenden Jahres das Zepter an einen internen Nachfolger übergeben sollen. Wegen seines kritischen Zustands ernannte der FCA-Aufsichtsrat den Briten Mike Manley zu Marchionnes Nachfolger. Marchionne saß bei Fiat seit 2004 am Steuer. Ihm wird zugeschrieben, Fiat und Chrysler vor der Pleite gerettet zu haben.

Chronik

Angezündete Obdachlose schweben in Lebensgefahr

Die zwei Obdachlosen, die in Berlin angezündet worden sind, haben lebensgefährliche Brandverletzungen. Sie werden seit gestern Nacht im Krankenhaus behandelt, wie ein Polizeisprecher heute sagte. Die Opfer sind 47 und 62 Jahre alt und haben die deutsche Staatsangehörigkeit. Eine Mordkommission ermittelt.

Unbekannter zündete Obdachlose an

Ein Unbekannter hatte in der deutschen Hauptstadt Berlin zwei Obdachlose und ihren Besitz mit einer Flüssigkeit übergossen und angezündet. Sie wurden in ein Krankenhaus gebracht.

Wie „Bild“ und „BZ“ online berichteten, kamen Passanten mit einem Feuerlöscher aus dem benachbarten Imbiss zu Hilfe und löschten. Dazu konnte die Polizei zunächst keine Angaben machen. Das Motiv der Tat war zunächst unklar. Die Mordkommission ermittelt wegen des Verdachts eines Tötungsdelikts.

Der Fall erinnert an eine Brandattacke auf einen Obdachlosen am Weihnachtsabend 2016, die für Schlagzeilen gesorgt hatte. Eine Gruppe Jugendlicher hatte am U-Bahnhof Schönleinstraße im Stadtteil Neukölln versucht, einen schlafenden Mann anzuzünden. Fahrgäste konnten Schlimmeres verhindern. Der Haupttäter wurde zu zwei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt, drei Mittäter zu Jugendstrafen von jeweils acht Monaten Haft auf Bewährung.

Mafiosi lösten Kind in Säure auf: Millionenentschädigung

Sechs Mafiosi, die 1993 ein elfjähriges Kind entführt, getötet und den Körper in Säure aufgelöst haben, müssen der Mutter des Opfers eine Entschädigung in Höhe von 2,2 Millionen Euro zahlen. Das beschloss ein Gericht in Palermo, berichteten italienische Medien. Die Mafiosi waren wegen des Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

Die Mafia-Mitglieder hielten das Opfer Giuseppe Di Matteo, Sohn eines abtrünnigen Mafiosos, 18 Monate lang gefangen. Nachdem sich sein Vater zur Zusammenarbeit mit der Justiz entschlossen hatte, wurde Giuseppe von Mafia-Boss Giovanni Brusca erdrosselt.

Die Leiche des Kindes wurde in Säure aufgelöst. Giuseppes Vater zog seine belastenden Aussagen nicht zurück. Der grausame Tod des Kindes schockierte die italienische Öffentlichkeit.

Die Mutter von Giuseppe Di Matteo erklärte kürzlich, sie könne den Mördern ihres Sohnes nicht verzeihen. „Ich werde keinem der Mörder meines Sohnes verzeihen. Diese Personen haben mein Kind entführt, gefoltert und ihn nach seinem Tod geschändet. Ich hoffe, dass alle Schuldigen ewig hinter Gittern bleiben“, sagte Franca Castellese.

Zahl der Waldbrände in Schweden zurückgegangen

Die Zahl der Waldbrände in Schweden ist deutlich zurückgegangen - die vier größten wenige hundert Kilometer nördlich von Stockholm wüten allerdings weiter. Heute früh meldete die Notrufzentrale noch 27 Feuer im ganzen Land. In der vergangenen Woche waren es teils mehr als 70. Erfahrungsgemäß brechen tagsüber allerdings neue Brände aus, wenn die Temperaturen wieder steigen und Wind aufkommt.

Löschen konnte die Feuerwehr vor allem kleine Brände. Die vier großen Brände sind außer Kontrolle, die Rettungskräfte arbeiten nur noch daran, dass sie sich nicht weiter ausbreiten. Dafür schlagen sie beispielsweise Schneisen oder brennen Felder kontrolliert ab, so dass das Feuer dort keine Nahrung mehr findet.

Die Löscharbeiten sind nicht ungefährlich. Am Sonntagabend mussten vier Feuerwehrleute per Helikopter gerettet werden, weil sie von einem plötzlich wachsenden Feuer eingeschlossen wurden.

Medien

US-Finanzierung objektiver Medien in Ungarn „erfolglos“

Von dem Aus für den US-Plan zur Finanzierung objektiver Medien in Ungarn berichten Medien heute. Das US-Außenministerium hatte 2017 den Plan ausgeschrieben, mit dessen Hilfe ungarische Bürger und Bürgerinnen „Zugang zu objektiver Information“ erhalten sollten.

Laut dem Onlineportal Index.hu sei die Ausschreibung in Höhe von 700.000 Dollar (599.828,62 Euro) „erfolglos“ geblieben. Die Bewerbungsfrist war im Jänner 2018 abgelaufen, eine Ergebnisverkündung habe es nicht gegeben.

Ungarn kritisierte US-Plan

Laut „Index“ gab es in Washington massive Widerstände der Republikaner gegen das Projekt, das noch unter der Administration von Barack Obama ins Leben gerufen wurde und nach dem Wahlsieg von Donald Trump zum „Untergang“ verurteilt war.

Ungarns rechtskonservative Regierung hatte scharf gegen den US-Plan „Supporting Objective Media in Hungary“ protestiert. Außenminister Peter Szijjarto warf den USA „Einmischung in die inneren Angelegenheiten Ungarns“ vor. Die amerikanische Seite begründete das Projekt mit der „Einschränkung der Medienfreiheit in Ungarn“.

USA: Thema stehe noch auf Tagesordnung

Der Geschäftsträger der US-Botschaft in Budapest, David Kostelancik, hatte im Herbst 2017 in einer in Budapest gehaltenen Rede die Einschränkung der Medienfreiheit in Ungarn kritisiert. Mit der Regierung verbündete Geschäftsleute hätten immer mehr Medienunternehmen aufgekauft. Deren Journalisten dürften nicht mehr regierungskritisch berichten. Zugleich erhielten die regierungsfreundlichen Medien erhebliche Mittel von staatlichen Stellen für Werbung und Anzeigen, hieß es.

Der Presseattache der US-Botschaft in Budapest, Richard Damstra, hatte am Wochenende in den Medien erklärt, das Thema Hilfsprojekt stehe noch immer auf der Tagesordnung. Nach einer „gründlichen Beurteilung“ der eingereichten Bewerbungen habe sich das amerikanische Außenministerium jedoch für eine „andere Herangehensweise“ entschieden, betonte Damstra.

Religion

Science

Ressourcen so früh wie noch nie aufgebraucht

Der diesjährige Welterschöpfungstag, der Earth Overshoot Day, fällt heuer bereits auf den 1. August. Dieser Tag markiert den Punkt, an dem die Konsumation etwa von Wasser, Nahrung, Holz und Land das übersteigt, was die Natur reproduzieren kann.

Der 1. August ist das bisher früheste Datum seit Beginn der Überlastung des Planeten in den 1970er Jahren durch wachsende Bevölkerung und steigende Konsumnachfrage. Noch vor 30 Jahren war der Tag, an dem die weltweiten Ressourcen aufgebraucht sind, am 15. Oktober.

Situation reversibel

Laut der Organisation Global Footprint Network, die jährlich die Daten für den Welterschöpfungstag mithilfe des ökologischen Fußabdrucks erstellt, bräuchte man 1,7 Erden, um die Ressourcennachfrage zu befriedigen. Die Situation sei aber reversibel, so die Organisation laut „Guardian“.

Alleine die Reduktion des weltweiten Fleischkonsums um die Hälfte und der Umstieg auf vegetarische Kost würde den Welterschöpfungstag um fünf Tage nach hinten verschieben. Bessere Energieeffizienz bei Gebäuden und in der Industrie würde einen Unterschied von drei Wochen machen.

Kultur

Panorama

Thailändische Höhle soll Nationalpark werden

In Thailand gibt es nach dem glücklichen Ausgang des Höhlendramas Ärger wegen der künftigen Nutzung des Geländes. Die Regierung plant, die Gegend rund um die Höhle im Norden des Landes in einen Nationalpark umzuwandeln. Bei Anrainern und Anrainerinnen sorgt das für Unmut. Manche fürchten, dass Felder und Häuser enteignet werden, wie die Tageszeitung „Bangkok Post“ heute schreibt.

Umstritten sind auch Überlegungen, in der Höhle eine Art Museum einzurichten. Während des Dramas hatten viele Nachbarn unentgeltlich geholfen. Zahlreiche Felder wurden überschwemmt, weil aus der überfluteten Höhle Tham Luang-Khun Nam Nang Non enorme Mengen Wasser gepumpt werden mussten. Nach 17 Tagen konnten alle zwölf Spieler einer Fußball-Jugendmannschaft und ihr Trainer gerettet werden.

Team verbringt Zeit im Kloster

Nach der Entlassung aus dem Krankenhaus gehen diese Woche nun fast alle in ein buddhistisches Kloster: Elf Spieler und der 25 Jahre alte Trainer kündigten an, sich am Mittwoch den Kopf rasieren zu lassen und sich für mehrere Tage ins Kloster zu verabschieden.

Im Buddhismus wird das gemacht, um sich nach negativen Erfahrungen zu „reinigen“. Nur ein Bub, der christlichen Glaubens ist, ist nicht dabei. Die Kinder sind zwischen elf und 17 Jahre alt. Nach der Entlassung aus der Klinik gehen sie - im Unterschied zu ersten Plänen - bisher noch nicht wieder in die Schule.