Inland

SPÖ will Grasser vor Eurofighter-Ausschuss laden

Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser (FPÖ/parteilos) könnte eine Ladung in den Eurofighter-U-Ausschuss bevorstehen. Der ehemalige Politiker sagte bei seiner Befragung im BUWOG-Prozess, dass er beim Ausscheiden als Finanzminister Unterlagen zur Eurofighter-Anschaffung mitgenommen habe. Es sei ihm nämlich damals schon klar gewesen, dass das ein umstrittenes Thema war, so Grasser.

Für die SPÖ ist das Grund genug, den ehemaligen Finanzminister als Auskunftsperson zu befragen. Das Vorgehen Grassers sei „sehr verwunderlich“, sagte der SPÖ-Fraktionsführer im Ausschuss, Rudolf Plessl, gegenüber Ö1 – Audio dazu in oe1.ORF.at. Grundsätzlich sei es vorgesehen, „diese Aktenteile entweder dem Nachfolger zu überlassen beziehungsweise auch dem Staatsarchiv zu übermitteln“. Laut Plessl liegen beim Staatsarchiv keine Unterlagen des Finanzministeriums aus der Zeit Grassers vor.

Bei der nächsten Sitzung des Ausschusses im Oktober werde die SPÖ nun die Ladung Grassers fordern, so Plessl. Man wolle unter Wahrheitspflicht erfahren, welche Unterlagen aus der Zeit der Eurofighter-Typen-Entscheidung der ehemalige Finanzminister mit nach Hause genommen habe.

Frauenvolksbegehren hat 650.000 Unterschriften als Ziel

Das Frauenvolksbegehren will in der Eintragungswoche von 1. bis 8. Oktober 650.000 Unterschriften erzielen. „Ein gutes Leben für alle“, dazu gehöre Chancengleichheit und Selbstbestimmung für jeden Menschen, forderte Projektleiterin Lena Jäger vor dem Start der Eintragungswoche. Gleichzeitig mit diesem finden zwei weitere Volksbegehren statt, jenes gegen ORF-Gebühren sowie „Don’t smoke“, das bereits fast 600.000 Unterstützungserklärungen sammeln konnte.

Der Zahl hinkt das Frauenvolksbegehren etwas hinterher. In der ersten Phase hat die Initiative 247.436 Unterstützungserklärungen gesammelt. Die Hürde, um im Nationalrat behandelt zu werden, liegt bei 100.000 Unterstützern und wurde somit schon vor der offiziellen Unterschriftensammlung übersprungen.

Starkes Stadt-Land-Gefälle

Bei einer Analyse der bisherigen Unterstützerzahlen zeigt sich ein starkes Stadt-Land-Gefälle, denn während österreichweit insgesamt 3,9 Prozent der Stimmberechtigten unterzeichneten, waren es in urbanen Zentren 5,8 Prozent, in Städten und ihrem Umland 3,8 Prozent, auf dem Land jedoch nur 2,7 Prozent der Stimmberechtigten.

Auch im Vergleich der Bundesländer ragt die Bundeshauptstadt Wien mit 6,0 Prozent heraus, die geringste Unterstützung gab es in Vorarlberg mit 2,7 Prozent der Stimmberechtigten.

Mehr Frauen in Politik und Wirtschaft gefordert

Gefordert wird von den Initiatorinnen und Initiatoren des Volksbegehrens unter anderem, dass die Hälfte aller Positionen in Politik und Wirtschaft von Frauen besetzt werden, Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern beseitigt und Alleinerziehende und ihre Kinder aus der Armut geholt werden.

Außerdem sollen Eltern in ganz Österreich bei der Kinderbetreuung Wahlfreiheit haben. Für von Gewalt betroffene Frauen wird ein besserer Schutz gefordert.

Kern: Würde EU-Mandat annehmen

Der scheidende SPÖ-Chef Christian Kern stellt klar, dass er ein Mandat im EU-Parlament annimmt, wenn er – als SPÖ-Listenerster – ein solches bekommt, und zwar ungeachtet der Frage, ob er Spitzenkandidat der europäischen Sozialdemokraten wird. Die Entscheidung über die SPÖ-Liste obliege aber der neuen Parteichefin Pamela Rendi-Wagner, so Kern heute.

„Ich habe in den vergangenen Tagen klar zum Ausdruck gebracht, wo ich meine politische Zukunft sehe und was ich anstrebe“, betonte Kern in einer Stellungnahme. „Sollten meine Pläne auf die Zustimmung der neuen Parteiführung treffen, geht damit natürlich auch die Annahme eines Mandats im EU-Parlament einher.“

Ausland

Berlusconi will bei EU-Wahl kandidieren

Italiens Ex-Premier Silvio Berlusconi hat heute gegenüber italienischen Medien seine Pläne für eine Kandidatur bei der EU-Wahl im Frühjahr 2019 bestätigt. „Ich werde an den nächsten Wahlen teilnehmen, um das Land zu retten, das ich liebe“, sagte Berlusconi nach Angaben von „Corriere della Sera“ und „La Repubblica“.

Der 81-Jährige war im März bei der italienischen Parlamentswahl noch von politischen Ämtern ausgeschlossen. Grund war eine Verurteilung wegen Steuerhinterziehung. Das Ämterverbot wurde von einem Gericht im Mai aufgehoben, ursprünglich sollte es bis 2019 gelten. Berlusconis Partei Forza Italia trat bei der Parlamentswahl zwar im Bündnis mit der rechtspopulistischen Lega an – an der Lega-Koalition mit der populistischen Fünf-Sterne-Bewegung ist Forza Italia allerdings nicht beteiligt.

Nach einem Zerwürfnis mit Legachef Salvini ist Berlusconi derzeit wieder um Annäherung bemüht – die Gräben mit Innenminister und Vizepremier Salvini erscheinen allerdings nach wie vor offen. Grund dafür ist auch Berlusconis offene Kritik an der bisherigen Regierungsarbeit. Gegenüber dem „Corriere della Sera“ sagte Berlusconi mit Blick auf das Lega/Fünf-Sterne-Bündnis etwa: „Nach den Kommunisten sieht sich das Land jetzt einer noch größeren Gefahr gegenüber.“ Ungeachtet dessen sagt Berlusconi aber auch: „Die Mitte-rechts-Allianz, zu der Lega und Forza Italia gehören, besteht weiter.“

Deutschland ringt um Lösung in Causa Maaßen

Trotz Bekenntnissen zum Zusammenhalt der Großen Koalition in Deutschland bleibt das Bündnis aus Union und SPD in der Schwebe. Noch heute Nachmittag hätten sich die Parteien nicht zu dem eigentlich für dieses Wochenende geplanten Koalitionsgipfel durchringen können, hieß es in Koalitionskreisen.

Hinter den Kulissen wurde weiter versucht, eine Lösung im Fall des Verfassungsschutzpräsidenten Hans-Georg Maaßen zu finden. „Momentan sind wir nach meiner Einschätzung auf gutem Weg“, sagte CSU-Chef Horst Seehofer der „Süddeutschen Zeitung“. Am frühen Abend meinte Seehofer, dass die Chancen auf Einigung gut stünden. Noch für den heutigen Abend ist ein Treffen der Koalitionsspitzen im Kanzleramt geplant.

Wechsel ins Innenministerium?

Laut einem Vorabbericht der „Bild“-Zeitung (Montag-Ausgabe) könnte eine Einigung so aussehen, dass Maaßen bei gleichen Bezügen in das von Seehofer geleitete Innenministerium wechselt. Er würde weiterhin in der Besoldungsstufe B9 eingruppiert, solle jedoch „die Position eines Staatssekretärs ausüben“, so der Bericht. Formal würde Maaßen damit nicht befördert, wogegen sich vor allem die SPD gewehrt hatte.

Seehofer gibt Maaßen Rückendeckung

„Die Regierung wird nicht an der Causa Maaßen scheitern“, hatte SPD-Chefin Andrea Nahles zuvor der „Bild am Sonntag“ gesagt. Voraussetzung sei allerdings Vertrauen: „Wenn das nicht mehr gegeben ist, scheitert die Regierung.“ Innenminister Seehofer stellte sich erneut hinter Maaßen und lehnte eine Entlassung ab. Voraussetzung des Koalitionstreffens sei eine für alle tragbare Lösung.

Nahles hatte vehement die Ablösung Maaßens nach seinen umstrittenen Äußerungen zu den rechtsextremen Zwischenfällen in Chemnitz gefordert. Vergangenen Dienstag einigten sich Nahles, Seehofer und Kanzlerin Angela Merkel darauf, Maaßen abzulösen und zum Staatssekretär im Innenministerium zu befördern. Das löste massive Kritik in der SPD besonders an der Vorsitzenden Nahles aus. Auf Bitten von Nahles erklärten sich Merkel und Seehofer dann grundsätzlich zu einer anderen Lösung bereit, die laut Merkel noch am Wochenende festgelegt werden sollte.

CH: Kanton St. Gallen stimmt für Verhüllungsverbot

Als zweiter Schweizer Kanton hat St. Gallen in einem Referendum für ein Verbot muslimischer Gesichtsschleier in der Öffentlichkeit gestimmt. Die Bewohnerinnen und Bewohner des Kantons votierten heute mit einer Mehrheit von knapp 67 Prozent für das Burkaverbot.

Damit wird St. Gallen der zweite Kanton nach dem Tessin, der Gesichtsverschleierung in der Öffentlichkeit verbietet. Voraussichtlich im kommenden Jahr sollen die Bürger der gesamten Schweiz über ein landesweites Burkaverbot abstimmen.

Mehr dazu in religion.ORF.at

Lebensmittelinitiative gescheitert

Landesweit scheiterte zudem eine Lebensmittel- und eine Agrarinitiative, die lange breite Zustimmung hatten. Mit dem Argument, dass Mozzarella und bestimmte Süßigkeiten knapp oder teurer werden könnten, haben Gegnerinnen und Gegner einen Vorstoß für umwelt- und tierfreundlicher produzierte Lebensmittel abgeschmettert. Rund 60 Prozent der Wählerinnen und Wähler lehnten die Vorlage ab, wie nach Auszählung fast aller Kantone heute feststand.

Auch der Vorstoß einer Bauerngewerkschaft für fairere Preise und eine gerechtere Bezahlung von Bauern scheiterte klar. Dafür waren aber rund 70 Prozent der Wählerinnen und Wähler dafür, dass die Regierung künftig bei Fahrrad- wie schon bei Wanderwegen nationale Standards festlegen und Kantone beim Anlegen von Fahrradrouten unterstützen kann.

Macrons Umfragewerte sacken weiter ab

Der französische Präsident Emmanuel Macron büßt in der Bevölkerung immer mehr an Popularität ein. In einer Umfrage des Instituts IFOP für „Le Journal du Dimanche“ zeigten sich lediglich 29 Prozent der Befragten mit dem Präsidenten zufrieden. Im August waren es noch 34 Prozent und im Juli 39 Prozent gewesen. Für die jüngste Erhebung wurden von 14. bis 22. September 1.964 Französinnen und Franzosen befragt.

Eine Woge der Popularität hatte Macron im Mai 2017 ins Amt getragen. Mittlerweile kämpft der Präsident jedoch an mehreren Fronten mit Problemen: Eine Affäre um einen prügelnden Leibwächter sorgte für Kratzer an seinem Image. Auch der überraschende Rücktritt des beliebten Umweltministers Nicolas Hulot und der geplante Rückzug von Innenminister Gerard Collomb wirkten sich negativ aus. Zudem hat sich der Wirtschaftsaufschwung abgeschwächt. In der vergangenen Woche lösten Äußerungen Macrons gegenüber einem Arbeitslosen Unmut aus. Er hatte dem Mann gesagt, er werde leicht einen Job finden, wenn er sich nur bemühe.

Parteien für Midterms aufgestellt

Die Vorwahlen in den USA sind geschlagen, und die Kandidaten für die Midterm-Wahlen im November stehen fest. Bei den Republikanern punkteten viele mit Trump-Nähe, bei den Demokraten setzte sich oftmals das Establishment durch. Zugleich sind so viele Frauen wie noch nie im Rennen. Bei den Zwischenwahlen werden nun die Weichen für die Zukunft der beiden Parteien gestellt.

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Demo gegen Braunkohleabbau im Hambacher Forst

Im Hambacher Forst bei Düren in Deutschland haben heute nach Veranstalterangaben knapp 8.000 Menschen gegen den dort geplanten Braunkohleabbau demonstriert. Einzelne Demonstrierende errichteten Barrikaden, wogegen die Polizei nach eigener Darstellung vorging. Einen von den Braunkohlegegnern und -gegnerinnen geplanten Waldspaziergang hatten Polizei und Justiz an diesem Wochenende untersagt.

Die Polizei schrieb auf Twitter: „Nachdem es zu Straftaten im Hambacher Forst kam, entfernt die Polizei Aachen jetzt Barrikaden auf Wegen.“ Baumhausräumungen fänden aber nicht statt. Demonstrierende, die sich trotz des Verbots zu einem Waldspaziergang aufgemacht hatten, wurden nach Angaben der Aktivisten und Aktivistinnen von der Polizei abgedrängt.

Das Initiatorenteam der Proteste zeigten sich zufrieden mit deren Verlauf: „Der heutige Tag zeigt, wie breit das Unverständnis in der Gesellschaft ist, weiter wertvolle Natur für schmutzige Braunkohle zu opfern“, erklärte Stefan Schlang von der Initiative „Buirer für Buir“.

RWE will weitere Teile des Forstes roden

Grünen-Chefin Annalena Baerbock erklärte in Berlin, die geplante Räumung und Rodung des Hambacher Waldes sei nicht nur „energiepolitisch falsch, sondern auch gesellschaftlich nicht vermittelbar“. Die Landesregierung müsse die Räumung aussetzen, zumal die Kohlekommission derzeit in Berlin berate.

Der Energiekonzern und Tagebaubetreiber RWE will Mitte Oktober mit der Rodung eines weiteren Teils des Hambacher Forsts beginnen, um seinen angrenzenden Braunkohletagebau Hambach zu erweitern. Umweltschützer und Umweltschützerinnen wollen das verhindern und fordern ein Ende der Kohleverstromung.

EU

Staaten rufen 270 Mrd. Euro Fördermittel nicht ab

Die EU-Staaten schöpfen die Fördertöpfe der Gemeinschaft bei Weitem nicht aus. „Die Summe der nicht abgerufenen Mittel für EU-Förderprogramme ist auf den Rekordstand von 270 Milliarden Euro gestiegen“, sagte der Präsident des Europäischen Rechnungshofs, Klaus-Heiner Lehne, den Zeitungen der „Funke-Mediengruppe“ (Montag-Ausgabe). Das Geld sei zugesagt, werde aber nicht ausgegeben.

Verschiedene Staaten, darunter Italien, könnten größere Teile der Fördergelder nicht nutzen, weil die Mitfinanzierung durch den Eigenanteil fehle. Oft mangle es auch an geeignete Projekten. „Teilweise konnten diese Staaten nicht einmal zuständige Verwaltungsbehörden benennen“, sagte Lehne.

Kommission gemahnt: Berg soll abgebaut werden

Der Rechnungshof habe die EU-Kommission gemahnt, den Berg abzubauen, sagte der aus Deutschland stammende Behördenpräsident. „Stattdessen wird er immer größer und ist nun doppelt so groß wie ein EU-Haushalt.“ Fehlende Flexibilität im EU-Haushalt sei auch sonst ein großes Problem. Der Etat sei weitgehend fixiert über einen Zeitraum von sieben bis zehn Jahren.

„Der Kommunismus ist schon an einem Fünfjahresplan gescheitert – wir machen einen Siebenjahresplan“, kritisierte Lehne. Das führe dazu, dass der EU-Haushalt auf neue Herausforderungen wie etwa die Flüchtlings- oder Finanzkrise nicht die nötigen Antworten geben könne.

Sport

Wirtschaft

Argentinien: Gewerkschaften rufen zu nationalem Streik auf

Der argentinische Gewerkschaftsbund hat zu einem nationalen Streik wegen der Wirtschaftspolitik des konservativen Präsident Mauricio Macri aufgerufen. Die Arbeit werde ab morgen Mittag für 36 Stunden niedergelegt, teilte der Gewerkschaftsdachverband CGT heute mit. Die Gewerkschaften des öffentlichen Nah- und Schienenverkehrs kündigten an, der Aufforderung zu folgen, was das südamerikanische Land weitgehend lahmlegen könnte.

Der Protest richtet sich gegen Sparmaßnahmen, die die Regierung mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) vereinbart hat. Argentinien wurde nach einer starken Abwertung der Landeswährung eine Finanzhilfe von maximal 50 Milliarden Dollar (44 Mrd. Euro) gewährt. Im Gegenzug verpflichtete sich die Regierung, das Haushaltsdefizit schneller abzubauen. Die Krise hob die Arbeitslosenquote mit 9,6 Prozent auf den höchsten Stand seit zwölf Jahren.

Bank der Zentralbanken warnt vor Finanzturbulenzen

Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) warnt vor neuen Turbulenzen an den Finanzmärkten. Früher oder später seien weitere heftige Kursbewegungen wahrscheinlich, heißt es in dem heute veröffentlichten Quartalsbericht der BIZ, der Dachorganisation führender Notenbanken.

Als Ursachen wurden unter anderem eine Überbewertung der Märkte in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften genannt. Außerdem seien die Finanzierungsbedingungen zu locker und die globalen Schuldenstände zu hoch.

Angespannte Handelsbeziehungen

Zuletzt hatten Währungsturbulenzen in zahlreichen Schwellenländern für Aufregung an den Finanzmärkten gesorgt. Als eine der Ursachen für den heftigen Währungsverfall in Ländern wie Indien, der Türkei oder Brasilien gelten ein starker Dollar in Verbindung mit steigenden Zinsen in den USA. Geld, das in den vergangenen Jahren aus den USA in die Schwellenländer geflossen war, fließt derzeit wieder zurück in die Vereinigten Staaten.

Als weiteren Grund für Kursturbulenzen nannte die BIZ die angespannten Handelsbeziehungen führender Volkswirtschaften. Ausgehend von einem zunehmenden Protektionismus der USA kam es zuletzt zu immer neuen Eskalationsstufen im Handelskonflikt zwischen den USA und China, den beiden führenden Volkswirtschaften der Welt. Konfliktlinien hatten sich aber auch zwischen den USA und der Türkei gezeigt. Außerdem habe eine schwächere Konjunktur in China belastet, heißt es in der BIZ-Analyse.

Comcast gewinnt Bieterschlacht um Bezahlsender Sky

In einer Bieterschlacht um den europäischen Bezahlsender Sky hat der US-Kabelgigant Comcast das Medienimperium 21st Century Fox von Rupert Murdoch ausgestochen. Zum Ende einer 24-stündigen Auktion machte Comcast mit 30,4 Milliarden Pfund (33,8 Mrd. Euro) das bessere Angebot, wie die für Fusionen zuständige britische Regulierungsbehörde gestern in London mitteilte. Das letzte Angebot von 21st Century Fox betrug laut Regulierungsbehörde 27,6 Mrd. Pfund. Die Übernahme könnte eine Neuordnung der globalen Medienlandschaft bedeuten.

Aktionäre müssen bis 11. Oktober zustimmen

Die Aktionäre müssen der Sky-Übernahme durch Comcast bis zum 11. Oktober zustimmen, darunter auch die Murdoch-Familie, die derzeit 39 Prozent des Kapitals von Sky hält und sich eigentlich die übrigen 61 Prozent sichern wollte.

Sky-Chef Jeremy Darroch rief die Anteilseigner dazu auf, dem Zusammenschluss zuzustimmen. Als künftiger Teil von Comcast könne Sky seine Position stärken und sein Wachstum fortsetzen, erklärte er. Das komme der Kundschaft wie der Mitarbeiterschaft zugute.

Heftige Bieterschlacht

Die Regulierungsbehörde hatte auf das seltene Mittel einer Auktion zurückgegriffen, weil die beiden US-Medienkolosse bis zum Ablauf der Frist kein endgültiges Angebot vorgelegt hatten. Auf der Zielgeraden erhöhten jedoch beide ihr Angebot deutlich. Die heftige Bieterschlacht hatte am Wochenende zahlreiche Anwälte und Banker in London in Atem gehalten.

Stimmen die Aktionäre zu, könnte Comcast sich ein Sprungbrett nach Europa verschaffen. Zu dem Kabel- und Mediengiganten gehören bereits die Universal Studios und die US-Fernsehsender NBC und CNBC.

Sky ist mit 23 Millionen Abonnentinnen und Abonnenten einer der größten europäischen Bezahlsender. Er ist in Deutschland, Großbritannien, Irland, Österreich und Italien unter anderem mit Live-Sportübertragungen, Spielfirmen und dem Nachrichtensender Sky News auf dem Markt und ist auch wegen seiner Übertragungsrechte für die englische Premier League begehrt.

Nowotny: Metaller-Lohnforderung nicht „überschießend“

Die von der Metallergewerkschaft erhobene Forderung nach einer Erhöhung der Löhne um fünf Prozent ist nach Ansicht des Gouverneurs der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB), Ewald Nowotny, „nicht besonders überschießend“. Das Wachstum liege heuer bei ungefähr drei Prozent und die Inflation bei etwa zwei Prozent, das ergebe ein nominelles Wachstum von rund fünf Prozent, erklärte Nowotny in der ORF-„Pressestunde“ heute.

Nowotny: Höhere Inflation ist strukturell bedingt

Im kommenden Jahr dürfte die Inflation in Österreich etwa jener in Deutschland entsprechen, glaubt Nowotny. Dass die Teuerungsrate in Österreich mit über zwei Prozent deutlich über jener des Euro-Raums von 1,7 Prozent liege, sei auch strukturell bedingt, sagte der Notenbank-Gouverneur. In Österreich sei der Dienstleistungssektor im Vergleich zu anderen Staaten deutlich größer.

Im Dienstleistungssektor gebe es weniger Produktivitätszuwachs und daher tendenziell eine höhere Inflation. Ein weiterer Grund sei eine Zeit lang beim öffentlichen Sektor zu sehen gewesen, wo es zu höheren Steuern und Abgaben gekommen sei.

Phase der Normalisierung bei EU-Geldpolitik

Im Bereich der europäischen Geldpolitik werde man „in eine Phase der Normalisierung kommen müssen“, sagte Nowotny, der die derzeitige Wirtschaftslage als „sehr gut“ bezeichnet. „Der erste Schritt ist ja jetzt schon angekündigt worden. Wir werden mit Ende des Jahres die Anleihenankäufe einstellen.“ In der Folge könnten die Zinsen angehoben und als letzter Punkt auslaufende Anleihen nicht mehr ersetzt werden.

Sorge um Entwicklung des Aktienmarktes

Die Entwicklung des Aktienmarktes „gehört zu den Bereichen, die mir Sorge machen“, sagte Nowotny. „Wir haben jetzt Kurs-Gewinn-Verhältnisse, die ungefähr denen entsprechen, die wir vor der Krise hatten.“

Allerdings sei ein Crash wie vor zehn Jahren heute „in dieser Form nicht“ möglich, glaubt Nowotny. Man habe aus der Krise gelernt und mit Regulierungen reagiert. Vor allem werde heute von den Banken mehr Eigenkapital verlangt. „In Österreich etwa hat sich seit 2008 die Kernkapitalquote der Banken mehr als verdoppelt.“

Chronik

Moorbrand in Deutschland weiter Katastrophenfall

Auch drei Wochen nach Ausbruch eines Moorbrandes auf einem Bundeswehrgelände im deutschen Emsland (Bundesland Nordrhein-Westfalen) ist ein Ende des Großeinsatzes gegen Rauch und Flammen nicht in Sicht. „Der Regen verursacht eine gewisse Entspannung“, sagte ein Sprecher des Landkreises heute: „Wir können aber nicht von einer nachhaltigen Entspannung sprechen.“

Der am Freitag vom Landkreis ausgerufene Katastrophenfall dauerte daher an. „Es gibt keine Prognose, wie lange noch“, betonte der Sprecher. Mit Evakuierungen von Ortschaften nahe dem Gelände sei derzeit aber nicht mehr zu rechnen. Die Bundeswehr teilte mit, dass die Lage „weiter stabil und das Feuer unter Kontrolle“ seien. Der Regen verhindere Rauchentwicklungen. Zuletzt kämpften mehr als 1.300 Einsatzkräfte gegen die Feuer.

Der Moorbrand schwelt seit rund drei Wochen. Er war auf dem Übungsgelände ausgebrochen, als von einem Kampfhubschrauber des Typs Tiger aus Raketen abgefeuert wurden. Nach Angaben der deutschen Bundeswehr erfasste der Brand zwischenzeitlich eine 800 Hektar große Fläche.

Schiff von verletztem Solo-Weltumsegler gesichtet

Das Schiff des schwer verletzten, im Indischen Ozean in Seenot geratenen Solo-Weltumseglers Abhilash Tomy ist gefunden worden. Eines ihrer Militärflugzeuge habe heute Sichtkontakt aufgebaut, teilte die indische Navy auf Twitter mit. Dazu postete sie Fotos der stark zerstörten zehn Meter langen „Thuriya“ des indischen Seglers.

Tomy ist Offizier der indischen Marine und nahm an dem Golden Globe Rennen teil, bei dem Segler alleine um die Welt fahren. Bei extremem Wetter mit bis zu 14 Meter hohen Wellen brachen nach Angaben des Veranstalters am Freitag die Masten seines Schiffs. Tomy erlitt eine schwere Rückenverletzung. Gestern sendete der 39-Jährige Notsignale.

Australien koordiniert Rettungsaktion

Laut indischen Medienberichten ist das französische Fischereipatrouillenschiff „Osiris“ das nächstgelegene zu der Stelle, wo Tomys Schiff gesichtet wurde. Es könne innerhalb von 16 Stunden bei der „Thuriya“ ankommen, hieß es heute Nachmittag.

Der Inter Abhilash Tomy auf seinem Segler „Thuriya“ im Julie diesen Jahres
APA/AFP/Damien Meyer

Australien übernahm heute die Koordination der Rettungsaktion, wie die australische Seesicherheitsbehörde AMSA mitteilte. Tomy sei nicht erreichbar gewesen: „Er liegt verletzt in seinem Schiff und kann deshalb nicht kommunizieren“, sagte ein Sprecher der Behörde. Tomy hatte mit der Regattaleitung zuvor über eine Satellitenverbindung kommuniziert.

Tomy wollte legendäres Rennen wiederholen

Das Golden Globe Race ist eine 30.000 Seemeilen lange Weltumrundung. Die Segler wollen dabei ein legendäres Rennen von 1968 wiederholen: Sie nutzen Nachbauten der damaligen Boote und haben bis auf Kommunikationsgeräte keine moderne Technik an Bord. Tomys Yacht „Thuriya“ ist ein Nachbau des Schiffs des Briten Robin Knox-Johnston, der das erste Rennen vor 50 Jahren gewonnen hatte.

Gesundheit

Kultur

Mann attackiert Marina Abramovic in Florenz mit Bild

Die international bekannte Performance-Künstlerin Marina Abramovic ist heute beim Verlassen des Palazzo Strozzi in Florenz attackiert worden. Ein 51 Jahre alter Tscheche schleuderte ein Bild gegen die Künstlerin. Sie wurde am Kopf getroffen, blieb laut Berichten italienischer Medien aber unverletzt. Der Täter wurde festgenommen.

Der Mann bezeichnete sich selbst als Künstler. Er ist polizeibekannt: Im Jänner hatte er eine Skulptur des Schweizer Künstlers Urs Fischer auf der Piazza della Signoria in Florenz beschmiert.

Im Palazzo Strozzi wurde heute eine Abramovic gewidmete Ausstellung eröffnet. Bei dem Bild, das der Tscheche für seine Attacke verwendete, handelt es sich um ein Porträt der in den USA lebenden gebürtigen Serbin.

Religion

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Science

Leute

Carla Bruni verrät „geheime“ Houellebecq-Hochzeit

„Ich wünsche Lysis und Michel Houellebecq alles Gute für ihre wunderbare Hochzeit und danke Ihnen, dass Sie uns Ihr Glück teilen lassen“. Mit diesen Worten und einem Bild des Hochzeitspaares hat sich Carla Bruni-Sarkozy über Instagram für die Einladung bedankt. Geht es nach der französischen Ausgabe des Nachrichtenportals Huffington Post, dürfte die Frau von Frankreichs Ex-Präsident Nicolas Sarkozy damit nicht ganz im Sinn des französischen Starautors gehandelt haben.

Demnach habe Houellebecq bereits in der Vergangenheit kaum etwas von seinem Privatleben preisgegeben. Ganz in diesem Sinn habe er laut Huffington Post auch „unter großer Geheimhaltung“ nun auch zum dritten Mal den Bund der Ehe geschlossen.

Mit Verweis auf die auskunftsfreudige ehemalige Premier Dame findet sich heute Houellebecqs Hochzeit dennoch in den Klatschpalten etlicher französischer Medien. Carla Bruni-Sarkozy erscheint somit als der wohl prominenteste Hochzeitsgast – Bilder vom feierlichen Ereignis wurden heute allerdings auch von anderer Seite in Sozialen Netzwerken geteilt.