Ausland

Die Nichte des US-Präsidenten Donald Trump darf ihr Buch über die Familie Trump nun doch veröffentlichen. Der Oberste Gerichtshof in Poughkeepsie, New York, lehnte den Antrag auf Einstellung der Veröffentlichung ab und hob die einstweilige Verfügung gegen die Autorin Mary Trump und ihren Verleger Simon & Schuster vom 30. Juni auf.

Das Buch soll heute in den Handel kommen. Mary Trump beschreibt ihren Onkel in „Too Much and Never Enough: How My Family Created the World’s Most Dangerous Man“ (etwa: „Zu viel und nie genug: Wie meine Familie den gefährlichsten Mann der Welt erschuf“ ) als verlogenen und kaltherzigen Narzissten.

240 Seiten über Familiengeschichte

Die Psychologin geht auf 240 Seiten auch ausgiebig auf die komplizierte Familiengeschichte der Trumps ein. Mary Trump ist die Tochter des älteren Bruders des Präsidenten, Fred Trump Jr., der 1981 im Alter von 42 Jahren an den Folgen seiner Alkoholsucht gestorben war.

Simon & Schuster kündigte an, dass das Buch die „dunkle Geschichte“ der Familie Trump beleuchte, um zu erklären, wie Donald Trump „der Mann wurde, der jetzt die Gesundheit, die wirtschaftliche Sicherheit und das soziale Gefüge der Welt bedroht“. Ein anderer Bruder des Präsidenten, Robert Trump, hatte vergeblich versucht, ein Erscheinen des Buches mit juristischen Mitteln zu stoppen.

In Bulgarien haben Tausende Demonstrierende gestern am fünften Abend in Folge den Rücktritt der konservativ-nationalistischen Regierung von Ministerpräsident Bojko Borissow gefordert. Auf einer Großkundgebung im Zentrum der Hauptstadt Sofia verlangten sie auch den Rücktritt des Generalstaatsanwalts wegen Durchsuchungen in Arbeitsräumen von zwei Beratern von Staatschef Rumen Radew.

Tausende Demonstranten in Sofia
APA/AFP/Nikolay Doychinov

Die Demonstranten zogen auch durch die Innenstadt von Sofia, um am Innenministerium gegen angebliche Polizeigewalt gegenüber einem Protestteilnehmer zu protestieren. Das Innenministerium prüft den Fall.

Die Proteste hatten am Donnerstagabend begonnen. Die Demonstranten werfen der seit Mai 2017 amtierenden Koalitionsregierung „Korruption und mafiöse Handlungsweise“ vor. Sie werden von den oppositionellen Sozialisten (Ex-KP) und vom Russland-freundlichen Präsidenten Radew unterstützt. Radew war am Donnerstagabend selbst als Redner aufgetreten. Dabei hatte er dazu aufgerufen, die „Mafia“ aus der Regierung und der Staatsanwaltschaft zu vertreiben.

Regierungschef Borissow (GERB) hatte bereits am Wochenende erklärt, sein Kabinett werde aus Verantwortung nicht zurücktreten. Der prominente GERB-Parlamentarier Toma Bikow schloss allerdings im Staatsfernsehen eine vorgezogene Parlamentswahl nicht aus.

Kanadas Premierminister Justin Trudeau hat sich wegen eines umstrittenen Regierungsauftrags an eine Wohltätigkeitsorganisation mit Verbindungen zu seiner Familie entschuldigt. Es sei ein Fehler gewesen, dass er sich nicht sofort aus den Gesprächen über den Auftrag zurückgezogen habe, sagte Trudeau gestern auf einer Pressekonferenz. „Es tut mir aufrichtig leid.“

Trudeaus Regierung hatte Ende Juni die Organisation WE Charity mit der Umsetzung des 900 Millionen kanadische Dollar (591 Millionen Euro) umfassenden Programms beauftragt. Im Zuge des Programms werden Studierenden, die während der Coronavirus-Pandemie Freiwilligenarbeit für gemeinnützige Organisationen leisten, Zuschüsse von bis zu 5.000 Dollar gewährt.

Die Opposition hatte die Vergabe kritisiert, da Trudeau und mehrere seiner Familienangehörigen in der Vergangenheit von WE Charity als Redner eingeladen worden waren. Trudeaus Mutter, sein Bruder und seine Ehefrau erhielten Honorare in Höhe von insgesamt knapp 300.000 kanadischen Dollar (194.000 Euro) von der Organisation.

Kanadas Ethikkommission leitete wegen der Verbindungen von Trudeaus Familie eine Untersuchung ein. Die Gründer von WE Charity haben sich mittlerweile wegen der anhaltenden Kritik aus der Vereinbarung zurückgezogen.

In Brasilien sorgt ein Vorfall für Empörung, bei dem ein Polizist einer schwarzen Frau den Fuß in den Nacken gestemmt und sie auf den Boden gedrückt hat. Wie in einem Handyvideo zu sehen ist, hebt der Beamte der Militärpolizei in einem Moment sogar den anderen Fuß, um anscheinend sein ganzes Körpergewicht in den Fuß zu legen, mit dem er die Frau mit dem Gesicht nach unten niedergedrückt hält.

Sie habe viermal das Bewusstsein verloren, sagte die 51-Jährige dem Sender TV Globo. „Je mehr ich mich gewehrt habe, desto mehr hat er auf mein Genick gedrückt.“ Ihren Namen wollte die Frau aus Furcht vor Repressalien durch die Sicherheitsbehörden nicht nennen. Die brasilianische Militärpolizei ist für ihr oftmals brutales Vorgehen bekannt.

Erinnerungen an Floyd

Der Vorfall in der Millionenmetropole Sao Paulo ereignete sich bereits Ende Mai, wurde aber erst jetzt durch das von TV Globo gezeigte Handyvideo bekannt. Die darin gezeigte Szene erinnert an den Tod des Afroamerikaners George Floyd in der US-Stadt Minneapolis. Er war gestorben, nachdem ihm ein weißer Polizist fast neun Minuten lang das Knie in den Nacken gepresst hatte.

Floyds Tod hatte weltweite Proteste gegen Polizeigewalt und Rassismus ausgelöst. Auch in Brasilien fanden solche Demonstrationen statt, wenn auch in kleinerem Umfang als in den USA und anderen Ländern.

Gouverneur: Szenen „erzeugen Ekel“

In dem Video aus Sao Paulo ist auch zu sehen, wie der Polizist eine andere Frau über den Asphalt schleift und ihr Handschellen anlegt. Nach Angaben der Regierung des Bundesstaats São Paulo wurden die an dem Vorfall beteiligten Beamten vom Dienst suspendiert und eine Untersuchung gegen sie eingeleitet.

Die in dem Video gezeigten Szenen „erzeugen Ekel“, schrieb Gouverneur Joao Doria im Kurzbotschaftendienst Twitter. Derartige „unnötige Gewalt“ durch Polizisten sei „inakzeptabel“. Die 51-Jährige ist Besitzerin einer kleinen Bar. Nach ihren eigenen Schilderungen war sie einem Freund zu Hilfe gekommen, der von den Polizisten angegriffen worden sei.

COV Inland

Die Zahl der Personen, die in Österreich aktuell mit dem Coronavirus infiziert sind, liegt bei 1.240 (Stand gestern, 23.00 Uhr). Im Tagesvergleich ist das ein Anstieg um drei Personen, was daran liegt, dass den rund 50 Neuinfektionen fast ebenso viele wieder Genesene gegenüberstehen.

82 Menschen liegen wegen Covid-19 im Spital, acht davon auf der Intensivstation. Seit Beginn der Pandemie wurden landesweit insgesamt 18.876 Personen positiv auf SARS-CoV-2 getestet, 17.000 Menschen gelten als genesen. Die Gesamtzahl der Testungen beträgt aktuell 700.616. Bisher sind 683 Menschen in Österreich an dem Coronavirus gestorben, wobei für die Zählung die Definition des Epidemiologischen Meldesystems (EMS) ausschlaggebend ist.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Hinweis zur Aktualisierung der Daten

Um die Daten weiter aktuell zu halten, übernimmt ORF.at die Informationen direkt aus dem offiziellen Dashboard des Gesundheitsministeriums. Die aktuellen Fallzahlen im Kopf der Seite werden stündlich aktualisiert, die Verlaufsgrafiken zum Tageswechsel, um die Vergleichbarkeit zu gewährleisten.

Genaue Informationen zu Definitionen, Herkunft der Daten, Aktualisierung und FAQs finden sich im Infopoint Coronavirus von ORF.at.

Mehr dazu in Daten und Karten und Daten-Updates und Quellen

Inland

SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner hat gestern im ZIB2-Interview auf ihr Konzept der Arbeitszeitverkürzung gepocht. Es solle ein Teil eines Gesamtpakets für den Kampf gegen die wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronavirus-Krise werden. Kritikern auch in den eigenen Reihen, wie Burgenlands Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ), entgegnet sie, dass es nun für jeden Sozialdemokraten vorrangig sein müsse, Arbeitsplätze zu schaffen.

SPÖ-Vorsitzende Pamela Rendi-Wagner

Unter anderem zum Coronavirus-Krisenmanagement der Regierung ist die SPÖ-Vorsitzende Pamela Rendi-Wagner im ZIB2-Interview zu sehen.

Die Unternehmen müssten unterstützt werden, ihre Beschäftigten trotz niedriger Auftragslage zu behalten.
Angesichts der gesundheitlichen Lage im Zuge der Coronavirus-Krise und der derzeit wieder steigenden Infektionszahlen sieht Rendi-Wagner „keinen Grund zur Panik“: „Das Wichtigste ist, dass die regionalen Ausbrüche sich nicht unkontrolliert ausbreiten können.“ Es brauche aber dringend einheitliche Entscheidungsgrundlagen für alle Bundesländer und schnellere Testergebnisse.

In Innenräumen, wenn der Mindestabstand nicht gesichert ist und auch in Supermärkten würde Rendi-Wagner erneut auf eine Maskenpflicht setzen. Denn Supermärkte zählten zur Grundversorgung, die auch Risikopatienten und –patientinnen betreten.

COV Ausland

Nach langem Zögern führt England in der Coronavirus-Pandemie eine Maskenpflicht in Geschäften ein. Die Maßnahme soll am 24. Juli in Kraft treten, berichtete die Nachrichtenagentur PA gestern Abend. Gesundheitsminister Matt Hancock werde heute eine Stellungnahme abgeben. Wer sich nicht an die neue Regel hält, muss demnach mit einer Geldstrafe von bis zu 100 Pfund (gut 110 Euro) rechnen.

„Es gibt immer mehr Beweise dafür, dass das Tragen einer Maske in geschlossenen Räumen dazu beiträgt, Menschen und ihre Umgebung vor dem Coronavirus zu schützen“, sagte ein Regierungssprecher demnach im Vorfeld. Zuvor hatte bereits der britische Premierminister Boris Johnson am Freitag eine Ausweitung der Maskenpflicht angedeutet.

Bisher musste in England ein Mund-Nasen-Schutz nur in öffentlichen Verkehrsmitteln getragen werden. Lange Zeit hatte sich die Regierung in London gegen eine Ausweitung der Pflicht auf Geschäfte und andere geschlossene Räume gesträubt. Befürchtet wurde zunächst, es könne zu einer hohen Nachfrage nach der in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen knappen Schutzausrüstung kommen. Außerdem wurde gewarnt, Masken könnten durch häufiges Berühren oder ein überhöhtes Gefühl der Sicherheit sogar kontraproduktiv sein.

Bisher 46.500 Todesopfer

Großbritannien ist mit mehr als 46.500 Todesfällen bei nachweislich mit dem Virus Infizierten in absoluten Zahlen das am schlimmsten von der Pandemie betroffene Land in Europa. Der Regierung wird vorgeworfen, zu spät und falsch auf die Pandemie reagiert zu haben.

Auch bei dieser Maßnahme hinkt England vielen anderen Ländern hinterher. Auch in Schottland ist das Tragen von Masken in Geschäften bereits Pflicht. Im Vereinigten Königreich entscheiden die einzelnen Landesteile selbst über ihre Schutzmaßnahmen zur Eindämmung in der Coronavirus-Pandemie.

Wegen rasch ansteigender Neuinfektionen macht Kalifornien, der bevölkerungsreichste US-Staat, viele Lockerungen seiner Coronavirus-Auflagen wieder rückgängig. Bars und Kinos müssen schließen, Restaurants dürfen in geschlossenen Räumen keine Gäste mehr bewirten, wie Gouverneur Gavin Newsom gestern erklärte.

Zudem müssten in 30 Bezirken, darunter Los Angeles, auch Fitnessstudios, Kirchen und Einkaufszentren ihren Betrieb einstellen, sofern dieser in geschlossenen Räumen stattfinde, hieß es weiter.

Der riesige Schulbezirk Los Angeles kündigte an, dass die Schüler und Schülerinnen wegen der anhaltenden Pandemie in dem am 18. August beginnenden Schuljahr bis auf Weiteres nur online lernen können. „Die Gesundheit und Sicherheit aller in der Schulgemeinschaft ist nichts, wo wir Kompromisse eingehen können“, hieß es. US-Präsident Donald Trumps Regierung übt Druck auf US-Staaten und Kommunen aus, Schulen mit dem neuen Schuljahr wieder normal zu öffnen.

Neue Ausgangssperre in Tanger

Die marokkanischen Behörden verhängten angesichts neuer Infektionsherde eine erneute Ausgangssperre für die Hafenstadt Tanger. In einer Stellungnahme des Innenministeriums hieß es, „Einwohner dürfen ihre Häuser nur verlassen, wenn es absolut notwendig ist“. Öffentliche Verkehrsmittel stehen nun still, Cafes und öffentliche Einrichtungen wurden wieder geschlossen. Auch in anderen marokkanischen Städten kam es zum erneuten „Lock-down“ – unter anderem in Safi, einer Stadt mit circa 300.000 Einwohnern an der Atlantikküste, nach einem CoV-Ausbruch in einer Fischkonservenfabrik.

Erneut Beschränkungen in Hongkong

Nach einem Wiederanstieg der Infektionen führte auch Hongkong erneut Beschränkungen ein. Wie die Hongkonger Regierungschefin Carrie Lam mitteilte, werden öffentliche Versammlungen von mehr als vier Menschen verboten. Geschäfte müssen teilweise schließen, und Restaurants dürfen zwischen 18.00 und 5.00 Uhr nur noch Essen zum Mitnehmen anbieten.

Bars, Nachtclubs, Schönheitssalons, Fitnessstudios und Karaokebars dürfen gar nicht öffnen. Gesichtsmasken sind nun Pflicht im öffentlichen Personennahverkehr, Zuwiderhandlungen werden mit bis zu 570 Euro bestraft. Lam erklärte, die Maßnahmen in sieben Tagen überprüfen zu wollen.

Sorgen vor unerkannter Ausbreitung

Die Finanzmetropole gehörte wegen der Nähe zu Festlandchina zu den ersten Regionen mit Coronavirus-Fällen, bekam die Ausbreitung des neuartigen Erregers aber durch strenge Maßnahmen zügig in den Griff. Bisher wurden etwas mehr als 1.400 Infektionen bestätigt, acht Menschen starben. Zwei Monate lang waren keine Übertragungen mehr nachgewiesen worden.

In den vergangenen zwei Wochen wurden jedoch im Zusammenhang mit einem Hotspot 180 neue Fälle entdeckt. Die Behörden fürchten, dass sich das Virus unerkannt unter den 7,5 Millionen Einwohnern Hongkongs ausbreitet.

EU

Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat besondere Anstrengungen für einen Finanzpakt zum Wiederaufbau nach der Coronavirus-Krise gefordert. Der geplante Wiederaufbaufonds müsse etwas „Wuchtiges“ sein, „dass das etwas Besonderes ist, dass das nicht verzwergt wird“, sagte sie gestern bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem italienischen Ministerpräsidenten Giuseppe Conte auf Schloss Meseberg nördlich von Berlin.

Es sei die Aufgabe Europas, „in solidarischer Weise die Krise zu überwinden“, so Merkel. „Ich weiß nicht, ob wir zu einer Einigung kommen“, warnte sie aber. „Es ist noch nichts sicher. Die Wege sind noch weit, die zu gehen sind.“

Conte drückte aufs Tempo: „Wir müssen schnell handeln, schnell reagieren, denn die Geschichte lehrt uns, die beste Reaktion ist nicht so viel wert, wenn sie zu langsam kommt.“

Morgen endet die Frist der EU-Kommission zu einem schriftlichen Abstimmungsverfahren bezüglich eines Verbots von Bleischrotmunition in Feuchtgebieten. Österreich unterstützt die Zielsetzung der EU-Kommission, nämlich die Verhinderung von Bleieintrag in die Umwelt, und wird für ein Verbot stimmen, hieß es aus dem Klimaschutzministerium.

„In Österreich ist Bleischrotmunition bei der Jagd auf Wasservögel bereits seit 2012 verboten. Diese Verordnung hat sich auch bei der Jägerschaft bewährt und ist einfach vollziehbar. Wir werden daher für ein Verbot stimmen“, so Klimaschutzministerin Leonore Gewessler (Grüne).

Blei gilt nicht nur beim Menschen als höchst giftig und wahrscheinlich krebserzeugend, auch für Wasservögel und Raubtiere sind Bleivergiftungen oft tödlich. „Zumindest jeder vierte Seeadler geht an den Folgen von Bleivergiftungen zugrunde. Es ist daher ein wichtiger Schritt, Bleimunition aus den Feuchtgebieten und damit aus unserer Umwelt zu verbannen“, sagte die Ressortchefin.

In der EU werden dem Ministerium zufolge pro Jahr 18.000 bis 21.000 Tonnen Blei durch den Gebrauch bleihaltiger Munition freigesetzt, etwa ein Viertel davon in Feuchtgebieten. Jährlich sterben in der EU etwa eine Million Wasservögel an Bleivergiftung. Hinzu kommen subletale Effekte, die die Vogelpopulationen schwächen. „Auch Raubtiere und Aasfresser sind über ‚secondary poisoning‘ betroffen. So stirbt zumindest jeder vierte Seeadler an den Folgen einer Bleivergiftung – die größte nicht natürliche Todesursache“, hieß es.

Gesundheit

Die Coronavirus-Pandemie könnte in ärmeren Ländern nach Einschätzung von Expertinnen und Experten zu einem drastischen Anstieg der Todesfälle auch durch Malaria, HIV und Tuberkulose führen. In Gebieten, in denen die Infektionskrankheiten häufig vorkommen, könnten Gesundheitssysteme und Medikamentenversorgung ernsthaft gestört werden, warnten heute Forscherinnen und Forscher vom Imperial College London.

Laut Modellberechnungen könnten so in den nächsten fünf Jahren mehr Menschen an diesen drei Krankheiten sterben als durch das Coronavirus. Sowohl gegen HIV als auch gegen Tuberkulose und Malaria gibt es mittlerweile kostengünstige und wirksame Behandlungs- und Präventionsmittel. Dennoch sterben weltweit jedes Jahr fast drei Millionen Menschen an diesen Krankheiten, die überwiegende Mehrheit davon in Ländern mit niedrigem oder mittlerem Einkommen.

Forschung: Tuberkulose könnte um 20 Prozent zunehmen

Bereits jetzt meiden den Forscherinnen und Forschern zufolge Menschen in Dutzenden Ländern aus Angst vor einer Infektion Arztpraxen und Krankenhäuser. Auch die Versorgungslage mit Medikamenten sowie antiretroviralen Behandlungen gegen HIV ist demnach angespannt.

Für die Studie, die in der medizinischen Fachzeitschrift „Lancet Global Health“ veröffentlicht wurde, untersuchte das Team vier verschiedene Szenarien für den Verlauf der Pandemie. Am folgenreichsten wären demnach Unterbrechungen der antiretroviralen Behandlung für HIV-Infizierte: In Teilen des südlichen Afrika könnten dann bis zu zehn Prozent mehr Menschen an HIV sterben als ohne die vom Coronavirus ausgelöste Lungenkrankheit Covid-19.

Im schlimmsten berechneten Fall könnte die Todesfälle durch Tuberkulose im südlichen Afrika um 20 Prozent zunehmen. Nach wie vor ist Tuberkulose die weltweit tödlichste Infektionskrankheit. Die Todesfälle durch Malaria könnten laut der Studie allein durch die Unterbrechung von Kampagnen zur Verteilung von Moskitonetzen um 36 Prozent ansteigen.

Wirtschaft

Trotz der globalen Coronavirus-Krise hat sich Chinas Außenhandel überraschend gut erholt. Exporte und Importe der größten Handelsnation lagen im Juni erstmals wieder im Plus, wie Chinas Zoll heute in Peking berichtete. Die Ausfuhren in US-Dollar berechnet stiegen um 0,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Einfuhren wuchsen unerwartet stark um 2,7 Prozent. Eigentlich hatten Experten mit einem starken Minus der Importe wie in den Vormonaten gerechnet.

Der Außenhandel legte im Juni um 1,5 Prozent zu, muss aber in der ersten Jahreshälfte insgesamt noch ein Minus von 6,6 Prozent wegstecken. Nach dem starken Einbruch des Wachstums der zweitgrößten Volkswirtschaft im ersten Quartal um 6,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist Chinas Wirtschaft damit gleichwohl auf gutem Wege, im zweiten Quartal wieder zu wachsen.

Chinesische Experten halten sogar ein wirtschaftliches Wachstum von bis zu drei Prozent im zweiten Quartal für möglich. Die australische ANZ-Bank schätzt die Erholung hingegen vorsichtiger auf ein Plus von 1,7 Prozent. Das Statistikamt will die neuen Wachstumszahlen an diesem Donnerstag vorlegen.

Kaum noch neue Infektionen

Im Dezember waren die ersten Fälle des neuen Coronavirus in China entdeckt worden. Das bevölkerungsreichste Land dämmte die Pandemie mit strikten Maßnahmen ein. Es gibt heute kaum noch neue Infektionen, sodass sich das Leben und die Wirtschaftstätigkeiten wieder normalisieren. Der Aufschwung in China wird angetrieben von der heimischen Nachfrage und einer Zunahme der Industrieproduktion und Dienstleistungen.

Die deutsche Finanzaufsicht BaFin hat die Staatsanwaltschaft München über einen Insiderverdacht beim kollabierten Zahlungsdienstleister Wirecard informiert. Eine BaFin-Sprecherin bestätigte gestern Abend einen entsprechenden „Handelsblatt“-Vorabbericht. Darin hatte es geheißen, problematisch sei unter anderem ein Posting in einem Börsenforum.

Acht Tage vor dem Wirecard-Crash habe darin ein Nutzer geschrieben, dass der Bilanzprüfer EY am 18. Juni nicht uneingeschränkt testieren werde. Die Wirecard-Geschäftsführung habe keine erforderlichen Nachweise erbracht, woher erhebliche Summen als Sicherheiten auf Treuhandkonten stammten und Mitarbeiter hätten die Information weitergegeben, habe es in dem Posting geheißen.

Damit habe der anonyme Hinweisgeber das Prüfergebnis von EY vorweggenommen, so das „Handelsblatt“. Schon im Frühjahr 2020 seien Konzerninsider bei Wirecard über Probleme mit der Abschlussprüfung informiert gewesen.

Ermittlungen bestätigt

Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft München bekräftigte am Abend auf Anfrage lediglich frühere Aussagen, dass es umfangreiche Ermittlungen gegen den ehemaligen Wirecard-Vorstandschef, den Österreicher Markus Braun, und weitere Beschuldigte gebe. Dabei würden alle in Betracht kommenden Straftaten geprüft. Zur Frage, ob auch Insiderhandel dazu gehört, wollte sie sich nicht äußern.

Der amerikanische Flugzeughersteller Boeing hat von der US-Luftwaffe einen Auftrag über knapp 1,2 Milliarden Dollar (1,1 Mrd. Euro) für den Bau von acht F-15EX-Kampfflugzeugen an Land gezogen. Die ersten beiden Jets, die sich bereits in der Fertigung befänden, würden im kommenden Jahr ausgeliefert, teilte die Luftwaffe mit.

„Das digitale Rückgrat, die offenen Missionssysteme und die großzügige Nutzlastkapazität der F-15EX passen gut zu unserer Vision einer künftigen netzfähigen Kriegsführung“, sagte Will Roper, stellvertretender Sekretär der US-Luftwaffe für Akquisition, Technologie und Logistik.

Die Finanzierung zwölf weiterer Jets seien für den Haushalt 2021 bereits angefragt. Insgesamt sollen über einen Zeitraum von fünf Jahren 76 F-15EX angeschafft werden, um die alternde Flotte der US-Luftwaffe auszutauschen.

Sport

Manchester United hat gestern im Rennen um einen Platz in der Champions League nach zuletzt vier Siegen in Folge einen Rückschlag hinnehmen müssen. Die „Red Devils“ kamen zum Abschluss der 35. Runde in der Premier League im Heimspiel gegen Southampton nur zu einem 2:2 und blieb damit weiter Tabellenfünfter. Der Ausgleich für das Team von Coach Ralph Hasenhüttl fiel dabei erst in der 96. Minute.

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Beim LASK haben sich auch die Spieler gegen den Ende der Vorwoche als Trainer abgelösten Valerien Ismael ausgesprochen. Wie Vizepräsident Jürgen Werner im Interview mit dem „Oberösterreichischen Volksblatt“ (Montag-Ausgabe) sagte, hätten bei der Trennung von Ismael vorangegangene Gespräche mit dem Spielerrat eine Rolle gespielt. Sein eigener Rücktritt ist laut Werner nicht zur Debatte gestanden.

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Chronik

Heute sollen bei der Eisriesenwelt die ersten Besprechungen von Geologen und Bauexperten zur Sicherung des Weges stattfinden. Steinschlagsimulationen am Computer sollen dabei veranschaulichen, wo zusätzlicher Bedarf an Schutzbauten ist.

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Experte: „Steinschlag im Gebirge immer möglich“

Nach den jüngsten Steinschlägen mit Todesopfern und Verletzten in Salzburg, der Steiermark und Kärnten fragen sich manche, ob die Häufung ein Zufall ist. Regen dürfte laut Experten eine Hauptursache der Unglücke sein. Im Gebirge sei mit Steinschlag immer zu rechnen.

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Felssturz: Drohnenbilder für mehr Klarheit

In der steirischen Bärenschützklamm setzte die Alpinpolizei nach dem Felssturz mit drei Toten heute eine Drohne ein. Laut ersten Ergebnissen dürfte der Felsbruch auf den starken Regen zurückzuführen sein. Bis auf Weiteres bleibt die Klamm gesperrt.

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Science

Im Zentrum von Mexiko-Stadt sind die Überreste eines Azteken-Palastes entdeckt worden. Im historischen Gebäude des Pfandhauses Nacional Monte de Piedad wurden Basaltböden freigelegt, die dem Palast des Herrschers Axayacatl entstammen, teilte das Nationale Institut für Anthropologie und Geschichte am Montag mit. Axayacatl regierte von etwa 1469 bis 1481, also vor Ankunft der spanischen Eroberer.

Im selben Gebäude wurden den Angaben zufolge auch Überreste des ersten Wohnhauses des spanischen Konquistadoren Hernan Cortes in Mexiko gefunden. Die Entdeckungen wurden im Zuge von Renovierungsarbeiten an dem Gebäude des Pfandhauses gemacht. Durch die Arbeiten soll das Bauwerk aus dem Jahr 1755 stabilisiert werden. Dieses grenzt an den Zócalo an, den zentralen Platz der mexikanischen Hauptstadt.

In Mexiko-Stadt werden immer wieder archäologische Funde gemacht. 1978 wurden direkt neben der Kathedrale am Zocalo die Ruinen des Templo Mayor – des Haupttempels der Azteken-Hauptstadt Tenochtitlan – entdeckt.

Religion

Kultur

Leute

Nach dem Verschwinden der Schauspielerin Naya Rivera haben Einsatzkräfte in Kalifornien ihre Leiche in einem See entdeckt. „Wir sind sicher, dass der Körper, den wir gefunden haben, der von Naya Rivera ist“, sagte Sheriff William Ayub gestern (Ortszeit) und bestätigte die Befürchtungen der vergangenen Tage.

Die Ermittler gehen dabei weiterhin von einem Unfall aus. „Es gibt keine Anzeichen für ein Verbrechen und keine Anzeichen, dass das ein Suizid war“, sagte Ayub. Der Körper der Frau sei nahe der Wasseroberfläche getrieben.

Polizeiboot im Lake Piru, wo die US-Schauspielerin Naya Rivera vermisst wird
AP/Ringo H.W. Chiu