Ausland

Die Präsidentschaftswahl in Tunesien mit völlig offenem Ausgang hat bei den Wählerinnen und Wählern des nordafrikanischen Landes nur geringes Interesse hervorgerufen. Zwar bildeten sich gestern Früh bereits vor Öffnung der Wahllokale an einigen Orten längere Schlangen, doch später sank das Interesse der Menschen deutlich.

Nach offiziellen Angaben gaben lediglich 45,02 Prozent der registrierten Wählerinnen und Wähler bis 18.00 Uhr Ortszeit ihre Stimme ab. Das teilte die Unabhängige Wahlkommission Isie nach Schließung der Wahllokale am Abend mit. Bei der Präsidentschaftswahl vor fünf Jahren gingen noch 62,9 Prozent der registrierten Wählerinnen und Wählern an die Urnen.

Zweite freie Präsidentschaftswahl seit Revolution

Der Urnengang ist die zweite freie Präsidentschaftswahl seit der friedlichen Revolution im Frühjahr 2011. Bei der ersten Wahl 2014 waren im ersten Durchgang 64 Prozent der Wahlberechtigten zu den Urnen gegangen, diesmal lag die am Abend von der Wahlbehörde verkündete Beteiligung mit 45 Prozent also deutlich niedriger.

Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen waren knapp sieben Millionen Wahlberechtigte aufgerufen gewesen, einen neuen Präsidenten zu wählen. Etwa 100.000 Sicherheitskräfte von Polizei und Militär überwachten die Wahl.

Gesucht wird in der Wahl ein Nachfolger des verstorbenen Staatschefs Beji Caid Essebsi. Es bewarben sich zwei Dutzend Kandidatinnen und Kandidaten um den Einzug in die Stichwahl, die bis zum 23. Oktober stattfinden soll.

Jusprofessor oder Medienmogul?

Offiziell traten 26 Kandidaten zur ersten Runde der Wahl an. Sollte keiner von ihnen im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit gewinnen, kommt es zur Stichwahl zwischen den beiden Kandidaten mit den meisten Stimmen. Prognosen zufolge könnten das der unabhängige Jusprofessor Kais Saied und der im Gefängnis sitzende Medienmogul Nabil Karoui sein. Beide Lager stützten sich auf zwei nach Schließung der Wahllokale veröffentlichte gleichlautende Prognosen, wonach Saied vier Prozentpunkte vor Karoui lag.

Er sei „der Erste im ersten Durchgang“, erklärte Saied, der als unabhängiger Kandidat angetreten war. Der 61-Jährige hatte sich im Wahlkampf bewusst von allen Parteien distanziert und setzte auf einen Tür-zu-Tür-Wahlkampf.

Ein Vertreter von Karouis Partei erklärte wiederum: „Nabil Karoui ist in der zweiten Runde.“ Der Medienmogul galt im Vorfeld als einer der Favoriten. Er sitzt in Haft, durfte aber trotzdem als Kandidat antreten. Gegen den 56-Jährigen, der nur wenige Tage vor Wahlkampfbeginn verhaftet worden war, wird wegen des Verdachts der Geldwäsche und der Steuerhinterziehung ermittelt.

Die USA haben ihren Vorwurf untermauert, dass der Iran hinter den Angriffen auf die Ölanlagen Saudi Arabiens steckt. Es gebe Hinweise, dass die Flugkörper aus wesnordwestlicher Richtung und damit aus Richtung des Iran gekommen seien – und nicht aus südlicher Richtung aus dem Jemen, sagte ein US-Regierungsvertreter gestern. Saudi-Arabien habe zudem darauf hingewiesen, dass es Anzeichen gebe, dass auch Marschflugkörper bei den Attacken eingesetzt worden seien. An den Ölanlagen seien 19 Einschlagspunkte gezählt worden.

Die Anschläge haben vom Iran unterstützte Huthi-Milizen aus dem Jemen für sich reklamiert. Sie hatten erklärt, mit zehn Drohnen die Ölanlagen Saudi-Arabiens angegriffen zu haben. Der Iran hat die US-Vorwürfe zurückgewiesen, die treibende Kraft hinter den Taten gewesen zu sein. Der US-Regierungsvertreter beharrte aber auf den Anschuldigungen: „Es gibt keinen Zweifel, dass der Iran dafür verantwortlich ist. Wie auch immer man das dreht, es gibt kein Entkommen. Es gibt keine anderen Kandidaten.“

Iran dementiert Angriffe auf Saudi-Arabien

Die Drohnenangriffe verschärfen die Spannungen zwischen den USA und dem Iran. Teheran sprach aber von einer „US-Politik der maximalen Lügen“ – in Richtung der USA. Die saudische Ölproduktion brach kurzfristig um die Hälfte ein.

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Fünf Monate nach dem Rücktritt des langjährigen algerischen Präsidenten Abdelaziz Bouteflika gibt es einen Termin für die verschobene Neuwahl des Staatschefs. Die Wahl soll am 12. Dezember stattfinden, teilte Übergangspräsident Abdelkader Bensalah gestern Abend in einer Fernsehansprache mit.

20 Jahre regierte Bouteflika Algerien. Anhaltende Massenproteste mit Hunderttausenden Menschen auf den Straßen ließen seinen Rückhalt auch innerhalb des mächtigen algerischen Militärs schwinden. Im April trat Bouteflika schließlich zurück, die Proteste gegen die Führung des Landes halten jedoch seitdem an. Vor allem freitags kommt es in der Hauptstadt Algier und weiteren Städten regelmäßig zu Demonstrationen. Laut Berichten lokaler Medien wurden bei den Demonstrationen am Freitag 22 Demonstrierende verhaftet.

Die zunächst für Juli angesetzte Neuwahl des Staatsoberhaupts war aus Mangel an Bewerbern und Bewerberinnen auf unbestimmte Zeit verschoben worden. Das hatte unter Oppositionsparteien und Demonstrierenden Befürchtungen laut werden lassen, dass das Militär die Lage ausnutzen könnte.

US-Präsident Donald Trump hat wütend den umstrittenen Supreme-Court-Richter Brett Kavanaugh gegen einen neuen Vorwurf sexuellen Fehlverhaltens verteidigt. Trump schrieb gestern auf Twitter, „radikale linke Demokraten“ und die Medien seien „wieder hinter Kavanaugh her und reden laut über ihr Lieblingswort Amtsenthebung“.

Ein ehemaliger Kommilitone an der US-Eliteuniversität Yale gibt an, Kavanaugh habe sich bei einer Erstsemesterparty entblößt, dann hätten andere Studenten seine Genitalien in die Hand einer Studentin gedrückt. Der Vorwurf wurde am Wochenende von der „New York Times“ veröffentlicht.

Der Zeitung zufolge hatte der Ex-Kommilitone den Vorwurf bereits während des Nominierungsverfahrens von Kavanaugh zum obersten Richter gegenüber dem FBI geäußert. Diesem sei jedoch nicht nachgegangen worden.

Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs

Gegen Kavanaugh hatte es während seines Nominierungsverfahrens gravierende Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs von Frauen gegeben. Der ohnehin wegen seiner erzkonservativen Ansichten umstrittene Richter war deshalb erst nach einer langen und erbittert geführten Debatte zwischen Demokraten und Republikanern im Oktober 2018 zum obersten Richter ernannt worden.

„Er ist ein unschuldiger Mann, der schrecklich behandelt wurde“, twitterte Trump nach dem neuen Vorwurf. „Solche Lügen über ihn. Sie wollen ihm Angst machen, damit er liberal wird.“ Trump riet Kavanaugh, mit rechtlichen Schritten gegen die Anschuldigung vorzugehen, und schlug vor, dass das Justizministerium ihm „zu Hilfe kommen“ sollte.

Mehrere Demokratinnen und Demokraten forderten dagegen eine Untersuchung des neuen Vorwurfs. Unter ihnen ist Julian Castro, ehemaliger Wohnungsbauminister und Bewerber um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten.

EU

Der britische Regierungschef Boris Johnson kommt heute in Luxemburg zu Gesprächen über den Brexit mit dem scheidenden EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker zusammen. Geplant ist ein Arbeitsessen. Auch der EU-Chefunterhändler für den Brexit, Michel Barnier, ist dabei.

Während sich Johnson vor dem Treffen „sehr zuversichtlich“ zeigte, dass er in Brüssel ein neues Abkommen zum Brexit bekommen kann, lehnte Juncker das am Wochenende erneut ab und warf Großbritannien vor, keine alternativen Vorschläge vorgelegt zu haben.

Johnson lehnt Brexit-Verschiebung ab

Der Brexit ist derzeit für den 31. Oktober geplant. Das britische Unterhaus hat das Abkommen mit der EU aber mehrfach abgelehnt und zuletzt der Regierung auferlegt, den Austritt erneut auf Ende Jänner zu verschieben, falls es keine Einigung auf ein neues Abkommen mit der EU gibt.

Johnson lehnt eine neuerliche Verschiebung des Brexits ab und will dann sein Land lieber ohne Abkommen aus der EU führen. Im Falle eines solchen „No Deal“-Brexits werden dramatische Auswirkungen mit Staus an den britischen Häfen sowie Lebensmittel- und Medikamentenengpässen in Großbritannien erwartet.

Wenige Wochen vor seinem erwarteten Wechsel in das Budgetressort der EU-Kommission reist der amtierende EU-Erweiterungskommissar Johannes Hahn gestern Abend nach Georgien, wo er heute am Auftakt eines EU-unterstützten Bildungsprojekts teilnimmt. Gleichzeitig trifft Hahn auch den neuen georgischen Premierminister Giorgi Gacharia und weitere Spitzenvertreter der Kaukasus-Republik.

Hahns seit Monaten geplanter Besuch gilt insbesondere der in Tiflis angesiedelten Europäischen Schule, wo in Hinkunft Schülerinnen und Schüler im Maturaalter aus den sechs östlichen Partnerstaaten der EU Zusatzqualifikationen in europäischen Studien erwerben können.

Die neue Institution, für die die EU jährlich 35 Stipendien vergeben wird, gilt als EU-Vorzeigeprojekt. Zu einem offiziellen Start sollen sich neben Hahn auch Gacharia und weitere Vertreter der Regierung Georgiens einfinden.

Umstrittener Premier

Für den seit 3. September amtierenden Premier ist es der erste direkte Kontakt in seiner neuen Funktion mit einem führenden Vertreter der EU. Der vormalige Innenminister Gacharia gilt als umstritten: Im Juni hatte er ein harsches Vorgehen der Polizei gegen oppositionelle Demonstrierende verantwortet, die ihrerseits nach einem Auftritt eines russischen Parlamentariers im georgischen Parlament gegen Russlands Politik und die Russland-Politik der georgischen Regierung protestiert hatten.

Der russische Präsident Wladimir Putin hatte damals infolge dessen ein Verbot russischer Direktflüge nach Georgien verfügt und damit die georgische Tourismusindustrie schwer getroffen. Zuletzt wurde in Tiflis zudem beklagt, dass russische Truppen schleichend georgisches Territorium im Norden des Landes besetzen. Seit dem Georgien-Krieg von 2008 hatte die Regierung in Tiflis de facto jegliche Kontrolle über die Regionen Abchasien und Südossetien verloren, die sich mit militärischer Unterstützung aus Russland für unabhängige Staaten erklärten.

Abgesehen von schwierigen geopolitischen Fragen könnten auch erneut heikle bilaterale Themen angesprochen werden. Bei seinem letzten Besuch im September 2018 hatte Hahn Tiflis etwa vor einem Missbrauch der seit 2017 geltenden EU-Visafreiheit gewarnt. Die georgische Regierung solle das der eigenen Bevölkerung klarmachen, hatte der EU-Erweiterungskommissar damals gefordert.

Inland

Die japanische Prinzessin Kako besucht Österreich. Dabei stehen heute ein Gespräch mit Bundespräsident Alexander Van der Bellen und am Mittwoch ein Mittagessen mit Bundeskanzlerin Brigitte Bierlein auf dem Programm. Anlass ist das 150-Jahr-Jubiläum der Aufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen Österreich und Japan.

Japans Prinzessin Kako
APA/AFP/Kazuhiro Nogi

Prinzessin Kako ist als Angehörige des japanischen Kaiserhauses die zweite Tochter des Prinzen Akishino und dessen Frau Kiko sowie die zweite Enkelin von Kaiser Akihito, der im April abdankte, und Kaiserin Michiko. Als Jugendliche war die heute 24-Jährige eine erfolgreiche Eiskunstläuferin und studierte verschiedene Fächer an internationalen Universitäten.

Für SPÖ-Sozialsprecher Josef Muchitsch ist die Neuverhandlung des Arbeitszeitgesetzes von ÖVP und FPÖ, das Zwölfstundenarbeitstage und 60-Stunden-Wochen erlaubt, eine Koalitionsbedingung. „Dieses Arbeitszeitgesetz, wie es jetzt vorliegt, muss auf alle Fälle zurückgenommen werden“, sagte Muchitsch in der ORF-Sendung „Im Zentrum“ gestern Abend: „Das ist eine Koalitionsbedingung.“

Es brauche ein neues Arbeitszeitrecht, in dem die Arbeitszeit unterschiedlich nach Branchen geregelt wird, so Muchitsch. Die Frage müsse sein, was zumutbar sei und was nicht.

Ex-Wirtschaftsministerin und Tirols ÖVP-Spitzenkandidatin Margarete Schramböck zeigte sich in der Diskussion diesbezüglich wenig nachgiebig: „Wir nehmen kein Arbeitszeitgesetz zurück.“ Die Arbeitszeitflexibilisierung habe zu mehr Jobs und höheren Einkommen geführt. Das Arbeitszeitgesetz sei für den Standort positiv gewesen und habe ihn „stark gemacht“.

Die Parteien haben gestern, ausgelöst durch den von der ÖVP lancierten Vorstoß eines Bonus für die „Pflege daheim“, ihre Vorschläge zum Thema präsentiert bzw. an bestehende Konzepte erinnert. Für die Sozialdemokraten brauche es mehr als einen „Daheim-Bonus“.

„Ein Angehöriger, der ein schwer krankes Familienmitglied pflegt, braucht auch professionelle Unterstützung durch mobile Dienste, professionelle Pflegepersonen sowie ein Anrecht auf Pflegeteilzeit oder Pflegekarenz“, so Sozialsprecher Josef Muchitsch.

ÖVP fordert „Pflege-daheim-Bonus“

Die ÖVP hat am Sonntag ein weiteres Projekt aus ihrem Wahlprogramm präsentiert: Um die häusliche Betreuung von Pflegebedürftigen attraktiver zu gestalten, schwebt der Volkspartei ein „Pflege-daheim-Bonus“ vor.

Ähnlich NEOS: „Die ÖVP versucht nun, ihre völlig verfehlte Pflegepolitik wieder mal über einen Bonus – der mit 125 Euro im Monat auch sehr gering ist – zu kompensieren, anstatt über ehrliche Lösungen für die Pflege nachzudenken“, bemängelte Sozialsprecher Gerald Loacker. Geht es nach den Pinken, sollen pflegende Angehörige durch einen Ausbau von Präventionsmaßnahmen entlastet und im kommunalen Pflegesystem mitgedacht werden.

„Pflege-daheim-Bonus“ bis zu 1.500 Euro

Die ÖVP hatte zuvor ihren „Pflege-daheim-Bonus“ vorgestellt. Um die häusliche Betreuung von Pflegebedürftigen attraktiver zu gestalten, soll ab Pflegestufe 3 künftig ein Anspruch auf 1.500 Euro pro Jahr bestehen, sofern ein Angehöriger zu Hause betreut wird. Für die Stufen darunter seien 1.000 bzw. 500 Euro geplant.

FPÖ-Chef Norbert Hofer verlangte, dass Pflegebedürftige, die daheim betreut und gepflegt werden, um 50 Prozent mehr Pflegegeld in allen Pflegegeldstufen ab der Stufe 3 erhalten sollen. Zudem sollen die bereits bestehenden Zuwendungen für pflegende Angehörige wie bisher beibehalten werden.

Der vieldiskutierte Prozess rund um die Privatklage gegen die Grünen-Politikerin Sigrid Maurer wegen übler Nachrede wird heute in Wien am Straflandesgericht wiederholt. Maurer wurde von dem Besitzer eines Biergeschäftes geklagt, weil sie ihn als Absender obszöner Nachrichten titulierte. Er bestritt, der Verfasser zu sein. Das Wiener Oberlandesgericht (OGL) hob das Urteil auf und ordnete eine Neuauflage an.

Maurer hatte am 30. Mai 2018 veröffentlicht, dass sie tags zuvor von dem Craft-Beer-Shop-Betreiber via Facebook-Messenger obszöne Nachrichten bekommen habe. Der Geschäftsbesitzer wurde daraufhin von Userinnen und Usern mit Beschimpfungen überschwemmt, sein Lokal erhielt im Netz schlechte Bewertungen, und der Mann wurde mehrfach bedroht.

Der Mann klagte Maurer und behauptete, auch anderen Lokalbesuchern sei sein PC samt Facebook-Account zur Verfügung gestanden. Im Oktober 2018 wurde Maurer wegen übler Nachrede zu 150 Tagsätzen je 20 Euro, also 3.000 Euro, verurteilt, die sie an den Staat hätte zahlen müssen. Weitere 4.000 Euro für die „erlittene Unbill“ sollten an den Kläger gehen. Diesen Spruch hob das OLG auf.

Wahlstimmen

Sport

Wirtschaft

Im Kampf für einen besseren Tarifvertrag bei General Motors (GM) hat die Gewerkschaft 46.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum Streik aufgerufen. Bereits um Mitternacht (Ortszeit) solle die Arbeit ruhen, hieß es in einer Erklärung der einflussreichen Gewerkschaft United Auto Workers (UAW). Der Streikaufruf sei bei einem Treffen von Gewerkschaftsvertretungen aus dem ganzen Land beschlossen worden.

Laut dem „Wall Street Journal“ würde es sich um den größten Streik bei GM seit einem Jahrzehnt handeln. Der bisher geltende Tarifvertrag bei GM lief am Wochenende aus. Seit Juli wird über einen Nachfolgevertrag verhandelt, die Gespräche stecken aber nach Gewerkschaftsangaben in einer Sackgasse. Die UAW fordert vor allem höhere Löhne und eine bessere Krankenversicherung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Medien

Nach dem Einstieg des Finanzinvestors KKR hat Springer-Chef Mathias Döpfner einen Stellenabbau angekündigt, den Umfang aber offengelassen. „In Summe werden wir Arbeitsplätze abbauen“, sagte Döpfner der „Süddeutschen Zeitung“ („SZ“) in einem gemeinsamen Interview mit der Anteilseignerin Friede Springer und dem KKR-Europa-Chef Johannes Huth.

Bereits in der Vergangenheit habe Springer immer wieder restrukturiert und Kosten angepasst. Allerdings habe es dabei die Limitierung gegeben, dass die Kosten für die Veränderung nicht zu hoch sein durften, um nicht das nächste Quartalsergebnis zu verderben, sagte Döpfner. Daher hätten die Maßnahmen scheibchenweise und über einen längeren Zeitraum durchgeführt werden müssen.

„Jetzt können wir alles, was sinnvoll ist, schneller machen“, sagte Döpfner. Auf den Vorhalt, dass das nach einem großen Schritt klinge, sagte Döpfner: „Das klingt nicht nur nach einem großen Schritt, das ist einer.“ Nach seinen Angaben arbeiten derzeit 16.000 Menschen für Axel Springer.

Betroffene Bereiche noch offen

Welcher Bereiche betroffen sein werden, wollte Döpfner „noch nicht“ sagen. „Wo digitales Wachstum gelingt, werden wir investieren und Mitarbeiter einstellen oder umlernen wo möglich. Wo strukturell Umsatzrückgang herrscht, müssen wir restrukturieren und Arbeitsplätze abbauen.“

Auf die Frage, inwiefern die sehr große Chefredaktion der „Bild“-Zeitung betroffen sein werde, sagte Döpfner, er sei mit den Chefredaktionen von „Bild“ und „Welt“ extrem zufrieden. „Da wird es vielleicht Verkleinerungen, aber keine spektakulären Änderungen geben. Grundsätzlich aber gilt: Wir werden eher bei den Häuptlingen als bei den Indianern sparen.“ Friede Springer sagte, das Unternehmen werde weiter auf Journalismus setzen. „Wir bleiben ein journalistisches Haus.“ Auch die defizitäre „Welt“ werde weitergeführt.

KKR bleibt länger

KKR-Europachef Huth erklärte, man werde investieren und Übernahmen prüfen. „Wir werden uns nach Abschluss der Transaktion anschauen, was auf dem Markt ist“, sagte er auf die Frage, es gebe Spekulationen, er sei an Autoscout oder eBay-Kleinanzeigen interessiert. Zudem werde KKR länger als für Finanzinvestoren üblich dabei bleiben. „Wir haben Zeit und werden das Unternehmen langfristig begleiten. Wir können uns auch vorstellen, bis zu einem Jahrzehnt investiert zu bleiben.“

KKR steigt für rund 2,9 Milliarden Euro bei Springer ein. Die Beteiligungsfirma soll helfen, das von Springer geplante langfristige Wachstum zu finanzieren. Viele haben bereits erwartet, dass Springer nun noch stärker auf seine Kosten schaut. Belegschaftsvertreter hatten sich besorgt gezeigt und den Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen gefordert.

Chronik

Gestern Nachmittag ist ein Segelflugzeug in Oberösterreich abgestürzt. Der Pilot überlebte. Das berichtete der Kommandant der Feuerwehr Micheldorf, Gerald Kaltenböck, der APA. Den Angaben zufolge stürzte der Flieger in einem Waldstück neben der Burg Altpernstein ab. Zwei Feuerwehren rückten zur Unfallstelle aus.

In Micheldorf abgestürztes Segelflugzeug
APA/Jack Haijes

Das Unglück passierte kurz vor 15.30 Uhr. Erste Berichte, wonach der Pilot auch ansprechbar war, wollte die Polizei nicht bestätigen.

Mehr dazu in ooe.ORF.at

Unfall bei Oldtimer-Fliegertreffen

Auch in Deutschland kam es bei einem Oldtimer-Fliegertreffen auf dem Flugplatz Hahnweide in Kirchheim unter Teck zu einem Unfall. Laut ersten Informationen der Polizei stießen zwei kleinere Maschinen auf dem Boden zusammen. Die vier Insassen erlitten Verletzungen und wurden von Rettungskräften in Krankenhäuser gebracht. Wie schwer die Verletzungen sind, konnte die Polizei nicht sagen. Zuschauer und Zuschauerinnen wurden durch den Unfall nicht in Mitleidenschaft gezogen.

Zwei Flugzeuge stehen nach einem Unfall auf dem Flughafen Hahneweide in Kirchheim unter Teck
APA/dpa/SDMG/Boehmler

Laut Angaben des Polizeipräsidiums kollidierte gegen 13.30 Uhr eine startende Maschine mit einer sich in einer Warteposition befindlichen. Durch den Zusammenprall lief Treibstoff aus. Wegen akuter Brandgefahr setzte die Feuerwehr neun Fahrzeuge und 40 Einsatzkräfte ein. Zur Klärung der genauen Unfallursache nahmen Experten und Expertinnen der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung Ermittlungen auf.

Kein Spielteilnehmer hat gestern die sechs Richtigen bei Lotto „6 aus 45“ erraten. Im Jackpot werden 3,7 Millionen Euro erwartet.

Folgende Gewinnzahlen wurden ermittelt:

1 6 15 27 29 40 / Zusatzzahl: 41

Die Zahlen von Lotto Plus:

1 6 8 19 22 28

Ein Spielteilnehmer hatte den richtigen Joker auf der Quittung, er erhält rund 280.000 Euro

Der richtige Joker lautet:

0 9 4 1 0 1

Alle Angaben ohne Gewähr

IT

Je weiter die Standardisierung der Überwachung in den 5G-Netzen vorangeht, desto klarer treten die zu erwartenden technischen Probleme auf. Eine Sondersitzung der Überwachungstruppe 3GPP SA3LI in der ersten September-Woche widmete sich deshalb der Fehlerkorrektur und -vorbeugung. Als mitunter komplexestes Problem stellte sich ausgerechnet die Überwachung von Telefongesprächen beim Roaming heraus.

Mehr dazu in fm4.ORF.at

Kultur

Die Satire „Jojo Rabbit“ von Regisseur Taika Waititi („Thor: Ragnarok“) ist der Siegerfilm beim 44. Toronto International Film Festival (TIFF). Die Komödie mit Scarlett Johansson und Waititi in den Hauptrollen begeisterte das Publikum der kanadischen Metropole, das traditionell anstelle einer Jury den Gewinner wählt. Wie TIFF-Co-Chef Cameron Bailey gestern bei der Preisverleihung weiter bekanntgab, ging der zweite Platz an „Marriage Story“ von Regisseur Noah Baumbach.

„Jojo Rabbit“ erzählt die Geschichte eines deutschen Buben (Roman Griffin Davis), in dessen Haus sich ein jüdisches Mädchen versteckt und der sich mit seinem imaginären besten Freund Adolf Hitler (Waititi) berät.

Bei dem zehntägigen Festival wurden dieses Jahr 333 Filme aus 84 Ländern gezeigt, darunter 30 deutsche Beiträge und Koproduktionen. Unter anderem hatte Ina Weisses „The Audition/Das Vorspiel“ mit Nina Hoss in der Hauptrolle in Toronto Weltpremiere gefeiert.

Leute

Zwischen dem Musiker Andreas Gabalier und der Moderatorin Silvia Schneider ist es aus. In einem Facebook Posting gab Schneider gestern die Trennung bekannt. Darin schreibt sie: „Keine Liebe war es nicht. (Ulrike von Levetzkow)“ Länger schon gab es Gerüchte, da die beiden nicht mehr so häufig miteinander zu sehen waren.

In Schneiders langem Text auf Facebook geht es um Kleinigkeiten, Eitelkeiten, Betrug und Eifersucht in Beziehungen. Am Ende beteuert sie aber, dass all das nicht zur Trennung zwischen ihr und Gabalier geführt habe. Von Gabalier gibt es noch kein Statement.

Der frühere französische Premierminister Manuel Valls hat erneut geheiratet. Informationen aus seinem persönlichen Umfeld zufolge gaben sich er und die Spanierin Susana Gallardo am Samstag auf der Balearen-Insel Menorca das Jawort. Es ist bereits die dritte Ehe des 57-Jährigen.

Der frühere französische Premierminister Manuel Valls mit seiner Frau, der Spanierin Susana Gallardo, auf der Baleareninsel Menorca
APA/AFP/Magdalena Palmer

Seine Partnerin Gallardo ist Erbin des katalanischen Pharmaunternehmens Almirall und engagierte sich während der Katalonien-Krise 2017 für die Einheit Spaniens. „Ich brauchte Sonnenschein, das Mittelmeer, blauen Himmel, ich fand die Liebe wieder“, hatte Valls während seines Wahlkampfes für das Bürgermeisteramt von Barcelona gesagt und auf seine Beziehung zu Gallardo verwiesen.

In Barcelona geboren

Valls wurde 1962 als Sohn eines Katalanen und einer Schweizerin mit italienischer Staatsbürgerschaft in Barcelona geboren. Früher lebte er nie in Spanien und gab seinen Pass später ab, um Franzose zu werden.

Valls war in Frankreich unter dem sozialistischen Präsidenten Francois Hollande ab 2012 zunächst Innenminister und ab März 2014 Regierungschef. 2016 verließ er die Regierung, um für die Sozialisten bei der Präsidentschaftswahl im Folgejahr anzutreten. Allerdings schied er bereits bei der Vorwahl aus und verließ verbittert die Sozialistische Partei. Zuletzt kandidierte er für das Amt des Bürgermeisters von Barcelona, das Vorhaben scheiterte jedoch im Juni dieses Jahres.

Wahlstimmen - Was sagt Österreich zu dieser Wahl?