Ukraine-Krieg

Russland hat nach Äußerungen des britischen Premierministers Boris Johnson über Präsident Wladimir Putin die britische Botschafterin in das Außenamt zitiert. Die russische Regierung habe gegenüber Botschafterin Deborah Bronnert in Moskau Protest gegen „die offen beleidigenden Kommentare“ eingelegt, erklärte das russische Außenministerium gestern.

Johnson hatte dem ZDF am Dienstag gesagt, der russische Militäreinsatz in der Ukraine sei „ein perfektes Beispiel für toxische Männlichkeit“. Wenn Putin „eine Frau wäre, so hätte er, glaube ich, nicht einen so verrückten, machohaften Krieg vom Zaun gebrochen“. Das russische Außenministerium kritisierte die „inakzeptable abwertende Rhetorik“ und erklärte: „In einer höflichen Gesellschaft ist es üblich, sich für Bemerkungen dieser Art zu entschuldigen.“

Russlands staatlicher Energiekonzern Gasprom steht kurz davor, die Nutzungsrechte für den Erdgasspeicher in Haidach (Salzburg) zu verlieren.

Es wird erwartet, dass heute die Novelle des Gaswirtschaftsgesetzes kundgemacht wird, die es der heimischen Energieregulierungsbehörde E-Control in letzter Konsequenz ermöglicht, die von Gasprom ungenützten Speicherkapazitäten an ein anderes Unternehmen zu vergeben.

Der Entzug des Speichers wird allerdings nicht sofort erfolgen, sondern erst in einem zweiten Schritt. Zuerst wird mit dem Gesetz „der Speichernutzer“ – im konkreten Fall Gasprom Export – verpflichtet, „die von ihm vollständig oder teilweise systematisch nicht genutzte gebuchte Kapazität unverzüglich“ anderen anzubieten oder dem Speicherunternehmen – in dem Fall der Gasprom-Tochter GSA – zurückzugeben.

„Use it or lose it“: Nutzen oder Abtreten

Sollte der Speichernutzer dieser Verpflichtung nicht nachkommen, muss das Speicherunternehmen GSA „dem Speichernutzer nach schriftlicher Ankündigung unverzüglich seine gebuchten, jedoch systematisch ungenutzten Speicherkapazitäten“ entziehen, wie es in der entsprechenden Verfassungsbestimmung in Paragraf 104 Absatz 4 heißt. Als systematisch ungenutzt gelten gebuchte Speicherkapazitäten, die zum 1. Juli zu weniger als zehn Prozent genutzt werden.

Der Grund, warum ein Entzug des Speichers im Raum steht, ist, dass Gasprom seinen Speicher in Haidach seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine nicht mehr nützt. Die österreichische Regierung reagierte darauf mit der Verankerung des „Use it or lose it“-Prinzips im Gaswirtschaftsgesetz. Ebenfalls gesetzlich fixiert wurde, dass der Gasspeicher in Haidach an das österreichische Gasnetz angeschlossen werden muss. Derzeit ist Haidach nur an das deutsche Gasnetz angeschlossen. Aktuell ist der Speicher leer.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan behält sich weiter vor, einen Beitritt Finnlands und Schwedens zur NATO doch noch zu blockieren, sollten die von den Nordländern gemachten Zusagen nicht eingehalten werden. Wenn Finnland und Schweden ihre Versprechen im Kampf gegen den Terrorismus nicht erfüllten, will Erdogan den Ratifizierungsprozess für die Aufnahme in die NATO im türkischen Parlament bremsen.

Was die weiteren Beitrittsschritte betrifft, steht am Dienstag NATO-Angaben zufolge die Unterzeichnung der Beitrittsabkommen an, diese müssen dann noch von den Parlamenten der NATO-Mitgliedsländer ratifiziert werden.

Deutliche Erhöhung von gemeinschaftlichen Ausgaben

Die NATO-Staaten wollen bis Ende 2030 unterdessen mehr als 20 Milliarden Euro zusätzlich für gemeinschaftliche Ausgaben bereitstellen. Eine beim Gipfeltreffen in Madrid getroffene Einigung sieht Agenturangaben zufolge vor, die Budgets jährlich deutlich zu erhöhen.

Mit den zusätzlichen Mitteln soll es möglich werden, mehr Geld in die Verlegung von Ausrüstung an die Ostflanke sowie in militärische Infrastruktur zu investieren. Außerdem soll es etwa auch mehr Mittel für Übungen und Cybersicherheit sowie die Förderung von Partnerschaften mit befreundeten Drittstaaten geben.

Russland zieht Truppen von Schlangeninsel ab

Auf den Kriegsschauplätzen in der Ukraine greift Russland im Osten weiter an, zieht sich aber im Südosten des Landes von wichtigen Stellungen zurück. Die Frontstadt Lyssytschansk stand nach Angaben der ukrainischen Behörden unter Dauerbeschuss russischer Kräfte. Dagegen haben sich die russischen Militärs nach Angaben beider Seiten von der umkämpften ukrainischen Schlangeninsel im Schwarzen Meer vor Odessa zurückgezogen, die sie kurz nach Kriegsbeginn erobert hatten.

Liveticker zum Nachlesen

Die USA haben das Vermögen eines russischen Oligarchen eingefroren. Ermittler hätten das im Bundesstaat Delaware ansässige Unternehmen Heritage Trust dem russischen Milliardär Suleiman Kerimow zugeordnet und beschlagnahmt, erklärte das Finanzministerium in Washington gestern. Das Unternehmen ist mehr als eine Mrd. Dollar (rund 953 Mio. Euro) wert.

Heritage Trust, gegründet 2017, schleuste nach Angaben des Finanzministeriums Geld über Briefkastenfirmen und in Europa gegründete, unauffällige Stiftungen in die USA. Kerimow steht bereits seit 2018 wegen Geldwäschevorwürfen und seiner Verbindungen zur russischen Regierung auf US-Sanktionslisten.

Luxusjacht auf Fidschi festgesetzt

Der Milliardär, der ursprünglich aus der russischen Republik Dagestan im Kaukasus stammt, stieg nach dem Zerfall der Sowjetunion zu einem der reichsten Menschen der Welt auf. Seine Familie kontrolliert unter anderem den Goldproduzenten Polyus. Der Bloomberg Billionaires Index listet Kerimow mit einem Vermögen von 13,3 Mrd. Dollar auf Platz 127 der reichsten Menschen der Welt.

Die USA hatten vor einigen Wochen eine 300 Millionen Euro teure Jacht, die Kerimow gehören soll, beschlagnahmt. Die Behörden der Fidschi-Inseln hatten das Schiff auf US-Antrag hin festgesetzt und Washington ausgehändigt.

Mehr als vier Monate nach Beginn des Ukraine-Krieges werden in Belarus nach Berichten unabhängiger Medien verstärkt Einberufungsbescheide verschickt.

Der ukrainische Generalstab sprach zuletzt von einer „verdeckten Mobilisierung“. Die oppositionelle belarussische Onlinezeitung Zerkalo.io schrieb, seit Tagen hätten Leser aus dem Gebiet Gomel im Süden des Landes an der Grenze zur Ukraine berichtet, es seien vielfach Einberufungsbefehle verschickt worden.

Angeblich Manöver geplant

Die Aufforderung, sich bei der Truppe zu melden, seien auch an Personen gegangen, die zuvor als wehruntauglich eingestuft worden seien, schrieb das Portal weiter. Gründe für die Anordnung seien nicht angegeben worden. Es sei aber mit Strafen gedroht worden, sollte die Vorladung ignoriert werden.

Der ukrainische Generalstab teilte mit, „laut den vorliegenden Informationen“ seien in Belarus bis Mitte Juli Manöver für Wehrpflichtige geplant. Belarus hat als enger Verbündeter Russlands sein Territorium und seinen Luftraum für den russischen Krieg gegen den Nachbarn zur Verfügung gestellt. Die Ukraine schließt aber auch einen direkten Kriegseintritt des Nachbarlandes nicht aus.

Inland

Der Leiter der Wiener Oberstaatsanwaltschaft (OStA), Johann Fuchs, muss sich heite wegen des Verdachts der Verletzung des Amtsgeheimnisses und der Falschaussage im „Ibiza“-Untersuchungsausschuss am Innsbrucker Landesgericht verantworten.

Er soll laut Staatsanwaltschaft dem mittlerweile suspendierten Sektionschef Christian Pilnacek Aktenteile unberechtigterweise weitergegeben und darüber im U-Ausschuss falsch ausgesagt haben.

Pilnacek als Zeuge geladen

Die Akten enthielten Informationen über eine Anzeige gegen eine Redakteurin der „Presse“, welche die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) im Dezember 2020 vorbereitet hatte. Die Journalistin hatte einen kritischen Artikel über die WKStA verfasst. Im U-Ausschuss sagte Fuchs im März 2021 schließlich, dass er sich nicht erinnern könne, Aktenteile weitergegeben zu haben. Anschließend wurde sein Handy beschlagnahmt. Als Zeuge geladen ist lediglich Pilnacek. Fuchs drohen im Falle einer Verurteilung bis zu drei Jahre Haft. Für ihn gilt die Unschuldsvermutung.

In den Verhandlungen über eine Neuregelung der Parteifinanzen tut sich die nächste Konfliktlinie auf: Die SPÖ verlange de facto die Absetzung der Präsidentin des Rechnungshofs (RH), Margit Kraker, kritisierten gestern ÖVP und Grüne gegenüber der APA. Sie wolle die Funktion mit Inkrafttreten der Neuregelung sofort neu ausschreiben. Diese Bedingung habe man bei den Verhandlungen heute entschieden abgelehnt. Die SPÖ bestätigte die Forderung, man wolle aber weiter verhandeln.

Beschlossen werden soll die Novelle zum Parteiengesetz und weitere Neuregelungen kommende Woche im Nationalrat. Einige Punkte brauchen eine Zweidrittelmehrheit (und damit die Zustimmung von SPÖ und/oder FPÖ), darunter der neue Bestellungsmodus der RH-Präsidentin, der in der Verfassung verankert ist, sowie die erweiterten Einschaurechte des Rechnungshofs in die Parteifinanzen. ÖVP und Grüne verhandelten daher mit den Sozialdemokraten, die Freiheitlichen hatten abgesagt.

Der Parlamentskehraus vor der Sommerpause fällt auch heuer wieder umfassend aus. In den drei Plenartagen kommende Woche sind mehr als 40 Gesetzesbeschlüsse zu erwarten, berichtete gestern die Parlamentskorrespondenz nach der Präsidiale. Am Sitzungsprogramm des Nationalrats stehen von Mittwoch bis Freitag Gesetzesvorlagen etwa zur Pflegereform, der Abschaffung der Impfpflicht und zur Sicherung der heimischen Gasversorgung, noch in Diskussion ist das Parteiengesetz.

Ebenso werden die Abgeordneten über das Volksbegehren „Kauf regional“, eine radfahrfreundlichere Gestaltung der Straßenverkehrsordnung und mehrere Bund-Länder-Vereinbarungen, etwa zur Finanzierung des Kindergartenausbaus, beraten. Weiters auf der Agenda stehen Änderungen bei der Rot-Weiß-Rot-Karte und ein Tierschutzpaket.

Versehen bei Novelle des Bundesministeriengesetzes

Nach einem redaktionellen Versehen im Rahmen der Ausfertigung der Novelle des Bundesministeriengesetzes soll das Gesetzesvorhaben im Nationalratsplenum kommende Woche erneut in Verhandlung genommen werden.

Hintergrund ist, dass ein im Verfassungsausschuss eingebrachter Abänderungsantrag im Ausschussbericht nicht berücksichtigt wurde, wodurch im Nationalratsplenum nicht die aktuellste Version des Gesetzes zur Beschlussfassung kam. Aus diesem Grund hatte der Bundesrat einstimmig ein Veto eingelegt und das Gesetz zurück an den Nationalrat geleitet.

Ausland

Der Oberste Gerichtshof der USA hat die klimapolitischen Pläne von Präsident Joe Biden durchkreuzt. Die Richter schränkten gestern mit einem Urteil zu den Befugnissen der Umweltschutzagentur EPA den Handlungsspielraum der Regierung im Kampf gegen den Klimawandel drastisch ein. Das Weiße Haus sprach von einer „verheerenden“ und „rückwärtsgewandten“ Entscheidung.

Konkret entschieden die Richter, dass die EPA keine generellen Grenzwerte für den CO2-Ausstoß von Kohlekraftwerken hätte festlegen dürfen. Die Agentur hatte das ab 2015 auf Geheiß des ehemaligen Präsidenten Barack Obama getan, der wie Biden den Demokraten angehört.

Industrie wehrte sich

Das neunköpfige Richtergremium kam zwar grundsätzlich zu dem Schluss, dass die Festlegung von Obergrenzen für CO2-Emissionen zur Abkehr von der Kohleverstromung „eine vernünftige Lösung“ für den Kampf gegen die Erderwärmung sein könnte. Die EPA habe jedoch vom Gesetzgeber nicht ausdrücklich die Befugnis zum Festlegen branchenweiter Grenzwerte erhalten, sondern nur für einzelne Kraftwerke.

Die Kohleindustrie hatte sich jahrelang gegen die Auflagen gewehrt. Auch die konservativen Republikaner, die staatliche Regulierung der Industrie grundsätzlich skeptisch sehen, warfen der EPA vor, ihre Kompetenzen zu überschreiten. Der republikanische Präsident Donald Trump hatte versucht, die EPA zu schwächen.

Entgegen den Plänen von Schottlands Regierungschefin Nicola Sturgeon spricht sich eine Mehrheit ihrer Landsleute aktuell gegen ein neues Unabhängigkeitsreferendum im Herbst des kommenden Jahres aus.

In einer Umfrage für die Zeitung „The Scotsman“ waren 53 Prozent der Befragten dagegen, dass im Oktober 2023 eine solche Abstimmung stattfindet – 40 Prozent waren dafür, der Rest unentschieden.

Sturgeon hatte Anfang der Woche den 19. Oktober 2023 als Datum für eine erneute Abstimmung darüber angekündigt, ob Schottland sich vom Vereinigten Königreich lösen sollte oder nicht. Die Chefin der Schottischen Nationalpartei (SNP) will den Landesteil nach dem Brexit als unabhängigen Staat wieder in die Europäische Union führen.

Klares Nein bei letztem Referendum

Da die britische Regierung ein neues Unabhängigkeitsreferendum bisher jedoch ablehnt, hat Sturgeon sich selbst an das höchste Gericht Großbritanniens gewandt, um zu klären, ob sie die Schotten auch ohne grünes Licht aus London rechtmäßig zur Wahlurne bitten kann.

Bei einem ersten Referendum dieser Art hatte 2014 eine Mehrheit (55 Prozent) noch für den Verbleib im Vereinigten Königreich gestimmt. Das war allerdings vor dem Brexit, den der nördlichste britische Landesteil mit klarer Mehrheit (62 Prozent) ablehnte. Daher hoffen die Unabhängigkeitsbefürworter, dass sich bei einer erneuten Abstimmung die Verhältnisse ändern.

In der aktuellen Befragung sprachen sich 44 Prozent für die Unabhängigkeit Schottlands von Großbritannien aus und 46 dagegen – die restlichen zehn Prozent waren noch unentschieden.

COV Inland

Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den abgelaufenen sieben Tagen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, liegt laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bei 734,4 (Stand: gestern , 14.00 Uhr).

Am höchsten ist die Zahl in Wien (1.174,7) und im Burgenland (924,3). Am niedrigsten ist der Wert in Kärnten (404,9) und in der Steiermark (528,1).

Das Berichtsschema der AGES zeigt die Zahlen vom Vortag – wie die Meldung der Ministerien. Wesentlicher Unterschied zu den Ministeriumsmeldungen: Laborbestätigte Fälle, Tote etc. werden nicht zum Meldezeitpunkt dargestellt, sondern zum Diagnose- bzw. Sterbedatum. In der Darstellung in ORF.at wird auch täglich transparent gemacht, welchen Tagen die neu gemeldeten Fälle zugeordnet werden.

Ministerien melden 12.506 Neuinfektionen

Das Gesundheits- und das Innenministerium haben 12.506 neu registrierte Coronavirus-Fälle innerhalb der letzten 24 Stunden gemeldet (Stand: heute, 9.30 Uhr). Diese Zahlen meldeten die Bundesländer an den nationalen Krisenstab.

18.787 Menschen verstarben bisher am oder im Zusammenhang mit dem Coronavirus. 854 infizierte Personen werden derzeit in einem Spital behandelt, davon 41 auf Intensivstationen.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Erklärung zur Zählweise und weiteren Fragen in ORF.at/corona

EU

Die EU-Kommission hat eine Untersuchung der staatlichen Beihilfen für den Ausbau des tschechischen Atomkraftwerks Dukovany eingeleitet. Es bestünden Zweifel, ob die geplante finanzielle Unterstützung mit den EU-Beihilfevorschriften vereinbar ist, teilte die EU-Kommission gestern in Brüssel mit. Geprüft werden soll, ob die Beihilfen angemessen und verhältnismäßig sind.

Die tschechische Regierung will den geplanten Ausbau des südmährischen AKW über ein zinsgünstiges, staatliches Darlehen, das die gesamten Baukosten von rund 7,5 Mrd. Euro abdecken soll, und einen Stromabnahmevertrag für die geplante Laufzeit von 60 Jahren fördern.

Es müsse sichergestellt werden, dass insgesamt nicht mehr Beihilfen als notwendig gewährt werden, begründete die EU-Kommission ihre Untersuchung. Insbesondere soll geprüft werden, ob die Laufzeit des Strombezugsvertrags gerechtfertigt ist, und wie die Auswirkungen der Staatshilfen auf den Wettbewerb auf ein Mindestmaß beschränkt werden.

Wirtschaft

Österreichs Wirtschaft wird heuer etwas stärker zulegen als zuletzt erwartet. Doch schon ab dem zweiten Halbjahr sind die Aussichten laut Juni-Prognose der Wirtschaftsforschungsinstitute WIFO und IHS wesentlich eingetrübter, auch weil die Inflation höher ausfällt als etwa noch im März gedacht. Und die lässt die Bruttoreallöhne um historische 3,9 Prozent sinken. Und dennoch wird laut Prognosen der private Konsum steigen.

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IT

Mit heute treten neue Regeln für das Roaming mit dem Handy innerhalb der EU in Kraft. Sie gelten zehn Jahre – und bringen weitere Erleichterungen beim Verwenden von Smartphones im EU-Ausland.

Netzanbieter müssen gleiche Qualität anbieten

So soll etwa Kundinnen und Kunden dieselbe Netzqualität wie im eigenen Land zur Verfügung stehen. Wer also einen Vertrag zur Verwendung von 5-G hat, soll auch 5-G in anderen Ländern verwenden dürfen, heißt es in einer Aussendung der EU-Kommission. Voraussetzung ist freilich, dass die jeweilige Leistung auch in diesem Land zur Verfügung steht.

Änderungen auch bei Fähren und Flugzeugen

Auch Kosten, die etwa bei Fahrten mit Fähren und in Flugzeugen entstehen, sollen künftig nicht mehr so rasch explodieren: Die Anbieter müssen in diesem Fall die Kundinnen und Kunden benachrichtigen, auch wird eine Kostenobergrenze eingeführt, um böse Überraschungen auf der Rechnung zu verhindern.

Die Zeiten, in denen man die Datenübertragung am Handy deaktivieren musste, um hohe Kosten zu vermeiden, seien „Geschichte“, so Binnenmarktkommissar Thierry Breton. „Und wir haben die Absicht, das mindestens für die nächsten zehn Jahre beizubehalten“, so der EU-Kommissar.

Parlament will Kosten für Anrufe ins Ausland abschaffen

Keine Änderung gibt es vorerst bei Anrufen aus dem Inland ins Ausland. Das EU-Parlament fordert die Kommission deshalb zum Handeln auf: „Niemand versteht, dass ich für ein Telefonat von Linz nach Passau bis zu 19 Cent Aufschlag pro Minute zahlen muss, wenn ich aber von Passau nach Linz anrufe, keine zusätzlichen Kosten verrechnet werden“, so ÖVP-Deligationsleiterin Angelika Winzig, die Chefverhandlerin des Parlaments bei diesem Thema ist, in einer Aussendung.

Sport

Englisches Wetter hat Dennis Novak vorläufig vor dem Aus beim Grand-Slam-Turnier in Wimbledon bewahrt. Österreichs einziger Beitrag im Einzel-Bewerb lag gegen Jason Kubler gestern mit 3:6 4:6 4:5 im Hintertreffen. Der Australier servierte im Zweitrundenduell zweier aus der Qualifikation ins Hauptfeld vorgestoßener Akteure auf den Matchgewinn, ehe abrupt einsetzender Regen zu einer Unterbrechung führte. Nach über eineinhalb Stunden Pause wurde die Partie dann auf morgen vertagt.

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Das österreichische Basketballnationalteam der Männer hat gestern in der Vorqualifikation (Gruppe A) zur Europameisterschaft 2025 in Salzburg einen 92:66 (51:35)-Sieg gegen Irland und den Aufstieg gefeiert. Jakob Pöltl war bei seinem Comeback mit 14 Punkten bester heimischer Scorer. Elf Rebounds des NBA-Centers bedeuteten zudem ein Double-Double. Renato Poljak und Debütant Timo Lanmüller steuerten je 13 Zähler bei.

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Patrick Konrad ist in Saint-Gaudens in den Pyrenäen auf den Geschmack gekommen. Mit einem Soloritt auf der 16. Etappe gewann er am 13. Juli des Vorjahres als erst dritter Österreicher eine Etappe bei der Tour de France. Ein Coup, den der Niederösterreicher bei der heute in Kopenhagen beginnenden 109. Frankreich-Rundfahrt wiederholen will. Trotz Rückschlägen im Frühjahr sieht sich Konrad in einer starken Bora-Mannschaft für neue Großtaten gerüstet.

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Chronik

In der Seestadt in Wien-Donaustadt ist gestern Nachmittag eine Elfjährige bei einem Badeunfall ums Leben gekommen. Taucher der Berufsfeuerwehr konnten das Mädchen aus dem Badesee bergen, sie verstarb allerdings auf dem Weg ins Krankenhaus.

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Ein ehemaliger Tankstellenmitarbeiter ist gestern am Landesgericht Feldkirch (Vorarlberg) wegen schweren gewerbsmäßigen Betrugs verurteilt worden. Er hatte 500 gebrauchte und illegal erworbene Schweizer Autobahnvignetten an arglose Kundinnen und Kunden als neu und gültig verkauft.

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In der „Dauercausa Wolf“ in Tirol zeichnet sich ein Allparteienkonsens ab, mit dem das Problem in den Griff bekommen werden soll. SPÖ, FPÖ, Liste Fritz und NEOS brachten einen Dringlichkeitsantrag ein, der eine Forderung nach drei Weidezonen enthält. ÖVP und Grüne wollen zustimmen.

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Science

Allein der Anblick und der Geruch von Essen führt dazu, dass der Körper Insulin ausschüttet. Denn die sinnliche Wahrnehmung löst eine Entzündungsreaktion im Gehirn aus, die ein Signal zur Insulinfreisetzung in der Bauchspeicheldrüse sendet. Das zeigt eine neue Studie.

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Kultur

Das Drama „Große Freiheit“ von Sebastian Meise ist der Gewinner des 12. Österreichischen Filmpreises, der gestern in Grafenegg (Niederösterreich) verliehen wurde.

Regisseur Sebastian Meise bei der Vergabe ,,Österreichischer Filmpreis 2022" im Auditorium Grafenegg
APA/Tobias Steinmaurer

Das homosexuelle Gefängnisdrama mit Georg Friedrich und Franz Rogowski gewann den Hauptpreis als bester Film, Meise die Regietrophäe und Friedrich den Preis als bester Hauptdarsteller. Insgesamt konnte „Große Freiheit“, 2021 bereits in Cannes prämiert, acht von zehn Nominierungen in Preise ummünzen.

Damit erhielt der Film gleich viele – acht – Auszeichnungen wie Andreas Prochaskas „Das finstere Tal“ im Jahr 2015. Auf Platz zwei landete der ebenfalls mit zehn Nennungen ins Rennen gegangene Gefängnisfilm „Fuchs im Bau“ von Arman T. Riahi. Er erhielt vier Auszeichnungen, darunter die Hauptdarstellerinnenehrung für Maria Hofstätter. Die Krone der Dokumentarfilme holten Tizza Covi und Rainer Frimmel mit ihrem Wiener Strizziporträt „Aufzeichnungen aus der Unterwelt“.

Der steirische herbst beschäftigt sich heuer in seiner 55. Ausgabe mit dem Thema „Ein Krieg in der Ferne“. Ausstellungen, Performances und Diskussionen sollen dem Einfluss des Krieges auf unsere Gesellschaft nachspüren.

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Nach 77 Jahren kehrt ein 1945 verschwundenes und etwa 500 Jahre altes Buch nun an die Universität Salzburg zurück – aus dem Süden der USA. Ende des Zweiten Weltkrieges ging vieles aus einer wertvollen Sammlung verloren – darunter Handschriften, Grafiken und Drucke.

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Panorama

Der britische Street-Art-Künstler Banksy soll mit einer Ehrenprofessur ausgezeichnet werden. Das berichtete die BBC gestern unter Berufung auf die britische University for the Creative Arts (UCA), die mehrere Standorte in den englischen Grafschaften Kent und Surrey unterhält.

Die Verleihung solle am 6. Juli in der Londoner Royal Festival Hall mit einer Zeremonie begangen werden. Banksy, dessen Identität unbekannt ist, soll dem Bericht zufolge durch einen leeren Stuhl repräsentiert werden.

Geehrt werden solle der Künstler für seine „Bemühungen um die Menschenrechte“ und „den Einfluss, den er auf die globale Kunstszene hatte“, sagte der UCA-Professor Terry Perk dem BBC-Radio. Banksy sei ein Künstler, der in der Künstlerelite noch immer als Außenseiter gelte. Er fügte hinzu: „Er hat aber sicherlich die Kunstwelt und die Vorstellungskraft der Öffentlichkeit beeinflusst und wir wollen dem an unserer Universität Rechnung tragen.“ Banksy sei über seine Vertreter kontaktiert worden und habe seine Zustimmung erkennen lassen, sagte Perk der BBC.