COV Inland

Mit dem Ende der Pfingstferien fällt an den Schulen heute die Verpflichtung zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes. Gleichzeitig kehren rund 300.000 Schülerinnen und Schüler an den Polytechnischen Schulen, Berufsschulen, AHS-Oberstufen und berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS) nach den krisenbedingten Schließungen in ihre Klassen zurück.

Nach wie vor aufrecht bleiben die neuen Stundenpläne, der „Schichtbetrieb“ und die Abstandsregeln an den Schulen. Turnunterricht wird auf freiwilliger Basis möglich, Singen im Unterricht ist wieder erlaubt. Mit den Klausuren in Spanisch, Italienisch sowie den Minderheitensprachen Kroatisch und Ungarisch in die letzte Phase geht heute außerdem die heurige Zentralmatura, endgültig abgeschlossen wird morgen mit Slowenisch.

SPÖ und FPÖ haben ihre Mehrheit im Bundesrat für ein weiteres Veto genutzt. Im Finanzausschuss der Länderkammer blockierten sie gestern unter anderem das zweite Finanz-Organisationsreformgesetz. Damit wird auch die Stundung der Sozialversicherungsbeiträge verlängert.

ÖVP beklagt „verheerende Auswirkungen“

Diese schon Ende Mai ausgelaufene Regelung im Zuge der Coronavirus-Krise kann damit erst am 24. Juli wieder in Kraft treten, kritisierte die ÖVP. SPÖ und FPÖ würden mit ihrer Blockade Unternehmen und Arbeitsplätze gefährden, beklagte der Fraktionsobmann der ÖVP-Bundesräte, Karl Bader. Er sieht „verheerende Auswirkungen“ eines Versuchs der Opposition, politisches Kleingeld zu machen.

Wichtige, vom Nationalrat Ende Mai beschlossene Gesetzesmaterien kämen nun nicht auf die Tagesordnung der Länderkammersitzung am Donnerstag. Damit können diese erst am 24. Juli in Kraft treten – wenn die verfassungsmäßig vorgesehene Frist von acht Wochen für Beschluss oder Einspruch des Bundesrates abgelaufen ist.

Das zweite Finanz-Organisationsreformgesetz enthält eine Reihe von Detailregelungen zur Zusammenlegung der 40 Finanzämter zu einem „Finanzamt Österreich“, die am 1. Juli in Kraft tritt. In diesen Antrag hineingehängt wurde zuletzt aber auch noch die Stundung der Sozialversicherungsbeiträge wegen der Pandemie. Sie war ursprünglich bis Mai vorgesehen und soll nun auf Dezember verlängert werden – samt der Möglichkeit, die gestundeten Dienstgeberbeiträge im Jahr 2021 in Raten abzustottern, wenn das „wegen der Coronavirus-Pandemie aus Gründen der Unternehmensliquidität“ nötig ist.

Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Fälle liegt in Österreich aktuell bei 16.672 (Stand gestern, 23.00 Uhr). Laut Gesundheitsministerium sind noch 461 Menschen erkrankt, das sind knapp zehn weniger als zu Beginn des Wochenendes. Vor einem Monat, am 2. Mai, gab es noch fast 1.800 Erkrankte, mehr als 400 Menschen wurden damals im Spital behandelt. Aktuell befinden sich 62 Infizierte im Krankenhaus, 26 weitere liegen auf der Intensivstation.

Die Anzahl der Verstorbenen liegt der Definition des Epidemiologischen Meldesystems (EMS) zufolge derzeit bei 641, das entspricht drei neuen gemeldeten Todesfälle seit dem Vortag. Über 456.000 Tests wurden bisher durchgeführt.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Hinweis zur Aktualisierung der Daten

Um die Daten zur Zahl der Coronavirus-Infektionen weiter aktuell zu halten, übernimmt ORF.at die Informationen direkt aus dem offiziellen Dashboard des Gesundheitsministeriums. Wichtig: Die aktuellen Fallzahlen im Kopf der Seite werden stündlich aktualisiert, die Verlaufsgrafiken zum Tageswechsel, um die Vergleichbarkeit zu gewährleisten.

Genaue Informationen zu Definitionen, Herkunft der Daten, Aktualisierung und FAQs finden sich im Infopoint Coronavirus von ORF.at.

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Ausland

In mehreren französischen Städten haben Menschen gegen Rassismus und Polizeigewalt demonstriert. In Paris protestierten gestern Abend mehrere tausend Menschen trotz eines COV-bedingten Versammlungsverbots vor einem Gerichtsgebäude im Norden der Stadt.

Die überwiegend jungen Demonstrantinnen und Demonstranten riefen bei der Anti-Rassismus-Kundgebung als Reaktion auf den gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd in den USA Slogans der „Black Lives Matter“-Bewegung. Auch in Lyon und Marseille gingen Medienberichten zufolge Menschen auf die Straßen.

Der Protest in Paris war von der Schwester des 2016 in Polizeigewahrsam gestorbenen Adama Traore organisiert worden. Forensische Berichte, die von Traores Familie und Richtern angefordert worden seien, kämen zu der Schlussfolgerung, dass Adama Traore erstickte, weil drei Gendarmen ihn zu Boden zwangen, und nicht in Folge einer vorbestehenden Herzerkrankung starb, berichteten Medien in Berufung auf Assa Traore.

Die Pariser Polizei hatte die Demonstration zuvor verboten und sich auf die Coronavirus-Beschränkungen berufen. Demnach dürfen sich höchstens zehn Menschen versammeln. Am Rande des Protestes kam es zu Ausschreitungen, wie die Pariser Polizeipräfektur auf Twitter mitteilte. Medienberichten zufolge wurden Gegenstände in Brand gesetzt, die Sicherheitskräfte setzten Tränengas ein.

Kanadas Premierminister Justin Trudeau hat auf die Frage eines Journalisten nach einer Reaktion auf die Drohung von US-Präsident Donald Trump, die Unruhen in den USA notfalls mit militärischer Gewalt zu stoppen, mit rund 20 Sekunden Schweigen reagiert.

Trudeau blickte nach der Frage bei einer Pressekonferenz gestern zunächst einfach nur konzentriert geradeaus und sagte nichts, dann wirkte es mehrfach so, als würde er zum Sprechen ansetzen, tat es aber nicht. Schließlich sagte er in ernstem Tonfall: „Wir alle beobachten mit Entsetzen und Bestürzung, was in den USA passiert.“ Es sei Zeit für Einigkeit und Zeit zuzuhören.

„Wir müssen besser werden in Kanada“

Am Tag zuvor hatte Trudeau für sein Land bereits mehr Engagement im Kampf gegen Rassismus versprochen. „Wir müssen besser werden in Kanada.“ Rassismus sei nicht nur ein Problem der USA, auch in Kanada würden Afrokanadier und Ureinwohner immer noch zu oft systematisch ungerecht behandelt. „Auch wenn wir schon Fortschritte gemacht haben im Kampf gegen Rassismus und Diskriminierung, gibt es immer noch Rassismus in Kanada“, sagte Trudeau. „Jungen schwarzen Kanadiern will ich sagen, ich verstehe Euch, wenn Ihr sagt, dass Ihr besorgt und wütend seid.“

Der Afroamerikaner George Floyd wurde in der vergangenen Woche bei einem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis getötet. Im ganzen Land breiteten sich daraufhin Proteste aus, die in zahlreichen Metropolen auch zu Ausschreitungen und Plünderungen führten. US-Präsident Trump drohte, die Unruhen notfalls mit militärischer Gewalt stoppen. Auch in vielen anderen Ländern weltweit, darunter auch in Kanada, kam es zu Protesten. Das Verhältnis zwischen dem liberalen Trudeau und dem Republikaner Trump gilt schon lange als angespannt.

Auf einem Twitter-Account namens „Anonymous Brasil“ sind persönliche Daten des brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro, von drei seiner Söhne und von verschiedenen Ministern seiner Regierung veröffentlicht worden. Das berichteten brasilianische Medien Montagabend (Ortszeit) übereinstimmend. Das Nutzerkonto wurde von Twitter inzwischen gesperrt.

Medienberichten zufolge handelt es sich bei den Daten unter anderem um Telefonnummern, E-Mail-Adressen und Personalausweisnummern, Gehalt, Wohnadressen, Kreditwürdigkeit, Zahlungsfähigkeit, Vermögen und Schulden. Auch eine angebliche Tankrechnung im Namen des Präsidenten über 56.160 Reais (9.333,25 Euro) aus dem Februar soll darunter sein. Justizminister Andre Mendonca schrieb gestern auf Twitter, er habe veranlasst, dass eine Untersuchung der Veröffentlichungen durch die Bundespolizei eröffnet werde.

Auf dem Twitter-Account war seit Oktober 2018 nichts mehr veröffentlicht worden. Am Sonntag waren Anhänger Bolsonaros bei den regelmäßigen Demonstrationen gegen das Oberste Gericht, den Kongress und die Coronavirus-Maßnahmen auf starken Widerstand von Gegendemonstranten gestoßen. Am selben Tag kündigte „Anonymous Brasil“ an, man wolle jetzt wieder aktiv werden und sich „gegen jede polizeiliche Repression“ wenden.

Bei einem Bombenanschlag im Zentrum von Kabul sind zwei Menschen getötet worden. Terroristen hätten im Eingangsbereich einer beliebten Moschee eine Bombe gezündet, sagte ein Sprecher des afghanischen Innenministeriums gestern der Nachrichtenagentur AFP. Bei den Opfern handelte es sich demnach um einen bekannten Imam und einen Moscheebesucher.

Polizist am Ort der Explosion
AP/Rahmat Gul

Der Sprecher von Präsident Ashraf Ghani sprach von einer „abscheulichen“ Attacke. „Leider sind (…) einige Sprengsätze in der Wasir-Akbar-Khan-Moschee detoniert, die von Terroristen gelegt wurden“, sagte der Sprecher Tarek Arian. Zunächst hatte Arian von einem Selbstmordanschlag gesprochen. Später war unklar, ob sich der Attentäter tatsächlich in die Luft gesprengt hatte.

Am Rand der Grünen Zone

Die Wasir-Akbar-Khan-Moschee liegt am Rand der hochgesicherten Grünen Zone der afghanischen Hauptstadt. Sie wird auch häufig von hochrangigen Regierungsvertretern aufgesucht. Der getötete Imam Ajas Niasi gehörte zu den einflussreichsten Geistlichen der afghanischen Hauptstadt. Seine politisch geprägten Gottesdienste waren meist äußerst gut besucht.

In der Grünen Zone haben zahlreiche Botschaften und internationale Organisationen ihren Sitz. Die Explosion war in weiten Teilen des hochgesicherten Bezirks zu hören. Vielerorts ertönten Alarmsirenen, Mitarbeiter von Botschaften und internationalen Organisationen brachten sich in Schutzräumen in Sicherheit. Bisher bekannte sich keine Gruppierung zu dem Anschlag.

Inland

Österreich hat angesichts der Konfrontation zwischen Demonstrierenden und Behörden in den USA zum Dialog aufgerufen. „Gewalt kann nie ein probates Mittel sein, um einen gesellschaftlichen Konflikt zu lösen. Es sollte im Interesse aller sein, die Spirale der Gewalt zu beenden und wieder zum Dialog zu finden“, teilte eine Sprecherin von ÖVP-Außenminister Alexander Schallenberg gestern der APA auf Anfrage mit.

„Die Bilder, die uns aus den USA erreichen, sind erschreckend“, betonte die Sprecherin. In Anspielung auf Polizeiübergriffe auf Protestierende fügte sie hinzu: „Demonstrations- und Meinungsfreiheit sind Grundpfeiler einer Demokratie, die zu jeder Zeit gewahrt werden müssen.“

Rendi-Wagner fordert Ladung von US-Botschafter

Oppositionsführerin Pamela Rendi-Wagner (SPÖ) hatte zuvor eine „klare Haltung“ der österreichischen Bundesregierung zu den Entwicklungen in den USA eingefordert, und dass Außenminister Schallenberg „den US-Botschafter in Österreich ins Außenministerium lädt“.

Grüne und NEOS verurteilen Vorgehen der Polizei

Auch Grüne und NEOS hatten sich kritisch über die Entwicklungen geäußert. „Der systemische und strukturelle Rassismus und die brutale Reaktion der Staatsgewalt auf die legitimen Proteste dagegen sind in keiner Weise vertretbar für ein Land, das sich gegenüber dem Rest der Welt als Fackelträger der Demokratie begreift“, kritisierte Ewa Ernst-Dziedzic, außenpolitische Sprecherin der Grünen. „Brutalität gegenüber der Bevölkerung kann keine Antwort sein“, so die Vizeklubchefin, „das Außenministerium muss hier klar und konsequent handeln“.

NEOS-Außenpolitiksprecher Helmut Brandstätter bezeichnete die „Gewalt gegen Menschen, die friedlich gegen Rassismus protestieren, und gegen Journalistinnen und Journalisten“ als „inakzeptabel“. Auch er forderte: „Österreich muss hier offiziell Stellung beziehen, Trumps Politik verurteilen und ihn auffordern, die Sicherheitskräfte zur Ordnung zu rufen.“

Kein Treffen Kurz – Trump wegen CoV

Die türkis-grüne Bundesregierung setzt die von der ÖVP-FPÖ-Koalition eingeleitete Intensivierung der bilateralen Beziehungen zu den USA fort, die mit dem Besuch von Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) im Weißen Haus im Februar 2019 einen sichtbaren Höhepunkt erreicht hatten. Ein für Anfang März geplantes neuerliches Treffen wurde von US-Präsident Donald Trump wegen der Coronavirus-Krise kurzfristig abgesagt.

Der „Ibiza“-Untersuchungsausschuss muss noch einige Zeit auf das Video warten, das der Auslöser der ganzen Causa war. Wie der „Kurier“ (Onlineausgabe) gestern berichtete, soll es erst nach Abschrift und Prüfung durch zwei Staatsanwaltschaften weitergeleitet werden. Das könnte frühestens in zwei Wochen der Fall sein, hieß es nach einem Telefonat zwischen Justiz- und Innenressort.

Aktuell liegt das Video, das die FPÖ-Granden Heinz-Christian Strache und Johann Gudenus zu Fall brachte, beim Bundeskriminalamt, dessen „SoKo Tape“ die Aufnahme in voller Länge im April sicherstellen konnte.

Dort wird es bleiben, bis die Abschrift des Videos fertig ist. Das soll Anfang der kommenden Woche der Fall sein. Dann geht das Video an die Staatsanwaltschaft Wien und die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA). Beide sollen prüfen, ob in dem Video Persönlichkeitsrechte betroffen sind.

Tauziehen empört NEOS

Im nächsten Schritt geht das Video an das Justizministerium und schließlich an den U-Ausschuss. Zuletzt hatte es in der Sache ein Tauziehen zwischen schwarzem Innenministerium unter Karl Nehammer und dem grünen Justizressort mit Alma Zadic an der Spitze gegeben. Letztere wollte das „Ibiza-Video“ „so schnell wie möglich“ dem Untersuchungsausschuss übermitteln und drängte den Innenminister, Nehammer sah dagegen das Justizministerium am Zug.

NEOS-Fraktionsführerin Stephanie Krisper zeigte sich ob der Verzögerung empört und sprach von einem „rechtlich nicht gedeckten Affront“ gegenüber dem Parlament. Das Innenministerium hätte das Video schon „vor Wochen“ liefern müssen. Die Verfahrensordnung für U-Ausschüsse stelle klar, dass Beweismittel unverzüglich und vollständig nach Veraktung zu übermitteln seien. Für Krisper stellt sich die Frage, „ab wann Innenminister Nehammer von der Existenz des Videos Bescheid wusste – und was er in der Folge tat bzw. offenbar unterließ“.

Integrationsministerin Susanne Raab (ÖVP) weist die Kritik des Europarats am österreichischen Kopftuchverbot an Volksschulen zurück: Das Kopftuch bei Kindern sei kein religiöses, sondern ein ideologisches Symbol. „Es stigmatisiert die Mädchen bereits in sehr jungen Jahren und reduziert sie auf ihr Geschlecht. Das hat in Österreich keinen Platz“, sagte Raab gestern in einer Stellungnahme.

Der Antidiskriminierungsausschuss des Europarats hatte in einem aktuellen Bericht eine Überarbeitung des Gesetzes gefordert, „um sicherzustellen, dass es den Neutralitätsgrundsatz respektiert, ein legitimes Ziel verfolgt und frei von jeglicher Form von Diskriminierung einer bestimmten Gruppe von Schülern ist“.

In diesem Zusammenhang übte der Antidiskriminierungsausschuss des Europarats (ECRI) auch scharfe Kritik an den Politikern für den Umgang mit Musliminnen und Muslimen in Österreich. „Es gibt einen hohen Grad an Islamophobie, und der öffentliche Diskurs ist immer fremdenfeindlicher geworden.“

Raab: „Absolut sinnvolle Maßnahme“

Raab verteidigte das Kopftuchverbot: „Unser Ziel ist es, Mädchen und junge Frauen zu stärken, damit sie sich frei entfalten können. Das Kopftuch bei Kindern steht dem klar entgegen. Das Kopftuchverbot in Volksschulen ist deshalb eine absolut sinnvolle Maßnahme, die den Mädchen hilft.“

Der Nationalrat hatte im Mai 2019 das Kopftuchverbot an Volksschulen beschlossen. In die Wege geleitet hatte es die geplatzte türkis-blaue Bundesregierung. Die türkis-grüne Regierung will das Verbot bis zum Alter von 14 Jahren ausweiten. Da in den Schulen die jüdische Kippa und die Patka der Sikhs – jeweils Kopfbedeckungen für männliche Jugendliche – ausgenommen wurden, wurde von vielen Seiten Diskriminierung beklagt. Die Islamische Glaubensgemeinschaft (IGGÖ) brachte Beschwerde beim Verfassungsgerichtshof (VfGH) ein.

Gesundheit

COV Ausland

Nach mehreren positiven Coronavirus-Tests auf einem Flug von Doha nach Athen hat Griechenland alle Flugverbindungen nach Katar gestrichen. Die Maßnahme gelte bis zum 15. Juni, teilte der griechische Zivilschutz gestern mit. Zwölf von 91 Passagieren an Bord der Maschine aus Doha wurden demnach positiv auf das neuartige Coronavirus getestet und sollen nun zwei Wochen in Quarantäne.

Regierungschef Kyriakos Mitsotakis hatte bereits am 20. Mai angekündigt, dass Griechenland ab dem 15. Juni seine Touristensaison wieder eröffnen will. Internationale Flüge sollten eigentlich ab dem 1. Juli schrittweise wieder aufgenommen werden.

Zu den 29 Ländern, aus denen Touristen wieder nach Griechenland einfliegen können, zählen 15 Länder der EU, darunter Österreich, und die benachbarten Balkanstaaten. Auch aus Australien, Neuseeland, Japan, China, Südkorea Israel und dem Libanon dürfen die Gäste wieder kommen. Flugzeuge dürfen aber zunächst nur Athen und Thessaloniki im Norden des Landes anfliegen. Weitere Flughäfen sollen am 1. Juli öffnen.

Den zweiten Tag in Folge hat Spanien keinen einzigen Coronavirus-Toten registriert. Das Gesundheitsministerium teilte gestern mit, in den vergangenen 24 Stunden sei in dem Land erneut niemand an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben. Gestern hatte es in Spanien erstmals seit dem 3. März keinen Todesfall durch das neuartige Coronavirus gegeben.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums starben in der vergangenen Woche insgesamt 34 Covid-19-Patienten. Die Gesamtzahl der CoV-Toten in Spanien erhöhte sich damit auf 27.127. Insgesamt wurden in dem Land seit Beginn der Pandemie fast 240.000 Infektionen registriert.

Der Leiter des Koordinationszentrums für Gesundheitsnotfälle, Fernando Simon, sagte vor Journalisten, oberste Priorität sei es nun, wachsam zu sein und Neuinfektionen so schnell wie möglich festzustellen. Das gelänge den Gesundheitsbehörden, betonte Simon.

Spanien war über mehrere Wochen eines der am stärksten von der Pandemie betroffenen Länder weltweit. In dem Land galten äußerst strenge Maßnahmen zur Eindämmung des Virus, die nun Schritt für Schritt gelockert werden.

Sport

Der SKN St. Pölten ist nach einem klaren 5:0 (3:0)-Sieg bei der WSG Tirol nicht mehr Schlusslicht der tipico-Bundesliga. Kofi Schulz (6.), Triple-Goalgetter Cory Burke (10., 15., 54.) und „Joker“ Christoph Messerer trafen gestern beim Liganeustart nach der knapp dreimonatigen Coronavirus-Zwangspause in Innsbruck für die Niederösterreicher, die zuvor acht Spiele sieglos geblieben waren.

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Wirtschaft

An einem runden Tisch im Klimaministerium sind gestern Möglichkeiten zur Vermeidung von Plastikmüll diskutiert worden. Als nächsten Schritt würden jetzt „konkrete Details eines möglichen Einwegpfandsystems für Österreich“ entwickelt, hieß es in einer Aussendung der Gastgeberin, Umweltministerin Leonore Gewessler (Grüne).

Österreich muss bei der Vermeidung von Plastikmüll eine EU-Vorgabe erfüllen. Diese EU-Richtlinie zu „Single-Use-Plastic“ sieht vor, dass Getränkeflaschen aus Kunststoff, von denen in Österreich gegenwärtig 1,6 Milliarden jährlich in Verkehr gesetzt werden, bis zum Jahr 2025 zu zumindest 77 und bis zum Jahr 2029 zu zumindest 90 Prozent getrennt gesammelt und auch recycelt werden müssen.

Aktuell beträgt die Sammelquote in Österreich noch 70 Prozent. Ein Pfandsystem würde die Lücke am effizientesten schließen, ergab eine Anfang 2020 publizierte Studie.

Weitere Gespräche schon im Juni

An dem runden Tisch nahmen neben Gewessler und Staatssekretär Magnus Brunner (ÖVP) über 40 Vertreterinnen und Vertreter von NGOs, des Handels, Recyclingfirmen und Fachleute für Kreislaufwirtschaft teil.

„Für alle Beteiligten am runden Tisch war es wichtig, rasch Klarheit zu haben. Das ist auch mein Interesse. Wir müssen das Problem des ständig steigenden Plastikmülls in unserer Natur lösen und sicherstellen, dass wir die EU-rechtlich verbindlichen Sammelziele für Kunststoffgetränkeflaschen erreichen“, sagte Gewessler.

Neben der Ausarbeitung von Details eines möglichen Einwegpfandsystems soll auch der Stakeholder-Dialog zu Plastikverpackungen wieder aufgenommen werden, „um Kreislaufwirtschaft als Ganzes zu betrachten. Schon im Juni wird es dazu weitere Gespräche geben. Wir wollen rasch alle Entscheidungsgrundlagen vorliegen haben“, so Gewessler.

Chronik

Ein 56-jähriger Mann ist gestern Nachmittag in Schwendt (Bezirk Kitzbühel/Tirol) in alkoholisiertem Zustand mit seinem Auto in den Garten eines Wohnhauses gefahren. Zwei im Garten spielende Kinder im Alter von zwei und vier Jahren konnten von einer 34-Jährigen gerade noch rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden, teilte die Polizei mit. Die Frau wurde leicht verletzt, die Kinder blieben unverletzt.

Zuvor kam der 56-Jährige auf der Bundesstraße in einer Linkskurve über den rechten Fahrbahnrand hinaus und fuhr über die Leitschiene in eine Wiese. Anschließend durchbrach er den Holzzaun des Wohnhauses und überfuhr im Garten Kinderspielsachen und Pflanzen. Schließlich kollidierte das Auto frontal mit der Hausmauer.

Der Mann wurde verletzt ins Krankenhaus St. Johann in Tirol eingeliefert. Ihm wurde der Führerschein abgenommen. Am Pkw entstand ein Totalschaden, auch der Garten und das Wohnhaus wurden beschädigt.

Religion

Zwei Wochen nach der Veröffentlichung eines Dokumentarfilms über die Opfer pädophiler Priester in Polen hat der Vatikan den Erzbischof von Posen, Stanislaw Gadecki, mit der Einleitung von Voruntersuchungen beauftragt.

„Wahrheit über die erhobenen Vorwürfe herausfinden“

Gadecki solle prüfen, ob einer der Bischöfe in dem katholisch geprägten Land die Vorwürfe sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen durch Priester ignoriert habe, teilte die polnische Bischofskonferenz gestern mit. „Diese Entscheidung entspricht dem Wunsch von Papst Franziskus, Minderjährige zu beschützen und die Wahrheit über die erhobenen Vorwürfe herauszufinden“, schrieb Gadecki in dem Statement.

Edward Janiak, Bischof in der westpolnischen Diözese Kalisz, spielt eine wichtige Rolle in dem Mitte Mai veröffentlichten Dokumentarfilm „Versteckspiel“, der sexuellen Missbrauch Minderjähriger in der polnischen katholischen Kirche thematisiert. In dem Film wird Janiak vorgehalten, er habe angesichts von Missbrauchsvorwürfen gegen ihm untergeordnete Priester nicht gehandelt.

Nach einem im März 2019 von der Bischofskonferenz vorgelegten Bericht wurden in Polen zwischen 1990 und 2018 insgesamt 382 Geistliche als Täter ausgemacht, demnach soll es 625 Opfer geben.

Mehr als sieben Millionen Zugriffe auf YouTube

Der Dokumentarfilm „Versteckspiel“ ist das zweite derartige Enthüllungsvideo des inzwischen landesweit bekannten Journalisten Tomasz Sekielski und seines Bruders. Er hat mittlerweile mehr als sieben Millionen Klicks bei YouTube. Der erste Film des Autorenteams, „Sag es niemandem“, wurde im Mai 2019 veröffentlicht und hat in Polen die Debatte über Pädophilie in der katholischen Kirche befeuert.

Kultur

Nach der Tötung des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis hat die US-Musikindustrie einen „Blackout Tuesday“ ausgerufen. Als Reaktion auf den seit Langem anhaltenden Rassismus und die Ungerechtigkeit gegenüber Menschen mit schwarzer Hautfarbe solle die Musikindustrie gestern pausieren, so die Organisatoren auf einer für die Aktion eingerichteten Website.

„Wir werden nicht mit unserer normalen Arbeit weitermachen ohne Respekt für die Leben von Schwarzen“, heißt es weiters. Mit der Aktion solle Aufmerksamkeit auf die Ungerechtigkeit gelenkt und Menschen dazu aufgefordert werden, einen Tag lang keine Inhalte zu produzieren, sondern sich mit den Vorgängen zu beschäftigen.

Die US-amerikanische TV- und Filmschauspielerin Peggy Pope ist tot. Nach Angaben ihrer Familie starb sie bereits am vergangenen Mittwoch im US-Staat Colorado, wie die Filmblätter „Variety“ und „Hollywood Reporter“ gestern berichteten. Pope wurde 91 Jahre alt.

Die Schauspielerin, die ihre Karriere in den 1950er Jahren in New Yorker Theatern begann, spielte in TV-Serien wie „Soap – Trautes Heim“, „Unter der Sonne Kaliforniens“ und „Golden Girls“ mit.

Sie drehte auch ein Dutzend Spielfilme. Ihre größte Leinwandrolle hatte Pope an der Seite von Jane Fonda, Dolly Parton und Lily Tomlin in der Komödie „Warum eigentlich… bringen wir den Chef nicht um?“ (1980). In der Satire über einen zudringlichen Chef und Rache für sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz spielte sie eine trinkfreudige Sekretärin.

Panorama

Der „Tiger King“ hat seinen ehemaligen Privatzoo an seine schlimmste Erzfeindin verloren: Ein Bundesgericht in Oklahoma City, USA, sprach den Raubkatzenzoo des aus der gleichnamigen Netflix-Dokuserie bekannten Joe Exotic der Tierrechtsaktivistin Carole Baskin zu. Nach jahrelangem Rechtsstreit übernimmt Baskin damit die sechs Hektar große Anlage südlich von Oklahoma City. Die Tiere sind darin jedoch nicht eingeschlossen, sie müssen umgesiedelt werden.

22 Jahre Haft

Joe Exotic, der eigentlich Joe Maldonado-Passage heißt, war im Jänner zu 22 Jahren Gefängnis wegen eines Mordauftrags sowie Verstößen gegen Tierschutzbestimmungen verurteilt worden. Er soll einen Auftragskiller mit Baskins Ermordung beauftragt haben, mit der ihn eine jahrelange Fehde verband. Baskin und ihre Organisation Big Cat Rescue warfen dem schillernden Privatzoobesitzer Tierquälerei vor.

Joseph „Joe Exotic“ Maldonado-Passage
APA/AFP/Netflix US

Obwohl sein Besitzer hinter Gittern sitzt, war der Zoo weiterbetrieben worden und hatte Anfang Mai nach einer Schließung wegen der Coronavirus-Pandemie seine Pforten wieder geöffnet. Joe Exotics früherer Geschäftspartner Jeff Lowe hatte die zuständige Firma Greater Wynnewood Development Group übernommen, das Gericht erkannte das jedoch nicht an.

Die siebenteilige Dokuserie „Tiger King“ war im März bei Netflix erschienen und entwickelte sich binnen kürzester Zeit zu einem gewaltigen Erfolg. Nach Angaben des Streamingdiensts sahen innerhalb eines Monats 64 Millionen Abonnenten die gesamte Serie oder Teile davon.