EU

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat Deutschland die Rückführung von Flüchtlingen in andere EU-Staaten erleichtert. Mängel im Sozialsystem stünden dem noch nicht entgegen, urteilte der Gerichtshof heute. Ein Abschiebeverbot bestehe erst, wenn in dem anderen Land eine unmenschliche und „extreme materielle Not“ drohe.

Verhinderung von Rückführung nur in Ausnahmefällen

Nach EU-Recht ist für einen Flüchtling grundsätzlich das Land zuständig, über das er erstmals in die EU gelangte. Menschenrechtler sehen die Aufenthaltsbedingungen und Lebensverhältnisse für Flüchtlinge in mehreren EU-Staaten aber als kritisch an. Zahlreiche Flüchtlinge in Deutschland machen daher geltend, eine Rückkehr in das Einreiseland sei unzumutbar und daher nun Deutschland für das Asylverfahren zuständig.

Nach den Urteilen ist das nicht ausgeschlossen, die Hürden sind aber hoch. Danach ist eine Rückführung in das Einreiseland erst dann unzulässig, wenn das Flüchtlinge „in eine Lage extremer materieller Not versetzt, die gegen das Verbot unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung verstößt“.

Geltender „Grundsatz gegenseitigen Vertrauens“

Der EuGH betonte nun den in der EU geltenden „Grundsatz des gegenseitigen Vertrauens“. Daher sei grundsätzlich davon auszugehen, dass alle EU-Staaten auch für Flüchtlinge die Menschenrechte beachten.

Dennoch müssten Gerichte aber Hinweisen auf „Funktionsstörungen“ in einzelnen EU-Staaten nachgehen. „Schwachstellen verstoßen aber nur dann gegen das Verbot unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung, wenn sie eine besonders hohe Schwelle der Erheblichkeit erreichen“, erklärte der EuGH.

Inland

Am 12. Februar hat Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) seinen „Thinktank“ mit dem Namen „Denkwerk zukunftsreich“ präsentiert. Doch nach knapp sechs Wochen musste bereits eine Namensänderung vollzogen werden, da es sich bei dem Namen Denkwerk um eine geschützte Marke handelt, berichtete die „Tiroler Tageszeitung“ („TT“, Dienstag-Ausgabe).

Straches Ministerium bekam Post aus Deutschland. Der Markenanwalt der international tätigen Digitalagentur mit dem Namen Denkwerk informierte das Ministerium „freundlich, aber bestimmt“, dass aufgrund des Markenrechts der Name geschützt ist, also nicht verwendet werden darf.

Im Kabinett des Vizekanzlers wurde ein neuer Name gesucht. Dieser Tage wurde er gefunden. Jetzt heißt der „Thinktank“ „Denk zukunftsreich“.

„Alter Titel zu umständlich“

Gegenüber der „TT“ sagte Konrad Weiß, Sprecher des Ministeriums für öffentlichen Dienst und Sport und laut der Zeitung für den „Thinktank“ zuständig, dass der alte Titel „zu umständlich“ gewesen sei. Jetzt habe man einen „prägnanten Titel“ gefunden. Zu den Kosten der Umbenennung machte er gegenüber dem Blatt keine Angaben.

Die Domain von Straches „Thinktank“ war nach Bekanntwerden des Berichts der „TT“ nicht mehr erreichbar.

Straches im Februar vorgesteller „Thinktank“ hatte zum Zeitpunkt der Präsentation einen Mitarbeiter, den Historiker Thomas Grischany. Grischany ist Koautor des noch unveröffentlichten Berichts, mit dem die FPÖ-Geschichte, mit einem Fokus auf „dunkle Flecken“, aufgearbeitet werden soll.

Der BVT-Untersuchungsausschuss befragt heute einen weiteren Tierrechtsaktivisten und dessen früheren Kontrahenten, einen Schweinezüchter und ehemaligen ÖVP-Gemeinderat aus Niederösterreich. Den Auftakt machte allerdings die Debatte über die Ladung des ÖVP-Fraktionschefs Werner Amon in den Ausschuss.

Eindrücke vom BVT-U-Ausschuss
ORF.at/Roland Winkler

Amon hatte einen FPÖ-Abgeordneten, der im Sommer 2017 mit einem Prügelvorwurf einer angeblichen thailändischen Ex-Geliebten konfrontiert war, an einen befreundeten Referatsleiter im BVT vermittelt. Bernhard P., Ex-Spionagechef im Staatsschutz, soll daraufhin eine Stellungnahme an die Staatsanwaltschaft verfasst haben. Die Ermittlungen wurden eingestellt. Nach der Nationalratswahl im Herbst nahm der Abgeordnete sein Mandat – aus gesundheitlichen Gründen – allerdings nicht an.

NEOS und Jetzt für Ladung Amons

Stephanie Krisper von NEOS will sowohl Amon als auch den früheren Abgeordneten und den BVT-Referatsleiter laden. Die Aussage des ÖVP-Fraktionsführers sei „mehr als überfällig, weil er von Anfang bis Ende in den Akten immer wieder vorkommt“. Daher will ihn Krisper unter Wahrheitspflicht zu den „schwarzen Seilschaften“ im BVT befragen. Alma Zadic (Jetzt) würde auch gerne ÖVP-Bundesgeschäftsführer Axel Melchior befragen, der sich laut den Akten mit P. getroffen hat.

Amon rechtfertigte sein Vorgehen vor Beginn des Ausschusses damit, dass der FPÖ-Abgeordnete befürchtet habe, Opfer einer Spionageaktion der Thailänderin geworden zu sein. Daher habe er ihn selbstverständlich an P. vermittelt, den er seit Jugendtagen kenne. Warum er nicht auf den Dienstweg verwiesen habe? „Einen Dienstweg gibt es für einen Abgeordneten nicht.“ Amon drohte damit, seinerseits die Abgeordneten Krisper und Peter Pilz (Jetzt) zu laden, die ebenfalls in den Akten vorkämen: „Dann kontrolliert das Parlament sich selbst und nicht die Exekutive.“

SPÖ will in einer Woche entscheiden

SPÖ-Fraktionschef Kai Jan Krainer wollte die Ladung Amons nicht zusagen. Natürlich werde man die „Prügelaffäre“ untersuchen und prüfen, wie es zur Einstellung des Verfahrens gekommen sei. Mit dem angeblichen Opfer sei man bereits in Kontakt: „Das ist aber sicher nichts, was man übers Knie bricht und einen Hüftschuss macht.“ Man werde dafür all jene Leute laden, die man brauche, um das aufzuklären. In einer Woche soll eine Entscheidung fallen.

Für Hans-Jörg Jenewein (FPÖ) zeigte die Uneinigkeit innerhalb der Opposition, dass der Ausschuss an sein Ende gelangt sei. Sollte die Opposition seinen ehemaligen Abgeordnetenkollegen befragen wollen, dann sei er der Letzte, der das verhindern wolle. „Ich hab kein Problem, das in irgendeiner Form einer Untersuchung zuzuführen“, sagte Jenewein.

Ausland

Nach wochenlangen Massenprotesten sieht sich der algerische Präsident Abdelaziz Bouteflika mit Rücktrittsforderungen einer neuen politischen Gruppe konfrontiert. Der 82-Jährige solle die Macht zum turnusgemäßen Ende seiner Amtszeit am 28. April abgeben, verlangte ein Zusammenschluss mit dem Namen „Nationale Koordination für den Wandel“.

Ihm gehören neben Oppositionellen und Menschenrechtlern auch ehemalige Regierungsmitglieder und zwei in dem nordafrikanischen Land bekannte Islamisten an. Nach den Protesten hatte Bouteflika seine Kandidatur für eine fünfte Amtszeit aufgegeben und die für den 18. April geplante Wahl abgesagt. Allerdings machte er bisher keine Anstalten, die Macht abzugeben.

Der seit 1999 regierende Staatschef hatte sogar bekräftigt, dass er auch nach dem Ende seiner derzeitigen Amtszeit am 28. April an der Macht bleiben will. In einer gestern von den Staatsmedien verbreiteten Botschaft nannte der 82-Jährige erneut keinen Termin für die Präsidentschaftswahl.

In Myanmar ist ein prominenter Politiker wegen Hochverrats verurteilt worden. Ein Gericht im Bundesstaat Rakhine verurteilte Aye Maung heute zu 20 Jahren Haft. Er ist der frühere Vorsitzende der Arakanischen Nationalpartei (ANP), die der muslimischen Minderheit der Rohingya ablehnend gegenübersteht.

Sicherheitskräfte vor dem Gerichtsgebäude versuchten, Hunderte aufgebrachte Unterstützer Aye Maungs im Zaum zu halten. Das Urteil trifft mit Aye Maung einen wichtigen Anführer der buddhistischen Bevölkerungsgruppe der Rakhine.

Im gleichnamigen Staat Rakhine sind gewalttätige Konflikte an der Tagesordnung: Im Jahr 2017 ging die Armee brutal gegen die muslimische Minderheit der Rohingya vor, rund 740.000 Menschen flohen ins benachbarte Bangladesch. Auch die buddhistischen Rakhine klagen über Diskriminierung, oft kommt es zu Kämpfen zwischen ihnen und dem Militär.

Neue Ausschreitungen befürchtet

Aye Maung stand wegen einer Rede vor Gericht, die er im Jänner 2018 gehalten hatte. Nach Berichten staatlicher Medien soll er darin gesagt haben, die Regierung behandle die Rakhine wie Sklaven. Darum sei nun „die richtige Zeit“ für den bewaffneten Widerstand. Seine Anhänger stürmten daraufhin ein Regierungsgebäude, die Polizei eröffnete das Feuer und erschoss sieben Menschen.

Nach dem Urteil wird befürchtet, dass sich die Kämpfe zwischen der Armee und den Rakhine ausweiten könnten. Ob Aye Maung in Berufung geht, hat er nach Angaben seines Anwalts noch nicht entschieden. Hochverrat kann in Myanmar auch mit der Todesstrafe geahndet werden.

Vor mittlerweile fünf Jahren hat Russland die zur Ukraine gehörende Krim annektiert. Die EU hält seitdem an der Nichtanerkennung der Annexion fest, die NATO prangert indessen die russische Aufrüstung auf der Schwarzmeer-Insel an. Dahingehend macht Moskau laut russischen Medienberichten einen weiteren Schritt: So wurde die Stationierung von atomwaffenfähigen Bombern beschlossen.

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Mehr als zwei Milliarden Menschen weltweit haben keinen dauerhaften Zugang zu sauberem Trinkwasser. Besonders betroffen sind dabei ohnehin schon diskriminierte Gruppen, wie aus dem heute in Genf veröffentlichten UNO-Weltwasserbericht hervorgeht.

Laut den Angaben haben Menschen, die aufgrund ihres Geschlechts, Alters, sozioökonomischen Status oder ihrer ethnischen, religiösen oder sprachlichen Identität benachteiligt sind, seltener Zugang zu sauberem Wasser und sanitären Anlagen. Dem Bericht zufolge kann mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung keine sicheren Sanitäranlagen nutzen.

Auch für Geflüchtete ist die Situation besonders düster: In Flüchtlingslagern sei die Wasserversorgung oftmals besorgniserregend. Stadtbewohner und -bewohnerinnen seien generell bessergestellt als Bewohner ländlicher Regionen. So seien etwa weltweit in Städten 63 Prozent der Haushalte an ein Abwassersystem angeschlossen, in ländlichen Gebieten nur neun Prozent. Laut UNESCO haben auch in Europa und Nordamerika 57 Millionen Menschen keine Wasserleitungen in ihren Häusern.

Ehestreit ist normalerweise etwas Privates, doch in den USA sorgt derzeit ein prominentes Paar mit seinen Meinungsverschiedenheiten für öffentliche Aufmerksamkeit: Kellyanne Conway war Donald Trumps Wahlkampfmanagerin und ist heute eine seiner wichtigsten Beraterinnen. Ihr Mann George ist ein prominenter Anwalt, der den Präsidenten regelmäßig kritisiert. Mit seiner Frau streitet er nun öffentlich über Trumps psychische Verfassung.

Mit seinem kontinuierlichen Schlagabtausch unterhält das Paar schon seit Monaten das politische Washington. George Conway gehört zu denjenigen Republikanern, die auf keinen Fall wollen, dass Trump für eine zweite Amtszeit gewählt wird. Nahezu täglich postet er auf Twitter Kritik am Präsidenten.

Auseinandersetzung via Twitter

Am Wochenende stellte er dort Trumps psychische Verfassung infrage: Conway twitterte eine Liste von Symptomen von Menschen mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung und schrieb dazu, alle US-Bürger sollten sich Gedanken über Trumps psychische Gesundheit und seinen Geisteszustand machen, „vor allem die Medien, der Kongress, der Vizepräsident und das Kabinett“.

Kellyanne Conway distanzierte sich daraufhin öffentlich vom Tweet ihres Mannes. In einem Fernsehinterview sagte sie gestern sichtbar gereizt, sie teile seine Bedenken nicht. Sie habe sich in der Früh um ihre Kinder gekümmert und dann mit dem Präsidenten über Sachfragen gesprochen, darum habe sie möglicherweise nicht alle Tweets gelesen.

Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa hat die Nöte von Pendlern in seinem Land am eigenen Leib erleben müssen: Zwei Monate vor der Parlamentswahl wartete der Staatschef gestern in Begleitung zahlreicher Journalisten und Journalistinnen zunächst eine Stunde auf einen Zug im Township Mabopane, der ihn nach Pretoria bringen sollte. Anschließend benötigte der Zug knapp drei Stunden für die in der Regel 45-minütige Fahrt.

Die Journalisten, die Ramaphosa im Schlepptau hatte, teilten in Sozialen Netzwerken Bilder eines lächelnden Präsidenten, der sich mit Reisenden unterhielt. Auf Twitter kommentierten Pendler die Odyssee des Staatschefs: „Willkommen in unserer Welt!“ Zugsverspätungen sind in Südafrika an der Tagesordnung, auch Entgleisungen sind keine Seltenheit.

Ramaphosa kündigte nach seiner persönlichen Erfahrung ein schnelles Treffen mit Vertretern des Bahnbetreibers PRASA an, um dieses „nationale Problem“ zu lösen: „Wir werden mit PRASA reden, um die Dinge in den Griff zu bekommen, andernfalls werden Köpfe rollen.“

Sport

Als Österreichs Nationalteam bei der EM-Qualifikationsauslosung Polen bekommen hat, ist die Freude groß gewesen. Allerdings könnte sich die Ansicht, den leichtesten Gegner aus Topf eins erwischt zu haben, noch als Trugschluss erweisen. Polens Teamchef Jerzy Brzeczek hat nämlich ein Problem, das ÖFB-Coach Franco Foda gerne hätte – ein Überangebot an Topstürmern.

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Wirtschaft

Deutschlands Wirtschaftsweise blicken deutlich skeptischer auf die Konjunktur des Landes. Sie erwarten in diesem Jahr nur noch ein Wirtschaftswachstum von 0,8 Prozent, wie der Sachverständigenrat (SVR) heute in seiner neuen Prognose mitteilte. Im November hatten die Experten noch plus 1,5 Prozent vorhergesagt.

„Die Hochkonjunktur der deutschen Wirtschaft ist vorerst vorüber“, sagte der Chef des Gremiums, Christoph Schmidt. „Eine Rezession ist angesichts der robusten Binnenkonjunktur aber aktuell nicht zu erwarten.“ Im nächsten Jahr dürfte die Wirtschaft um 1,7 Prozent zulegen – vor allem wegen deutlich mehr Arbeitstagen. Bereinigt um diesen Effekt werde das Wachstum bei 1,3 Prozent liegen.

Wegen der Handelskonflikte mit den USA und der Unsicherheit über den EU-Austritt Großbritanniens haben zuletzt viele Forschungsinstitute ihre Wachstumsprognosen gesenkt. Die deutsche Regierung rechnet für 2019 mit einem Prozent Wachstum nach 1,4 Prozent im vorigen Jahr.

Auch die Wirtschaftsweisen sagen nun: „Die Risiken für die weitere wirtschaftliche Entwicklung sind derzeit sehr hoch.“ Sie warnten mit Blick auf Brexit und Zollstreit vor einem kräftigen Abschwung. „Angesichts der bereits nachlassenden weltwirtschaftlichen Dynamik hätte eine Spirale aus protektionistischen Maßnahmen das Potenzial, die deutsche Wirtschaft in eine Rezession abgleiten zu lassen.“

Chronik

Nach dem schweren tropischen Wirbelsturm „Idai“ könnte die Zahl der Todesopfer in Mosambik nach Angaben von Präsident Filipe Nyusi auf bis zu 1.000 steigen. Das sagte Nyusi gestern im staatlichen Radiosender Radio Mocambique, nachdem er das Katastrophengebiet im Zentrum des Landes im südlichen Afrika besucht hatte.

Zerstörung durch „Idai“

Der Wirbelsturm hinterließ Tod und Verwüstung. Nun werden in Mosambik bis zu 1.000 Opfer befürchtet.

Der Präsident erklärte, bisher seien erst 84 Todesfälle bestätigt worden. Rückmeldungen von Helfern und der Anblick des Katastrophengebiets aus der Luft ließen jedoch bis zu 1.000 Opfer befürchten.

Der Zyklon mit Stärke vier von fünf war mit Windböen von bis zu 160 Kilometern pro Stunde vom Indischen Ozean her kommend in der Nähe der Großstadt Beira im Zentrum Mosambiks auf Land getroffen. Es folgten Sturmfluten und massive Überschwemmungen.

Gesundheit

Rund 1,4 Millionen Menschen werden heuer laut Prognose in der EU an Krebs sterben. Die Todesrate nimmt im Vergleich zu den Vorjahren weiter ab, so auch beim Brustkrebs, der im Mittelpunkt einer neuen Analyse stand. Um fast neun Prozent soll im EU-Gesamtschnitt die Brustkrebs-Sterberate im Vergleich zum Jahr 2014 zurückgehen, nur in Polen soll es einen Anstieg um rund zwei Prozent geben.

Mehr dazu in science.ORF.at

Im Osten der Demokratischen Republik Kongo ist die Zahl der Ebola-Toten auf mehr als 600 gestiegen. Seit August seien 603 Menschen gestorben, 314 seien geheilt geworden, teilte das Gesundheitsministerium in Kinshasa gestern mit. Unter den Toten seien 538 bestätigte Ebola-Fälle und 65 Verdachtsfälle.

Seit Anfang August wurden mehr als 89.000 Menschen geimpft. Tausenden Menschen habe das vermutlich das Leben gerettet, erklärte das Ministerium. Es ist bereits der zehnte Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo, seit die Krankheit in dem Land 1976 erstmals entdeckt wurde.

Dieses Mal ist die Bekämpfung der extrem ansteckenden Viruskrankheit besonders schwierig, weil es in der betroffenen Region immer wieder Angriffe bewaffneter Gruppen gibt. Nach zwei Angriffen auf Ebola-Behandlungszentren setzte die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen Anfang des Monats ihre Arbeit in den Orten Katwa und Butembo aus.

Medien

Die ORF-TVthek, Österreichs erfolgreichste Videoplattform, geht heute in neuer Aufmachung online: Mit dem Relaunch kommt nicht nur ein komplett neues Erscheinungsbild samt ans Gerät anpassbares Design, auch viele neue Features erleichtern Userinnen und Usern die Handhabung. Zudem wurden zahlreiche Services optimiert.

Übersichtlich und anpassungsfähig

Auf den ersten Blick erkennbar: das neue Design. Die ORF-TVThek zeigt den Benutzerinnen und Benutzern ab sofort Teaserbilder im großzügigen Format, die sowohl in der App als auch auf einem Desktop via Mouse-over bewegt sind. Die automatische Orientierung wird erleichtert. Die neue ORF-TVThek punktet zudem durch höhere Userfreundlichkeit, klare Linien und Strukturen gewährleisten die Übersichtlichkeit.

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Die Navigation wurde optimiert, die User gelangen direkt zu wichtigen Bereichen der ORF-TVThek. Die bereits bestehende Favoritenfunktion wird nunmehr auch prominent in der Navigation angeboten. Damit können die Userinnen und User ihre Lieblingssendungen schnell und bequem auswählen.

Mehr Österreich

Die neue ORF-TVThek bietet ab sofort mehr Österreich: Das Programm der Landesstudios wird in der neuen „Österreich-Bühne“ prominent präsentiert. Leicht zu finden sind somit regionale Highlights, Produktionen der Landesstudios, „Bundesland heute“-Sendungen und mehr. Auch der Livestreambereich wird aufgewertet und klarer gestaltet: Auf einen Blick erkennen die User nun laufende und künftige Liveübertragungen.

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Große Themen „im Fokus“

Auch inhaltlich setzt die ORF-TVThek neue Akzente: Auf der Themenseite „Im Fokus“ gibt es Playlists mit Videos zu großen aktuellen Themen, die die Nation beschäftigen – vom Brexit bis zur Karfreitag-Diskussion sowie ORF-Unternehmens- und -Programmschwerpunkte wie „Bewusst gesund“. Ein weiteres neues Feature ist die Rubrik „Letzte Chance“ auf der Startseite, die auf Programmhighlights aufmerksam macht, die nur noch für kurze Zeit zur Verfügung stehen. Zudem wurde das barrierefrei Angebot ausgeweitet.

Trailer erlauben künftig erste Einblicke in ORF-Produktionen, die demnächst im Fernsehen zu sehen sind. Hier kann man in Lieblingsserien, TV-Events und Programmschwerpunkte vorab hineinschnuppern.

Tiefer Blick in die Geschichte

Zudem bietet die ORF-TVThek künftig mehr Videoarchive unter der Rubrik „History“. Auch inhaltlich wurden die Videoarchive deutlich ausgebaut: Wenige Tage vor dem Relaunch der ORF-TVthek wurde mit „Volksgruppen in Österreich“ das inzwischen 34. Videoarchiv online gestellt. Für dieses Jahr sind zudem als weitere neue Videoarchive „80 Jahre Ausbruch II. Weltkrieg“, „Österreichs Sportlegenden“ und „Die Geschichte der Wissenschaft“ geplant.

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Die ORF-TVThek feiert zudem mit dem Relaunch eine Premiere: Erstmals können die Benutzerinnen und Benutzer sowohl im Web als auch am Smartphone und Tablet individuell ihre persönlichen Wunschthemen reihen.

Reibungsfreie Abläufe

Die nützliche Restart-Funktion wird weiter ausgebaut. Dabei handelt es sich um ein Service, das es erlaubt, bereits laufende Livestreams von Beginn an neu zu starten. Die neue ORF-TVthek ist ab sofort via Web, Android und iOS und ORF Smart verfügbar. Weitere Plattformen, etwa Smart-TV-Apps, Amazon Fire TV und die ORF-TVthek-App im ÖBB-WLAN-Portal, folgen im Laufe des Jahres.

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Damit alles auch reibungsfrei geht, ist die technische Leistungsfähigkeit der ORF-TVthek verbessert worden. Somit können Engpässe bei der Leistung künftig vermieden werden.

Die ORF-TVthek besteht seit 2009 und bietet ein mehr als 200 Sendungen umfassendes Livestream- und Video-on-Demand-Angebot aller Programmgenres und aller ORF-TV-Sender. Dieses Angebot nutzen fast 1,5 Millionen Userinnen und Usern pro Monat.

Religion

Kultur

Der US-Sänger, Produzent und Songschreiber Andre Williams ist im Alter von 82 Jahren in Chicago gestorben, wie seine Plattenfirma Pravda Records gestern Abend mitteilte. „Er hat unser Leben berührt und das zahlloser anderer. Wir lieben Dich, Dre.“

R-’n’-B-Sänger Andre Williams
APA/AFP/Daniel Janin

Sein Manager Kenn Goodman sagte dem Musikportal Billboard.com, der R-’n’-B-Sänger sei am Sonntagnachmittag im Kreise seiner Familie in einem Hospiz gestorben. Zwei Wochen zuvor sei bei ihm Darmkrebs festgestellt worden, der in Lunge und Gehirn gestreut habe. Williams hatte unter anderem für die legendäre Plattenfirma Motown Records gearbeitet.

Sein erster großer Hit war 1956 der Song „Bacon Fat“, der ihm wegen des Sprechgesangs den Spitznamen „Pate des Rap“ einbrachte. Weitere Hits aus dieser Zeit sind „Jail Bait“ und „Shake a Tail Feather“. Später arbeitete er mit Bands wie The Temptations und auch Solokünstlern wie Stevie Wonder. Weggefährten würdigten seine enorme musikalische Bandbreite.

Heute Abend startet in Graz die Diagonale in ihre Ausgabe 2019. Bei der traditionellen Eröffnungsgala in der Helmut-List-Halle wird zunächst Theaterstar Birgit Minichmayr mit dem Großen Schauspielpreis des Filmfestivals ausgezeichnet. Danach läutet Marie Kreutzers Drama „Der Boden unter den Füßen“ als Eröffnungsfilm den Reigen der Festspiele des heimischen Kinos ein.

Bis Sonntag stehen dann unter Leitung der beiden Festivalchefs Peter Schernhuber und Sebastian Höglinger 180 Filme und Videos auf dem Programm der vier Festivalkinos. Neben einer ganzen Reihe von Uraufführungen sind Specials zum Schauspieler Hanno Pöschl und zum Thema der „Projizierten Weiblichkeit(en)“, sowie ein Tribute an den stillen Kinomeister Ludwig Wüst angesetzt.

Hinzu kommt das umfangreiche Rahmenprogramm der Festspiele. Unter den Stargästen sticht heuer die US-Schauspielerin und #MeToo-Aktivistin Rose McGowan („Planet Terror“) hervor, die am Samstag über ihr Buch „Brave“ und den Kampf gegen die Diskriminierung von Frauen im Filmgeschäft sprechen wird.

Science

Wissenschaftler haben im Mittelmeer vor der Küste Italiens erstmals eine spezielle Art eines Korallenriffs ausgemacht. Es liegt in der Adria vor der Stadt Monopoli in Apulien in 30 bis 55 Meter Tiefe und ist 2,5 Kilometer lang, wie die Forscher um Giuseppe Corriero von der Universität Bari Aldo Moro im Fachmagazin „Scientific Reports“ schreiben.

„Korallen sind im Mittelmeer weit verbreitet, es gibt aber unter den 33 dort beheimateten Steinkorallenarten nur wenige riffbildende Arten“, sagte Claudio Richter, Meeresbiologe am Bremerhavener Alfred-Wegener-Institut. Er war an der Studie nicht beteiligt.

Von der weiten Verbreitung der in der Studie vorgestellten Korallenarten habe man zwar gewusst, „nicht aber, dass sie dreidimensionale Riffstrukturen ausbilden können“. Insofern sei die Entdeckung wissenschaftlich neu.

„Hotspot der Biodiversität“

Bei Korallenriffen handelt es sich den Autoren der Studie zufolge um die wichtigsten maritimen Festgesteinsgebilde. Sie gelten als „Hotspot der Biodiversität“. Steinkorallen bilden nicht nur in tropischen Flachmeeren mächtige Riffstrukturen, sondern auch in größerer Wassertiefe, so Richter. Jenseits von 30 Meter Tiefe lebten „ausgesprochene Schwachlicht-Spezialisten, die mit abenteuerlichen Anpassungen die Energie des Sonnenlichts einfangen und sogar noch in 130 Meter Tiefe Photosymbiosen aufrechterhalten können“.

Auch das nun entdeckte Korallenriff liegt in einem Bereich, in dem deutlich weniger Sonnenlicht ankommt. Corriero beschreibt die Farben der Korallen als „gedämpft“ statt strahlend: Sie reichten von Orange über Rot bis Violett, wie er der „Gazzetta del Mezzogiorno“ sagte. Die Autoren der Studie vermuten, dass sich ähnliche Korallenriffe etwa 100 Kilometer südlich von dem nun untersuchten Gebiet befinden.

Auch Nichttrinker leiden in vielen Fällen unter den Folgen von Alkoholkonsum: Im Straßenverkehr verursachen betrunkene Autofahrer tödliche Unfälle, bei Gewalttaten spielt oft Alkohol eine Rolle – und trinkende Mütter schädigen ihre ungeborenen Kinder. Mit dem „Passivtrinken“ befasst sich eine Studie des Münchner Instituts für Therapieforschung (IFT), die heute im Fachmagazin „BMC Medicine“ veröffentlicht wurde.

Die Wissenschaftler um Ludwig Kraus schätzten auf Grundlage von internationalen Übersichtsstudien, dass im Jahr 2014 in Deutschland 12.650 Babys mit einer Fetalen Alkoholspektrumstörung (FASD) zur Welt kamen, darunter knapp 3.000 mit einem Fetalen Alkoholsyndrom (FAS) als volle Ausprägung der Störung.

Die Kinder sind teils kleinwüchsig und haben Fehlbildungen im Gesicht. Ihre motorischen Fähigkeiten sind eingeschränkt, sie zeigen Störungen im Verhalten, bei den Gedächtnisfunktionen, bei Aufmerksamkeit und Lernfähigkeit. Alkoholkonsum stelle auch für unbeteiligte Dritte eine Gefahr dar, folgert Kraus. „Das ist analog zum Passivrauchen.“

„Zahlen bisher unterschätzt“

Die Forscher hatten neben den internationale Übersichtsstudien eine Untersuchung des Robert-Koch-Instituts in Berlin ausgewertet, die auf Befragungen von Müttern beruhte. Laut den Angaben wurden von 10.000 Kindern 177 mit FASD geboren. Das rechneten die Forscher auf die Zahl von 715.000 Geburten in Deutschland um. „Für Deutschland wurden die Zahlen bisher unterschätzt“, sagte Kraus. Dabei seien FAS und FASD nicht einmal die einzigen möglichen Folgen des Alkoholkonsums während der Schwangerschaft.

Die Zahl der Betroffenen sei schwer zu erfassen, da die Entwicklungsschädigungen oft erst später festgestellt würden. Da die Erkrankungen nicht meldepflichtig seien, gebe es keine Statistiken. „Es gibt viele FAS- oder FASD-Fälle, die nicht erkannt sind. Viele Kinder haben die Störungen, aber sie sind nicht als diese Störungen diagnostiziert“, sagte Kraus. Es sei zwar nicht von steigenden Fallzahlen auszugehen, da der Alkoholkonsum in Deutschland eher abnehme, sagte Kraus. Dennoch forderte er mehr Prävention.

Leute

Paris Jackson (20), Tochter von Popikone Michael Jackson, klagt über den Umgang von Reportern und Paparazzi mit ihr. „Diese Woche war ununterbrochener Mist, ich habe es so satt“, twitterte sie gestern (Ortszeit).

Paris Jackson
APA/AFP/Getty Images/Kevin Winter

Dazu schilderte sie, was ihr passiert sei: „Man parkt an der Tankstelle (…), schließt die Augen, um einen Lieblingssong zu hören, ein Paparazzo macht ein Foto mit Teleobjektiv, sodass man (auf dem Foto, Anm.) nicht sehen kann, dass man parkt, und beschuldigt einen, man sei am Steuer eingeschlafen.“

Dann fügte sie hinzu: „Wann wird das aufhören?“ Gestern wurde Jackson zusammen mit ihrem Freund bei einer Filmpremiere gesichtet. Sie wirkte Medienberichten zufolge gut gelaunt.

Am Wochenende hatte Jackson das US-Portal TMZ.com direkt angegriffen. Dort war berichtet worden, sie habe einen Suizidversuch unternommen, nachdem in der Dokumentation „Leaving Neverland“ erneut Missbrauchsvorwürfe gegen ihren Vater erhoben worden waren.

Die Polizei von Los Angeles bestätigte dem Promiportal People.com am Samstag, dass es einen Einsatz an Jacksons Wohnadresse gegeben habe und ein Krankenwagen wegen einer versuchten Selbsttötung im Einsatz gewesen sei. Im Jahr 2017 hatte die 20-Jährige dem Musikmagazin „Rolling Stone“ gesagt, sie habe „mehrmals“ versucht, sich umzubringen.

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