COV Ausland

In den USA sind innerhalb von 24 Stunden fast 2.000 Menschen an den Folgen einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben, wie Zahlen der Johns-Hopkins-Universität von gestern Abend zeigen.

Es handelt sich um die höchste Zahl von Todesopfern, die seit Beginn der Ausbreitung des Erregers innerhalb eines Tages in einem Land verzeichnet wurde. Die Gesamtzahl der Toten in Zusammenhang mit dem Virus in den USA stieg damit auf 12.722.

In der weltweiten Statistik der Todesopfer der Pandemie liegen die Vereinigten Staaten weiterhin an dritter Stelle hinter Italien (17.127) und Spanien (13.798).

Die Zahl der Infektionsfälle in den USA stieg laut der Uni auf fast 400.000.

Die USA fassen ein mögliches Einfrieren ihrer Zahlungen an die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ins Auge. Seine Regierung werde prüfen, ob die Zahlungen gestoppt werden sollen, kündigte Präsident Donald Trump in der Nacht in Washington während eines Briefings zur Coronavirus-Pandemie an. Der US-Präsident wirft der WHO schwere Fehler in ihrer Reaktion auf die Ausbreitung des Virus vor.

Trump hatte es zu Beginn des Briefings sogar so dargestellt, als wäre die Suspendierung der Zahlungen an die WHO bereits beschlossene Sache. „Wir werden Gelder stoppen, die für die WHO ausgegeben werden“, sagte er. Nur wenig später schränkte er diese Aussage aber ein: „Ich sage nicht, dass wir es tun werden“, sagte er.

„Wir werden uns ein Ende der Zahlungen anschauen“, sagte der US-Präsident im weiteren Verlauf des Briefings – und machte damit deutlich, dass eine solche mögliche Maßnahme noch geprüft wird. Mit seinen Äußerungen steigerte Trump aber auf jeden Fall massiv den Druck auf die WHO – die USA sind der größte Beitragszahler der UN-Unterorganisation.

„WHO hat es vermasselt“

Zuvor hatte Trump über den Internetdienst Twitter die Reaktion der WHO auf die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus heftig kritisiert. „Die WHO hat es wirklich vermasselt“, schrieb er. Die Organisation werde zwar größtenteils von den USA finanziert, sei aber „China-zentrisch“. Trump ist allgemein ein scharfer Kritiker internationaler Organisationen.

Der US-Präsident warf der WHO vor, im Kampf gegen eine Ausbreitung des Virus eine „fehlerhafte Empfehlung“ abgegeben zu haben. „Zum Glück habe ich frühzeitig ihre Empfehlung zurückgewiesen, unsere Grenze zu China offen zu lassen“, twitterte Trump. Die USA hatten Ende Jänner ein Einreiseverbot für Reisende aus China verhängt. Die Pandemie hatte von der Volksrepublik aus ihren Ausgang genommen.

Nach der Aufhebung eines mehr als zwei Monate andauernden Ausreiseverbots wegen der Coronavirus-Pandemie wollen Tausende Menschen die zentralchinesische Millionenstadt Wuhan verlassen. Menschenmassen strömten heute Früh (Ortszeit) zum Bahnhof Wuchang, wie Reporter der Nachrichtenagentur AFP beobachteten. Es wird damit gerechnet, dass Zehntausende Einwohner die Stadt im Laufe des Tages per Zug verlassen.

„Wuhan verdient es, die Stadt der Helden genannt zu werden. Die Menschen in Wuhan verdienen es, Helden genannt zu werden“, schallte es über die Bahnhofslautsprecher. Das Ausreiseverbot für die Einwohner und Einwohnerinnen der Stadt war in der Nacht auf heute (Ortszeit, 18.00 Uhr MESZ) aufgehoben worden.

Schätzungen der Regierung zufolge werden im Laufe des heutigen Tages 55.000 Menschen aus der Stadt abreisen. Auch die Flüge am internationalen Flughafen von Wuhan sollen nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua wieder aufgenommen werden.

Seit 23. Jänner komplett abgeriegelt

Aus der Industriemetropole waren Ende Dezember die weltweit ersten Infektionsfälle mit dem neuartigen Coronavirus gemeldet worden. Die Hauptstadt der Provinz Hubei wurde wegen der Ausbreitung des Erregers als erste chinesische Stadt am 23. Jänner komplett abgeriegelt, später folgte fast die gesamte Provinz. Inzwischen hat sich die Lage entspannt, und seit Ende März beendeten die chinesischen Behörden schrittweise die Abschottungsmaßnahmen. Für Wuhan galt allerdings zunächst weiter ein Ausreiseverbot.

Die Zahl der Toten in Zusammenhang mit dem Coronavirus hat in Frankreich die Schwelle von 10.000 überschritten. Wie die Gesundheitsbehörden gestern Abend in Paris mitteilten, wurden mittlerweile 7.091 Todesfälle in Krankenhäusern und 3.237 weitere in Altersheimen registriert. Wegen der Coronavirus-Pandemie gilt in Frankreich seit dem 17. März eine strenge Ausgangssperre.

Frankreich plant keine Lockerung von Maßnahmen

Frankreichs Gesundheitsminister Olivier Veran hält eine Lockerung der Maßnahmen im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie derzeit für noch nicht möglich. „Wir befinden uns immer noch in der Phase der Verschlechterung“, sagte Veran dem Fernsehsender BFMTV. Zwar hätten Maßnahmen wie die strenge Ausgangssperre die Entwicklung abgebremst, die Pandemie halte aber weiter an.

Polizistin kontrolliert Passantin, Eiffelturm im Hintergrund
APA/AFP/Ludovic Marin

Die Beschränkungen seien mehr denn je notwendig, da es immer mehr Kranke gebe, sagte der Minister. Verschiedene Möglichkeiten, die Beschränkungen aufzuheben, würden abgewogen, so Veran. In Frankreich gilt seit mehr als drei Wochen eine strikte Ausgangssperre. Sie dauert noch bis mindestens 15. April.

Veran betonte, dass nun verstärkt Pflegekräfte in Altersheimen auf das Coronavirus getestet werden sollten, um Einwohnerinnen und Einwohner zu schützen. Veran hatte großflächige Tests in Seniorenheimen und anderen sozialen Einrichtungen gestern angekündigt.

Der frühere Pop-Superstar R. Kelly (53) wird wegen der Coronavirus-Pandemie nicht vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen. Einen entsprechenden Antrag, den der Musiker über seine Anwälte eingereicht hatte, lehnte eine Richterin in New York gestern ab.

Sie verstehe, dass Kelly Sorge vor einer Ansteckung mit dem Virus habe, schrieb Richterin Ann Donnelly in der Begründung. Der Sänger habe aber keine ausreichenden Gründe für eine Entlassung vorgelegt. In dem Gefängnis in Chicago, wo Kelly derzeit einsitzt, gebe es noch keine bestätigten Fälle von Covid-19, zudem habe die Anstalt umfangreiche Schutzmaßnahmen eingeführt.

R. Kelly
AP/Pool Chicago Tribune/Antonio Perez

Der Sänger („I Believe I Can Fly“) ist seit vergangenem Sommer in Haft. In Chicago sowie in New York und Minnesota liegen lange Anklageschriften gegen Kelly vor – unter anderem wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger. Der Musiker beteuert seine Unschuld. Die ersten Prozesse sollten eigentlich noch dieses Jahr starten. Ob der Zeitplan angesichts der Coronavirus-Krise eingehalten werden kann, ist fraglich.

COV Inland

Das Finanzministerium will das Parlament und die Öffentlichkeit künftig monatlich über die Kosten der Coronavirus-Krise informieren. Die Budgetexperten des Parlaments hatten zuvor mehr Transparenz über die Auswirkungen der Hilfsmaßnahmen gefordert, die – inklusive Kurzarbeit – bis zu 41 Mrd. Euro kosten könnten.

Auf diese Gesamtsumme kommt der Budgetdienst des Parlaments, weil er zum angekündigten 38 Mrd. Euro-Hilfspaket der Regierung noch zumindest drei Mrd. Euro für die Kurzarbeit hinzurechnet. Diese wird extra aus dem Arbeitsmarktbudget bezahlt. In Summe könnten die Maßnahmen zur Abfederung der Wirtschaftskrise damit gut zehn Prozent der gesamten heuer erwarteten Wirtschaftsleistung kosten (411 Mrd. Euro).

In ihrem Bericht an den Budgetausschuss kritisierten die Experten des Parlaments die „fragmentierte und lückenhafte Rechenschaftslegung“ der Regierung über ihre Hilfsmaßnahmen. Insbesondere für die angekündigten Steuererleichterungen (10 Mrd. Euro) und Staatsgarantien (9 Mrd. Euro) für Unternehmen vermisst der Budgetdienst regelmäßige Informationen an das Parlament.

Hier ist nämlich nur eine jährliche Information im Nachhinein vorgesehen. Monatliche oder Quartalsberichte gibt es nur für einzelne Instrumente wie den „Covid-19-Krisenbewältigungsfonds“, den Härtefallfonds und die Abbaubank ABBAG.

Die mündliche Matura soll laut einem Bericht der Onlineausgabe der „Salzburger Nachrichten“ heuer entfallen. Stattdessen sollen in jenen Fächern, in denen die Maturierenden antreten wollten, die Noten des Abschlussjahrs im Maturazeugnis stehen, hieß es in dem Bericht, allerdings ohne Quellenangabe. Im Bildungsministerium verwies man gestern Abend auf APA-Anfrage auf eine heutige Pressekonferenz.

Die schriftliche Matura soll dagegen nach Angaben der ZIB1 nach dreiwöchiger Vorbereitungszeit für die Maturanten an den Schulen ab 25. Mai stattfinden. Die Schüler sollen laut „SN“ für die Bearbeitung mehr Zeit bekommen, damit zwischendurch gelüftet werden kann. Wer erst im Herbst maturieren möchte, kann dies außerdem ohne Entfall einer Antrittsmöglichkeit.

Wie es mit den Schulen weitergeht

Seit Montag ist bekannt: Bis die Schulen wieder aufsperren, wird es noch eine Zeit lang dauern. Heute soll der Stufenplan zur schrittweisen Öffnung bekanntgegeben werden.

Bei den Berufsschülern soll zunächst nur der theoretische Teil der Lehrabschlussprüfung abgenommen werden. Der praktische Teil findet dann erst im Spätsommer statt.

Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Fälle in Österreich liegt bei 12.519 (Stand: Dienstag 15.00 Uhr). Daten des Gesundheitsministeriums zufolge starben 243 Menschen, 4.046 Menschen genasen (Stand: Dienstag 9.30 Uhr). Es wurden 115.235 Tests vermeldet (Stand: Dienstag 9.30 Uhr).

Die meisten Infektionen (Stand: Dienstag 15.00 Uhr) wurden mit 2.835 bisher in Tirol verzeichnet, gefolgt von Niederösterreich mit 2.071 Fällen, Oberösterreich mit 1.991 Fällen und Wien mit 1.813 Fällen.

Anschober: Kurs stimmt weiter

Die Entwicklung der Zahlen gibt laut Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) weiter Anlass zu vorsichtigem Optimismus. In den vergangenen vier Tagen, jeweils Stand 15.00 Uhr, nahmen die Erkrankungsfälle in Österreich täglich im Durchschnitt um 2,41 Prozent zu.

Die Tage bis zur Verdoppelung der Fallzahlen sind von etwa 3,7 Mitte März auf über 21 in den vergangenen sieben Tagen gestiegen. Den vierten Tag in Folge gab es mehr Neugenesene als Neuinfizierte: Mit Stand 10.30 Uhr war die Zahl der neuen Fälle laut den Daten des Innenministeriums um 314 gestiegen. Die Zahl der Neugenesenen stieg hingegen um 583.

Anschober bezeichnete diese Werte als „großen Erfolg“, appellierte aber an die Bürgerinnen und Bürger, auch zu den Osterfeiertagen konsequent zu sein. „Jetzt müssen wir beharrlich an den Maßnahmen festhalten, um diese positive Entwicklung keinesfalls zu gefährden. Mein dringender Appell ist, auf Osterfeiern zu verzichten, Abstand zu halten und den eingeschlagenen Weg entschlossen weiterzugehen.“

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

EU

Seit dem Nachmittag haben die EU-Finanzminister mit mehreren Unterbrechungen gestern in einer Videokonferenz über weitere Hilfsmaßnahmen in der Coronavirus-Krise beraten. Überschattet wird das Treffen vom Streit über Euro-Bonds („Corona-Bonds“): Länder wie Italien und Frankreich hatten ein solches Instrument für die gemeinsame Aufnahme von Schulden gefordert, es wird aber unter anderem von Österreich und Deutschland abgelehnt.

Lesen Sie mehr …

Mangels einer Einigung wurden die Gespräche in der Nacht unterbrochen. Sie sollen heute Vormittag fortgesetzt werden. „Die Arbeit an einer ehrgeizigen wirtschaftspolitischen Reaktion der EU auf Covid-19 ist auf gutem Wege, aber noch nicht abgeschlossen“, schrieb der Sprecher von Euro-Gruppen-Chef Mario Centeno auf Twitter. „Die Pressekonferenz wurde auf 10 Uhr (Brüsseler Zeit) verlegt.“ Ein EU-Diplomat sagte: „Eine Einigung ist möglich, wir sind aber noch nicht soweit.“

Aus Sorge vor Engpässen bei wichtigen Arzneien hat die EU-Kommission einem Medienbericht zufolge die europäischen Hersteller aufgefordert, die Produktion hochzufahren. Das berichtete die „Welt“ (Mittwoch-Ausgabe) aus einem Brief von Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides an mehrere europäische Pharmaverbände.

Gerade in deutschen Krankenhäusern könnten wichtige Medikamente knapp werden, zitierte das Blatt aus einem Anhang des Schreibens. Schon für die kommenden Tage befürchteten die Krankenhäuser Engpässe etwa bei Anästhetika und Beruhigungsmitteln wie Fentanyl, Propofol, Ketamin, Lorazepam und Morphin. Insgesamt gehe es um 47 in der Intensivmedizin benötigte Wirkstoffe.

Schwer an Covid-19 erkrankte Patienten, die auf Intensivstationen an Beatmungsgeräte angeschlossen sind, benötigen dem Bericht zufolge bis zu 50 verschiedene Medikamente, darunter Beruhigungsmittel und Wirkstoffe, die bei der Intubation eingesetzt werden. Ersatzwirkstoffe hätten teils Nebenwirkungen.

Inland

Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) fordert zur „gerechten Krisenfinanzierung“ eine Erbschafts- und Schenkungssteuer. „Ich bin für einen rigorosen Beitrag von Millionen- und Milliarden-Erben“, sagte er in der „Tiroler Tageszeitung“ (Mittwoch-Ausgabe). Für „Corona-Bonds“ ist er nur dann, wenn es klare gemeinsame Regeln gibt. Es sei eine von mehreren Möglichkeiten. Die „Stopp-Corona“-App hat er sich bereits heruntergeladen.

„Immer, wenn es in Millionenhöhe zu Erbschaften und Schenkungen kommt, soll auch eine Steuer eingehoben werden. Ich hoffe schon, dass der Corona-Schock hier in Österreich zu einem Umdenken führen wird. Große Vermögensüberträge zu besteuern ist jedenfalls vernünftig, weil es dem Wirtschaftswachstum nicht schadet, und es ist ein Beitrag zur gerechten Krisenfinanzierung“, so Kogler.

ÖVP reagiert auf Koglers Forderung ablehnend

Die ÖVP reagierte auf Koglers Forderung verstimmt. „Für das wirtschaftliche Comeback Österreichs nach der Krise benötigt es einen noch nie da gewesenen nationalen Kraftakt und nicht irgendeine Einzelmaßnahme“, hieß es aus der ÖVP gestern Abend.

In dieser Ausnahmesituation brauche es „in der Regierung Zusammenhalt, das Einhalten von grundsätzlichen Vereinbarungen und keinen Streit, um Österreich mit aller Kraft gut durch die Krise zu führen“.

Ausland

Deutschland will in Kürze zunächst bis zu 50 unbegleitete Minderjährige aus den Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln aufnehmen. „Der Transfer soll nach Möglichkeit schon in der kommenden Woche beginnen“, gab das deutsche Innenministerium gestern bekannt.

Das solle heute dem Kabinett vorgeschlagen werden. Darauf habe sich Ressortchef Horst Seehofer (CSU) mit Vertretern und Vertreterinnen der Koalitionsfraktionen verständigt. Die genannte Maßnahme wird in der Mitteilung als ein erster Schritt bezeichnet, von weiteren ist allerdings nicht die Rede.

„Nach Ankunft in Deutschland sollen die Kinder und Jugendlichen zunächst zentral in eine zweiwöchige Quarantäne, bevor eine Verteilung in die Länder erfolgt“, teilte das Innenministerium mit. Hintergrund ist die Coronavirus-Pandemie. Sie führt den Angaben zufolge dazu, dass es in einigen Ländern, die ebenfalls eine Aufnahme von Flüchtlingskindern zugesagt haben, zu Verzögerungen kommt.

Erste Kinder kommen aus Griechenland nach Luxemburg

In den kommenden Tagen sollen auch nach Luxemburg zwölf unbegleitete Minderjährige gebracht werden. Das solle in den kommenden Tagen geschehen, teilte das Büro des stellvertretenden griechischen Migrationsministers Giorgos Koumoutsakos mit.

Die Reise wird in Kooperation mit dem UNO-Flüchtlingshochkommissariat (UNHCR) und der Internationalen Organisation für Migration (IOM) stattfinden, hieß es. Aus welchen Flüchtlingseinrichtungen die Kinder geholt werden sollen, wurde zunächst nicht bekannt.

Zahlreiche humanitäre Organisationen und Politiker hatten in den vergangenen Tagen wiederholt die Ausreise unbegleiteter Minderjähriger aus den griechischen Camps gefordert. In den griechischen Camps harren unter zum Teil menschenunwürdigen Bedingungen mehr als 100.000 Personen aus.

Wegen Korruption ist der ehemalige ecuadorianische Präsident Rafael Correa in Abwesenheit zu acht Jahren Haft verurteilt worden. Der frühere Staatschef (2007-2017) und sein Vizepräsident Jorge Glas hätten von den Schmiergeldzahlungen gewusst und seien mittelbar für das Korruptionsnetzwerk verantwortlich gewesen, hieß es gestern in der Urteilsbegründung. Gegen die Entscheidung in erster Instanz kann noch Berufung eingelegt werden.

Ecuador National Court of Justice (CNJ)
AP/AFP/Corte Nacional de Justicia Ecuad

Correa lebt derzeit in Belgien und nahm nicht persönlich an der Urteilsverkündung teil. Er hatte die Vorwürfe stets zurückgewiesen. „Das ist alles falsch“, reagierte er auf Twitter. „Es ist nichts bewiesen worden.“

Aufträge für Bauunternehmen?

Correa und weiteren Politikern und Beamten wurde vorgeworfen, über sieben Millionen US-Dollar (6,4 Millionen Euro) an Bestechungsgeldern angenommen zu haben. Im Gegenzug sollen sie Bauunternehmen staatliche Aufträge zugeschanzt haben. Correa hatte während seiner Amtszeit in Ecuador für eine Phase der politischen Stabilität und des sozialen Fortschritts gesorgt.

Durch staatlich organisierte Ressourcenausbeutung, vor allem Ölförderung, gelang es ihm, zahlreichen Menschen aus der Armut zu helfen und ihnen Zugang zu Bildung zu verschaffen. Zudem baute er die Infrastruktur des südamerikanischen Landes aus. Kritiker warfen ihm allerdings autoritäre Tendenzen vor. Nach dem Ende seiner Amtszeit überwarf er sich mit seinem früheren Vizepräsidenten, dem heutigen Staatschef Lenin Moreno.

Zwei Jahre nach dem verheerenden Giftgasangriff auf das syrische Duma im Jahr 2018 will die Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) die Verantwortlichen benennen. Der Bericht der OPCW-Ermittler soll heute in Den Haag veröffentlicht werden.

Im April vor zwei Jahren waren bei einer Chlorgasattacke auf Duma mehr als 40 Menschen getötet worden. In dem OPCW-Bericht sollen auch die Schuldigen für den Giftgasangriff auf die syrische Stadt Chan Scheichun mit mehr als 80 Toten im April 2017 genannt werden.

Mandat gegen russischen Widerstand erweitert

Es ist das erste Mal, dass die OPCW-Experten Schuldige für die Angriffe ermittelten. Bisher hatte die Kontrollbehörde dazu kein Mandat. Das war erst 2018 gegen den heftigen Widerstand vor allem von Russland und Syrien erweitert worden.

Seit Beginn des Bürgerkriegs in Syriens im Frühjahr 2011 hatten Experten der OPCW und der UNO mehrere Angriffe mit Chemiewaffen festgestellt. Westliche Staaten, syrische Oppositionelle und Menschenrechtsorganisationen machen vor allem die Regierung von Baschar al-Assad für die Angriffe verantwortlich. Dagegen weisen Syrien und sein Verbündeter Russland die Vorwürfe zurück.

Abfällige Bemerkungen über den Kapitän eines von einem Coronavirus-Ausbruch betroffenen Flugzeugträgers haben US-Marineminister Thomas Modly sein Amt gekostet. Verteidigungsminister Mark Esper teilte gestern Nachmittag (Ortszeit) in Washington mit, dass er die zuvor von Modly angebotene Demission akzeptiert habe. Nachfolger solle Modlys Stellvertreter Jim McPherson werden.

Modly hatte dem Kapitän Brett Crozier vorgeworfen, er habe sich seiner Mannschaft gegenüber „zu naiv oder zu blöd“ verhalten, nachdem dieser in einem Brief an die Militärführung eines Evakuierung des Flugzeugträgers „USS Theodore Roosevelt“ gefordert hatte.

US-Präsident Donald Trump sagte am Montagabend (Ortszeit), die Äußerungen des Ministers seien „eine derbe Stellungnahme“ gewesen. Der Kapitän habe mit dem Schreiben des Briefes einen „Fehler“ gemacht, er glaube jedoch, dass beide „gute Menschen“ seien.

Evakuierung des Schiffes eingeleitet

Unter den gut 4.000 Besatzungsmitgliedern des Flugzeugträgers hatte sich das Coronavirus verbreitet. In seinem Brief hatte Crozier daher Anfang vergangener Woche die Evakuierung des Schiffs gefordert, um den Tod von Soldaten zu verhindern.

Modly hatte wenige Tage später erklärt, Crozier werde mit sofortiger Wirkung seines Postens enthoben, weil er offenbar wegen des Coronavirus überfordert gewesen sei und dann mit dem weit gestreuten Brief gegen die Befehlskette verstoßen habe.

Das US-Militär hat inzwischen die weitgehende Evakuierung des vor der Pazifikinsel Guam liegenden Schiffs eingeleitet. US-Medienberichten zufolge ist das Virus inzwischen bei fast 200 Besatzungsmitgliedern nachgewiesen worden – darunter auch bei Kapitän Crozier selbst.

Wirtschaft

Firmen aus China haben im vergangenen Jahr erneut weniger Geld für Übernahmen in der Europäischen Union in die Hand genommen. Die Direktinvestitionen in die 28 EU-Länder sanken 2019 um 33 Prozent auf zwölf Milliarden Euro, wie aus einer heute veröffentlichten Analyse des Berliner Merics-Instituts und der US-Beratungsfirma Rhodium Group hervorgeht. Nach dem bisherigen Höchststand im Jahr 2016 ist es der dritte Rückgang chinesischer Investitionen in Folge.

Kapitalaufnahme erschwert

Nach Darstellung der Autoren haben chinesische Firmen zwar immer noch großes Interesse an Übernahmen im Ausland, veränderte Rahmenbedingungen in China und Europa würden es ihnen jedoch erschweren, Kapital aufzunehmen und notwendige Genehmigungen zu erhalten.

Wie aus der Untersuchung hervorgeht, beeinflusst auch die derzeitige Coronavirus-Pandemie die Investitionsströme „tiefgreifend“. So habe sich die Schließung großer Teile der chinesischen Wirtschaft im Februar und März im ersten Quartal negativ auf die Geschäftsabschlüsse ausgewirkt.

Die Krise schaffe aber für chinesische Firmen auch Kaufmöglichkeiten in Europa und anderswo, da die Aktienmärkte weltweit eingebrochen sind. Ein Kaufrausch bei chinesischen Investoren wie nach der Finanzkrise 2009 und der Eurokrise 2013 sei dieses Mal jedoch weniger wahrscheinlich.

Die Weltarbeitsorganisation (ILO) schätzt, dass aufgrund der Coronavirus-Krise die geleistete Arbeitszeit in den kommenden Monaten um Milliarden von Stunden sinken wird. Insgesamt sind laut ILO derzeit rund 2,7 Milliarden arbeitende Menschen von irgendwelchen Maßnahmen betroffen – das sind rund 81 Prozent aller Arbeitskräfte weltweit, gab die ILO heute bekannt.

Für das zweite Quartal 2020 rechnet die ILO mit einem weltweiten Rückgang der geleisteten Arbeitsstunden um 6,7 Prozent – das entspricht der Arbeitszeit von rund 230 Millionen Arbeitskräften (bei 40 Wochenstunden). In Europa sinke die Arbeitszeit um geschätzte 7,8 Prozent.

Schlimmer als anfangs erwartet

„Umstellungen bei der Beschäftigung folgen normalerweise mit etwas Verspätung auf wirtschaftliche Abschwünge. (…) In dieser aktuellen Krise wurde die Beschäftigung aber durch Lock-downs und andere Maßnahmen direkt und zudem härter getroffen, als am Anfang der Pandemie erwartet wurde“, hieß es in der Analyse. „Es handelt sich hier um die schwerste globale Krise seit dem Zweiten Weltkrieg.“

Am stärksten von der Coronavirus-Krise getroffen werden laut ILO unter anderem das Gastgewerbe, das Handwerk, der Groß- und Einzelhandel sowie Autowerkstätten. „Wir müssen Lösungen finden, die allen Teilen der globalen Gesellschaft helfen – besonders denen, die am verletzlichsten sind oder sich am wenigsten selbst helfen können“, sagte ILO-Generaldirektor Guy Ryder.

Trotz seiner teuren Scheidung verteidigt Amazon-Chef Jeff Bezos im dritten Jahr in Folge den Spitzenplatz in der „Forbes“-Liste der reichsten Menschen der Welt mit einem Vermögen von 113 Mrd. Dollar. Das gestern in New York veröffentlichte Ranking des US-Wirtschaftsblatts zeigt, dass die Coronavirus-Krise auch Superreiche belastet – jeder zweite von ihnen ist wegen starker Verluste an den Finanzmärkten weniger vermögend als im Vorjahr.

Insgesamt zählte „Forbes“ 2.095 Milliardäre – 58 weniger als im Vorjahr –, deren Vermögen um 700 Milliarden (649 Mrd. Euro) auf acht Billionen Dollar (7,41 Bill. Euro) schrumpfte.

Trump verlor eine Milliarde

Das Vermögen von US-Präsident Donald Trump etwa sank aufgrund der Pandemie laut „Forbes“ binnen eines Monats um eine Milliarde auf 2,1 Milliarden Dollar. Trump stürzte deshalb von Platz 715 auf Platz 1.001 ab. Das Milliardärsranking des Blatts basiert jedoch lediglich auf Schätzungen, für die „Forbes“ öffentlich zugängliche Informationen zu Vermögenswerten wie Aktien, Immobilien, Kunstobjekten oder Luxusgütern sammelt.

Es gibt immer wieder Zweifel an der Zuverlässigkeit der Angaben. Die Erhebung wurde am 18. März abgeschlossen. Tagesaktuelle Schätzungen veröffentlichen „Forbes“ und der Rivale „Bloomberg Billionaires“ auf ihren Websites.

Hinweis

Hinweis zum Umgang von ORF.at mit statistischen Daten zur Coronavirus-Krise in Österreich: Es gibt auf Landes- und Bundesebene verschiedene staatliche Quellen, die in unterschiedlichem Rhythmus Daten zum Stand der Coronavirus-Krise veröffentlichen.

Dabei kann es zu plötzlichen Sprüngen in den Fallzahlen kommen, etwa weil viele Datensätze auf einmal ins Epidemiologische Meldesystem – eine zentrale medizinische Datenbank – eingetragen werden.

Anders als in Italien gibt es in Österreich derzeit keine täglich veröffentlichten maschinenlesbaren Berichte der verantwortlichen staatlichen Stelle, sodass alle Daten händisch eingeben werden müssen.

Verbindlich sind für ORF.at nach wie vor die halbtäglichen Meldungen der durchgeführten Tests, der bestätigten Infektionen und Todesfälle auf der Website des Gesundheitsministeriums. Gegen 8.00 Uhr werden die Anzahl der Tests vom Vortag sowie die aktuellen Summen von bestätigten Fällen und Todesfällen auf Bundes- und Landesebene veröffentlicht. Gegen 15.00 Uhr werden diese Zahlen und auch die Verlaufsgrafiken aktualisiert.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Nähere Informationen zu Quellen und Aktualisierungsrhythmus finden Sie in einem erläuternden Zusatzartikel.

Sport

Seit dieser Saison ist Jesse Marsch der erste Trainer aus den USA in der tipico-Bundesliga. Der 46-jährige Salzburg-Coach kommt aus Racine, einem kleinen Ort im ländlichen Bundesstaat Wisconsin nördlich von Chicago. „Allein die Situation hier in Salzburg ist für mich schon eine große Gelegenheit. Als ein Junge aus Wisconsin hier zu sein ist fast unmöglich“, sagte Marsch im ORF.at-Interview und beschrieb auf diese Weise seinen wahr gewordenen amerikanischen Traum, der ihn nach Österreich führte.

Lesen Sie mehr …

Chronik

Bei Saubersdorf (Bezirk Neunkirchen) in Niederösterreich ist gestern ein Waldbrand ausgebrochen. Mehr als 300 Einsatzkräfte von 50 Feuerwehren kämpften gegen die Flammen. Betroffen sind laut Landesfeuerwehrkommando 30 Hektar Wald.

Mehr dazu in noe.ORF.at

Brände sorgen für Großeinsätze

Ein Böschungsbrand führte gestern zu einem Feuerwehrgroßeinsatz an der Brennerautobahn bei Patsch in Tirol. In Kirchdorf (Bezirk Kitzbühel) geriet ein gelegtes Feuer außer Kontrolle.

Mehr dazu in tirol.ORF.at

Kultur

US-Country-Star John Prine ist in Folge einer Coronavirus-Infektion gestorben. Der vielfach preisgekrönte Sänger und Songschreiber starb gestern in einem Krankenhaus in Nashville (US-Staat Tennessee), wie seine Familie laut der Zeitschrift „Rolling Stone“ mitteilte. Prine wurde 73 Jahre alt.

Die Frau und Managerin des Musikers, Fiona Whelan Prine, sagte vorige Woche, dass ihr Mann nach Anzeichen von Covid-19 auf der Intensivstation an ein Beatmungsgerät angeschlossen wurde. Sie selbst war ebenfalls positiv auf das Coronavirus getestet worden.

Prine, der in der Vergangenheit eine Krebserkrankung überstanden hatte, war im Februar bei der Grammy-Verleihung mit einem Ehrenpreis für sein Lebenswerk ausgezeichnet worden. Der Musikverband würdigte ihn gestern als einen der „einflussreichsten Songschreiber seiner Generation“.

In beeindruckendem Tempo hat die österreichische Kulturszene ihren Fokus ins Netz verlegt. Wenige Wochen haben gereicht, und man könnte ohne Unterbrechung speziell kuratierte Filmfestivals, virtuelle Theater- und Lesemarathons und ebensolche Ausstellungen besuchen. Von Hochkultur bis zu Schenkelklopfern ist alles dabei, von regional bis international.

Mehr dazu in ORF.at/kulturjetzt

Die Verkündung der diesjährigen Gewinner und Gewinnerinnen der renommierten Pulitzer-Preise ist wegen der Coronavirus-Krise verschoben worden. Die Gewinner sollen nun nicht wie ursprünglich geplant am 20. April, sondern am 4. Mai per Onlinelivestream bekanntgegeben werden, teilten die Veranstalter gestern in New York mit.

„Im Aufsichtsrat der Pulitzer-Preise sitzen viele hochrangige Journalisten, die gerade an der vordersten Front dabei sind, die Öffentlichkeit über die sich schnell entwickelnde Corona-Pandemie zu informieren“, sagte Chefin Dana Canedy. Dank der Verschiebung hätten diese nun mehr Zeit, die Finalisten für den Preis zu beurteilen. Die Verleihung der Auszeichnungen, die normalerweise bei einer festlichen Veranstaltung an der Columbia-Universität im Mai stattfindet, soll auf den Herbst verschoben werden.

Die Pulitzer-Preise werden in diesem Jahr zum 104. Mal verliehen. 14 der 21 Preiskategorien sind journalistischen Arbeiten vorbehalten, von investigativen Geschichten über Fotos bis zu Karikaturen. Die Auszeichnung wird aber auch für Literatur sowie für Musik und Theater vergeben. Die Preisträger bestimmt eine Jury, die an der New Yorker Columbia-Universität angesiedelt ist.

Lifestyle

Die Ausbreitung des Coronavirus und die Maßnahmen zur Eindämmung haben das Leben auf den Kopf gestellt – gesundheitlich, sozial, wirtschaftlich, auf fast allen Ebenen des Alltags. ORF.at hat in den vergangenen Wochen verschiedene Aspekte beleuchtet und Infos zusammengetragen: von Gesundheit über Schule, Ängste und Sorgen bis zu Kultur und Unterhaltung.

Mehr dazu in ORF.at/corona

Science

Um exakt 20.08 Uhr ist der Mond gestern in einem Abstand von 356.906 Kilometern an der Erde vorbei gerast. Damit befindet er sich im sogenannten Perigäum, dem Punkt mit der geringsten Entfernung zur Erde innerhalb eines Mondzyklus (28 Tage). Zu beobachten war der „Supermond“ in ganz Österreich bei sternenklarem Himmel.

Supermond
AP/Aung Shine Oo

Näher als in dieser Nacht kommt uns der Erdtrabant bei Vollmond in diesem Jahr nicht mehr. Da der Zeitpunkt mit dem Perigäum zusammenfällt, erscheint er uns besonders groß und zum Greifen nahe. Doch der Schein trügt.

Im Mittel ist die Umlaufbahn des Mondes 384.400 Kilometer von unserem Planeten entfernt. Das ergibt nun immerhin eine Differenz von rund 30.000 Kilometern. Fallen Perigäum und Vollmond wie morgen Früh um 4.35 Uhr zusammen, spricht man von einem Supermond.

Optische Täuschung

Angeblich wirkt bei diesem Ereignis der Trabant für uns ungewöhnlich groß und hell. Das ist nicht unbegründet: Um knapp 14 Prozent variiert die visuelle Größe des Mondes zwischen größter und kleinster Entfernung zur Erde. Außerdem kann er um bis zu 30 Prozent heller erscheinen. Jedoch sind diese Unterschiede für das menschliche Auge kaum zu erkennen.

Die scheinbar ungewöhnliche Größe des Mondes liegt an einer optischen Täuschung. Steht der Mond am Horizont, wirkt er immer größer. Das Gehirn gaukelt uns vor, dass ein Objekt am Horizont näher sein muss als ein gleich großes Objekt im Zenit.

Auswirkungen auf die Natur

Schenkt man den Aussagen des Astrologen Richard Nolle, der den Begriff „Supermond“ im Jahre 1979 einführte, Glauben, sollte man in einer Supermond-Nacht auf der Hut sein. Denn er brachte mit diesem Ereignis Naturkatastrophen wie Vulkanausbrüche und Erdbeben in Verbindung.

Diese Zusammenhänge sind nach heutigem Wissensstand aber überzogen. Dennoch lassen sich zum Teil verstärkte natürliche Prozesse beobachten, wie etwa intensivere Gezeiten.

Kultur jetzt!