Ukraine-Krieg

Im Poker um das sechste EU-Sanktionspaket und damit das bisher umstrittene Ölembargo zeichnet sich im Vorfeld des Brüsseler Sondergipfels ein Kompromiss ab – und dieser sieht offenbar zunächst nur einen Stopp für Öllieferungen per Schiff vor. „Die Idee ist, ein Ölembargo in Pipeline- und Seelieferungen aufzuteilen“, zitierte Reuters dazu einen mit der Sache vertrauten EU-Beamten: „Die Pipeline würde für eine gewisse Zeit ausgenommen werden, um einen Ersatz zu organisieren."

Kritik an der langen Entscheidungsfindung kam vom ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Jeden Tag zahlten die EU-Staaten eine Milliarde Euro für Gas und Öl, mit denen die Kriegsanstrengungen des Kreml finanziert würden, wie Selenskyj heute per Videobotschaft mitteilte: „Der Druck auf Russland ist buchstäblich eine Frage der Rettung von Leben. Jeder Tag des Zögerns, der Schwäche, der verschiedenen Streitigkeiten oder der Vorschläge zur ‚Befriedung‘ des Aggressors auf Kosten des Opfers bedeutet lediglich, dass noch mehr Ukrainer getötet werden.“

Gouverneur deutet Rückzug aus Sjewjerodonezk an

Auf den Kriegsschauplätzen im Osten der Ukraine haben die russischen Streitkräfte zuletzt den stärksten Vorstoß seit Wochen unternommen. Prorussische Separatisten haben eigenen Angaben zufolge die Kontrolle über die strategisch wichtige Stadt Lyman übernommen.

Auch in Sjewjerodonezk werde die Lage für die ukrainischen Truppen immer schwieriger. Russische Einheiten seien in die Stadt eingedrungen, so der Gouverneur der Provinz Luhansk, Serhij Gajdaj. Diesem zufolge hätten die ukrainischen Soldaten zwar genügend Kraft und Ressourcen, um sich zu verteidigen. „Trotzdem ist es möglich, dass wir uns zurückziehen müssen, um uns nicht ergeben zu müssen.“

Liveticker zum Nachlesen

Der Kreml erwägt einem Medienbericht zufolge einen weiteren Angriff auf die ukrainische Hauptstadt Kiew. Wie das unabhängige Nachrichtenportal Meduza mit Verweis auf kremlnahe Quellen dazu weiter berichtete, sei Moskau zudem davon überzeugt, bis zum Herbst einen umfassenden Sieg in der Ukraine zu erzielen.

„Absolutes Minimum“ für eine Siegeserklärung sei dem Bericht zufolge die vollständige Einnahme der Donbas-Region. „Maximalziel“ sei die Einnahme von Kiew.

Die offizielle Kreml-Rhetorik über die Ziele Russlands in der Ukraine bleibe hingegen weiter „vage und offen für Interpretationen“, wie Meduza dazu anmerkt. So werde vom Verteidigungsministerium die „Befreiung des Donbas“ als Hauptziel des von Russland als „militärische Sonderoperation“ bezeichneten Krieges genannt, „obwohl sich russische Truppen bereits jenseits dieser Grenzen in den ukrainischen Regionen Cherson und Saporischschja verschanzt haben“.

China sperrt nach einem Medienbericht seinen Luftraum für russische Flugzeuge vom Typ Boeing und Airbus. Das Verbot betreffe Maschinen, deren rechtlicher Status nach den westlichen Sanktionen und der Umregistrierung in Russland nicht geklärt sei, berichtete die russische Nachrichtenagentur RBK heute. China habe von den russischen Fluggesellschaften einen Nachweis dafür gefordert, dass die Flugzeuge nicht mehr im Ausland registriert seien.

Hintergrund sind die westlichen Sanktionen nach dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Die EU und die USA haben wegen der vom Kreml befohlenen Invasion die Lieferung von Zivilflugzeugen und Ersatzteilen nach Russland sowie deren Wartung und Versicherung verboten. Ein Großteil der in Russland betriebenen Luftflotte gehört westlichen Leasingfirmen, die ihren russischen Vertragspartnern kündigten. Moskau wiederum weigert sich, die Flugzeuge zurückzugeben, und hat die Maschinen kurzerhand umregistriert.

China hat nun dem Vernehmen nach im Mai eine Aktualisierung der Flugzeugdaten angefordert. Von den russischen Airlines, die nach China fliegen, habe das Land eine Bestätigung dafür verlangt, dass ihre Luftfahrzeuge offiziell nicht mehr im Ausland gelistet sind. Ein entsprechendes Dokument hätten die Fluggesellschaften nicht vorlegen können, berichtete RBK. Damit sei den entsprechenden Boeing- und Airbus-Maschinen die Lande- und Überflugerlaubnis entzogen worden.

In der Region Primorje in Ostrussland haben zwei kommunistische Abgeordnete öffentlich ein Ende der Offensive in der Ukraine gefordert. „Wenn unser Land die Militäroperation nicht stoppt, wird es noch mehr Waisen in unserem Land geben“, sagte der Abgeordnete Leonid Wasjukewitsch heute während einer Sitzung des Regionalparlaments. „Wir verlangen den sofortigen Rückzug der russischen Truppen.“ Wasjukewitschs Fraktionskollege Gennadij Tschulga pflichtete ihm bei.

Nach der Rede, die auf den YouTube-Kanälen des Regionalparlaments und der Zeitung „Kommersant“ übertragen wurde, war vereinzelter Applaus zu hören. Es ist das erste Mal, dass Abgeordnete der Kommunistischen Partei in Russland (KPRF) sich öffentlich derart äußern. Die KPRF unterstützt den am 24. Februar auf Befehl von Präsident Wladimir Putin begonnenen Militäreinsatz im Nachbarland.

Abgeordneten wurde für Rest des Tages Stimmrecht entzogen

Der bei der Parlamentssitzung anwesende Gouverneur der im Osten Sibiriens gelegenen Region Primorje, Oleg Koschemjako, warf den beiden kommunistischen Abgeordneten vor, „die russische Armee zu diskreditieren (…), die gegen den Nazismus kämpft“. Beiden Abgeordneten wurde daraufhin mit 27 zu fünf Stimmen für die Dauer des Tages ihr Stimmrecht im Regionalparlament entzogen. Der kommunistische Fraktionsvorsitzende Anatolij Dolgatschew wandte sich umgehend gegen seine Kollegen und versprach „härteste Strafmaßnahmen“.

Die russischen Behörden hatten in den vergangenen Monaten die strafrechtlichen Mittel erweitert, um Menschen mit hohen Geldstrafen oder Freiheitsstrafen zu belegen, die für schuldig befunden werden, die Armee „diskreditiert“ oder „Falschinformationen“ über sie veröffentlicht zu haben.

Der russische STRABAG-Großaktionär und Putin-Vertraute Oleg Deripaska ist infolge der EU-Sanktionen gegen Russland im Konzern entmachtet worden. Dagegen geht der Geschäftsmann nun gerichtlich vor.

Der russische Oligarch Oleg Deripaska
APA/AFP/Olga Maltseva

Konkret hat die Rasperia Trading Limited, die von dem Oligarchen kontrolliert wird und knapp 28 Prozent an der österreichischen STRABAG hält, am Mittwoch vor dem Landesgericht Klagenfurt Klage gegen den Vorstand des Bauriesen eingebracht, wie „Der Standard“ heute berichtete.

Die Rasperia verlange, dass die Beschlüsse der außerordentlichen Hauptversammlung von Anfang Mai „für nichtig erklärt“ werden. Konkret ist die Enthebung des Aufsichtsratsmitglieds Thomas Bull nach Ansicht der Rasperia als ungesetzlich rückgängig zu machen.

Die Anfechtungsklage wurde beim Landesgericht Klagenfurt eingebracht, weil sich der offizielle STRABAG-Firmensitz in Villach befindet. All das geht aus einer Veröffentlichung im Amtsblatt der „Wiener Zeitung“ vom 25. Mai hervor, wo aufgrund aktienrechtlicher Bestimmungen derartige Informationen publiziert werden müssen.

Beziehung „komplett zerrüttet“

Deripaska war 2007 bei Österreichs größtem Baukonzern eingestiegen. Damals stand die STRABAG noch unter der Leitung des Gründers Hans Peter Haselsteiner, der in diesem Schritt „unseren Türöffner nach Russland“ sah. Inzwischen ist viel passiert, aktuell der Krieg Russlands gegen die Ukraine. 15 Jahre später ist die Beziehung „komplett zerrüttet“, schreibt der „Standard“.

Bei der STRABAG sieht man sich für das Verfahren gut gerüstet, hieß es laut „Standard“ seitens der Unternehmenssprecherin Marianne Jakl. Unter anderem habe sie auf Gutachten verwiesen, die die Position des STRABAG-Vorstands untermauern würden.

Ausland

Die texanischen Behörden haben nach dem Schulmassaker in der Kleinstadt Uvalde mit 21 Todesopfern Fehler der Polizei eingeräumt. Der Leiter der Behörde für öffentliche Sicherheit des US-Bundesstaates, Steven McCraw, sagte heute, es sei die „falsche Entscheidung“ gewesen, das Klassenzimmer, in dem der Schütze sich befand, nicht früher zu stürmen. „Im Nachhinein war es natürlich nicht die richtige Entscheidung“, sagte McCraw. „Dafür gibt es keine Entschuldigung.“

Die Polizisten hatten die Klasse, in der der 18-jährige Angreifer sich am Dienstag verbarrikadiert hatte, erst nach mehr als einer Stunde gestürmt. McCraw sagte, die Einsatzkräfte seien zwischenzeitlich davon ausgegangen, dass der Angreifer kein „aktiver Schütze“ mehr sei und dass keine weiteren Kinder mehr in Gefahr seien. „Der Einsatzleiter vor Ort dachte zu diesem Zeitpunkt, dass es von einem aktiven Schützen zu einem verbarrikadierten Individuum übergegangen ist.“

In den USA werden Polizisten ausgebildet, bei Amokläufen oder Schusswaffenangriffen an Schulen so schnell wie möglich den Täter auszuschalten, um weitere Todesopfer zu verhindern. Ein anderes Vorgehen wird beispielsweise bei Geiselnahmen angewandt.

Der 18-jährige Schütze hatte am Dienstag in der Volksschule Robb Elementary School in Uvalde 19 Kinder und zwei Lehrerinnen erschossen. In der Folge wurde zunehmende Kritik an der Polizei laut. Den Einsatzkräften wird vorgeworfen, nicht schnell und entschieden genug eingegriffen zu haben. Die Behörden gerieten auch wegen falscher und unpräziser Angaben zu dem Schulmassaker in die Kritik.

Detaillierte Angaben zum zeitlichen Ablauf

Behördenchef McCraw machte nun detaillierte Angaben zum zeitlichen Ablauf des Schulmassakers. Demzufolge drang der Angreifer am Dienstag um 11.33 Uhr in die Schule ein und feuerte umgehend „mehr als 100 Schüsse“ ab. Nur zwei Minuten später, um 11.35 Uhr, betraten die ersten drei Polizisten die Schule. Zwei von ihnen wurden leicht verletzt, als der Schütze auf sie feuerte.

In der Folge trafen immer mehr Polizisten ein, um 12.03 Uhr waren bis zu 19 Beamte im Schulgang, wie McCraw sagte. Die ersten Mitglieder eines Sondereinsatzkommandos trafen um 12.15 Uhr ein. Erst um 12.50 Uhr stürmten die Einsatzkräfte schließlich die Klasse und erschossen den Angreifer.

In der Zwischenzeit hatten Schulkinder aus zwei miteinander verbundenen Klassen mehrfach den Notruf gewählt. Um 12.03 Uhr rief eine Schülerin bei der Polizei ein und sagte, sie befinde sich in Klassenzimmer 112. Um 12.10 Uhr rief das Mädchen erneut an und sagte, es gebe zahlreiche Tote. In einem weiteren Anruf um 12.16 Uhr sagte die Schülerin, dass acht bis neun Mitschüler am Leben seien.

Um 12.43 und 12.47 Uhr bat eine Schülerin über den Notruf, „bitte jetzt die Polizei zu schicken“, wie McCraw sagte. Um 12.50 Uhr waren demzufolge auf der Aufnahme Schüsse zu hören, um 12.51 Uhr war dann zu hören, wie Polizisten die Kinder aus dem Klassenzimmer bringen.

Facebook-Angaben korrigiert

Die Behörden korrigierten zudem Angaben über Veröffentlichungen des Schützen auf Facebook. „Ich möchte etwas richtig stellen, was zu Beginn der Ermittlungen gesagt wurde“, betonte McCraw. So habe der 18 Jahre alte Schütze seine Tat nicht kurz vorher öffentlich auf Facebook angekündigt. Stattdessen habe er private Nachrichten über einen Messenger-Dienst abgesetzt.

McCraw berichtete außerdem, dass der Angreifer bereits vor dem Massaker in Gruppenchats bei Instagram über den Kauf von Waffen gesprochen und die Tat in dem Netzwerk zumindest angedeutet hatte. Der Gouverneur von Texas, Greg Abbott, hatte in einer Pressekonferenz am Mittwoch von Postings des Täters nur wenige Minuten vor der Tat auf Facebook gesprochen.

Im besetzten Westjordanland ist ein Jugendlicher nach palästinensischen Angaben bei Zusammenstößen mit israelischen Soldaten getötet worden. Der 15-Jährige sei in der Nähe der Stadt Bethlehem von einer Kugel in den Nacken getroffen worden, teilte das Gesundheitsministerium in Ramallah heute mit.

Palästinensische Medien berichteten, der Jugendliche sei zunächst in ein Krankenhaus eingeliefert worden und dort an den Folgen seiner Verletzungen gestorben. Israels Armee äußerte sich noch nicht zu dem Vorfall.

Seit März sind bei einer Terrorwelle in Israel 18 Menschen getötet worden, außerdem wurden im Westjordanland ein israelischer Wachmann und ein Soldat von Palästinensern erschossen. Seit Wochen führt die israelische Armee in Teilen des Westjordanlands Razzien durch. Nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums wurden seit Ende März mehr als 30 Palästinenser getötet. Sie wurden zum Teil bei Militäreinsätzen getötet, aber auch bei eigenen Anschlägen und bei Zusammenstößen mit der Armee.

Die Iranischen Revolutionsgarden (IRGC) haben im Persischen Golf zwei griechische Öltanker festgesetzt. Die Schiffe hätten maritime Vorschriften missachtet, hieß es auf dem IRGC-Webportal heute. Weitere Details zu den beiden Tankern und der Crew sollten demnächst bekanntgegeben werden. Griechenland protestierte auf das Schärfste und sprach von einem Akt der Piraterie.

Beobachter vermuten hinter der Aktion einen Vergeltungsakt. Jüngst war in griechischen Gewässern ein Tanker mit iranischem Öl festgesetzt worden. Aus Protest dagegen wurden heute bereits Geschäftsträger der griechischen und Schweizer Botschaft ins Außenministerium einbestellt. Die Schweiz vertritt in Teheran auch Interessen der USA.

Athen bestellt Botschafter ein

Das griechische Außenministerium bestellte heute den iranischen Botschafter ein. Es sei Protest eingelegt worden, teilte ein Sprecher mit. „Diese Aktionen sind praktisch Piraterie“, hieß es in einer Erklärung des Außenministeriums in Athen.

Griechenland forderte die sofortige Freilassung der Besatzungen. Den Schiffen solle die Weiterfahrt erlaubt werden. Diese Aktionen hätten „sehr negative Auswirkungen“ auf die griechisch-iranischen Beziehungen, so das Außenministerium.

Nach Angaben aus Athen hatte die Besatzung eines Hubschraubers der iranischen Kriegsmarine heute das griechische Schiff „Delta Poseidon“ in internationalen Gewässern rund 22 Seemeilen vor der Küste des Iran geentert. Bewaffnete Iraner hätten dann die Besatzung festgenommen. Auch ein zweites griechisches Schiff sei gestoppt und die Besatzung festgenommen worden, teilte das griechische Außenministerium mit.

Offenbar iranisches Öl aus russischem Tanker abgezapft

Griechische Medien wie die Zeitung „Kathimerini“ haben über den Zwischenfall mit dem russischen Tanker berichtet. Demzufolge herrschte am 14. April in der Ägäis ein schwerer Sturm. Die aus dem türkischen Marmaris kommende „Lana“ suchte Zuflucht in einer Bucht der griechischen Insel Euböa vor dem Kleinhafen von Karystos.

Dort stellten die griechischen Behörden fest, dass der Tanker der russischen Promswjasbank gehörte. Weil die EU gegen die Bank Sanktionen verhängt hatte, wurde der Tanker gestoppt. Als klar wurde, dass die Bank den Tanker bereits im März an eine nicht sanktionierte russische Bank verkauft hatte, sollte er eigentlich weiterfahren.

Inzwischen wurde aber festgestellt, dass der russische Tanker iranisches Öl transportierte. Deshalb meldeten sich nach Angaben der griechischen Medien US-Behörden und forderten, dass die Griechen Unterstützung leisten und die „Lana“ weiter festhalten. Wegen der gegen den Iran verhängten US-Sanktionen hätte das Öl auf einen anderen Tanker gepumpt und auf US-Kosten in die USA gebracht werden sollen.

Aufruf gegen Iran-Reisen

Athen habe alle zuständigen internationalen Organisationen über die Zwischenfälle informiert und alle griechischen Bürgerinnen und Bürger aufgerufen, Reisen in den Iran zu meiden, hieß es weiter. Auch seien alle griechischen Schiffe, die sich in der Region des Persischen Golfes bewegten, benachrichtigt worden.

Inland

Die Wiener SPÖ veranstaltet morgen in der Messe einen Landesparteitag. Der Landesvorsitzende, Bürgermeister Michael Ludwig, wird sich dort den rund 1.000 Delegierten zur Wiederwahl stellen. Auch eine Rede von Bundesparteichefin Pamela Rendi-Wagner steht auf dem Programm. Die Großveranstaltung hätte ursprünglich schon 2020 über die Bühne gehen sollen, die Coronavirus-Pandemie sorgte aber für zwei Verschiebungen.

Der Wiener Parteitag steht unter dem Motto „Entschlossen den Wiener Weg gehen“. Er startet um 9.00 Uhr. Erwartet wird angesichts mehrerer Anträge auch eine Diskussion über Verkehrsprojekte wie Lobautunnel und Stadtstraße.

Ganz große Konflikte innerhalb der Partei gibt es nicht, wohl aber den einen oder anderen in der Stadtpolitik. Geplant war auch eine Kundgebung von Projektgegnern vor der Messehalle. Diese wurde zumindest dort aber untersagt. Peter Filzmaier analysiert die Lage der Wiener Parteien.

Mehr dazu in wien.ORF.at

Dornauer stellt sich Wiederwahl

Auch in Tirol findet morgen ein ordentlicher SPÖ-Parteitag statt. Georg Dornauer, der die Tiroler Landespartei seit März 2019 führt, stellt sich in der Bezirkshauptstadt Schwaz erneut dem Votum. Zuletzt hatte er 85 Prozent der Stimmen erreicht. Damals wie heute gab es keinen Gegenkandidaten.

Zum Parteitag werden laut Parteiangaben rund 250 Delegierte erwartet. Auf dem Programm steht ferner die Kür des 39-Jährigen zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahl Anfang kommenden Jahres. Der Landesparteivorstand hatte Dornauer bereits Anfang Mai einstimmig vorgeschlagen.

ZIB2

Personalmangel und steigende Kosten machen Gastronomen zu schaffen und führen auch zu verkürzten Öffnungszeiten. Gast in der ZIB2 ist Alexandr Ipp, Vizepräsident der Österreichischen Hoteliervereinigung.

Wo Corona-Hilfen gelandet sein könnten

Unterschiedliche Angaben in der Affäre um die Corona-Hilfen für den oberösterreichischen ÖVP-Seniorenbund.

Waffen sieht man hier als gar kein Problem

Nach dem Massaker an einer Volksschule in Texas findet in diesem Bundesstaat die Jahrestagung der Waffenlobby-Organisation NRA statt.

Nach 40 Jahren etwas ABBA

In Anwesenheit der ABBA-Mitglieder Benny, Björn, Agnetha und Frida hat das Konzert „ABBA Voyage“ in London eine umjubelte Weltpremiere gefeiert.

ZIB2 mit Margit Laufer, 22.00 Uhr, ORF2

Mail an die ZIB2

Textfassung: Zeit im Bild

Umwelt & Klima

Das höchste Gericht Nepals hat Pläne der Regierung gestoppt, einen großen internationalen Flughafen mitten in einem Wald mit vielen und teils bedrohten Wildtieren zu bauen. Die Richter ordneten an, dass die Regierung einen anderen Ort für den geplanten internationalen Flughafen finden müsse, berichtete die „Kathmandu Post“ heute. Das schriftliche Urteil war heute noch nicht veröffentlicht worden.

Die Regierung in dem armen und stark vom internationalen Bergtourismus abhängigen Land im Himalaya plant das mehr als drei Milliarden Euro teure Flughafenprojekt schon seit den 1990er Jahren. Damals hieß es unter anderem, dass der Flughafen in der Hauptstadt Kathmandu an Kapazitätsgrenzen komme.

Doch Umweltschützerinnen und Umweltschützer kritisierten das Projekt immer stark. Denn der bisher geplante Ort befindet sich in der Nähe eines Nationalparks und ist Lebensraum vieler Tiger, Elefanten, Hirsche, Affen und Leoparden. Nach einer Analyse des Tourismusministeriums im Jahre 2017 hätten dort für den Flughafen mehr als 2,4 Millionen Bäume gefällt werden müssen. Bisher hat die Regierung mehr als zwei Milliarden Rupien (15 Millionen Euro) für das Projekt ausgegeben – unter anderem um einigen im Wald lebenden Menschen eine Entschädigung zu zahlen, damit sie wegziehen.

Mehrere aufeinanderfolgende Regierungen argumentierten, dass der bisher angedachte Ort am besten für den Flughafen geeignet sei. Es ist dort flach, eine Autobahn könnte von der Hauptstadt Kathmandu dorthin gebaut werden, und zudem lebten dort nur wenige Menschen, die wegziehen und dafür entschädigt werden müssten, wie die jeweiligen Regierungen betont hatten. In weiten Teilen des Landes ist es hügelig, und die Straßen sind schlecht.

COV Inland

Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den abgelaufenen sieben Tagen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, liegt laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bei 183,5 (Stand: heute, 14.00 Uhr).

Am höchsten ist die Zahl in Wien (275,1), gefolgt von Niederösterreich (221,1). Am niedrigsten ist der Wert in Kärnten (116) und der Steiermark (117,9).

Das Berichtsschema der AGES zeigt die Zahlen vom Vortag – wie die Meldung der Ministerien. Wesentlicher Unterschied zu den Ministeriumsmeldungen: Laborbestätigte Fälle, Tote etc. werden nicht zum Meldezeitpunkt dargestellt, sondern zum Diagnose- bzw. Sterbedatum. In der Darstellung in ORF.at wird auch täglich transparent gemacht, welchen Tagen die neu gemeldeten Fälle zugeordnet werden.

Ministerien melden 1.572 Neuinfektionen

Das Gesundheits- und das Innenministerium haben 1.572 neu registrierte Coronavirus-Fälle innerhalb der letzten 24 Stunden (Stand: heute, 9.30 Uhr) gemeldet. Diese Zahlen meldeten die Bundesländer an den nationalen Krisenstab.

18.643 Menschen verstarben bisher am oder im Zusammenhang mit dem Coronavirus. 498 infizierte Personen werden derzeit in einem Spital behandelt, davon 46 auf Intensivstationen.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Erklärung zur Zählweise und weiteren Fragen in ORF.at/corona

Sport

Charles Leclerc hat auch im zweiten Freien Training für den Grand Prix von Monaco in Monte Carlo am Sonntag (Start 15.00 Uhr, live in ORF1) die schnellste Runde auf seinem Heimatkurs gedreht. Der 24-jährige Monegasse verwies heute seinen spanischen Ferrari-Teamkollegen Carlos Sainz aber nur um 44 Tausendstelsekunden auf den zweiten Platz. Dritter wurde Sergio Perez vor dessen Red-Bull-Kollegen Max Verstappen.

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Die beiden Favoriten Novak Djokovic und Rafael Nadal haben heute bei den French Open in Paris locker den Einzug ins Achtelfinale geschafft. Der serbische Titelverteidiger Djokovic setzte sich klar mit 6:3 6:3 6:2 gegen Aljaz Bedene aus Slowenien durch. „Sandplatzkönig“ Nadal gewann ebenfalls in drei Sätzen mit 6:3 6:2 6:4 gegen den Niederländer Botic van de Zandschulp.

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Der Oberösterreicher Tobias Bayer hat auf der 19. Etappe des Giro d’Italia heute eine starke Leistung geboten. Der 21-jährige Alpecin-Profi beendete die Bergankunft in Santuario di Castelmonte als Sechster mit 2:45 Minuten Rückstand auf den Niederländer Koen Bouwan, der vor Mauro Schmid aus der Schweiz und dem Italiener Alessandro Tonelli gewann. Der Kampf um den Gesamtsieg bleibt auch an den letzten Tagen spannend.

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Wirtschaft

In Ungarn können seit Freitag nur mehr Fahrzeuge mit ungarischem Kennzeichen zum billigeren Deckelungspreis tanken. Der Dekan der rechtswissenschaftlichen Fakultät, Walter Obwexer, sieht darin eine indirekte Diskriminierung aus Gründen der Staatsangehörigkeit.

Mehr dazu in burgenland.ORF.at

Seit heute ist es vorbei mit der billigen Tankfüllung in Ungarn. Der staatlich subventionierte Einheitspreis von 480 Forint (1,24 Euro) je Liter gilt nur noch für Einheimische, Ausländer sollen den Marktpreis zahlen. Das ist laut Autofahrerclubs EU-rechtlich nicht haltbar. Auch die praktische Umsetzung ist unklar. „Grundsätzlich gehe ich davon aus, dass das an der Kassa hinterlegt ist“, sagte ein ARBÖ-Sprecher. Das funktioniert aber noch nicht, wie das Beispiel OMV zeigt.

An den Zapfsäulen an Ort und Stelle sorgt die Verordnung, die erst gestern kurz vor Mitternacht im ungarischen Amtsblatt erschienen ist, heute jedenfalls für Stress – sowohl bei nicht ungarischen Autofahrern als auch bei den Angestellten dort. Konkret soll es etwa auch an einer OMV-Tankstelle in Sopron zu Problemen kommen.

„Derzeit arbeitet die OMV an der Umsetzung, zum Beispiel Kassensysteme, IT etc., die voraussichtlich im Laufe des heutigen Abends implementiert ist“, hieß es. Bis zur Umstellung gelte bei der OMV die Regelung des Einheitspreises von 480 Forint je Liter für alle. Die Tankstellenpartnerinnen und -partner seien „entsprechend informiert“. Theoretisch sollten sich Österreicher demzufolge heute noch eine letzte billige Tankfüllung abholen können.

Den ungarischen Vorgaben zufolge soll an den Kennzeichen unterschieden werden, welcher Preis zu verrechnen ist. Die Regierung des rechtsnationalen Ministerpräsidenten Viktor Orban hatte den amtlich festgesetzten Benzinpreis im November verfügt. Die Regelung soll bewirken, dass die Autofahrer nicht unter den weltweit steigenden Treibstoffpreisen leiden müssen.

Chronik

Der Verleumdungsprozess zwischen Hollywood-Star Johnny Depp und seiner Ex-Ehefrau Amber Heard ist auf die Zielgerade eingebogen. In den Abschlussplädoyers versuchten die Verteidiger beider Seiten heute vor Gericht im Bezirk Fairfax noch einmal mit eindringlichen Appellen, die sieben Mitglieder der Jury auf ihre Seite zu ziehen. Depps Verteidigung warf Heard Lügen und falsche Anschuldigungen vor, Heards Verteidigung forderte Depp auf, Verantwortung zu übernehmen.

Benjamin Chew (einer der Anwälte von Schauspieler Johnny Depp)
AP/Steve Helber

„Er hat jedem auf der Welt die Schuld zugeschoben: seinem Agenten, seinem Manager, seinem Anwalt, Amber, seinen Freunden“, sagte Heards Verteidigerin Elaine Bredehoft bei dem wie stets live übertragenen Prozess über Depp. „Noch nie hat er für irgendetwas in seinem Leben Verantwortung übernommen. Aber wir fordern Sie dazu auf, ihn dazu zu zwingen, Verantwortung zu übernehmen.“

Es gebe „überwältigende Beweise für Missbrauch“, sagte Heards Verteidiger Benjamin Rottenborn. „Herr Depp kann einfach nicht beweisen, dass er Amber nicht mindestens einmal missbraucht hat.“ Ein Urteil gegen Heard sei zudem eine niederschmetternde Botschaft für Missbrauchsopfer auf der ganzen Welt, sagte Rottenborn – „dass, egal was man als Missbrauchsopfer macht, man immer noch mehr machen muss“.

Letzter Austausch beider Seiten

Depps Verteidigung wies die Vorwürfe strikt zurück. Depp sei nicht der Täter, sondern das Opfer in diesem Fall. Heard habe vor Gericht genau das erzählt, was die Jury ihrer Meinung nach hören musste, um Depp als „Missbrauchstäter und Vergewaltiger“ zu verurteilen, sagte Depps Verteidigerin Camille Vasquez. „Sie will, dass Sie glauben, dass sie während ihrer Beziehung unzählige Male missbraucht wurde.“

Dafür gebe es aber keine Beweise, sagte Vasquez weiter. „Was wir haben, ist ein Berg unbewiesener Anschuldigungen, die wild, übertrieben und unglaubwürdig sind.“ Vasquez bat die Jury eindringlich, sich auf die Seite von Depp zu schlagen. „Es geht hier um den guten Namen eines Mannes. Und mehr noch, es geht um das Leben dieses Mannes, das Leben, das er verloren hat, als er eines furchtbaren Verbrechens angeschuldigt wurde.“

Im Anschluss an die Abschlussplädoyers wurde heute noch ein letzter Austausch beider Seiten vor Gericht erwartet, bevor der Fall an die Jury übergeben werden sollte. Ein Urteil könnte dann jederzeit fallen. Der Zivilprozess zwischen den Ex-Eheleuten Depp („Fluch der Karibik“) und Heard („Aquaman“) läuft bereits seit sechs Wochen.

Gegenklage über 100 Millionen Dollar

In seiner Zivilklage hält Depp seiner Ex-Frau vor, in einem 2018 von der „Washington Post“ veröffentlichten Kommentar zum Thema häusliche Gewalt falsche Aussagen gemacht zu haben. Das habe seinem Ruf geschadet. Wegen Verleumdung klagt Depp auf rund 50 Millionen Dollar (gut 46 Millionen Euro) Schadenersatz, Heard hat eine Gegenklage auf 100 Millionen Dollar eingereicht. Depp hat in dem Verfahren mehrfach betont, nie körperliche Gewalt gegen Heard angewandt zu haben. Heard behauptet das Gegenteil.

Die beiden Schauspieler hatten sich 2009 bei den Dreharbeiten zu dem gemeinsamen Film „The Rum Diary“ kennengelernt. 2015 heirateten sie, doch nach 15 Monaten Ehe reichte Heard die Scheidung ein.

Zwei Personen sind heute Früh auf dem Grand-Combin im Schweizer Wallis bei einem Eissturz ums Leben gekommen. Weitere neun Personen wurden bei dem Unglück verletzt. Die Rettungskräfte haben zudem weitere Bergsteiger in Sicherheit gebracht.

Das Bergmassiv Grand-Combin in der Schweiz
APA/AFP/Fabrice Coffrini

Der Alarm war gegen 6.20 Uhr von anderen Alpinisten ausgelöst worden, teilte die Walliser Kantonspolizei mit. Die Unfallstelle befindet sich auf 3.400 Meter Seehöhe. An dieser Stelle befanden sich insgesamt 17 Bergsteiger, aufgeteilt in mehrere Gruppen.

Zwei Personen starben noch auf der Unfallstelle. Es handelt sich um eine 40-jährige französische Staatsbürgerin mit Wohnsitz in Frankreich und einen 65-jährigen Spanier mit Wohnsitz in Spanien. Neun Bergsteiger wurden mit dem Helikopter ins Spital von Sitten sowie ins Universitätsspital in Lausanne geflogen. Darunter befanden sich zwei Schwerverletzte. Weitere Personen wurden mit dem Helikopter vom Ort des Geschehens gerettet.

Im Rettungseinsatz standen insgesamt sieben Hubschrauber. Die Staatsanwaltschaft hat eine Untersuchung zu den Umständen des Ereignisses eingeleitet.

In einem Vergnügungspark im südniederländischen Valkenburg aan de Geul sind bei einem Gondelunglück vier Menschen verletzt worden. Zwei Erwachsene und ein Kind seien ins Krankenhaus eingeliefert worden, wie die Behörden heute auf dem Kurznachrichtendienst Twitter mitteilten. Ihr Zustand sei stabil.

Aus bisher ungeklärter Ursache stürzte zuvor ein Wagen aus einer Art Riesenrad ab. Ein Sprecher des „Märchenwaldes“ sagte Medienvertretern, dass es sich um eine Attraktion handelte, bei dem Besucher in Gondeln etwa zehn Meter nach oben gezogen und dann rundherum gedreht werden. Der „Märchenwald“ ist einer der ältesten Vergnügungsparks der Niederlande und wird vor allem von Familien mit kleinen Kindern besucht.

Seit Jahren vermehren sich in weiten Teilen Italiens Wildschweine ungebremst. Das sehen viele zunehmend als Problem. Nicht zuletzt die Bäuerinnen und Bauern des Landes fühlen sich durch die „Invasion“ der Borstentiere bedroht. Am Freitag gingen sie in Rom erneut auf die Straße – mit einer recht simplen Botschaft.

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Ein Vierjähriger ist heute in einem Schwimmbad in Stainach in der Steiermark von einem Bademeister reanimiert worden. Der Bub war laut Polizeiaussendung mit seiner Familie in dem Bad, als er gegen 17.00 Uhr in einem unbeobachteten Moment seine Schwimmflügel von den Oberarmen zog und in das rund 1,30 Meter tiefe Becken sprang.

Der Bademeister sah das Kind kurz darauf bewusstlos unterhalb der Wasseroberfläche treiben und zog es an den Beckenrand.

Nach kurzer Reanimation erlangte der Bub wieder das Bewusstsein, berichtete die Polizei am Abend. Er wurde nach der Erstversorgung vom Rettungshubschrauber Christophorus 14 in die Kinderabteilung des LKH Leoben eingeliefert.

Religion

Russlands Krieg gegen die Ukraine führt zu einer Spaltung der russisch-orthodoxen Kirche. Ihr ukrainischer Zweig beschloss heute in Kiew seine völlige Unabhängigkeit vom Moskauer Patriarchat. Nach einem Landeskonzil, an dem Bischöfe, Priester, Ordensleute und Laien teilnahmen, erklärte die Ukrainisch-orthodoxe Kirche (UOK) des Moskauer Patriarchats heute: „Wir teilen nicht die Position des Patriarchen von Moskau und ganz Russland Kyrill zum Krieg in der Ukraine.“

Das Konzil habe Änderungen des Kirchenstatuts angenommen, „die die volle Eigenständigkeit und Unabhängigkeit der Ukrainischen Orthodoxen Kirche bescheinigen“, berichteten Kathpress und die Katholische Nachrichtenagentur. Weitere Einzelheiten zu der Loslösung vom Moskauer Patriarchat wurden zunächst nicht bekannt. Für Russlands Kirche wäre der Verlust ihres ukrainischen Zweigs mit Millionen Gläubigen und Geistlichen ein schwerer Schlag.

Im Gegensatz zu Kyrill I. verurteilte das ukrainische Landeskonzil Russlands Angriffskrieg als Verstoß gegen das Gebot „Du sollst nicht töten!“. Die Versammlung sprach allen Menschen, die unter dem Krieg litten, ihr Beileid aus. Die Regierungen der Ukraine und Russlands sollten den Verhandlungsprozess fortsetzen und das „Blutvergießen“ beenden.

An die mit ihr konkurrierende Orthodoxe Kirche der Ukraine (OKU) gerichtet, drückte das Konzil sein „tiefes Bedauern über den Mangel an Einheit in der ukrainischen Orthodoxie“ aus. Man gebe aber die Hoffnung nicht auf, dass ein Dialog aufgenommen werden könne. Dazu müssten die Vertreter OKU aber unter anderem „die Beschlagnahme von Kirchen und die Zwangsversetzung von Gemeinden der Ukrainisch-orthodoxen Kirche stoppen“.

Science

Selbst wenn Individuen keine eigenen Nachkommen haben, kann die Mitgliedschaft in einer Gruppe die Überlebenschancen und die Chance auf Weitergabe ihrer eigenen Gene steigern. Das zeigt eine neue Studie. Scheinbare Selbstlosigkeit bei der Aufzucht von Jungtieren anderer Eltern sei durch natürliche Selektion erklärbar, denn die eigene genetische Fitness könne dadurch wachsen.

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Ein Forschungsteam in den USA hat nach eigenen Angaben den bisher kleinsten ferngesteuerten Roboter entwickelt – in Form einer Minikrabbe. Die rund einen halben Millimeter breite Roboterkrabbe ist kleiner als ein Floh.

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Kultur

Morgen gehen die Filmfestspiele in Cannes mit der Preisvergabe zu Ende. Im Wettbewerb ritterten 21 Filme um die begehrten Palmen, darunter die Goldene Palme für den besten Film. Regiestars wie David Cronenberg, Kelly Reichardt, Ruben Östlund und die Brüder Jean-Pierre und Luc Dardenne dürfen sich Hoffnungen machen. Den Vorsitz der Jury führt heuer der französische Schauspieler Vincent Lindon. Das Festival, dessen 75. Geburtstag heuer begangen wurde, war vom Ukraine-Krieg überschattet.

Aus österreichischer Sicht sind die Entscheidungen der Jury der Reihe „Un certain regard“, die unter dem Vorsitz der italienischen Schauspielerin, Regisseurin und Produzentin Valeria Golino tagt, besonders interessant. Unter den 20 dort angetretenen Filmen befand sich auch das Sisi-Drama „Corsage“ der österreichischen Regisseurin Marie Kreutzer, dem durchaus Preischancen eingeräumt werden. Im Vorjahr gewann der Film „Die Große Freiheit“ des Österreichers Sebastian Meise den Jurypreis in dieser Sektion.

Wien soll einen eigenen Standort für Fotografie im Arsenal erhalten. Die Details sollen kommende Woche bekanntgegeben werden. Rund um die diversen Fotosammlungen hatte es schon länger Debatten gegeben.

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Vor 109 Jahren wurde Marko Feingold in der Slowakei geboren. Der Zeitzeuge und Auschwitz-Überlebende war lange Jahre Präsident der israelitischen Kultusgemeinde in Salzburg. Zu seinem Geburtstag wurde auf dem Feingold-Steg in der Stadt Salzburg eine öffentliche Freiluftausstellung über das jüdische Leben in Salzburg eröffnet.

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Panorama

In Estland erinnert ein neues Denkmal an den berühmten Kreml-Flug des deutschen Freizeitpiloten Mathias Rust vor 35 Jahren. Im Park eines Gutshauses im Nordosten des baltischen EU-Landes wurde heute eine symbolische 24 Meter lange Landebahn aus schwarzem Betonstein mit einer Gedenktafel enthüllt. Darauf ist in vier Sprachen die Geschichte der damaligen Weltsensation nachzulesen.

Inmitten des Kalten Krieges hatte Rust mit einem einmotorigen Kleinflugzeug ungehindert die Grenzen der Sowjetunion überquert. Er landete am 28. Mai 1987 in der Nähe des Roten Platz in Moskau – nur ein paar Meter vom Kreml entfernt. Die spektakuläre Aktion des damals 18-Jährigen aus der Nähe von Hamburg stellte nicht nur die scheinbar unüberwindbare Luftabwehr der Sowjetunion, sondern auch die Weltmacht als Ganzes bloß.

„Dieser Flug durch den Eisernen Vorhang gab dem Zusammenbruch der Sowjetunion und der Wiedererlangung der Unabhängigkeit Estlands einen zusätzlichen Schub“, sagte der estnische Gutshausbesitzer und Denkmalinitiator Tönis Kaasik dem Boulevardblatt „Öhtuleht“. Die Aktion habe die Geschichte verändert.

Für Rust Friedensmission

In den sowjetischen Luftraum eingedrungen war Rust bei seinem Flug vor 35 Jahren in der Nähe des Seeturms des direkt an der nordestnischen Küste gelegenen Gutshauss. Dort war damals ein Beobachtungsposten der sowjetischen Grenztruppen untergebracht, den Rust mit seiner Cessna überflog. Daran erinnerte bei der Enthüllung des Denkmals auch ein estnischer Pilot mit einem Gedenkflug in einem ähnlichen Flugzeug.

Rust schilderte den bis heute von Mythen und Spekulationen umrankten Flug mit der gemieteten Cessna als Friedensmission. Wegen illegalen Grenzübertritts und Rowdytums wurde er zu vier Jahren Arbeitslager verurteilt. Er verbrachte seine Zeit in einem Gefängnis in Moskau und wurde bereits im Sommer 1988 begnadigt. Sein Flugzeug ist derzeit in einer Sonderausstellung in Berlin zu sehen.

Ein Südafrikaner ist als erster Mensch mit einem Gleitschirm und einer Genehmigung von nepalesischen Behörden vom Mount Everest geflogen. Der Flug von Pierre Carter vom vierten Höhenlager des welthöchsten Bergs habe 20 Minuten gedauert, sagte Dawa Steven Sherpa, der Chef der Expeditionsfirma Asian Trekking, die dessen Mission und die Bewilligung organisiert hatte. Carter sagte, er sei bei einem Dorf sechs Kilometer vom Basislager gelandet.

Der eigentliche Flug mit der Aussicht sei spektakulär gewesen, sagte Carter. Aber der Weg dorthin habe einige Herausforderungen gebracht. So sei der Aufstieg schwierig gewesen, er sei auf 6.500 Metern umgefallen und habe einige Zeit nicht weitergehen können. Auch der Abflug von 7.960 Metern sei schwierig gewesen. Und dann hätten er und sein Team noch länger auf die geeignete Windstärke und Sichtweite beim Abflug und der geplanten Landung warten müssen. Er sei sehr aufgeregt gewesen, aber Angst habe er nicht verspürt.

Ursprünglich wollte Carter eigentlich von der knapp 8.849 Meter hohen Spitze fliegen. Er habe dann aber nur eine Genehmigung für 8.000 Meter erhalten und sich schließlich – auch wegen des Wetters – für eine Stelle etwas darunter entschieden. Sollte er später eine Genehmigung für ganz oben erhalten, möchte er es wieder tun – sofern es mit dem Sponsoring passt. Denn ein Aufstieg auf den Mount Everest mit einer Expeditionsfirma kostet mehrere zehntausend Euro.

Sowohl Carter als auch seine Expeditionsveranstalter sehen ein Potenzial auf dem Everest für mehr Abenteuersport dieser Art. So gibt es bereits weltweit einen „Climb and Fly“-Trend – nach ihrem Aufstieg fliegen die Bergsteiger wieder zurück. Bisher gab es nach Behördenangaben einige unbewilligte Flüge vom Everest, aber Carters Flug sei der erste mit Genehmigung gewesen. Am Sonntag ist der 69. Jahrestag der Erstbesteigung des Mount Everest.