Inland

Die FPÖ wählt heute den bisherigen Klubchef Herbert Kickl zum Parteivorsitzenden. Der seit 7. Juni designierte neue Parteichef tritt damit offiziell die Nachfolge Norbert Hofers an.

Dieser hatte Anfang Juni nach langen Personaldebatten, auch unter Hinweis auf die Kritik Kickls an seiner Person, das Handtuch geworfen. Neuer Obmannstellvertreter wird mit dem außerordentlichen Parteitag in der Arena Nova in Wiener Neustadt Niederösterreichs Landesparteichef Udo Landbauer.

Latte liegt hoch

Misst sich Kickl an seinem Vorvorgänger Heinz-Christian Strache, liegt die Latte für seine Kür durch die 760 Delegierten hoch: Bei seiner letzten Wahl 2017 bekam der über das „Ibiza“-Video gestolperte Langzeitparteichef 98,7 Prozent Zustimmung. Hofer kam 2019 auf fast ebenso viel, nämlich 98,3 Prozent. Bei einem schwachen Ergebnis kann Kickl auf Jörg Haiders erste Wahl verweisen: Dieser übernahm die Freiheitlichen 1986 mit 57,7 Prozent – allerdings in einer Kampfabstimmung gegen den amtierenden Parteichef Norbert Steger.

Beate Meinl-Reisinger stellt sich heute der Wiederwahl als Parteivorsitzende von NEOS. Bei der Mitgliederversammlung im Design Center Linz wird außerdem ein neuer Vorstand gewählt. Bereits heute wurde eine Statutenreform verabschiedet.

Die Begrüßungsrede hält der oberösterreichische Landessprecher Felix Eypeltauer, der im Herbst als Spitzenkandidat für NEOS eine Landtagswahl zu schlagen hat. Meinl-Reisinger war im Juni 2018 mit 94,8 Prozent zur neuen NEOS-Chefin gekürt worden. Sie löste Gründer Matthias Strolz ab.

Meinl-Reisinger zeigte sich erfreut über die Verabschiedung der neuen Satzung, Geschäfts- und Finanzordnung durch die Mitgliederversammlung. Damit sei ein enormer Organisationsentwicklungsprozess abgeschlossen und der „Weg geebnet für eine digitale Partei“. Gestartet sei man mit einem kraftvollen Vorsitzenden (Strolz) als Start-up, so Meinl-Reisinger, an ihr sei es nun gelegen, NEOS in eine Partei umzuwandeln, die „in der Lage ist, die nächste Stufe zu zünden“.

Die Wiener Grünen halten heute ihre 84. Landesversammlung ab. Bei dem Onlineevent soll eine Statutenänderung, mit der künftig eine Doppelspitze in Sachen Parteiführung ermöglicht werden kann, beschlossen werden. Die Neuwahl einer Vorsitzenden oder eines Vorsitzenden wird noch nicht stattfinden. Die Nachfolge für die abgetretene Parteichefin Birgit Hebein wird erst im Herbst entschieden.

Die Voraussetzungen dafür, dass künftig vielleicht sogar ein aus zwei Personen bestehendes Team an der Spitze steht, werden nun aber geschaffen. Denn es scheint sehr wahrscheinlich zu sein, dass die nicht amtsführende Stadträtin Judith Pühringer und der zweite Grünen-Stadtrat Peter Kraus sich gemeinsam um das Amt bewerben werden.

Die Wiener Grünen hatten bei der Landtagswahl im Herbst 2020 mit 14,8 Prozent ihr bis dato bestes Ergebnis eingefahren, die SPÖ entschied sich jedoch dafür, die Koalition nicht fortzuführen und stattdessen mit NEOS zusammenzuarbeiten. Nach internen Querelen trat Hebein zurück. Chef der Wiener Grünen ist seither interimistisch Landesparteisekretär Peter Kristöfel.

Doppelspitze auch in Vorarlberg

Die Vorarlberger Grünen setzten fix auf eine Doppelspitze. Eva Hammerer und Daniel Zadra werden bei der Landesversammlung am 26. Juni gemeinsam kandidieren.

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Ausland

Im Iran hat gestern die Präsidentschaftswahl stattgefunden. Nach dem Ausschluss aller aussichtsreichen Kandidaten galt die Wahl des ultrakonservativen Justizchefs Ebrahim Raisi als nahezu sicher.

Die Angaben über die Wahlbeteiligung gingen stark auseinander, es war die Rede von nur 37 Prozent nach zwölf Stunden, wie die iranische Nachrichtenagentur Fars berichtete. Am späteren Abend wurde die Öffnungszeit der Wahllokale verlängert, insgesamt bestand dann 19 Stunden lang Gelegenheit zur Stimmabgabe.

Raisi unterlag 2017 Rouhani

Das geistliche Oberhaupt der Islamischen Republik, Ajatollah Ali Chamenei, gab in der Hauptstadt Teheran als Erster seine Stimme ab und rief die gut 59 Millionen Wahlberechtigten auf, seinem Beispiel zu folgen. „Je eher ihr diese Aufgabe und Pflicht erfüllt, desto besser“, sagte der 81-Jährige. Die Abstimmung „dient dazu, die Zukunft“ des iranischen Volkes aufzubauen.

Raisi war schon bei der Präsidentschaftswahl 2017 angetreten. Damals unterlag er dem moderaten Amtsinhaber Hassan Rouhani, der nun nach zwei Amtszeiten als Präsident nicht erneut kandidieren durfte.

Ranghohe Politiker in Polen sind nach Angaben der Regierungspartei PiS das Ziel eines „großangelegten“ Cyberangriffs aus Russland geworden. PiS-Chef und Vizeregierungschef Jaroslaw Kaczynski erklärte gestern, polnische und verbündete Geheimdienste seien zu dem „eindeutigen“ Ergebnis gekommen, dass der Cyberangriff „vom Territorium der russischen Föderation“ ausgegangen sei. Kaczynski sagte, die Cyberattacke habe darauf abgezielt, Polen zu „destabilisieren“.

Mehrere europäische Staaten bezichtigen Russland derartiger Aktivitäten der hybriden Kriegsführung. Die USA werfen Russland vor, sich gezielt in Wahlen in anderen Staaten einzumischen und Cyberangriffe auf Regierungsbehörden und Privatunternehmen zu organisieren.

Im April verhängte die Regierung von US-Präsident Joe Biden wegen der Cyberattacke auf das US-IT-Unternehmen SolarWinds und wegen mutmaßlicher Einmischung in die Präsidentschaftswahl im November Sanktionen gegen Moskau. Die russische Regierung weist die Vorwürfe regelmäßig zurück.

In der Zentralafrikanischen Republik sind rund 8.500 Flüchtlinge aus einem Lager vertrieben worden, das anschließend in Brand gesetzt wurde. „Heute ist vom Lager Elevage fast nichts mehr übrig“, erklärte die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen gestern.

Der Vorfall ereignete sich in Bambari, etwa 380 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Bangui, in einer Gegend, in der sich Rebellen- und Regierungstruppen derzeit wieder häufiger Gefechte liefern.

Die Bewohnerinen und Bewohner des zerstörten Lagers hatten dort Ende vergangenen Jahres nach Angriffen durch Rebellen auf Regierungstruppen Schutz gesucht. Mehrere tausend Menschen seien nun auf das Gelände einer Moschee in Bambari geflüchtet, „wo sie unter sehr prekären Bedingungen leben“, erklärte Ärzte ohne Grenzen.

Chaos nach Bürgerkrieg

Anfang Juni hatte es erneut Gefechte zwischen Regierungstruppen und anderen Gruppen in der Nähe des Lagers Elevage gegeben. Kurz darauf hätten Soldaten die Flüchtlinge aufgefordert, das Lager zu verlassen, hieß es. Bagari ist die viertgrößte Stadt der Zentralafrikanischen Republik.

Im Bürgerkrieg von 2013 bis 2017 lag die Stadt im Zentrum des Konflikts. Seit Rebellen im Dezember erneut eine Offensive starteten, um die Regierung von Präsident Faustin Archange Touadera zu stürzen, ist die Region wieder Schauplatz von Kämpfen.

Die Regierung rühmt sich, einen großen Teil der von bewaffneten Gruppen besetzten Städte mit Unterstützung russischer Paramilitärs zurückerobert zu haben. Nach offiziellen Angaben ist Bagari unter Regierungskontrolle.

Die UNO-Vollversammlung hat Generalsekretär Antonio Guterres für eine zweite Amtszeit als Chef der Vereinten Nationen (UNO) berufen. Das Gremium bestätigte den 72-jährigen Portugiesen gestern in New York mit der Annahme einer entsprechenden Resolution für weitere fünf Jahre als Leiter der Weltorganisation.

Guterres war ohne Gegenkandidat und mit der Unterstützung des mächtigen Sicherheitsrates angetreten. Als eine der größten künftigen Herausforderungen für Guterres gilt neben zahlreichen regionalen Konflikten – unter anderem in Syrien, Libyen, dem Jemen in Myanmar – der Kampf gegen die Klimakrise.

UNO-Generalsekretär Antonio Guterres
Reuters/Michael Sohn

Der UNO-Chef hatte zuletzt immer wieder das Bild einer Welt am Abgrund gezeichnet und die großen CO2-Produzenten zu größeren Anstrengungen aufgefordert. Auch die wirtschaftlichen und sozialen Turbulenzen sowie Armut und Hunger durch die Coronavirus-Pandemie dürften noch länger eine Rolle spielen. Außerdem droht die Handlungsfähigkeit der UNO durch steigende Spannungen zwischen den USA und China weiter beeinträchtigt zu werden.

Welt „an der Schwelle zu neuer Ära“

Nach seiner Bestätigung für eine zweite Amtszeit beschwor Guterres den internationalen Zusammenhalt angesichts großer globaler Herausforderungen. „Es kann in beide Richtungen gehen: Zusammenbruch und ewige Krise oder Durchbruch und Aussicht auf eine grünere, sicherere und bessere Zukunft für alle. Es gibt Gründe zur Hoffnung“, so Guterres: Die Welt stehe „an der Schwelle zu einer neuen Ära“.

Den komplexen Problemen der Zukunft könne nur mit einem „bescheidenen Ansatz“ begegnet werden, „einer, bei dem der Generalsekretär allein nicht alle Antworten hat“. Als eine der größten künftigen Herausforderungen für Guterres gilt neben zahlreichen regionalen Konflikten der Kampf gegen die Klimakrise ebenso wie die wirtschaftlichen und sozialen Turbulenzen sowie Armut und Hunger durch die Coronavirus-Pandemie. Außerdem droht die Handlungsfähigkeit der UNO durch steigende Spannungen zwischen den USA und China weiter beeinträchtigt zu werden.

COV Inland

Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den abgelaufenen sieben Tagen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, liegt laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bei 13,5 (Stand: gestern, 14.00 Uhr).

Kein Bundesland hat mehr einen Wert über 30. Die Steiermark (5,7) hat den niedrigsten, Wien mit 28,3 den höchsten Wert.

Das Berichtsschema der AGES zeigt die Zahlen vom Vortag – wie die Meldung der Ministerien. Wesentlicher Unterschied zu den Ministeriumsmeldungen: Laborbestätigte Fälle, Tote etc. werden nicht zum Meldezeitpunkt dargestellt, sondern zum Diagnose- bzw. Sterbedatum. In der Darstellung in ORF.at wird auch täglich transparent gemacht, welchen Tagen die neu gemeldeten Fälle zugeordnet werden.

Ministerien melden 128 Neuinfektionen

Das Gesundheits- und das Innenministerium meldeten 128 neu registrierte Coronavirus-Fälle innerhalb der letzten 24 Stunden (Stand: heute, 9.30 Uhr). Diese Zahlen meldeten die Bundesländer an den nationalen Krisenstab.

10.677 Menschen verstarben bisher an den Folgen des Coronavirus. Derzeit befinden sich 263 Personen aufgrund des Coronavirus in Spitalsbehandlung, davon 86 auf Intensivstationen.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Erklärung zur Zählweise und weiteren Fragen in ORF.at/corona

Die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) hat gestern neue Zahlen veröffentlicht, die ab sofort die Berechnung der nun bei 0,83 liegenden effektiven Reproduktionszahl (R(eff)) beeinflussen.

Das „serielle Intervall“ bezeichnet in der Epidemiologie von Infektionskrankheiten den zeitlichen Abstand zwischen aufeinanderfolgenden Fällen in einer Infektionskette, also wie schnell sich eine Krankheit im Schnitt verbreiten kann. Die AGES hat zu diesem Zweck 250 SARS-CoV-2-Übertragungen untersucht.

Das erste serielle Intervall, mit dem R(eff) bisher berechnet wurde, wurde im April 2020 von der AGES geschätzt. Seither haben viele neue Aspekte wie Virusvarianten und das Verhalten der Bevölkerung die Übertragungsgeschwindigkeit beeinflusst. Seit April vergangenen Jahres hat sich das serielle Intervall von 4,46 auf 3,37 Tage verkürzt. Auch die Standardabweichung verkleinerte sich von 2,63 auf 1,83 Tage.

Wien wieder bei 1,0

Stark vereinfacht gesagt können die SARS-CoV-2-Varianten unter heutigen Umständen in kürzerer Zeit mehr Menschen anstecken als der „Urtyp“ des Virus im Frühjahr 2020. Damit erhöht sich auch die effektive Reproduktionszahl leicht, der Unterschied betrug für die am 18. Juni veröffentlichten Daten etwa 0,04. Laut AGES-Veröffentlichung von heute liegt R(eff) für den Zeitraum von 4. bis 16. Juni bei 0,83.

In Wien liegt R(eff) wieder bei der kritischen Zahl 1,0. In Kärnten und Tirol war das in der Vorwoche ebenfalls noch der Fall, nun liegen aber bis auf Wien alle verbleibenden acht Bundesländer unter dem Wert. „Bei niedriger Fallzahl reagiert der Parameter stark auf kurzfristige Fallzahländerungen (z. B. Cluster)“, heißt es dazu im Update „Epidemiologische Parameter des COVID19 Ausbruchs“.

COV Ausland

Die Palästinensische Autonomiebehörde hat nach eigenen Angaben einen Tausch von rund einer Million Biontech-Pfizer-Impfdosen mit Israel im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie abgesagt.

Die bereits ins Westjordanland gebrachten Impfdosen würden nach Israel zurückgeschickt, teilte ein Sprecher der Autonomiebehörde gestern Abend mit. Sie entsprächen nicht den Vorgaben, sagte er mit Verweis auf deren baldiges Ablaufdatum.

Durchimfungsrate viel höher als bei Palästinensern

Israel hatte zuvor mitgeteilt, bereits 100.000 Impfdosen geliefert zu haben und wollte nach eigenen Angaben aktuell rund eine Million an die Palästinenserbehörde abgeben. Das Haltbarkeitsdatum wäre in Kürze erreicht. Israel sollte dagegen im gleichen Umfang Dosen aus einer Lieferung von Pfizer für die Palästinenserbehörde im Herbst erhalten, hieß es.

Israels Regierung hatte mitgeteilt, man überlasse der Autonomiebehörde die Dosen, weil der eigene Vorrat den aktuellen Bedarf im Land abdecke. In dem neun Millionen Einwohner zählenden Land sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums bereits knapp 5,5 Mio. Einwohner einfach und 5,1 Mio. zweifach geimpft. Im Westjordanland und Gazastreifen mit seinen rund fünf Millionen Einwohnern sind laut Gesundheitsministerium in Ramallah dagegen nur rund 440.000 Menschen einfach geimpft, 261.000 bereits zweifach.

Ugandas Präsident Yoweri Museweni hat aufgrund rasant steigender Coronavirus-Infektionen scharfe Restriktionen erlassen. Das ostafrikanische Land befinde sich ab sofort für 42 Tage im „totalen Lockdown“, sagte er gestern. Ugandas rund 45 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner müssten zu Hause bleiben. Lediglich Fahrzeuge, die wichtige Fracht oder kranke Menschen transportieren, dürften sich auf der Straße bewegen.

Die Zahl der Neuinfektionen in Uganda war nach Angaben von Africa CDC, der Gesundheitsorganisation der Afrikanischen Union (AU), zuletzt mit 11.704 Neuinfektionen an einem Tag im Wochenvergleich so hoch wie nie zuvor.

In Uganda, wie auch in 13 weiteren afrikanischen Ländern, breitet sich die ansteckendere Delta-Variante des Coronavirus weiter aus. Insgesamt wurden laut CDC rund 5,1 Millionen Infektionen in Afrika dokumentiert, bisher sind 136.000 Menschen an den Folgen gestorben.

Sport

Der dänische Teamspieler Christian Eriksen hat sechs Tage nach seinem dramatischen Zusammenbruch bei der Fußball-EM das Krankenhaus wieder verlassen. Der 29-Jährige sei erfolgreich operiert worden und aus dem Reichskrankenhaus in Kopenhagen entlassen worden, teilte der dänische Verband gestern Abend mit.

Eriksen habe auch schon das Nationalteam in dessen EM-Quartier in Helsingor besucht, hieß es in der Mitteilung. Von dort werde er nach Hause reisen und Zeit mit der Familie verbringen. Es gehe ihm „den Umständen entsprechend gut“, sagte der Mittelfeldspieler von Inter Mailand und bedankte sich für die vielen Genesungswünsche.

Eriksen war im EM-Auftaktspiel der Dänen gegen Finnland (0:1) letzten Samstag auf dem Platz zusammengebrochen. Er erlitt einen Herzstillstand und musste wiederbelebt werden, weshalb ihm ein ICD-Defibrillator implantiert wurde. Dieses Gerät ähnelt einem Herzschrittmacher und wird bei Menschen mit erhöhtem Risiko für Herzrhythmusstörungen eingesetzt.

Schweden hat gestern in der EM-Gruppe E das Duell der beiden Überraschungsteams gewonnen und einen großen Schritt Richtung Achtelfinale gemacht. Die Auswahl von Teamchef Jan Olof Andersson setzte sich dank eines von Emil Forsberg sicher verwandelten Foulelfmesters (77.) vor 11.525 Zuschauern in St. Petersburg mit 1:0 (0:0) gegen die Slowakei durch und setzte sich vorerst an die Spitze.

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WM-Leader Max Verstappen ist mit einer Trainingsbestzeit ins Frankreich-Wochenende gestartet. Der Red-Bull-Pilot aus den Niederlanden war gestern in der zweiten freien Session für das Rennen in Le Castellet um acht Tausendstelsekunden schneller als der Finne Valtteri Bottas. Auf Platz drei landete dessen Mercedes-Teamkollege Lewis Hamilton (+0,253 Sek.).

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Wirtschaft

Der deutsche Autohersteller Audi will in fünf Jahren die letzte Premiere für ein neues Automodell mit Verbrennermotor feiern. Der Bau des letzten neuen Verbrennermodells werde Mitte des Jahrzehnts anlaufen, sagte ein Sprecher gestern in Ingolstadt. Zuvor hatten die „Süddeutsche Zeitung“ und die „Automobilwoche“ darüber berichtet.

Das Auto werde dann etwa sieben Jahre lang verkauft werden, also etwa bis 2032 oder 2033 – je nach Kundennachfrage, sagte der Sprecher. Danach will die VW-Tochter weltweit nur noch Batteriefahrzeuge verkaufen. Dass der letzte Verbrenner ein Stadtgeländewagen – oder konkret: das Oberklasse-SUV Q8 – sein werde, wollte der Audi-Sprecher nicht bestätigen.

Ein Sprecher des Betriebsrats sagte in Ingolstadt: „Wir wissen, dass es eine neue Strategie gibt.“ Die Betriebsratsgremien seien aber „noch nicht informiert worden“. Audi-Vorstandschef Markus Duesmann hatte den Verbrenner schon im März zum Auslaufmodell erklärt und gesagt: „Wir werden keinen neuen Verbrennungsmotor mehr entwickeln.“ Die mit hohen Strafzahlungen verbundenen EU-Grenzwerte werde Audi einhalten.

Chronik

Beim Einsturz einer im Bau befindlichen Grundschule in der belgischen Hafenstadt Antwerpen ist gestern mindestens ein Mensch ums Leben gekommen. Neun weitere Menschen wurden bei dem Vorfall in dem neuen Stadtquartier Nieuw Zuid Medienberichten verletzt, acht von ihnen schwer. Sie hätten auf der Baustelle gearbeitet.

Nach fünf vermissten Menschen werde weiter gesucht, berichtete die belgische Nachrichtenagentur Belga. Bei ihnen handele es sich vermutlich ebenfalls um Bauarbeiter. Die Rettungsaktion werde auch in der Nacht fortgesetzt, sie werde vermutlich den ganzen Tag über andauern. Spürhunde seien im Einsatz, hieß es weiter. Mit Spezialkränen sollten die großen Trümmer beiseite geräumt werden. Ein Dutzend Personen seien aus den Trümmern gerettet worden, berichtete Belga.

Der französische Zoll hat bei einer Routinekontrolle auf der Autobahn Bargeld im Wert von umgerechnet rund einer Mio. Euro beschlagnahmt. Gefunden wurde das Geld im Kofferraum eines Autos mit deutschem Kennzeichen – insgesamt über 800.000 britische Pfund und 3.500 Euro in kleinen Scheinen, wie der Zoll im nordfranzösischen Lille gestern mitteilte. Der Fahrer des Wagens war nach eigenen Angaben auf dem Weg nach Luxemburg.

Fahrer in U-Haft

„Eine Beschlagnahmung von einer Million Euro in bar ist ziemlich selten“, sagte Zollregionaldirektor Simon Decressac der Nachrichtenagentur AFP. Die Geldscheine waren in Sporttaschen verstaut und hatten ein Gewicht von rund 50 Kilogramm. Das Auszählen dauerte knapp zwölf Stunden.

„Das Geld war so verpackt, dass man an Drogen denken könnte“, sagte Decressac. „Aber die Ermittlungen werden zeigen, ob es sich um Geld aus Zuhälterei, Drogenhandel, Steuerbetrug oder anderem handelt.“ Der Fahrer des Wagens wurde in Untersuchungshaft genommen.

Lebenslange Haft hat das Urteil gestern Abend gegen einen 29-Jährigen gelautet, der im Dezember in Leonding (Oberösterreich) eine 25-jährige Studentin vergewaltigt und umgebracht sowie zwei Verwandte zu töten versucht haben soll.

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Nach einem Gewitter ist die Sellraintalstraße in Tirol gestern von einer Mure verschüttet worden. Verletzt wurde niemand. Die Straße war im Gemeindegebiet von Sellrain im Bereich des Bauhofs vorübergehend gesperrt.

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Rund um den gewaltsamen Tod eines 77-jährigen Kufsteiners bezweifelt der Anwalt des Beschuldigten das ursprünglich genannte Motiv. Der 29-Jährige hatte angegeben, er habe sein Opfer erstochen, weil er ins Gefängnis wolle. Hintergrund könnte laut Anwalt aber ein früherer Missbrauch sein.

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Kultur

David Guetta verkauft seine Songrechte für über 100 Millionen Dollar an die Warner Music Group. Das berichtete die „Financial Times“. Das Magazin „Rolling Stone“ zitiert eine ungenannte Quelle aus der Musikindustrie, wonach sich der Kaufpreis über 100 Millionen Dollar (rund 84 Mio. Euro), aber unter 150 Millionen Dollar (rund 127 Mio. Euro) bewege. Die Branchenwebsite Variety wiederum verwies auf mehrere Quellen, denen zufolge Warner für die Rechte des 53-jährigen französischen DJs und Housemusikers weniger als 100 Millionen Dollar bezahlt habe.

Der französische DJ David Guetta
APA/AFP/Loic Venance

Derzeit boomt der Kauf von Songrechten. In vielen Fällen wurden dabei schwindelerregende Preise gezahlt: So soll Bob Dylan seinen gesamten Verlagskatalog für mehr als 300 Millionen Dollar an den Musikverlag Universal Music Publishing Group verkauft haben. Zuletzt verkauften etwa die Red Hot Chili Peppers die Rechte ihres gesamten Songkatalogs an das britische Musikinvestmentunternehmen Hipgnosis für mindestens 140 Millionen Dollar (116 Mio. Euro).

Lukas Maisel und Fritz Krenn haben gestern den zweiten Lesenachmittag bei den 45. Tagen der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt bestritten. Davor lasen Leander Steinkopf, Anna Prizkau und die Kärntner Autorin Verena Gotthardt, wobei Ersterer hervorstach. Klaren Favoriten gab es aber keinen. Somit kann man Necati Öziri, der am Donnerstag mit seinem Text „Morgen wache ich auf und dann beginnt das Leben“ als Favorit aus dem ersten Tag hervorging, nach wie vor gute Chancen auf einen der Preise zuschreiben. Die Jury zeigte auch am zweiten Lesetag Lust am Diskurs und Schlagabtausch.

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Alle Lesungen und Diskussionen live und als Video on Demand in bachmannpreis.ORF.at

Das Wien Museum auf dem Karlsplatz ist seit ziemlich genau einem Jahr eine Großbaustelle und wird das auch noch eine Weile bleiben. Die gute Nachricht lautet: Die Arbeiten liegen im Zeit- und Kostenplan, wie Direktor Matti Bunzl gestern versicherte.

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Science

Das Weltraumteleskop „Hubble“ ist seit mehreren Tagen außer Betrieb. Wie die US-Raumfahrtbehörde (NASA) gestern mitteilte, gibt es ein Problem mit dem Computer, der die wissenschaftlichen Instrumente des Teleskops steuert. Er schaltete sich bereits am Sonntag ab, ein versuchter Neustart scheiterte.

Das Teleskop selbst, das seit 1990 im All ist, und seine Instrumente seien „wohlauf“, erklärte die NASA. Die Instrumente seien allerdings in einen „abgesicherten Modus“ versetzt worden, bis das Problem behoben ist.

Völlig neuer Blick ins All

Das „Hubble“-Teleskop wurde gemeinsam von der NASA und der Europäischen Weltraumagentur (ESA) entwickelt. Seit seinem Start im April 1990 hat „Hubble“ mit atemberaubenden Bildern aus dem All die Astronomie revolutioniert. Seine Aufnahmen von den Planeten unseres Sonnensystems, aber auch von fernen Galaxien, Supernova-Explosionen und planetarischen Nebeln haben auch Laien einen völlig unerwarteten Blick auf das Universum eröffnet.

Allerdings verlief die Geschichte des Weltraumteleskops nicht immer pannenfrei. Schon kurz nach dem Start zeigte sich, dass sein Hauptspiegel nicht korrekt geschliffen war. Das Ergebnis waren unscharfe Bilder. Behoben wurde der Fehler 1993 durch eine Space-Shuttle-Mission. Das Teleskop soll eigentlich noch bis Ende des Jahres weiter arbeiten. Dann soll das neue James-Webb-Weltraumteleskop „Hubble“ ablösen.

Panorama

Warum gibt es in Vorarlberg immer mehr Störche, obwohl das Nahrungsangebot kleiner wird? Das wollen Vogelfachleute herausfinden. Deshalb werden im Rheindelta Jungstörche mit Sendern ausgestattet.

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Von Luftanhalten bis Gurgeln: Hausmittel gegen Schnackerl gibt es viele, ihre Wirkung ist aber oft mäßig. Wie der „Guardian“ nun berichtete, will ein Forschungsteam vom University of Texas Health Science Center eine Sofortlösung gegen Schnackerl entwickelt haben: einen L-förmigen Strohhalm aus Plastik mit einem Ventil am Boden. Ein Glas Wasser durch den Strohhalm getrunken soll das Hicksen zuverlässig beseitigen, so das Forschungsteam.

Hinter Schluckauf steckt ein krampfartiges Zusammenziehen der Muskulatur, die für die Atmung zuständig ist. Vereinfacht gesagt, zieht sich das Zwerchfell zusammen, was ein plötzliches Einatmen bei verschlossener Stimmritze zur Folge hat. Die Atemluft prallt ab, dadurch entsteht unkontrollierbare Hicksen.

Schnackerl „ablenken“

Der Strohhalm soll das umgehen: Die Kombination aus dem Schlucken des Wassers und dem durch das Ventil erschwerten Schlürfen soll jene Nerven aktivieren, die ursprünglich den Schluckauf verursacht haben. Laut einer Studie wurde in 90 Prozent der Fälle Schluckauf durch den Strohhalm beseitigt.

Der vom „Guardian“ konsultierte, nicht an dem Projekt beteiligte Neurowissenschaftler Rhys Thomas zeigte sich zuversichtlich, dass der Strohhalm tatsächlich funktioniere. Er sagte aber auch, dass es kostenlose Methoden gegen das Problem gebe – etwa beide Ohren zuzustöpseln und währenddessen Wasser durch einen normalen Halm zu trinken. Es gehe darum, gleichzeitig den Brustkorb zu weiten und zu schlucken.

Leute

Der niederländische König Willem-Alexander steht wegen einer erneuten Missachtung der Coronavirus-Regeln in der Kritik. Nachdem der Monarch bei einem Treffen mit Fußballfans in Den Haag Hände geschüttelt hatte, erinnerten mehrere Minister gestern daran, dass die Abstandsregeln für alle Bürgerinnen und Bürger gelten. In den vergangenen Monaten hatte Willem-Alexander sich wiederholt über die Maßnahmen hinweggesetzt – seine Beliebtheitswerte sanken daraufhin.

König Willem-Alexander und der Bürgermeister von Den Haag neben Frauen in orangefarbener Kleidung
APA/AFP/ANP/Marco de Swart

Ministerpräsident Mark Rutte sagte der Nachrichtenagentur ANP, der Fauxpas tue dem König „furchtbar leid“. Im August hatte in den Niederlanden ein Foto für Aufregung gesorgt, das den König mit seiner Frau Maxima auf der griechischen Insel Milos zeigte. Auf dem Foto wurde deutlich, dass Willem-Alexander die Abstandsregen nicht einhielt und keine Schutzmaske trug.

Ein weiterer Griechenland-Urlaub der königlichen Familie im Oktober sorgte für neuen Gesprächsstoff: Zu dieser Zeit galt in den Niederlanden ein Teil-Lockdown. Angesichts der Aufregung kehrte das königliche Paar einen Tag später in die Heimat zurück. Willem-Alexander und Maxima entschuldigten sich in einer Videobotschaft, aber das Vertrauen in Willem-Alexander, das im April 2020 noch bei 76 Prozent lag, sank im Oktober auf 47 Prozent. Inzwischen ist es wieder auf 57 Prozent geklettert.