Ausland

Mexiko will unregistrierte Einwanderer zurückschicken

Die mexikanischen Behörden wollen Hunderte Menschen zurückschicken, die durch den Grenzfluss zwischen Guatemala und Mexiko ins Land gekommen sind. Das kündigte das mexikanische Außenministerium gestern an. Die Menschen sind Teil einer Gruppe von bis zu 6.000 Personen aus Zentralamerika, die über Mexiko in die USA weiterziehen wollte.

An der Grenze zwischen Guatemala und Mexiko waren die Menschen aus Honduras, El Salvador und Guatemala gestoppt worden. Einige hatten den Grenzfluss Suchiate daraufhin schwimmend oder auf improvisierten Flößen überquert, um ihren Weg ohne formale Registrierung fortzusetzen.

Tausende in Notunterkünften untergekommen

Die mexikanischen Behörden retteten nach eigenen Angaben viele aus dem Fluss. Die nahezu 900 Menschen unterliegen demnach dem „Verwaltungsverfahren nach mexikanischem Recht“ und würden in ihre jeweilige Heimat zurückgebracht.

Bis in die Nacht kontrollierten die mexikanischen Behörden etwa 640 Menschen und ließen sie die Grenze passieren. Nach Angaben der guatemaltekischen Regierung machten sich rund 2.000 Menschen aus Honduras auf den Rückweg in ihre Heimat. Tausende seien unterdessen in Notunterkünften nahe der Grenze untergekommen, teilten die lokalen Behörden mit.

Mindestens elf Tote nach Explosion in Afghanistan

Mindestens elf Zivilpersonen sind heute bei einer Explosion in Ostafghanistan getötet worden. Ein Minibus war im Bezirk Atschin in der Provinz Nangarhar auf eine am Straßenrand platzierte Bombe aufgefahren, sagte der Sprecher der Provinzregierung, Attaullah Chogiani. Unter den Toten seien sechs Kinder.

Die Zahl der bei Konflikten in Afghanistan getöteten Zivilpersonen hat laut den Vereinten Nationen in den ersten neun Monaten des Jahres den höchsten Stand seit 2014 erreicht. Demnach sind mindestens 2.789 Zivilpersonen seit Jänner ums Leben gekommen, weitere mindestens 5.252 wurden verletzt.

Zweiter Tag der Parlamentswahl

Nach der chaotischen Parlamentswahl gestern wurden heute erneut 401 Wahlzentren im ganzen Land geöffnet. 45 davon befinden sich in der Hauptstadt Kabul. Gestern hatte es wegen technischer Schwierigkeiten, fehlender Wahlmaterialien oder Sicherheitsproblemen Schwierigkeiten bei der Stimmabgabe gegeben, weshalb die Wahl verlängert wurde.

Laut dem Chef der Unabhängigen Wahlkommission (IEC), Abdul Badi Sajad, hatten gestern mehr als drei Millionen Wähler und Wählerinnen in 32 Provinzen ihre Stimmen abgegeben. In zwei Provinzen wird später gewählt. Tausende mussten allerdings mehrere Stunden vor den Wahllokalen warten, da Materialien fehlten oder das Wahlpersonal nicht oder zu spät kam.

Die mit mehr als drei Jahren Verspätung durchgeführte Parlamentswahl wurde neben groben Organisationsschwierigkeiten auch von Gewalt überschattet. Nach Angaben von Innenminister Wais Barmak kamen bei 192 Zwischenfällen im ganzen Land mindestens 28 Menschen ums Leben, darunter elf Sicherheitskräfte. Mindestens 102 Menschen seien verletzt worden.

Polnische Regionalwahlen als Stimmungstest

Ungeachtet ihres strikten EU-Konfrontationskurses kann die polnische Regierungspartei PiS auf noch mehr politische Macht hoffen. Bei den landesweiten Regionalwahlen heute winken ihr Umfragen zufolge weitere Zugewinne – die Abstimmungen gelten als wichtiger Stimmungstest für den weiteren politischen Weg Polens.

„Die Wahlen haben eine nie da gewesene Bedeutung“, sagt der renommierte Soziologe Janusz A. Majcherek von der Universität Krakau zur anstehenden Neubesetzung von Posten Zehntausender Lokalpolitiker – vom Bürgermeister bis zum Gemeinderat. „Setzt sich die PiS durch, ist von der Fortsetzung ihres autoritären Kurses auszugehen.“

Die PiS, die seit 2015 bereits mit absoluter Mehrheit auf nationaler Ebene regiert, steht europaweit unter anderem wegen erheblicher Einschnitte in die Unabhängigkeit der Justiz in der Kritik. Gegen die umstrittenen Zwangspensionierungen von Richtern und Richterinnen klagt die EU-Kommission gar vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH).

Experten: PiS könnte in sieben Regionen regieren

Trotz des Zwists mit vielen EU-Partnern wollen bei den Regionalwahlen laut einer Umfrage des Instituts CBOS rund 29 Prozent der Polen für die Partei von Jaroslaw Kaczynski stimmen. Die Wahl von Vertretern für Gemeinden, Kreise und die Regionalparlamente der 16 Wojewodschaften stellt in Polen den Auftakt eines regelrechten Abstimmungsmarathons dar: 2019 folgen Europa- und Parlamentswahlen, 2020 dann die Präsidentschaftswahlen.

Politische Kommentatoren in Polen schätzen, dass die PiS, die bisher nur in einem Regionalparlament regiert, diese Zahl nun auf bis zu sieben steigern kann. „Die Institutionen der territorialen Selbstverwaltung sind die letzten, die sich die PiS bisher nicht unterordnen konnte“, urteilt Majcherek in einer Analyse für das Deutsche Polen-Institut in Darmstadt.

Auf nationaler Ebene krempelt die PiS das Land bereits seit Längerem nach ihren Vorstellungen um und peitscht umstrittenste Reformen mühelos durchs Parlament.

Fünf Terroranschläge 2018 in Frankreich vereitelt

In Frankreich sind im laufenden Jahr bereits fünf Terroranschläge vereitelt worden. Der „Grad der Wachsamkeit gegen den Terrorismus“ müsse beibehalten werden, forderte der neue Innenminister Christophe Castaner heute in der Sonntagszeitung „Le Journal du Dimanche“. Der 52 Jahre alte Vertraute von Staatschef Emmanuel Macron hatte am Dienstag das Innenressort übernommen.

Bekannt war bisher, dass Ende Juni ein Anschlag auf eine Versammlung von 25.000 Exil-Iranern in Villepinte bei Paris vereitelt wurde. Ein iranischer Diplomat, der als mutmaßlicher Drahtzieher gilt, war Mitte Oktober von Deutschland nach Belgien ausgeliefert worden. Er soll ein dort lebendes Ehepaar mit dem Anschlag beauftragt haben.

Castaner sagte, dass Rückkehrer aus dem irakisch-syrischen Konfliktgebiet besonders beobachtet werden sollen. Es handle sich um 261 Erwachsene in Frankreich. „Es gibt auch 700 Franzosen, die sich noch in dem Gebiet aufhalten, vor allem in Idlib (…)“, so Castaner im Hinblick auf die syrische Rebellenhochburg.

Immer wieder Anschläge in Frankreich

Sieben Monate nach den Terrorattacken in Südfrankreich mit vier Toten wurden drei Verdächtige in Untersuchungshaft genommen, wie Justizkreise bestätigten. In den nun eröffneten Ermittlungsverfahren gehe es um die Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung.

Nach Medienberichten stammen die Verdächtigen aus dem Umfeld des 25-Jährigen, der in der Region von Carcassonne die vier Menschen getötet hatte. Unter den Opfern war auch der Gendarmerie-Offizier Arnaud Beltrame, der später von Macron bei einer Feier postum geehrt wurde.

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hatte die Attacken für sich reklamiert. Der mutmaßliche Islamist war bei der Anschlagsserie getötet worden. Frankreich wird seit Jahren von einer Terrorwelle erschüttert, fast 250 Menschen wurden dabei aus dem Leben gerissen.

Brasiliens Polizei untersucht vor Stichwahl WhatsApp-Manipulation

Brasiliens Bundespolizei hat Ermittlungen zur großangelegten Verbreitung von Falschinformationen in den Sozialen Netzwerken anlässlich der Präsidentschaftswahl angekündigt. Die Polizei werde Desinformationen untersuchen, welche zu den beiden verbleibenden Kandidaten im Umlauf seien, sagte Sicherheitsminister Raul Jungmann gestern.

Die Ermittlungen erfolgen demnach auf die Empfehlung des Büros des Bundesstaatsanwalts, Falschmeldungen gegen beide Kandidaten auf mögliche Straftaten hin zu untersuchen.

Zuvor hatte die angesehene Tageszeitung „Folha de Sao Paulo“ berichtet, Unternehmen hätten vor der ersten Wahlrunde am 7. Oktober ein massenhaftes Verschicken von WhatsApp-Nachrichten an viele von Brasiliens 120 Millionen WhatsApp-Nutzern und -Nutzerinnen finanziert, in denen der linke Präsidentschaftskandidat Fernando Haddad angegriffen wurde.

Wahlkampffinanzierung durch Unternehmen verboten

Haddad wirft seinem rechtspopulistischen Kontrahenten Jair Bolsonaro vor, hinter der „verleumderischen“ Messenger-Dienst-Kampagne zu stecken. Die Vorwürfe wiegen schwer: In Brasilien ist eine Wahlkampffinanzierung durch Unternehmen verboten.

Das Facebook-Unternehmen WhatsApp hat bereits angekündigt, Unternehmen künftig davon abhalten zu wollen, den Dienst für das massenhafte Versenden von Nachrichten zu nutzen.

Bolsonaro hatte die erste Runde der Präsidentschaftswahl am 7. Oktober klar gewonnen: Er kam auf rund 46 Prozent und landete damit weit vor dem Zweitplatzierten Haddad mit rund 29 Prozent. Für die Stichwahl in eineinhalb Wochen ist der Rechtspopulist klarer Favorit, aktuelle Umfragen sehen ihn bei 59 Prozent.

Inland

SPÖ: „Klärendes Gespräch“ zwischen Kaiser und Drozda

Nach den Turbulenzen der vergangenen Tage zwischen der Kärntner SPÖ und der Bundespartei rund um die Erstellung der Kandidatenliste für die EU-Wahl haben der Kärntner SPÖ-Vorsitzende Peter Kaiser und Bundesgeschäftsführer Thomas Drozda ein „klärendes Gespräch“ geführt. Dabei ging es um die Kriterien der Listenerstellung, hieß es heute in einer Aussendung der SPÖ.

Kaiser, er ist auch stellvertretender SPÖ-Bundesparteivorsitzender, und Drozda stimmten darin überein, dass Modus und Kriterien der Listenstellung überarbeitet werden sollten. Bei der Erstellung der aktuellen Liste habe sich „Optimierungspotenzial“ gezeigt, so Kaiser. Denn der jetzige Verteilungsschlüssel habe die jüngsten Erfolge der Kärntner Sozialdemokratie nicht im notwendigen Ausmaß berücksichtigt.

„Das sollte sich so nicht wiederholen“, betonte Kaiser. Man habe in Aussicht genommen, den neuen Schlüssel bereits beim kommenden SPÖ-Parteivorstand in Klagenfurt zu diskutieren.

Geht um Reihung von Sohn Kaisers

Kaiser meinte, damit sollten die öffentlichen Diskussionen der vergangenen Tage beendet sein. Diese hatten sich daran entzündet, dass der Bundesparteivorstand den von der Kärntner SPÖ nominierten Europawahl-Kandidaten Luca Kaiser, Sohn des Parteichefs, nicht auf den von den Kärntnern verlangten sechsten Platz der Bundesliste gereiht hatten. Der 24-Jährige war auf Platz neun gelandet, worauf die Kärntner SPÖ verschnupft reagierte.

Polizei-Rekrutierung: Kickl sieht Erfolg

Das Innenministerium sieht in den teils heftig kritisierten Maßnahmen zur Rekrutierung neuer Polizistinnen und Polizisten einen Erfolg. Nach Angaben des Ministeriums wurden heuer bisher mehr als 6.000 Bewerbungen abgegeben, während es im gesamten Jahr 2017 rund 5.800 gewesen seien. Das „deutet auf den Erfolg der seit April 2018 laufenden Rekrutierungskampagne hin“, hieß es heute in einer Aussendung.

Werben auf Großveranstaltungen

„Bewährt hat sich vor allem das aktive Zugehen auf die Menschen und das Beschreiten von neuen Wegen: Die Polizei geht dorthin, wo potenzielle Bewerberinnen und Bewerber sind. Das sind in erster Linie junge, sportliche, sozial engagierte Menschen, die bereit sind, über ihre Grenzen zu gehen und gerne mit Menschen arbeiten“, sagte Innenminister Herbert Kickl (FPÖ).

Auf über 50 Sport- und Großveranstaltungen sei die Polizei auf potenzielle Bewerber im direkten Gespräch zugegangen. „Kooperationen mit Mercedes-Benz und KTM, die kostenlos Marketing-Fahrzeuge als ‚Eyecatcher‘ zur Verfügung gestellt haben bzw. stellen, haben den Werbeeffekt für die Polizei deutlich verstärkt und für entsprechende Aufmerksamkeit gesorgt“, hieß es in der Aussendung.

„Geworben wird mit einer Mär“

Genau daran hatte etwa Polizeigewerkschafter Hermann Greylinger von der Fraktion Sozialistischer Gewerkschafter (FSG) Kritik geübt: „Geworben wird mit einer Mär“, konstatierte der stellvertretende Vorsitzende der Polizeigewerkschaft im Sommer. Man zeige Luxusautos und Spezialeinheiten her. „Übersehen wird, dass 80 Prozent der aufgenommenen Bewerber Dienst in einer Polizeiinspektion, oft mit unzulänglicher Ausstattung, versehen müssen.“

Greylinger hatte höhere Anreize für den Beruf, mehr Perspektiven und mehr Flexibilität gefordert. Er machte in diesem Zusammenhang darauf aufmerksam, „dass wir für den Dienst draußen eine soziale Durchmischung benötigen. Wenn ich nur bei 18-jährigen Maturanten rekrutiere, werde ich den nicht erreichen.“

Ministerium: Anforderungen nicht gelockert

Das Innenministerium nahm auch zur Kritik Stellung, dass das Niveau der Bewerber sinke: „Die Mindestpunkteanzahl für eine erfolgreiche Absolvierung des Polizeiauswahlverfahrens liegt, wie gehabt, bei 139,5 Punkten. Es hat kein Absenken der Anforderungen stattgefunden“, so das Ministerium.

Von der Opposition kam zudem Kritik an Rekrutierungsinseraten in der Zeitschrift „alles roger?“ und im oberösterreichischen Onlineportal „Wochenblick“. Der damalige SPÖ-Chef Christian Kern hatte die Regierung im Mai aufgefordert, finanzielle Zuwendungen an „alles roger?“ einzustellen, werde dort doch „antisemitische Hetze“ aus österreichischem Steuergeld betrieben. Das Portal „Wochenblick“ wurde mehrfach vom Presserat gerügt bzw. verurteilt.

100 Jahre Republik

21. Oktober 1918: Der Schritt zur Republik

Heute vor hundert Jahren ereignete sich der vielleicht entscheidendste Schritt in Richtung Bildung einer neuen deutsch-österreichischen Republik auf den Resten der Habsburger-Monarchie.

Die deutschsprachigen Abgeordneten Cisleithaniens (des westlichen Teils der Monarchie) entsprachen den Erwartungen des Völkermanifests des Kaisers, in dem ja die Föderation eigenständiger Nationalstaaten angedacht war, und versammelten sich um fünf Uhr nachmittags im Sitzungssaal des niederösterreichischen Landhauses. Der Ort war von Symbolkraft, hatten doch von dieser Stelle aus die Geschehnisse des 1848er Jahres ihren Ausgang genommen.

Grundlage der Zusammenkunft war das Ergebnis der Reichsratswahl von 1911. Nicht ganz den aktuellen politischen Realitäten entsprechend hatten die deutschnationalen und liberalen Abgeordneten das Übergewicht gegenüber den Christsozialen und Sozialdemokraten.

Sitzung der ersten Nationalversammlung Österreichs im Wiener Landhaus
picturedesk.com/ÖNB-Bildarchiv/Scolik Charles jr.
Versammlung im niederösterreichischen Landhaus am Abend des 18.10.1918: Vorne die Abgeordneten, hinten eine dicht gefüllte Zuschauergalerie

Entschluss von großer Tragweite

„Das deutsche Volk in Österreich (!) ist entschlossen, seine künftige staatliche Ordnung selbst zu bestimmen, einen selbständigen deutsch-österreichischen Staat zu bilden und seine Beziehungen zu den anderen Nationen durch freie Vereinbarungen mit ihren zu regeln“, so der historische Beschloss der Versammlung. Einer Annexion von Gebieten, die von deutschen Bauern, Arbeitern oder Bürgern bewohnt würden, werde man sich widersetzen, so ein weiterer Beschluss (der freilich an den politischen Gegebenheiten scheitern würde).

Drei Abgeordnete wurden auf der Basis von Zurufen zu gleichberechtigten Präsidenten dieser „Provisorischen Nationalversammlung der Deutschen in Österreich“ gewählt: der Sozialdemokrat Karl Seitz, der Christdemokrat Jodok Fink und der deutschnationale Linzer Bürgermeister Franz Dinghofer.

Die Sozialdemokraten sprachen sich im Rahmen der Versammlung für eine Republik als Staatsform aus, alle anderen Parteien bevorzugten eine demokratische Verfassung im Rahmen monarchischer Strukturen.

Aufgaben für den Übergang

Ein eigener Vollzugsausschuss, der bald Staatsrat heißen würde, sollte das deutsche Volk in Österreich gegenüber den verbleibenden Habsburger Kabinetten, aber auch gegenüber US-Präsident Woodrow Wilson vertreten und auch die Position Deutsch-Österreichs in den Friedensverhandlungen vorbereiten.

Zum Zeitpunkt dieser Beschlüsse hatte sich in der Wiener Herrengasse schon eine große Menschenmenge versammelt. Im Saal war noch nicht die große Umbruchstimmung spürbar, eher versuchte man einen geordneten Übergang, auch im Zusammenwirken mit den Resten des kaiserlichen Kabinetts zu finden. Ein Zugang, der von großer Tragweite sein sollte, ersparte sich Österreich doch damit wohl die Verwerfungen einer Revolution auf der Straße, die sich in den Tagen des Herbsts 1918 auch so manche wünschten.

Eine Chronologie des Herbstes 1918

Die Tage im Oktober und November 1918 besiegelten auf beschleunigte Weise das Ende der österreichisch-ungarischen Monarchie, das sich freilich seit den Unruhen im Jänner 1918 abzeichnete. Die Nationalitäten des Vielvölkerstaates strebten, gerade auch auf der Grundlage des von US-Präsident Wilson im Jänner 1918 proklamierten Selbstbestimmungsrechts der Völker, auseinander.

ORF.at berichtet in den kommenden Wochen mit einem historischen Kalendarium über die wichtigsten Etappen der Auflösung der Monarchie bis zur Ausrufung der Republik am 12. November 1918:

EU

Seehofer deutet möglichen Rücktritt als CSU-Chef an

Erstmals nach der Pleite der CSU bei der Landtagswahl in Bayern hat Innenminister Horst Seehofer einen möglichen Rücktritt als Parteichef angedeutet – wenn ihn seine Partei für den CSU-Absturz allein verantwortlich machen sollte.

„Noch mal mache ich einen Watschnbaum nicht. Man kann mich kritisieren, aber das zu reduzieren auf den Horst Seehofer, und der ist für alles verantwortlich, das werde ich persönlich nicht mitmachen“, sagte Seehofer heute im Bayerischen Fernsehen. „Eher stelle ich mein Amt als Parteivorsitzender zur Verfügung – ich glaube, klarer kann man sich nicht ausdrücken.“

„Ein einfaches Geschäft“

Seehofer, der seit dem CSU-Absturz bei der Landtagswahl auf nur noch 37,2 Prozent parteiintern massiv unter Druck steht, wies eine Alleinverantwortung energisch zurück. „Das ist halt ein einfaches Geschäft: Wenn man auf einen anderen zeigen kann, muss man sich nicht mit sich selbst beschäftigen.“ Das sei schon nach der Bundestagswahl 2017 so gewesen: „Obwohl ich gar nicht zur Wahl stand, in keiner Wahlsendung war, auf keinem Wahlplakat, war ich schon nach der Bundestagswahl der Hauptverursacher. Jetzt wieder“, klagte er.

Seehofer sagte, er stehe zu seiner Verantwortung – aber die CSU müsse auch strukturelle Fragen beantworten. „Die SPD hat immer die Köpfe ausgewechselt in den letzten Jahren, und es ist immer noch schlechter geworden, weil sie die Strukturen bei sich nicht verändert hat.“

„Oberflächliche Wahlanalyse“

Er fügte hinzu: „Was mich ärgert, ist die oberflächliche Wahlanalyse, die viele anstellen.“ Der Einbruch der CSU habe aber tiefere Gründe, die längere Zeit zurückreichten. Er nannte die Etablierung der Freien Wähler im Landtag seit 2008, das Erstarken der AfD und zunehmende Veränderungen in der Gesellschaft.

Wirtschaft

Siemens erhielt Auftrag zur Stromversorgung im Irak

Siemens hat sich gegen den US-Konkurrenten General Electric (GE) im Ringen um ein Milliardengeschäft im Irak durchgesetzt. Vertreter des Münchner Technologiekonzerns und des irakischen Elektrizitätsministeriums unterzeichneten eine entsprechende Absichtserklärung über den Ausbau der irakischen Stromkapazitäten. Das teilten die Regierung in Bagdad und das deutsche Unternehmen heute mit.

Es geht um eine Ausbauleistung von elf Gigawatt in den kommenden vier Jahren, was laut Siemens etwa der Hälfte der derzeitigen Kapazitäten des Irak entspricht. Bis zuletzt hatte der Deal auf der Kippe gestanden. US-Präsident Donald Trump hatte auch mit politischem Druck auf die irakische Regierung versucht, den Auftrag in die USA zu holen.

Siemens versprach neben dem Ausbau der Stromkapazitäten aber auch Unterstützung im Kampf gegen Korruption, die Schaffung neuer Arbeitsplätze sowie den Ausbau von Schulen und Krankenhäusern. Das seien Schlüsselelemente beim Aufbau des neuen Irak, sagte Vorstandschef Joe Kaeser.

Obwohl der Irak eines der ölreichsten Länder der Welt ist, leidet die Bevölkerung unter der schlechten Versorgung mit Elektrizität. In den vergangenen Wochen und Monaten kam es deswegen vor allem im Süden des Landes zu Protesten mit Toten und Verletzten.

Sport

Chronik

Britische Fähre stieß im Nebel mit Jachten zusammen

Im dichten Nebel ist heute eine Fähre im Hafen einer britischen Insel mit mehreren kleinen Jachten zusammengestoßen. Das Schiff mit Dutzenden Passagieren an Bord wollte im Hafen von Cowes der Isle of Wight anlegen. Nach Notrufen wurden sofort Rettungsaktionen eingeleitet, doch konnten die Helfer kaum etwas erkennen.

Einheimische hatten von Hilfeschreien berichtet. Alle Passagiere der auf Grund gelaufenen Fähre seien aber wohlauf, zitierte die Nachrichtenagentur PA einen Sprecher der Küstenwache. Die Insel liegt direkt gegenüber der südenglischen Stadt Southampton.

Mann rettete Enkel aus Würgegriff eines Pythons in Australien

Ein 22 Monate alter Bub in Australien ist in letzter Minute von seinem Großvater aus dem Würgegriff eines Pythons gerettet worden. Nach einem Bericht des Senders ABC hatte der Bub mit seiner Schwester im Garten des Familiengrundstücks in Julatten im Norden des Bundeslandes Queensland gespielt, als sich die vier Meter lange Würgeschlange in seinen Körper verbiss und ihn zu erdrücken begann.

Mit vereinten Kräften versuchten Mutter und Großvater zunächst erfolglos, das Reptil von seinem Opfer zu lösen. Erst als der Großvater das Messer zückte und den Kopf der Schlange abtrennte, konnte der Bub befreit werden.

Mehr als 2.100 Erdbebenopfer in Indonesien gefunden

Die Zahl der Erdbebenopfer in Indonesien ist auf mehr als 2.100 gestiegen. Rettungskräfte fanden seit dem Beben Ende September bis gestern 2.113 Tote in den Trümmern, wie die zuständigen Behörden des Landes mitteilten. Genau 1.309 Menschen seien noch vermisst gemeldet.

Trümmer und Autowracks
APA/AFP/Olagondronk

Etwa 1.700 Todesopfer seien allein in der Provinzhauptstadt Palu gefunden worden, sagte Katastrophenschutzsprecher Sutopo Nugroho. Auf der Insel Sulawesi hatte die Erde am 28. September mit einer Stärke von 7,4 gebebt.

Fast 225.000 Menschen verloren bei der Katastrophe ihre Häuser und Wohnungen, gut 4.600 wurden nach Behördenangaben verletzt. Das Beben löste auch einen Tsunami aus. Mancherorts verflüssigte sich der sandige Boden und verschluckte Tausende Häuser.

Lage normalisiert sich langsam

Trotz der enormen Schäden normalisiert sich die Lage im Katastrophengebiet allmählich. „Eine Reihe öffentlicher Einrichtungen wie die Stromversorgung und die Kommunikationsnetze wurden hergerichtet und funktionieren wieder fast hundertprozentig“, sagte Nugroho. Tankstellen, Märkte und Banken hätten ihren Betrieb ebenfalls wieder aufgenommen.

Über Gebieten der Stadt Palu, wo noch viele Verschüttete vermutet werden, hatten Flugzeuge in der vergangenen Woche ein Gemisch aus Wasser und Desinfektionsmitteln versprüht, um Seuchen zu verhindern. Indonesien liegt auf dem Pazifischen Feuerring, einer vulkanreichen Region, in der häufig die Erde bebt.

IT

Tatort Onlinemarktplatz: Gefälschte Hardware auf eBay

Das deutsche Computermagazin „c’t“ hat Grafikkarten auf eBay gekauft. Die Erkenntnis: Auf der Onlineplattform werden haufenweise gefälschte Produkte angeboten. Außerdem habe der eBay-Käuferschutz erst dann funktioniert, als sich die Testkäufer als Journalisten zu erkennen gegeben hatten. Wie man gefälschte Komponenten erkennen kann und was man darüber hinaus beim Hardwarekauf beachten sollte.

Mehr dazu in help.ORF.at

Kultur

Leute

Prinz Harry eröffnet Invictus Games in Australien

Prinz Harry hat gestern die Invictus Games für verwundete Soldaten in Australien eröffnet. Bei den Wettkämpfen gehe es um „das Beispiel des Einsatzes und der Hingabe, das unsere Wettkämpfer der Welt erbracht haben“, sagte Harry vor dem berühmten Opernhaus in Sydney. Prinz Harry begrüßte mehr als 500 Wettkämpfer von 18 Nationen.

Großbritanniens Prinz Harry
AP/Kirsty Wigglesworth

Zuvor war die Eröffnung der Sportmeisterschaft wegen eines heftigen Sturms mehrere Stunden nach hinten geschoben worden.

Der Herzog von Sussex ist Schirmherr und Mitbegründer der Invictus Games, die 2014 erstmals in London ausgetragen wurden. Der Prinz befindet sich derzeit mit seiner schwangeren Frau Meghan auf einer Pazifikreise. Nach Australien besucht das Paar noch die Commonwealth-Staaten Fidschi, Tonga und Neuseeland.

Schauspielerin Selma Blair leidet an Multipler Sklerose

Hollywood-Schauspielerin Selma Blair leidet an Multipler Sklerose. „Ich bin behindert. Ich falle manchmal. Ich lasse Sachen fallen. Meine Erinnerung ist neblig. Und meine linke Seite fragt nach Anweisungen von einem beschädigten Navigationssystem … Ich habe MS und ich bin OK“, schrieb sie gestern auf ihrer Instagram-Seite.

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I was in this wardrobe fitting two days ago. And I am in the deepest gratitude. So profound, it is, I have decided to share. The brilliant costumer #Allisaswanson not only designs the pieces #harperglass will wear on this new #Netflix show , but she carefully gets my legs in my pants, pulls my tops over my head, buttons my coats and offers her shoulder to steady myself. I have #multiplesclerosis . I am in an exacerbation. By the grace of the lord, and will power and the understanding producers at Netflix , I have a job. A wonderful job. I am disabled. I fall sometimes. I drop things. My memory is foggy. And my left side is asking for directions from a broken gps. But we are doing it . And I laugh and I don’t know exactly what I will do precisely but I will do my best. Since my diagnosis at ten thirty pm on The night of August 16, I have had love and support from my friends , especially @jaime_king @sarahmgellar @realfreddieprinze @tarasubkoff @noah.d.newman . My producers #noreenhalpern who assured me that everyone has something. #chrisregina #aaronmartin and every crew member... thank you. I am in the thick of it but I hope to give some hope to others. And even to myself. You can’t get help unless you ask. It can be overwhelming in the beginning. You want to sleep. You always want to sleep. So I don’t have answers. You see, I want to sleep. But I am a forthcoming person and I want my life to be full somehow. I want to play with my son again. I want to walk down the street and ride my horse. I have MS and I am ok. But if you see me , dropping crap all over the street, feel free to help me pick it up. It takes a whole day for me alone. Thank you and may we all know good days amongst the challenges. And the biggest thanks to @elizberkley who forced me to see her brother #drjasonberkley who gave me this diagnosis after finding lesions on that mri. I have had symptoms for years but was never taken seriously until I fell down in front of him trying to sort out what I thought was a pinched nerve. I have probably had this incurable disease for 15 years at least. And I am relieved to at least know. And share. 🖤 my instagram family... you know who you are.

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Sie habe jahrelang Symptome gezeigt, die jedoch nie ernst genommen worden seien. Die Krankheit sei erst im August diagnostiziert worden. „Vermutlich habe ich diese unheilbare Krankheit schon seit mindestens 15 Jahren“, so die Schauspielerin.

Blair wurde durch ihre Rollen in verschiedenen Filmen bekannt, unter anderem „Eiskalte Engel“ oder „Natürlich Blond“. Gegenwärtig laufen die Dreharbeiten für die Netflix-Serie „Another Life“, die erstmals im kommenden Jahr ausgestrahlt werden soll.

Panorama