COV Inland

Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) warnt vor einer Zunahme der CoV-Infektionen im Herbst. Er stellte gestern Abend in der ZIB2 auch Veranstaltungen wie den Opernball infrage und erteilte einem baldigen Wiederöffnen der seit dem Lockdown gestoppten Nachtgastronomie eine klare Absage. Zudem deutete er an, dass die Coronavirus-Ampel für die Stadt Wien bei der ersten Schaltung unmittelbar vor Schulstart auf Gelb stehen könnte.

Anschober bestätigte, dass ein schwieriger Herbst und Winter bevorstünden. „Indoor-Veranstaltungen werden schwierig. Ein Opernball oder Ballveranstaltungen bis in die Morgenstunden (…) werden sehr schwierig möglich sein“, deutete Anschober mögliche Absagen von Veranstaltungen im Winter an. Man arbeite an Standards. Die Nachtgastronomie werde es auf jeden Fall länger nicht geben, kündigte der Minister an.

Gesundheitsminister Anschober im Interview

Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) erläutert unter anderem, was Österreich in Bezug auf Corona im Herbst und Winter erwartet.

Skifahren unter „spezifischen Bedingungen“

Er glaube, „dass Wintertourismus möglich sein wird, aber unter ganz spezifischen Rahmenbedingungen“. Diese werden gerade vorbereitet. Es werde spezifische Regeln für Apres-Ski geben. Anschober strebt hier überregionale Standards für den gesamten zentraleuropäischen Wintersport mit Italien, Frankreich und der Schweiz an, damit keiner einen Wettbewerbsnachteil habe.

Fachleute entscheiden

Die Wiener Behörden würden „alles tun und ihr Bestes geben“, um die Infektionszahlen in den Griff zu bekommen. Davon werde abhängen, „ob es in Wien in Richtung Gelb geht, aber das ist kein Bashing“, sagte Anschober. Die Ampel sei ein Präventionssystem, eine Risikoeinstufung. Die Coronavirus-Kommission „wird am Freitag Vorschläge abgeben, und denen fühle ich mich verpflichtet“. Das Ministerium schaltet gemäß den Empfehlungen die Ampel. Was Gelb für Wien konkret bedeuten werde, sagte Anschober nicht: Für jede Farbe werde es entsprechende Maßnahmen geben. Es werde eine Art Automatismus geben.

„Im Herbst müssen wir uns wirklich wieder zusammenreißen“, sagte Anschober in Anspielung auf seinen umstrittenen Tweet in Richtung feiernder Jugendlicher, diese mögen sich „zusammenreißen und Verantwortung übernehmen“. Anschober entschuldigte sich damit, dass mit ihm die Emotionen durchgegangen seien und man auf dem Kurznachrichtendienst Twitter Botschaften verkürzt darstelle.

Aufruf zu Grippeimpfung

Und er appellierte an die Bevölkerung in Österreich, ihre Impfskepsis zu überdenken und sich in diesem Winter verstärkt gegen die Grippe impfen zu lassen. Die derzeitige Impfungsquote von acht bis neun Prozent sei „dramatisch gering“, sagte Anschober und verwies darauf, dass heuer die Grippeimpfung für Kinder gratis sei und mittels Spray und nicht mit der Nadel verabreicht werde.

Die effektive Reproduktionszahl (R-Zahl) in Österreich ist laut aktueller Schätzung auf 1,31 gestiegen. Das teilte die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) gestern mit. Auch die geschätzte tägliche Steigerungsrate ist mit plus 9,9 Prozent gestiegen.

Sieht man sich die einzelnen Bundesländer an, so liegt auch hier die effektive Reproduktionszahl überall zwischen eins und 1,5. Allerdings: Je geringer die Fallzahlen sind, umso größeren Schwankungen ist die R-Zahl unterworfen. So war für das Burgenland und Vorarlberg die R-Zahl zwar berechenbar, aber wegen der geringen Fallzahl laut AGES mit großer Unsicherheit behaftet.

Schätzung der Fälle, die von Infizierten ausgehen

Die Reproduktionszahl ist eine Schätzung der durchschnittlichen Zahl der Fälle, die von einer infizierten Person ausgehen. Liegt die Zahl über 1,0, nimmt die Zahl der Infektionen kontinuierlich zu, liegt sie darunter, geht die Zahl der Infektionen zurück.

Die Interpretationen müssen laut AGES jedoch immer auch in Zusammenschau mit der epidemiologischen Kurve erfolgen. Die effektive Reproduktionszahl trifft keine Aussage über das Niveau der täglichen Zahl der Neuerkrankungen. Herangezogen wurde diesmal der Zeitraum vom 7. bis zum 19. August.

Laut aktuellen Zahlen des Gesundheitsministeriums (Stand: heute, 0.00 Uhr) wurden bisher 24.880 Menschen positiv getestet. Aktiv Infizierte gibt es derzeit 2.772. 1.075.409 Tests wurden insgesamt durchgeführt und gemeldet. ORF.at verwendet stets die Zahlen des Epidemiologischen Meldesystems (EMS) als Basis seiner Berichterstattung.

Wegen der Infektion im Spital befinden sich 112 Menschen, 22 davon auf der Intensivstation. 725 Personen sind insgesamt verstorben. Für die Zählung der Verstorbenen ist die Definition des EMS ausschlaggebend.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Hinweis zur Aktualisierung der Daten

Um die Daten aktuell zu halten, übernimmt ORF.at die Informationen direkt aus dem offiziellen Dashboard des Gesundheitsministeriums. Die aktuellen Fallzahlen im Kopf der Seite werden stündlich aktualisiert, die Verlaufsgrafiken zum Tageswechsel, um die Vergleichbarkeit zu gewährleisten.

Genaue Informationen zu Definitionen, Herkunft der Daten, Aktualisierung und FAQs finden sich im Infopoint Coronavirus von ORF.at.

Mehr dazu in Daten und Karten und Daten-Updates und Quellen

Der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB), die Arbeiterkammer (AK), die Wirtschaftskammer (WKÖ) und die Industriellenvereinigung (IV) sind gegen eine generelle Maskenpflicht am Arbeitsplatz, wie sie in Frankreich ab 1. September gelten soll. Alle halten Prävention für wichtig, die derzeitigen Regeln funktionierten aber gut.

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Ein Drittel der Reiserückkehrer, die in Wien positiv auf das Coronavirus getestet wurden, kommt aus Kroatien. Das hat ein Sprecher des Wiener Gesundheitsstadtrats Peter Hacker (SPÖ) auf Twitter erklärt. Demnach machen Kroatien-Urlauber 31,2 Prozent der in den vergangenen vier Wochen positiv getesteten Rückkehrer in Wien aus.

Aus der Türkei seien es 11,7 Prozent, dem Kosovo 11,3 und aus anderen österreichischen Bundesländern 8,1 Prozent gewesen. Platz fünf nimmt in dieser Statistik Serbien ein (6,1 Prozent). Reiserückkehrer machten 20,3 Prozent der positiven Befunde im August aus, erklärte der Sprecher weiter. „10 ReiserückkehrerInnen lösen etwa 8 Folgefälle aus.“

Ausland

Der russische Oppositionelle Alexej Nawalny darf nach einer möglichen Vergiftung nun doch zur Behandlung ins Ausland geflogen werden. Das teilten die behandelnden Ärzte im sibirischen Omsk nach Angaben der Agentur Interfax gestern mit. Auch Nawalnys Sprecherin Kira Jarmysch bestätigte das. Der Flug verzögerte sich allerdings.

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Die weißrussische Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja will bei einer Neuwahl nicht als Kandidatin für das Präsidentschaftsamt antreten. „Ich plane nicht, selber ins Rennen zu gehen“, sagte Tichanowskaja der russischen Nachrichtenagentur TASS. Auch ihr Ehemann sei nicht interessiert.

Die frühere Englischlehrerin hatte anstelle ihres Ehemannes kandidiert, nachdem der regierungskritische Blogger im Mai festgenommen worden war. Zu Wochenbeginn hatte Tichanowskaja noch ihre Bereitschaft zur Machtübernahme signalisiert. Möglicherweise will sie mit ihrem Verzicht den Druck auf Lukaschenko, einer Neuwahl zuzustimmen, erhöhen.

Putin drängt Lukaschenko zu Gesprächen

Der russische Präsident Wladimir Putin forderte einem Agenturbericht zufolge unterdessen Lukaschenko zum Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern auf. Putin und der Nationale Sicherheitsrat des Landes seien übereingekommen, dass die Führung des Nachbarlands die politische Krise im Dialog mit dem Volk lösen solle, meldete TASS heute unter Berufung auf den Kreml.

Lukaschenko will nicht mit Koordinierungsrat reden

Unterdessen lehnte Lukaschenko einen Dialog mit dem von der Opposition gegründeten Koordinierungsrat ab. „Warum sollten wir nach der Pfeife von irgendjemand tanzen? Wir haben Wahlen abgehalten, jetzt lasst uns in Ruhe weiterleben“, sagte Lukaschenko vor Arbeitern in einem Landwirtschaftsbetrieb.

„80 Prozent kann man nicht fälschen“

Lukaschenko lehnt eine Neuwahl weiter ab. „Sie verstehen, 80 Prozent kann man nicht fälschen. Sie werden sowieso verlieren.“ Eine Neuwahl würde alles auf den Kopf stellen. Gleichzeitig betonte Lukaschenko, dass das Militär und die Sicherheitskräfte weiter an seiner Seite stünden. „Sie halten von morgens bis abends jeden Tag durch, um Frieden und Ruhe zu bewahren. Ich sehe, dass die Leute unser Land nicht hergeben werden.“ Zuvor hatte die Opposition die Uniformierten dazu aufgerufen, sich von Lukaschenko abzuwenden.

UNO besorgt über Verschwundene

In Weißrussland sind nach Informationen des UNO-Büros für Menschenrechte noch mehr als 100 Menschen in Gewahrsam, die an überwiegend friedlichen Protesten gegen Machthaber Lukaschenko teilgenommen haben.

Von acht Menschen, die nach Beginn der Proteste am 8. August verschwanden, fehle bis heute jede Spur, sagte eine Sprecherin des UNO-Hochkommissariats für Menschenrechte heute in Genf. Das Büro rief die Behörden auf, alle Menschen freizulassen, die nur ihr Recht auf freie Meinungsäußerung ausgeübt hätten, und auf weitere Festnahmen zu verzichten.

Es gebe Vorwürfe von Folter und Misshandlung während und nach den Festnahmen, sagte die Sprecherin. Betroffen seien auch Minderjährige. „Wir sind beunruhigt, dass offenbar noch nichts unternommen wurde, um diese Berichte zu prüfen und Verantwortliche gegebenenfalls zur Rechenschaft zu ziehen“, teilte das Büro mit. Etwa 60 der Inhaftierten würden Vergehen vorgeworfen, die im Fall eines Schuldspruchs lange Haftstrafen nach sich ziehen können.

Der frühere Chefstratege von US-Präsident Donald Trump, Steve Bannon, sieht sich wegen seiner zeitweisen Festnahme und Betrugsvorwürfen als Opfer politischer Verfolgung. Das Vorgehen der Staatsanwaltschaft ziele nur darauf ab, die Unterstützer der Mauer an der Grenze zu Mexiko auszubremsen und einzuschüchtern, sagte Bannon gestern in seinem Podcast.

Es handle sich um „politischen Mord“. Er werde jedoch weiter für seine Überzeugungen kämpfen. „Ich werde keinen Zentimeter zurückweichen.“ Die New Yorker Staatsanwaltschaft wirft Bannon und drei weiteren Beschuldigten vor, Geld aus einer Onlinespendenaktion für den Bau einer Mauer an der Grenze zu Mexiko abgezweigt zu haben.

Die gemeinnützige Organisation namens „We Build the Wall“ (Dt.: „Wir bauen die Mauer“) habe mehr als 25 Millionen Dollar von „Hunderttausenden“ Spendern eingesammelt. Bannon plädierte gestern auf nicht schuldig und wurde gegen Kaution freigelassen.

Trumps Wahlkampf geleitet

Bannon gehört zu den einflussreichsten Stimmen im ultrakonservativen Lager der US-Politik. Der Mitgründer der Internetplattform Breitbart war 2016 zu Trumps Team gestoßen und übernahm die Leitung des Wahlkampfs. Ihm wird ein maßgeblicher Anteil am damals für viele eher überraschenden Einzug des Immobilienunternehmers ins Weiße Haus zugeschrieben.

Nach Trumps Sieg wurde Bannon Trumps Chefstratege und war zeitweise auch im Nationalen Sicherheitsrat, musste aber im Sommer 2017 seinen Hut nehmen. Der Bau einer Mauer an der Grenze zu Mexiko war eines der wichtigsten Wahlversprechen Trumps.

Die EU hat die von den Konfliktparteien in Libyen vereinbarte Waffenruhe begrüßt. Das sei eine „wichtige und positive Nachricht“, sagte der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell gestern Abend im Kurzbotschaftendienst Twitter. „Entscheidend ist nun, dass alle Parteien ihre Verpflichtungen einhalten.“

Die Menschen in Libyen bräuchten eine politische Lösung und hätten eine Rückkehr zu Stabilität und Frieden verdient. Libyen ist seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 von gewaltsamen Konflikten und Chaos geprägt. Nach jahrelangen Auseinandersetzungen hatten die Konfliktparteien zuvor überraschend eine Waffenruhe und baldige Wahlen angekündigt. Die Waffenruhe soll ab sofort gelten.

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Der Chef der US-Post, Louis DeJoy, hat die Sorge zurückgewiesen, dass Sparmaßnahmen bei dem Unternehmen die Präsidentenwahl im November behindern könnten. Er wolle der US-Öffentlichkeit versichern, dass die Post in der Lage sei, per Brief abgegebene Stimmen „sicher und rechtzeitig zuzustellen“, sagte DeJoy gestern bei einer Anhörung in einem Ausschuss des US-Senats. „Das ist unsere heilige Pflicht“, sagte er. Die Post werde Stimmzettel bevorzugt bearbeiten.

Es wird erwartet, dass angesichts der Coronavirus-Krise viel mehr US-Bürger und -Bürgerinnen per Briefwahl ihre Stimme abgeben. Für Aufsehen sorgten zuletzt Berichte über den Abbau von Briefsortiermaschinen und Briefkästen. Zusammen mit permanenten Warnungen von US-Präsident Donald Trump vor einer angeblich hohen Fälschungsgefahr bei der Briefwahl brachte das die US-Demokraten dazu, von einer Sabotage der Abstimmung zu sprechen.

Abgebaute Briefkästen werden nicht wieder aufgebaut

Die US-Post sicherte mittlerweile zu, bis zur Wahl keine weiteren Maschinen oder Briefkästen mehr abzubauen. DeJoy sagte zugleich, bereits demontierte Anlagen sollen nicht wieder aktiviert werden. „Sie werden nicht gebraucht.“ Die US-Post könne die erwarteten 160 Millionen Briefwahlunterlagen problemlos umschlagen. Der Abbau der Maschinen sei langfristig angesichts insgesamt sinkender Briefmengen beschlossen worden. Auch die Demontage der Briefkästen an wenig benutzten Standorten sei ein seit längerer Zeit laufendes Verfahren. Die USA hätten derzeit 140.000 Briefkästen, in den vergangenen Jahren seien 35.000 abgebaut worden.

DeJoy, der bei der Anhörung unter Eid stand, antwortete mit einem klaren Nein auf die Frage, ob er mit Trump über den Postbetrieb gesprochen habe. Der Präsident habe ihm lediglich zum Amtsantritt gratuliert. DeJoy, der Trumps Wahlkampf finanziell unterstützt hatte, war im Mai zum Chef des Postdienstes USPS ernannt worden. Er habe auch keine Unterhaltungen mit Trumps Stabschef im Weißen Haus, Mike Meadows, sowie seinem Wahlkampfteam gehabt, sagte der Post-Chef.

COV Ausland

Die Zahl der Coronavirus-Neuinfektionen steigt in Spanien rapide. Innerhalb eines Tages seien 3.650 neue Ansteckungen mit dem Virus SARS-CoV-2 gemeldet worden, teilte das Gesundheitsministerium gestern in Madrid mit. Es war bereits der dritte Tag in Folge mit mehr als 3.000 neuen Fällen. Diese Marke war davor zuletzt am 1. Mai übertroffen worden.

Noch im Juni – kurz vor Ende des Notstands mit sehr strenger Regelung des Lockdowns – waren zeitweise deutlich weniger als hundert Neuinfektionen registriert worden. Seit Anfang Juli steigt die Zahl aber wieder nahezu konstant.

125 Tote binnen einer Woche

Die Gesamtzahl der Infizierten stieg auf etwa 386.000. In den vergangenen sieben Tagen starben 125 Menschen mit Covid-19. Insgesamt stieg die Zahl der Toten auf 28.838. „Niemand soll sich etwas vormachen. Es läuft nicht gut“, warnte der Chef der Behörde für Gesundheitliche Notfälle, Fernando Simon. Trotzdem betonte er, Spanien habe die Pandemie mit Ausnahme von wenigen Gebieten im Griff.

Nach Darstellung der Behörden gibt es auch deshalb relativ viele Infektionen, weil viel mehr getestet wird. Vor allem Besucher von Nachtlokalen sowie Teilnehmer von Privatpartys seien nun von einer Infektion betroffen. Das Durchschnittsalter der Infizierten sinke von Woche zu Woche. Aktuell liege es bei 38 Jahren. Bei den meisten Betroffenen verlaufe die Infektion deshalb jetzt ohne Symptome.

Die Zahl der Coronavirus-Neuinfizierten ist in Italien in den vergangenen 24 Stunden wieder gestiegen und macht den Gesundheitsbehörden im Land zu schaffen. Von vorgestern auf gestern wurden 947 neue Ansteckungen innerhalb von 24 Stunden gemeldet, nach 845 am Vortag.

Neun Menschen starben von gestern auf heute nach einer Infektion mit SARS-CoV-2, am Vortag waren es sechs gewesen. 35.427 Menschen sind seit Ausbruch der Pandemie am 20. Februar mit oder am Coronavirus in Italien gestorben.

Mehr Menschen in Spitälern

Die Zahl der noch aktiv Infizierten lag bei 16.678, jene der in Spitälern behandelten Covid-19-Patienten stieg von 883 auf 919. Auf der Intensivstation befanden sich 69 Patienten, am Vortag waren es 68. In Heimquarantäne waren 15.690 Menschen. Die Zahl der offiziell genesenen Coronavirus-Infizierten stieg auf 204.960.

In der Region Lombardei, dem Zentrum des Coronavirus-Ausbruchs in Italien, gab es sechs Todesopfer. Die Zahl der Gestorbenen kletterte somit auf 16.852. 174 Neuinfizierte zählten die dortigen Behörden. Die Zahl der Covid-19-Erkrankten in den lombardischen Spitälern betrug 149. Auf Intensivstationen lagen in der Lombardei 17 Patienten.

Inland

Heinz-Christian Strache darf bei der Wien-Wahl am 11. Oktober nun fix antreten. Das Verwaltungsgericht Wien entschied gestern abermals im Sinne des Spitzenkandidaten des Teams Strache und bestätigte somit auch die Entscheidung der Bezirkswahlbehörde, wonach Strache seinen Hauptwohnsitz in Wien-Landstraße hat und damit kandidieren darf.

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Auszüge aus Videotranskript veröffentlicht

Straches Anwalt veröffentlichte heute im Namen seines Mandaten ausgesuchte Abschriften aus dem „Ibiza-Video“. Möglich wurde das, da Strache als Beschuldigtem Akteneinsicht in das Beweismaterial der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) gewährt wurde. Strache wählte vorzugsweise entlastende Passagen aus, um Korruptionsvorwürfe zu entkräften.

In einer Aussendung betonte Straches Anwalt einmal mehr, dass durch die Veröffentlichung von Ausschnitten durch Medien bewusst ein falsches Bild des Abends gezeichnet worden sei. So habe Strache immer wieder rechtswidrige Angebote des Lockvogels entschieden zurückgewiesen und auch eine Privatisierung des österreichischen Wassers kategorisch abgelehnt.

Aus der Einsichtnahme in die Videoausschnitte und den bisher von der WKStA transkribierten Teilen werde ersichtlich, dass die vermeintliche Oligarchin sowie deren angeblicher Vertrauter Julian H. versucht hätten, mit hohen Summen – teilweise sei von 270 Millionen Euro die Rede – Strache zu rechtswidrigen Handlungen zu verleiten. Dieser habe diese Angebote aber „entschieden und konsequent“ abgelehnt, so der Rechtsanwalt.

Ausgesuchte Stücke

Laut dem Transkript soll Strache etwa betont haben: „Es gibt bei mir nur ganz korrekte Ebenen, alles, was in meinem Leben heut angegriffen wird, ist korrekt. Ja? Und ich, es gibt bei mir keine Selbstbereicherung oder sonstige Scheißgeschichten, das gibt es nicht. Ja? Sondern es gibt Interesse, was wollen wir politisch, wohin wollen wir politisch, was hat die Bevölkerung, was hat der Steuerzahler davon, und wenn dann ein Unternehmer einen Profit hat, soll’s mir recht sein, wenn’s ins Konzept passt.“

Auch Gegenleistungen lehnte Strache laut dem veröffentlichten Text ab. Zum Thema Wasserprivatisierung veröffentlichte er zusammenhanglose Sätze des ehemaligen Vizekanzlers, etwa: „Wasser ist das weiße Gold“ und „Eine Privatisierung des Wassers ist undenkbar“. Neben der verfassungsrechtlichen Verankerung sei ihm auch „eine staatliche Struktur, wo du Wasser verkaufst“, vorgeschwebt.

Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) hat auf die Spekulationen von FPÖ-Obmann Norbert Hofer über eine mögliche Kandidatur bei der Bundespräsidentschaftswahl bekundet, dass er kein Interesse an einer solche habe. „Das ist so und das bleibt so“, sagte Anschober gestern Abend in der ZIB2.

Er strebe kein weiteres politische Amt an und möchte Sozial- und Gesundheitsminister bleiben, so Anschober. Die von Hofer angezettelte Debatte ist für ihn „virtuell und nicht sehr angebracht“. Alexander Van der Bellen sei der beste Präsident, den sich Österreich wünschen könne, und er wünsche sich, dass dieser wieder kandidiere.

Der Rechnungshof (RH) hat die Verteilung der genehmigten Anspruchstage des Kinderbetreuungsgeldes geprüft und dabei kein Ruhmesblatt für die Gleichstellung in Österreich entdeckt. Nur ein minimaler Anteil entfällt dabei auf die Väter – das aber vorzugsweise in den Sommermonaten. „Die effektive Entlastung von Frauen und eine gleichmäßigere Aufteilung der Betreuungspflichten wurde nicht erreicht“, lautet das Urteil.

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Die ÖVP kritisiert einen Fernsehauftritt eines niederösterreichischen SPÖ-Funktionärs im weißrussischen Staatsfernsehen als „skandalös“. „Wer die freie Meinungsäußerung in Sozialen Netzwerken als ‚bedrohlich‘ bezeichnet, der offenbart ein untragbares Verständnis von Demokratie und freier Meinungsäußerung“, kritisierte der außenpolitische Sprecher der Volkspartei, Reinhold Lopatka, gestern Abend.

Der „Standard“ (Onlineausgabe) und die von Peter Pilz gegründete Rechercheplattform Zackzack.at hatten zuvor berichtet, dass der Schwechater SPÖ-Vorsitzende David Stockinger, der auch Mitglied der Österreichisch-Weißrussischen Gesellschaft (ÖWG) ist, im Sender ONT aufgetreten sei.

Halbminütige Zuschaltung

In einer 30-sekündigen Zuschaltung aus Österreich hatte Stockinger laut der ausgestrahlten russischen Übersetzung dabei zentrale Botschaften von Lukaschenko-nahen Propagandisten wiederholt: Oppositionsnahe Soziale Netzwerke sowie Kanäle im Messengerdienst Telegram bezeichnete er etwa als „eine der größten Bedrohungen für die Jugend“, die einen möglichen Dialog störe.

Junge Menschen würden von politischen Gruppen manipuliert, die ihren Einfluss im Land vergrößern wollten. Besorgt zeigte sich der Schwechater Gemeinderat auch über in den letzten Tagen kursierende Anleitungen zu Demonstrationen und Massenunruhen.

Keine SPÖ-Kritik an ÖWG

Die SPÖ Niederösterreich betonte laut „Standard“, dass die Wahl in Weißrussland „weder fair noch frei“ gewesen sei; man verurteile die brutale Gewalt und stehe aufseiten der friedlich demonstrierenden Menschen.

Kritik an der ÖWG und ihren Aktivitäten habe die rote Landespartei nicht geübt: „Derartige Vereine mit einer ähnlichen Zielsetzung gibt es viele, auch für die Länder der GUS, die aus der Position der Neutralität heraus Verbindungen herstellen möchten“, wird die SPÖ NÖ zitiert. Aus dem Büro der SPÖ-Parteichefin Pamela Rendi-Wagner hieß es: „Rendi-Wagner hat ihre Position zu Belarus schon geäußert.“

Lopatka fordert Konsequenzen

Lopatka forderte dagegen umgehend Konsequenzen. Er forderte Rendi-Wagner „umgehend“ zum Handeln auf und dazu, „aus derzeitiger Sicht nicht auszuschließende weitere Verflechtungen der Sozialdemokratie mit Lukaschenko-nahen Kreisen offenzulegen“.

Justizministerin Alma Zadic (Grüne) erwartet ein Kind. Das gab sie auf Facebook bekannt. „Unsere zweiköpfige Familie wird ab Jänner um ein Wunder größer sein. Unsere Freude ist unbeschreiblich“, schrieb Zadic gestern Abend.

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Sport

Dennis Novak hat den Einzug in das Hauptfeld des von Cincinnati nach New York verlegten Masters-1000-Tennisturniers verpasst. Der 26-jährige Niederösterreicher musste sich gestern dem Slowenen Aljaz Bedene in der zweiten Qualifikationsrunde trotz guten Starts mit 6:4 3:6 4:6 geschlagen geben.

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Eine Woche nach den gefährlichen Stürzen beim Österreich-GP steigt morgen in Spielberg Teil zwei des Motorrad-WM-Doppels in Österreich. Auf dem Red Bull Ring hat man auf die Crashs reagiert und Kurve drei mit zusätzlichen Schutzwällen abgesichert.

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Chronik

In Kalifornien kämpft die Feuerwehr weiter gegen die verheerenden Waldbrände. Bis gestern Mittag (Ortszeit) sei es gelungen, lediglich sieben Prozent der Flammen unter Kontrolle zu bringen, teilten die Einsatzkräfte mit. Seit Mittwoch seien bereits fünf Menschen durch die Brände ums Leben gekommen. Ausgelöst wurden die Feuer zu einem großen Teil durch Blitzeinschläge.

Die Flammen bedrohen zehntausende Häuser in dem US-Westküstenstaat. Rund 119.000 Menschen seien bereits aus ihren Häusern geflüchtet, teilten die Behörden mit. Viele der Menschen hätten jedoch Schwierigkeiten, eine Unterkunft zu finden. Einige wollten demnach aus Angst vor einer Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus nicht in die von den Behörden errichteten Schutzzentren gehen.

Ein Jahrzehnt lang hat der „Golden State Killer“ Kalifornien in Angst und Schrecken versetzt. Er ermordete mindestens 13 Menschen und vergewaltigte Dutzende Frauen. Jetzt wurde der geständige US-Serienmörder und Vergewaltiger Joseph DeAngelo zu mehrfach lebenslanger Haft verurteilt. Richter Michael Bowman gab gestern in der kalifornischen Hauptstadt Sacramento das Strafmaß bekannt. Der 74-jährige DeAngelo bat seine Opfer um Entschuldigung.

„Ich habe all Ihren Aussagen zugehört“, sagte der frühere Polizist, der im Rollstuhl in den Gerichtssaal gebracht wurde, an die überlebenden Opfer gewandt. „Jeder Einzelnen. Und ich entschuldige mich aufrichtig bei jedem, den ich verletzt habe.“

Deal mit Anklage

DeAngelo hatte im Zuge einer Vereinbarung mit der Staatsanwaltschaft 13 Morde und rund 50 Vergewaltigungen zwischen Mitte der 1970er und Mitte der 1980er Jahre gestanden. Im Gegenzug für seine Geständnisse verzichtet die Anklage auf eine Forderung nach der Todesstrafe. Bei der mehrfach verhängten lebenslangen Haftstrafe ist eine vorzeitige Haftentlassung ausgeschlossen.

DNA-Spuren wurden DeAngelo zum Verhängnis

Die Verbrechensserie des „Golden State Killers“ hatte 1975 mit Taten in der Gegend von DeAngelos Wohnort Sacramento begonnen, später griff der Täter in ganz Kalifornien Frauen an. DeAngelo drang häufig nachts maskiert in die Häuser seiner Opfer ein und vergewaltigte sie. Die Taten endeten offenbar 1986 mit der Vergewaltigung und Ermordung einer 18-Jährigen.

Erst 2018 konnte DeAngelo gefasst werden. Die Ermittler waren ihm auf die Spur gekommen, indem sie eine an einem Tatort gefundene DNA-Spur mit Daten einer Internetseite für Ahnenforschung abglichen. Dabei stießen sie auf einen Verwandten DeAngelos und konnten den Kreis der Verdächtigen immer weiter eingrenzen.

Ein tragisches Ende gefunden hat ein Tauchgang gestern im Millstätter See in Kärnten. Ein Taucher verschwand vor den Augen seiner Kollegen und blieb trotz intensiver Suche verschwunden. Der 60-Jährige wurde später von der Wasserrettung tot aus zehn Meter Tiefe geborgen.

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Wirtschaft

Im Handelsstreit zwischen den USA und der EU gibt es ein Zeichen der Entspannung. Wie beide Seiten gestern Abend mitteilten, habe man sich auf mehrere Zollerleichterungen geeinigt.

Das Abkommen sehe unter anderem vor, dass US-Unternehmen rückwirkend vom 1. August an keine Zölle mehr auf lebenden und gefrorenen Hummer zahlen müssen. 2017 hatten US-Importe dieser Produkte in die EU demzufolge einen Wert von mehr als 111 Millionen US-Dollar (gut 94 Mio. Euro).

Trump drohte mit neuen Zöllen

Washington fordert schon lange, die Zölle auf Hummer aufzuheben. Noch Anfang Juni hatte US-Präsident Donald Trump sich über die Zölle beschwert. Im Gegenzug drohte er der EU mit neuen Strafzöllen auf Autoimporte. Nun sollen die Zölle zunächst für fünf Jahre, möglichst aber unbefristet wegfallen.

Für die EU fallen rückwirkend zum 1. August 50 Prozent der Zölle unter anderem auf Zigarettenanzünder, bestimmte Fertiggerichte und Treibladungspulver weg. Es handle sich um Produkte von einem jährlichen durchschnittlichen Handelsumfang in Höhe von 160 Millionen US-Dollar (rund 136 Mio Euro).

Weitere Erleichterungen geplant

EU-Handelskommissar Phil Hogan und der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer bezeichneten den Deal als Teil des sich bessernden Verhältnisses beider Seiten. Er solle nur der Anfang eines Prozesses sein, der zu weiteren Abkommen führe.

Science

Mit dem Ausbruch der Coronavirus-Pandemie hat sich der Fokus in der Wissenschaft mit einem Schlag verlagert. Die Konzentration auf SARS-CoV-2 sei zwar verständlich, könnte Fortschritte in der Forschung generell aber behindern, warnte die schwedische Wissenschaftsforscherin Merle Jacob.

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Kultur

Die Salzburger Festspiele begehen heute ihren 100. Geburtstag: Am 22. August 1920 schlug mit dem ersten „Jedermann“ vor dem Salzburger Dom die Geburtsstunde des Festivals, das sich seither zu einem der bedeutendsten weltweit entwickelt hat. Die Festspiele haben daher diesen Samstag zum „Jedermann-Tag“ erklärt, an dem es unter anderem Lesungen mehrerer Jedermann-Darsteller in der Stadt geben wird.

Darüber hinaus werden auf der Videowand auf dem Kapitelplatz mehrere „Jedermann“-Aufführungen vergangener Jahre gezeigt. Die Festvorstellung findet um 21.00 Uhr statt, diese werden auch Bundespräsident Alexander Van der Bellen und sein deutscher Amtskollege Frank-Walter Steinmeier besuchen.

Das Stück von Hugo von Hofmannsthal steht mit nur zweimaliger Unterbrechung in den Jahren 1922 bis 1925 und 1938 bis 1945 alljährlich auf dem Festivalprogramm.

Leute

Richard Lugner, der nach einem Sturz schwer verletzt in einem Krankenhaus liegt, geht es „eine Spur besser“, wie er gestern mitteilte. Aufgetretene Blutungen im Darmbereich hätten gestoppt werden können. „Eine Lungenentzündung hab ich noch. Die kommt vom Liegen“, erklärte der hörbar geschwächte 87-Jährige.

Lugner hatte sich bei einem Sturz im Badezimmer die Oberschenkelgelenkskapsel eingerissen. Im Spital kam es dann zu Komplikationen. Zumindest die Ursache für innere Blutungen, die dem Patienten seit Längerem zu schaffen gemacht hatten, dürften die Ärzte gefunden haben. „Am Donnerstag ist eine Koloskopie gemacht worden“, berichtete Lugner, der auf einen längeren Krankenhausaufenthalt eingestellt ist: „Mindestens drei Wochen muss ich noch drinbleiben.“