Inland

Der neue Außenminister Michael Linhart (ÖVP) hat sich in Interviews mit mehreren Tageszeitungen zu Kontinuität in der österreichischen Außenpolitik bekannt.

Die Außenpolitik werde sich unter seiner Leitung nicht vor der seines Vorgängers unterscheiden, so Linhart gegenüber „Standard“, „Presse“ und „Kurier“ (Montag-Ausgaben). In Bezug auf die Vorwürfe gegen Ex-Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) zeigte er sich überzeugt, dass dieser die Vorwürfe lückenlos aufklären werde.

Vollstes Vertrauen zu Kurz und Justiz

Er kenne Kurz als „jemanden, der sein Wort hält“, so Linhart. Daher habe er keinen Grund daran zu zweifeln, dass dieser wie angekündigt die Vorwürfe vollständig aufklären werde.

„Ich habe volles Vertrauen zu ihm – und zur Justiz“, so der neue Außenminister gegenüber der „Presse“ und fast gleichlautend zu „Standard“ und „Kurier“. Er gehe davon aus, dass er bis zum Ende der Legislaturperiode im Amt bleiben werde, sagte Linhart.

Rückendeckung für Polen und Ungarn

Als Schwerpunkte der Außenpolitik unter seiner Leitung nannte Linhart die traditionellen Themen Nachbarschaftspolitik, Westbalkan, EU und transatlantische Partnerschaft. „Gerade in der Außenpolitik steht Kontinuität im Vordergrund“, so Linhart.

Auch in Bezug auf die Migration will er die bisherige Linie fortsetzen. Im Streit um Rechtsstaatsprinzipien mit den EU-Mitgliedern Polen und Ungarn forderte der neue Außenminister einen weniger harten Kurs. Er sei dagegen, Europa „in gute und böse Mitglieder“ aufzuteilen. „Wir wollen diesen Ländern ganz klar europäische Werte vermitteln. Aber es ist wichtig, dass man sie anhört und mit ihnen zusammenarbeitet“, sagte er dem „Standard“. Es gehe darum, auf die beiden Länder zuzugehen und sie einzubinden, so Linhart im „Kurier“. Für Österreich sei es extrem wichtig, dass Ungarn und Polen nicht aus der EU ausscheiden.

Linhart verteidigt Hissen von Israel-Fahne

Auch die deutlich pro-israelische Politik seiner Vorgänger will Linhart fortsetzen. „Wir bringen klarer zum Ausdruck, dass Israels Existenzrecht für uns unabdingbar ist. Eine deutliche Sprache hilft der ganzen Region, auch den Palästinensern“. Das umstrittene Hissen der israelischen Fahne während der Eskalation im Nahost-Konflikt im vergangenen Mai an Bundeskanzleramt und Außenministerium in Wien verteidigte Linhart.

„Selbstverständlich würde ich die Flagge auch hissen. Wenn eine Terrororganisation wahllos tausende Raketen auf die Zivilbevölkerung abfeuert, kann man das nicht gutheißen. Dann muss man auch eine starke Sprache sprechen“, sagte er gegenüber dem "Standard.

FPÖ-Abgeordneter Christian Hafenecker rechnet auch beim neuen Untersuchungsausschuss mit Einsprüchen von ÖVP-Seite. Er glaube zwar nicht, dass sich die Grünen „wieder vor den Karren der ÖVP spannen lassen werden“ für eine Änderung des Untersuchungsgegenstandes, sagte er gestern in der ORF-Sendung „Hohes Haus“.

Aber er befürchte, dass die ÖVP über von ihr geführte Ministerien, die Akten liefern sollen, versuchen werde, den Gegenstand zu kippen. Damit würde der Start verzögert.

VfGH gab in „Ibiza“-U-Ausschuss SPÖ und NEOS recht

Beim „Ibiza“-U-Ausschuss hatten die Grünen gemeinsam mit der ÖVP – mit Mehrheit im Geschäftsordnungsausschuss – den Untersuchungsgegenstand zusammengestrichen. SPÖ und NEOS wandten sich damals an den Verfassungsgerichtshof (VfGH) und bekamen Recht.

Die Verfassungsrichter entschieden im März 2020, dass der von der Opposition in ihrem Minderheitsverlangen dargestellte Gegenstand nicht von der Mehrheit verändert werden darf. Der Geschäftsordnungsausschuss könne die gänzliche oder teilweise Unzulässigkeit des Gegenstands zwar feststellen, ihn aber dann ändern, wenn alle stimmberechtigten Abgeordneten zustimmen.

Hafenecker: Ohne Einsprüche Zeugenbefragung ab Jänner

Ohne Einsprüche könnte, so Hafenecker, der von SPÖ, FPÖ und NEOS auf Schiene gebrachte U-Ausschuss zur ÖVP-Inseratenaffäre im November-Plenum eingesetzt werden und im Jänner mit Zeugenbefragungen beginnen – andernfalls werde es wohl bis zum März dauern. Den Antrag für den neuen U-Ausschuss zur ÖVP-Inseratenaffäre haben SPÖ, FPÖ und NEOS vergangene Woche im Nationalrat eingebracht. Nun muss der Geschäftsordnungsausschuss binnen höchstens acht Wochen entscheiden.

Hafenecker will jedenfalls wieder Fraktionsführer werden. Parteichef Herbert Kickl habe ihn schon darum gebeten, jetzt müsse er noch vom Klub gewählt werden, berichtete er.

In der Nacht auf gestern ist es neuerlich zu einer nächtlichen Patrouille rechtsextremer Aktivisten an der Staatsgrenze im Burgenland gekommen. Diese Aktion sei „nicht tolerierbar“, so Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) gestern in einer Aussendung.

Der Verfassungsschutz beobachte diese Entwicklung „akribisch“ und setzte alle im Rahmen des Rechtsstaats zulässigen Maßnahmen. Der neuerliche „Spaziergang“ von rund 60 Aktivisten wurde von der Bundespolizei von 22.00 bis zum Ende um 2.00 Uhr überwacht und vom Verfassungsschutz beobachtet.

Im Vorfeld wurden laut der Aussendung Identitätsfeststellungen durchgeführt. Während der Aktion gab es keine Vorfälle. Die Bezirkshauptmannschaft Oberwart prüft, ob strafbares Verhalten nach dem Verwaltungsrecht, etwa Versammlungsrecht, vorliegt. Nehammer verwies darauf, dass seit der Novelle des Symbolegesetzes im Juli die Symbole der rechtsextremen Identitären verboten sind.

Die Rechtsextremen wollen ihrer Aussage nach illegale Grenzübertritte dokumentieren und Schlepper abschrecken. Gerade das Gegenteil wird laut Nehammer erreicht: „Das Verhalten dieser extremistischen Gruppe behindert die Arbeit der Polizei, insbesondere die Überwachung der Grenze im Rahmen der strukturellen Ermittlungen zur Bekämpfung der Schlepperei.“

Mehr dazu in burgenland.ORF.at

Ausland

Vertreter der syrischen Regierung und Opposition haben sich den Vereinten Nationen zufolge geeinigt, den Prozess zum Entwurf einer neuen Verfassung einzuleiten. Der UNO-Sondergesandte Geir Pedersen sagte gestern nach einem Treffen mit den beiden Vorsitzenden des Verfassungskomitees, es sollten zunächst „klare Prinzipien“ besprochen werden. Details nannte er nicht.

Das 45-köpfige Komitee soll nun die sechste Verhandlungsrunde in zwei Jahren abhalten. Aus westlichen Diplomatenkreisen verlaute, Russland habe die verbündete Regierung in Damaskus zuletzt gedrängt, mehr Flexibilität zu zeigen. Erklärtes langfristiges Ziel der Reform sind demokratische Wahlen unter der Aufsicht der UNO in dem Bürgerkriegsland.

Zahlreiche Demonstrierende sind in Warschau für einen würdigen Umgang mit Geflüchteten auf die Straße gegangen. Unter dem Motto „Stoppt die Folter an der Grenze“ zogen gestern Hunderte Menschen vor den Sejm, die erste Kammer des Parlaments.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer forderten ein Ende von Deportationen und lasteten den Behörden Pushbacks, also gewaltsame Zurückführungen, an der polnischen Ostgrenze zu Belarus an. Auch in Krakau (Krakow) gab es eine Kundgebung.

Ausnahmezustand an Grenze

Die nationalkonservative Regierung in Warschau hat an der Grenze zu Belarus den Ausnahmezustand verhängt und einen Stacheldrahtzaun errichtet, der zu einer dauerhaften Befestigung ausgebaut werden soll. Die Opposition spricht von Plänen für eine „Mauer“.

Das Parlament hatte zudem am Donnerstag eine Änderung des Ausländerrechts beschlossen, die es dem örtlichen Grenzschutzkommandanten ermöglicht, illegal eingereiste Menschen des Landes zu verweisen. Das UNO-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) zeigte sich zutiefst besorgt darüber, dass das Grundrecht auf Asyl untergraben werde. Die Novelle, die noch von Präsident Andrzej Duda unterzeichnet werden muss, widerspreche der UNO-Flüchtlingskonvention.

Die deutsche Hilfsorganisation Sea-Watch hat bei mehreren Einsätzen im Mittelmeer 120 Geflüchtete aus Seenot gerettet. Wie die Organisation gestern auf Twitter mitteilte, nahm ihr Rettungsschiff „Sea-Watch 3“ vor der libyschen Küste zunächst 66 Bootsflüchtlinge an Bord, darunter viele Kinder. Die Menschen würden an Bord medizinisch versorgt.

Drei Stunden später meldete Sea-Watch eine zweite Rettungsaktion, bei der 54 Menschen von einem Schlauchboot gerettet worden seien.

Seit Jahresbeginn sind nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) bereits etwa 1.400 Geflüchtete bei der gefährlichen Überfahrt über das Mittelmeer gestorben. Nach offiziellen Zahlen waren es im vergangenen Jahr mehr als 1.200 Todesopfer. Fachleite gehen jedoch von einer hohen Dunkelziffer aus.

In Haiti haben sich gestern Medienberichte über die Entführung von bis zu 17 US-Missionaren und deren Familienmitgliedern bestätigt. Die Gruppe sei in einem Vorort der Hauptstadt Port-au-Prince von einer bewaffneten Bande verschleppt worden, hieß es. Der Karibik-Staat Haiti versinkt seit Jahren in Chaos und Gewalt. Zuletzt hat sich die Lage noch einmal drastisch verschärft.

Lesen Sie mehr …

China hat eine militärische Hyperschallrakete getestet – nicht ganz erfolgreich, aber viel erfolgreicher, als es sich vor allem die USA gedacht hätten. Deren Geheimdienste hätte das Ergebnis des Tests völlig überrascht, hieß es am Wochenende in der „Financial Times“. Offenbar habe die Volksrepublik in der Militärtechnologie inzwischen viel größere Fortschritte gemacht, als man ihr zugetraut hatte.

Lesen Sie mehr …

COV Inland

Die Pandemie hat in den vergangenen eineinhalb Jahren Schulskikurse, Sprachreisen und Co. verhindert. Jetzt sind solche Schulveranstaltungen grundsätzlich wieder möglich, vor allem bei Auslandsreisen sind die Schulen aber noch zurückhaltend.

Mehr dazu in noe.ORF.at

Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den abgelaufenen sieben Tagen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, liegt laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bei 166,4 (Stand: gestern, 14.00 Uhr).

Am höchsten ist die Zahl in Oberösterreich (245,4) und Salzburg (226,9). Am niedrigsten ist der Wert in Vorarlberg (77,9) und dem Burgenland (89,2).

Das Berichtsschema der AGES zeigt die Zahlen vom Vortag – wie die Meldung der Ministerien. Wesentlicher Unterschied zu den Ministeriumsmeldungen: Laborbestätigte Fälle, Tote etc. werden nicht zum Meldezeitpunkt dargestellt, sondern zum Diagnose- bzw. Sterbedatum. In der Darstellung in ORF.at wird auch täglich transparent gemacht, welchen Tagen die neu gemeldeten Fälle zugeordnet werden.

Ministerien melden 2.103 Neuinfektionen

Das Gesundheits- und das Innenministerium meldeten 2.103 neu registrierte Coronavirus-Fälle innerhalb der letzten 24 Stunden (Stand: gestern, 9.30 Uhr). Diese Zahlen meldeten die Bundesländer an den nationalen Krisenstab.

11.167 Menschen verstarben bisher an den Folgen des Coronavirus. Derzeit befinden sich 854 Personen aufgrund des Coronavirus in Spitalsbehandlung, davon 217 auf Intensivstationen.

Daten des Krisenstabs in ORF.at/corona/daten

Erklärung zur Zählweise und weiteren Fragen in ORF.at/corona

Wirtschaft

Der Aufschwung der chinesischen Wirtschaft hat im dritten Quartal deutlich an Fahrt verloren. Wie das Pekinger Statistikamt mitteilte, wuchs die zweitgrößte Volkswirtschaft im dritten Quartal noch um 4,9 Prozent im Vorjahresvergleich. Nach einem Rekordzuwachs von 18,3 Prozent im ersten und 7,9 Prozent im zweiten Quartal ist es der bisher schwächste Wert in diesem Jahr. Im Zeitraum von Jänner bis September lag das Wachstum damit zusammengerechnet bei 9,8 Prozent.

Energieknappheit als Risiko

Chinas Wirtschaft hatte nach überwundener CoV-Pandemie zunächst eine kräftige Erholung hingelegt. Zuletzt warnten Ökonomen jedoch vor einer ganzen Reihe von Belastungsfaktoren, die sich negativ auf die chinesische Wirtschaft und damit auch auf die Geschäfte deutscher Unternehmen vor Ort auswirken könnten.

Als Risiko wurden so etwa die Energieknappheit im Land genannt, die Industriebetriebe in den vergangenen Wochen bereits dazu zwang, ihre Produktion zu drosseln.

Die Regierung in London setzt auf Atomkraft, um ihre Klimaziele zu erreichen. Noch vor den Wahlen im Jahr 2024 soll im Rahmen ihrer Klima-Strategie die Finanzierung eines neuen Kernkraftwerks erfolgen, berichtete „The Telegraph“. „Wir versuchen, in den nächsten Jahren mindestens ein weiteres großes Atomprojekt zu genehmigen, um die Energiesicherheit zu stärken und Tausende von Arbeitsplätzen zu schaffen“, erklärte ein Regierungssprecher der Nachrichtenagentur Reuters.

Als Standort für ein weiteres Atomkraftwerk werde der Standort Sizewell C in der südost­englischen Grafschaft Suffolk in Betracht gezogen, schreibt das Blatt unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Bis zum Jahr 2035 will Großbritannien die Kohlenstoffemissionen auf null drücken. Erst vor wenigen Tagen hatte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron einen Plan für Milliardeninvestititionen in den Neubau von AKWs präsentiert.

Immer mehr Steirerinnen und Steirer haben trotz Arbeit zu wenig Geld zum Leben. Die steirischen Vinzi-Märkte verzeichnen seit Ausbruch der CoV-Pandemie deutlich mehr Kunden in den Geschäften – mittlerweile ist es ein Plus von 30 Prozent. Die Einkommensgrenze wurde angehoben.

Mehr dazu in steiermark.ORF.at

Der Mangel an Lastwagenfahrerinnen und Lastwagenfahrern wird für Salzburger Betriebe zu einem deutlichen Problem. So bleibt etwa beim Müllentsorgungsunternehmen Rieger in Neumarkt am Wallersee (Flachgau) rund ein Zehntel des Fuhrparks stehen, weil Lenkerinnen und Lenker fehlen.

Mehr dazu in salzburg.ORF.at

Sport

Mensur Suljovic ist bei der Heim-EM Salzburg ausgeschieden. Der als Nummer zwei gesetzte Wiener musste sich gestern im Viertelfinale dem Engländer Joe Cullen mit 7:10 geschlagen geben. Den Europameistertitel sicherte sich dessen Landsmann Rob Cross.

Lesen Sie mehr …

Das 150. Duell zwischen Red Bull Salzburg und KAC ist an den regierenden Meister gegangen. Die Klagenfurter feierten gestern einen 3:2-Sieg nach Penaltyschießen, stellten im ewigen Head-to-Head auf 71:79 und zogen in der ICE-Hockey-League-Tabelle an Punkten (17) mit den viertplatzierten Salzburgern gleich. Bestes österreichisches Team ist weiter Dornbirn als Dritter, die Bulldogs unterlagen nach drei Siegen en suite ausgerechnet im Westderby Innsbruck mit 4:5 n.V.

Lesen Sie mehr …

Der neue Dritte der Admiral Bundesliga kommt aus Wolfsberg. Der RZ Pellets WAC schob sich gestern in der elften Runde mit einem 1:0-Sieg in Pasching beim LASK an Austria Klagenfurt vorbei und ist damit erster Verfolger des Spitzenduos Salzburg und Sturm. Tai Baribo sorgte nach der Pause mit dem einzigen Treffer der Partie auch dafür, dass der LASK weiter im unteren Tabellenviertel dahingrundelt.

Lesen Sie mehr …

Die WSG Tirol steckt weiter im Tabellenkeller der Admiral Bundesliga fest. Nach Gegentoren zu Beginn jeder Hälfte kam die Mannschaft von Trainer Thomas Silberberger im Heimspiel gegen den TSV Prolactal Hartberg gestern nicht über ein 2:2 hinaus. Immerhin stimmte bei den Tirolern die Moral: Im spannenden Finish wurde in Unterzahl der neunte Punkt der Saison erkämpft.

Lesen Sie mehr …

Gestern ist zum Abschluss der siebenten Runde der Planet Pure Frauen Bundesliga eine stolze Serie zu Ende gegangen. Die Fußballerinnen des SKN St. Pölten gingen erstmals seit über zwei Jahren nicht als Siegerinnen vom Platz. Im Schlager gegen Sturm Graz mussten sich die Titelverteidigerinnen mit einem 1:1 (1:1) begnügen. Auch das Gegentor war eine Premiere für die St. Pöltnerinnen.

Lesen Sie mehr …

Chronik

Ein zweiter Lavastrom könnte auf der kanarischen Vulkaninsel La Palma heute das Meer erreichen und dort eine neue Landzunge bilden. Die 1.270 Grad heiße Masse sei rund 200 Meter vom Meer entfernt, teilte das Vulkanologische Institut der spanischen Region (Involcan) gestern mit.

Satellitenbild zeigt Vulkanausbruch auf La Palma
Reuters/Maxar

Der Lavastrom bewege sich Richtung Meeresklippen mit einer Geschwindigkeit von 15 Metern pro Stunde vorwärts. Der Hauptstrom ergießt sich schon seit rund zwei Wochen in den Atlantik und lässt dort eine neue Landzunge entstehen, die gestern etwa 36 Hektar groß war. Darauf passen rund 50 Fußballfelder. Die Landkarte La Palmas wird neu gezeichnet werden müssen.

„Ende steht wohl noch nicht unmittelbar bevor“

Die betroffene Region am Gebirgszug Cumbre Vieja im Süden La Palmas wurde unterdessen erneut von Dutzenden Erdbeben erschüttert. Da die Erdstöße mit Stärken von bis zu 4,6 nach Angaben der Behörden aber weiterhin in Tiefen von mehr 30 Kilometern stattfinden, stellen sie keine bedeutende Gefahr dar.

Nach Ansicht von Experten und Expertinnen deuten sie allerdings darauf hin, dass der Vulkan noch einige Zeit aktiv bleiben wird. „Das Ende steht wohl noch nicht unmittelbar bevor“, sagte heute auch der Regionalpräsident der Kanarischen Inseln, Angel Víctor Torres.

7.000 Menschen in Sicherheit gebracht

Der Flughafen der Insel war nach Angaben des Betreibers Aena heute zwar weiter betriebsbereit, doch wegen der für Flugzeuge gefährlichen Vulkanasche wurde La Palma von Airlines wie Binter den zweiten Tag in Folge nicht angeflogen.

Seit der Vulkan am 19. September erstmals nach 50 Jahren wieder aktiv wurde, hat die Lava nach jüngsten amtlichen Angaben bereits mehr als 1.800 Gebäude völlig zerstört. 754 Hektar waren von einer meterdicken Lavaschicht bedeckt. Diese Fläche entspricht mehr als tausend Fußballfeldern. Rund 7.000 Bewohnerinnen und Bewohner mussten seit Ausbruch des Vulkans in Sicherheit gebracht werden.

Nachdem ihr Mann in Bayern im Stau zum Rauchen aus dem Auto ausgestiegen war, ist seine Frau ohne ihn weitergefahren. Die Polizei wurde über einen Fußgänger in einem Tunnel informiert, wie sie gestern mitteilte.

Wie sich herausstellte, war es der vergessene Mann, der seine Frau suchte. Eine Streife griff ihn gestern auf und konnte die Frau schließlich telefonisch erreichen. Sie holte ihn ab, und die beiden setzten gemeinsam ihre Fahrt fort.

Ein alkoholisierter Oststeirer hat in der Nacht auf Samstag im Bezirk Hartberg-Fürstenfeld (Steiermark) mit seinem Pkw einen Sachschadenunfall verursacht, Polizisten bedroht und attackiert und zu flüchten versucht. Der 42-Jährige, der keinen Führerschein besitzt, wurde festgenommen.

Mehr dazu in steiermark.ORF.at

Stark alkoholisiert war auch in Oberösterreich ein 41-jähriger Welser gestern in der Messestadt mit dem Auto unterwegs. Bei einer Polizeikontrolle gab der Mann freimütig zu, eine Flasche Gin getrunken zu haben.

Mehr dazu in ooe.ORF.at

Bei der gestrigen Ziehung von Lotto „6 aus 45“ hat es drei Sechser zu je 1.900.397,30 Euro gegeben. Die Gewinnzahlen lauten:

5 8 10 20 24 28 / Zusatzzahl 40

Die richtigen LottoPlus-Zahlen:

1 6 19 38 40 42

Die richtige Joker-Zahl:

2 2 2 1 8 1

Alle Angaben ohne Gewähr

IT

In einer gemeinsamen Untersuchung, die am Freitag veröffentlicht wurde, hat etwa ein Dutzend akademischer Kryptographen die Überwachungsvorhaben von EU-Kommission und Ministerrat regelrecht auseinandergenommen. Das Vorhaben, Verbrechen im Netz durch automatische Scans aller Inhalte und den Einsatz „Künstlicher Intelligenz“ zu bekämpfen, sei „illusorisch“, so die Schlussfolgerung.

Sicher sei nur, dass die geplanten Maßnahmen einen Gutteil der bestehenden Sicherheitsmaßnahmen aushebeln würden. Damit würden nicht nur Einfallstore für Kriminelle und Geheimdienste geschaffen, sondern ein regelrechtes Polizeistaatsregime, so die Experten. Eine diesbezügliche EU-Verordnung wurde von Kommissarin Ylva Johansson für Anfang Dezember angekündigt.

Mehr dazu in fm4.ORF.at

Kultur

Kinogänger und Serienfans können aufatmen: Ein Streik der Beschäftigten in Hollywood ist im letzten Moment abgewendet worden. Die International Alliance of Theatrical Stage Employees (IATSE), eine zentrale Gewerkschaft der Filmcrew-Mitarbeiter, die zehntausende Filmschaffende vertritt, verkündete am Samstag auf ihrer Webseite eine Einigung mit den Produktionsfirmen.

IATSE-Präsident Matthew Loeb nannte die auf drei Jahre angelegte Einigung in einer Erklärung ein „Hollywood-Ende“. Die Vereinbarung muss noch von den Gewerkschaftsmitgliedern bestätigt werden.

Streik in letzter Minute abgewendet

Der Verband der Produktionsunternehmen, die Alliance of Motion Picture and Television Producers, bestätigte die Einigung gegenüber CNN, ohne Einzelheiten zu nennen. Zuvor hatte die Gewerkschaft, die unter anderem Kameraleute sowie Kostüm-, Masken- und Bühnenbildnerinnen und -bildner vertritt, angekündigt, gestern um Mitternacht die Arbeit einzustellen.

Zahlreiche Filmstars wie Samuel L. Jackson und Politiker wie die Senatoren Bernie Sanders und Elizabeth Warren hatten den Streikaufruf öffentlich unterstützt. Es wäre die erste landesweite Arbeitsniederlegung der Gewerkschaft seit 1945 gewesen. Bei den Gesprächen in letzter Minute ging es unter anderem um die nach Ansicht der Gewerkschaft übermäßig langen und praktisch nicht geregelten Arbeitszeiten.

Ungewöhnliche Arbeitszeiten

Die Einigung sieht laut IATSE „signifikante Erhöhungen der Vergütungen“ vor und einen „existenzsichernden Lohn für diejenigen, die am unteren Ende der Gehaltsskala stehen“. Auch tägliche Ruhezeiten seien vereinbart worden.

Hollywood ist dafür berüchtigt, dass sich die ungewöhnlichen Arbeitszeiten für viele Beschäftigte oft kaum mit dem Privatleben vereinbaren lassen. In letzter Zeit aber hatten in den Online-Netzwerken vermehrt Beschäftigte schockierende Geschichten geteilt. Der Kameramann Scott Siracusano warf den Produktionsfirmen vor, Filmcrews als „entbehrliches Kapital“ zu betrachten.

Seit nunmehr 15 Jahren ist das Theater an der Wien, ein Unternehmen der Wien Holding, das Opernhaus der Stadt Wien. Gefeiert wird mit einem Glanzstück der Ära Roland Geyer, Benjamin Brittens erster großer Oper „Peter Grimes“.

Mehr dazu in wien.ORF.at

Religion

Mit einer „Sendungsfeier“ im Jakobsdom sind gestern über dreißig Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Diözese Innsbruck in das kirchliche Berufsleben gestartet.

Bischof Hermann Glettler nahm in diesem Rahmen nicht nur ihre Entsendung für den Dienst in der Kirche und in der Welt vor. Der Gottesdienst stand darüber hinaus auch im Zeichen des Synodalen Prozesses, der an diesem Tag in den Diözesen weltweit startet.

Mehr dazu in religion.ORF.at

Science

Kinderbetreuung, Pflege von Angehörigen oder eine Auszeit im Süden machen sich nicht besonders gut im Lebenslauf. Käthe Wenzel arbeitet an einer Übersetzungsmaschine, die solche „Leerläufe“ als produktive Lebensphasen tarnt. Das Projekt verweist auf die Widersprüche zwischen neoliberalen Markanforderungen und realem Lebenschaos, wie die Künstlerin in einem ORF.at-Gastbeitrag ausführt.

Mehr dazu in science.ORF.at