Ausland

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat mit der angedrohten Ausweisung von zehn Botschaftern die Beziehungen des Westens zur Türkei vor eine neue Belastungsprobe gestellt.

Die betroffenen Staaten, darunter die USA, Frankreich und Deutschland, berieten heute über eine angemessene Reaktion auf Erdogans Ankündigung, ihre Botschafter zu unerwünschten Personen zu erklären.

„Persona non grata“

Erdogan hatte zuvor im westtürkischen Eskisehir gesagt, er habe das Außenministerium angewiesen, die zehn Botschafter zur „Persona non grata“ zu erklären. Ein solcher Schritt bedeutet in der Regel die Ausweisung der Diplomaten.

Hinter der diplomatischen Auseinandersetzung steht der Fall des seit mehreren Jahren mit kurzen Unterbrechungen inhaftierten türkischen Menschenrechtsaktivisten Osman Kavala. In einer gemeinsamen Erklärung hatten die Botschafter Anfang der Woche seine Freilassung gefordert.

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Die israelische Regierung hat den Bau von mehr als 1.300 neuen Siedler-Wohnungen im Westjordanland angekündigt. Es seien „Ausschreibungen für 1.355 Wohneinheiten“ veröffentlicht worden, teilte das Wohnungsbauministerium heute mit. Die israelischen Siedlungen im besetzten Westjordanland sind völkerrechtlich illegal, oft kommt es zu Konflikten zwischen Siedlern und palästinensischen Einwohnern.

Im Westjordanland leben etwa 2,8 Millionen Palästinenser und Palästinenserinnen sowie 475.000 israelische Siedlerinnen und Siedler. Bereits im August hatten die Behörden 2.000 Wohneinheiten in Siedlungen im Westjordanland genehmigt. Es wurde erwartet, dass das israelische Verteidigungsministerium in dieser Woche seine endgültige Zustimmung dafür erteilt.

Erste derartige Entscheidung der neuen Regierung

Es handelte sich um die erste derartige Entscheidung der neuen israelischen Regierung unter Ministerpräsident Naftali Bennett. Bennett ist seit Juni israelischer Regierungschef und führt ein breites Koalitionsbündnis an, dem sowohl weit links als auch weit rechts stehende Parteien angehören. Der 49-jährige Ministerpräsident gilt als scharfer Gegner einer Zweistaatenlösung im Nahost-Konflikt. Seine Jamina-Partei hat viele Anhängerinnen und Anhänger bei israelischen Siedlern im Westjordanland.

Trotz Bennetts persönlicher Positionen bemüht sich seine Regierung anders als sein Vorgänger Benjamin Netanjahu in dem Konflikt aber um eine Wiederannäherung an die Palästinenserführung. Erst kürzlich hatten die israelischen Behörden erstmals seit 2009 wieder Anmeldegenehmigungen für Palästinenser ohne Dokumente im Westjordanland erteilt.

Die deutsche Polizei hat an der deutsch-polnischen Grenze mehr als 50 zum Teil bewaffnete Personen aufgegriffen, die Menschen an der Einreise nach Deutschland hindern wollten. Bei Personenkontrollen bei Guben seien Pfeffersprays, ein Bajonett, eine Machete und Schlagstöcke sichergestellt worden, teilte die Polizei heute mit.

Die Aufgegriffenen stammten teils aus dem Bundesland Brandenburg, seien aber auch aus Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und Bayern angereist. Sie hätten Platzverweise bekommen und die Region um Guben daraufhin verlassen, hieß es.

Die Personen seien dem Aufruf der rechtsextremen Splitterpartei „Der Dritte Weg“ zu einem „Grenzgang“ gefolgt, hieß es. Eine als Gegenversammlung angemeldete 24-stündige Mahnwache in der Gubener Innenstadt sei störungsfrei verlaufen, teilte die Polizei weiter mit.

Seehofer kündigt verstärkte Kontrollen an Grenze an

Der deutsche Innenminister Horst Seehofer sagte der Zeitung „Bild am Sonntag“, wegen der irregulären Zuwanderung nach Deutschland werde er die Kontrollen an der grünen Grenze zu Polen verstärken. Acht Hundertschaften der Polizei habe er bereits zur Unterstützung der Bundespolizei dorthin entsendet.

Auch eine reguläre Grenzkontrolle wie an der deutsch-österreichischen Grenze zieht Seehofer in Betracht. „Sollte sich die Situation an der deutsch-polnischen Grenze nicht entspannen, muss auch hier überlegt werden, ob man diesen Schritt in Abstimmung mit Polen und dem Land Brandenburg gehen muss.“

Ausnahmezustand an polnisch-belarussischer Grenze

Seit August haben Tausende Menschen, mehrheitlich aus dem Nahen Osten und Afrika, versucht, von Belarus aus in die EU zu gelangen. Die EU geht von einer Vergeltungsaktion des belarussischen Machthabers Alexander Lukaschenko für Brüsseler Sanktionsbeschlüsse aus. Es wird vermutet, dass die belarussischen Behörden die Menschen gezielt ins Land holen und an die Grenzen zu den östlichen EU-Staaten schleusen.

Polen hat inzwischen 6.000 Soldaten an der Grenze zu Belarus stationiert und einen Ausnahmezustand verhängt, der Journalistinnen und Journalisten wie auch Hilfsorganisationen den Zugang zur Grenze verbietet. Asylsuchende und Migranten sitzen laut dem Flüchtlingshilfswerk UNHCR seit Wochen „unter immer schlimmeren Bedingungen“ an der Grenze fest. Mit dem nahenden Winter wird eine weitere Verschlechterung der Situation befürchtet.

Die militant-islamistischen Taliban in Afghanistan haben ein Beschäftigungsprogramm zur Reduzierung von Arbeitslosigkeit und Hunger angekündigt. Wie Taliban-Sprecher Sabihullah Mudschahid heute bei einer Pressekonferenz sagte, sollen Tausende Arbeitslose an Beschäftigungsmaßnahmen teilnehmen und im Gegenzug Weizen bekommen.

„Das ist ein wichtiger Schritt bei der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit“, sagte der Sprecher. Die Teilnehmer müssten jedoch „hart arbeiten“. Geld sollen sie nicht bekommen.

Zehntausende sollen teilnehmen

Allein in der Hauptstadt Kabul sollen 40.000 Männer an dem auf zwei Monate angelegten Programm teilnehmen. Dafür seien insgesamt 11.600 Tonnen Weizen vorgesehen. Im Rest des Landes sollen 55.000 Tonnen Weizen verteilt werden.

Das neue Programm zielt auf Arbeitslose ab, die im Winter besonders von Hunger bedroht sind. Sie sollen etwa Wasserkanäle und Auffangbecken graben, um künftige Dürren abzumildern.

Afghanistan ist in hohem Maße auf ausländische Hilfen angewiesen, die seit der Machtübernahme der radikalislamischen Miliz im August zunächst stark zurückgefahren wurden. Die UNO warnt vor einer drohenden Hungersnot für einen Großteil der Bevölkerung, darunter Millionen Kinder, im Winter. Das Land kämpft mit einer Dürre, einer Wirtschaftskrise sowie Stromausfällen.

Whistleblower gelten gemeinhin als Einzelgänger oder Einzelgängerinnen, die bereit sind, ein hohes Risiko einzugehen, um – tatsächliche oder vermutete – Missstände, Fehlverhalten oder Illegalität aufzudecken. Inzwischen aber gibt es mehrere Organisationen, die ihnen dabei helfen, Gefahren zu umschiffen und eine breite Öffentlichkeit zu erreichen.

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Inland

Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) ist mit Ex-Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) zum bereits länger angekündigten persönlichen Gespräch zusammengetroffen. Die Unterredung fand bereits Freitagnachmittag statt und soll konstruktiv gewesen sein. Wie es aus dem Büro Koglers hieß, gehörten zu den inhaltlichen Schwerpunkten Coronavirus, Steuerreform und Wirtschaftsaufschwung.

Der Grünen-Bundessprecher und der ÖVP-Obmann begegneten einander damit erstmals in neuer Konstellation. Denn nach dem vom kleinen Koalitionspartner indirekt erzwungenen Abgang von Kurz als Kanzler ist dieser nun als Klubchef und Obmann des größeren Koalitionspartners aktiv. Die parlamentarische Alltagsarbeit wird allerdings weiter vom nunmehrigen ÖVP-Fraktionsvize August Wöginger und der Grünen Klubobfrau Sigrid Maurer erledigt.

Die Grünen fordern angesichts des morgigen Equal Pay Days mehr Lohntransparenz. Die derzeitigen Regeln bezeichnet Frauensprecherin Meri Disoski in einer Aussendung als „völlig unzureichend“.

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die ungleiche Bezahlung vermuten, müssten selbst aktiv werden und Lohntransparenz individuell erkämpfen. Das müsse umgedreht werden. Zentral sei dabei, dass die Maßnahmen auch auf kleinere und mittlere Betriebe ausgedehnt werden.

Verpflichtende einsehbare Einkommensberichte

Disoskis konkreter Vorschlag sieht verpflichtende Einkommensberichte für Unternehmen ab 35 Mitarbeitenden vor, in denen auch die einzelnen Gehaltsbestandteile angeführt werden. Diese Berichte sollen über Betriebsräte für alle im Unternehmen zugänglich sein.

Dort, wo ungleiche Bezahlung nachgewiesen wird, sollen künftig die Arbeitgeber in der Pflicht sein, konkrete Maßnahmen zu setzen, um geschlechtsbedingte Lohndiskriminierung in ihrem Betrieb zu beenden.

Wenn man den Bruttostundenlohn als Vergleichsrahmen heranziehe, verdienten Frauen in Österreich durchschnittlich um 20 Prozent weniger als Männer. Dieser Lohnunterschied sei nichts anderes als eine krasse geschlechtsbedingte Diskriminierung, so Disoski.

Die Zweite Nationalratspräsidentin Doris Bures (SPÖ) will Präsident Wolfgang Sobotka (ÖVP) nicht dreinreden, ob er den Vorsitz im kommenden U-Ausschuss zu den diversen Affären im Nahbereich der ÖVP übernehmen soll: „Er entscheidet, ob er meint, den Ausschuss führen zu können“, meinte sie heute in der ORF-Sendung „Hohes Haus“.

Bures selbst wäre bereit, im Fall eines Verzichts den Ausschuss zu führen. Sie habe schließlich schon über 100 U-Ausschuss-Sitzungen geleitet.

Die Opposition hatte sich zuletzt skeptisch gezeigt, ob Sobotka als ÖVP-Politiker den Vorsitz übernehmen soll. Auch der Koalitionspartner Grüne empfahl mehr oder weniger direkt einen Verzicht. Sobotka selbst hat sich noch nicht festgelegt. An sich fällt ihm von der Verfahrensordnung her der Vorsitz zu. Verzichtet er, kommt automatisch die Zweite Präsidentin, also Bures, zum Zug.

Nach der Häufung von Frauenmorden in Österreich war von der Regierung ein Gewaltschutzmaßnahmenpaket beschlossen worden. Unter anderem wurde ab 1. September für alle, gegen die ein Betretungs- und Annäherungsverbot ausgesprochen wird, eine Gewaltpräventionsberatung obligatorisch. Seither wurden mehr als 1.700 Gefährder dazu verpflichtet, hieß es heute in einer Bilanz des Innenministeriums.

Durch die Novelle des Sicherheitspolizeigesetzes wurde die sechsstündige Beratung vorgeschrieben, woran sich 80 Prozent der 1.700 Betroffenen hielten. Dieser Anteil der Gefährder kommt seiner Verpflichtung sofort nach.

Nur wenige kamen Pflicht bisher nicht nach

Laut Andreas Zembaty, Sprecher des Vereins Neustart, wird beim Rest die Exekutive nochmals tätig, woraufhin bis auf etwa zwei, drei Prozent auch die restlichen zum Präventionsprogramm erscheinen. So seine Beobachtung in fünf Bundesländern, in denen 70 Prozent der Betroffenen leben.

Jenen, die die sechsstündige Unterweisung verweigern, droht eine Verwaltungsstrafe. Diese beträgt beim ersten Mal 2.000 und im Wiederholungsfall 5.000 Euro. Laut Zembaty sind zehn Prozent der Weggewiesenen Frauen. Und es seien auch Minderjährige dabei, etwa weil diese gegen Eltern oder Großeltern gewalttätig wurden.

Bereits mehr Annäherungsverbote als im gesamten Vorjahr

Seit Jahresbeginn sind bereits 10.900 Annäherungs- bzw. Betretungsverbote ausgesprochen worden, während es im Vorjahr insgesamt 11.652 waren. Das Innenministerium sieht darin allerdings keine Zunahme von Gewalt, sondern ein Zeichen, dass Gewalttaten – auch wenn sie im privaten Zusammenleben passieren – vermehrt der Polizei gemeldet werden. Die Dunkelziffer werde dadurch verringert.

Doch die Polizei könne nur tätig werden, wenn sie von Gewalt im Privatbereich erfährt. Bei allen bisherigen Tötungsdelikten an Frauen in diesem Jahr habe nur in einem Fall ein Betretungsverbot bzw. Annäherungsverbot im Vorfeld bestanden.

In allen übrigen Fällen habe die Polizei im Vorfeld keine Kenntnis von Gewalthandlungen gehabt. Wichtig sei daher, auch die Zivilcourage von Nachbarn, Verwandten usw. zu stärken, worum man sich durch entsprechende Informationskampagnen bemühe, so Innenminister Karl Nehammer (ÖVP).

Nach dem Anschlag vom 2. November 2020 in der Wiener Innenstadt sind einige Neuerungen bei der Polizei schneller implementiert worden. Dabei geht es etwa um die Installierung der Schnellen Reaktionskräfte in allen Bundesländern und die technische Aufrüstung und verbesserte Ausrüstung.

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Die Namensmauern-Gedenkstätte im Wiener Ostarrichi-Park, die an die über 64.000 in der NS-Zeit ermordeten Jüdinnen und Juden aus Österreich erinnert, ist fertiggestellt. Sie soll Anfang November feierlich eröffnet werden.

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COV Inland

Der Wiener Silvesterpfad findet auch 2021 nicht statt, nachdem er schon im Vorjahr pandemiebedingt abgesagt worden war. Das hat der Veranstalter heute bekanntgegeben. Der Christkindlmarkt vor dem Rathaus wird hingegen stattfinden.

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Das Dashboard zur CoV-Schutzimpfung Info.gesundheitsministerium.gv.at ist überarbeitet worden: Neben dem Impffortschritt inklusive der Daten zur dritten Dosis bietet es umfassende Informationen und Grafiken auf Basis von Daten und Analysen der AGES, teilte das Gesundheitsministerium heute mit.

Das Risiko von Ungeschützten, schwer zu erkranken, wird datenbasiert dem der Geimpften gegenübergestellt. Mit einem Zertifikatsrechner kann die Gültigkeit des eigenen Impfzertifikats berechnet werden. „Wer sich umfassend über alle Details der Impfung informieren will, ist auf dem Dashboard des Gesundheitsministeriums an der richtigen Adresse“, sagte Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne).

Mit einem Klick auf die interaktive Österreich-Karte können für jedes Bundesland regionale Informationen zu Impfmöglichkeiten beziehungsweise zur Anmeldung abgerufen werden. Fall- und Testzahlen sind ebenfalls integriert, um für einen schnellen Überblick über die aktuelle Lage zu sorgen.

Auf dem Dashboard wird nun die Anzahl der gültigen Impfzertifikate angegeben. Bei der Berechnung der Durchimpfungsrate werden ab sofort auch genesene Personen mit einer Impfung berücksichtigt sowie ablaufender Impfschutz. „Holen Sie sich Ihre Impfung! Der Impfstoff ist sicher, schützt Sie vor schweren Erkrankungen und verhindert Langzeitfolgen“, so der Appell des Gesundheitsministers.

Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den abgelaufenen sieben Tagen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, liegt laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bei 260,3 (Stand: heute, 14.00 Uhr).

Am höchsten ist die Zahl in Salzburg (391,1), gefolgt von Oberösterreich (374). Am niedrigsten ist der Wert im Burgenland (161,8) und in Vorarlberg (175,1).

Das Berichtsschema der AGES zeigt die Zahlen vom Vortag – wie die Meldung der Ministerien. Wesentlicher Unterschied zu den Ministeriumsmeldungen: Laborbestätigte Fälle, Tote etc. werden nicht zum Meldezeitpunkt dargestellt, sondern zum Diagnose- bzw. Sterbedatum. In der Darstellung in ORF.at wird auch täglich transparent gemacht, welchen Tagen die neu gemeldeten Fälle zugeordnet werden.

Ministerien melden 3.624 Neuinfektionen

Das Gesundheits- und das Innenministerium meldeten 3.624 neu registrierte Coronavirus-Fälle innerhalb der letzten 24 Stunden (Stand: heute, 9.30 Uhr). Diese Zahlen meldeten die Bundesländer an den nationalen Krisenstab.

11.251 Menschen verstarben bisher an den Folgen des Coronavirus. Derzeit befinden sich 1.035 Personen aufgrund des Coronavirus in Spitalsbehandlung, davon 219 auf Intensivstationen.

Daten des Krisenstabs in ORF.at/corona/daten

Erklärung zur Zählweise und weiteren Fragen in ORF.at/corona

COV Ausland

Eine Festnahme und 83 Anzeigen ist die Bilanz einer Demonstration gegen die „3-G“-Pflicht, an der sich gestern Nachmittag in Mailand Tausende Menschen beteiligt haben. Die Menschen wurden angezeigt, weil sie sich an einer nicht erlaubten Demonstration beteiligten. Einigen wurde Gewalt vorgeworfen. Zu den Angezeigten zählten auch neun Rechtsextremisten, denen Verherrlichung des Faschismus zur Last gelegt wird.

Dutzende von Demonstrationen mit Tausenden von Menschen fanden in mehreren italienischen Städten statt, darunter Turin, Bologna, Rom und Neapel. Sie forderten die sofortige Abschaffung der seit dem 15. Oktober geltenden „3-G“-Pflicht für alle Arbeitnehmer sowie der Impfpflicht für das Gesundheitspersonal.

Hohe Impfquote als Ziel

Die Regierung von Premier Mario Draghi bleibt allerdings bisher hart. Nur wenn 90 Prozent der Bevölkerung im Alter von über zwölf Jahren geimpft wären, käme die Abschaffung der „3-G“-Pflicht infrage, hieß es. In Italien sind laut Regierungsangaben 86 Prozent der impfbaren Bevölkerung durchgeimpft. Die Regierung hat bereits mit der Verabreichung der dritten Impfdosis an gebrechliche Menschen begonnen.

Eine Delegation von Demonstranten in Triest, die seit über einer Woche gegen die „3-G“-Pflicht für alle Arbeitnehmer in Italien protestieren, traf Landwirtschaftsminister Stefano Patuanelli. Sie forderten von dem aus Triest stammenden Minister die sofortige Abschaffung der „3-G“-Pflicht. Patuanelli versprach, er werde der Regierung über das Anliegen berichten.

Umwelt & Klima

Viele Konsumentinnen und Konsumenten beschleicht beim Thema Pestizide ein mulmiges Gefühl. Ob und welche Pflanzenschutzmittel bei Lebensmitteln zum Einsatz kommen, ist meist undurchsichtig. Fachleute meinen allerdings auch, dass die Debatte verzerrt geführt wird. Auch der Verzicht auf Pflanzenschutzmittel berge Risiken.

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IT

Die Vorstellung der jüngsten Quartalszahlen von Facebook könnte morgen spannender ausfallen als üblich. Denn laut jüngsten Medienberichten will Gründer und Chef Mark Zuckerberg dem Konzern einen neuen Namen geben – und die Zahlenvorlage wird als guter Anlass dafür gehandelt. Eine weitere Gelegenheit gäbe es aber auch am Donnerstag bei der hauseigenen Entwicklerkonferenz Connect.

Mit einem neuen Namen will Zuckerberg den Berichten zufolge den Konzern stärker aus dem Schatten seiner ursprünglichen und bisher wichtigsten Plattform Facebook führen. Zur Firmengruppe gehören unter anderem auch der Fotodienst Instagram sowie die Chat-Apps WhatsApp und Messenger.

Stichwort „Metaverse“

Die Zukunft sieht der 37-jährige Facebook-Gründer im „Metaverse“, einer virtuellen Umgebung, in der physische und digitale Welten zusammenkommen sollen. Es gibt Spekulationen, dass der neue Konzernname auch in diese Richtung gehen könnte. Allerdings berichtete der gut vernetzte Tech-Journalist Casey Newton vor einigen Tagen in seinem Blog Platformer auch, Zuckerberg habe noch keine endgültige Entscheidung über den neuen Namen getroffen.

Die Quartalszahlen könnten unterdessen weniger glanzvoll ausfallen, als man es von Facebook gewohnt ist. Der Grund sind Apples neue Regeln für mehr Privatsphäre auf dem iPhone. Alle App-Entwickler müssen seit Sommer die Nutzer ausdrücklich um Erlaubnis fragen, wenn sie ihre Aktivitäten quer über verschiedene Anwendungen und Dienste hinweg zu Werbezwecken verfolgen wollen. Laut Umfragen lehnen die meisten Nutzer das ab.

Wirtschaft

Die Gespräche über einen Verkauf der verstaatlichten italienischen Krisenbank Monte dei Paschi di Siena (MPS) an den Konkurrenten UniCredit sind gescheitert. Das teilten UniCredit und das italienische Ministerium für Wirtschaft und Finanzen heute mit. Die Verhandlungen beider Seiten über einen möglichen Verkauf gewisser Teile von MPS würden nicht fortgesetzt.

Die Nachrichtenagentur Reuters hatte zuvor berichtet, dass die Gespräche über die angestrebte Transaktion nach monatelangen zähen Verhandlungen vor dem Scheitern standen. Grund seien Meinungsverschiedenheiten zwischen Regierung und UniCredit über eine kostenträchtige Rekapitalisierung von MPS, hatten Insider gesagt.

Italien hatte das Geldhaus, das als älteste Bank der Welt gilt, 2017 mit 5,4 Milliarden Euro vor dem Kollaps gerettet.

Während sich die Wirtschaft nach und nach von der Pandemie erholt, bleibt die Lage für viele von Armut betroffene oder gefährdete Menschen angespannt. Das macht sich etwa in Niederösterreich auch in den Sozialmärkten bemerkbar, die deutlich mehr Kundinnen und Kunden als vor der Krise haben.

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Wer zurzeit Einladungen oder Flyer drucken lassen will, braucht Geduld und muss mehr Geld in die Hand nehmen: Die hohe Nachfrage in Kombination mit Produktionsausfällen in der Lockdown-Zeit führt zu Papiermangel, der die Druckereien belastet.

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Der hoch verschuldete chinesische Immobilienkonzern Evergrande hat nach eigenen Angaben die Arbeit an mehr als zehn Bauprojekten wieder aufgenommen. Alle Projekte in Shenzhen, Dongguan und anderen Städten würden nach Plan ausgeführt, erklärte Evergrande im sozialen Netzwerk Wechat.

Mit den Bemühungen, die Bauvorhaben zu garantieren, wolle man das Marktvertrauen stärken. Der Konzern wendete einen drohenden Zahlungsausfall vorerst ab.

Der Konzern hatte vergangene Woche einem Insider zufolge Millionen an Geldern überwiesen, um einen drohenden Zahlungsausfall zu verhindern. Wie die mit der Angelegenheit vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag sagte, soll das Unternehmen 83,5 Mio. Dollar an Kuponzahlungen auf ein Treuhandkonto bei der Citibank überwiesen haben. So könne Evergrande anstehende Zahlungen für eine Dollar-Anleihe begleichen.

Gesundheit

Kognitive Langzeitfolgen nach einer Covid-19-Erkrankung scheinen einer neuen Studie zufolge vermehrt nach schwereren Verläufen der Krankheit aufzutreten. Eine im Fachblatt „Jama“ veröffentlichte Untersuchung in den USA zeigt, dass ehemalige CoV-Patientinnen und -Patienten mit einem Klinikaufenthalt in einigen Bereichen um ein Vielfaches häufiger betroffen waren als Menschen, die ambulant behandelt wurden.

Besonders starke Unterschiede gab es bei Wortfindungsstörungen: Diese traten bei 13 Prozent der ambulanten Patienten, aber bei 35 Prozent der im Krankenhaus Behandelten auf. Bei Aufmerksamkeitsproblemen waren es fünf und 15 Prozent. Das Erinnerungsvermögen war bei zwölf Prozent der ambulanten und 39 Prozent der Patienten mit Klinikaufenthalt beeinträchtigt.

Die Studie wurde mit Daten von 740 Covid-19-Patienten erstellt, die bei der US-Krankenhausgruppe Mount Sinai registriert waren. 63 Prozent der Teilnehmer waren Frauen.

Erinnerungsvermögen eingeschränkt

Insgesamt litten die Patientinnen und Patienten am häufigsten unter Problemen damit, sich etwas zu merken oder sich an etwas zu erinnern – das betraf jeweils fast jeden vierten Menschen der Studie. Danach folgten etwa Wortfindungsstörungen oder eine generell langsamere Geschwindigkeit bei der Verarbeitung von Informationen. Die Studie erfasste keine Erkrankten ohne Kontakt zu medizinischem Personal.

Die kognitiven Langzeitfolgen von Covid-19 sind Teil einer ganzen Reihe von gesundheitlichen Beschwerden, mit denen ehemalige Patienten zu kämpfen haben. Über 200 Symptome sind damit assoziiert. Es gibt viele Überschneidungen zu Erkrankungen, die schlecht fassbar sind – beispielsweise zu Depressionen und psychosomatischen Krankheitsbildern. Die Übergänge sind fließend.

Sport

In der Admiral Bundesliga stehen zum Abschluss der zwölften Runde derzeit Spitzenreiter Red Bull Salzburg und der erste Verfolger SK Puntigamer Sturm Graz einander im direkten Duell gegenüber. „Es wartet der nächste Kracher auf uns“, meinte Salzburgs Erfolgscoach Matthias Jaissle.

Spielstand in sport.ORF.at/fussball

Cashpoint SCR Altach hat sich heute in der zwölften Runde der Admiral Bundesliga im Kellerduell gegen den LASK durchgesetzt. Die Vorarlberger gewannen auswärts mit 1:0 (0:0) und kletterten auf Platz acht. Den Siegestreffer für Altach schoss „Joker“ Noah Bischof in der 83. Minute. Für die Linzer, die als Tabellenletzte weit hinter den eigenen Erwartungen zurückliegen, war es die dritte Liganiederlage in Folge.

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Max Verstappen hat sich die Poleposition für den Grand Prix der USA gesichert. Der WM-Leader im Red Bull setzte sich gestern in Austin im Qualifying vor dem britischen Mercedes-Star Lewis Hamilton durch. Vom dritten Startplatz nimmt der Mexikaner Sergio Perez im zweiten Red Bull den Grand Prix am Sonntag (21.00 Uhr, live in ORF1) in Angriff. Verstappen führt die WM-Wertung nach 16 von 22 Rennen sechs Punkte vor Weltmeister Hamilton an.

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Chronik

Ein 58-jähriger Mann ist gestern bei Waldarbeiten in St. Georgen im Attergau (Oberösterreich) getötet worden. Er dürfte von einem umfallenden Baum am Kopf getroffen worden sein.

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Ende des vergangenen Jahres gab es Strafen, weil CoV-positiv getestete Personen mit ihren Angehörigen zusammengelebt haben. Jetzt gibt es im Kärntner Bezirk Hermagor erneut Aufregung. Positiv getestete Personen sollen 150 Euro Strafe zahlen, weil sie ihr Handy nicht abgehoben haben.

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Jahrelang haben kolumbianische und internationale Behörden Dairo Antonio Usuga alias „Otoniel“ gejagt. Gestern wurde der oberste Chef des kolumbianischen Drogenkartells „Clan del Golfo“ („Golf-Clan“) und einer der mächtigsten Drogenhändler des südamerikanischen Landes schließlich gefasst.

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Zwei Kinder sind gestern (Ortszeit) bei einem Autorennen im US-Bundesstaat Texas gestorben, als ein Fahrzeug von der Strecke abkam und in geparkte Autos und Zuschauer fuhr. Ein sechs Jahre alter Bub sei bei dem Unfall in der Kleinstadt Kerrville nahe San Antonio sofort gestorben, ein Achtjähriger später im Krankenhaus, teilte die Polizei mit. Acht weitere Menschen seien verletzt worden.

Der 34-jährige Fahrer hatte den Polizeiangaben zufolge bei dem Beschleunigungsrennen die Kontrolle über den Wagen verloren und war von der Fahrbahn abgekommen. Das Dragster-Rennen wurde zum zweiten Mal ausgerichtet und fand auf der Landebahn eines Flugplatzes statt.

Ein 14-jähriges Mädchen ist tot in München aufgefunden worden. Das Mädchen habe Gewalteinwirkungen aufgewiesen, man gehe von einem Tötungsdelikt aus, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag. Tatverdächtig sei ein 17-jähriger Münchner. Nach ihm werde gefahndet.

„Wir gehen davon aus, dass sie sich vorher kannten“, sagte der Polizeisprecher heute Mittag. Zunächst hatte ein Polizeisprecher den 17-Jährigen als Ex-Freund des Mädchens bezeichnet, auch war von Stichverletzungen die Rede gewesen.

Viele Unklarheiten

Die Polizei machte bisher keine Angaben dazu, warum der 17-Jährige als tatverdächtig gilt. Die Ermittlungen hätten ergeben, dass man von ihm ausgehe, sagte ein Sprecher. Auch ein mögliches Motiv ist unklar.

Die Polizei war heute Früh zu dem Haus im Münchner Stadtbezirk Bogenhausen gerufen worden. Die Tat sei wohl im Laufe der Nacht passiert, sagte der Sprecher. Rettungskräfte hätten noch vergeblich versucht, das Mädchen zu reanimieren. Zu Mittag lief im Münchner Osten ein größerer Polizeieinsatz. Eine Hundertschaft suchte die Umgebung ab, laut Polizei sei das bei einem Tötungsdelikt Routine.

Die Leiche des Mädchens soll – wie in solchen Fällen üblich – obduziert werden. Wann die Obduktion stattfindet, steht laut Polizei noch nicht fest.

Der Vulkanausbruch auf der Kanareninsel La Palma ist auch heute mit unverminderter Heftigkeit weitergegangen. Seit dem 19. September spuckt der bisher namenlose Feuerberg in der Cumbre Vieja im Süden der Insel große Mengen Lava, Rauch und Asche aus. In den fünf Wochen seither hat die Lava ein Gebäude nach dem anderen langsam aber unaufhaltsam unter sich begraben – heute waren es schon 2.270, wie der öffentlich-rechtliche TV-Sender RTVE berichtete.

Bereits fünf Wochen Vulkanausbruch auf La Palma

Seit dem 19. September spuckt der bisher namenlose Feuerberg in der Cumbre Vieja im Süden der Insel große Mengen Lava, Rauch und Asche aus. In den fünf Wochen seither hat die Lava ein Gebäude nach dem anderen langsam, aber unaufhaltsam unter sich begraben. Rund 900 Hektar, was mehr als 1.200 Fußballfeldern entspricht, sind mit einer mehrere Meter dicken schwarzen Lavakruste bedeckt. Für die Betroffenen, von denen etwa 7.000 ihre Häuser verlassen mussten, ist es eine Katastrophe in Zeitlupe. Die aktuelle Schadenshöhe ist nicht beziffert. Vor Wochen sprach die Inselregierung schon von 400 Millionen Euro. Wie lange der Ausbruch noch dauert, können Vulkanologen nicht sagen.

Rund 900 Hektar, was mehr als 1.200 Fußballfeldern entspricht, sind mit einer mehrere Meter dicken schwarzen Lavakruste bedeckt: Wohngebiete, Bananenplantagen, Straßen, Bewässerungsbecken, Gewächshäuser, Gärten sowie Wald- und Buschland.

Vulkan Cumbre Vieja auf La Palma
Reuters/Susana Vera

Für die Betroffenen, von denen etwa 7.000 ihre Häuser verlassen mussten, ist es eine Katastrophe in Zeitlupe. Die aktuelle Schadenshöhe ist nicht beziffert. Vor Wochen sprach die Inselregierung schon von 400 Millionen Euro.

Auch viele leichte bis mittlere Erdbeben zehrten an den Nerven der Menschen. Allein heute bebte die Erde fast 80-mal. Wie lange der Ausbruch noch dauert, können Vulkanologen nicht sagen. Es könne noch Wochen oder auch Monate dauern. Der letzte Ausbruch 1971 war nach 24 Tagen beendet, der davor 1949 nach 42 Tagen.

Kultur

Zum heutigen Abschluss der Frankfurter Buchmesse wurde der simbabwischen Autorin Tsitsi Dangarembga der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels verliehen. Dangarembga war im deutschsprachigen Raum bis dato eher unbekannt, was sich mit der mit 20.000 Euro dotierten Auszeichnung ändern dürfte.

Dangarembga, 1959 im damaligen Rhodesien geboren, ist die bekannteste Autorin ihres Landes und zugleich als Filmemacherin und Frauenrechtlerin engagiert. Die weibliche Selbstbestimmung in einem zunächst vom Kolonialismus bestimmten, später von Krieg und Korruption zersetzten Land ist auch Thema von Dangarembgas Literatur.

Friedenspreis für Tsitsi Dangarembga

Die simbawische Autorin Tsitsi Dangarembga ist mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet worden. Ein kräftiges Signal für Afrika, ist es doch die international meistbeachtete literarische Auszeichnung Deutschlands.

Auf Englisch veröffentlichte die Autorin ab 1988 eine autobiografisch geprägte Trilogie: Auf den ersten Band „Nervous Conditions“ folgten 2006 „The Book of Not“ und 2018 „This Mournable Body“. Der Debütroman wurde von der BBC in die Liste der „100 wichtigsten Bücher, die die Welt geprägt haben“, aufgenommen, Nobelpreisträgerin Doris Lessing urteilte: „Das ist der Roman, auf den wir gewartet haben.“

„Überleben“ kürzlich auf Deutsch erschienen

Am deutschen Markt ging ihr Erfolg zunächst vorbei. Zwar wurde das Buch 1991 unter dem Titel „Der Preis der Freiheit“, übersetzt von Autor Ilija Trojanow, bei Rowohlt veröffentlicht, verschwand aber schnell aus dem öffentlichen Bewusstsein. Die Wiederentdeckung ist dem Berliner Orlanda Verlag zu verdanken. Schon vor Bekanntgabe des Friedenspreises hatte der kleine Verlag, der sich besonders um Frauen und Weltkultur bemüht, Dangarembgas Debüt unter dem Titel „Aufbrechen“ neu herausgebracht.

Rechtzeitig vor der Buchmesse 2021 erschien nun „Überleben“, der dritte Band ihrer Triologie, auf Deutsch. Der mittlere Band werde im Herbst 2022 erscheinen, sagte Orlanda-Verlegerin Annette Michael der dpa. Dass die ursprüngliche Reihenfolge – die ja auch der Entwicklung der Hauptfigur entsprechen – nicht eingehalten wurde, sei, so Michael, einer unklaren Rechtelage geschuldet. „Überleben“ handelt von dem schwierigen Leben einer Frau, die sich in Simbabwes Hauptstadt Harare der Gegenwart durchschlägt.

Für gleiche Rechte in einer globalisierten Welt

Bei einer Präsentation auf der Frankfurter Buchmesse am Freitag sprach sich Dangarembga einmal mehr für gleiche Rechte für alle in einer globalisierten Welt aus. Die Strukturen des Rassismus müssten überwunden werden, sagte die Autorin: „Wenn wir eine globalisierte Gesellschaft haben, dann haben wir wirklich eine globalisierte Gesellschaft“, so Dangarembga, die in Harare lebt, in Berlin studiert hat und mit einem Deutschen verheiratet ist.

Wenn Menschen aus Afrika nach Deutschland kämen, würden sie als Migranten betrachtet – wenn Deutsche sich entschieden, in Afrika zu leben, sehe man sie als Auswanderer. Die Vorstellung, dass Afrikaner begeistert ihre Heimat verließen, um anderswo mit Fremden zu leben, sei „total unlogisch: Niemand will das.“ Ihnen zu unterstellen, sie hätten dafür keine guten Gründe, sei eine Art von Rassismus.

Elf Gemälde sowie weitere kleinere Werke von Pablo Picasso haben gestern in Las Vegas bei einer Auktion über 100 Mio. US-Dollar (rund 85 Mio. Euro) erzielt.

Gemälde und Arbeiten von Pablo Picasso.
Reuters/Bridget Bennett

Bei der Versteigerung durch Sotheby’s im Bellagio Hotel kam das 1938 entstandene Gemälde „Femme au beret rouge-orange“, das Picassos Geliebte Marie-Therese Walter zeigt, auf einen Preis von 40 Mio. Dollar (Schätzpreis: 30 Mio. Dollar).

Die Werke „Homme et Enfant“ und „Buste d’homme“ gingen für 24,4 Mio. respektive 9,5 Mio. Dollar an ihre neuen Besitzer. Auch kleinere Werke wie Keramiken erzielten Millionenpreise.

Leos Carax, hochgeschätzt und gleichzeitig Enfant terrible der französischen Filmlandschaft, hat sich an ein Musical gewagt. „Annette“ eröffnete die heurigen Filmfestspiele in Cannes, brachte Carax den Regiepreis und ist nun bei der Viennale zu sehen. Die Ausgangsbasis ist in vielerlei Hinsicht bemerkenswert: Idee und auch das Drehbuch (gemeinsam mit Carax) stammen vom Pop/Rock-Duo Sparks, die starke Besetzung mit Marion Cotillard und Adam Driver wird durch Simon Helberg ergänzt, den Sitcom-Star aus „The Big Bang Theory“. Es geht um Liebe. Und damit um Verhängnis.

Mehr dazu in orf.at/viennale21