EU

Die Klage Österreichs gegen die Einstufung von Atomenergie und Gas als nachhaltig ist vor dem EU-Gericht in Luxemburg gescheitert. Die EU-Kommission sei zutreffend davon ausgegangen, dass einige wirtschaftliche Aktivitäten in dem Bereich zum Klimaschutz beitragen könnten, entschied das Gericht heute.

Die EU-Taxonomieverordnung war 2022 erweitert worden; sie soll wirtschaftliche Aktivitäten nach ökologischen Standards klassifizieren.

Ukraine-Krieg

Russland hat laut ukrainischen Angaben in der Nacht auf heute mehr als 400 Drohnen und Raketen auf die Ukraine abgefeuert und dabei mindestens einen Menschen getötet.

Feuerwehr löscht einen Gebäudebrand nach einem Drohnenangriff in Lutsk
Reuters/State Emergency Service Of Ukraine

Wie die ukrainischen Luftstreitkräfte in der Früh mitteilten, griffen die russischen Streitkräfte die Ukraine mit 415 Drohnen und 43 Raketen an. Davon seien 386 Drohnen und 27 Raketen von den ukrainischen Streitkräften abgefangen worden.

Mindestens acht russische Drohnen hätten während der Angriffe die ukrainische Grenze überquert und seien in das Nachbarland Polen eingedrungen, fügte die ukrainische Armee hinzu.

Ausland

Im Streit über die Entlassung einer Vorständin der US-Notenbank Fed durch US-Präsident Donald Trump hat der Republikaner vor Gericht einen Rückschlag erlitten.

Fed-Gouverneurin Lisa Cook
APA/AFP/Saul Loeb

Eine US-Bundesrichterin schob der von Trump angestrebten Entlassung von Lisa Cook wegen angeblichen Hypothekenbetrugs vorübergehend einen Riegel vor. Sie gab damit einer einstweiligen Verfügung statt, auf die Cook vor dem Bundesbezirksgericht des US-Bundesstaates Columbia geklagt hatte.

Trump hatte im August mitgeteilt, Cook mit sofortiger Wirkung aus ihrem Amt zu entlassen. In einem Brief an die Ökonomin begründete er den Schritt damit, dass es hinreichende Gründe für die Annahme gebe, dass sie in einem oder mehreren Hypothekenverträgen falsche Angaben gemacht habe. Cook bestreitet das.

Machtkampf zwischen Trump und Fed

In der Begründung von Richterin Jia Cobb heißt es unter anderem, der Präsident dürfe ein Mitglied des Fed-Gouverneursrats nur „aus triftigen Gründen“ entlassen. So könne jemand nicht allein aufgrund von Verhaltensweisen, die vor dem Amtsantritt stattfanden, entlassen werden. Sie schrieb zudem, das öffentliche Interesse an der Unabhängigkeit der Fed spreche für Cooks Wiedereinsetzung.

Seit Monaten pocht Trump auf Zinssenkungen, bekommt sie von der Notenbank aber nicht. Daher hat er mehrfach den Rücktritt des derzeitigen Fed-Chefs Jerome Powell gefordert und dann auch Cook ins Visier genommen. Es wird erwartet, dass der Fall vor dem Supreme Court landet. Cook war 2023 vom damaligen US-Präsidenten Joe Biden für den Posten nominiert und vom Senat bestätigt worden.

Das US-Höchstgericht hat gestern zugestimmt, über die Rechtmäßigkeit der weitreichenden globalen Zölle von Präsident Donald Trump zu verhandeln. Eine untere Instanz hatte geurteilt, dass Trump seine Befugnisse überschritten habe, als er die meisten seiner Zölle auf der Grundlage eines für Notfälle vorgesehenen Bundesgesetzes verhängte.

Das oberste US-Gericht hat äußerst schnell gehandelt, denn die Regierung hatte es erst letzte Woche um die Prüfung des Falls gebeten. Dabei geht es um Zölle, die sich im nächsten Jahrzehnt auf Billionen von Dollar summieren können. Das Gericht hat mündliche Verhandlungen dazu für die erste November-Woche angesetzt.

Zölle bleiben während der Prüfung in Kraft

Die Zölle bleiben während des Verfahrens in Kraft. Sie sind Teil eines Handelskrieges, den Trump seit seiner Rückkehr ins Präsidentenamt im Jänner angezettelt hat und der Handelspartner verprellt, die Volatilität auf den Finanzmärkten erhöht und die weltweite wirtschaftliche Unsicherheit verstärkt hat.

Trump hat die Zölle zu einem wichtigen außenpolitischen Instrument gemacht, das er einsetzt, um Handelsabkommen neu zu verhandeln, Zugeständnisse zu erzwingen und politischen Druck auf andere Länder auszuüben.

Trump beruft sich dabei auf ein Gesetz aus dem Jahr 1977, das ihm die Befugnis gibt, sich mit einer ungewöhnlichen und außergewöhnlichen Bedrohung im Rahmen eines nationalen Notstands zu befassen. In der Vergangenheit wurde es etwa für die Verhängung von Sanktionen gegen Feinde verwendet.

Ein weiteres Boot einer Gaza-Hilfsflotte ist nach Angaben der Organisatoren mutmaßlich von einer Drohne getroffen worden. „Zweite Nacht, zweiter Drohnenangriff“, sagte eine der Koordinatorinnen, Melanie Schweizer, gestern der Nachrichtenagentur AFP.

Brennendes Boot mit Hilfsgütern in tunesischen Gewässern
Reuters/Global Sumud Flotilla

Zuvor hatten die Organisatoren von einem erneuten mutmaßlichen Drohnenangriff gesprochen; die tunesischen Behörden hatten diese Darstellung der Aktivisten zurückgewiesen und brennende Rettungswesten für den Zwischenfall verantwortlich gemacht.

Das unter britischer Flagge fahrende Boot lag in tunesischen Gewässern vor Anker, als es „angegriffen“ worden sei, erklärte die Organisation Global Sumud Flotilla. Verletzt worden sei niemand. AFP-Journalisten sahen ein Boot in der Ferne, das von tunesischen Polizeibooten umzingelt war.

Die Organisatoren der Gaza-Hilfsflotte wollen Mitte September den Gazastreifen erreichen, um dort humanitäre Hilfsgüter abzuladen. Zu den prominentesten Mitgliedern der Flotte zählt die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg.

Bei Protestaktionen sind im Raum Paris heute Früh 75 Menschen festgenommen worden. Details nannte die Pariser Polizei zunächst nicht. Medien berichteten unter anderem vom Versuch, ein Busdepot zu blockieren, und von Blockadeaktionen an Schulen.

Polizisten zerren Demonstranten von der Straße
IMAGO/MAXPPP/Marquet Frédéric

Die Zeitung „Parisien“ schrieb unter Verweis auf Polizeikreise, dass in den Morgenstunden etwa 1.000 Demonstrierende in Frankreich gezählt worden seien. Auch von zehn Straßenblockaden berichtete sie. Medien meldeten zudem Protestaktionen in zahlreichen Städten, darunter Bordeaux, Lyon und Marseille.

Kritik an Sparplänen

Die Proteste unter dem Motto „Lasst uns alles blockieren“ („Bloquons tout“) richten sich vor allem gegen die seit Längerem angekündigten Sparpläne. Die Behörden sind in Alarmbereitschaft, rund 80.000 Sicherheitskräfte sind mobilisiert. Welches Ausmaß die Proteste annehmen werden, ist ungewiss.

Unklar ist auch, wer genau ursprünglich hinter dem Aufruf steckt. Die Protestaufforderungen erfolgen dezentral, viele verschiedene Seiten wollen ihrem Ärger Luft machen. Unter anderem Linke, Gelbwesten-Gruppierungen und Gewerkschaften wie die der Eisenbahner riefen zum Protest auf.

Die Protestblockaden erfolgen zwei Tage nach dem Fall der bisherigen Mitte-rechts-Regierung bei einer Vertrauensfrage und kurz nach der Ernennung des bisherigen Verteidigungsministers Sebastien Lecornu zum neuen Premier.

Inland

Zu der von der Bundesregierung geplanten Reform der Sozialhilfe gibt es aktuell noch keinen konkreten Entwurf.

Fix ist allerdings laut Sozialministerium, dass die vorgesehene „Integrationsphase“ nicht nur für Zuwanderer und Zuwanderinnen, sondern für alle gelten soll, auch für österreichische Staatsbürgerinnen und Staatsbürger. Das sei schon aus Gründen der Gleichbehandlung nötig, hieß es aus dem Sozialministerium zur APA.

Die Pläne der Regierung für die „Sozialhilfe neu“ wurden bereits im Regierungsprogramm grob skizziert. Die dort festgehaltene Einführung einer „Integrationsphase“ zielt dennoch vorwiegend auf Asylberechtigte und subsidiär Schutzberechtigte ab.

„Integrationsbeihilfe“ statt Sozialhilfe

Laut den im Regierungsprogramm festgehaltenen Vorhaben soll es am Beginn keine Sozialhilfe geben, sondern lediglich eine „Integrationsbeihilfe“. Diese bis zu drei Jahre gehende Phase soll ein Programm für Arbeit und Deutscherwerb beinhalten.

Bisher war stets die Rede davon, dass das dreijährige verpflichtende Integrationsprogramm mit der für Herbst angekündigten Reform der Sozialhilfe verschränkt werden soll. Betroffen sein sollten Asyl- und subsidiär Schutzberechtigte, Vertriebene sowie Asylwerbende mit hoher Bleibewahrscheinlichkeit, hatte es geheißen.

Wirtschaft

Der dänische Pharmakonzern Novo Nordisk, Hersteller der Diabets-Medikamente und „Abnehmspritzen“ Ozempic und Wegovy, hat die Streichung von 9.000 Stellen weltweit angekündigt, das sind elf Prozent der Beschäftigten. Mehr als die Hälfte der Jobs sollen in Dänemark wegfallen, teilte das Unternehmen heute mit.

Bürogebäude des dänischen Pharmakonzerns Novo Nordisk bei Kopenhagen
Reuters/Tom Little

So sollen bis Ende 2026 jährlich rund acht Milliarden Kronen (rund 1,1 Mrd. Euro) eingespart werden. Zum dritten Mal in diesem Jahr senkte Novo Nordisk zudem seine Prognose für das laufende Jahr.

Novo Nordisk war mit den Medikamenten zeitweise zum wertvollsten Unternehmen Europas aufgestiegen. Seit 2020 hatte Novo Nordisk laufend neue Leute eingestellt, die Zahl der Beschäftigten wuchs von 43.700 auf 78.400.

Seit Mitte 2024 ist der Aktienkurs allerdings um mehr als die Hälfte eingebrochen. US-Wettbewerber Eli Lilly steht vor dem Marktstart einer Abnehmpille, die günstiger sein soll und deutlich einfacher anzuwenden als Spritzen; in den USA verkaufen Apotheken zudem günstigere Nachahmerprodukte.

Das WIFO hat heute eine nüchterne Bilanz der vergangenen Monate gezogen. Zwar sei eine Stimmungsaufhellung zu bemerken, aber keine spürbare Konjunkturbelebung.

Die Inflationsrate war im ersten Halbjahr im Durchschnitt um rund einen Prozentpunkt höher als im Euro-Raum. Im Juli und August vergrößerte sich der Abstand weiter.

Österreich habe nach wie vor Mühe, die längste Rezession der Nachkriegszeit hinter sich zu lassen, so das WIFO.

Beschäftigung stagniert, Arbeitslosigkeit steigt

„Laut dem WIFO-Konjunkturtest hellten sich die Lagebeurteilungen der österreichischen Sachgütererzeuger seit dem letzten Tief zum Jahresende 2024 tendenziell auf, so auch im August 2025. Allerdings ist der Anstieg relativ verhalten und bislang zu schwach, um auf einen Aufschwung hinzudeuten“, sagte WIFO-Experte Marcus Scheiblecker. Die Lage in der Bauwirtschaft bleibe schwierig.

Das hinterlässt Spuren auf dem Arbeitsmarkt. Die Zahl der Beschäftigten stagniert, während die Arbeitslosigkeit steigt. „Im Juli und August scheint sich der Anstieg jedoch etwas abgeschwächt zu haben, was möglicherweise der Stabilisierung der Konjunktur zuzuschreiben ist“, so Scheiblecker.

Der Masseverwalter der insolventen Signa Holding, Christof Stapf, hat dem Verkauf der mittelbaren Beteiligung an der „Kronen Zeitung“ zugestimmt. Das teilte Stapf gestern Abend nach einer Sitzung des Gläubigerausschusses mit.

Über den Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht. Signa-Grüner Rene Benko hatte die Anteile an der „Krone“ im Jahr 2018 über die deutsche Funke Mediengruppe erworben. Diese Anteile gehen nun wie berichtet an die Familie Dichand.

Die Signa Holding war bisher mittelbar über die WAZ Ausland Holding GmbH, die zu 50,5 Prozent der Funke-Gruppe gehört, an der „Krone“ beteiligt. Für den im Juni bekanntgegebenen Verkauf an die Dichands, der nach wie vor unter dem Vorbehalt wettbewerbsrechtlicher Genehmigungen steht, gibt es nun grünes Licht aus den Signa-Insolvenzgremien.

Die Funke Mediengruppe ist abseits der „Krone“ auch am „Kurier“ mit fast 50 Prozent der Anteile beteiligt. Auch hier hatte sich Benkos Signa Holding eingebracht und in etwa ein Viertel der „Kurier“-Anteile gehalten. Eine Entscheidung über den Verkauf dieser Anteile ist noch offen, geht aus der Aussendung des Insolvenzverwalters hervor. In der Vergangenheit hatte Raiffeisen Interesse bekundet. Raiffeisen besitzt bereits mehr als die Hälfte der Anteile am „Kurier“.

IT

Beim alljährlichen Apple Event hat der US-Konzern gestern eine besonders dünne Version seines Smartphones vorgestellt. Das iPhone 17 Air sei mit einer besonders leistungsfähigen Batterie und hochmodernen, für KI optimierten Chips ausgerüstet, teilte der Elektronikhersteller mit.

Iphone 17
AP/Godofredo A. Vásquez

Daneben präsentierte er überarbeitete Modelle der bereits bekannten Varianten wie iPhone Pro und iPhone Pro Max. Auch diese kämen in den Genuss schnellerer Prozessoren und verbesserter Kameras.

Dünnes iPhone soll Weg Richtung Falthandy bereiten

Das Hauptaugenmerk galt jedoch dem iPhone Air, von dem sich Experten einen Absatzschub erhoffen. Einige Branchenkenner sehen das Modell als Schritt in Richtung eines Falthandys. Die Rivalen Samsung, Huawei und Google haben solche Geräte seit Längerem im Angebot. Für das wichtige und hart umkämpfte China-Geschäft gilt ein Falt-iPhone jedoch als essenziell. Die Modelle der Konkurrenz sind bei den dortigen technikaffinen Verbrauchern beliebt.

Apple stellte außerdem die neuen Generationen seiner Smartwatches und Kopfhörer vor. Letztere bieten unter anderem die Möglichkeit der Übersetzung von Gesprächen in Echtzeit mit Hilfe künstlicher Intelligenz (KI). Die für das vergangene Frühjahr angekündigten Verbesserungen für die digitale Assistentin Siri hat Apple wegen technischer Probleme auf das kommende Jahr verschoben.

Medien

Der ORF plant für 2026 ein umfangreiches Angebot. ORF-Generaldirektor Roland Weißmann sprach gestern von „so viel tollem Programm wie schon lange nicht mehr“, ORF-Programmdirektorin Stefanie Groiss-Horowitz von einem „Jahr der Megaevents“, nicht zuletzt durch die Ausrichtung des 70. Eurovision Song Contest.

Um Österreichs Starter für den Song Contest zu finden, setzt der ORF mit der Hauptabendshow „Vienna Calling – Wer singt für Österreich?“ (20. Februar) erstmals seit 2016 wieder auf einen nationalen Vorentscheid. Abseits davon nehmen sportliche Großevents wie die Olympischen Winterspiele und die Fußball-WM der Männer Sendeplatz ein.

Revival für „Kommissar Rex“ und „Aktenzeichen XY“

Im Fiction-Bereich legt der ORF weiter einen Schwerpunkt auf österreichische Produktionen und Kultklassiker. „Kommissar Rex“ ermittelt in sechs Folgen rund um Ostern in Wien, Robert Palfrader und Nicholas Ofczarek sind wieder in der fiktiven Gemeinde „Braunschlag“ zu sehen, und die „MA2412“-Helden „Weber & Breitfuß“ bekommen weitere Folgen.

Weitere Staffeln gibt es für die „Biester“, „School of Champions“, „Alles finster“, „Tage, die es nicht gab“ und „Die Fälle der Gerti B.“ Die Serie „Pflegeleicht“ dreht sich um jüngere Pfleger und Pflegerinnen. Abschied nehmen heißt es dagegen vom Austro-„Tatort“-Ermittlerduo Bibi und Moritz, gespielt von Adele Neuhauser und Harald Krassnitzer.

Ein weiterer Fokus liegt auf Heimatfilmen, die verjüngt werden sollen, „Liebesg’schichten und Heiratssachen“ feiert dafür 2026 sein 30-Jahre-Jubiläum. Barbara Karlich kehrt mit „Barbara Karlich unterwegs“ zurück, auch „Aktenzeichen XY… ungelöst“ erfährt ein Revival. „Universum“ wird unterdessen zur Hauptabendsendung.

Chronik

Auf dem Gelände des Frankfurter Flughafens ist eine Weltkriegsbombe erfolgreich entschärft worden. Alle Maßnahmen wurden in der Nacht auf heute abgeschlossen, wie die Polizei mitteilte.

Polizeifahrzeuge neben einem Bagger auf dem Areal des Flughafens Frankfurt
picturedesk.com/dpa/Lando Hass

Der Flugbetrieb war aufgrund des Nachtflugverbotes in Frankfurt ohnehin nicht betroffen, wie der Betreiber mitteilte. Für Fluggäste hatten sich die Einschränkungen somit in Grenzen gehalten. Auch die zuvor zwischen dem Frankfurter Kreuz und Langen gesperrte A5 wurde wieder freigegeben.

Nach Auskunft der Polizei handelte es sich um einen Blindgänger von 75 bis 100 Kilogramm. Im Einsatz waren laut Betreiber Fraport die Berufsfeuerwehr Frankfurt sowie der Kampfmittelräumdienst.

Aus Sicherheitsgründen war ein Sperrradius von 500 Metern um den Fundort im Süden in der Nähe des Terminals 3 und der Autobahnanschlussstelle Zeppelinheim eingerichtet worden. Unter anderem wurde das Intercity Hotel evakuiert.

Umwelt & Klima

Hybridautos stoßen nach einer Untersuchung der Nichtregierungsorganisation Transport & Environment (T&E) fast so viel CO2 aus wie herkömmliche Verbrenner. Im Schnitt liege der CO2-Ausstoß je Kilometer bei den Plug-in-Hybriden bei mehr als 130 Gramm, teilte die NGO heute auf Basis von Daten der Europäischen Umweltagentur mit.

Das entspreche dem CO2-Ausstoß eines Mittelklasse-Verbrenners. Bei der Berechnung der Flottenwerte werde dagegen ein CO2-Ausstoß von lediglich 30 Gramm je Kilometer zugrunde gelegt. „Plug-in-Hybride werden als Niedrig-Emissionsfahrzeuge verkauft, aber wenn man sie im Realbetrieb mit Verbrennern vergleicht, sind sie sehr, sehr ähnlich“, so T&E-Direktor William Todts.

Bei der Berechnung der Anrechnungswerte werde von einem höheren Anteil rein elektrischen Fahrbetriebs ausgegangen als es in der Realität dann der Fall sei, erklärte T&E. Dieser „Utility Factor“ soll von der EU-Kommission 2025/26 und 2027/28 überprüft werden und stärker an den realen Fahrbetrieb angeglichen werden.

Lobbyverbände wollen laxere CO2-Vorgaben

Nach Einschätzung von T&E dürfte sich die Diskrepanz zwischen den offiziellen CO2-Werten und den realen CO2-Werten verringern, jedoch nicht ganz verschwinden.

Vor zwei Wochen hatten sich die Vorsitzenden der beiden wichtigsten Auto-Lobbyverbände in der EU in einem Brief für eine Aufweichung der CO2-Vorgaben stark gemacht und insbesondere eine stärkere Rolle für Plug-In-Hybride gefordert. Das Thema dürfte eine wichtige Rolle beim dritten Strategiedialog der EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen mit der Autoindustrie in Brüssel spielen.

Gesundheit

Starkes Übergewicht löst nach UNICEF-Angaben erstmals Untergewicht als die häufigste Form der Fehlernährung bei Kindern und Jugendlichen weltweit ab. Dem UNICEF-Ernährungsbericht zufolge ging Untergewicht im Alter von fünf bis 19 Jahren seit 2000 von rund 13 Prozent auf 9,2 Prozent zurück, während Fettleibigkeit von drei Prozent auf 9,4 Prozent stieg.

Damit trete Fettleibigkeit erstmals in den meisten Regionen der Welt häufiger auf als Untergewicht mit Ausnahme von Subsahara-Afrika und Südasien. Wie UNICEF Deutschland in Köln mitteilte, stützt sich der UNICEF-Ernährungsbericht auf Daten aus über 190 Ländern und umfasst Haushaltsbefragungen, modellierte Schätzungen, Prognosen und Umfragen.

In vielen Ländern mit hohem Einkommen sei der Anteil adipöser Kinder und Jugendlicher sehr hoch, beispielsweise 27 Prozent der Fünf- bis 19-Jährigen in Chile, 21 Prozent in den USA und ebenfalls 21 Prozent in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE).

Stark verarbeitete Lebensmittel als Übel?

„Wenn wir über Mangelernährung sprechen, geht es nicht mehr nur um untergewichtige Kinder“, fasste UNICEF-Exekutivdirektorin Catherine Russell die Ergebnisse zusammen. „Fettleibigkeit ist ein wachsendes Problem, das sich auf die Gesundheit und Entwicklung von Kindern auswirken kann.“

„Stark verarbeitete Lebensmittel ersetzen zunehmend Obst, Gemüse und Proteine in einer Lebensphase, in der Ernährung eine entscheidende Rolle für das Wachstum, die kognitive Entwicklung und die psychische Gesundheit von Kindern spielt“, so Russell.