Ausland

US-Präsident Donald Trump hat den Vergewaltigungsvorwurf einer Journalistin erneut zurückgewiesen – und gesagt, die Frau sei nicht „mein Typ“. „Ich werde es mit großem Respekt sagen: Erstens, sie ist nicht mein Typ“, sagte Trump der Politikwebsite The Hill gestern über die Kolumnistin E. Jean Carroll. „Zweitens, es ist nie passiert. Es ist nie passiert, okay?“ Carroll würde „total lügen“.

Die heute 75-Jährige wirft Trump vor, sie vor über zwei Jahrzehnten in der Umkleidekabine eines New Yorker Kaufhauses vergewaltigt zu haben. Der sexuelle Angriff habe sich 1995 oder 1996 ereignet, schreibt Carroll in ihrem neuen Buch, aus dem das „New York Magazine“ vergangene Woche Auszüge veröffentlichte. Damit werfen inzwischen mindestens 16 Frauen Trump sexuelle Übergriffe vor seiner Zeit als US-Präsident vor.

Carroll bekräftigte ihre Vorwürfe gestern im US-Nachrichtensender CNN. „Es war ein Kampf“, sagte sie. Trump reagiere nun auf ihren Vorwurf genau so, wie er auf frühere Vorwürfe anderer Frauen reagiert habe: „Er leugnet es. Er dreht es um. Er greift an. Und er droht.“

US-Behörden haben rund 250 Kinder von Migranten und Migrantinnen aus einer überfüllten Grenzkontrollstation im texanischen Clint in Kinderheimen untergebracht. Das gab das US-Gesundheitsministerium bekannt.

Vergangene Woche hatten Anwälte Alarm geschlagen, nachdem sie sich in Clint ein Bild von der Lage gemacht hatten. Sie hatten die Kinder dort nach eigener Auskunft verwahrlost vorgefunden. Die hygienischen Zustände sowie die Versorgung mit Essen und Wasser seien nicht angemessen gewesen.

Im Konflikt zwischen den USA und dem Iran hat der UNO-Sicherheitsrat zu einem „Dialog“ aufgerufen. Es müssten Maßnahmen ergriffen werden, um die Spannungen in der Golfregion zu entschärfen, hieß es in einer gestern veröffentlichten Erklärung der 15 Mitglieder des Sicherheitsrats. Sie verurteilten darin auch die jüngsten Angriffe auf Tanker in der Golfregion und bezeichneten diese als Bedrohung für die weltweite Energieversorgung und für Frieden und Sicherheit.

Wie aus Diplomatenkreisen verlautete, scheiterten die USA bei der Sitzung mit dem Versuch, in der Erklärung einen „staatlichen Akteur“ für die Tankerangriffe verantwortlich zu machen. Russland lehnte eine solche Formulierung ab.

USA: Iran an Attacken schuld

Die USA legten laut eigenen Angaben dem Rat Informationen zu den Tankerangriffen im Mai und Juni vor. Diese zeigten nach Angaben des stellvertretenden amerikanischen UNO-Botschafters Jonathan Cohen, dass der Iran an den Attacken schuld sei. Als nämlich einer der Sprengsätze nicht explodiert sei, habe sich ein Boot mit Höchstgeschwindigkeit dem Punkt am Tanker genähert, wo dieser angebracht gewesen sei.

„Es ist auffällig, dass das Boot genau wusste, wo es nach der nicht explodierten Mine suchen musste.“ So nähere man sich keinem unbekannten Sprengsatz. Zum Abschuss einer US-Drohne durch den Iran vergangene Woche sagte Cohen, dass diese niemals in den iranischen Luftraum eingedrungen sei. Anderslautende Angaben Teherans seien „falsch“.

Trump verhängte neue Sanktionen

Die USA hatten die Sitzung des Sicherheitsrats beantragt, nachdem der Iran in der vergangenen Woche eine US-Aufklärungsdrohne abgeschossen hatte. Präsident Donald Trump erwog daraufhin einen militärischen Vergeltungsangriff, sagte diesen aber nach eigenen Angaben kurzfristig ab.

Gestern verhängte Trump neue Finanzsanktionen gegen den Iran, die sich direkt gegen das geistliche Oberhaupt Ajatollah Ali Chamenei richten. Er und sein Umfeld sollen damit von Finanzierungsmöglichkeiten abgeschnitten werden.

Schroffe Kritik des Iran

Der Iran lehnte daraufhin Gespräche mit den USA erneut ab. „Man kann keinen Dialog mit jemandem beginnen, der dich bedroht, der dich einschüchtert“, sagte der iranische UNO-Botschafter Madschid Tacht Rawandschi in New York. Für einen Dialog mit Washington herrsche derzeit nicht die richtige „Atmosphäre“.

Der „Wirtschaftskrieg und der Terrorismus gegen das iranische Volk“ müssten aufhören, forderte er. Zugleich rief er die USA auf, ihre „militärische Abenteuerlust“ zu beenden. Auch aus dem iranischen Außenministerium hieß es, die jüngsten Sanktionen stellten die „Schließung der Diplomatieroute für immer“ dar. Die USA haben angesichts der Spannungen mit dem Iran ihre militärische Präsenz in der Golfregion jüngst verstärkt.

Nordkorea ist nach Einschätzung des US-Geheimdienstes nicht zur nuklearen Abrüstung bereit. Machthaber Kim Jong Un wolle die Atomwaffen nicht abgeben, sagte der Generalleutnant der United States Army und Direktor der Defence Intelligence Agency, Robert Ashley, gestern dem Sender Fox in einem Interview.

US-Präsident Donald Trump und Kim hatten auf ihrem zweiten Gipfel im Februar in Hanoi keinen Durchbruch in der Frage einer Abrüstung Nordkoreas erzielt. Trump will im Anschluss an den bevorstehenden G-20-Gipfel in Japan auch Südkorea besuchen. Er wird dort am Samstag für zwei Tage erwartet. Dabei soll es vor allem um eine Wiederbelebung der Atomgespräche mit Nordkorea gehen. Für Sonntag sind Beratungen mit dem südkoreanischen Präsidenten Moon Jae In vorgesehen.

Im Rennen um die Nachfolge der britischen Premierministerin Theresa May hat der frühere Außenminister Boris Johnson seine Entschlossenheit bekräftigt, den Brexit notfalls auch ohne Vereinbarung mit der EU durchzusetzen. „Mein Versprechen ist, aus der EU zu Halloween am 31. Oktober auszutreten“, sagte Johnson in einem Interview mit BBC News.

Er wolle keinen ungeregelten Brexit. Aber man müsse sich ernsthaft darauf vorbereiten. Das müsse auf den Tisch, damit Großbritannien das gewünschte Resultat erzielen könne.

„Kreative Unklarheit“

Johnson bekräftigte zugleich seine Position, dass die vereinbarten Restzahlungen beim EU-Austritt von 39 Milliarden Pfund (43,64 Mrd. Euro) zurückgehalten werden sollten, um bei der EU bessere Konditionen auszuhandeln. „Ich glaube, es sollte eine kreative Unklarheit herrschen, wann und wie dies bezahlt wird“, sagte er.

Johnson gilt als Favorit für den Parteichefposten der regierenden Konservativen und damit auch für das Amt des Premierministers. Die 160.000 Tory-Mitglieder müssen sich bis Ende Juli per Briefwahl zwischen Johnson und Außenminister Jeremy Hunt entscheiden. Hunt hatte Johnson zuletzt einen „Feigling“ genannt, weil dieser sich nicht auf öffentliche Debatten mit ihm einlassen wolle. Zu diesem Vorwurf wollte sich Johnson in dem Interview nicht äußern.

Nach stundenlangen heftigen Debatten hat die Parlamentarierversammlung des Europarats ein Ende der Sanktionen beschlossen, die nach der Krim-Annexion gegen die russische Delegation verhängt worden waren. Mit dem Votum wurde in der Nacht die Voraussetzung für einen Verbleib Russlands in der paneuropäischen Länderorganisation geschaffen.

Die russischen Abgeordneten boykottierten die Arbeit der Versammlung, seit ihnen im April 2014 wegen der Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim das Stimmrecht entzogen wurde. Seit Juni 2017 zahlt Moskau außerdem keine Mitgliedsbeiträge mehr an den Europarat. Laut Satzung droht einem Land der Ausschluss, wenn es zwei Jahre lang keine Beiträge gezahlt hat.

Proteste ukrainischer Abgeordneter

Um dies zu verhindern, änderte die Parlamentarierversammlung nun ihre Geschäftsordnung – ungeachtet heftiger Proteste vor allem von ukrainischen Abgeordneten. Die Versammlung beuge sich damit der „russischen Erpressung“, kritisierte der Konservative Olexij Gontscharenko.

Laut Neuregelung können die Abgeordneten künftig nicht mehr einseitig Sanktionen verhängen, sondern nur in Absprache mit dem Ministerkomitee, dem die Außenminister der 47 Europaratsländer angehören.

De facto erhalten die 18 russischen Mitglieder in der Versammlung damit ihre Stimmrechte zurück – rechtzeitig vor der morgen geplanten Wahl eines neuen Generalsekretärs der Länderorganisation. Moskau hatte wiederholt mit einem Austritt aus dem Europarat für den Fall gedroht, dass die Sanktionen gegen die russische Delegation aufrechterhalten bleiben.

Inland

Kritik an Mitgliedern der schwarz-blauen Bundesregierung unter Wolfgang Schüssel (ÖVP), aber auch an Flugzeughersteller EADS/Eurofighter übt Verfahrensrichter Ronald Rohrer in seinem Entwurf für den Endbericht zum dritten (und wohl letzten) parlamentarischen Eurofighter-U-Ausschuss. Der Nachweis individueller Bestechung österreichischer Entscheidungsträger konnte nicht erbracht werden.

„Die unter Wahrheitspflicht stehenden Auskunftspersonen verneinten diese Frage spontan und ohne jede Einschränkung“, heißt es in dem der APA vorliegenden 440-Seiten-Papier über Zuwendungen an Politiker, Beamte und Parteien im Zusammenhang mit der Flugzeugbeschaffung in den Jahren 2002 und 2003.

Sämtliche dem U-Ausschuss vorliegenden Unterlagen seien unter diesem Aspekt gesichtet worden, „ohne dass ein Hinweis auf den oder die letzten Empfänger der durch ein Netzwerk von Offshore-Firmen geschleusten Gelder gefunden werden konnte“.

Und weiter: „Der Untersuchungsausschuss merkt hierzu an, dass das im Strafbefehl des Amtsgerichts München vom 29.1.2019 trefflich beschriebene Ausschleusen von Geldern aus dem EADS-Konzern nicht zwingend bedeuten muss, dass mit diesen Beträgen im Gesamtvolumen von rund 90 Mio. Euro Bestechungsgelder für österreichische Entscheidungsträger oder Parteien generiert wurden.“

Kritik an Grasser und Scheibner

Bereits seit dem zweiten Eurofighter-U-Ausschuss ist allerdings klar, dass Eurofighter/EADS die Übertragung von Gegengeschäftsverpflichtungen an Vector Aerospace verschwiegen hat. Die Firma habe dadurch „eine effektive Kontrolle ihrer vertraglichen Verpflichtung unmöglich gemacht und undurchschaubare Geldflüsse bewirkt und gegenüber dem Vertragspartner Republik Österreich intransparent und treuwidrig gehandelt“, wird im Bericht betont.

Auch wenn beim Punkt Bestechung die „Smoking Gun“ fehle, spricht Verfahrensrichter Rohrer bezüglich der politischen Verantwortung für Fehlleistungen beim Kampfflugzeugkauf durchaus Klartext. Kritisiert wird etwa der damalige FPÖ-Finanzminister Karl-Heinz Grasser, aber auch sein Parteikollege, Verteidigungsminister Herbert Scheibner.

„Durch Herbeiführen einer Typenentscheidung zugunsten des teuren Eurofighter überschritt Grasser nicht nur deutlich seine Zuständigkeit als Finanzminister, sondern verstieß auch gegen den gesetzlichen Grundsatz zweckmäßiger, wirtschaftlicher und sparsamer Verwaltung“, heißt es da etwa.

Höhe der Kosten nicht beachtet

Scheibner habe gegen dieses Gebot ebenfalls verstoßen, nämlich indem er Grasser nachgegeben habe. „Er hätte seine Zustimmung zum Vorschlag Grassers von einer gesetzlich abgesicherten Sonderbudgetierung der Eurofighter-Betriebskosten abhängig machen müssen“, so der Berichtsentwurf des Verfahrensrichters.

Die schwarz-blaue Bundesregierung habe sich zum „Kauf einer noch zu entwickelnden Flugzeuggeneration“ entschieden und die Höhe der Betriebskosten und der „Life-Cycle-Costs“ nicht beachtet; für Rohrer ein „Verstoß gegen die Grundsätze der Wirtschaftlichkeit“. Vor allem habe die Republik aber ihre eigene Verhandlungsposition geschwächt, indem sie sich für den Eurofighter (und gegen Saab Gripen und F-16) entschieden, dann aber noch Nachverhandlungen zugelassen habe – und das wegen der Notwendigkeiten der Luftraumüberwachung unter Zeitdruck. Auch an Dokumentation und adäquaten Strukturen habe es bei den Vertragsverhandlungen gemangelt.

Der Ärger über das Verhalten der Großparteien im Parlament will bei den kleinen Fraktionen nicht verfliegen. Jüngster Anlass für Kritik ist das angebliche Vorgehen der ÖVP vor dem am Donnerstag anstehenden Arbeits- und Sozialausschuss. Laut JETZT-Abgeordneter Daniela Holzinger-Vogtenhuber will die einstige Kanzlerpartei mehrere Themen von der Tagesordnung gestrichen sehen, sonst drohe die Absage.

Laut Holzinger will die ÖVP nur jene Anträge im Ausschuss behandelt sehen, denen ohnehin eine Frist gesetzt ist. Ansonsten solle es keine Zustimmung zur Tagesordnung geben, was das Zustandekommen des Ausschusses verhindern würde. Die JETZT-Abgeordnete fürchtet um Materien wie die Evaluierung des Zwölfstundenarbeitstages durch die Sozialpartner und den Rechtsanspruch auf Pflegekarenz und -teilzeit.

Die Kritik der Kleinpartei richtet sich aber nicht nur gegen die ÖVP, sondern auch gegen die SPÖ. Deren Abgeordneter Josef Muchitsch könnte als Vorsitzender den Ausschuss auch ohne Zustimmung einberufen – was dieser aber verweigere, so Holzinger. Muchitsch lasse sich von der ÖVP „vor den Karren spannen“, lautet der Vorwurf.

Mit Hilfe der österreichischen Übergangsregierung will eine 52-Jährige jetzt ihre 22-jährige Tochter und zwei Enkel aus einem Gefangenencamp in Syrien heimholen. Die Mutter hatte 6.000 Euro an einen Mittelsmann der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) überwiesen, um ihre Tochter zurückzuholen. In dem daraus folgenden Prozess wegen Terrorismusfinanzierung war die Frau kürzlich freigesprochen worden.

Mehr dazu in salzburg.ORF.at

Verfahrensrichter Eduard Strauss übt in seinem Bericht für den BVT-Untersuchungsausschuss schwere Kritik an der Justiz und am früheren Generalsekretär im Innenministerium, Peter Goldgruber. Strauss wirft der rechten Hand von Ex-Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) im Ministerium nicht nur eine deutliche Überschreitung seiner Befugnisse vor, sondern de facto auch eine falsche Aussage im Ausschuss.

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Der Verfassungsgerichtshof (VfGH) beschäftigt sich heute in öffentlicher Verhandlung mit dem in der Ära Türkis-Blau beschlossenen „Sicherheitspaket“, das der Polizei verstärkte Überwachungsmöglichkeiten in die Hand gegeben hat. SPÖ und NEOS haben es vor das Höchstgericht gebracht. Ein weiterer Antrag von SPÖ-Bundesräten war zuletzt aus Formalgründen zurückgewiesen worden.

Der NEOS-SPÖ-Antrag wendet sich gegen den darin beinhalteten „Bundestrojaner“, der die Durchsuchung verschlüsselt gesendeter oder empfangener Nachrichten durch eine (ohne Wissen des Inhabers installierte) Überwachungssoftware ermöglicht. Im Fokus sind aber auch weitere 2018 beschlossene Polizeibefugnisse, darunter die Möglichkeit zur Videoüberwachung und die anlasslose automatisierte Erfassung von Kfz-Kennzeichen.

Den Vorsitz in der öffentlichen Verhandlung führt VfGH-Vizepräsident Christoph Grabenwarter. Er leitet den Gerichtshof interimistisch, weil Präsidentin Brigitte Bierlein Bundeskanzlerin der Übergangsregierung ist und deshalb vorzeitig aus dem VfGH ausschied.

Sport

Die Olympischen Winterspiele 2026 werden in Italien stattfinden. Die Kandidatur von Mailand und Cortina d’Ampezzo hat sich gestern Abend bei der Abstimmung im Rahmen der Session des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) in Lausanne gegen jene von Stockholm und Aare durchgesetzt. 47 der 82 stimmberechtigten IOC-Mitglieder stimmten für Mailand, 34 für Stockholm, es gab eine Enthaltung.

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Wirtschaft

Egal ob Rasierklingen, Parfum oder Designerjeans: „Im Handel wird nach wie vor gestohlen, was nicht niet- und nagelfest ist“, so Frank Horst, Sicherheitsexperte des Kölner Handelsforschungsinstituts EHI. Allein 2018 summierten sich dadurch die Verluste im deutschen Einzelhandel laut EHI auf rund 3,75 Mrd. Euro – eine Steigerung von rund sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Dazu zählten Einbußen durch diebische Kunden und Kundinnen sowie Diebstahl durch Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sowie Gaunereien bei Lieferanten und Servicekräften. Der Löwenanteil entfiel dabei jedoch auf Diebstähle durch Kunden.

„An jedem Verkaufstag entsteht dem deutschen Einzelhandel ein Schaden in Höhe von fast 7,7 Mio. Euro durch Kundendiebstahl“, heißt es in der heute veröffentlichten Studie. Das ergebe fast 2,4 Mrd. Euro im Jahr. Hinzu kamen 2018 Diebstähle von Mitarbeitern im Wert von schätzungsweise einer Milliarde Euro. Warenschwund im Volumen von weiteren 350 Mio. Euro soll auf das Konto von Lieferanten und Servicekräften gehen.

Die börsennotierte Erste Group hat in Rumänien einen Rechtsstreit vor dem Höchstgericht verloren und wird deshalb einen Rückstellung von bis zu 230 Mio. Euro bilden. Das teilte die Bank heute mit. Der Ausblick für das laufende Geschäftsjahr bleibe trotz dieses negativen Einmaleffekts aufrecht, heißt es in der Mitteilung.

Im Rechtsstreit ging es um die Geschäftsaktivitäten der rumänischen Bausparkasse BCR BpL, einer Tochter der Erste-Group-Beteiligung BCR und um die Frage, ob staatliche Bausparförderungen rechtskonform ausbezahlt wurden. Während das Gericht erster Instanz der Rechtsauffassung der BCR BpL in den wichtigsten Punkten gefolgt sei, habe das Höchstgericht die Entscheidung des Erstgerichts am 24. Juni aufgehoben, teilte die Erste mit.

Da die BCR BpL davon überzeugt sei, sowohl vor als auch nach der Umsetzung der Bausparkassen-Gesetzesnovelle alle gesetzlichen Vorschriften eingehalten und in gutem Glauben gehandelt zu haben, werde sie vor Gericht auch weiterhin ihre eigenen sowie die Rechte ihrer Kunden verteidigen, sobald die Begründung für die Entscheidung des Höchstgerichts vorliege.

Der am 3. Mai 2019 bestätigte Ausblick wird bekräftigt, es wird nach wie vor eine um immaterielle Vermögenswerte bereinigte Eigenkapitalverzinsung (ROTE) von über elf Prozent angepeilt.

Nach der Trennung der deutsch-österreichischen Strompreiszone am 1. Oktober 2018 sind die Strompreise in Österreich gestiegen und das Sparpotenzial bei einem Lieferantenwechsel hat sich verringert. Mit der Strompreiszonentrennung hätten die meisten Preiserhöhungen des letzten Jahres aber wenig zu tun, so E-Control-Vorstand Wolfgang Urbantschitsch.

Der Wechsel des Stromlieferanten sei jedoch nach wie vor attraktiv, sagte Urbantschitsch gestern Abend vor Journalistinnen und Journalisten in Wien. Mitte 2017 habe die Preisersparnis bei einem Lieferantenwechsel zwischen 200 und 332 Euro pro Jahr ausgemacht. „Jetzt beträgt die potenzielle Einsparung – das hängt natürlich davon ab, bei welchem Lieferanten man ist – zwischen 108 und 204 Euro pro Jahr.“

Preissteigerung bis zu 69 Euro pro Jahr

Etwa die Hälfte aller Lieferanten habe die Energiepreise bei den Bestandskunden erhöht. „Es gibt von den regionalen Anbietern wenige, die ihre Preise nicht erhöht haben. Die Linz AG, die Energie AG und auch die KELAG haben ihre Preise nicht verändert. Das liegt daran, dass die mit einer anderen Preisstrategie hineingegangen sind, nämlich mit ziemlich hohen Preisen von Anfang an, und deswegen haben sie jetzt ihre Preise nicht geändert.“ Andere Anbieter wie die Energie-Allianz-Unternehmen und die Salzburg AG hätten ihre Preise öfter geändert.

Wien Energie, Energie Burgenland und EVN hätten ihre Energiepreise im Jahresabstand um 29, 30 Prozent erhöht, sagte Urbantschitsch. Für einen Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 3.500 kWh pro Jahr ergebe das – ohne Berücksichtigung der Netzkosten sowie von Steuern und Abgaben – Preissteigerungen bis zu 69 Euro pro Jahr.

Im Handelskrieg zwischen den USA und China haben die Chefunterhändler beider Seiten wieder direkt miteinander gesprochen. Bei dem Telefonat gestern ging es um die Vorbereitung des geplanten Treffens zwischen US-Präsident Donald Trump und Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping diese Woche am Rande des Gipfels der großen Wirtschaftsnationen (G-20) in Osaka.

Das Telefongespräch zwischen Vizepremier Liu He und US-Finanzminister Steven Mnuchin sei auf US-Wunsch geführt worden, hob heute die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua hervor. In Übereinstimmung mit den Anweisungen der Präsidenten, die am 18. Juni telefoniert hatten, seien Ansichten über Wirtschafts- und Handelsfragen ausgetauscht worden, hieß es nur. Der Kontakt solle fortgesetzt werden.

Weitere Eskalation droht

Von dem Treffen der Präsidenten wird abhängen, ob der Handelskrieg zwischen den beiden größten Volkswirtschaften eskaliert. Beide sind seit einem Jahr in einen erbitterten Handelskonflikt verstrickt. Die US-Regierung beklagt das hohe Handelsdefizit mit China, mangelnden Marktzugang, Diebstahl geistigen Eigentums und staatliche chinesische Förderung, die den Markt verzerre.

So haben die USA schon die Hälfte aller Importe aus China mit Sonderzöllen belegt, während Peking mit Gegenzöllen reagiert hat. Trump droht jetzt damit, die Strafmaßnahmen auf alle Einfuhren aus China im Wert von 500 Milliarden US-Dollar auszuweiten. Trump hat den Streit noch verschärft, indem er Chinas Telekomriesen Huawei und andere Techfirmen auf eine schwarze Liste von Unternehmen setzte, deren Geschäfte mit US-Partnern scharfen Beschränkungen unterliegen.

Der Höhenflug von Beyond Meat ist vorerst beendet – zumindest an der Börse. Das US-Unternehmen mit den begehrten veganen Burgern erlitt zu Wochenbeginn erneut starke Kursverluste, die Aktie ging bereits den fünften Tag in Folge schwächer aus dem Handel. Zwar liegt der Unternehmenswert noch immer viel höher als vor dem furiosen Börsengang Anfang Mai, doch der Hype flaut langsam ab.

Gestern büßte die Beyond-Meat-Aktie an der New Yorker NASDAQ 8,5 Prozent ein, bereits am Freitag war sie um fast sieben Prozent gefallen. Mit 141 Dollar (124,60 Euro) liegt der Kurs allerdings noch immer um mehr als das Fünffache über dem Ausgabepreis bei der Börsenpremiere. Viele Analysten und Analystinnen hatten angesichts der enormen Kursgewinne bereits gewarnt, dass es wohl nicht ewig nur nach oben gehen werde.

Hart umkämpfter Markt

Beyond Meat liegt mit seinen Fleischalternativen auf pflanzlicher Basis zwar weiter im Trend und verzeichnet rasantes Umsatzwachstum. Die Konkurrenz schläft aber nicht. So gibt es mit Impossible Foods einen weiteren boomenden Spezialanbieter, der etwa durch eine Partnerschaft mit Burger King von sich reden macht. Zudem dringen Lebensmittelriesen wie Nestle und Tyson Foods auf den Markt.

Allianzen mit Fast-Food-Größen sind für die Fleischersatzhersteller eigentlich stets gute Nachrichten, doch eine Partnerschaft mit der US-Restaurantkette PizzaRev konnte den Aktienkurs von Beyond Meat gestern nicht stützen. Zumal andere Fast-Food-Schwergewichte sich skeptisch zeigen – Taco Bell und Shake Shack erklärten jüngst, derzeit nicht an Produkten von Beyond Meat interessiert zu sein.

Chronik

Science

Drei Raumfahrer der Internationalen Raumstation (ISS) sind nach rund einem halben Jahr im Weltall sicher auf die Erde zurückgekehrt. Die Sojus-Kapsel mit dem russischen Ex-Kommandanten Oleg Kononenko und der US-Amerikanerin Anne McClain sowie dem kanadischen Astronauten David Saint-Jacques setzte um 4.48 Uhr MESZ ohne Probleme in der kasachischen Steppe auf.

Das war in einer Liveübertragung der US-Raumfahrtbehörde NASA zu sehen. Der Flug von der ISS in einer Höhe von rund 400 Kilometer zurück zur Erde dauerte etwa drei Stunden.

Russischer Astronaut Oleg Kononenko verlässt die Raumkapsel auf der Erde
APA/AFP/Alexander Nemenov

Unmittelbar nach der Landung wurden die Raumfahrer von Mitarbeitern aus der kleinen Kapsel geholt und versorgt. Nach mehreren Monaten in der Schwerelosigkeit brauchen die Raumfahrer zunächst Hilfe, da ihre Muskeln erschlafft sind und der Körper sich erst wieder an die Erdanziehung gewöhnen muss. Erst nach medizinischen Untersuchungen dürfen die Raumfahrer in ihre Heimat zurückkehren.

Dutzende Experimente

Während ihres Aufenthalts auf der ISS arbeiteten die Raumfahrer an Dutzenden Experimenten und führten bei mehreren Außeneinsätzen wichtige Wartungsarbeiten an der Außenwand der Station durch.

Vor dem Abdockmanöver hatte Kononenko noch die Verantwortung für die Station an seinen russischen Kollegen, den Kosmonauten Alexej Owtschinin, übergeben. Die ISS wird zunächst nur von einem kleinen Team bewohnt. Der nächste Start zur ISS ist am 20. Juli geplant, dem 50. Jahrestag der ersten Mondlandung. Dann soll auch Luca Parmitano von der Europäischen Raumfahrtagentur (ESA) wieder auf der ISS leben und forschen.

In Raumanzug fast ertrunken

Der Italiener fliegt mit dem NASA-Astronauten Andrew Morgan und dem Roskosmos-Kosmonauten Alexander Skwortsow zur Raumstation. In der zweiten Hälfte der Mission soll der 42-Jährige als erster Italiener die Führungsrolle übernehmen. Parmitano war bereits 2013 auf der ISS. Damals wäre er bei einem Außeneinsatz fast in seinem Raumanzug ertrunken, weil sich Wasser in seinem Helm gesammelt hatte.

IT

Die Notrufnummern in den Niederlanden sind gestern stundenlang nicht erreichbar gewesen. Aus noch unbekannter Ursache war nachmittags das feste und mobile Telefonnetz des Unternehmens KPN ausgefallen. Davon war auch die zentrale Notrufnummer 112 betroffen. Die Bürger wurden, soweit es ging, über die sozialen Medien informiert. Nach gut dreieinhalb Stunden war die Störung am Abend vorbei.

Folgen noch unklar

Wegen der Kommunikationsprobleme wurden Polizisten und Krankenwagen auf die Straßen geschickt, um Präsenz zu zeigen. Bürgerinnen und Bürger wurden über Twitter auch aufgerufen, in Notfällen direkt in Krankenhäuser, zur Polizeiwache oder Feuerwehr zu gehen. Bei Gesundheitsproblemen sollten sie direkt selbst in ein Krankenhaus fahren. Bisher ist unbekannt, ob der Ausfall der Notrufnummern Menschenleben in Gefahr gebracht hat.

Der Minister für Justiz und Sicherheit, Ferdinand Grapperhaus, bestellte die Direktion des Unternehmens zu einem Gespräch ins Ministerium. Es müsse schnell eine stabile Lösung geben. „Das darf morgen nicht wieder passieren“, sagte er dem niederländischen Fernsehen. 2012 waren bei einer ähnlichen Störung in den Niederlanden nach Behördenangaben zwei Menschen ums Leben gekommen. KPN konnte zunächst nicht sagen, was die Ursache der Störung war. Unklar ist, warum auch alle Notsysteme versagten.

Kultur

Leute

Der frühere Boxweltmeister Wladimir Klitschko und seine Familie sind auf dem Mittelmeer von einer brennenden Jacht gerettet worden. Wie die deutsche „Bild“-Zeitung (Dienstag-Ausgabe) weiter berichtete, war der 43-Jährige auf dem Weg von Ibiza nach Mallorca, als bei hohem Wellengang sieben Meilen vor der Küste plötzlich Feuer ausbrach.

Die Schiffsbesatzung setzte einen Notruf ab, die Küstenwache half der Familie von dem gecharterten Schiff. Die mallorquinische Feuerwehr brachte die Flammen unter Kontrolle. Laut „Bild“ war Klitschko auf Ibiza, um unter anderem an einer Vernissage des Düsseldorfer Künstlers Leon Löwentraut teilzunehmen. Ersten Erkenntnissen zufolge entstand das Feuer laut „Bild“ im Maschinenraum – der Grund sei unklar.

Der kanadische Schauspieler Ryan Reynolds hat seine eigene Gin-Marke bei Amazon mit optimalen fünf Sternen ausgezeichnet – und humorvoll davor gewarnt, zu viel davon zu trinken. Auf Twitter teilte der 42-Jährige einen Screenshot der Bewertung.

Dazu schrieb der „Deadpool“-Darsteller: „Ich mochte diese Rezension von Aviation Gin, die mir jemand geschickt hat, nachdem ich sie geschrieben habe.“ Reynolds ist seit 2018 Eigentümer der Marke.

In der Rezension, die unter dem Namen „Champ Nightengale“ veröffentlicht wurde, heißt es über den Gin: „Ich liebte und hasste ihn.“ Zwar habe er den Geschmack gemocht, allerdings hätte er sich einen Hinweis darüber gewünscht, wie viel Gin zu viel sei. Am nächsten Tag sei „Nightengale“ neben einer Ehefrau namens Linda aufgewacht, sogar die Schuhe habe er noch an gehabt.

Der Umbau des Frogmore Cottage für die Bedürfnisse der Familie von Prinz Harry hat 2,4 Millionen Pfund (2,7 Mio. Euro) gekostet. Das geht aus dem heute veröffentlichten Jahresabschluss des britischen Königshauses hervor. Harry und seine Frau Meghan waren vor der Geburt ihres Sohnes Archie Mountbatten-Windsor am 6. Mai in ihr neues Heim auf dem Gelände von Windsor Castle westlich von London gezogen.

Das zwischenzeitlich in fünf einzelne Wohnungen aufgeteilte Landhaus aus dem Jahr 1801 war während der sechsmonatigen Renovierung in ein Wohnhaus für die Familie des Enkels von Königin Elizabeth II. umgewandelt worden. An der Immobilie sei „einige Jahre“ nichts gemacht worden, sagte der königliche Buchhalter Michael Stevens. Die überholte Ausstattung des Cottage sei ersetzt worden, um „die langfristige Zukunft der Immobilie zu garantieren“.

Insgesamt 75 Mio. Euro ausgegeben

Aus dem Jahresabschluss des Finanzjahres 2018/2019 geht hervor, dass das Königshaus in diesem Zeitraum insgesamt 67 Millionen Pfund (75 Mio. Euro) ausgegeben hat. 23,2 Millionen Pfund davon waren Lohnentgelte für 463 Vollzeitangestellte. 2,3 Millionen Pfund wurden für offizielle Bewirtung und Haushaltsführung veranschlagt, davon 1,7 Millionen Pfund für die Versorgung von rund 160.000 Gästen. Die Rechnung für Wein und Spirituosen betrug 400.000 Pfund.

Die königliche Familie nahm während des im April endenden Finanzjahres an 3.200 offiziellen Terminen in Großbritannien und der Welt teil. Der Staatsbesuch von US-Präsident Donald Trump wird erst im nächsten Jahresabschluss auftauchen.

Religion

Panorama

In Mexiko ist Frida eine echte Berühmtheit – jetzt geht der beliebte Rettungshund in Pension. Offiziell im Dienst der Marine, hat das Labradorweibchen nach vielen Unglücken und Naturkatastrophen in den Trümmern nach Verschütteten geschnüffelt und einer Reihe Menschen das Leben gerettet. Gestern wurde die hellbraune Hündin mit einer offiziellen Zeremonie verabschiedet.

Mexikanischer Rettungshund Frida
APA/AFP/Ronaldo Schemidt

Symbol der Hoffnung

Während der Sucharbeiten nach dem schweren Erdbeben mit 369 Toten im September 2017 im Zentrum von Mexiko war Frida zu einem Symbol der Hoffnung geworden. Ihr Foto mit Schutzbrille und blauen Pfotenschonern erschien auf zahlreichen Souvenirs, in der Stadt Puebla wurde ihr und ihrem Hundeführer ein Denkmal aus Bronze gesetzt.

Der jetzt zehn Jahre alte Labrador war bereits als Welpe zum Rettungshund ausgebildet worden. Das Tier wurde auch nach dem schweren Erdbeben 2010 in Haiti, nach einer schweren Explosion 2013 in Mexiko-Stadt und dem Erdbeben 2016 in Ecuador eingesetzt. Während ihrer Dienstzeit fand Frida mehr als 50 Verschüttete, darunter zwölf Menschen, die noch am Leben waren und gerettet werden konnten.

Eine jahrhundertealte Skulptur des heiligen Georg, die nach einer misslungenen „Restaurierung“ einer Comicfigur ähnelte und für Spott sorgte, sieht nun fast wieder so aus wie zuvor. Die Behörden der nordspanischen Region Navarra teilten mit, die Skulptur aus der San-Miguel-Kirche in der Kleinstadt Estella sei für 30.000 Euro fachmännisch restauriert worden.

Nun sei die Statue wieder im Originalzustand. Die verhunzte Skulptur hatte vor einem Jahr für Spott und Empörung gesorgt. Nach der „Restaurierung“ durch einen örtlichen Handwerksbetrieb erfreute sich der berittene Heilige einer leuchtend rosafarbenen Haut und gezupfter Augenbrauen. Vorher-nachher-Aufnahmen der Statue wurden in den Sozialen Netzwerken zum Hit. Kunstexperten waren dagegen entrüstet. Gegen den Betrieb und die Kirche wurden Geldbußen in Höhe von jeweils rund 6.000 Euro verhängt.