Inland

Im Finanzausschuss ist heute die Abschaffung der kalten Progression beschlossen worden. Die schleichende Steuererhöhung wird mit 1. Jänner des kommenden Jahres abgeschafft. Konkret bedeutet das, dass vom Lohn künftig mehr übrig bleibt.

Bisher waren Steuerzahler ab einer Einkommensgrenze von 11.000 Euro steuerpflichtig – im nächsten Jahr liegt diese Grenze bei 11.693 Euro. So steigen alle Tarifstufen in den kommenden Jahren um den Inflationswert.

Als Grundlage für die Erhebung der Inflation haben IHS und WIFO einen Steuerprogressionsbericht vorgelegt. Dieser Bericht weist für den Zeitraum Juli 2021 bis Juni 2022 eine Inflation von 5,2 Prozent aus. Daraus ergibt sich, dass die Menschen mit der Abschaffung der kalten Progression im kommenden Jahr um 1,85 Mrd. Euro entlastet werden.

„Mit der Abschaffung der kalten Progression beenden wir die schleichende Steuererhöhung. Wir geben den Menschen damit Geld zurück, das ihnen die Inflation genommen hat. So entlasten wir die Österreicherinnen und Österreicher langfristig. Es ist ein Akt der Fairness, dass den arbeitenden Menschen, die von der massiven Teuerung betroffen sind, mehr netto vom Brutto bleibt“, sagte Finanzminister Magnus Brunner (ÖVP).

Die Ausgaben für Bildung bleiben in Österreich hinter anderen Staaten zurück. Hierzulande wird ein etwas geringerer Anteil des BIP für Bildungseinrichtungen verwendet, zeigt die neue OECD-Studie „Bildung auf einen Blick“.

Das ist zu einem guten Teil auf geringere private Aufwendungen (etwa mangels Studiengebühren) zurückzuführen. Auch der Anteil der öffentlichen Ausgaben für Bildung an den öffentlichen Gesamtausgaben liegt in Österreich unter dem OECD-Schnitt.

Laut der heute veröffentlichten Studie wurden 2019 in Österreich 4,7 Prozent des BIP für Bildungseinrichtungen vom Primar- bis Tertiärbereich (Volksschule bis Uni) verwendet, in der OECD waren es im Schnitt 4,9 Prozent. Ähnlich sieht es im Kindergartenbereich aus: Hierzulande betragen die Aufwendungen für die Kleinsten 0,7 Prozent des BIP, im OECD-Schnitt sind es 0,9 Prozent.

Diese Relation hat sich in den vergangenen Jahren auch nicht verbessert: Seit 2015 sind in Österreich die Bildungsausgaben um 4,2 Prozent gestiegen – das ist allerdings nur die Hälfte des BIP-Wachstums in dieser Zeit (8,5 Prozent).

Geringe Bildungsausgaben von Privaten

Österreich sticht unter den OECD-Staaten vor allem durch die geringen Bildungsausgaben von Privaten hervor. Das hat unter anderem damit zu tun, dass inländische Studierende nur bei langer Studiendauer Studiengebühren bezahlen müssen.

Insgesamt beträgt der Anteil der privaten Ausgaben für Bildungseinrichtungen in Österreich lediglich sieben Prozent (OECD: 17 Prozent). Im Hochschulbereich sind es hierzulande elf Prozent, in der OECD dagegen 34 Prozent.

Auch der Staat misst in Österreich bei seinen Ausgaben der Bildung einen geringeren Stellenwert zu als andere OECD-Länder. Hierzulande werden 8,6 Prozent der öffentlichen Gesamtausgaben für Bildung aufgewendet (ohne Forschungsaktivitäten der Hochschulen), in der OECD beträgt der entsprechende Anteil 9,8 Prozent (ebenfalls ohne Forschungsaufwendungen).

Gut eine Woche nach der Landtagswahl steht die Tiroler ÖVP vor der Festlegung, mit welcher Partei oder welchen Parteien sie wirklich in Koalitionsverhandlungen gehen will. Alles deutet auf die SPÖ hin, mit ihr ist für heute Vormittag bereits ein Treffen fixiert.

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EU

Das von der EU-Kommission vorgestellte neue Sanktionspaket gegen Moskau wird heute von den Botschafterinnen und Botschaftern der Mitgliedsstaaten diskutiert. Streitpunkte gibt es einige – vor dem Gipfel der Staats- und Regierungschefs am Ende der Woche legen sich dem Vernehmen nach noch einige Länder quer.

Wie „Politico“ schreibt, sollen vor allem Ungarn, Zypern, Griechenland und Malta eine Einigung behindern. Dabei müssen die Sanktionen von den Mitgliedsländern einstimmig beschlossen werden.

Budapest will russisches Öl weiterverkaufen

Ungarn soll Diplomaten zufolge gefordert haben, russisches Öl, das Budapest aufgrund einer bestehenden Ausnahme weiterhin importieren darf, auch weiterverarbeiten und an andere Länder verkaufen zu dürfen. Die EU-Kommission und andere Länder fürchten dadurch eine Verzerrung des Binnenmarkts. Ein Kompromiss, der Ungarns Bedenken großteils ausräumen sollte, kursierte „Politico“ zufolge bereits am Wochenende.

EU-Frachter könnten ersetzt werden

Bei Zypern, Griechenland und Malta soll es Kritik an den neuen Sanktionen geben, weil darin vorgesehen ist, dass EU-Tanker russisches Öl unter bestimmten Bedingungen nicht mehr transportieren dürfen. Das würde andere Länder wie die Türkei, Indien und Indonesien begünstigen, so die Befürchtung, da diese Länder einfach für den Transport des Öls einspringen würden.

Ölpreisdeckel als mögliche „rote Linie“

Um eine Einigung zu finden, werden in den nächsten Tagen wohl noch mehrere Treffen der Botschafter nötig sein, bevor sich die Spitzenpolitikerinnen und -politiker der Mitgliedsstaaten einigen können. Eine rote Linie dürfte es dabei geben: „Politico“ zitierte einen Diplomaten, wonach es „kein Sanktionspaket ohne Ölpreisdeckel“ geben werde.

Ukraine-Krieg

Österreich hat den russischen Botschafter vorgeladen. Der russische Missionschef in Wien, Dmitrij Ljubinskij, sollte heute Vormittag im Außenministerium vorstellig werden. Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP) hatte am Freitag erklärt: „Donezk, Cherson, Luhansk und Saporischschja sind und bleiben Ukraine. So wie die Krim.“

Auch andere europäische Länder, darunter Deutschland, Italien und Polen, haben die russischen Botschaftsvertreter vorgeladen. Die Regierung in Warschau wolle Botschafter Sergej Andrejew mitteilen, dass sie die Scheinreferenden und die Annexion von vier ukrainischen Regionen durch Russland nicht akzeptiert, sagte Vizeaußenminister Marcin Przydacz dem Sender TVN24. Das sei eine Aktion mehrerer EU-Länder, die alle vereinbart hätten, den russischen Botschaftern etwa zur gleichen Zeit ihre Haltung klarzumachen.

Der in der St. Petersburger Eremitage für zeitgenössiche Kunst zuständige Dmitri Oserkow hat seinen Posten und das Land verlassen. Russland habe „alle verdrängt, die Gutes für seine Kultur wollten“, zitierte die russische Internetzeitung The Insider aus einer Mitteilung Oserkows.

Er habe 22 Jahre für das Museum gearbeitet – seit Anfang März sei er aber nicht mehr an den Aktivitäten des Museums beteiligt, wie Oserkow nun via Instagram mitteilte. Er sei gegangen, weil er mit dem heutigen Russland nichts mehr gemein haben wolle.

„Nichts mehr im und für das heutige Russland tun“

„Als 2006 die Abteilung für zeitgenössische Kunst konzipiert und vom Generaldirektor ins Leben gerufen wurde, galt sie als neuer integraler Bestandteil des Museums, der in der Lage war, die alte Sammlung wiederzubeleben und ihr neue Entwicklungs- und Interpretationsvektoren zu geben, die in der Lage waren, der klassischen Kunst eine neue Sprache zu geben“, so Oserkow

Nachdem Russland seine Truppen in die Ukraine entsandt hatte, habe Dialog und Respekt in Russland aber keine Bedeutung mehr, sagte Oserkow. Als russischer Bürger habe er das auch als eigene Schuld gesehen. „Meine Entscheidung war dann, nichts mehr im und für das heutige Russland zu tun.“

Die Ukraine hat nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj zuletzt nicht nur in Lyman, sondern auch in Cherson und in Donezk militärische Erfolge verbucht.

In seiner nächtlichen Erklärung sagte Selenskyj laut „Guardian“, die ukrainischen Streitkräfte hätten die kleinen Siedlungen Archanhelske und Myroljubiwka in der Region Cherson befreit. Zudem habe die Ukraine auch einige Gebiete in der Region Luhansk zurückerobert. Eine unabhängige Überprüfung der Angaben gibt es nicht.

Der Chef der russischen Teilrepublik Tschetschenien, Ramsan Kadyrow, will eigenen Aussagen zufolge drei seiner minderjährigen Söhne in den Krieg gegen die Ukraine schicken.

Die zwischen 14 und 16 Jahre alten Buben Achmat, Selimchan und Adam seien bereit, ihre antrainierten Kampffertigkeiten nun bei der „militärischen Spezialoperation“ einzusetzen, schrieb Kadyrow heute auf Telegram. „Spezialoperation“ ist der von der russischen Führung gebrauchte Begriff für die Invasion in der Ukraine.

„Und ich scherze nicht. (…) Bald werden sie an die Front geschickt und werden sich an den schwierigsten Abschnitten der Kontaktlinie aufhalten“, so Kadyrow weiter. Dazu veröffentlichte er ein Video, das seine Söhne bei Schießübungen zeigt.

Kadyrow, der für seinen brutalen Führungsstil im muslimisch geprägten Tschetschenien im Nordkaukasus bekannt ist, hat sich seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine als einer der glühendsten Kriegsbefürworter hervorgetan. Kürzlich sprach er sich gar dafür aus, den Einsatz von Atomwaffen mit geringerer Sprengkraft in Betracht zu ziehen.

In der ostrussischen Region Chabarowsk sind nach Angaben von Gouverneur Michail Degtjarew etwa die Hälfte von Tausenden Männer, die im Zuge der russischen Mobilmachung einberufen wurden, wieder nach Hause geschickt worden.

Zur Begründung sagte Degtjarew Reuters-Angaben zufolge, dass die Betroffenen die Auswahlkriterien für einen Eintritt in den Militärdienst nicht erfüllten. Der Militärkommissar der Region sei entlassen worden.

Ausland

Giorgia Meloni, Parteichefin der postfaschistischen Fratelli d’Italia (FdI, Brüder Italiens), feilt an der künftigen Regierung in Italien und will möglichst bis zum 20. Oktober ihr neues Kabinett auf die Beine stellen. In diesem Fall könnte die Rechtspolitikerin Italien als neue Regierungschefin auf dem EU-Gipfel in Brüssel vertreten. Meloni könnte als neue Ministerpräsidentin das italienische Energiedossier auf dem Gipfel vorstellen.

Die Verhandlungen mit der Lega und der Forza Italia über die Kabinettsposten laufen. Die Regierungsmannschaft soll aus Politprofis und aus parteilosen Fachleuten bestehen, hieß es seitens Melonis Partei.

Vor Melonis möglicher Vereidigung stehen dem politischen Rom noch mehrere Termine bevor. Am 13. Oktober treten die neu gewählten Parlamentskammern, der Senat und das Abgeordnetenhaus, zu ihrer konstituierenden Sitzung zusammen. Bei dieser Sitzung wird die Leitung der beiden Kammern gewählt. Erst danach kann der offizielle Prozess der Regierungsbildung beginnen.

In der iranischen Hauptstadt Teheran sind Sicherheitskräfte örtlichen Medienberichten zufolge mit Gewalt gegen Studierende vorgegangen. In der Nacht auf heute riegelten Polizisten und Milizen den Campus der renommierten Scharif-Universität nach Protesten ab. Auch mehrere Professoren der Eliteuniversität sollen nach Angaben des iranischen Nachrichtenportals Emtedad verprügelt worden sein.

Seit Beginn der landesweiten Proteste im Iran demonstrierten Studierende an zahlreichen Universitäten gegen die Führung der islamischen Republik und ihren repressiven Kurs. Die Behörden sagten daraufhin in vielen Städten Vorlesungen ab. Auch an der Scharif-Uni wurden alle Vorlesungen ab heute bis auf Weiteres ausgesetzt.

Proteste seit Tod von Mahsa Amini

Tausendfach in den sozialen Netzwerken geteilte Videos, deren Echtheit zunächst nicht verifiziert werden konnte, zeigten eine starke Präsenz von Sicherheitskräften. Viele Menschen warfen den Milizen im Internet vor, mit Gewalt und scharfer Munition gegen Studierende vorzugehen. Die Staatsmedien sprachen unterdessen von einer ruhigen Lage und warfen den Medien im Ausland vor, Lügen zu verbreiten. Dutzende Autofahrer sollen die Straßen rund um den Campus blockiert haben, um Sicherheitskräfte aufzuhalten. Es soll viele Festnahmen geben.

Auslöser der Demonstrationen ist der Tod der 22-jährigen Mahsa Amini vor gut zwei Wochen. Die Religionspolizei hatte sie wegen ihres angeblich „unislamischen Outfits“ festgenommen. Was mit Amini danach geschah, ist unklar. Die Frau fiel ins Koma und starb am 16. September in einem Krankenhaus. Kritiker werfen der Religionspolizei vor, Gewalt angewendet zu haben; die Polizei weist das zurück. Seit dem Tod der jungen Frau demonstrieren landesweit Tausende Menschen gegen den repressiven Kurs von Regierung und Sicherheitskräften sowie gegen das islamische System.

Die konservative Partei des bulgarischen Ex-Regierungschefs Bojko Borissow, GERB, hat laut amtlichen Zwischenergebnissen die vorgezogene Parlamentswahl gestern gewonnen. Bei der bereits vierten Wahl in eineinhalb Jahren erhielt die Partei 25,37 Prozent der Stimmen. Das geht aus den amtlichen Zwischenergebnissen nach Auszählung von über 99 Prozent der Stimmen hervor.

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Somalias Regierung hat nach eigenen Angaben einen der Mitbegründer der radikalislamischen Terrormiliz al-Schabab getötet. Mit dem Tod von Abdullahi Nadir sei „der somalischen Nation ein Dorn entfernt“ worden, erklärte das Informationsministerium gestern am späten Abend.

Nadir sei al-Schababs Chefankläger gewesen und als Nachfolger des erkrankten Anführers der Gruppe, Ahmed Dirije, gehandelt worden. Er sei am Samstag bei einem Einsatz mit Hilfe internationaler Partner getötet worden.

Bei wem es sich um die Partner konkret handelte, wurde nicht erläutert. Somalias Militär wird von US-Soldaten sowie einer Friedenstruppe der Afrikanischen Union unterstützt. Al-Schabab versucht seit mehr als zehn Jahren, die somalische Regierung zu stürzen.

Sport

Sergio Perez hat sich gestern den Sieg beim Grand Prix von Singapur gesichert. Der Mexikaner triumphierte im Red Bull auf dem nassen Kurs vor dem Ferrari-Piloten Charles Leclerc und holte nach dem Sieg in Monaco seinen zweiten Erfolg in dieser Saison auf einem Stadtkurs. Dritter wurde Carlos Sainz (Ferrari). Für den WM-Führenden Max Verstappen endete ein durchwachsenes Rennen auf Rang sieben. Der Niederländer kann damit frühestens in einer Woche beim Grand Prix von Japan den zweiten WM-Titel fixieren.

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Titelverteidiger Red Bull Salzburg hat die erste Saisonniederlage in der ICE Hockey League kassiert. Die „Bullen“ mussten sich gestern in einer packenden Partie gegen Rekordmeister KAC 4:6 geschlagen geben und gingen damit nach fünf Siegen in Serie erstmals als Verlierer vom Eis.

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Wirtschaft

Im September waren in Österreich 237.409 Menschen arbeitslos gemeldet, um 31.841 weniger als in der Vergleichswoche 2021. Auch die Anzahl der Schulungsteilnehmerinnen und -teilnehmer nahm gegenüber der Vorjahreswoche um 514 auf 68.750 Personen ab – damit sind derzeit 306.159 Menschen ohne Job, gab das Arbeitsministerium heute bekannt.

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Die hohe Inflation in der Türkei zieht weiter an. Im September lagen die Verbraucherpreise 83,5 Prozent höher als ein Jahr zuvor, wie das nationale Statistikamt heute in Ankara mitteilte. Analysten hatten sogar mit einer noch etwas höheren Inflationsrate gerechnet. Im Vormonat hatte die Teuerung rund 80 Prozent betragen.

Wie stark der Preisdruck auf vorgelagerten Wirtschaftsstufen ist, zeigen die Produzentenpreise. Sie stiegen im September um rund 151 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Die Erzeugerpreise liegen also mehr als doppelt so hoch wie vor einem Jahr. Die Herstellerpreise beeinflussen die Lebenshaltungskosten der Verbraucher mittelbar und mit Zeitverzug.

Die hohe Inflation wird durch mehrere Faktoren getrieben. Seit Längerem sorgt die schwache Landeswährung Lira für Preisauftrieb, da sie in die Türkei importierte Güter verteuert. Hinzu kommen anhaltende Probleme in den internationalen Lieferketten, die Vorprodukte teurer machen. Daneben steigen die Preise von Energie und Rohstoffen, vor allem wegen des russischen Krieges gegen die Ukraine.

Im Gegensatz zu vielen anderen Zentralbanken stemmt sich die türkische Notenbank nicht mit Zinsanhebungen gegen die ausufernde Teuerung. Vielmehr hat sie ihren Leitzins zuletzt mehrfach verringert. Fachleute verweisen auf politischen Druck. Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan ist erklärter Gegner hoher Zinsen und hat unlängst weitere Zinssenkungen gefordert.

Die Internationale Energieagentur (IEA) rät der EU zu Einsparungen beim Gasverbrauch, um leere Speicher und das Risiko von Versorgungsunterbrechungen in diesem Winter zu verhindern.

Um die Gasvorräte bis zum Ende der Heizsaison auf einem angemessenen Niveau zu halten, müsse die Nachfrage im Vergleich zum Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre um neun bis 13 Prozent reduziert werden, heißt es in dem heute in Paris vorgelegten Gasmarktbericht der IEA.

Das stelle bei einem geringen Zufluss von Flüssiggas sicher, dass die Gasspeicher auf einem Niveau von 25 bis 30 Prozent gefüllt bleiben. Ohne reduzierten Gasverbrauch und bei einem vollständigen russischen Lieferstopp ab November könnten die Speicherstände auf knapp fünf Prozent sinken, wenn zugleich nur wenig Flüssiggas in die EU geliefert wird.

Das würde das Risiko für Versorgungsunterbrechungen im Falle eines späten Kälteeinbruchs erhöhen. Bei einem hohen Zufluss von Flüssiggas blieben die Speicher nach der IEA-Analyse zu weniger als 20 Prozent gefüllt.

Coronavirus

Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den abgelaufenen sieben Tagen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, liegt laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bei 893,7 (Stand: gestern, 14.00 Uhr).

Laut AGES wurden 9.940 neu registrierte Coronavirus-Fälle innerhalb der letzten 24 Stunden gemeldet. 20.756 Menschen verstarben bisher im Zusammenhang mit dem Coronavirus. 1.421 infizierte Personen werden derzeit in einem Spital behandelt, davon 69 auf Intensivstationen. Eine Unterscheidung in Haupt- und Nebendiagnose ist mit dieser Datenquelle bundesweit nicht möglich.

Im Berichtsschema der AGES werden die Daten nicht zum Meldezeitpunkt dargestellt, sondern zum Diagnose- bzw. Sterbedatum. In der Darstellung in ORF.at wird auch täglich transparent gemacht, welchen Tagen die neu gemeldeten Fälle zugeordnet werden.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Erklärung zur Zählweise und weiteren Fragen in ORF.at/corona

Chronik

Indonesien hat nach der tödlichen Massenpanik in einem Fußballstadion ein unabhängiges Expertenteam eingesetzt, das die Hintergründe klären soll. Das wurde heute nach einer Sondersitzung der Regierung mit hochrangigen Sicherheitsbeamten bekannt. Die Tragödie mit mindestens 125 Toten in der Stadt Malang ist eine der schlimmsten Stadionkatastrophen in der Geschichte des Fußballs.

Das „Joint Independent Fact Finding Team“ werde aus Regierungsbeamten, Vertretern des Fußballverbandes, Experten, Akademikern und Journalisten bestehen, sagte Sicherheitsminister Mohammad Mahfud. „Es wird erwartet, dass das Team seine Arbeit in zwei oder drei Wochen abgeschlossen hat.“

Die Regierung habe zudem die Nationalpolizei angewiesen, „in den nächsten Tagen“ gegen Personen zu ermitteln, die für die Tragödie verantwortlich sein könnten.

Am Samstagabend war es nach dem Erstligaspiel zwischen Arema FC und Persebaya FC in der Provinz Ostjava zu Ausschreitungen gekommen. Im Anschluss an die Heimniederlage von Arema hatten Tausende Fans den Platz des Kanjuruhan-Stadions gestürmt. Die Polizei setzte Tränengas ein. Es kam zu einer Massenpanik. Zahlreiche Opfer sollen an Sauerstoffmangel gestorben sein.

Nach dem Durchzug des Hurrikans „Ian“ steigt im US-Küstenstaat Florida die Zahl der Todesopfer offiziellen Angaben zufolge auf mindestens 81. Das Büro des Sheriffs im Küstenbezirk Lee County, wo „Ian“ als Hurrikan der Stärke vier am Mittwoch auf Land traf, verzeichnete 42 Tote. 39 weitere Opfer wurden von den Behörden in vier benachbarten Bezirken gemeldet.

zerstörte Gebäude und überflutete Straße in Florida
Reuters/Marco Bello

Nach dem Rückzug der Wassermassen wird in den Überschwemmungsgebieten mit weiteren Todesopfern gerechnet. Suchmannschaften konnten nicht in alle betroffenen Gebiete vordringen. Etwa 10.000 Menschen gelten weiterhin als vermisst. US-Präsident Joe Biden wird nach Angaben des Weißen Hauses am Mittwoch an der Golfküste Floridas erwartet, um sich ein Bild von den Verwüstungen zu machen.

Zu einem schweren Unfall ist es gestern auf der Innkreisautobahn (A8) in Oberösterreich gekommen. Ein 51-jähriger Autofahrer aus Wien verlor bei Oberthan bei Wels vermutlich wegen Aquaplanings die Kontrolle über sein Fahrzeug und prallte gegen ein Fahrzeug der ASFINAG, das zur Absicherung eines vorangegangenen Unfalls auf dem Pannenstreifen abgestellt war. Durch den Aufprall wurden der Fahrer, eine Beifahrerin und zwei ASFINAG-Mitarbeiter schwer verletzt.

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Mitten auf einer Kreuzung ist gestern eine 70-jährige Frau in Oftering in Oberösterreich eingeschlafen. Andere Autofahrer konnten dadurch die Kreuzung nicht mehr passieren und verständigten die Polizei. Diese stellte eine starke Alkoholisierung der Frau fest.

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Bei einem Tauchgang im Tiroler Plansee ist gestern ein 59-Jähriger in Panik geraten. Eine 48-Jährige, die ihm zu Hilfe kam, tauchte mit ihm zu schnell auf. Der Mann war nicht mehr ansprechbar, beide mussten in Krankenhäuser gebracht werden.

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Bei einer Hausdurchsuchung in Imst in Tirol hat die Polizei am Wochenende ein umfangreiches Waffenarsenal sichergestellt. Darunter befanden sich mehrere Lang- und Faustfeuerwaffen sowie 1.300 Schuss Munition. Auch ein skelettierter menschlicher Schädel wurde entdeckt.

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Folgenreich war ein Felssturz in der Nacht auf heute auf der Loiblpass-Straße (B91) in der Kärntner Gemeinde Ferlach. Ein Pkw-Lenker konnte gerade noch rechtzeitig ausweichen. Die Straße wurde aber verlegt und ist vorerst gesperrt. Die Zufahrt ins Bodental von Kärntner Seite aus ist möglich.

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Gesundheit

Nach zwei Wintern ohne Grippewelle in Österreich könnte die Influenza durch die reduzierten CoV-Maßnahmen für mehr Krankheitsfälle sorgen.

In Australien sei es bereits relativ früh zu einer Welle gekommen, berichtete der Verband der Impfstoffhersteller (ÖVIH) heute. Durch die Hygienemaßnahmen bzw. deren Ende könne es zu Verschiebungen der „typischen“ Influenzasaison kommen, sagte die Virologin Monika Redlberger-Fritz. Die Impfung ist für alle Bevölkerungsgruppen empfohlen.

Es sei davon auszugehen, dass auch in Österreich die Influenza diesen Winter nicht ausbleiben werde, berichtete Redlberger-Fritz mit Blick auf Australien. Aktuell gibt es erste sporadisch eingeschleppte Infektionen von Urlaubsrückkehrenden.

Die Influenzaimpfung sei heuer besonders wichtig, weil es in den vergangenen beiden Jahren zu keiner natürlichen Boosterung durch das zirkulierende Virus in der Bevölkerung gekommen ist. Selbst wenn die jährliche Immunisierung eine Ansteckung nicht immer verhindert, so erkranken Geimpfte meist milder und kürzer, erleiden seltener Komplikationen und müssen nicht so oft ins Krankenhaus. Das Nationale Impfgremium (NIG) empfiehlt die Influenzaimpfung im Herbst.

Expertin: „Kinderimpfung besonders wichtig“

Die Schutzimpfung ist bis zum 15. Lebensjahr im kostenfreien Kinderimpfprogramm enthalten. Bis zum Alter von zwei Jahren erhalten die Kinder einen klassischen Totimpfstoff, darüber einen Lebendimpfstoff, der als Nasenspray verabreicht wird.

„Die Kinderimpfung ist ganz besonders wichtig“, so Redlberger-Fritz. „Kinder gelten als Motor der Übertragung. Wenn die Verbreitung der Erkrankung unter den Kindern minimiert werden kann, werden auch viele Ältere indirekt geschützt.“

Modellrechnungen zeigen, dass eine Durchimpfungsrate von 20 Prozent bei Schulkindern zu einem besseren Schutz der über 60-Jährigen führt als die Impfung von 90 Prozent der Senioren. Auch Risikogruppen sollten sich gegen Influenza impfen lassen.

Religion

Die altkatholische Kirche in Deutschland denkt über einen neuen Namen nach. Der Eigenname „altkatholisch“ führe immer wieder zu einer missverständlichen Außensicht auf diese kleine Konfession, teilte die Diözese der Altkatholiken gestern mit. In Österreich werde derzeit keine solche Debatte geführt, sagt Martin Eisenbraun, Generalvikar der altkatholischen Kirche in Österreich, im Gespräch mit religion.ORF.at.

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Kultur

Der Verband Filmregie Österreich übt Kritik am Umgang von Medien und Institutionen mit den Vorwürfen rund um die Dreharbeiten zu Ulrich Seidls Film „Sparta“. Nach der Veröffentlichung von Anschuldigungen im „Spiegel“ und später im „Falter“ sei es zu „zahlreichen übereilten und unsachlichen öffentlichen Reaktionen“ gekommen. Eine Prüfung des Sachverhalts wurde nicht abgewartet. „Vielmehr wurde einer Vorverurteilung Vorschub geleistet“, kritisierte der Verband heute.

„Die Tatsache, dass auch ein Rechtsstaat blinde Flecken haben kann, darf nicht dazu verleiten, seine Mechanismen gleich völlig zu ignorieren. Normen wie die Unschuldsvermutung sind keine Selbstverständlichkeiten, sondern kulturelle Errungenschaften, die wir als Prinzipien hochhalten müssen“, hieß es in einer Aussendung.

Ruf nach „unvoreingenommener“ Prüfung

Nur die konsequente Haltung von Jose Luis Rebordinos, Direktor des San Sebastian Filmfestivals, habe verhindert, dass „Sparta“ aufgrund ungeklärter Vorwürfe gecancelt wurde. „Wir appellieren deshalb an die Medienvertreter, das journalistische Objektivitätsgebot zu achten. Wir fordern darüber hinaus die Vertreter der öffentlichen Kunst- und Kulturförderung auf, ihre Verantwortung als professionelle Repräsentanten und gegebenenfalls auch Fürsprecher von Kunst und Künstlern nachzukommen“, so der Verband Filmregie.

Der Verband betonte, dass die Vorwürfe zweifelsohne schwer wiegen. Es sei eine „gründliche und unvoreingenommen Prüfung des Sachverhalts“ nötig.

Seidl sieht „groteske Verdrehung“

Das deutsche Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ hatte Anfang September nach Gesprächen mit Drehbeteiligten berichtet, die Familien rumänischer Laiendarsteller wären nicht korrekt über das Filmthema Pädophilie informiert worden und Kinder hätten sich am Set unwohl gefühlt. Das Toronto Filmfestival sagte daraufhin die Weltpremiere von „Sparta“ ab. In San Sebastian wurde der Streifen dagegen gezeigt. Er wird auch im Rahmen der 60. Viennale Ende Oktober in Wien zu sehen sein.

Seidl äußerte sich gegenüber dem Nachrichtenmagazin „profil“ in einem Interview jüngst zur Causa. Darin sprach er von einer „grotesken Verdrehung“ gewisser Medien, es so darzustellen, als wären am Dreh beteiligte Kinder „permanentem Machtmissbrauch“ ausgesetzt gewesen. Auch sei er mittlerweile nach Rumänien gefahren, um den Film zu zeigen. „Mir selbst werfen die Familien – jetzt, wo sie den Film kennen – nichts mehr vor.“

Der Künstler Georg Baselitz fordert von der Pinakothek der Moderne in München, ein Gemälde des NS-Künstlers Adolf Ziegler abzuhängen. Es geht um das dreiteilige Werk „Vier Elemente“ mit blonden nackten Frauen als Allegorien auf Feuer, Wasser, Luft und Erde.

„Das Triptychon beleidigt seine Umgebung! Es schockiert, dass Nazi-Propaganda auf diese schmuddelige Art in einem Münchner Museum möglich ist“, so Baselitz in einem Brief.

Baselitz wandte sich mit seiner Beschwerde laut „Süddeutscher Zeitung“ brieflich an den Generaldirektor der Staatsgemäldesammlungen, Bernhard Maaz, und an Kunstminister Markus Blume (CSU). Das Museum ist sich der Historie des Bildes bewusst und erläutert sie samt der NS-Vergangenheit Zieglers (1892–1959) im Wandtext der Ausstellung sowie im Internet.

Die Schauspielerin und Aktivistin für die Rechte amerikanischer Ureinwohner, Sacheen Littlefeather, ist im Alter von 75 Jahren gestorben. Das teilte die Oskar-Akademie gestern (Ortszeit) auf Twitter mit.

Littlefeather hatte 1973 im Namen von Marlon Brando den Oscar zurückgewiesen, den der Schauspielstar für seine Rolle im Mafia-Epos „Der Pate“ gewann – und da mit dem Umgang Hollywoods mit amerikanischen Ureinwohnern begründet.

Erst vor zwei Wochen hatte die Akademie Littlefeather im neuen Oscar-Museum in Los Angeles gewürdigt und sich bei ihr für die Anfeindungen entschuldigt, die ihre Rede vor rund fünfzig Jahren begleitet hatten.

Die Schauspielerin und Angehörige des Volkes der Apachen sagte bei der Oscar-Verleihung 1973 auf der Bühne, Brando könne „diesen sehr großzügigen Preis leider nicht annehmen“. Das Publikum reagierte teilweise mit Applaus, teilweise aber mit Buhrufen.