Ukraine-Krieg

Die Ukraine hat den Westen zur Lieferung fortschrittlicher Mehrfachraketenwerfer mit hoher Reichweite für den Kampf gegen Russland aufgefordert. „Wenn der Westen wirklich den Sieg der Ukraine will, ist es vielleicht Zeit, uns MLRS zu geben?“, teilte Mychajlo Podoljak, Berater von Präsident Wolodymyr Selenskyj, gestern auf Twitter mit. MLRS sind in den USA hergestellte Artilleriesysteme.

„Es ist schwer zu kämpfen, wenn man aus einer Entfernung von 70 Kilometern angegriffen wird und nichts hat, womit man sich wehren kann“, meinte Podoljak. Die Ukraine könne Russland „hinter den Eisernen Vorhang“ zurückbringen. „Aber dafür brauchen wir wirksame Waffen. Hier und jetzt.“

Die US-Regierung zieht einem Medienbericht zufolge in Erwägung, fortschrittliche Mehrfachraketenwerfer mit hoher Reichweite in die Ukraine zu schicken. Die Artilleriesysteme MLRS und HIMARS könnten Geschosse über bis zu 300 Kilometer abfeuern, hatte der Sender CNN am Donnerstag unter Berufung auf mehrere Beamte berichtet. Ein neues militärisches Hilfspaket könnte bereits in der kommenden Woche angekündigt werden.

Der ukrainische Präsidentenberater Olexij Arestowitsch sprach sich unterdessen für Lieferungen von Raketen vom Typ Harpoon aus, mit denen Schiffe angegriffen werden können. Damit könnte die Ukraine die russische Blockade der Seehäfen durchbrechen, wurde Arestowitsch von der Agentur Unian zitiert.

Vor wenigen Tage fiel Mariupol gänzlich in die Hände Russland. Jetzt beginnen die Eroberer offenbar damit, Rohstoffe und Güter aus der lange belagerten Stadt zu bringen. Die russische Nachrichtenagentur TASS meldete, dass ein Frachtschiff in den Hafen der Stadt eingelaufen sei, um 2.700 Tonnen Metall zu verladen. Dieses dürfte dem größten ukrainischen Stahlhersteller Metinvest gehören. Kiew spricht von Plünderungen.

Die Kämpfe im Donbas gehen indes mit unverminderter Heftigkeit weiter. Moskau meldete gestern die Einnahme der Stadt Lyman, die einen wichtigen strategischen Knotenpunkt für weitere Fortschritte in der Region darstellt. Weiter schwer umkämpft bleibt Sjewjerodonezk, die größte noch von der Ukraine gehaltene Stadt im Donbas.

Nach Angaben des Gouverneurs dieser Region, Serhij Gajdaj, sind russische Truppen bereits in die Stadt eingedrungen. Er rechne zwar nicht damit, dass die russischen Truppen die Region in den kommenden Tagen einnehmen: „Wir werden genug Kräfte und Mittel haben, um uns zu verteidigen.“

Liveticker zum Nachlesen

Ausland

Bei der Präsidentenwahl in Kolumbien könnte sich erstmals ein bekennender Linker durchsetzen. Der ehemalige Guerillakämpfer und frühere Bürgermeister der Hauptstadt Bogota, Gustavo Petro, geht heute als Favorit in die erste Wahlrunde.

Laut den jüngsten Umfragen liegt er deutlich vor dem Kandidaten der Rechten, Federico Gutierrez, und dem Parteilosen Rodolfo Hernandez. Allerdings dürfte keiner der Bewerber im ersten Wahlgang über 50 Prozent der Stimmen holen. In der zweiten Runde könnte Petro dann vor allem der Unternehmer und Ex-Bürgermeister von Bucaramanga, Hernandez, gefährlich werden.

Die Linke war bereits aus der Parlamentswahl in Kolumbien am 13. März, die auch als Stimmungstest für die Präsidentenwahl galt, gestärkt hervorgegangen. Dabei ist das südamerikanische Land traditionell konservativ geprägt. Die soziale Ungleichheit ist zwar groß. Doch linke Politik trug durch die Gewalt der Guerillagruppen im jahrzehntelangen Bürgerkrieg einen Imageschaden davon.

Mehr als 39 Millionen Kolumbianerinnen und Kolumbianer sind zur Wahl aufgerufen. Der derzeitige konservative Staatschef Ivan Duque darf nicht mehr antreten, weil die Verfassung eine Wiederwahl nicht vorsieht.

Tausende Menschen haben in Spanien ein Verbot der Prostitution gefordert. Die Demonstranten – mehrheitlich Frauen – marschierten gestern auf der Einkaufsmeile Gran Via die zwei Kilometer zwischen dem Cibeles-Brunnen und der Plaza de Espana. Sie trugen Plakate mit Aufschriften wie „Wir Frauen sind keine Waren“ oder „Prostitution ist kein Beruf“ und skandierten immer wieder: „Stoppt die sexuelle Ausbeutung!“

175 Organisationen hatten zum Protest aufgerufen, der ohne Zwischenfälle verlief. Nach Polizeischätzung nahmen an der Demonstration mehr als 7.000 Menschen teil.

Erst am Donnerstag hatte das Parlament in Madrid einen Gesetzesentwurf zur Verschärfung des Sexualstrafrechts gebilligt, der neben der Zustimmung aller beteiligten Personen bei sexuellen Handlungen unter anderem auch ein Verbot von Prostitutionswerbung vorsieht. Das Paragrafenwerk, das noch vom Senat abgesegnet werden muss, geht den Aktivistinnen und Aktivisten aber nicht weit genug.

Zwei Wochen nach der rassistisch motivierten Attacke auf einen Supermarkt im US-Bundesstaat New York mit zehn Toten hat US-Vizepräsidentin Kamala Harris die betroffene Gemeinde in Buffalo besucht. Harris nahm gemeinsam mit ihrem Ehemann Doug Emhoff an der Trauerfeier für eines der Todesopfer teil und besuchte auch den Tatort.

Mitte Mai hatte ein Schütze mit einem Sturmgewehr vor und in einem Supermarkt das Feuer eröffnet, zehn Menschen erschossen und drei weitere verletzt. Er wurde noch am Tatort festgenommen. Den Ermittlern zufolge war die Tat rassistisch motiviert – elf der 13 Opfer waren schwarz. Buffalo hat eine mehrheitlich schwarze Bevölkerung. US-Präsident Joe Biden war bereits wenige Tage nach der Attacke nach Buffalo gereist und hatte die Tat als rassistischen Terrorismus verurteilt.

Rund eine Woche nach dem Schüssen in Buffalo hatte eine weitere verheerende Schussattacke das Land erschüttert: Ein 18 Jahre alter Schütze hatte am vergangenen Dienstag in einer Grundschule in der texanischen Kleinstadt Uvalde 19 Kinder und zwei Lehrerinnen getötet. Der Angreifer wurde von der Polizei erschossen. Die Hintergründe der Tat sind noch nicht aufgeklärt. Biden will die Uvalde heute gemeinsam mit seiner Ehefrau Jill besuchen, um sich dort mit Familien zu treffen.

Mit einjähriger Verspätung aufgrund der CoV-Pandemie haben in Belfast Zehntausende das 100-jährige Bestehen Nordirlands mit einer großen Parade gefeiert. Die Anhänger einer engen Anbindung Nordirlands an den Rest des Vereinigten Königreichs – auch Unionisten genannt – zogen gestern mit Flaggen und Marschmusik vom Regionalparlament Stormont aus in Richtung des Stadtzentrums von Belfast.

Der 3. Mai 1921 gilt Historikern zufolge als Geburtsstunde Nordirlands. Mit dem „Government of Ireland Act“, der damals in Kraft trat, wurde erstmals eine Grenze auf der irischen Insel gezogen – der südliche und der nördliche Teil sollten jeweils eine eigenständige Regierung bilden. Anders als Irland, das sich zu einer unabhängigen Republik abspaltete, blieb Nordirland Teil des Vereinigten Königreichs.

Schwierige Suche nach Regierung

Die Frage, ob die Provinz dazugehören oder sich mit Irland wiedervereinigen sollte, führte zu einem jahrzehntelangen, blutigen Bürgerkrieg und spaltet auch heute noch die Gesellschaft. „Wir haben kein Interesse daran, Teil eines vereinigten Irlands zu werden“, sagte heute einer der Festredner nach Angaben Nachrichtenagentur PA.

Die proirische Partei Sinn Fein, die kürzlich bei den Parlamentswahlen in Nordirland stärkste Kraft wurde, setzt sich für ein vereintes Irland ein. Derzeit stockt die Bildung einer Einheitsregierung beider Lager, weil die Unionisten diese aus Protest gegen Brexit-Sonderregeln für Nordirland blockieren.

Die UNO-Menschenrechtskommissarin Michelle Bachelet hat gestern ihren Besuch in China beendet. Es habe sich dabei nicht um eine „Untersuchung“ gehandelt, sagte Bachelet bei einer abschließenden Pressekonferenz in der südchinesischen Stadt Guangzhou.

Sie habe die chinesische Regierung dazu aufgefordert, ihre Maßnahmen zur Terrorismusbekämpfung zu überprüfen, damit diese internationalen Menschenrechtsstandards entsprechen. Generell hielt sich die ehemalige chilenische Präsidentin mit direkter Kritik deutlich zurück.

Besuch in Uiguren-Gebieten

Bachelet besuchte während ihrer sechstägigen Reise unter anderem die Städte Kashgar und Ürümqi in der nordwestchinesischen Region Xinjiang, wo nach Angaben von Menschenrechtlern Hunderttausende von Uiguren und Mitgliedern anderer Minderheiten in Umerziehungslager gesteckt worden sind.

Die UNO-Kommissarin sprach dort mit hochrangigen Regierungsvertretern. Sie soll zudem unüberwachten Zugang zu Mitgliedern aus der Zivilgesellschaft und religiösen Gruppen erhalten haben.

Reise von internationaler Kritik begleitet

Bachelets Besuch wurde von internationaler Kritik begleitet. Die US-Regierung zeigte sich „tief besorgt“, dass China ihr den notwendigen Zugang beschneiden könnte, der für „eine umfassende und unmanipulierte Einschätzung der Menschenrechtslage“ erforderlich wäre. Die Tibet Initiative Deutschland (TID) warnte in einer Stellungnahme, dass Bachelets Reise von der chinesischen Propaganda missbraucht werden könne.

Vor Bachelet war 17 Jahre lang keine UNO-Menschenrechtskommissarin nach China gereist. Dem Besuch war ein langes Tauziehen vorangegangen. Schon seit 2019 lag Bachelet eine chinesische Einladung vor. Peking wollte jedoch zunächst nicht auf ihre Bedingungen dafür eingehen. Dazu gehört der ungehinderte und unüberwachte Zugang zu Gesprächspartnern, die ihr Büro selbst aussuchen wollte.

Der Iran verfügt nach eigenen Angaben über eine unterirdische Luftwaffenbasis für Drohnen. Das iranische Staatsfernsehen zeigte gestern Aufnahmen von dem Stützpunkt: Mehr als hundert „Kampf-, Aufklärungs- und Angriffsdrohnen“ seien auf der Basis unter dem Sagros-Gebirge im Westen des Landes stationiert, hieß es.

Das Staatsfernsehen berichtete über einen Besuch des iranischen Generalstabschefs Mohammed Bagheri und des Armeechefs Abdolrahim Musawi in der unterirdischen Anlage. Der genaue Standort des Drohnenstützpunkts wurde nicht genannt. Der Reporter sagte, er sei von der Stadt Kermanschah aus fast 40 Minuten mit einem Hubschrauber dorthin geflogen.

Der Stützpunkt befinde sich „mehrere hundert Meter unter der Erde“, sagte Musawi. Flaggschiff der Drohnenflotte ist nach Angaben des Staatsfernsehens die „Kaman-22“, eine mit Raketen ausgestattete Drohne, die mindestens 2000 Kilometer weit fliegen kann.

US-Sanktionen gegen Drohnenprogramm

Die USA und Israel beschuldigen den Iran, Drohnen an seine Verbündeten im Nahen Osten zu liefern, darunter die libanesische Hisbollah-Miliz, die Regierung von Syriens Machthaber Baschar al-Assad und die Huthi-Rebellen im Jemen.

Das US-Finanzministerium hatte im Oktober Sanktionen gegen das Drohnenprogramm der iranischen Revolutionsgarden verhängt. Washington warf der Eliteeinheit vor, hinter Drohnenangriffen auf eine Ölraffinerie in Saudi-Arabien im September 2019 und auf ein Handelsschiff vor der Küste Omans zu stecken, bei dem zwei Besatzungsmitglieder getötet wurden. Der Iran wies die Anschuldigungen zurück.

Inland

Michael Ludwig ist gestern Nachmittag mit 94,4 Prozent der Stimmen als Parteivorsitzender der SPÖ Wien bestätigt worden. Zuvor hatte er in einer Rede den „Wiener Weg“ für Pandemiemanagement, aber auch Wohnen, Bildung, Teuerung und Verkehr dargelegt.

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90 Prozent für Dornauer bei SPÖ Tirol

Bei der Tiroler SPÖ wurde Georg Dornauer mit 90 Prozent zum Vorsitzenden gewählt. In seiner Rede machte er gestern klar, dass seine Partei für eine Regierungsbeteiligung bereit sei. Gelingen soll das mit den Kernthemen der SPÖ und der Abkehr von der „neuen SPÖ Tirol“.

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Im Zuge der Ermittlungen der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) in der Causa rund um einen Steuernachlass für Investor Siegfried Wolf ist auch Altkanzler Wolfgang Schüssel (ÖVP) einvernommen worden. Wie die Onlineplattform Politik-Live der Tageszeitung „Österreich“ gestern berichtete, konfrontierten Ermittler des BAK Schüssel mit einem Chat zwischen Wolf und dem ehemaligen Generalsekretär Thomas Schmid, indem sich Wolf offenbar auf Schüssel bezog.

Wolfgang Schüssel
APA/Georg Hochmuth

„Er (Schüssel, Anm.) sitzt gerade neben mir und sagte, ich soll dich um Unterstützung bitten – deshalb mein SMS“, schrieb Wolf an Schmid, wie dem Bericht zufolge aus der Zeugenvernehmung hervorgeht. Die Ermittler des Bundesamtes für Korruptionsbekämpfung (BAK) wollten von Schüssel unter anderem wissen, welche Unterstützung damit gemeint und ob er beim Verfassen der Nachricht dabei gewesen sei.

Schüssel bestätigte den Kontakt: „Wolf hat mich gefragt, was er in einer solchen Sache machen soll. Ich habe ihm geraten, sich an den Generalsekretär zu wenden. Er wird dich sicher weiter zur Großbetriebsprüfung verweisen und die werden sich dann mit dem Thema auseinandersetzen.“ Wo und ob er mit Wolf zusammengesessen sei, könne er sich nicht mehr erinnern, gab Schüssel zu Protokoll.

„Tüchtiger junger Mann“

Über Schmid, der in seiner Zeit als Klubobmann sein Büroleiter war, meinte Schüssel: „Ein tüchtiger junger Mann und nicht auffällig.“ Er habe ihn aber seit Jahren nicht mehr gesehen. Die Einvernahme fand am 11. Mai statt.

Die WKStA ermittelt wegen eines Steuernachlasses für Wolf. Auslöser waren Chats am Handy von Schmid. Auch Ex-Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) wird in der Causa als Beschuldigter geführt.

Die Initiative LobauBleibt und etliche weitere Gruppen haben den Landesparteitag der Wiener SPÖ gestern zum Anlass genommen, um für einen „Stopp von Lobau- und Stadtautobahn und eine sozial gerechte Mobilitätswende“ zu demonstrieren.

Auf 2.000 bis 3.000 Leute schätzte LobauBleibt-Sprecherin Lucia Steinwender die Teilnehmerzahl, die Zählung der Polizei ergab 1.500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Der Demonstrationszug nahm kurz nach Mittag auf dem Schwedenplatz seinen Ausgang und führte über den Praterstern zur Kaiserallee, wo auch die Abschlusskundgebung mit Musik-Acts stattfinden sollte. Das Ende der Veranstaltung ist für 22.30 Uhr geplant.

Kritik an vorgegebener Route

„Die Demo musste eine Route abseits der Messehalle nehmen, da die SPÖ eine Scheinkundgebung vor dem eigenen Parteitag angemeldet hatte“, kritisieren die Veranstalterinnen. „Damit und mit Gittern und Sichtschutz verbarrikadierte sich die SPÖ Wien zum ersten Mal gegen legitimen Protest der Klimabewegung.“

Neben „Fridays for Future“, „System Change not Climate Change“, Attac, ÖH Uni Wien, Greenpeace, Global 2000, Platz für Wien und Extinction Rebellion hatten nach Angaben der Demoleitung über 50 Organisationen zur Kundgebung aufgerufen.

COV Inland

Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den abgelaufenen sieben Tagen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, liegt laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bei 174,4 (Stand: gestern, 14.00 Uhr).

Am höchsten ist die Zahl in Wien (265,9), gefolgt von Niederösterreich (213,6). Am niedrigsten ist der Wert in Kärnten (101,8) und der Steiermark (107,8).

Das Berichtsschema der AGES zeigt die Zahlen vom Vortag – wie die Meldung der Ministerien. Wesentlicher Unterschied zu den Ministeriumsmeldungen: Laborbestätigte Fälle, Tote etc. werden nicht zum Meldezeitpunkt dargestellt, sondern zum Diagnose- bzw. Sterbedatum. In der Darstellung in ORF.at wird auch täglich transparent gemacht, welchen Tagen die neu gemeldeten Fälle zugeordnet werden.

Ministerien melden 1.766 Neuinfektionen

Das Gesundheits- und das Innenministerium haben 1.766 neu registrierte Coronavirus-Fälle innerhalb der letzten 24 Stunden (Stand: gestern, 9.30 Uhr) gemeldet. Diese Zahlen meldeten die Bundesländer an den nationalen Krisenstab.

18.651 Menschen verstarben bisher am oder im Zusammenhang mit dem Coronavirus. 498 infizierte Personen werden derzeit in einem Spital behandelt, davon 48 auf Intensivstationen.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Erklärung zur Zählweise und weiteren Fragen in ORF.at/corona

Sport

Wegen massiver Probleme beim Einlass hat sich der Anpfiff des Finales der Champions League zwischen Real Madrid und dem FC Liverpool deutlich verzögert. Das Spiel im Stade de France bei Paris begann gestern erst um 21.36 Uhr und damit 36 Minuten später als geplant. Liverpool forderte eine Untersuchung der „inakzeptablen Probleme“, Fans und Beobachter äußerten Kritik an den Organisatoren.

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Charles Leclerc hat bei seinem Heim-GP in Monaco die Poleposition erobert. Der Ferrari-Star setzte sich heute im Qualifying vor seinem spanischen Teamkollegen Carlos Sainz durch. Aus der zweiten Reihe starten die Red Bulls von Sergio Perez und WM-Leader Max Verstappen. Für Leclerc war es die 14. Pole seiner Karriere – er hat damit nun genau so viele wie der Niederländer Verstappen.

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Kanada gegen Finnland lautet zum dritten Mal in Folge das Finale der Weltmeisterschaft. Die Finnen setzten sich gestern in Tampere in einem hochklassigen Halbfinale gegen die USA mit 4:3 durch, Titelverteidiger Kanada fertigte danach Tschechien mit 6:1 ab. Im Endspiel kommt es morgen damit zum Duell des Olympiasiegers mit dem Weltmeister, also der beiden Favoriten des Turniers.

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Der Australier Jai Hindley hat am vorletzten Tag beim 105. Giro d’Italia das Rosa Trikot des Gesamtführenden übernommen. Mit einem Angriff gut zwei Kilometer im Schlussanstieg auf dem Fedaia-Pass konnte der 26-jährige Bora-Profi gestern den zuvor Führenden Richard Carapaz aus Ecuador distanzieren und dem Gesamtsieger von 2019 das „Maglia Rosa“ abnehmen.

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Wirtschaft

Die Zugssparte des deutschen Industriekonzerns Siemens hat Reuters-Angaben zufolge gestern den Abschluss eines Vertrags über den Bau eines Hochgeschwindigkeitssystems in Ägypten bekanntgegeben. Der Siemens-Mobility-Anteil des Auftragswerts betrage 8,1 Milliarden Euro, teilte Siemens mit. Darin enthalten seien 2,7 Milliarden Euro für die erste Strecke aus einem ursprünglichen Vertrag von September 2021.

Vorstandsvorsitzender Roland Busch erklärte, das sei „der größte Auftrag in der Geschichte von Siemens“. Dem Konzern zufolge wird das Bahnsystem 60 Städte auf einer Länge von rund 2.000 Kilometern verbinden, darunter die archäologischen Stätten in Luxor mit Hurghada am Roten Meer. Neben Siemens Mobility sind Orascom Construction und The Arab Constructors am Milliardenprojekt beteiligt.

Nachdem zuletzt überfüllte Züge der ÖBB für Kritik gesorgt haben, erhöhen die Bundesbahnen ihre Sitzplatzkapazitäten. Besonders im Rückreiseverkehr aus dem für viele langen Wochenende soll so mehr Platz geschaffen werden.

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Chronik

Im Hafen der südenglischen Küstenstadt Torquay ist eine Jacht in Brand geraten und dann gesunken. Die Feuerwehr war gestern mit etlichen Kräften im Einsatz, um das Feuer zu löschen. Die Polizei der Grafschaft Devon teilte mit, es gebe bisher keine Berichte über Verletzte.

Das Feuer auf der fast 26 Meter langen Jacht war den offiziellen Angaben nach um die Mittagszeit ausgebrochen. Die Ursache war zunächst unklar. Anrainer wurden angewiesen, den Bereich zu meiden und Türen und Fenster zunächst geschlossen zu halten. In britischen Medien wurde der Wert der Jacht mit geschätzten sechs Millionen Pfund (rund sieben Mio. Euro) beziffert.

In einem Gedränge bei einer Kirchenveranstaltung im Süden Nigerias sind mindestens 31 Menschen ums Leben gekommen. Sieben weitere Menschen wurden bei dem Vorfall in der Stadt Port Harcourt verletzt, wie die Polizei der dpa gestern bestätigte.

Nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP hatte die Ausgabe von Lebensmitteln zu dem Unglück geführt. Das Gedränge sei entstanden, als bei einer Kirche Lebensmittel für Bedürftige verteilt wurden.

Zahlreiche Teilnehmer seien für die Veranstaltung gekommen, berichtete auch die Zeitung „Punch“. Einige Menschen hätten sich bereits am Vortag eingefunden, hieß es weiter. Als in der Früh dann ein kleines Tor geöffnet wurde, habe die Menge möglicherweise versucht, sich Zutritt zu verschaffen.

Das westafrikanische Nigeria ist für die Versorgung seiner Bevölkerung unter anderem auf den Import von Getreide aus Russland und der Ukraine angewiesen. Derzeit ist die weltweite Versorgung mit Getreide gefährdet, da die russische Marine ukrainische Häfen für die Ausfuhr blockiert und der Westen Sanktionen gegen Moskau verhängt hat.

Ein schwerer Verkehrsunfall hat in der Nacht auf gestern in einem Gewerbegebiet in Hollabrunn in Niederösterreich einen Großbrand ausgelöst. 15 Feuerwehren aus den Bezirken Hollabrunn und Korneuburg mussten ausrücken, um die Flammen zu löschen. Der Lenker des Pkw verstarb laut Feuerwehr noch an der Unfallstelle.

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Beim Zusammenstoß eines Autos mit einem Fiakergespann in Wien-Landstraße ist gestern der Kutscher schwer verletzt worden. Die beiden Pferde erlitten leichte Verletzungen. Das Auto wollte die Kutsche offenbar überholen.

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Gleich zweimal ist ein 20-Jähriger am Freitag aus dem Zug geworfen worden, weil er weder eine Fahrkarte hatte, noch eine CoV-Maske tragen wollte. Doch der Mann ignorierte die Ermahnungen der Polizei und ging auch noch auf die Ordnungshüter los. Insgesamt wurden drei Menschen verletzt.

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Science

Kreativer Agenturchef, Pilot oder intelligente Agentin – manche Karrieren scheinen durch Filme und Serien erst erstrebenswert. Eine Analyse von mehr als 130.000 Produktionen zeigt, welche Berufe in den letzten 70 Jahren häufig waren und wie sich ihr Image verändert hat. Besonders positiv dargestellt sind bis heute Architektinnen und Ingenieure – ganz im Gegensatz zu Verkaufspersonal.

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Panorama

Die „Rolf Bohnenbrille“, Tondachziegel und ein „Fractal Light System“ sind mit dem biennal vergebenen Staatspreis Design ausgezeichnet worden. Zusätzlich ging der Sonderpreis Spaces & Environment an eine Weinmanufaktur und der Sonderpreis DesignImpact-Concepts an drei innovative Designkonzepte auf ihrem Weg zur Marktreife.

Alle prämierten Projekte sind bis 26. Juni in der Ausstellung „Best of Austrian Design“ im Designforum im Museumsquartier Wien zu sehen. Der Staatspreis Design wird alle zwei Jahre vom Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort ausgeschrieben und von designaustria durchgeführt. Insgesamt gab es 205 Einreichungen.

Neue Materialien und Ideen

Dabei setzte sich die „Rolf Bohnenbrille“ der Rolf – Roland Wolf GmbH in der Kategorie „Konsumgüter“ durch. Der Rohstoff für die Brille wird aus Rizinusbohnen gewonnen. Bei den Investitionsgütern war das „Tondach V11 | Tondachziegel“ der Wienerberger Österreich GmbH erfolgreich.

In der Kategorie „Produktgestaltung Interior“ ging das „Fractal Light System | Lichtsystem“ von Preciosa Lightning erfolgreich hervor. Der Sonderpreis Spaces & Environment ging an „Weinmanufaktur Clemens Strobl“ von destilat Design Studio GmbH.

In der Sonderkategorie „DesignImpact-Concepts“ wurden drei Geldpreise in Höhe von je 2.000 Euro für noch nicht verwirklichte Produkte und Konzepte vergeben. Darüber freuen durften sich Ruben Asuo für einen auf die harschen Bedingungen auf Fußballplätzen in Ghana abgestimmten Fußballschuh, Yasmin Hashw für eine 3-D-gedruckte Beinprothese für den Alpinsport und Bettina Löger für die Produktionsmethode 3D-Tufting zur Herstellung dreidimensionaler textiler Oberflächen.

Mit einem aufgemotzten Bobbycar hat sich der Deutsche Marcel Paul voraussichtlich einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde gesichert. Nach zwei Probeläufen raste der 29-Jährige gestern mit 130,7 Kilometern pro Stunde einen Abhang auf einer Landstraße in Hessen hinunter und stellte damit einen Geschwindigkeitsrekord auf, wie die Organisatoren berichteten.

Auch der Geschwindigkeitsrekord in der zweiten Disziplin mit einem klassischen Bobbycar mit Plastikreifen glückte: Hier brachte es Paul auf 106 Kilometer pro Stunde. Das Rekordinstitut für Deutschland habe beide Spitzenwerte bereits anerkannt, die nun bei Guinness für die Eintragung eingereicht würden.

Für die rasende Fahrt auf der Landstraße mit 15 Prozent Gefälle war eigens eine Ampelanlage aufgestellt worden. Ein Bremsauslauf von 300 Metern sollte zusätzlich für Sicherheit sorgen.

Leidenschaft seit vielen Jahren

Seine Leidenschaft für die Rutschautos entdeckte Paul schon vor vielen Jahren. Mit zwölf fing er an, Bobbycars umzubauen, 2005 hörte er dann erstmals von Meisterschaften – und war sofort begeistert.

Mit einem benachbarten Schmied habe er einen Prototyp entwickelt und schon bald europaweit an Wettbewerben teilgenommen – ein „ultimativer Adrenalinkick“, wie der 29-Jährige sagt. 2007 holte Paul dann erstmals den Weltmeistertitel in der Jugendklasse, mittlerweile ist er vierfacher Weltmeister in der Profiklasse des Bobbycar-Sportverbands.