COV Inland

Das Gesundheits- und das Innenministerium haben 2.198 neu registrierte Coronavirus-Fälle innerhalb der letzten 24 Stunden gemeldet (Stand: heute, 9.30 Uhr). Es ist der höchste Wert seit fünf Monaten. Die Zahlen meldeten die Bundesländer an den nationalen Krisenstab.

10.870 Menschen verstarben bisher an den Folgen von Covid-19. Derzeit befinden sich 822 Personen aufgrund des Coronavirus in Spitalsbehandlung, davon 202 auf Intensivstationen.

Daten des Krisenstabs in ORF.at/corona/daten

7-Tage-Inzidenz bei 162,3

Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den abgelaufenen sieben Tagen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, liegt laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bei 162,3 (Stand: gestern, 14.00 Uhr).

Das Berichtsschema der AGES zeigt die Zahlen vom Vortag – wie die Meldung der Ministerien. Wesentlicher Unterschied zu den Ministeriumsmeldungen: Laborbestätigte Fälle, Tote etc. werden nicht zum Meldezeitpunkt dargestellt, sondern zum Diagnose- bzw. Sterbedatum. In der Darstellung in ORF.at wird auch täglich transparent gemacht, welchen Tagen die neu gemeldeten Fälle zugeordnet werden.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Erklärung zur Zählweise und weiteren Fragen in ORF.at/corona

Logistische Probleme bei den CoV-Tests, schlecht erreichbare Gesundheitsbehörden und verbesserungswürdige Kommunikation mit den Eltern haben für einen holprigen Start in das neue Schuljahr gesorgt.

Schüler- und Lehrervertreter begrüßen zwar, dass die nun eingesetzten aussagekräftigeren PCR-Tests für mehr Sicherheit sorgen sollen – „aber dafür müssen sie auch funktionieren“, betonte der oberste Wiener Pflichtschullehrer-Personalvertreter Thomas Krebs (FCG).

Am 6. September starteten die Kinder und Jugendlichen in Ostösterreich mit einer dreiwöchigen Sicherheitsphase mit drei CoV-Tests pro Woche ins neue Schuljahr, seit Montag läuft der Schulbetrieb wieder in ganz Österreich.

Neu bei der aktuellen Teststrategie ist der Einsatz der aussagekräftigeren PCR-Tests (in Wien mindestens zweimal, in den anderen Bundesländern mindestens einmal pro Woche). Und hier hat es in den ersten Tagen in vielen Regionen Österreichs Probleme gegeben.

„Hat alles nicht besonders gut funktioniert“

„Es gibt logistische Probleme in der Zulieferung, der Abholung, in den Laboren, bei den Rückmeldungen – das hat alles nicht besonders gut funktioniert“, beklagte der oberste Lehrervertreter Paul Kimberger (FCG), Vorsitzender der ARGE Lehrer in der GÖD. An manchen Standorten habe das durchaus für Chaos gesorgt.

Das bestätigte auch der Wiener Lehrervertreter Krebs: Sowohl beim vom Bund organisierten PCR-Test-Programm „Alles spült“, das in den Wiener Volksschulen und in den übrigen Bundesländern bei allen Schülern zum Einsatz kommt, als auch beim Wiener Programm „Alles gurgelt“, bei dem sich die Schülerinnen und Schüler daheim testen und ihren Test entweder in der Schule oder anderen Abgabestellen in eine Box einwerfen, gebe es auch in Schulwoche zwei noch Probleme. „Es ist katastrophal.“ In einem Fall seien 70 Tests nicht abgeholt, im Schulergebnis aber als negativ ausgewiesen worden.

Ergebnisse kommen teils zu spät

Teilweise kämen die Ergebnisse erst nach zwei Tagen und seien damit unbrauchbar, berichtete auch Pflichtschulelternvertreter Paul Haschka. Bundesschulsprecherin Alexandra Bosek von der ÖVP-nahen Schülerunion ortete dabei Unterschiede zwischen den Bundesländern. Während es etwa in Wien nicht so gut klappe, bekomme sie aus Niederösterreich gute Rückmeldungen.

Am System der zusätzlichen PCR-Tests will sie freilich ebenso wie die Lehrervertreter festhalten. Diese würden für zusätzliche Sicherheit sorgen, so Bosek, sie machten das System aber eben auch komplizierter. Laut Bildungsministerium funktioniert das PCR-Test-System an den Schulen übrigens überwiegend gut, 95 Prozent der Tests seien ausgewertet worden.

Berichte über schwierige Zusammenarbeit mit Behörden

Erstaunlich schlecht funktioniert laut Lehrkörper und Schülerinnen und Schülern wieder die Zusammenarbeit mit den Gesundheitsbehörden eineinhalb Jahre nach Beginn der Pandemie. Die Behörden seien schlecht erreichbar, die Entscheidungen dauerten lange und würden bei vergleichbaren Fällen unterschiedlich ausfallen, berichtete Kimberger. Die Gewerkschaft habe deshalb auch schon in mehreren Fällen im Bildungsministerium interveniert.

„Schulen hängen in vielen Bundesländern in der Luft“

Bei Infektionsfällen gebe es teilweise am späten Nachmittag noch immer keine Rückmeldung, berichtete Krebs aus Wien. Und so würden Direktionen die Schüler fallweise anweisen, zur Sicherheit am nächsten Tag daheimzubleiben – auch wenn es gar nicht ihre Kompetenz sei, gesundheitsbehördliche Entscheidungen zu treffen.

Die im vergangenen Schuljahr nach vielen Beschwerden eingerichtete „Fastlane“ der Schulen zu den Gesundheitsbehörden funktioniere jedenfalls nicht wirklich. „Die Schulen hängen in vielen Bundesländern in der Luft“, sagte Bundesschulsprecherin Bosek.

Von Eltern kommen wiederum Klagen, dass Schulen im Fall von Infektionen teilweise nur sehr mangelhaft informiert würden. Für Elternvertreter Haschka hat das allerdings weniger mit CoV zu tun als mit einer generellen Geringschätzung der Eltern durch das Schulsystem.

Ihm bereitet ohnehin mehr Sorgen, dass durch den Fokus auf das Testen oder Neuerungen wie die günstigen Laptops für Schüler die Pädagogik auf der Strecke bleiben könnte. „Wir wollen, dass die Kinder und Jugendlichen im Mittelpunkt stehen, nicht Corona und nicht die Computer“, so sein Appell.

Vor wenigen Tagen ist das große Datenleck rund um die positiven PCR-Tests in Tirol bekanntgeworden. Mittlerweile fragten die ersten Personen beim Land nach, ob sie Teil des Datenlecks sind. Die Behörde verwies aber auf die HG Lab Truck, die im Zentrum der Vorwürfe steht. Expertinnen und Experten kritisieren das.

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Die Salzburger Patientenvertretung distanziert sich von den Forderungen ihrer Kollegen aus Wien und Niederösterreich nach einer CoV-Impfpflicht für Gesundheitsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter sowie Lehrpersonal. Eine etwaige Impfpflicht sei Angelegenheit des Bundes.

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Ausland

Nach dem großen Polizeieinsatz an der Synagoge in Hagen im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen hat es nach Angaben der Polizei vier Festnahmen gegeben.

Nach den Worten von NRW-Innenminister Herbert Reul habe es eine ernste extremistische Bedrohung gegeben. „Es bestand die Gefahr eines Anschlags auf die Synagoge in Hagen“, sagte Reul bei der Vereidigungsfeier junger Polizisten in Köln. „Ihre Kolleginnen und Kollegen haben das vermutlich verhindert.“

Der „Spiegel“ berichtete zuvor, ein 16-jähriger Syrer soll eine Sprengstoffattacke vorbereitet haben. Aus Sicherheitskreisen hieß es, auch der Generalbundesanwalt sei eingeschaltet.

Synagoge abgeriegelt

Gestern Nachmittag hatten starke Polizeikräfte die Synagoge in der Stadt abgeriegelt, nachdem es Hinweise auf eine „mögliche Gefährdungslage“ gegeben hatte. Die Straße in der Innenstadt, an der die Synagoge liegt, wurde in 250 Meter Abstand gesperrt. Ein für gestern Abend geplanter Gottesdienst zu Jom Kippur, dem höchsten jüdischen Feiertag, wurde kurzfristig abgesagt.

Zu Jom Kippur vor zwei Jahren hatte ein bewaffneter Rechtsextremist in Halle in Sachsen-Anhalt versucht, gewaltsam in die dortige Synagoge einzudringen. Als die Tür standhielt, erschoss er in der Nähe zwei Menschen und verletzte auf der Flucht zwei weitere.

In Afghanistan hat die neue Führung der militant-islamistischen Taliban nach offiziellen Angaben mehr als zwölf Mio. US-Dollar (etwa 10,2 Mio. Euro) in Form von Bargeld und Goldbarren beschlagnahmt.

Das teilte die Zentralbank gestern Abend (Ortszeit) in der Hauptstadt Kabul mit. Das Geld und das Gold seien in Häusern von Mitgliedern der früheren Regierung und ehemaliger hochrangiger Beamter gefunden worden, hieß es. Namentlich genannt wurde der ehemalige Vizepräsident Amrullah Saleh.

Saleh hatte sich im vergangenen Monat nach der Flucht des ehemaligen Präsidenten Aschraf Ghani zum amtierenden Präsidenten des zentralasiatischen Landes erklärt. Seit der Machtübernahme der Taliban Mitte August baut er in der Provinz Panjshir Widerstand auf. Die genaue Summe, die in Salehs Haus beschlagnahmt worden sein soll, wurde nicht mitgeteilt. Die Zentralbank wird mittlerweile von den Taliban kontrolliert.

Ein hochrangiger Taliban-Vertreter behauptete auf Twitter, man habe bei Saleh mehr als sechs Millionen US-Dollar in bar und 18 Goldbarren gefunden. Er selbst äußerte sich bisher nicht. Sein aktueller Aufenthaltsort ist unbekannt.

Zuvor hatte Afghanistans ehemaliger Botschafter in Tadschikistan, Mohammed Sahir Agbar, behauptet, Ghani habe bei seiner Flucht 169 Millionen Dollar mitgenommen. Der Ex-Präsident wies das zurück. Nach Medienberichten forderte die Zentralbank auch Banken auf, die Konten ehemaliger Offizieller einzufrieren.

Taliban dementieren internen Machtkampf

Unter der Taliban-Führungsriege ist Berichten zufolge ein offener Streit zwischen dem moderateren politischen Flügel und den militärischen Hardlinern ausgebrochen: Vizeregierungschef Abdul Ghani Baradar, eigentlich die Nummer zwei der Taliban, war mehrere Tage von der Bildfläche verschwunden.

Gestern tauchte er wieder auf und dementierte in einem Interview Streitigkeiten innerhalb der Taliban. Doch viele Fragen bleiben offen. Und es mehren sich die Indizien, dass das Haqqani-Terrornetzwerk in Kabul die Zügel in der Hand hält.

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Französische Streitkräfte haben den Anführer der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat in der größeren Sahara (ISGS) getötet. Wie Frankreichs Präsident Emmanuel Macron in der Nacht auf heute via Twitter mitteilte, wurde Adnan Abu Walid al-Sahrawi „neutralisiert“. Dem ISGS werden die meisten Anschläge in der Region zwischen Mali, dem Niger und Burkina Faso zugeschrieben.

„Das ist ein weiterer großer Erfolg in unserem Kampf gegen terroristische Gruppen in der Sahelzone“, fügte Macron hinzu. Der Präsidentenpalast bestätigte den Tod des Milizanführers. Zuletzt hatten die Angriffe des ISGS und anderer Milizen auf Zivilisten in der Region zugenommen.

Anschlag und Ermordungen

Sahrawis Gruppe hatte 2017 einen tödlichen Anschlag auf US-Soldaten verübt. Im August 2020 habe Sahrawi persönlich die Ermordung von sechs französischen Wohltätigkeitshelfern und ihrem nigerianischen Fahrer angeordnet, erklärte Macrons Büro.

Die ehemalige Kolonialmacht Frankreich hat seit 2013 Tausende Soldaten in der Region südlich der Sahara im Einsatz und schloss sich vergangenes Jahr mit westafrikanischen und europäischen Staaten zum Kampf gegen Islamisten zusammen. Die Gewalt von islamistischen Gruppen mit Verbindungen zur al-Kaida und dem Islamischen Staat (IS) nimmt in dem Gebiet zu.

Frankreich will sukzessive abziehen

Wegen der wachsenden Gewalt in der Sahelzone drängt Frankreichs Präsident seit Jahren auf die Unterstützung anderer europäischer Länder. Frankreich hat derzeit im Rahmen des Kampfeinsatzes Barkhane 5.100 Soldaten in der Sahelzone stationiert, will deren Zahl aber bis Anfang 2022 auf etwa die Hälfte reduzieren und den Kampfeinsatz beenden.

In Frankreich wie in den Sahelstaaten stand die Mission mangels Erfolgen zuletzt zunehmend in der Kritik.

Die Soldaten unterstützen die Truppen der Staaten Mali, Mauretanien, Burkina Faso, Niger und Tschad im Kampf gegen extremistische Gruppen. Das Bundesheer ist im Rahmen von UNO- und EU-Missionen ebenfalls mit rund 13 Soldaten in Mali vertreten. Seit dem vergangenen Jahr gibt es auf Druck Frankreichs in der Region auch eine europäische Einsatzgruppe namens Takuba.

Im deutschen Bundesland Sachsen-Anhalt hat der bisherige Amtsinhaber Reiner Haseloff (CDU) bei der Wahl zum Ministerpräsidenten im Landtag die nötige Stimmenmehrheit im ersten Wahlgang verfehlt. Nur 48 der 97 Abgeordneten stimmten mit Ja. Für eine Wahl benötigt Haseloff mindestens 49 Ja-Stimmen. Er muss sich nun einem zweiten Wahlgang stellen.

Verfehlt er auch im zweiten Wahlgang die absolute Mehrheit, würde im dritten Wahlgang die Mehrheit der abgegebenen Stimmen für die Wahl zum Regierungschef genügen. Die Sitzung wurde zunächst für eine Stunde unterbrochen.

Wäre nach überraschend klarem Sieg dritte Amtszeit

Die Koalition aus CDU, SPD und FDP verfügt im Magdeburger Landtag über 56 Stimmen. Die CDU hatte die Landtagswahl am 6. Juni mit 37,1 Prozent unerwartet klar gewonnen und stellt 40 Abgeordnete. Haseloff strebt als erster Regierungschef in Sachsen-Anhalt eine dritte Amtszeit an.

Schon bei seinen beiden vorherigen Wahlen hatte der heute 67-Jährige einen Dämpfer erhalten: 2011 stimmten mehrere Abgeordnete aus der Koalition aus CDU und SPD gegen Haseloff – wegen der damals großen Mehrheit reichte es für ihn dennoch im ersten Wahlgang. Zu Beginn der schwarz-rot-grünen Koalition 2016 wurde Haseloff hingegen erst im zweiten Wahlgang gewählt.

Tausende Menschen haben gestern im mittelamerikanischen Staat El Salvador gegen Präsident Nayib Bukele protestiert. Sie werfen ihm vor, die demokratischen Institutionen zu schwächen, um seine Machtposition zu festigen.

Der Protest wendet sich gegen das neue Gesetz, das Bitcoin neben dem US-Dollar zum gesetzlichen Zahlungsmittel macht, sowie die Entlassung der Richter des Obersten Gerichtshofs und des damaligen Generalstaatsanwalts im Mai.

„Bukele Diktator“

Bukele-freundliche Nachfolger wurden rasch gewählt, was scharfe Kritik aus den USA und von führenden internationalen Menschenrechtsgruppen hervorrief. Die Demonstranten schwenkten Transparente mit Slogans wie „Bukele Diktator“ und forderten den polarisierenden 40-Jährigen zum Rücktritt auf.

Protest in San Salvador
APA/AFP/Marvin Recinos

Auch wurde ein Bankomat zerstört, an dem man Bitcoin in Dollar umtauschen kann. Sie demonstrierten auch gegen ein Gerichtsurteil, das besagt, dass der Präsident zwei aufeinanderfolgende Amtszeiten absolvieren kann. Das eröffnet Bukele die Möglichkeit, sich 2024 der Wiederwahl zu stellen.

„Es ist wichtig zu sagen: Es reicht jetzt! Was die Regierung tut, ist arrogant, es ist autoritär“, sagte die 49-jährige Demonstrantin Dora Rivera. Nach Schätzungen der Organisatoren und eines Zeugen gegenüber der Agentur Reuters gingen rund 4.500 Menschen auf die Straße, darunter Gewerkschaften, Universitätsstudenten, Beschäftigte im Gesundheitswesen, Landwirte, Anwälte, LGBTQ-Gruppen, indigene Gemeinschaften und Mitglieder der politischen Opposition. Es gab keine Schätzung der Regierung, wie groß der Marsch war.

EU

In ihrer Rede zur Lage der EU hat Kommissionschefin Ursula von der Leyen angekündigt, demnächst die ersten Verfahren gegen Polen und Ungarn auf den Weg zu bringen. Die beiden Mitgliedsländer könnten dann wegen Rechtsstaatsverstößen um EU-Mittel umfallen. Aus Polen kommen harsche Töne – und die Auskunft, man wolle in der EU bleiben.

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Wirtschaft

Die deutsche Lokführergewerkschaft GDL und die Deutsche Bahn haben einem Insider zufolge ihren festgefahrenen Tarifkonflikt überraschend gelöst und eine Einigung erzielt. Gewerkschaft und Bahn lehnten eine Stellungnahme dazu ab, wollen sich aber auf einer gemeinsamen Pressekonferenz in Berlin dazu äußern.

Die Bahn war den Lokführern am Wochenende entgegengekommen und hatte eine zusätzliche Entgeltkomponente in Aussicht gestellt. Die GDL hatte ihren dritten und bisher längsten Streik in dieser Tarifrunde am Dienstag vergangener Woche beendet.

Vorige Woche hatte die Gewerkschaft aber damit gedroht, Anfang dieser Woche mit der Vorbereitung des nächsten Arbeitskampfes zu beginnen, sollte das Konzernmanagement bis dahin kein verbessertes Angebot vorlegen.

In der chinesischen Stadt Shenzhen haben sich gestern den dritten Tag in Folge Demonstrantinnen und Demonstranten vor dem Firmensitz des hoch verschuldeten Immobilienriesen Evergrande versammelt. Sorge um ihr Geld treibt nicht nur sie um – Fachleute fürchten Auswirkungen auf das Bankensystem und den Immobilienmarkt der zweitgrößten Volkswirtschaft.

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Der mit Spannung erwartete Strafprozess zur Manipulationsaffäre beim deutschen Autokonzern Volkswagen hat heute Vormittag begonnen. Pandemiebedingt musste das Betrugsverfahren mehrmals verschoben werden, nun ging es in der Stadthalle in Braunschweig im Bundesland Niedersachsen los.

Das Landgericht will die mutmaßliche persönliche Verantwortung von VW-Führungskräften für einen der größten deutschen Wirtschaftsskandale überhaupt aufklären.

Falsche Testergebnisse eingeräumt

Der Skandal flog im September 2015 auf, als die US-Umweltbehörde EPA über Manipulationen bei Abgastests von Dieselautos informierte. Kurz zuvor hatte VW falsche Testergebnisse eingeräumt. Wenige Tage später trat Konzernchef Martin Winterkorn zurück – eine Industriekrise ungeahnten Ausmaßes nahm ihren Lauf.

Seit mehreren Jahren schon sind zahlreiche Gerichte mit der Aufarbeitung zivilrechtlicher Aspekte wie der Entschädigung von Verbrauchern und Investoren beschäftigt. Allein für die juristischen Kosten sind bei VW mehr als 32 Mrd. Euro angefallen oder zurückgestellt worden.

Mittlerweile ist ein Schadenersatzdeal mit Winterkorn, weiteren früheren Topmanagern und Haftpflichtversicherern über eine Gesamtsumme von 280 Mio. Euro ausgehandelt.

Der mutmaßliche Tatzeitraum reicht zurück bis ins Jahr 2006. Die Angeklagten sollen laut Staatsanwaltschaft dafür verantwortlich gewesen sein, dass Behörden und Kunden mit der unzulässigen Software getäuscht wurden. Laut den Angaben wussten die vier, dass in Dieselmotoren illegale Abschalteinrichtungen – „defeat devices“ – zur gezielten Senkung von Stickoxidemissionen nur bei Tests eingesetzt wurden.

In Österreich fehlen laut Wirtschaftskammer (WKO) bis zu 8.000 Lkw-Fahrerinnen und Lkw-Fahrer. Der Personalmangel wird sich aber noch verschärfen: Von den derzeit rund 100.000 berechtigten Lenkerinnen und Lenkern werden in den kommenden zehn Jahren 20 Prozent in Pension gehen, hieß es von der Kammer zur „Kleinen Zeitung“ (Donnerstag-Ausgabe).

„In der Obersteiermark gibt es bereits Lkw, die stillstehen, weil das Personal fehlt“, sagt der steirische WKO-Fachgruppenobmann für Güterbeförderung, Peter Fahrner, der Zeitung. Dort gehe es vor allem um Holztransporte, die besonders herausfordernd seien.

Für Horst Schachner, steirischer Landesvorsitzender der Transportgewerkschaft Vida, gibt es einen zentralen Hebel, um den Beruf für den Nachwuchs attraktiver zu machen: „Das Einzige, was hilft, ist die Reduzierung der Arbeitszeit.“

Der Logistiker Gebrüder Weiss in Maria Saal (Kärnten) würde gerne weitere 20 bis 25 Lkw-Fahrer beschäftigen. „Hätten wir die Fahrer gehabt, hätten wir um 30 bis 40 Prozent mehr Aufträge annehmen können“, so Geschäftsführer Markus Ebner gegenüber der „Kleinen Zeitung“.

In Großbritannien haben aufgrund des Brexits viele Lkw-Fahrer aus Kontinentaleuropa das Land verlassen. Laut Schätzungen gibt es aktuell 100.000 Fahrer zu wenig, die Warenversorgung stockt teilweise.

„Was in Großbritannien passiert, ist durch den Brexit beschleunigt. Ich gehe aber fest davon aus, dass wir in Westeuropa die gleiche Situation haben werden, nur etwas zeitversetzt“, sagte Dirk Engelhardt vom deutschen Bundesverband Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung kürzlich der deutschen Nachrichtenagentur dpa. Auch in Deutschland würden bereits bis zu 80.000 Fernfahrer fehlen.

COV Ausland

Der Gesundheitsminister von Trinidad und Tobago hat einem vieldiskutierten Tweet der US-Rapperin Nicki Minaj über angebliche Nebenwirkungen einer Coronavirus-Impfung widersprochen. Die 38-Jährige hatte am Montag geschrieben, einem Freund ihres Cousins auf Trinidad seien nach der Impfung gegen das Coronavirus die Hoden angeschwollen, und er sei impotent geworden.

Damit sei seine bevorstehende Hochzeit abgesagt worden. Der Minister des Karibik-Staates, Terrence Deyalsingh, sagte gestern, es gebe keine Berichte über einen solchen Fall. Mittlerweile hat sich auch das Weiße Haus eingeschaltet.

„Viel Zeit damit verschwendet“

„Leider haben wir gestern so viel Zeit damit verschwendet, dieser falschen Behauptung nachzugehen“, sagte er. Minaj, die in Trinidad geboren wurde und in New York aufwuchs, hatte zunächst am Montag auf Twitter erklärt, sie werde sich nicht für die Met Gala impfen lassen. Sie werde sich dafür entscheiden, wenn sie finde, genug Informationen dazu eingeholt zu haben.

Der Modeausstellung in New York am Montag, bei der ein Impfzwang galt, blieb sie fern. Kurz nach diesem Tweet folgte die Anekdote über ihren Cousin. Minaj riet dabei auch ihren mehr als 22 Millionen Followern, sich die Entscheidung zur Impfung gut zu überlegen und sich nicht einschüchtern zu lassen.

Fauci und Krammer antworten

Dafür erntete der Popstar viel Spott und Kritik – auch offline. „Sie sollte es sich zweimal überlegen, ob sie Informationen verbreitet, die wirklich keine Grundlage haben“, sagte der US-Gesundheitsexperte Anthony Fauci gegenüber CNN.

Großbritanniens oberster medizinischer Regierungsberater Chris Whitty sagte am Dienstag, Minaj solle sich schämen. Es gebe Menschen, die Unwahrheiten über die Impfung verbreiteten, obwohl sie es besser wüssten.

Schon am Dienstag hatte sich der in den USA arbeitende Impfforscher Florian Krammer auf Twitter zu Wort gemeldet. Angesichts der Symptome sei eine Chlamydien-Infektion die wahrscheinlichere Ursache. Und für diese sexuell übertragbare Krankheit gebe es leider keine Impfung.

Weißes Haus schaltete sich ein

Ihr Tweet lieferte vor allem in den USA auch deshalb Gesprächsstoff, weil der einflussreiche rechte TV-Moderator Tucker Carlson ihn in seiner Sendung auf Fox News als „vernünftig“ lobte. Carlson sät immer wieder Zweifel an der Notwendigkeit und der Sicherheit der Impfstoffe gegen das Coronavirus.

Minaj hatte zuletzt auch getwittert, sie werde sich wahrscheinlich irgendwann impfen lassen. Gestern schrieb sie, sie sei ins Weiße Haus eingeladen worden. Dort werde sie im Namen der Menschen, die dafür verspottet worden seien, einfach nur menschlich zu sein, Fragen stellen.

Der US-Beamte widersprach dieser Darstellung jedoch laut Medienberichten und erklärte, es handle sich lediglich um ein Telefongespräch mit einem Experten über die Sicherheit und Wirksamkeit der Vakzine, das ihr angeboten worden sei.

Im Umfeld von Russlands Präsident Wladimir Putin hat es mehr CoV-Fälle gegeben als ursprünglich bekannt.

„Nicht nur ein oder zwei, sondern mehrere Dutzend Menschen“ seien mit dem Virus infiziert, sagte Putin heute in einer Videokonferenz auf der Tagung der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (OVKS). Der Staatschef hatte sich am Dienstag in Quarantäne begeben, nachdem ein Infektionsfall eines engen Mitarbeiters festgestellt worden war.

Putin musste den OVKS-Gipfel in Tadschikistan wegen der Quarantäne absagen. Er entschuldigte sich bei den Partnerländern für die Absage aufgrund Dutzender Fälle des Coronavirus in seinem engen Umfeld.

Der 68-jährige Staatschef ist nach eigenen Aussagen im Juni mit dem russischen Impfstoff „Sputnik V“ geimpft worden. Putin sei „absolut gesund“, sagte sein Sprecher Dmitri Peskow am Dienstag.

Inland

Pflegekräfte stärken, pflegende Angehörige entlasten: Rudi Anschober (Grüne) wollte vor seinem Abschied aus der Politik als Sozialminister im Frühling 2021 eine Reform des Pflegewesens in Österreich angehen. Schon die Jahre zuvor waren konkrete Reformmaßnahmen nur Lippenbekenntnisse.

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Die Osttiroler Gemeinde Tristach entfernt einen Gedenkstein, der vor 40 Jahren für den SS-General Helmuth von Pannwitz errichtet worden ist. Der Kriegsverbrecher wurde einst in Russland verurteilt und hingerichtet.

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Medien

Der 35-köpfige ORF-Stiftungsrat hat heute die vier zentralen Direktoren bestellt. Unter dem designierten ORF-Generaldirektor Roland Weißmann wird ORF-III-Geschäftsführerin Eva Schindlauer Finanzdirektorin, ORF-III-Chefredakteurin Ingrid Thurnher Radiodirektorin, Puls-4-Senderchefin Stefanie Groiss-Horowitz Programmdirektorin und GIS-Chef Harald Kräuter Technikdirektor.

Die vier zentralen Direktoren kamen auf 32 von 35 Stimmen. Dabei gab es keine Gegenstimme, nur drei Enthaltungen. Diese entfielen auf den FPÖ-Freundeskreis, wie dessen Leiterin Barbara Nepp sagte. Neben Nepp enthielten sich noch Georg Watschinger und Corinna Heinreichsberger.

Damit stimmten weit mehr Stiftungsräte für das Personalpaket als im August für Weißmann. Er kam mit türkis-grüner Unterstützung auf 24 von 35 Stimmen. Die Bestellung der Landesdirektoren erfolgt noch.

Frauenanteil künftig 75 Prozent

Bei den zentralen Direktorenposten beträgt der Frauenanteil künftig 75 nach bisher 50 Prozent, wobei Weißmann die unter dem amtierenden ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz eingeführte Direktionsstruktur beibehält.

Eine Anpassung hat er in den Raum gestellt. Ausschlag könnte etwa der Abschluss der Besiedelung des derzeit in Bau befindlichen multimedialen Newsrooms geben. Im Zuge dessen übersiedeln auch die für das Radio beschäftigten ORF-Mitarbeitenden auf den Küniglberg.

Wrabetz, der noch bis 1. Jänner 2022 als Generaldirektor das größte Medienunternehmen des Landes führt, will die zahlreichen teils gewichtigen Führungspositionen im multimedialen Newsroom noch heuer besetzen. Dabei soll es zu einer Abstimmung mit Weißmann kommen – wie auch bei der im Herbst fälligen Neufestsetzung der GIS-Gebühren und Gesprächen für eine ORF-Gesetzesnovelle.

Umwelt & Klima

Am Rande der UNO-Generaldebatte in New York soll am Montag ein Treffen von Staats- und Regierungschefs zur Klimakrise stattfinden.

Die Gespräche hinter verschlossenen Türen werden von UNO-Generalsekretär Antonio Guterres und dem britischen Premier Boris Johnson geleitet, wie ein hochrangiger UNO-Vertreter gestern (Ortszeit) mitteilte. Die Generaldebatte erfolgt rund sechs Wochen vor der in der schottischen Stadt Glasgow geplanten Weltklimakonferenz COP26.

„Letzter großer Moment im internationalen Kalender vor COP26“

Die britische UNO-Botschafterin Barbara Woodward nannte das Treffen in New York den „letzten großen Moment im internationalen Kalender vor der COP26“. Der Klimawandel sei Großbritanniens „oberste Priorität“. Sie wolle mehr Länder dazu bringen, „die Emissionen zu senken, insbesondere aus der Kohle auszusteigen und die Natur zu schützen“.

Laut dem UNO-Beamten haben sich Staats- und Regierungschefs in den vergangenen zwei Jahren zwar im Rahmen der G-7- und G-20-Treffen zur Klimakrise ausgetauscht. Es habe aber kein Forum gegeben, in dem die führenden Wirtschaftsnationen mit den am stärksten betroffenen Staaten hätten zusammenkommen können.

Auf die Frage, weshalb das Treffen hinter verschlossenen Türen stattfinde, antwortete der UNO-Vertreter, das solle „einen offenen Dialog ermöglichen“, anstatt „vorbereitete Erklärungen abzugeben“. Das Treffen sei teils persönlich, teils virtuell geplant.

Mehr als 99 Prozent aller Taxis in Wien haben einen Diesel- oder Benzinmotor. Das soll sich bald ändern, denn spätestens ab 2025 sollen in Österreich nur noch Taxis mit emissionsfreiem Antrieb neu zugelassen werden. Dafür wird eine neue Ladetechnologie entwickelt.

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Sport

Der LASK hofft nach dem Ende der Ära Dominik Thalhammer unter Interimscoach Andreas Wieland im hohen Norden auf einen gelungenen Neustart. Anders als in der heimischen Bundesliga dürfen die Linzer im Europacup auf Erfolgserlebnisse zurückblicken.

Das soll zum Auftakt der Europa Conference League heute (18.45 Uhr) bei HJK Helsinki beflügeln. Allerdings muss der LASK gegen den finnischen Meister einige Stammkräfte vorgeben.

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David Alaba hat gestern bei seinem Champions-League-Debüt für Real Madrid einen Sieg bei Inter Mailand geholt. Der Wiener erkämpfte mit den „Königlichen“ im Meazza-Stadion gegen den italienischen Meister dank eines späten Tores einen 1:0-Sieg.

Für eine Sensation in Gruppe D sorgte Sheriff Tiraspol mit einem Erfolg gegen Schachtar Donezk. Im Schlager Liverpool gegen Milan setzten sich die „Reds“ knapp durch.

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Der nächste große Angriff des Starensembles Paris Saint-Germain auf den erstmaligen Gewinn der UEFA Champions League ist gestern ernüchternd angelaufen. Frankreichs Vizemeister musste sich mit seinem Traumsturm Lionel Messi/Neymar/Kylian Mbappe in Belgien bei Club Brügge mit einem 1:1 begnügen. Manchester City startete hingegen furios und gewann bei einem wahren Torspektakel mit 6:3 gegen RB Leipzig.

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Acht WM-Medaillen hat Jakob Schubert in seiner Karriere bereits geholt, in Moskau geht es für den Tiroler ab heute um die Erweiterung dieser stolzen Sammlung. Der 30-Jährige gönnte sich nach Bronze in der Kombination bei den Olympischen Spielen nur eine kurze Pause, die besten Chancen in Russland hat er in seiner Paradedisziplin Vorstieg.

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Chronik

Ein 64-jähriger Mann aus Klagenfurt ist gestern bei einem Badeunfall im Wörthersee tödlich verunglückt. Taucher entdeckten den leblosen Körper in den Abendstunden. Der Notarzt konnte nur noch den Tod des Mannes feststellen.

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Ein E-Scooter-Fahrer hat gestern Vormittag in Wien bei einer Kreuzung das Rotlicht missachtet und mit dem Roller eine 74-jährige Fußgängerin gerammt. Sie wollte gerade den Schutzweg bei Grün überqueren. Die Pensionistin erlitt mehrere Prellungen und wurde ins Spital gebracht.

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Nach der aktuellen Ziehung von Lotto „6 aus 45“ wartet in der nächsten Spielrunde ein Doppeljackpot. Im Topf liegen zusätzlich zum ersten Rang der nächsten Runde knapp 1,48 Millionen Euro.

Es wurden folgende Gewinnzahlen gezogen:

4 5 19 27 36 41 / Zusatzzahl 37

Die Gewinnzahlen bei LottoPlus lauten:

6 12 13 17 26 27

Der richtige Joker:

4 0 5 5 2 3

Alle Angaben ohne Gewähr

Mexikos Staatslotterie hat ein früheres Haus des Ex-Drogenbosses Joaquin „El Chapo“ Guzman verlost. Bei einer Sonderziehung, wenige Stunden vor den Feierlichkeiten zu Mexikos Unabhängigkeitstag, gewann das Los mit der Nummer 1.438.619 das Haus in der westlichen Stadt Culiacan. Es ist unklar, ob dieses Los gekauft worden war.

Mit anderen Häusern per Tunnel verbunden

Bei dem 261 Quadratmeter großen Haus in Culiacan, der Wiege des Sinaloa-Drogenkartells, handelte es sich um eines von sieben, die dort durch ein Tunnelsystem miteinander verbunden waren. In einem von ihnen entkam Guzman durch eine Luke unter der Badewanne in die Kanalisation, als ihn Soldaten am 17. Februar 2014 festnehmen wollten. Es war eine von mehreren aufsehenerregenden Fluchten des damaligen Kartellchefs, der unter anderem aus zwei Hochsicherheitsgefängnissen entkommen war. Seit zwei Jahren verbüßt der heute 64-Jährige in den USA eine lebenslängliche Haftstrafe.

Die mexikanische Regierung hatte mehrmals versucht, das Haus zu versteigern, aber keinen Käufer bzw. keine Käuferin gefunden. Der Erlös der Sonderverlosung der Nationallotterie sollte den mexikanischen Athletinnen und Athleten zugutekommen, die in diesem Jahr an den Olympischen und Paralympischen Spielen in Tokio teilgenommen hatten.

Hauptpreis war Loge in Aztekenstadion

Es gab insgesamt 22 Sachpreise zu gewinnen – darunter viele Immobilien von kriminellen Gruppen, die beschlagnahmt worden waren. Als Hauptpreis galt allerdings eine Loge im Aztekenstadion mit Nutzungsrecht bis 2065. Wie in Mexiko üblich, zogen uniformierte Kinder in der Hauptstadt Kugeln aus goldfarbenen Trommeln und riefen die darauf stehenden Nummern aus, wie live im Internet zu sehen war.

Bei einem Erdbeben der Stärke 5,4 in China sind heute drei Menschen ums Leben gekommen und Dutzende verletzt worden.

Nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS lag das Epizentrum in der Region Sichuan im Südwesten des Landes in rund zehn Kilometer Tiefe und etwa 120 Kilometer südwestlich der Millionenstadt Chongqing, in deren Umkreis rund 30 Millionen Menschen leben. Den lokalen Behörden zufolge wurden drei Menschen schwer und 57 leicht verletzt.

Laut der USGS ist mit „erheblichen Schäden“ zu rechnen. Die Stadt Luzhou entsandte einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua zufolge Rettungskräfte in das Gebiet.

10.000 Menschen in Notunterkünften

Die Feuerwehr von Sichuan veröffentlichte Bilder, auf denen Rettungskräfte zu sehen sind, die unter Trümmern nach Verschütteten suchten. Das Beben zerstörte Dutzende Häuser und beschädigte zahlreiche weitere im Bezirk Luxian. Der Lokalregierung zufolge wurden mindestens 10.000 Menschen in Notunterkünfte gebracht.

In China kommt es häufig zu Erdbeben, insbesondere in den bergigen Regionen im Westen und Südwesten des Landes. In der Region um die Provinz Yunnan, wo mehr als 100.000 Menschen leben, treffen die Indische und die Eurasische Platte aufeinander.

In Sichuan waren 2008 bei einem Beben der Stärke 7,9 insgesamt 87.000 Menschen getötet worden. 2010 starben bei einem Erdstoß der Stärke 6,9 in der Provinz Qinghai rund 3000 Menschen.

Science

Wenn Menschen aufmerksam dieselbe Geschichte hören, gleicht sich ihr Herzschlag an – manchmal schlägt das Herz schneller, manchmal langsamer. Davon berichten US-Forscher, die ihren Studienteilnehmerinnen und -teilnehmern Jules Vernes „20.000 Meilen unter dem Meer“ vorlesen ließen.

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Das über der Antarktis auftretende Ozonloch ist in diesem Jahr ungewöhnlich groß. Es sei bereits größer als der gesamte dort liegende Kontinent, teilte der Copernicus-Atmosphärenüberwachungsdienst der Europäischen Union mit.

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An der Universität Innsbruck findet ab heute ein dreitägiges Symposium zum Thema Wehrmachtsdeserteure statt. Dabei stellen Forscherinnen und Forscher aus dem In- und Ausland neue Erkenntnisse über die Fluchtrouten und die Versorgung von Deserteuren sowie deren Verfolgung vor.

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Kultur

Die Künstlerin Hito Steyerl lehnt eine Auszeichnung mit dem deutschen Bundesverdienstkreuz vorerst ab. Das kündigte sie in einem Brief an Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier an, den die Wochenzeitung „Die Zeit“ heute veröffentlicht.

Die Künstlerin kritisiert darin, wie die Politik während der Pandemie mit der Kultur und dem Bildungswesen umgegangen sei.

Künstlerin Hito Steyerl
picturedesk.com/dpa/Rolf Vennenbernd

„In den letzten 18 Monaten hat sich erwiesen, dass die Bereiche Bildung und Kultur in der Krise am wenigsten zählen“, schreibt Steyerl. Sie sei keine Lockdown-Gegnerin und könne sich nicht weit genug von Schwurblern distanzieren.

Ein halb garer, „dafür aber endloser Lockdown“ habe es jedoch einem Teil der Bevölkerung ermöglicht, fast ohne Einschränkungen durch die Pandemie zu kommen, während anderen auf Dauer die Lebensgrundlagen entzogen worden seien, schreibt Steyerl.

Ideen zur Unterstützung von Kultur und Bildung

Die Künstlerin schlug in ihrem Schreiben einige Ideen vor, wie man ihrer Meinung nach Kultur und Bildung unterstützen könnte – etwa indem man die soziale Sicherheit für Kulturschaffende, den Kampf gegen Diskriminierung und damit die Chancengleichheit verbessere; vor allem aber auch, indem man „den gesellschaftlichen Verständigungsprozess der Kontrolle digitaler Monopolisten wie Facebook“ entziehe.

Steyerl sollte nach Angaben des Bundespräsidialamts Anfang Oktober mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet werden. Diesmal werden vor dem Tag der Deutschen Einheit mehrere Künstlerinnen und Künstler geehrt, die sich während der Pandemie engagiert haben. Steyerls Entscheidung werde respektiert und gleichermaßen bedauert, sagte eine Sprecherin des Bundespräsidenten gestern Abend.

Religion

Papst Franziskus hat Impfverweigerer unter den Kardinälen angesprochen und sich erneut für CoV-Impfungen starkgemacht. „Im Kardinalskollegium gibt es ein paar Verweigerer“, sagte er während einer seiner „fliegenden Pressekonferenzen“ an Bord eines Flugzeugs, das ihn heute von der Slowakei zurück nach Rom brachte. „Einer von ihnen, der arme Mann, hat sich mit dem Virus angesteckt“, fügte der Papst hinzu.

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