COV Inland

Die Anzahl der Covid-19-Kranken in Österreich ist weiter gesunken. Landesweit wurden (Stand heute 11.00 Uhr) 470 Krankheitsfälle verzeichnet, 27 weniger als gestern. Insgesamt gibt es hierzulande bisher 16.637 bestätigte Fälle. 448.534 Tests wurden bisher durchgeführt.

70 Menschen befinden sich wegen der Infektion in Spitalsbehandlung. Hinzu kommen 27 Personen, die aktuell auf der Intensivstation behandelt werden müssen. Hier gibt es einen Anstieg, gestern waren es noch 23 Personen. Die Anzahl der Verstorbenen liegt der Definition des Epidemiologischen Meldesystems (EMS) zufolge derzeit bei 638.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Hinweis zur Aktualisierung der Daten

Um die Daten zur Zahl der Coronavirus-Infektionen weiter aktuell zu halten, übernimmt ORF.at die Informationen direkt aus dem offiziellen Dashboard des Gesundheitsministeriums. Wichtig: Die aktuellen Fallzahlen im Kopf der Seite werden stündlich aktualisiert, die Verlaufsgrafiken zum Tageswechsel, um die Vergleichbarkeit zu gewährleisten.

Genaue Informationen zu Definitionen, Herkunft der Daten, Aktualisierung und FAQs finden sich im Infopoint Coronavirus von ORF.at.

Mehr dazu in Daten und Karten und Daten-Updates und Quellen

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) spricht sich auch im Zusammenhang mit dem Coronavirus gegen eine Impfpflicht aus. „Es braucht sich keiner Sorgen machen vor einer Impfpflicht“, sagte Kurz heute in der Ö3-Sendung „Frühstück bei mir“. Aktuell gehe es ohnehin darum, einen Impfstoff zu entwickeln und welche Länder dann damit als erstes versorgt würden, so Kurz.

Auch Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) hatte sich bereits gegen eine Impfpflicht ausgesprochen. „Meine Erwartung und Hoffnung ist, dass die Krise so manifest da ist, dass das auf freiwilliger Ebene auch erreichbar ist“, sagte der Gesundheitsminister vor einigen Tagen.

Nach der Post ist nun auch der Onlinehändler Amazon mit Coronavirus-Infektionen konfrontiert. Im Verteilzentrum in Großebersdorf (Niederösterreich) wurden acht Mitarbeiter positiv getestet. Sieben davon sind in Wien gemeldet.

Mehr dazu in noe.ORF.at

In Wien ist die Zahl der bestätigten Coronavirus-Infektionen laut medizinischem Krisenstab der Stadt mit Stand Sonntag bei 3.288 gelegen. Das bedeutet einen Zuwachs von 45 seit gestern.

Mehr dazu in wien.ORF.at

COV Ausland

Erstmals seit März hat es in Schweden innerhalb von 24 Stunden keinen neuen Todesfall im Zusammenhang mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 gegeben. Das teilte die nationale Gesundheitsbehörde heute mit. Insgesamt starben in dem skandinavischen Land nach amtlichen Angaben infolge der Pandemie seit dem 11. März annähernd 4.400 Menschen. Etwa 37.500 Menschen haben sich infiziert.

Die relativ hohe Zahl – gemessen an zehn Millionen Einwohnern – sei vor allem auf Infektionen in Pflegeheimen in und um die Hauptstadt Stockholm zurückzuführen, heißt es. Anders als in vielen anderen Ländern hat Schweden Schulen und Kindergärten nicht geschlossen. Die Bürger und Bürgerinnen wurden lediglich gebeten, Abstand zu halten.

Der wegen der Coronavirus-Pandemie geltende Ausnahmezustand in Spanien soll ein letztes Mal bis zum 21. Juni verlängert werden. „Wir haben noch die Notwendigkeit einer letzten Verlängerung des Ausnahmezustandes um zwei weitere Wochen“, sagte Regierungschef Pedro Sanchez heute in Madrid. Eigentlich sollte der Ausnahmezustand, auf dessen Grundlage die Regierung die europaweit schärfste Ausgangssperre verhängt hatte, am 7. Juni enden.

Die nunmehr bereits sechste Verlängerung des Ausnahmezustandes solle am Mittwoch vom Parlament beschlossen werden, kündigte Sanchez an. Das Land sei inzwischen in der Krise auf einem guten Weg, es brauche aber noch weitere Schutzmaßnahmen und Bewegungseinschränkungen. Deshalb solle der Ausnahmezustand nochmals verlängert werden.

Wachsender Widerstand

Die fünfte Verlängerung war am 20. Mai erfolgt. Ursprünglich hatte Sanchez eine einmonatige Verlängerung gefordert, wegen wachsenden Widerstands gegen die Beschränkungen in Parlament und Bevölkerung ließ er damals aber nur über eine zweiwöchige Verlängerung abstimmen.

Auf Grundlage des Ausnahmezustandes hatte die spanische Regierung am 14. März die europaweit schärfste Ausgangssperre verhängt, die inzwischen aber deutlich gelockert wurde. In dem besonders stark vom Coronavirus betroffenen Land starben mehr als 27.000 Menschen an der durch das Virus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19.

Keine Quarantäne für Einreisende ab 21. Juni

Sanchez teilte zudem mit, dass die angeordnete Zwangsquarantäne für aus dem Ausland Eingereiste schon zum 21. Juni aufgehoben werden soll. Die Grenzen werde man für Touristen aber wie angekündigt erst am 1. Juli öffnen, erklärte Sanchez.

Im Juli wolle man „in Spanien viele ausländische Touristen mit Sicherheitsgarantien für die Besucher und auch für die gesamte Bevölkerung begrüßen“, so Sanchez. Von der vorverlegten Aufhebung der Pflicht zur zweiwöchigen häuslichen Isolierung werden im Juni jene Menschen profitieren, die in Spanien einreisen dürfen, weil sie im Land entweder einen Erstwohnsitz haben oder aus beruflichen Gründen einreisen. Bisher hatte Madrid von einer Aufhebung der am 15. Mai eingeführten Zwangsquarantäne zum 1. Juli gesprochen.

In Russland ist die Zahl der Coronavirus-Infizierten kurz vor geplanten größeren Lockerungen auf über 400.000 gestiegen. Die amtliche Statistik wies heute 9.268 neue Fälle aus. Die Gesamtzahl stieg damit auf 405.843, darunter nach offiziellen Angaben 4.693 Todesfälle.

Ungeachtet der stark steigenden Zahlen beginnt morgen in Russland eine größere Lockerungswelle. Erstmals seit mehr als zwei Monaten Ausgangssperre sind in Moskau – Europas größter Stadt – wieder Spaziergänge an einzelnen Tagen und Frühsport im Freien erlaubt. Verschärft wird allerdings der Maskenzwang.

Maskenpflicht auf der Straße

Mund-und-Nasen-Schutz ist dann nicht mehr nur in öffentlichen Räumen und Verkehrsmitteln Pflicht, sondern auch auf der Straße. In der russischen Hauptstadt werden erstmals wieder Geschäfte und Einkaufszentren sowie Dienstleistungsbetriebe wie Reparaturwerkstätten und Reinigungen unter strengen Hygienevorschriften geöffnet. Dadurch können 300.000 Menschen wieder zur Arbeit. Friseure und Gaststätten bleiben geschlossen.

Fahrten in öffentlichen Verkehrsmitteln sind weiter nur mit einem von der Stadt ausgegebenen elektronischen Passierschein erlaubt. Zudem ist das Tragen von Handschuhen vorgeschrieben. Auch in vielen anderen Teilen Russlands sind Lockerungen geplant.

Auf einem Sonderflug der deutschen Wirtschaft nach China ist bei einem der 180 Passagiere das Coronavirus nachgewiesen worden. Obwohl der 34-Jährige wie alle anderen vor dem Abflug in Frankfurt getestet worden war, fiel eine weitere Untersuchung nach der Ankunft in der nordchinesischen Stadt Tianjin positiv aus.

Nach Angaben der städtischen Gesundheitskommission von heute hat der Ingenieur keine Symptome. Er wurde zur medizinischen Beobachtung in eine Quarantäneeinrichtung gebracht.

Erste Rückholaktion für in China Beschäftigte

Der Flug war die erste Rückholaktion für in China Beschäftigte sowie deren Familienangehörige. Auch vier deutsche China-Korrespondenten waren an Bord. Nachdem China Ende März die Grenze für Ausländer geschlossen hatte, waren sie alle in Deutschland gestrandet.

Den Rückflug hatte die deutsche Handelskammer in China in Zusammenarbeit mit den chinesischen Behörden organisiert, um die wirtschaftliche Kooperation zwischen beiden Ländern wieder voranzubringen. Es war auch der erste Passagierflug der Lufthansa nach China seit vier Monaten, ein weiterer soll am Mittwoch nach Schanghai folgen.

„Nicht auszuschließen“

Die Handelskammer bestätigte den Fall. „Es war nicht auszuschließen“, sagte der Geschäftsführer Jens Hildebrandt der dpa. „Das wusste auch die chinesische Seite.“ Aus diesem Grund seien auch die umfangreichen Vorsichtsmaßnahmen mit zwei Untersuchungen bei Abflug und Ankunft, einem Antikörpertest und zweiwöchiger Quarantäne in Tianjin getroffen worden. Der betroffene Passagier werde jetzt noch einmal getestet, um den Befund zu verifizieren. Dann werde über das weitere Vorgehen entschieden.

Die Stadt München schreitet gegen die Verwendung des gelben „Judensterns“ auf Coronavirus-Demonstrationen ein. Das Verbot sei bereits Teil des Auflagenbescheids der Stadt München für die Demonstration gestern gewesen, bestätigte ein Sprecher der Polizei auf Anfrage. Zuerst hatte der Bayerische Rundfunk (BR) darüber berichtet.

Wie in anderen Städten auch hatten in der bayerischen Landeshauptstadt mehrere hundert Menschen gegen eine Beschneidung von Grundrechten beim Kampf gegen das Virus protestiert. Bei der Demonstration in München sei allerdings kein Verstoß gegen die Auflage registriert worden, sagte der Polizeisprecher.

Hintergrund des Verbots ist, dass auf einigen Coronavirus-Kundgebungen der Judenstern, eine den Juden von den Nationalsozialisten aufgezwungenen Kennzeichnung, mit der Inschrift „ungeimpft“ gezeigt wurde. Damit sollen Assoziationen an die Verfolgung während der Nazi-Zeit geweckt werden. Das will die Stadt München nun nicht mehr dulden. Laut Polizei droht bei einem Verstoß ein Bußgeld.

Inland

Vor der für Donnerstag geplanten Aussage von Ex-Vizekanzler Heinz-Christian Strache im „Ibiza“-Untersuchungsausschuss sind am Wochenende neue Ermittlungen gegen den früheren FPÖ-Obmann bekannt geworden. Laut „Presse“ geht die Korruptionsstaatsanwaltschaft einem Bestechungsverdacht im Zusammenhang mit der von der ÖVP-FPÖ-Regierung beschlossenen Reform der Privatkrankenanstalten-Finanzierung nach.

Strache hatte sich 2017 – also noch vor der FPÖ-Regierungsbeteiligung – öffentlich dafür eingesetzt, der Vienna International Medical Clinic (VIMC) Mittel aus dem Privatanstalten-Finanzierungsfonds (PRIKRAF) zukommen zu lassen. Deren Betreiber Walter Grubmüller leistete damals eine 10.000-Euro-Parteispende an die FPÖ. Ende 2018 legte die ÖVP-FPÖ-Koalition schließlich eine Reform des Fonds vor, die auch Grubmüllers VIMC erfasste.

Nachrichten auf Handy

So weit war die Causa schon bisher bekannt. Wie „Die Presse“ berichtete, prüft nun allerdings die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) die damaligen Vorgänge. Anlass dafür sind auf Straches Handy gefundene Nachrichten, in denen von Flügen nach Ibiza und Korfu in Grubmüllers Privatjet die Rede sein soll. Außerdem bittet Grubmüller Strache um das „Spendenkonto für die EU-Wahl“ 2019.

Sowohl Grubmüller als auch Strache betonen allerdings, dass die Reise nach Korfu nie zustande kam und dass Strache für den Flug nach Ibiza selbst bezahlt habe. „Den kolportierten Flug 2018 nach Korfu gab es überhaupt nicht, da HC Strache 2018 nicht auf Korfu war. Und einen Flug von ihm und seiner Familie auf eine spanische Ferieninsel bezahlte sich HC Strache nachweislich selbst“, betonte Christian Höbart, Generalsekretär des kürzlich gegründeten Team Strache in einer Aussendung.

Höbart empörte sich außerdem, dass Strache erst durch Medien vom neuen Ermittlungsverfahren erfahren habe und forderte Justizministerin Alma Zadic (Grüne) zum Eingreifen auf.

SPÖ: „Zuckerln“ rückgängig machen

Die SPÖ plädierte indessen dafür, „schwarz-blaue Zuckerln für Schönheitskliniken“ rückgängig zu machen. Die Grünen wollen den Verdacht des Gesetzeskaufs im U-Ausschuss nachgehen.

Die Regierung verspricht Firmen für jeden Lehrling, der im Zeitraum 16. März bis 31. Oktober 2020 neu eingestellt wird, einen Bonus von 2.000 Euro. Das Geld soll in zwei Tranchen ausgezahlt werden: 1.000 bei Beginn der Lehre, 1.000 bei Behalten nach der Probezeit. Das teilte die Regierung zunächst der „Kronen Zeitung“ und heute auch anderen Medien mit.

Gefördert wird auch die Übernahme von Lehrlingen im ersten Lehrjahr aus der Überbetrieblichen Lehrausbildung bis 31. März 2021. Wenn das Lehrverhältnis in der Probezeit gelöst wird, ist die erste Tranche zurückzuzahlen, „um Missbrauch vorzubeugen“, teilte das Bundeskanzleramt mit.

Ab 2021/22 soll für Schüler ab der neunten Schulstufe ein Pflichtfach Ethik eingeführt werden – allerdings nur für jene, die keinen Religionsunterricht besuchen. 70 Prozent der Österreicher und Österreicherinnen würden sich jedoch laut einer repräsentativen Umfrage des Gallup-Instituts (Stichprobe: 1.000 Befragte) für den Verein „Ethik für ALLE“ ein Pflichtfach Ethik für alle Schüler und Schülerinnen wünschen.

Das derzeitige Regierungsmodell wird laut der Aussendung von heute hingegen nur von 16 Prozent der Befragten befürwortet. 13,5 Prozent lehnen die Einführung eines Ethikunterrichts grundsätzlich ab.

Initiative: „Längst überfällig“

Eytan Reif, Sprecher und Mitinitiator des Volksbegehrens „Ethik für ALLE“, fordert angesichts der Mehrheit für ein allgemeines Pflichtfach Ethik, „die Meinung der Bevölkerung ernst zu nehmen, die zur Begutachtung vorgelegten Gesetze umgehend zurückzuziehen und die längst überfällige Einführung eines Ethikunterrichts für alle Schülerinnen und Schüler voranzutreiben“.

Derzeit wird Ethik als Ersatzfach an 233 AHS und BMHS (berufsbildenden mittleren und höheren Schulen) als Schulversuch angeboten. Nun soll dieser ins Regelschulwesen überführt werden. Betroffen sind alle Schüler an AHS-Oberstufen, BMHS, Berufsschulen und Polytechnischen Schulen, die keinen Religionsunterricht besuchen, weil sie entweder keiner Konfession angehören oder sich vom konfessionellen Religionsunterricht abgemeldet haben.

Endausbau im Schuljahr 2025/26

Begonnen wird 2021/22 zunächst mit den neunten Schulstufen, im Jahr darauf kommen die zehnten dazu usw. Der Endausbau wird dann 2025/26 erreicht sein. Der entsprechende Gesetzesentwurf ist derzeit in Begutachtung. Das Fristende ist am 3. Juli.

Ausland

Vier Jahre nach dem historischen Friedensvertrag zwischen der kolumbianischen Regierung und der linken Guerillaorganisation FARC haben Splittergruppen der Rebellen einem Geheimdienstbericht zufolge wieder Tausende Mitglieder. Innerhalb von nur einem Jahr hätten die illegalen Gruppen ihre Stärke auf rund 4,600 Mitglieder verdoppelt, zitierte heute die renommierte Zeitung „El Tiempo“ aus einem vertraulichen Bericht des militärischen Geheimdienstes. Damit sind die Überreste der FARC nach der Rebellengruppe ELN wieder die zweitstärkste Guerillaorganisation des Landes.

Ende 2016 hatten die Farc und die Regierung den jahrzehntelangen Konflikt mit rund 220.000 Toten und Millionen Vertriebenen in dem südamerikanischen Land mit einem Friedensvertrag beendet. Die meisten Guerilla-Kämpfer legten die Waffen nieder. Allerdings wurden daraufhin zahlreiche ehemalige Rebellen von rechten Paramilitärs getötet. Auch die Wiedereingliederung ins zivile Leben gestaltete sich oft schwierig. Zahlreiche frühere Guerilleros kehrten deshalb in den Untergrund zurück.

Bei Unruhen im vergangenen Jahr im Iran dürften Medienberichten nach zwischen 200 und 225 Menschen getötet worden sein. Zwar hat die Führung in Teheran bis heute keine genauen Opferzahlen genannt, allerdings sagte Innenminister Abdolresa Rahmani Fasli im staatlichen TV, dass „40 bis 45, also 20 Prozent“ der Toten, Polizei- und Sicherheitsbeamte gewesen seien. Hochgerechnet seien das insgesamt 200 bis 225 Tote, berichteten Medien heute. Der Minister versprach, in Kürze die Opferzahlen bekanntzugeben.

Im Iran waren Mitte November 2019 landesweite Proteste gegen eine von Präsident Hassan Rouhani angeordnete Erhöhung der Benzinpreise und die Rationierung von Kraftstoff ausgebrochen. Sicherheitskräfte gingen gewaltsam gegen protestierende Menschen vor.

Einige Medien hatten damals von 300 bis zu 1.500 Toten gesprochen, aber diese Angaben konnten nicht unabhängig überprüft werden. Außerdem gab es mehr als 1.000 Festnahmen, unter ihnen 180 „Rädelsführer“, denen die Todesstrafe droht. Mit einer zeitweiligen Internetblockade sorgte Teheran damals dafür, dass kaum Informationen der Proteste verbreitet werden konnten.

Das Kosovo hat neue Handelsschranken für die Einfuhr von landwirtschaftlichen und industriellen Waren aus dem Nachbarland Serbien eingeführt. Nach einer Verordnung der Regierung, aus der das Nachrichtenportal Gazetaexpress heute zitierte, müssen beigefügte Bescheinigungen künftig ausdrücklich die Republik Kosovo als Bestimmungsort benennen.

Außerdem brauchen Transportfahrzeuge aus Serbien für die Einreise nun eine Sondergenehmigung. Das Kosovo war bis 1999 ein Teil Serbiens. Belgrad erkennt den heute fast ausschließlich von Albanern bewohnten Staat, der sich nach Krieg und Jahren unter UNO-Verwaltung erst 2008 für unabhängig erklärt hatte, nicht an.

Bisher „neutrale“ Frachtpapiere

Die derzeitige kosovarische Regierung von Ministerpräsident Albin Kurti hatte Strafzölle von 100 Prozent, die die Vorgängerregierung Ende 2018 eingeführt hatte, abgeschafft. Zugleich behielt sie sich vor, Handelshemmnisse auf der Grundlage der Wechselseitigkeit gegen Serbien zu verhängen – was nun geschieht. Die Strafzölle galten als Reaktion darauf, dass Serbien die Aufnahme des Kosovo in internationale Organisationen torpediert.

Serbien lässt etwa Fahrzeuge mit Kennzeichen der Republik Kosovo grundsätzlich nicht ins Land. Umgekehrt durften bisher Fahrzeuge mit serbischen Kennzeichen ungehindert in das Kosovo fahren. Frachtpapiere und Zertifikate für den Warenverkehr hatten bisher neutrale Bestimmungsbezeichnungen, die den völkerrechtlichen Status des Kosovo nicht ansprachen, erhalten.
Serbiens Außenminister Ivica Dacic bezeichnete die neuen Maßnahmen Prishtinas als völlig inakzeptabel. Belgrad werde sich dadurch nicht zwingen lassen, das Kosovo als Staat anzuerkennen.

Angesichts der Krise in Venezuela hat die sozialistische Regierung zum 1. Juni eine Erhöhung der Benzinpreise und ein Ende des Staatsmonopols für Treibstoff beschlossen. „Wir haben entschieden, dass 200 Tankstellen dieses Produkt zum internationalen Preis verkaufen können“, sagte Staatschef Nicolas Maduro gestern in einer Rede in Caracas. Diese Tankstellen würden „von privaten Unternehmern geführt“.

Der internationale Preis für Benzin sei mit 0,50 Dollar (0,45 Euro) festgelegt worden, führte Maduro aus. An wen die Lizenzen für die privat geführten Tankstellen gingen und ob es dazu ein Bieterverfahren gab, teilte der Präsident nicht mit.

Subventionssystem angekündigt

Maduro kündigte zugleich ein Subventionssystem für weiterhin günstigeren Treibstoff an. Für ein Privatauto können demnach monatlich 120 Liter Benzin zum Literpreis von 5.000 Bolivar (0,023 Euro) gekauft werden, für Motorräder monatlich 60 Liter. Für den öffentlichen Verkehr soll der Treibstoff zu 100 Prozent subventioniert werden.

Venezuela ist das erdölreichste Land der Welt, trotzdem gibt es in dem südamerikanischen Land derzeit schwere Versorgungsengpässe bei Treibstoff wie auch bei anderen Gebrauchsgütern. Maduros Regierung macht die US-Sanktionen dafür verantwortlich, ihre Gegner werfen ihr jahrelanges Missmanagement vor. Die Coronavirus-Pandemie hat die Versorgungskrise weiter verschärft.

EU

Zwei Jahre nach dem Inkrafttreten der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) zog der Dachverband der europäischen Datenschutzorganisationen EDRi nun eine erste, sehr durchwachsene Bilanz. Die Umsetzung der Verordnung in vielen Mitgliedsstaaten sei völlig ungenügend und systematische Verstöße blieben vielfach ungeahndet, hieß es. In Staaten wie Ungarn, der Slowakei und Rumänien würden die Datenschutzbehörden sogar politisch instrumentalisiert, um gegen Medienberichte vorzugehen.

Am Dienstag hatte der Datenschutzexperte Max Schrems (NoYB) der irischen Datenschutzbehörde (DPC) vorgeworfen, mit Facebook zur Umgehung der Datenschutzgesetze regelrecht zu konspirieren. Die DPC agiere quasi als fünfte Kolonne der US-Internetkonzerne, deren Europazentralen fast alle in Irland niedergelassen sind. Die Beschwerden der NGOs haben inzwischen das erste EU-Gremium erreicht.

Mehr dazu in fm4.ORF.at

Wirtschaft

US-Präsident Donald Trump will den geplanten Gipfel der G-7, der Gruppe der sieben führenden Industriestaaten, in Washington auf September verschieben und das Treffen und den Kreis der Teilnehmer ausdehnen.

Ein Gipfeltreffen im G-7-Format spiegle nicht korrekt wider, „was in der Welt passiert“, sagte der US-Präsident gestern Abend (Ortszeit): „Es ist eine sehr überholte Gruppe von Ländern.“ Zu einem erweiterten Gipfeltreffen im Herbst wolle er auch Russland, Südkorea, Australien und Indien einladen.

Chronik

Die Polizei geht weiterhin scharf gegen illegale Straßenrennen und die Tuningszene vor. Diesmal gab es in Wels in Oberösterreich eine Schwerpunktaktion, dabei hagelte es wieder Anzeigen.

Mehr dazu in ooe.ORF.at

Auch in der Steiermark gab es eine polizeiliche Schwerpunktaktion „Tuning“. Die Zwischenbilanz im Bezirk Leibnitz fällt verheerend aus: 80 Anzeigen, rund zehn Organstrafverfügungen sowie weitere Verstöße hat die Polizei verzeichnet – das alles in nur zwei Nächten.

Mehr dazu in steiermark.ORF.at

Sport

Der FC Bayern München scheint sich auf dem Weg zum achten Meistertitel in Deutschland in Folge nur noch selbst schlagen zu können. Wenige Tage nach dem Sieg im Schlüsselspiel gegen Borussia Dortmund brauste die unter Volldampf Richtung Meisterschaft fahrende Bayern-Lok über den Abstiegskandidaten Fortuna Düsseldorf hinweg. Mit dem gestrigen 5:0-Sieg markierten David Alaba und Co. auch einen neuen Rekord.

Lesen Sie mehr …

Österreich Herren-Slalom-Cheftrainer Marko Pfeifer hat seine Asse zum Training auf dem Rettenbachferner in Sölden versammelt. „Da kommt Freude auf, tiefster Winter, blauer Himmel, super Piste hier, Tag für Tag“, sagte der Kärntner zu den Traumbedingungen. Zum Auftakt stand zunächst ein Abfahrtstraining auf dem Programm, ehe es für Marco Schwarz und Co. auf die kurzen Ski ging.

Lesen Sie mehr …

Religion

Erstmals seit fast drei Monaten hat Papst Franziskus sein Sonntagsgebet wieder von seinem Fenster aus zu Gläubigen auf dem Petersplatz gesprochen. Im Anschluss an das traditionelle Angelusgebet zeigte er sich besorgt angesichts der Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie auf die indigenen Völker in der Amazonas-Region. Die Menschen dort seien besonders gefährdet und litten besonders stark unter dem Virus.

Mehr dazu in religion.ORF.at

Kultur

Lifestyle

Es wird ein Sommer wie keiner zuvor. Das ist angesichts der Coronavirus-Krise fix. Doch auch wenn so manche Pläne coronavirusbedingt ins Wasser fallen – zumindest die Trendfarben der Saison lassen keine Langeweile aufkommen. Mit Scharlachrot, Safran und Grasgrün wird die Sommermode von satten, fröhlichen Farbtönen bestimmt.

Lesen Sie mehr …

Panorama

Tauchern im australischen Coral Sea Marine Park sind spektakuläre Videoaufnahmen gelungen: Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete, wurde ein kleiner Tornado unter Wasser vor der Küste von Queensland aufgenommen.

Der Coral Sea Marine Park ist einer von Australiens Meeresschutzgebieten. Er umfasst beinahe 990.000 Quadratkilometer Fläche und ist damit einer der größten der Welt. Neben Fischen sind dort in Dutzenden Riffs Korallen, Seesterne, Schalentiere und Seegurken beheimatet. Tauchen und Schnorcheln ist erlaubt.