Ausland

Bei einem mutmaßlichen Angriff der Huthi-Rebellen auf ein militärisches Trainingscamp in der Stadt Marib sind gestern rund 60 Menschen getötet und Dutzende verletzt worden. Das berichtet das saudi-arabische Staatsfernsehen. Bei dem Angriff seien Raketen und Drohnen zum Einsatz gekommen.

Saudi-Arabien und der Iran, der sich als Schutzmacht der Schiiten begreift, ringen seit Jahren um die Vormachtstellung in der Region und liefern sich im Jemen einen Stellvertreterkrieg.

Der Angriff sei mutmaßlich von Huthi-Rebellen ausgeführt worden, die vom Iran unterstützt werden, hieß es weiter. Niemand bekannte sich zunächst zu dem Angriff. Die Rakete sei in einem Ausbildungslager in der Provinz Marib eingeschlagen.

Der Jemen ist eines der ärmsten Länder der arabischen Welt. Die vom Iran unterstützten Houthi-Rebellen hatten das Land 2014 überrannt und halten seitdem große Teile des Nordjemens und die Hauptstadt Sanaa besetzt. Saudi-Arabien bekämpft die Huthis seit 2015 mit arabischen Verbündeten und will den Einfluss des Iran damit zurückdrängen.

Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen kommen heute Akteure rund um den Libyen-Konflikt im deutschen Kanzleramt in Berlin zusammen. Ziel der Konferenz mit Vertretern aus mehr als zehn Ländern ist, die jüngst vereinbarte Feuerpause zu festigen und eine konsequente Durchsetzung des Waffenembargos für das Bürgerkriegsland zu vereinbaren.

Erwartet werden unter anderem der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan, der russische Staatschef Wladimir Putin und US-Außenminister Mike Pompeo. In Libyen brach nach dem Sturz und der Tötung von Langzeitmachthaber Muammar al-Gaddafi 2011 ein Bürgerkrieg aus. Die Regierung von Ministerpräsident Fajis al-Sarradsch ist international anerkannt, hält aber nur kleine Gebiete rund um die Hauptstadt Tripolis im Westen des Landes. Gegen ihn kämpft der General Chalifa Haftar mit seinen Verbündeten, die weite Teile des ölreichen Landes beherrschen.

UNO fordert Abzug ausländischer Kämpfer

Gestern forderte der UNO-Sondergesandte für das Bürgerkriegsland, Ghassan Salame, den Abzug ausländischer Kämpfer. „Wir haben einen Sicherheitsplan vorgelegt, der den Abzug aller ausländischen Kämpfer vorsieht, gleich welcher Nationalität“, sagte Salame in einem Interview mit der Zeitung „Al-Schark al-Awsat“. Er wolle ein Ende der ausländischen Einmischung in den Konflikt.

Libyen: Schritte Richtung Frieden

Bei einer hochkarätig besetzten Konferenz in Berlin sollen am Sonntag Schritte zu einer Befriedung Libyens gesetzt werden.

Erdogan warnte indes vor einem Sturz der international anerkannten Regierung. „Europa wird vor eine Reihe neuer Probleme und Bedrohungen gestellt, falls Libyens legitime Regierung stürzt“, schrieb Erdogan in einem Beitrag des Magazins „Politico“.

Im Amtsenthebungsverfahren gegen US-Präsident Donald Trump will dessen Verteidigerteam die Anklage der Demokraten in Gänze demontieren. Die beiden Anklagepunkte gegen Trump – Machtmissbrauch und Behinderung der Ermittlungen des Repräsentantenhauses – verstießen gegen die Verfassung, verlautete gestern aus Kreisen des Verteidigerteams des Präsidenten.

Die Anklagepunkte beinhalteten weder Straftaten noch Gesetzesverstöße, geschweige denn „schwere Verbrechen oder Vergehen“ – Gründe, die die Verfassung unter anderem als Gründe für ein sogenanntes Impeachment anführt. Sie seien darüber hinaus „das Produkt eines ungültigen Verfahrens“, das dem Präsidenten jedes Recht verwehrt habe.

Die Demokraten beschuldigen Trump, den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zu Ermittlungen gegen seinen politischen Rivalen Joe Biden gedrängt zu haben, um die US-Präsidentschaftswahl 2020 zu seinen Gunsten zu beeinflussen. Sie sehen es als erwiesen an, dass Trump von der Ankündigung solcher Ermittlungen ein Treffen mit Selenskyj im Weißen Haus und die Freigabe von Militärhilfe für die Ukraine abhängig gemacht habe.

Nordkoreas Außenminister Ri Yong-ho soll nach einem Bericht der Nachrichtenseite NK News abgelöst worden sein. Künftiger Ressortchef werde Ri Son-gwon sein, der vor zwei Jahren eine wichtige Rolle bei innerkoreanischen Gesprächen gespielt habe, schrieb das in Südkorea ansässige Portal unter Berufung auf Quellen in Nordkoreas Hauptstadt Pjöngjang.

Die Absetzung war demnach im Zuge einer größeren Kabinettsumbildung erfolgt. Diese könnte einen Wechsel in Nordkoreas Diplomatie andeuten, wie es weiter hieß. Der Name des neuen Außenministers werde wahrscheinlich vor oder während einer Konferenz für nordkoreanische Diplomaten offiziell bekanntgegeben. Ri Son-gwon war früher Vorsitzender des Komitees für eine Friedliche Wiedervereinigung des Landes. Eine unabhängige Überprüfung der Angaben ist in dem weitgehend isolierten Land nicht möglich.

Ri Yong-ho war seit 2016 Außenminister. Er hatte unter anderem an den gescheiterten Atomgesprächen mit US-Präsident Donald Trump in Vietnams Hauptstadt Hanoi im vergangenen Februar teilgenommen und anschließend auf einer Pressekonferenz als Sprecher Nordkoreas gewirkt.

Der Iran hat angekündigt, die Flugschreiber der abgeschossenen ukrainischen Passagiermaschine den Behörden in Kiew zu übergeben. Die Auswertung der Daten- und Stimmenaufzeichnungen aus dem Cockpit auf den stark beschädigten zwei Flugschreibern sei im Iran technisch nicht möglich, begründete ein Sprecher der iranischen Luftfahrtbehörde die Entscheidung gestern iranischen Medienberichten zufolge.

Falls die Auswertung auch in der Ukraine nicht möglich sein sollte, würden die Flugschreiber an Fachleute in Frankreich weitergeleitet, so der Sprecher. Die Maschine war am 8. Jänner inmitten der militärischen Konfrontation des Iran mit den USA kurz nach dem Start nach iranischen Angaben irrtümlich abgeschossen worden. Alle 176 Menschen an Bord starben.

Der Abschuss der Maschine und besonders die Tatsache, dass die iranische Führung zunächst mehrere Tage lang leugnete, dass die Maschine abgeschossen worden war, führten im Iran zu Protesten. Die Demonstrierenden forderten eine Bestrafung der Verantwortlichen, einige sogar den Rücktritt der iranischen Führung. Präsident Hassan Rouhani versprach daraufhin eine gründliche und lückenlose Aufklärung der Abschussumstände durch ein Sondergericht und Fachleuten.

Bei der Explosion einer Autobombe in Somalia sind gestern vier Menschen getötet worden. Mehrere Menschen wurden nach Angaben der somalischen Polizei verletzt. Zunächst war nur von Verletzten die Rede gewesen. Zu dem Attentat in Afgoye in der Nähe der Hauptstadt Mogadischu bekannte sich heute die radikalislamische Al-Schabab-Miliz.

Der Anschlag galt offenbar wohl Ingenieuren aus der Türkei, die an Straßenarbeiten bei Afgoye beteiligt waren. Ein mit Sprengstoff beladenes Fahrzeug sei mit hoher Geschwindigkeit auf einen Platz gefahren, auf dem sich die türkischen Ingenieure und somalischen Polizisten aufgehalten hätten, berichtete die Polizei. Drei Türken und ihr Übersetzer sowie zwei somalische Polizisten seien verletzt worden.

Al-Schabab-Miliz bekannte sich zu Attentat

Das türkische Verteidigungsministerium verurteilte das Bombenattentat auf Zivilisten. Ein Sprecher von al-Schabab erklärte, seine Organisation sei für den Anschlag verantwortlich. Er sprach von Verletzten und Toten. Allerdings weichen die Angaben der Extremisten über ihre Opfer häufig von denen der Behörden ab. Oft gibt es auch kein Bekenntnis der al-Schabab zu Anschlägen, für die die Behörden die Extremisten verantwortlich machen.

Unbekannter Verletzter nach Anschlag durch Autobombe in Afgoye.
Reuters/Feisal Omar

Unruhen und Unsicherheit

Afgoye liegt rund 30 Kilometer nordwestlich von Mogadischu. Die Türkei leistet Somalia seit der Hungersnot 2011 Hilfe unter anderem beim Straßenbau. Die Regierung in Ankara will zugleich – in Konkurrenz zu Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten – ihren Einfluss am Horn von Afrika ausweiten.

Somalia leidet seit Jahrzehnten unter Unruhen und Unsicherheit. 1991 stürzten mehrere Milizen gemeinsam Diktator Siad Barre, kämpften dann aber gegeneinander. Die Al-Schabab-Miliz bekämpft die von den Vereinten Nationen und Soldaten der Afrikanischen Union (AU) unterstützte Regierung und will ein islamistisches Regime errichten. Die mit der Extremistenorganisation al-Kaida verbündete Miliz hat nicht nur in Somalia, sondern auch in Kenia und Uganda mehrfach Attentate verübt.

Inland

Bundespräsident Alexander Van der Bellen kann nicht nachvollziehen, warum Österreich unter der ÖVP-FPÖ-Bundesregierung einen Rückzieher gemacht hat und dem UNO-Migrationspakt nicht beigetreten ist – und dass auch unter der neuen türkis-grünen Regierung kein Beitritt erfolgen soll. Für ihn ist die Frage aber abgehakt, wie er im Interview mit der „Tiroler Tageszeitung“ (Sonntag-Ausgabe) deutlich macht.

Auf die Frage, ob es ihn schmerze, wenn die aktuelle Regierung dem „Globalen Pakt für sichere, geordnete und geregelte Migration“ nicht beitreten wolle, antwortete Van der Bellen: „Ich persönlich hätte keinen Grund gesehen, dem UN-Migrationspakt nicht beizutreten. Auch deshalb, weil Österreich diesen globalen Pakt auf höchster Beamtenebene mitverhandelt hat. Aber das ist vergossene Milch.“

Der Pakt umfasst eine Reihe von Leitlinien und Maßnahmen, deren Umsetzung rechtlich aber nicht bindend ist. Im Kern geht es um eine bessere internationale Zusammenarbeit in der Migrationspolitik und um Standards im Umgang mit Geflüchteten.

Linie Österreichs „unverändert“

Außenminister Alexander Schallenberg hatte jüngst im Interview mit der APA einem Beitritt auch unter Türkis-Grün eine Absage erteilt: „Die Linie Österreichs in dieser Frage wird völlig unverändert bleiben“, sagte er. Sebastian Kurz (ÖVP) – in der ÖVP-FPÖ-Regierung wie auch heute Bundeskanzler – bekräftigte, dass für ihn ein Beitritt zum UNO-Migrationspakt nicht infrage komme und ein solcher auch kein Thema in der türkis-grünen Koalition sei.

Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) erklärte, der UNO-Migrationspakt gehöre zu Punkten aus der Vergangenheit, bei denen sich für die Grünen die Frage gestellt habe, ob man viel Energie reinstecken solle, um die zu ändern. „Das Regierungsprogramm ist ein Gesamtkompromiss. Die Positionen sind ja bekannt.“ Auch andere Grüne machten deutlich, dass der Nicht-Beitritt nicht Position der Partei sei. SPÖ und NEOS äußerten Kritik am Nicht-Beitritt.

Druck aus Reihen der FPÖ

Die ÖVP-FPÖ-Bundesregierung hatte sich Ende 2018 überraschend aus dem UNO-Migrationspakt zurückgezogen, den sie zuvor auf diplomatischer Ebene mitverhandelt hatte. Der Rückzug soll auf massiven Druck der FPÖ erfolgt sein. Begründet wurde er damit, dass das – rechtlich unverbindliche – Dokument die nationale Souveränität Österreichs gefährde.

Beim Beschluss des Pakts durch die UNO-Vollversammlung im Dezember 2018 enthielt sich Österreich mit elf weiteren Staaten der Stimme, während fünf dagegen votierten. 152 UNO-Mitglieder unterstützten den Pakt.

Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) geht davon aus, dass der Spitzensteuersatz für Einkommensmillionäre verlängert wird. Im Regierungsprogramm ist diese Maßnahme zwar nicht erwähnt. Blümel stellte gestern in der Ö1-Reihe „Im Journal zu Gast“ aber in Aussicht, dass die Regierung diese Maßnahme beschließen wird.

Audio dazu in radiothek.ORF.at

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) zeigte sich offen für die Verlängerung: „Im Fokus der neuen Regierung bleibt weiter die Entlastung der kleinen und mittleren Einkommen, daher soll der Spitzensteuersatz von 55 Prozent für Einkommen ab einer Million Euro bleiben“, zitierte der „Kurier“ Kurz.

Geplante Entlastung mit vier Mrd. Euro

Der 55-prozentige Spitzensteuersatz wurde 2016 befristet eingeführt, heuer wäre eine Verlängerung notwendig. Darauf angesprochen, betonte Blümel abermals, dass man vor allem kleinere und mittlere Einkommen entlasten wolle. Vereinbart ist innerhalb der türkis-grünen Koalition, dass 2021 die unterste Steuerstufe von 25 auf 20 Prozent sinkt. In einem zweiten Schritt sollen die Stufen zwei und drei von 35 auf 30 und 42 auf 40 Prozent sowie die Erhöhung des Familienbonus erfolgen.

Vier Mrd. Euro Entlastung erwartet sich Blümel von der Reform. Zusammengezählt mit dem bereits umgesetzten Familienbonus sei das „ein Volumen, das sich wirklich sehen lassen kann“, sagte er. In Kraft treten soll die Senkung der Steuertarifstufen ab 2021.

SPÖ begrüßt Verlängerung

Die SPÖ begrüßt die in Aussicht gestellte Verlängerung. Es bleibe zu hoffen, dass den Ankündigungen auch Taten folgen, so Finanzsprecher Jan Krainer heute in einer Aussendung. Als „gefährliche Drohung“ bezeichnete er aber Aussagen Blümels, den eingeschlagenen Weg in der Steuerpolitik fortsetzen zu wollen.

Im heimischen Justizsystem hakt es an vielem: Platz und Personal sind knapp, in den Gefängnissen genauso wie an den Gerichten. Vor allem aber fehlt das nötige Geld. Dazu kommen interne Turbulenzen. Und als Justizministerin muss Alma Zadic (Grüne) nun mit dem mächtigen Ex-Generalsekretär und Sektionschef Christian Pilnacek zusammenfinden, den sie als Abgeordnete scharf kritisiert hatte.

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EU

Der britische Finanzminister Sajid Javid hat die Wirtschaft in seinem Land aufgerufen, sich von der Forderung nach einer Angleichung an EU-Regeln nach dem Brexit zu verabschieden. „Es wird keine Angleichung geben, wir werden keine Empfänger von Regeln sein, wir werden nicht im Binnenmarkt sein und wir werden nicht in der Zollunion sein“, sagte Javid der „Financial Times“ in einem gestern veröffentlichten Interview.

Unternehmen müssten sich dieser neuen Realität anpassen, so der Schatzkanzler. Immerhin hätten sie nun drei Jahre gehabt, um sich auf eine Veränderung der Handelsbeziehungen mit dem Kontinent einzustellen.

„Totengeläut für reibungslosen Handel“

Unternehmerverbände reagierten mit Unverständnis. „Das stellt das Totengeläut für den reibungslosen Handel dar“, sagte der Chef des Lebensmittelverbands in Großbritannien (Food and Drink Federation), Tim Rycroft. „Es wird bedeuten, dass Unternehmen sich auf teure neue Kontrollen, Prozesse und Abläufe einstellen müssen.“ Das könne zu höheren Preisen für britische Verbraucher führen.

Der Chef des Verbands der Automobilhersteller und -händler in Großbritannien (SMMT), Mike Hawes, warnte vor Milliardenkosten, die durch auseinanderdriftende Standards in der EU und Großbritannien entstehen könnten.

Übergangsphase bis Jahresende

Auch die Generalsekretärin des Verbands der britischen Industrie (Confederation of British Industry), Carolyn Fairbairn, zeigte sich besorgt. Selbst wenn die Loslösung von EU-Regeln für einige Unternehmen Vorteile bringe, sei die Anbindung an die EU-Standards für viele andere wichtig, um Jobs und Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten. Das gelte vor allem in den wirtschaftlich am stärksten benachteiligten Regionen des Landes.

Großbritannien soll die EU am 31. Jänner verlassen. In einer Übergangsphase bis Ende des Jahres wollen beide Seiten ein Abkommen über die neuen Beziehungen vereinbaren. Als Ziel hat London ausgegeben, keine Zölle und mengenmäßigen Beschränkungen im Handel einzuführen.

Brüssel stellt Bedingungen

Doch Brüssel will sich darauf nur einlassen, wenn sich die Briten auch an EU-Standards in Sachen Umwelt, Arbeitnehmerrechte und staatliche Wirtschaftshilfen einlassen.

Zudem drohen nicht tarifäre Handelshemmnisse, wenn sich London nicht langfristig zur Angleichung an EU-Produktstandards verpflichtet. Dann müssten Unternehmen aufwendige Verfahren in Kauf nehmen, damit ihre Produkte für den jeweils anderen Markt zugelassen werden.

Gibraltar erwägt Beitritt zum Schengen-Raum

Gibraltar erwägt indes einen Beitritt zum Schengen-Raum, um auch nach dem Brexit einen reibungslosen Grenzverkehr zu ermöglichen. „Ergibt es für die EU Sinn, dass 2,5 Quadratmeilen an der südlichsten Spitze der Iberischen Halbinsel für EU-Bürger nicht zugänglich sein sollten? Ich glaube nicht“, sagte Gibraltars Regierungschef Fabian Picardo.

Gibraltar gehört seit 1713 zu Großbritannien, wurde aber regelmäßig von Spanien zurückgefordert. In den vergangenen Jahren – insbesondere seit die Briten 2016 den Brexit beschlossen – habe sich aber die „traditionelle Haltung“ Spaniens geändert, sagte Picardo. So habe der sozialistische Ministerpräsident Pedro Sanchez signalisiert, über „die ewige Frage der Souveränität“ hinausgehen und stattdessen Möglichkeiten zur „Verbesserung der Wirtschaft in der Region“ in den Blick zu nehmen zu wollen.

Wirtschaft

Angesichts der verheerenden Buschbrände greift die australische Regierung der Tourismusbranche mit Millionen unter die Armee. Für den Wiederaufbau des Fremdenverkehrs, der vor der „größten Herausforderung der Geschichte“ stehe, seien 76 Millionen australische Dollar (rund 47 Millionen Euro) vorgesehen, sagte Regierungschef Scott Morrison heute.

Das Geld stamme aus einem eigens ins Leben gerufenen nationalen Fonds für den Wiederaufbau nach den Buschbränden, der einen Umfang von 2 Milliarden Dollar hat. Bereits vor wenigen Tagen hatte Morrison 50 Millionen Dollar aus diesem Fonds dem Schutz der Tierwelt gewidmet.

Der australische Tourismus befürchtet in diesem Jahr nach Berechnungen der Verbände Einbußen von rund 4,5 Milliarden Dollar durch die Buschbrände.

Die deutsche Kabinengewerkschaft UFO hat einen weiteren Streik der Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter im Lufthansa-Konzern angekündigt. Details zum Arbeitskampf sollen am Mittwoch bei einer Pressekonferenz verkündet werden, sagte ein UFO-Sprecher gestern.

Am Donnerstag war der insgesamt dritte Versuch gescheitert, in dem festgefahrenen Tarifkonflikt zwischen dem Konzern und den Flugbegleiterinnen und Flugbegleitern einen Lösungsweg zu finden. Die Gewerkschaft erwog anschließend einen unbefristeten Streik.

Klimaaktivisten und -aktivistinnen der Extinction Rebellion haben gestern gegen den Brüsseler Autosalon protestiert. Die Polizei habe rund 100 Personen in Gewahrsam genommen, teilten die Aktivisten anschließend der Nachrichtenagentur Belga mit.

Die Demonstrierenden hatten demnach versucht, am Eingang der Automesse ein Werbeplakat durch ein Banner mit der Aufschrift „Stop CO2 emissions“ zu ersetzen. Auf dem Messegelände hätten sich zudem Protestierende an Lenkräder ausgestellter Autos gekettet, meldete Belga weiter. Einige Modelle seien mit Theaterblut beschmiert worden.

Sport

Lokalmatador Beat Feuz hat gestern den Abfahrtsklassiker in Wengen abermals für sich entschieden. Der Schweizer setzte sich auf verkürzter Strecke vor Dominik Paris (ITA/+0,29) sowie Thomas Dreßen (GER/0,31) durch und gewann das Rennen nach 2012 und 2018 bereits zum dritten Mal. Bester Österreicher wurde Kombinationssieger Matthias Mayer, der als Vierter das Podest nur um sieben Hundertstelsekunden verpasste.

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Der fünfte Riesentorlauf der Weltcup-Saison hat gestern nach einem hollywoodreifen Finish zwei Siegerinnen und drei Läuferinnen innerhalb einer Hundertstelsekunde auf dem Podest gebracht. Die italienische Lokalmatadorin Federica Brignone und Petra Vlhova aus der Slowakei durften sich zeitgleich über ihren je 13. Sieg freuen. US-Star Mikaela Shiffrin hatte um den geringsten möglichen Rückstand das Nachsehen.

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Chronik

Nach dem Ausbruch einer rätselhaften Lungenkrankheit in der zentralchinesischen Stadt Wuhan sind 17 neue Fälle entdeckt worden. Damit steigt die Zahl der in China bestätigten Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus auf 62. Wie das Gesundheitsamt der 11-Millionen-Metropole berichtet, hätten Experten weitere Patienten untersucht, die in verschiedenen Krankenhäusern der Stadt mit Lungenleiden unbekannter Ursache behandelt worden seien.

Bei 17 Erkrankten sei das neue Virus festgestellt worden. 3 von ihnen seien ernsthaft erkrankt. Der Rest sei stabil. Somit steigt die Zahl der Patienten im kritischen Zustand auf acht. Das Alter der neu entdeckten Patienten reiche von 30 bis 79 Jahren. Die Behörden verfolgten jetzt, welche Personen mit ihnen engen Kontakt gehabt hätten. Die Stadt werde ihre Suche nach weiteren Verdachtsfällen ausweiten und Tests machen, kündigte das Gesundheitsamt an.

Es wird vermutet, dass das Virus von einem Tiermarkt in Wuhan kommt. Bisher gibt es laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) aber „keine klaren Beweise“ für eine Übertragung des Virus von Mensch zu Mensch. Coronaviren verursachen oft harmlose Erkrankungen wie Erkältungen – allerdings gehören auch Erreger gefährlicher Atemwegskrankheiten wie Sars und Mers dazu.

Im Südosten Brasiliens sind bei sintflutartigen Regenfällen 6 Menschen ums Leben gekommen. Sie starben nach Angaben der Feuerwehr in der Nacht auf gestern durch Überschwemmungen und Erdrutsche im Bundesstaat Espírito Santo. Mindestens 80 weitere Menschen mussten demnach ihre Häuser verlassen.

Die Opfer kamen aus zwei Kleinstädten in ländlichen Gebieten. Im Ort Alfredo Chaves starben zwei alte Menschen, nachdem ihr Haus unter einer Schlammlawine begraben worden war. In Alfredo Chaves hatte es zuvor innerhalb von 24 Stunden so viel geregnet wie sonst während des gesamten Monats Jänner.

Ein 72-jähriger polnischer Landwirt ist von seinen eigenen Schweinen gefressen worden. Leichenteile waren laut Medienberichten vor einigen Tagen von einem Nachbarn entdeckt worden, der auf dem Betrieb nachsah, weil der Mann seit Silvester nicht mehr aufgetaucht war.

Die Untersuchungen ergaben, dass der 72-Jährige von seinen Schweinen gefressen worden war. Die Todesursache ließ sich laut Medien jedoch nicht mehr feststellen. So ist auch unbekannt, ob der Mann bereits tot war, als die Schweine ihn fraßen. Nach einer Hypothese könnte er einen Herzinfarkt erlitten haben oder ohnmächtig geworden sein.

Die Schweine waren auf dem Bauernhof nicht eingeschlossen, sondern konnten frei herumlaufen. Sie sollen getötet werden, ihr Fleisch aber nicht in den Handel kommen.

Gesundheit

Religion

Kultur

Mehr als zwei Jahre nach Rassismusvorwürfen gegen die beliebte Zeichentrickserie „Die Simpsons“ zieht sich der für seinen übertriebenen Akzent kritisierte Sprecher des indischen Ladenbesitzers Apu zurück.

Simpsons Sprecher Hank Azaria.
AP/Invision/Richard Shotwell

Er werde seine Stimme nicht weiter der Figur von Apu Nahasapeemapetilon leihen, sagte der Schauspieler Hank Azaria der Branchenwebsite SlashFilm. Die Autoren der Serie müssten noch entscheiden, wie es mit der Figur weitergehe. „Das liegt an ihnen, und sie haben es noch nicht entschieden.“ Azaria spricht neben Apu auch andere Rollen, etwa den Polizeichef von Springfield, Clancy Wiggum.

Kritik: Figur bedient Stereotype

Azaria sah sich scharfer Kritik von Zuschauern und Zuschauerinnen ausgesetzt, die insbesondere Anstoß am markanten Akzent des weißen Schauspielers und Sprechers für die Rolle nahmen. Sie warfen den Autoren der Serie zudem vor, mit der Figur allzu viele indische Stereotype zu bedienen.

Ende 2017 beschäftigte sich eine viel beachtete Dokumentation des indischstämmigen Komikers Hari Kondabolu mit der Simpsons-Figur Apu. Azaria sagte später der Promiseite TMZ, dass Kondabolu „einige wirklich interessante Punkte“ thematisiert habe. Die Dokumentation habe den Machern der Simpsons zu denken gegeben.

Panorama

Für die Enthüllung der Uniform für die „Space Force“ hat die neu geschaffene US-Teilstreitkraft Spott geerntet. Die „Space Force“ veröffentlichte am Freitag (Ortszeit) auf Twitter ein Foto, auf dem die neuen Aufnäher auf Brust und Oberarm zu sehen sind. Das Besondere daran: Die Uniform ist in einem grün-braunen Flecktarnmuster gehalten.

Der Tweet wurde tausendfach kommentiert – auch mit Fragen wie: „Was bringt es, im Weltraum Camouflage zu tragen? Was bringt die Space Force überhaupt?“ Ein anderer Nutzer fragte, wie viele Bäume die „Space Force“ denn meine im Weltraum anzutreffen. Wieder andere unterbreiteten Vorschläge für eine bessere Tarnung – zum Beispiel ein schwarzes T-Shirt mit funkelnden Sternchen.

Kosten für neues Design gespart

Die „Space Force“ erklärte einige Stunden nach dem ersten Tweet, mit der Nutzung der derzeitigen Uniformen der US Army und der Luftwaffe würden Kosten für ein neues Design und die Produktion gespart. Zudem würden die Streitkräfte aussehen wie ihre Kollegen, hieß es weiter.

Mit der „Space Force“ hat US-Präsident Donald Trump erstmals seit 1947 wieder eine eigene US-Teilstreitkraft geschaffen – damals war die US-Luftwaffe als separate Einheit gebildet worden. Für Trump ist das ein Erfolg, da er sich für die Bildung einer eigenen „Space Force“ eingesetzt hatte, mit der sich das US-Militär für Konflikte im Weltraum wappnet.