Ausland

Nach nur gut zehn Monaten im Amt tritt Frankreichs Umweltminister im Zuge der „Hummer-Affäre“ zurück. Er habe sein Rücktrittsgesuch an Premierminister Edouard Philippe überreicht, sagte der 45-jährige Francois de Rugy heute.

Medienberichten zufolge hatte er als früherer Präsident der Nationalversammlung wiederholt Festgelage aus öffentlichen Mitteln gegeben, bei denen Hummer und Champagner gereicht worden sein sollen. De Rugy selbst bezeichnet sich als Opfer einer „medialen Lynchjustiz“.

Für Präsident Emmanuel Macron ist der Rücktritt ein Dämpfer: Erst vor knapp einem Jahr war de Rugys Vorgänger Nicolas Hulot als Umweltminister zurückgetreten. Der beliebte frühere Fernsehmoderator begründete das mit dem mangelnden Engagement der Regierung für den Klima- und Umweltschutz.

Mögliche Rückzahlungen

Die Regierung hatte nach den Medienberichten über de Rugy eine Untersuchung eingeleitet und angekündigt, er müsse womöglich veruntreute Gelder zurückzahlen. Nach einem Bericht der Onlinezeitung Mediapart gab de Rugy als Unterhausvorsitzender zwischen Oktober 2017 und Juni 2018 rund zehn Abendessen, bei denen auch teurer Wein gereicht wurde. Die Gäste sollen größtenteils aus dem Umfeld von de Rugys Frau Severine gestammt haben, die Journalistin bei dem Magazin „Gala“ ist.

De Rugy kündigte nun eine Verleumdungsklage gegen Mediapart an. Die Onlineplattform hatte unter anderem auch berichtet, de Rugy miete trotz seiner hohen Besoldung eine Sozialwohnung in der Provinz. Wegen ähnlicher Vorwürfe hatte der Umweltminister vergangene Woche seine Kabinettschefin entlassen.

Der italienische Innenminister Matteo Salvini hat eine Erfassung von Lagern der Minderheit der Roma und Sinti angeordnet, um einen „Ausweisungsplan“ vorzubereiten und „illegale“ Lager zu schließen. Wie das Innenministerium in Rom heute mitteilte, wurden die italienischen Präfekten aufgefordert, innerhalb von zwei Wochen Berichte über die Roma, Sinti und andere fahrende Leute in ihren Zuständigkeitsbereichen vorzulegen. Salvini ist Vorsitzender der rechten Lega.

Sinti und Roma sind in zahlreichen europäischen Ländern eine Minderheit. Ein Teil von ihnen lebt seit Jahrhunderten in Lagern und auf Wanderschaft. Die Zahl der Roma und Sinti in Italien wird vom Europarat auf 120.000 bis 180.000 geschätzt. Etwa die Hälfte von ihnen hat den Angaben zufolge die italienische Staatsbürgerschaft, einen regulären Wohnsitz und Arbeitsplatz. Die Unterstützergruppe Associazione 21 Luglio gab 2017 einen Bericht heraus, in dem die Zahl der Roma und Sinti, die in Italien in Lagern oder Notunterkünften lebten, auf 26.000 veranschlagt wurde.

Bereits im vergangenen Jahr forderte Salvini eine Zählung der Roma und Sinti mit dem Ziel, alle Angehörigen der Minderheit ohne italienische Staatsangehörigkeit des Landes zu verweisen. Seither nahmen die Übergriffe gegen Roma und Sinti zu.

Südkorea hat scharfe Regeln gegen Belästigung und Mobbing am Arbeitsplatz verabschiedet. Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern drohen im Extremfall auch Haftstrafen.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können künftig entsprechendes Fehlverhalten ihrer Vorgesetzten melden – dazu zählt auch das Streuen von Gerüchten. Belästigung und Mobbing am Arbeitsplatz sind in Südkorea weit verbreitet. 70 Prozent der Angestellten sind laut einer Umfrage davon betroffen, berichtete die BBC heute.

Das neue Gesetz verbietet es Arbeitgebern, Angestellte, die einen Fall melden, deshalb zu entlassen. Opfer von Belästigung am Arbeitsplatz können künftig auch eine Entschädigung einfordern, wenn sie deshalb gesundheitliche Probleme bekommen.

Folge des „Nusswutanfalls“ von 2014

Mit Inkrafttreten des Gesetzes veröffentlichte die Regierung auch Richtlinien, welches Verhalten künftig strafbar ist. Dazu gehört das Streuen von Gerüchten und Verbreiten persönlicher Informationen über Angestellte oder Kollegen ebenso wie etwa, jemanden zum Rauchen, Trinken oder zur Teilnahme an einem Firmendinner zu zwingen.

Das Gesetz soll Fälle von „gapjil“ – Fehlverhalten von Vorgesetzten gegenüber ihren Mitarbeitern – verhindern. Weltweit für Schlagzeilen sorgte in den letzten Jahren etwa der „Nusswutanfall“. Die damalige Vizepräsidentin von Korean Air, Cho Hyun Ah, bedrohte 2014 das Bordpersonal. Der Anlass: Eine Flugbegleiterin hatte Cho Macadamianüsse in einem Sackerl und nicht wie von ihr erwartet in einem Schälchen gereicht. Der Flug von New York nach Seoul hatte sich deshalb verzögert. Cho wurde später verurteilt.

Zum zweiten Mal binnen weniger Tage hat die deutsche Kanzlerin Angela Merkel (CDU) einen Staatsempfang zeitweise im Sitzen absolviert. Heute saß sie gemeinsam mit der neuen Regierungschefin Moldawiens, Maia Sandu, beim Abspielen der Nationalhymnen beider Länder. Nach wiederholten Zitteranfällen bei öffentlichen Auftritten hatte die Kanzlerin das bereits vergangene Woche beim Empfang der dänischen Ministerpräsidentin Mette Frederiksen so gehandhabt.

Die beiden Regierungschefinnen nahmen vor dem Kanzleramt auf zwei weißen Sesseln Platz, kurz darauf begann das Stabsmusikkorps der Bundeswehr mit dem Spielen der Nationalhymnen. Bei dem anschließenden gemeinsamen Gespräch im Bundeskanzleramt sollten die bilateralen Beziehungen sowie europapolitische und regionale Themen im Mittelpunkt stehen. Sandu ist seit dem Ende einer schweren politischen Krise in der zwischen Rumänien und der Ukraine gelegenen früheren Sowjetrepublik im Amt.

Merkel hatte in den vergangenen Wochen dreimal bei öffentlichen Auftritten Zitteranfälle erlitten. Das erste Mal war das Zittern am 18. Juni beim Empfang des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenski aufgetreten. Wenig später, am 27. Juni, hatte die Kanzlerin einen weiteren Zitteranfall, diesmal bei einer Rede von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier anlässlich der Übergabe der Ernennungsurkunde an die neue Justizministerin Christine Lambrecht (SPD). Das dritte Mal erlitt sie einen Zitteranfall beim Empfang des finnischen Ministerpräsidenten Antti Rinne am 10. Juli.

Inland

Die Anklage der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) in der Causa Seenkauf ist rechtskräftig. Christian Liebhauser-Karl, Sprecher des Landesgerichts Klagenfurt, bestätigte auf Anfrage einen entsprechenden Bericht des „Standard“.

Die Causa Seenkauf dreht sich um ein Geschäft im Jahr 2007 – damals kaufte das Land Kärnten dem ÖGB zwei Kärntner Seen und einige Immobilien ab. Abgewickelt wurde der Verkauf über die Firma Aucon. Laut Anklage verlangte – und erhielt – der damalige Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider dafür eine Kick-back-Zahlung.

Mehr dazu in kaernten.ORF.at

Obwohl in Österreich seit Anfang Juni eine unabhängige Expertenregierung am Werk ist, herrscht in vielen Ministerien ein großes Angebot an ÖVP-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeitern, wie die „Tiroler Tageszeitung“ (Dienstag-Ausgabe) berichtete.

Besonders auffallend ist das Kabinett von Außenminister Alexander Schallenberg, der mehr Referenten als Kanzlerin Brigitte Bierlein hat. Während sich die Kanzlerin mit acht Kabinettsreferenten zufriedengibt, beschäftigt Schallenberg zwölf.

Schallenberg ist nicht nur Europa- und Außenminister, sondern auch Kultur- und Medienminister. Im Außenamt übernahm er unter anderen Gregor Kößler, den Kabinettschef der damaligen FPÖ-Ministerin Karin Kneissl. In seiner zweiten Funktion bediente er sich laut „Tiroler Tageszeitung“ vor allem aus den Kabinetten von Sebastian Kurz, Gernot Blümel und Josef Moser (alle ÖVP). Kabinettschef ist Bernhard Bonelli, der diese Funktion auch schon unter Ex-Kanzler Kurz innehatte. Schallenberg gilt als enger Vertrauter von Kurz.

„Sehr viele Themen“ abzudecken

Schallenbergs Büro erklärte die hohe Dichte an ÖVP-Mitarbeitern damit, dass in dem Ressort „sehr viele Themen abgedeckt“ werden. „Aufgrund dieses umfangreichen Aufgabengebietes wurde auf Expertinnen und Experten aus den jeweiligen Fachbereichen zurückgegriffen, die insbesondere auch das Haus gut kennen.“

Zur Zusammensetzung der Ministerkabinette liegt eine laufende parlamentarische Anfrage vor, die laut Regierungssprecher Alexander Winterstein bald beantwortet werden soll.

FPÖ beklagt „eiskalte Machtpolitik“

FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker kritisierte in Reaktion auf den Bericht die „eiskalte Machtpolitik“, mit der die Volkspartei vorgehe. Kurz und Wiens VP-Chef Gernot Blümel hätten ihre „Vertrauensleute flächendeckend platziert“. „Die ÖVP hat ihre Macht in den Ministerien erfolgreich verteidigt und sogar ausgebaut", kritisierte er. „Die Expertenminister mögen großteils unabhängig sein – ihre Kabinette sind es nicht.“

Kanzlerin Bierlein sagte am Dienstag im Ö1-Mittagsjournal, sie habe ihr Team bewusst klein und ausgewogen gehalten. Sowohl der Kabinettschef, der Stellvertreter als auch der Regierungssprecher und der persönliche Berater seien „externe Experten“. Als persönlichen Berater habe sie sich für Manfred Matzka entschieden. Matzka habe sowohl Wolfgang Schüssel (ÖVP) als auch Werner Faymann (SPÖ) in deren Zeit als Kanzler loyal gedient, hieß es – Audio in oe1.ORF.at.

Auch SPÖ-nahe Kabinettschefinnen

Im Umwelt- sowie im Wirtschaftsministerium berief man sich laut Ö1 auf die „hohe fachliche Qualifikation“ der Mitarbeiter und auf die sehr gute Zusammenarbeit mit ihnen. Im Finanzministerium hieß es, der Minister sei „frei in der Entscheidung“ gewesen und habe einfach einen Teil des Kabinetts übernommen. Doch nicht alle Ressorts der Expertenregierung sind ÖVP-geprägt: Sozialministerin Brigitte Zarfl zum Beispiel hat als Kabinettschefin eine ehemalige SPÖ-Bezirksrätin. Auch Frauenministerin Ines Stilling setzt auf eine Kabinettsleiterin, die bereits für andere SPÖ-Minister arbeitete.

JETZT-Parteiobfrau und -Bundeslistenzweite Maria Stern hat die Verweigerung der Unterstützungsunterschriften durch die JETZT-Abgeordneten Bruno Rossmann, Wolfgang Zinggl und Alfred Noll als „lästig“ bezeichnet. Nach dem erfolgreichen Sammeln der drei für die Nationalratskandidatur notwendigen Unterschriften von Nationalratsabgeordneten sprach Stern aber von „Erleichterung“.

Dönmez-Kandidatur ausgeschlossen

Sie habe „große Sorge“ gehabt, ob man die drei Unterschriften zusammenbekomme, räumte Stern heute bei einer Pressekonferenz ein. Für diese „notwendige Formalität“, wie sie die Unterschriften bezeichnete, habe man auch jene des parteilosen Nationalratsabgeordneten Efgani Dönmez angenommen. Auch, weil man sich „nicht mehr hinhalten lassen wollte“, so Stern weiter. Eine JETZT-Kandidatur von Dönmez bei der Wahl schloss die Parteiobfrau aber kategorisch aus.

Für Noll fand Stern versöhnliche Worte: „Es ist schade, dass er nicht mehr antritt.“ Als Gründe für seinen Rückzug aus der Politik nannte sie unter anderem den „beschnittenen Parlamentarismus unter Türkis-Blau“. Zinggl und Rossmann wiederum „gehen in Pension und machen Jüngeren Platz“, so Stern.

Hoffen auf TV-Duelle

Nach der Erledigung der Formalitäten heiße das Wahlziel jetzt aber „Wiedereinzug“. Das Ergebnis der Liste Pilz von 4,4 Prozent bei der Nationalratswahl 2017 wolle man jedenfalls wieder erreichen. „Wir sind bei vielen TV-Elefantenrunden eingeladen, die uns damals schon enorm geholfen haben“, gab sich Stern optimistisch. „Peter Pilz kann das“, hoffte sie auf die Bildschirm-Zugkraft des Spitzenkandidaten. „Vor den Elefantenrunden sind wir damals bei zwei Prozent gelegen“, strich die Bundeslistenzweite Stern hervor.

Unabhängig vom Wahlergebnis bei der Nationalratswahl am 29. September will JETZT nach einem Wiedereinzug in den Nationalrat dezidiert in Opposition bleiben. „Wir legen uns ganz sicher nicht mit Sebastian Kurz ins Bett“, stellte Stern klar. Stattdessen soll vor allem Pilz „Kurz in Schach halten“. „Kurz hat Schiss vor Pilz“, sagte Stern.

Wirtschaft

Das anhaltende Flugverbot der Boeing 737 Max wirbelt nun den Flugplan für den kommenden Winter und den Sommer 2020 der Billigfluglinie Ryanair durcheinander – mit konkreten Auswirkungen auf das Wachstumsziel bei den Passagierzahlen. Dieses werde von sieben auf drei Prozent nach unten geschraubt, gab Ryanair heute bekannt. Für die Branche und das Unternehmen selbst ist das aber nicht nur negativ.

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Weil wegen der weltweit niedrigen Zinsen viele Kundinnen und Kunden darauf verzichten, Geld zu sparen, müssen Banken zunehmend neue Wege finden, um Geldeinlagen zu erhalten. Standard Chartered etwa bietet seinen Kunden in Hongkong mittlerweile Flugmeilen statt – ohnehin schüttere – Zinserträge an.

„Die Zinssätze in Hongkong sind so niedrig, dass einige Kunden gern die Zinsen gegen Flugmeilen eingetauscht haben“, so Samir Subberwal von Standard Chartered gegenüber der „Financial Times“.

Zieht viele Neukunden an

Mit diesem Programm konnte die Bank seit 2016 fünf Milliarden Hongkong-Dollar (rund 600 Mio. Euro) an Spareinlagen von 33.000 Kunden einsammeln. Zwei Drittel von ihnen waren Neukunden. Solche Angebote sind seit Langem für die Werbung von Kreditkartenkunden gang und gäbe – für Spareinlagen waren sie bisher aber unüblich.

Gutscheine für Streaming-Abos

Diesen Frühling erhielten Kunden bei der US-Bank Citibank für die Eröffnung eines Kontos 30.000 Meilen bei American Airlines, immerhin genug, um einen Flug innerhalb der USA zu bezahlen.

Mitglieder des Citigold-Programms – dafür müssen 200.000 US-Dollar als Guthaben vorhanden sein – bekommen 200 US-Dollar für Abos bei Streamingdiensten wie Spotify.

Ein Drittel des Kapitalzuwachses

Die Bank of America nennt ihr System „bevorzugte Belohnung“. Kunden mit hohen Einlagen winken höhere Zinsen, das schnellere Sammeln von Kreditkartenpunkten, niedrigere Gebühren für Beratung bei Investments, billigere Auto- und Wohnkredite. Je höher die Einlagen, desto größer die „Belohnung“.

Bisher haben sich laut „Financial Times“ bereits sechs Millionen Menschen an diesem Programm beteiligt. Dieses System sei immerhin für ein Drittel des Kaptialzuwachses der Bank verantwortlich.

Um auf ihre anhaltend schlechte Bezahlung aufmerksam zu machen, legen die Gerichtsdolmetscherinnen und -dolmetscher am 17. September die Arbeit nieder. Damit können an diesem Tag bundesweit keine Verhandlungen stattfinden, an denen die Beteiligung von Gerichtsdolmetschern erforderlich wäre. Im Wiener Landesgericht für Strafsachen wird dafür eine Protestveranstaltung stattfinden.

„Wir fordern gerechte Bezahlung für kompetente Leistung“, sagte heute Elisabeth Prantner-Hüttinger, Mediensprecherin des Österreichischen Verbands der Allgemein Beeideten und Gerichtlich Zertifizierten Dolmetscher. Die Arbeit der Sprachmittler wird in den meisten Fällen nach den Sätzen des Gebührenanspruchsgesetzes honoriert.

Seit 2007 hat es allerdings keine Indexanpassung mehr gegeben, was laut Dolmetscherverband aufgrund der Inflation für die Betroffenen einen Einkommensverlust von 22,5 Prozent bewirkt habe. Die Diskrepanz zwischen gesetzlichem Tarif und allgemeiner Marktlage betrage ein Viertel. Für ihre Arbeit für Gerichte und Staatsanwaltschaften erhalten die Übersetzer rund 25 Euro, die noch zu versteuern sind.

Kaum Nachwuchs zu finden

„Dass bei einer derartigen Entlohnung kaum mehr Nachwuchs zu finden ist, versteht sich von selbst“, so Andrea Bernardi, die Präsidentin des Verbands, vor Kurzem in einer Presseerklärung. Die Anzahl der zertifizierten Gerichtsdolmetscher hat sich in den vergangenen zehn Jahren auf 700 halbiert.

Für die Justizbehörden wird es folglich immer schwieriger, geeignete Dolmetscher für ihre Verhandlungen zu finden. Die Richtervereinigung unterstützt daher deren Forderungen nach marktgerechter Entlohnung, vereinfachten Regeln bei der Honorarabwicklung und Erleichterungen beim Verwaltungsaufwand.

Nach dem Bericht in der ZIB2 vom Freitag, in dem von möglichen Verbindungen der kleinen Wiener Bank Winter zur italienischen Partei Lega sowie einer möglichen Verwicklung in den brasilianischen Odebrecht-Korruptionsskandal die Rede war, hat die Finanzmarktaufsicht (FMA) nun den Geldwäscheverdacht gegen das Bankhaus bestätigt.

Österreichische Bank bei Lega-Parteifinanzierungscausa genannt

In der behaupteten Parteifinanzierungscausa der italienischen Lega durch angebliche russische Zahlungen soll die Bank Winter für die Zahlungsabwicklung ins Gespräch gekommen sein.

Der brasilianische Odebrecht-Baukonzern hatte über Jahre Politiker und Parteien bestochen, um an Bauaufträge zu kommen. Ein Odebrecht-Manager spricht in einem Einvernahmeprotokoll der brasilianischen Behörden von Verbindungen zur Bank Winter. Die Bank erklärte dazu in einer Stellungnahme, die österreichische FMA habe die betreffenden Konten geprüft und keine Beanstandungen gefunden.

Sachverhaltsdarstellung eingebracht

Das sieht die FMA allerdings anders. „Diese Aussage der Bank Winter, die FMA habe die Konten geprüft und keinerlei Beanstandungen gefunden, ist falsch“, sagte heute FMA-Sprecher Klaus Grubelnik. „Im Gegenteil, die FMA sah sich veranlasst, diesbezüglich eine Sachverhaltsdarstellung wegen Verdachts auf Geldwäscherei an die Staatsanwaltschaft zu übermitteln.“ Solange strafrechtliche Ermittlungen laufen, sind aber die verwaltungsstrafrechtlichen Ermittlungen und Verfahren per Gesetz ausgesetzt.

Die Bank Winter hat im Zusammenhang mit der Affäre um angebliche Gelder aus Moskau an die italienischen Lega Nord auch bestritten, Verbindungen zu den Energiekonzernen ENI oder Rosneft oder zu in die Affäre involvierten Personen zu haben. Dazu die FMA: „Wir prüfen, ob es Geschäftsbeziehungen gibt, welcher Art sie sind und ob Compliance- und Sorgfaltspflichten zur Prävention der Geldwäscherei eingehalten wurden.“

Sport

Für Sebastian Vettel ist sein fünfter WM-Titel, der erste mit Ferrari, mit dem selbst verschuldeten Nuller in Silverstone endgültig in weite Ferne gerückt. Zu allem Überfluss steht im Ferrari-Team eine Wachablöse unmittelbar bevor. Youngster Charles Leclerc landete zum dritten Mal in Folge vor Vettel und liegt in der WM nur noch drei Zähler hinter dem Routinier, der als erklärte Nummer eins der „Scuderia“ in die Saison gegangen war.

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Chronik

Ein Lenker eines Cabrios hat heute Vormittag im Helenental (Niederösterreich) die Kontrolle über seinen Wagen verloren. Das Auto überschlug sich, der Mann wurde aus dem Wagen geschleudert. Er starb noch an der Unfallstelle.

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Ein einen Monat altes Mädchen und dessen Eltern sind gestern Abend bei einem Autounfall in Weißkirchen im Murtal (Steiermark) verletzt worden. Ihr Wagen war frontal mit dem eines alkoholisierten 45-jährigen Lenkers kollidiert – er wurde ebenfalls verletzt.

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Fußgänger angefahren

In Litzelsdorf im Burgenland wurde heute offenbar ein Fußgänger von einem Lkw niedergestoßen. Er wurde mit dem Hubschrauber ins Spital gebracht.

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Frontalkollision in Wien

Bei einem Frontalzusammenstoß zweier Autos in Wien-Ottakring wurden gestern beide Lenker teilweise schwer verletzt. Die Unfallursache ist noch unklar, die Männer im Alter von 48 und 73 Jahren wurden in Krankenhäuser eingeliefert.

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In der italienischen Stadt Pescara hat heute der Prozess um die tödliche Lawine auf das Rigopiano-Hotel begonnen. Bei dem Unglück im mittelitalienischen Gran-Sasso-Massiv im Jänner 2017 kamen 29 Menschen, darunter mehrere Kinder, ums Leben.

24 Personen sind angeklagt, darunter der frühere Präfekt von Pescara, Francesco Provolo, der frühere Präsident der Provinz Pescara, Antonio Di Marco, und der Bürgermeister der betroffenen Ortschaft Farindola, Ilario Lacchetta. Die Staatsanwaltschaft geht von mehreren Straftaten aus, darunter fahrlässige Tötung und Amtsmissbrauch. Im Zentrum der Ermittlungen standen mögliche Versäumnisse unter anderem bei der Instandhaltung sowie der Räumung der Zufahrtsstraßen.

Angehörige fordern „Gerechtigkeit“

Angehörige der Todesopfer demonstrierten vor dem Gerichtsgebäude und forderten „endlich Gerechtigkeit“. Sie versammelten sich mit weißen T-Shirts, auf denen das Gesicht des jeweils ums Leben gekommenen Familienmitglieds abgebildet war.

Am 18. Jänner 2017 hatten zunächst vier Erdbeben mit einer Stärke über fünf die Region mitten in einem Schneechaos erschüttert. Am Nachmittag ging dann eine Lawine auf das Hotel nieder. Acht Tage lang suchten Einsatzkräfte nach Überlebenden und bargen neun Menschen, darunter vier Kinder. Insgesamt elf Menschen überlebten die Tragödie.

Der Mord an der deutschen Wissenschaftlerin Suzanne Eaton ist nach Erkenntnissen der Polizei aufgeklärt: Ein 27 Jahre alter Mann von der griechischen Insel Kreta hat die Tat gestanden, wie die Ermittler in der Hafenstadt Chania heute mitteilten.

Die Leiche der gebürtigen US-Amerikanerin war am Montag vergangener Woche gefunden worden. Eaton stammte aus Oakland im Bundesstaat Kalifornien. Sie arbeitete im Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik (MPI-CBG) in Dresden.

„Er hat gestanden und wird der Justiz vorgeführt“, so ein Polizeisprecher bei einer Pressekonferenz auf Kreta, die vom Fernsehen übertragen wurde. Eaton hatte an einem Expertentreffen in der kleinen Hafenstadt Kolymbari teilgenommen und war am 4. Juli zu einer Wanderung aufgebrochen, von der sie nicht zurückkehrte. Wanderer fanden die Leiche in der Grotte nahe der Ortschaft Maleme rund achteinhalb Kilometer von Kolymbari entfernt.

Leiche in Schacht geworfen

Der mutmaßliche Täter – Sohn eines Priesters, verheiratet, zwei Kinder – habe zugegeben, die Biologin mit seinem Wagen zweimal angefahren zu haben. Das Opfer wurde dabei verletzt. „Ich musste das machen“, soll der Mann der Polizei gesagt haben. In seinem Leben laufe nichts gut. Der 27-Jährige habe die Frau dann vergewaltigt und die Leiche in einen Schacht geworfen, der während des Zweiten Weltkriegs als Bunker benutzt worden sei.

Die gerichtsmedizinischen Untersuchungen laufen noch. Dabei soll geklärt werden, ob der Täter Eaton selbst erstickte oder ob sie wegen ihrer Rippenbrüche nicht atmen konnte und daran starb. Auf die Spur des mutmaßlichen Täters sei die Polizei durch Aufnahmen einer Überwachungskamera, eine Handyortung und Reifenspuren gekommen.

Bewaffnete haben ein türkisches Frachtschiff vor der Küste Nigerias angegriffen und zehn Besatzungsmitglieder als Geiseln genommen. Piraten hätten das Schiff schon am Samstagabend vor Nigeria attackiert, die Besatzung mit Waffen bedroht und zehn Crewmitglieder entführt, sagte heute Ahmet Paksoy von der Reederei Kadioglu Denizcilik.

Insgesamt arbeiteten 18 Türken auf dem Frachter „Paksoy I“. „Die Menschen sind bei guter Gesundheit. Wir haben erfahren, dass es auch den Entführten gut geht“, stellte Paksoy fest. Die verbleibenden Crewmitglieder seien noch auf dem Schiff und würden von ghanaischen Militärs eskortiert.

Der Sprecher der türkischen Regierungspartei AKP, Ömer Celik, erklärte, das Außenministerium und der Geheimdienst seien über den Vorfall informiert. Details zu den Entführten wollte er nicht nennen.

Nach Angaben von Paksoy war das Schiff nicht beladen und von Kamerun zur Elfenbeinküste unterwegs. Dort sollte es mit Holz beladen werden um dann weiter nach Marokko zu fahren. Die Meere um Westafrika zählen zu den gefährlichsten der Welt. Vor Nigeria gibt es regelmäßig Piratenangriffe, um Lösegeld zu erpressen.

IT

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Kultur

Nach seinen Regieanweisungen bewegen sich Musikgrößen wie Mick Jagger, Madonna, Anastacia und Rammstein. Auf sein Kommando hören Schauspielstars wie Ben Kingsley, Erwin Steinhauer und Olga Kurylenko. Derzeit ist Film- und Opernregisseur Philipp Stölzl in Vorarlberg und zieht dort die Fäden rund um den riesigen Marionettenkopf auf der Seebühne der Bregenzer Festspiele.

Mehr dazu in news.ORF.at/bregenzerfestspiele19

Die US-Regisseurin und Schauspielerin Greta Gerwig („Lady Bird“) arbeitet an einem Film über die Barbie-Puppe. Mit an Bord bei dem bisher namenlosen Projekt ist einem Bericht des „Hollywood Reporter“ zufolge auch der Filmemacher Noah Baumbach, mit dem Gerwig in der Vergangenheit schon öfters zusammenarbeitete – etwa bei der 2012 erschienenen Tragikomödie „Francis Ha“.

Greta Gerwig
APA/AFP/Angela Weiss

Die Hauptrolle im Barbie-Film soll Margot Robbie („I, Tonya“) übernehmen. Gerwig könnte laut „Hollywood Reporter“ selbst Regie führen. Mit ihrem Regiedebüt „Lady Bird“ war die US-Amerikanerin 2018 in gleich fünf Kategorien für den Oscar nominiert, ging aber letztlich leer aus.

Zwei Jahre nach ihrem Erscheinen hat Netflix eine besonders kontroverse Szene aus der ersten Staffel der Serie „Tote Mädchen lügen nicht“ („13 Reasons Why“) entfernt. In der drei Minuten langen Szene wird der Suizid der Protagonistin gezeigt.

„Während wir uns auf den Start der dritten Staffel im Sommer vorbereiten, haben wir die Debatte über die Serie aufmerksam verfolgt. Basierend auf Ratschlägen von medizinischen Fachleuten, unter ihnen Dr. Christine Moutier, Leiterin der US-Stiftung für Suizidprävention, haben wir mit dem Serienschöpfer Brian Yorkey sowie seinen Produzenten entschieden, (…) die Szene zu bearbeiten, in der sich Hanna das Leben nimmt“, teilte Netflix heute via Twitter mit.

An den drastischen Bildern und auch der Serie an sich hatte es scharfe Kritik von Medizinerinnen und Medizinern gegeben. Erst Anfang Mai sorgte eine Studie für Aufsehen, die Hinweise auf eine Zunahme der Suizide unter US-amerikanischen Jugendlichen und dem Start von „Tote Mädchen lügen nicht“ im Jahr 2017 fand.

In der bearbeiteten Szene ist Protagonistin Hanna (gespielt von Katherine Langford) laut „Hollywood Reporter“ nun zu sehen, wie sie in den Spiegel schaut, ehe die Reaktion ihrer Eltern auf die Geschehnisse zu sehen ist.

Panorama

Drogenrückstände im Abwasser könnten Alligatoren und andere Tiere in Rauschzustände versetzen – davor hat jetzt eine Polizeibehörde im US-Bundesstaat Tennessee gewarnt. In einem Facebook-Beitrag riefen die Polizisten deshalb dazu auf, Drogen nicht in die Toilette zu spülen.

„Enten, Gänse und andere Vögel halten sich regelmäßig an unseren Teichkläranlagen auf“, zitierte der Fernsehsender CNN gestern die Behörde. „Und wir schaudern bei dem Gedanken daran, was einer davon tun würde, der total aufgeputscht durch Methamphetamin ist.“ Fließe das Wasser anschließend weiter bis zum Fluss Shoal Creek im Bundesstaat Alabama, könnten dort auch Alligatoren mit den Drogenrückständen in Berührung kommen.

Die Abwasserbehörde lege Wert darauf, nur gründlich gesäubertes Wasser aus den Teichkläranlagen in die Flüsse zu leiten. „Aber sie sind nicht wirklich auf Meth vorbereitet“, schrieb die Polizei. Sie forderte die Menschen auf, Drogen und auch verschreibungspflichtige Medikamente zur Entsorgung besser auf die Reviere zu bringen.

Eine Straße in Harlech im Norden von Wales ist laut Guinness-„Buch der Rekorde“ die steilste Straße der Welt. Sie löst damit den bisherigen Rekordhalter, die Baldwin Street im neuseeländischen Ort Dunedin, ab.

Während Letztere auf „nur“ 35 Prozent Steigung kommt, schafft die Ffordd Pen Llech in Harlech im steilsten Abschnitt 37,45 Prozent Neigung. Die Bewohnerinnen und Bewohner von Harlech waren laut BBC seit Jahren überzeugt, dass ihre Harlech Street, die zu einer Burg hinaufführt, die steilste der Welt ist.

Gyn Headley hörte vom Weltrekord der neuseeländischen Konkurrenzstraße. Spätestens als er mit seinem Auto bei voll angezogenen Bremsen die Ffordd Pen Llech hinuntergerutscht sei, sei er überzeugt gewesen, dass es die steilste Straße sein müsse.

Nun wurde tatsächlich vermessen, und die Gemeinde reichte die Straße beim Guinness-„Buch der Rekorde“ ein – erfolgreich.

Der Mann hat ein seltsames Toupet getragen und ungewöhnlich gestresst gewirkt: Das machte die Zollbeamten auf dem Flughafen von Barcelona misstrauisch.

Wie die Polizei der katalanischen Hauptstadt heute mitteilte, wurde ein kolumbianischer Passagier festgenommen, der unter seiner künstlichen Haartracht 503 Gramm Kokain versteckt hatte. Das auf seinem Kopf festgeklebte Päckchen hatte einen Schwarzmarktwert von mehr als 30.000 Euro.

Verhafteter mit seltsamen Toupet
APA/AFP/Spanish Police

Spanien gilt als Einfallstor für Drogen aus seinen ehemaligen Kolonien in Lateinamerika. Die Schmugglerinnen und Schmuggler gehen dabei oftmals reichlich kreativ vor: In den vergangenen Jahren fanden Fahnder Kokain unter anderem in Brustimplantaten, ausgehöhlten Ananas, dem Polster eines Rollstuhls sowie im Gipsverband eines Mannes, der sich ein Bein gebrochen hatte.

Das Schicksal des US-amerikanischen Ehepaars Herbert und Marilyn DeLaigle wird in den Medien als große Liebesgeschichte erzählt. Die beiden verbrachten 71 Ehejahre miteinander. Am Freitag starben die beiden im Alter von 94 und 88 Jahren im Abstand von zwölf Stunden.

Als die beiden einander trafen, arbeitete Marilyn in einem kleinen Cafe in Waynesboro im US-Bundesstaat Georgia. „Ich sah ihr zu, als sie rein und raus ging, rein und raus, und ich ließ meine Augen nicht von ihr“, so Herbert 2018 in einem Interview. „Dann habe ich endlich den Mut zusammenbekommen, sie zu fragen, ob sie mit mir irgendwann einmal ausgehen möchte.“ Daraus entwickelte sich ein gemeinsames Leben in den USA, Deutschland und anderen Ländern, in die Herbert aufgrund seines Berufs in der US-Armee entsandt wurde.

Die DeLaigles bekamen sechs Kinder, 16 Enkelinnen und Enkel, 25 Urenkelkinder und sogar schon drei Ururenkelkinder. Am Freitag starb Herbert um 2.00 Uhr, Marilyn folgte genau zwölf Stunden danach. Ihre Beerdigungsfeier fand gestern in Waynesboro statt. „Es ist verblüffend, sie waren 71 Jahre lang zusammen und jetzt sind sie gemeinsam im Himmel“, hieß es in einem Statement der Familie. „Was für eine erstaunliche Liebesgeschichte.“

Bregenzer Festspiele