Ukraine-Krieg

Zwei Jahre nach Kriegsbeginn in der Ukraine hat UNO-Generalsekretär Antonio Guterres ein Ende der Kämpfe verlangt. „Es ist höchste Zeit für Frieden – einen gerechten Frieden, der auf der Charta der Vereinten Nationen, dem Völkerrecht und den Resolutionen der Vollversammlung basiert“, sagte Guterres gestern vor dem Weltsicherheitsrat in New York. Zudem warnte der 74-jährige Portugiese vor einer Ausweitung des Konfliktes in Osteuropa.

Zahlreiche Kriegsverbrechen vor allem der russischen Streitkräfte müssten aufgeklärt und die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden. „Viele Ukrainer erleben den lebenden Alptraum, ihre Kinder zu verlieren“, sagte Guterres weiter. Alle vertriebenen Kinder – die teilweise nach Russland gebracht wurden – müssten mit ihren Familien zusammengeführt werden.

Verbaler Schlagabtausch im Sicherheitsrat

24 Monate nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine traf sich das mächtigste UNO-Gremium gestern zu einer hochrangig besetzten Sitzung, die Vertreter Russlands und der Ukraine lieferten sich dabei einen verbalen Schlagabtausch.

„Russlands Ziel ist es, die Ukraine zu zerstören, und sie reden ziemlich offen darüber“, sagte der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba in der UNO-Vollversammlung gestern in New York. „Die Wahrheit ist, dass es keine vorläufig besetzten Gebiete der Ukraine gibt“, entgegnete der russische UNO-Botschafter Wassili Nebensja.

Die Halbinsel Krim sei russisch und in den Regionen Donezk, Luhansk und rund um Cherson habe es Referenden zur Annexion an Russland gegeben, versuchte der Botschafter die völkerrechtswidrigen Vorgänge zu rechtfertigen. Dass die genannten Gebiete im Vorfeld dieser „Volksabstimmungen“ mit brutaler militärischer Gewalt erobert wurden, verschwieg Nebensja. Vielmehr bedachte er die ukrainische Regierung neuerlich mit dem bekannten russischen Propagandavorwurf, ein „Neonazi-Regime“ zu sein.

„Der einzige Grund für diesen Krieg ist und bleibt Russlands Weigerung, das Existenzrecht der Ukraine anzuerkennen“, hatte Kuleba zuvor betont.

Bundespräsident Alexander Van der Bellen und Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP) haben der Ukraine zum Anlass des zweiten Jahrestags des russischen Überfalls auf die Ukraine die „unerschütterliche Solidarität“ Österreichs zugesagt. „Russland hat diesen illegalen Angriffskrieg begonnen. Und es ist Russland, das ihn beenden muss“, sagte Schallenberg in einer Videobotschaft, die heute via X (Twitter) veröffentlicht wurde.

Van der Bellen lobt „heldenhaften Widerstand“

Van der Bellen erklärte in einer eigenen Videobotschaft, die laut Präsidentschaftskanzlei auch im ukrainischen TV verwendet wird, an die Ukrainer gerichtet: „Die Ukraine gehört zur europäischen Familie.“ Russland habe vor zwei Jahren „einen ungerechtfertigten und abscheulichen Angriffskrieg“ begonnen. Der Bundespräsident sprach von zwei Jahren „mit unermesslichen menschlichen Verlusten und Leiden“. Er lobte den „heldenhaften Widerstand“ der Ukrainer. „Ihr Opfer darf nicht vergeblich sein.“

Schallenberg sprach von einem „sinnlosen Krieg“. „Nach zwei Jahren Kämpfen ist Russland einem Sieg in diesem Krieg keinen Schritt nähergekommen.“ Österreichs Unterstützung für die Ukraine bleibe „so unerschütterlich wie am Tag eins“, erklärte Schallenberg weiter. Österreich stehe der Ukraine in ihrem Kampf für Freiheit, Souveränität und territoriale Integrität bei. „Die Bürgerinnen und Bürger der Ukraine haben einen gerechten und dauerhaften Frieden verdient.“

Grüne: Ukraine darf Putin nicht ausgeliefert werden

Die außenpolitische Sprecherin der Grünen, Ewa Ernst-Dziedzic, betonte zum Jahrestag, dass die Ukraine „nicht in die blutigen Hände von Diktator Putin“ ausgeliefert werden dürfe. „Wenn Russland seine Kriegsziele erreicht, wäre der ukrainische Staat und die ukrainische Identität Geschichte“, erklärte Ernst-Dziedzic heute in einer Aussendung. „Der Beistand mit der Ukraine ist nicht nur ein moralisches Gebot, sondern eine sicherheitspolitische Verpflichtung“, meinte Ernst-Dziedzic.

FPÖ: „Kriegstreiberei der EU“

FPÖ-Bundesparteiobmann und Klubobmann Herbert Kickl kritisierte angesichts Hunderttausender Opfer auf beiden Seiten die „Kriegstreiberei der EU“. „Anstatt von Beginn an Druck zu machen und beide Kriegsparteien zu ernst gemeinten Verhandlungen zu bringen, hat die EU-Kommission durch immer mehr Waffenlieferungen die Eskalationsspirale noch weiter forciert“, erklärte Kickl in einer Aussendung. Zu glauben, dass ein Krieg mit Waffenlieferungen rasch zu Ende gehe, sei „hanebüchen und verantwortungslos“.

NEOS: „Geht um ureigenste sicherheitspolitische Interessen“

NEOS sieht im russischen Angriffskrieg „eine Zeitenwende für Europa und damit auch für Österreich“. Diese sei jedoch aufgrund der Untätigkeit der Bundesregierung nicht angekommen, sagte Klubobfrau und Parteivorsitzende Beate Meinl-Reisinger in einer Aussendung. Österreich müsse endlich aufwachen. „Es geht um unsere ureigensten sicherheitspolitischen Interessen.“

Ukrainische Streitkräfte haben eigenen Angaben zufolge ein russisches Aufklärungsflugzeug über dem Asowschen Meer getroffen. „Die A-50 mit dem Rufzeichen Bajan hat ihren letzten Flug absolviert“, teilte der ukrainische Luftstreitkräftekommandant Mykola Oleschtschuk gestern via Telegram mit. Der ukrainische Militärgeheimdienst veröffentlichte eine Karte mit der mutmaßlichen Absturzstelle im Süden Russlands.

„Ein weiteres wertvolles russisches Flugzeug vom Typ A-50U wurde über dem Asowschen Meer abgeschossen“, hieß es vom Geheimdienst. Der Abschuss sei „ein weiterer ernsthafter Schlag gegen das Potenzial und die Fähigkeiten des terroristischen Moskaus“.

Russland hat nur wenige A-50

Beim Modell A-50 handelt es sich um ein russisches Aufklärungsflugzeug, das den von der NATO genutzten AWACS ähnelt. Russland verfügt Militärexperten zufolge nur über gut ein halbes Dutzend einsatzfähiger Flugzeuge dieses Typs.

Mitte Jänner hatte das ukrainische Militär nach eigenen Angaben bereits eine der wenigen A-50 und ein weiteres Aufklärungsflugzeug des Typs Iljuschin Il-22 über dem Asowschen Meer abgeschossen. Seit vergangenem Samstag schoss die ukrainische Flugabwehr nach eigenen Angaben neben dem Aufklärungsflugzeug noch fünf Kampfflugzeuge des Typs Suchoi Su-34 und zwei Su-35 ab.

Videos zeigten Lichtblitze

Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Videos in Onlinediensten zeigten mehrere Lichtblitze in einem dunklen Nachthimmel sowie einen Brand in einer offenbar ländlichen Region. Die Behörden von Krasnodar im Südwesten Russlands teilten mit, dass die Feuerwehr einen Brand „von etwa 250 Quadratmetern“ bekämpfe und dass keine Häuser in Gefahr seien. Es sollen „zwei Flugzeuge“ in den Vorfall verwickelt sein – genauere Angaben machten die Behörden nicht.

Das russische Militär hat die südukrainische Hafenstadt Odessa die zweite Nacht in Folge mit Kampfdrohnen angegriffen. Dabei sei unter anderem ein Wohnhaus zerstört wurden, teilte die örtliche Militärverwaltung in der Nacht auf heute mit. Mindestens ein Mensch sei getötet, drei weitere seien verletzt ins Krankenhaus gebracht worden. Möglicherweise seien noch Menschen unter den Trümmern eingeschlossen, hieß es.

Am zweiten Jahrestag des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine hat Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu den in der Ukraine eingesetzten Truppen einen Besuch abgestattet.

Hinsichtlich des Kräfteverhältnisses sei der Vorteil „auf unserer Seite“, sagte Schoigu laut einer Erklärung der Armee heute vor den Soldaten. Der Minister sei darüber informiert worden, dass die russischen Streitkräfte nach der Einnahme der Industriestadt Awdijiwka in die Offensive gegangen seien.

Zuvor hatte der russische Präsident Wladimir Putin die in der Ukraine eingesetzten Soldaten seines Landes als „Helden“ gepriesen und eine fortgesetzte Stärkung der Armee angekündigt. In einer Videobotschaft anlässlich des jährlichen „Tags des Verteidigers des Vaterlands“ würdigte Putin gestern in feierlichem Tonfall die „Teilnehmer der Spezialoperation“ in der Ukraine, die „für Wahrheit und Gerechtigkeit“ kämpften. Auch zwei Jahre nach dem Überfall bezeichnet das offizielle Russland den Krieg als „Spezialoperation“.

Für Putin, der von 15. bis 17. März erneut zur Wahl als russischer Präsident steht, ist die Lage am zweiten Jahrestag des Angriffs auf die Ukraine erheblich besser als noch im vergangenen Jahr, als die russischen Truppen in der Ukraine kaum vorankamen.

Inland

Für ÖVP-Generalsekretär Christian Stocker ist der erstinstanzliche Schuldspruch gegen den ehemaligen Kanzler und früheren ÖVP-Chef Sebastian Kurz wegen Falschaussage „überraschend“. Schließlich habe es im Beweisverfahren sehr viele entlastende Aussagen gegeben, so Stocker gestern. Die Entscheidung sei aber „zur Kenntnis“ zu nehmen. Weniger unerwartet kam das Urteil für SPÖ und NEOS.

„Die ‚Ära Kurz‘ wird die Gerichte noch auf Jahre beschäftigen“, sagte SPÖ-Abgeordneter Kai Jan Krainer, der als Fraktionsführer im aktuellen COFAG- und in den vergangenen beiden U-Ausschüssen („Ibiza“, ÖVP-Korruption) fungierte. Der Schuldspruch sei für die rechtliche Aufarbeitung des „Systems Kurz eher ein kleinerer Schauplatz“, so Krainer.

„Respekt vor demokratischen Institutionen“

Für NEOS-Chefin Beate Meinl-Reisinger ging es in diesem Prozess nicht nur um eine Aussage von Kurz. Vielmehr gehe es „um den Respekt vor demokratischen Institutionen wie dem Parlament“, sagte die NEOS-Chefin: „Und es geht um ein System, ein System der Postenkorruption, der Inseratenkorruption, der Selbstbedienung. Es geht darum, dass die Parteien SPÖ, ÖVP und FPÖ ein System geschaffen haben, das endlich geändert gehört.“

Stocker betonte, dass es sich um ein Ersturteil handle. Dieses werde jetzt im Rechtsmittelverfahren einer Prüfung unterzogen. „Es bleibt daher offen, wie das Rechtsmittelgericht die Beweisergebnisse und das Verfahren beurteilen wird“, so der ÖVP-Generalsekretär: „Ich hätte Sebastian Kurz und Bernhard Bonelli gewünscht, dass im erstinstanzlichen Verfahren eine andere Entscheidung erfolgt wäre.“

Ausland

Die Witwe des Kreml-Kritikers Alexej Nawalny hat dem russischen Präsidenten Wladimir Putin vorgeworfen, die Leiche ihres in der Haft gestorbenen Mannes als „Geisel“ genommen zu haben. Putin wolle damit Nawalnys Mutter Ljudmila „zwingen, einer geheimen Beerdigung zuzustimmen“, sagte Julia Nawalnaja heute in einem Onlinevideo. Putin gebe die Befehle, die besagten: „Gebt ihn nicht heraus, übt Druck auf die Mutter aus, brecht sie, sagt ihr, dass der Körper ihres Sohnes verwest ist.“

„Ihr habt ihn zu Lebzeiten gefoltert, jetzt foltert ihr ihn nach seinem Tod“, fügte Julia Nawalnaja hinzu. „Gebt Oma den Körper meines Vaters“, schrieb Nawalnys Tochter Darja auf X (Twitter).

Ermittler drohen mit geheimer Beerdigung

Seit mehr als einer Woche versucht Ljudmila Nawalnaja, Zugang zur Leiche ihres Sohnes zu erhalten. Nawalnys Sprecherin Kira Jarmisch zufolge drohten russische Ermittler damit, die Leiche Nawalnys auf dem Gelände der Strafkolonie zu begraben, in der er gestorben ist, wenn seine Familie einer geheimen Beerdigung nicht zustimmt.

Beobachtern zufolge befürchtet der Kreml, dass eine Beerdigung zu einem öffentlichen Ereignis werden könnte. Mitte März sind in Russland Präsidentschaftswahlen angesetzt. Der erneute Wahlsieg Putins steht bereits jetzt so gut wie fest, da er keine ernsthafte Konkurrenz hat.

Der Tod des seit Jahren in Russland inhaftierten Nawalny war am Freitag vergangener Woche bekannt geworden. Er starb in einem Straflager am Polarkreis im Alter von 47 Jahren. Sein Tod löste international Bestürzung aus. Zahlreiche westliche Politiker sowie Nawalnys Witwe machten die russische Führung und Präsident Putin für seinen Tod verantwortlich. Moskau wies die Anschuldigungen zurück.

Die heftigen Kämpfe im Gazastreifen gehen israelischen Armeeangaben zufolge weiter. „Im Laufe des vergangenen Tages seien mehrere Terroristen bei Luftangriffen und Zusammenstößen am Boden getötet worden“, teilte das Militär heute mit. Truppen hätten zudem zahlreiche Waffen und Dokumente der Hamas sichergestellt.

Intensive Kämpfe gab es den Angaben nach etwa in Chan Junis, der größten Stadt im Süden des Küstengebiets. Soldaten hätten dort gestern „zahlreiche Terroristen mit präzisem Scharfschützenfeuer getötet“. In al-Saitun, einem Viertel der Stadt Gaza, habe eine Gruppe versucht, eine Rakete auf die israelischen Soldaten zu feuern, teilte das Militär weiter mit.

„Ein Fluggerät zielte auf die Terroristen und tötete sie.“ Die Truppen setzten ihre Aktivitäten in dem Gebiet fort, hieß es weiter. Die Angaben des Militärs konnten zunächst nicht unabhängig überprüft werden.

Auslöser des Krieges war das schlimmste Massaker in der Geschichte Israels. Terroristen der islamistischen Hamas sowie anderer extremistischer Palästinenserorganisationen ermordeten am 7. Oktober vergangenen Jahres in Israel mehr als 1.200 Menschen und verschleppten 250 weitere in den Küstenstreifen.

Ziel der israelischen Militäroffensive sind die Zerstörung der Hamas und die Befreiung der verbliebenen Geiseln, von denen nach israelischen Informationen höchstens noch rund 100 am Leben sind.

Ein Geschworenengericht in New York hat den früheren obersten US-Waffenlobbyisten Wayne LaPierre und weitere Führungskräfte des einflussreichen Waffenverbands NRA wegen finanzieller Verfehlungen und Korruption für schuldig befunden. Das berichteten mehrere US-Medien übereinstimmend heute (Ortszeit).

Nach einwöchigen Beratungen waren die Geschworenen zu dem Schluss gekommen, dass der ehemalige NRA-Vorsitzende LaPierre Verbandsgelder für Urlaube, Luxusflüge für seine Verwandten sowie Jachttouren verwendet hatte.

Fünf Mio. Euro vergeudet

Die Geschworenen befanden, dass LaPierre rund 5,4 Millionen Dollar (knapp fünf Mio. Euro) der NRA vergeudet hatte. Er hat den Angaben zufolge bereits einen Teil des Geldes zurückgezahlt. Der Rest soll folgen.

Auch der frühere Schatzmeister der Gruppe und der Leiter der Rechtsabteilung hätten ihre Pflichten gegenüber der gemeinnützigen Organisation nicht erfüllt, befand die Jury den Angaben zufolge. Die NRA selbst war ebenfalls angeklagt und wurde verurteilt, weil sie Beschwerden von Informanten ignoriert und dem Staat falsche Unterlagen vorgelegt hatte.

NRA seit 1991 geleitet

Die NRA besitzt in den USA gemeinnützigen Status und unterliegt daher besonderen Auflagen für Verwendung der Spenden, Wohltätigkeit und Rechnungslegung. Sie gilt als äußerst konservative Organisation mit sehr großem politischen Einfluss. Der 74-jährige LaPierre leitete die NRA seit 1991, hatte aber kurz vor Beginn des Prozesses in New York im Jänner angekündigt, das Amt aus gesundheitlichen Gründen niederzulegen.

Chronik

Spanien steht nach dem Hochhausbrand in der Mittelmeer-Metropole Valencia in der Nacht auf gestern mit zehn Toten und 15 Verletzten unter Schock. Heute war noch die Leiche der letzten noch vermissten Person in dem ausgebrannten Gebäude gefunden worden.

Für Entsetzen sorgte, mit welcher rasenden Geschwindigkeit sich das Feuer von einer Wohnung auf die gesamte relativ neue Anlage ausbreiten konnte. Der Ingenieur David Higuera kann sich die explosionsartige Ausbreitung des Feuers nur mit brennbaren Teilen der Fassadenverkleidung erklären. Auch die riesige schwarze Rauchwolke über dem Gebäude lasse sich kaum anders erklären. Starker Wind habe den Brand zusätzlich angefacht.

Dreitägige Trauer in Valencia

Mit dem ersten Tageslicht gestern wurde das ganze Ausmaß der Zerstörung sichtbar. Von der erst vor wenigen Jahren fertiggestellten Wohnanlage, von der ein Flügel 14 Stockwerke und der andere zwölf Stockwerke hoch ist, blieben nur verkohlte Fassaden vor einem Gerippe aus Stahlbeton zurück. „So eine Tragödie hat Valencia noch nicht erlebt“, sagte Valencias Bürgermeisterin Marie Jose Catala und rief eine dreitägige Trauerzeit für die Stadt aus.

Erinnerungen an Grenfell-Tower

Die Bilder aus Valencia erinnerten Ingenieur Higuera an die Grenfell-Brandkatastrophe in London. Im Juni 2017 waren bei einem Hochhausbrand 72 Menschen ums Leben gekommen. Auch dort hatte sich das Feuer rasend schnell über die Fassadendämmung ausgebreitet.

Die Brandkatastrophe löste in ganz Spanien Bestürzung aus. TV-Sender berichteten live in Sondersendungen. Regierung und Opposition drückten den Angehörigen der Opfer ihr Beileid aus und sagten den Geschädigten Unterstützung zu. Auch Regierungschef Pedro Sanchez reiste gestern zum Unglücksort und sicherte den Betroffenen staatliche Hilfe zu. Einige der nun obdachlosen Bewohner kamen bei Angehörigen oder Freunden unter, andere wurden in Hotels und Pensionen gebracht.

Wegen des Großbrands wurden auch die für das Wochenende geplanten Fußballspiele von Clubs der Stadt abgesagt. Der spanische Fußballverband RFEF habe einer entsprechenden Bitte des Erstligisten Valencia CF stattgegeben, teilte der Verein mit. Die spanische Liga kündigte zudem an, dass bei allen Spielen an diesem Wochenende eine Schweigeminute für die Opfer abgehalten werde.

Ein aus Oberösterreich stammender 42-Jähriger ist laut Medienberichten in Thailand Opfer eines Tötungsdelikts geworden. Das Außenministerium in Wien bestätigte heute den Tod des Mannes, der offenbar seit mehreren Jahren in dem südostasiatischen Land gelebt hatte.

Berichte über Festnahme

Vertreter der österreichischen Botschaft in Bangkok stünden in engem Kontakt mit den Angehörigen. Der Zeitung „The Nation Thailand“ zufolge wurde ein Tatverdächtiger festgenommen.

Es handle sich um einen aus Marokko stammenden 37-Jährigen, der die Tötung des österreichischen Staatsbürgers bereits gestanden habe, hieß es in den Berichten. Die Leiche des Oberösterreichers sei am Donnerstag auf der Insel Ko Pha-ngan neben einer Straße entdeckt worden. Sie wies schwere Kopfverletzungen auf.

Opfer und Täter sollen befreundet gewesen sein

Die beiden Männer sollen im Haus des späteren Opfers zu streiten begonnen haben. „The Nation“ zufolge seien sie befreundet gewesen. Der Verdächtige sagte aus, er habe das Haus verlassen, der 42-Jährige sei ihm aber gefolgt. Da habe er mit einem Stahlobjekt aus dem Pick-up des Opfers zugeschlagen. Ermittelt werde wegen Mordes, sagte ein Polizist laut dem thailändischen Medium.

Ko Pha-ngan ist eine im Golf von Thailand gelegene, bei Touristen beliebte Urlaubsinsel. Sie ist für ihre monatlich stattfindende Full Moon Party bekannt. Medienberichten zufolge soll der 42-Jährige auch als DJ gearbeitet haben.

Science

Das kommerzielle US-Mondlandegerät „Odysseus“ ist nach ersten Erkenntnissen bei seiner Landung offenbar umgekippt und auf der Seite liegen geblieben. Sein Unternehmen gehe davon aus, dass „Odysseus“ bei der Landung an einem Felsen hängen geblieben und auf die Seite gekippt sei, sagte Steve Altemus, der Chef des privaten Raumfahrtunternehmens Intuitive Machines, bei einer Pressekonferenz heute (Ortszeit).

Vorherige Angaben, wonach die vier Meter hohe Sonde aufrecht stehe, beruhten auf einer Fehlinterpretation von Daten. Trotz der Seitenlage erhalte „Odysseus“ über seine Solarpaneele Strom, teile Altemus mit. Die geplanten wissenschaftlichen Experimente im Auftrag der US-Raumfahrtbehörde NASA könnten so möglicherweise dennoch vorgenommen werden. Die Ingenieure hoffen, dass eine NASA-Sonde am Wochenende Fotos von „Odysseus“ erstellen kann, um seine genaue Position zu bestimmen.

Computerrendering der US-Mondsonde Odysseus nach der Landung
IMAGO/ZUMA Wire/Intuitive Machines

Am Donnerstag auf Mond gelandet

Die Sonde war am Donnerstag auf dem Mond gelandet. Es war die erste US-Mondlandung seit dem Ende des „Apollo“-Programms vor mehr als 50 Jahren und die erste Landung einer kommerziellen Sonde überhaupt.

Im Mondkrater Malapert A, der 300 Kilometer vom Südpol des Mondes entfernt ist, soll die Sonde eine Woche lang unter anderem Temperatur- und Strahlungsmessungen sowie Bodenuntersuchungen vornehmen. Ziel der IM-1 genannten Mission ist es, in dem Gebiet die Voraussetzungen für bemannte Mondmissionen zu erforschen. Die NASA will mit ihrem „Artemis“-Programm 2026 Astronauten zum Mond bringen.

Kultur

Das Justizdrama ging als Favorit ins Rennen und beendete es als klarer Sieger: Bei der Vergabe der französischen Cesar-Filmpreise hat „Anatomie eines Falls“ triumphiert. Der Film der französischen Regisseurin Justine Triet ging gestern Abend mit insgesamt sechs Preisen nach Hause, darunter jene für die beste Regie und das beste Originaldrehbuch. Damit ist die 45-Jährige nach Tonie Marshall im Jahr 2000 die zweite Frau, die in dieser Kategorie triumphiert.

Schauspielerin Sandra Hüller mit Auszeichnung
IMAGO/Bestimage/Borde-Jacovides

„Sprache und Herkunft kein Hindernis, sondern Möglichkeit“

Die deutsche Schauspielerin Sandra Hüller gewann für ihre Leistung in dem Film über eine deutsche Schriftstellerin, die verdächtigt wird, ihren Mann ermordet zu haben, die Auszeichnung als beste Schauspielerin. „Sie hätte nicht damit gerechnet, schon gar nicht als Deutsche. Am Set waren Sprache und Herkunft kein Hindernis, sondern eine Möglichkeit“, sagte sie auf Französisch. Es mache sie glücklich und sie wünschte sich, es wäre immer und überall so, führte die 45-Jährige ihre Dankesrede bewegt fort.

Damit gewann Hüller gegen Frankreichs Leinwandstar Marion Cotillard, die für ihre Rolle in „Little Girl Bleu“ um den Preis konkurrierte. Für ihre Hauptrolle in „Anatomie eines Falls“ wurde die deutsche Darstellerin auch für einen Oscar nominiert. Die Oscars werden am 10. März in Hollywood vergeben. Dort geht der Film, der in Cannes 2023 die Goldene Palme gewann, in fünf Kategorien ins Rennen, unter anderem in den Kategorien „Bester Film“ und „Beste Regie“.

Als bester ausländischer Film wurde „Simple comme Sylvain“ der kanadischen Regisseurin Monia Chokri aus Quebec prämiert. Mit ihrer Liebesgeschichte zwischen einer Philosophieprofessorin und einem Zimmermann stach Chokri unter anderem den Film „Perfect Days“ von Wim Wenders aus.

Den Ehren-Cesar erhielt der mehrfach prämierte britisch-amerikanische Regisseur Christopher Nolan.

US-Schauspielerin Scarlett Johansson will für ihr geplantes Regiedebüt eine Reihe bekannter Darsteller an Bord holen. Neben June Squibb („Nebraska“) sollen auch der Brite Chiwetel Ejiofor („12 Years a Slave“, „Baby to Go“), Jessica Hecht („Fair Game – Nichts ist gefährlicher als die Wahrheit“) und Erin Kellyman („Solo – A Star Wars Story“) in „Eleanor the Great“ mitspielen, wie das Branchenblatt „Variety“ gestern (Ortszeit) berichtete.

US-Schauspielerin Scarlett Johansson
IMAGO/Cover-Images

Der Film dreht sich um eine 90-Jährige namens Eleanor Morgenstein (Squibb), die nach einem Todesfall ihr jahrzehntelanges Leben in Florida aufgibt und alleine nach New York zurückzieht. Die 94-jährige Squibb, die 2014 für ihre Nebenrolle in dem Roadmovie „Nebraska“ für einen Oscar nominiert war, spielte zuletzt in dem Comedy-Action-Drama „Thelma“ eine Großmutter, die sich an einem Betrüger rächt.

Johansson war als Hauptdarstellerin in „Marriage Story“ und als Nebendarstellerin in „Jojo Rabbit“ schon zweimal für einen Oscar nominiert. Zuletzt spielte sie unter der Regie von Wes Anderson in „Asteroid City“ und in dem Regiedebüt „North Star“ der Britin Kristin Scott Thomas mit. Über den Drehbeginn von „Eleanor the Great“ wurde zunächst nichts bekannt.

Leute

Etwa 7.000 Nachrichten mit Genesungswünschen haben König Charles III. seit Bekanntgabe seiner Krebserkrankung erreicht. Der Buckingham-Palast veröffentlichte in der Nacht auf heute mehrere Fotos und ein Video. Zu sehen ist, wie der 75-Jährige einige handgeschriebene Botschaften liest – und ins Schmunzeln gerät. „Wenigstens musst du keinen Kegel tragen“, sagt ein Hund mit einer Halskrause auf einer Karte.

Manche Kartenschreiber würden von ihren eigenen Krebserfahrungen berichten, hieß es in der Mitteilung weiter. „Kinn hoch, Brust raus, bleiben Sie positiv und lassen Sie sich nicht herunterziehen“, rät ein erwachsener Schreiber den Angaben zufolge. Ein Kind habe geschrieben: „Gib nie auf. Sei mutig. Gehe nicht an deine Grenzen. Gute Besserung.“

Krebsdiagnose vor rund zweieinhalb Wochen

Der Palast hatte vor rund zweieinhalb Wochen mitgeteilt, dass im Zuge einer Krankenhausbehandlung wegen einer gutartigen Prostatavergrößerung bei Charles Krebs diagnostiziert worden sei. Um welche Art von Krebs es sich handelt, ist nicht bekannt. Es sei kein Prostatakrebs, hieß es nur. Der Monarch werde keine öffentlichen Termine wahrnehmen, aber die Staatsgeschäfte fortführen.