Inland

ÖVP-Klubobmann August Wöginger geht davon aus, dass die Sicherungshaft mit den Grünen als Koalitionspartner umgesetzt wird. Freilich sei dafür eine Änderung im Verfassungsgesetz notwendig, so Wöginger anlässlich der heute angesetzten Klubklausur der Volkspartei. Jedoch gehöre diese Lücke im System „unbedingt geschlossen“.

Man habe bereits nach dem tragischen Fall eines Dornbirner Beamten, der von einem Asylwerber getötet wurde, darauf hingewiesen, dass es eine verfassungsgesetzliche Änderung brauche. Damals habe er, Wöginger, gemeinsam mit dem ehemaligen FPÖ-Klubchef Walter Rosenkranz alle Fraktionen zu Gesprächen eingeladen, um eine Verfassungsmehrheit zu erreichen.

Keine Bedenken wegen Rechtskonformität

Bedenken, dass es an der Rechtskonformität scheitern könnte, habe er nicht, denn: „Wenn es in 15 anderen Ländern in Europa möglich ist, dann wird es auch in Österreich möglich sein.“ Die Regelung werde freilich die Europäische Menschenrechtskonvention berücksichtigen.

Den Gesprächen mit den Grünen will der ÖVP-Klubchef aber nicht vorgreifen, schließlich habe man vereinbart, dass man sich das „in aller Ruhe“ mit Experten und Verfassungsjuristen anschauen werde, so Wöginger im Interview mit der APA.

Bei der Klausur in Mauerbach werden die ÖVP-Regierungsmitglieder, allen voran Bundeskanzler Sebastian Kurz, die Abgeordneten über die Details des Regierungsprogramms informieren. „Ich lege Wert darauf, dass die Abgeordneten von Anfang an bestmöglich in die Umsetzung eingebunden sind“, so Wöginger. Die Klausur startet am Vormittag. Zuerst werden alle Minister ihre jeweiligen Kapitel vorstellen, anschließend gebe es dann „ausreichend Zeit für Diskussionen“.

Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) hat gestern in der ZIB2 grenznahe Asylzentren gefordert, um so „schnellere“ Asylverfahren garantieren zu können. Geplant sei ein Zentrum „im Grenzbereich zu Ungarn, Slowenien, Italien“, allerdings stehe man bei diesem Projekt erst am Anfang und müsse dessen Umsetzung noch prüfen, so Nehammer.

Interview mit Innenminister Karl Nehammer (ÖVP)

Innenminister Karl Nehammer forderte am Montag in der ZIB2 grenznahe Asylzentren, um so „schnellere“ Asylverfahren garantieren zu können.

„Ziel wäre es, dass Migranten dort bleiben und das Verfahren auch dort abgewickelt wird“, sagte der Innenminister. Zurückzugreifen sei dabei auf eine Wohnsitzauflage. Solange das Asylverfahren laufe, müsste sich die betreffende Person dann in der Umgebung des Asylzentrums aufhalten.

Nehammer verteidigt Sicherungshaft

Nehammer verteidigte auch die geplante Einführung der Sicherungshaft. Diese brauche es, um eine Gesetzeslücke zu schließen – die nicht nur die ÖVP, sondern auch die Grünen festgestellt hätten. Das Innen- sowie das Justizministerium würden nun gemeinsam an einer verfassungskonformen Lösung arbeiten. Die Sicherungshaft gelte weiterhin aber nur für Asylwerber.

Auf die Frage, wie Nehammer gegen die oft kritisierten „schwarzen Netzwerke“ im Innenministerium gedenkt vorzugehen, antwortete er: „Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich nicht auf die politische Farbe schaue, wenn ich etwas zur Umsetzung bringe.“ Bei zukünftigen Personalbesetzungen gehe es ihm daher rein um die Qualifikation. Aus welcher Partei man kommt, sei dabei „unerheblich“.

Die medizinische Betreuung in Primärversorgungseinheiten (PVE) bekommt einen finanziellen Anschub. Sozial- und Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) unterzeichnete gestern in Wien einen Vertrag mit der Europäischen Investitionsbank (EIB), durch den – in Kooperation mit heimischen Banken – insgesamt 360 Mio. Euro an günstigem Kreditvolumen zur Verfügung stehen sollen.

Die Zahl der PVE, in denen Ärztinnen, Ärzte und andere Gesundheitsberufe zusammenarbeiten, soll damit von derzeit 17 bis Ende 2021 auf 75 erhöht werden, was Bund, Länder und Sozialversicherung schon länger anpeilen. Gründungswillige Ärzte, die einen entsprechenden Kassenvertrag in Aussicht haben, bekommen durch die Unterstützung der EIB (sie steuert 180 Mio. Euro bei) günstigere Fixzinsen, längere Kreditlaufzeiten und einen tilgungsfreien Startzeitraum.

Anschober sprach in diesem Zusammenhang von einer „wunderbaren Chance“ für Jungärztinnen und -ärzte. An diesen liege es nun, dieses Angebot zu nutzen. Dem Abkommen gingen lange Vorbereitungen voraus, gut zwei Jahre lang hatte das Ministerium an dem Deal gearbeitet. Von den heimischen Instituten ist derzeit die Erste Bank sowie die Ärzte- und Apothekerbank (in Kooperation mit der Volksbank) dabei. Bei Letzterer geht man von Investitionsvolumina von vier Mio. Euro aufwärts aus, wenn eine PVE auf der grünen Wiese (inklusive Grunderwerb) neu gebaut wird.

Ausland

Der frühere Interpol-Chef Meng Hongwei ist in China wegen Korruption zu 13 Jahren Haft verurteilt worden. Ein Gericht in der Stadt Tianjin verhängte heute neben der Haftstrafe von 13 Jahren und sechs Monaten eine Geldstrafe von zwei Millionen Yuan (260.000 Euro).

Der frühere Interpol-Chef Meng Hongwei vor Gericht
APA/AFP/Tianjin First intermediate People’s Court

Meng war im September 2018 während eines Besuchs in China verschwunden. Er hatte bis zu seinem plötzlichen Verschwinden in Lyon gelebt, dem Sitz der internationalen Polizeibehörde in Frankreich. Später teilten die chinesischen Behörden mit, er sei der Korruption beschuldigt worden und von seinem Posten an der Spitze von Interpol zurückgetreten. Auch aus der Kommunistischen Partei wurde er ausgeschlossen.

Der Prozess gegen Meng begann im Juni. Nach Gerichtsangaben gestand er bei einer Anhörung, 2,1 Millionen Dollar (1,86 Mio. Euro) Bestechungsgelder angenommen zu haben. Die Vorwürfe bezogen sich auf Mengs Zeit als Leiter der Marinepolizei und als stellvertretender Minister für öffentliche Sicherheit in China.

Das irrtümlich im Iran abgeschossene ukrainische Passagierflugzeug wurde durch zwei Raketen zum Absturz gebracht. Das ist das Ergebnis eines zweiten Berichts der iranischen Luftfahrtbehörde, wie die iranische Nachrichtenagentur ISNA in der Nacht auf heute berichtete. Demzufolge wurde die Maschine nahe Teheran von zwei Raketen des Typs Tor aus nördlicher Richtung getroffen.

Die Maschine der Ukraine International Airlines war am 8. Jänner auf dem Weg nach Kiew. Alle 176 Menschen an Bord kamen bei dem Absturz ums Leben. Nach iranischen Angaben waren 147 der Passagiere Iraner, darunter viele mit doppelter Staatsbürgerschaft, sowie 29 Bürger der Ukraine, Kanadas, Schwedens und Afghanistans.

Zuvor hatten bereits US-Medien anhand eines Videos analysiert, dass die Maschine durch zwei Geschoße getroffen worden sein könnte. Durch den Treffer sei auch möglicherweise das Kommunikationssystem des Flugzeugs zerstört worden. Laut Bericht gab es keinen Kontakt zu den Piloten.

Nach der Libyen-Konferenz in Berlin hat sich der UNO-Sondergesandte Ghassan Salame gegen den Einsatz einer internationalen Friedenstruppe in dem Bürgerkriegsland ausgesprochen. „Es gibt in Libyen keine Akzeptanz für ausländische Truppen. Ich sehe in der internationalen Gemeinschaft auch nicht die Bereitschaft, Truppen zu entsenden“, sagte er der deutschen „Welt“ (Onlineausgabe).

Der UNO-Sonderbeauftragte für Libyen fügte hinzu: „Ich strebe darum keine solche militärische Operation an.“ Wichtiger sei es, die derzeitige Waffenruhe in einen dauerhaften Waffenstillstand zu überführen. Dafür seien aber keine Blauhelme nötig, sondern nur eine kleine Zahl von Militärbeobachtern.

Salame sagte, besonders wichtig sei es, dass sich die kämpfenden Parteien in Libyen auf einen gemeinsamen Militärausschuss geeinigt hätten, der über einen Waffenstillstand verhandeln solle. Der neu geschaffene Internationale Ausschuss für Folgemaßnahmen, der den in Berlin begonnenen Prozess weiter koordinieren solle, werde sich Mitte Februar zum ersten Mal treffen, und zwar ebenfalls in der deutschen Hauptstadt. Möglicherweise werde Deutschland dabei gemeinsam mit der UNO-Libyen-Mission den Vorsitz führen, sagte Salame.

Mexikanische Sicherheitskräfte haben erneut Hunderte Menschen aus Zentralamerika daran gehindert, illegal ins Land zu gelangen. Sie waren gestern durch den Suchiate-Fluss gewatet, der die natürliche Grenze zwischen Mexiko und Guatemala bildet. Die mexikanische Nationalgarde feuerte mit Tränengas auf die Menschen, von denen die meisten daraufhin laut Nachrichtenagentur AFP umkehrten.

Hunderte Migranten warten durch den Suchiate-Fluss
AP/Santiago Billy

Aus der Menschenmenge heraus wurden die Sicherheitskräfte mit großen Steinen beworfen. Die Nationalgardisten verbargen sich hinter Schutzschilden. Rund 200 Menschen gelang es, den von den Sicherheitskräften gebildeten Riegel zu durchbrechen oder zu umgehen. Sie wurden aber nach Angaben der mexikanischen Behörden später festgenommen.

Bereits am Wochenende war es am Suchiate-Fluss zu Konfrontationen zwischen den mexikanischen Sicherheitskräften und Migrantinnen und Migranten gekommen. Dabei wurden rund 1.500 Zentralamerikaner an der illegalen Einreise gehindert.

Tunesiens neuer Präsident Kais Saied hat den früheren Finanzminister Elyes Fakhfakh zum designierten Ministerpräsidenten ernannt. Das Staatsoberhaupt beauftragte Fakhfakh gestern mit der Regierungsbildung, wie das Präsidentenbüro mitteilte. Der 47-jährige Fakhfakh muss nun innerhalb eines Monats eine mehrheitsfähige Koalition bilden.

Der Koalitionsregierung muss das zutiefst gespaltene Parlament in Tunis zustimmen. Scheitert Fakhfakh mit der Regierungsbildung, wird das Parlament aufgelöst.

Erst vor rund zehn Tagen war eine Kabinettsbildung in Tunis am Widerstand der Abgeordneten gescheitert. Der zuerst zum designierten Regierungschef bestimmte Habib Jemli von der islamistischen Ennahda-Partei hatte zwei Monate lang mit Parteien, Gewerkschaften und Persönlichkeiten Gespräche geführt, aber nicht genügend Unterstützung von den im Parlament vertretenen Parteien für eine Koalitionsbildung bekommen.

Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen haben Tausende Waffenbefürworter und -befürworterinnen in der Hauptstadt des US-Bundesstaates Virginia gegen schärfere Gesetze protestiert. Auf dem Platz vor dem Sitz der Regierung in Richmond galt gestern ein Waffenverbot – in den umliegenden Straßen trugen Dutzende Demonstrierende ihre Waffen offen zur Schau.

Nach dem offiziellen Ende der Kundgebung teilten die Behörden auf Twitter mit, es habe keine Festnahmen gegeben, der Platz vor dem Kapitol habe sich geleert. Schätzungsweise 22.000 Menschen hätten sich an der Kundgebung beteiligt.

Unterstützung von Trump

Es hatte Befürchtungen gegeben, dass sich gewaltbereite Rechtsextreme unter die Demonstranten mischen könnten. Der demokratische Gouverneur Ralph Northam hatte vorsorglich den Ausnahmezustand für Richmond erklärt.

US-Präsident Donald Trump heizte den Protest gegen Pläne der demokratischen Regierung, Waffengesetze zu verschärfen, via Twitter an. Die Regierung Virginias arbeite hart daran, den Menschen das Recht auf Waffenbesitz zu nehmen, schrieb Trump am Montag. „Das ist nur der Anfang. Lasst es nicht zu.“

Debatte über Verschärfung des Waffenrechts

Bei einer Wahl im November war es den Demokraten gelungen, die bisher knapp von den Republikanern gehaltene Mehrheit in beiden Parlamentskammern zu übernehmen. Wegen der geplanten Verschärfung der laxen Waffengesetze wurden dieses Mal besonders viele Menschen zum alljährlichen „Lobby Day“ erwartet.

In den USA, wo Waffen meist sehr leicht zu kaufen sind, kommt es immer wieder vor, dass Bewaffnete in Schulen, Einkaufszentren oder an anderen öffentlichen Orten um sich feuern. Tausende Menschen sterben jedes Jahr infolge von Schusswaffengebrauch, was immer wieder Debatten über eine Verschärfung des Waffenrechts nach sich zieht. In vielen US-Staaten ist das offene Tragen von Waffen erlaubt.

EU

Österreich verlangt einen neuen Vorschlag für eine Finanztransaktionssteuer, andernfalls will es die gemeinsamen Bemühungen innerhalb der EU um deren Einführung beenden. Das teilte Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) heute vor seinem ersten EU-Wirtschafts- und -Finanzrat in Brüssel mit.

„Nicht akzeptabel“

Gestern habe er seinem deutschen Amtskollegen Olaf Scholz gesagt, dass der aktuelle Vorschlag Deutschlands für Österreich „nicht akzeptabel“ sei. „Wir brauchen einen neuen Vorschlag, sonst wird Österreich die Gruppe verlassen“, so der jüngst angelobte Minister. Eine Frist wurde dabei nicht genannt. „Es geht nicht darum, Ultimaten zu stellen, wir wollen ja eine gemeinsame, breit angelegte Finanztransaktionssteuer“, sagte Blümel.

Derzeit arbeiten noch zehn EU-Länder verstärkt zusammen, um die Steuer einzuführen. Eine EU-weite Finanztransaktionssteuer war schon 2013 an weit auseinanderliegenden Vorstellungen über Tragweite und Modalitäten gescheitert.

„Bestraft die Realwirtschaft“

Der aktuelle Vorschlag für die Finanztransaktionssteuer, mit dem Deutschland bereits bei dessen Vorlage im Dezember auf heftige Kritik gestoßen war, sei „das Gegenteil von dem, was ursprünglich intendiert“ gewesen sei, so Blümel. „Er bestraft die Realwirtschaft und ist somit indirekt ein Vorteil für die Spekulanten, da können wir nicht zustimmen.“

EU-Finanzminister beraten über Digitalsteuer und „Green Deal“

Allem voran das Ringen um eine stärkere Besteuerung von Internetriesen wie Google und Facebook beschäftigt heute die EU-Wirtschafts- und -Finanzminister. In Brüssel ziehen sie Zwischenbilanz zur Arbeit in der Organisation für Wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD) an einer internationalen Digitalsteuer.

Der deutsche Finanzminister Scholz gibt sich zuversichtlich, dass bis Anfang Februar zumindest die Grundlagen für eine Einigung auf eine Digitalsteuer gelegt werden können.

Weiteres Thema des Ministerrats ist der „Green Deal“, mit dem die EU bis 2050 „klimaneutral“ gemacht werden soll. Die EU-Kommission hatte vorige Woche einen Plan vorgelegt, mit dem bis 2030 eine Billion Euro an Investitionen mobilisiert werden sollen. Dazu gehören 100 Milliarden Euro an Hilfen für Regionen, denen die Klimawende besonders schwerfallen wird, darunter deutsche Kohleregionen. Die Minister wollen die wirtschaftlichen und finanziellen Aspekte der Pläne besprechen.

Wirtschaft

Isabel dos Santos hat lange Zeit als Afrikas Paradeunternehmerin gegolten. Die erste Milliardärin des Kontinents und Tochter des früheren angolanischen Präsidenten – Spitzname „Prinzessin“ – hält Beteiligungen an Unternehmen in ihrer Heimat und auch in Portugal. Doch nun scheint ihr Stern im Sinken, ein Recherchenetzwerk wirft ihr via „Luanda Leaks“ vor, ihr Heimatland „geplündert“ zu haben.

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Zur Bewältigung der Krise um sein mit Flugverbot belegtes Flugzeug 737 Max will der US-Flugzeughersteller Boeing einem Bericht zufolge zehn Milliarden Dollar an neuen Schulden aufnehmen. Sechs Milliarden habe sich Boeing bereits bei Banken gesichert, berichtete der US-Nachrichtensender CNBC gestern.

Weil die 737 Max nach zwei Abstürzen mit mehreren hundert Toten nicht fliegen darf, verliert Boeing nach Analystenschätzungen etwa eine Milliarde Dollar pro Monat.

Sport

Chronik

Zwei Deutsche sind gestern bei Skiunfällen in Tirol ums Leben gekommen. Ein 79-Jähriger verunglückte tödlich in Lermoos (Bezirk Reutte). In Tux (Bezirk Schwaz) erlitt ein 58-Jähriger bei einem Sturz tödliche Verletzungen.

Der 79-jährige Mann geriet laut Polizei im Skigebiet Grubigstein über den markierten Pistenrand hinaus, stürzte und blieb regungslos liegen. Zwei vorbeikommende unbeteiligte Skifahrer leisteten ihm sofort Erste Hilfe. Sie begannen mit der Reanimation und setzten einen Notruf ab. Die Notärztin konnte jedoch nur noch den Tod feststellen. Zur Klärung der genauen Todesursache wurde von der Staatsanwaltschaft eine gerichtliche Obduktion angeordnet.

Zur Klärung des Tuxer Unfalls hat die Polizei allfällige Zeugen um Hinweise gebeten. Der 58-jährige Deutsche war im freien Skiraum wenige Meter neben der Route gegen einen eingeschneiten Stein gefahren und gestürzt. Zwei vorbeikommende ebenfalls deutsche Skifahrer leisteten dem leblos im Schnee liegenden Mann Erste Hilfe und setzten einen Notruf ab. Trotz sofort eingeleiteter Reanimation starb der Skifahrer noch an der Unfallstelle.

Bei einem Brand in Sibirien sind in der Nacht auf heute elf Menschen getötet worden. Das Feuer brach in einem entlegenen Dorf in der Region Tomsk in einem einstöckigen Holzhaus aus, in dem ausländische Arbeiter untergebracht waren, wie die Behörden mitteilten.

Feuerwehrleute arbeiten bei abgebrannten Holzhaus
APA/AFP/Russian Emergencies Ministry

Das 200 Quadratmeter große Gebäude sei komplett zerstört worden. Es seien elf Leichen gefunden worden, teilte das regionale Katastrophenschutzministerium mit.

Bei schweren Unwettern in Spanien sind mindestens drei Menschen ums Leben gekommen. Zwei Menschen starben offenbar an Unterkühlung, zudem wurde ein Mann von herabstürzenden Dachziegeln erschlagen.

Der Sturm „Gloria“ zog seit dem Wochenende mit eisigem Wind, starkem Schneefall und Regen über große Teile Ostspaniens sowie über die Balearen hinweg und sorgte gestern weiter für starke Verkehrsbehinderungen.

Im Schnee verunglücktes Auto auf Korsika
APA/AFP/Pascal Pochard-Casabianca

Die Behörden hatten zuerst nur zwei Todesopfer bekanntgegeben. Der Präsident der Region Valencia, Ximo Puig, sprach dann am Abend nach einem weiteren Todesfall der Familie sein Beileid aus. Nach Berichten der Lokalmedien handelt es sich um einen 71-jährigen Mann, der an Unterkühlung starb.

Schon zwei Todesfälle am Wochenende

Zuvor war in einem Park in Gandia an der östlichen Mittelmeer-Küste eine 54-jährige obdachlose Rumänin tot aufgefunden worden, wie die Behörden mitteilten. Offensichtlich war auch sie erfroren. Bereits tags zuvor war ein 63-jähriger Mann im Dorf Pedro Bernardo in Zentralspanien tot auf seinem Grundstück entdeckt worden. Der Mann sei von herunterfallenden Ziegeln am Kopf getroffen worden, sagte der Bürgermeister des Ortes.

Wegen des Sturms blieben zu Beginn der Woche östlich von Valencia viele Schulen geschlossen. Für knapp 200.000 Schülerinnen und Schüler fiel der Unterricht aus.

Ein Mann ist in den USA Ermittlern zufolge wohl absichtlich mit seinem Auto gegen ein Fahrzeug mit sechs Teenagern gerast – drei Insassen sind gestorben. Der 18 Jahre alte Fahrer des gerammten Wagens habe bei dem Aufprall auf einer Straße nahe der Stadt Corona in Südkalifornien die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren und sei gegen einen Baum gefahren, berichteten örtliche Medien gestern.

Polizist neben dem Autowrack
AP/The Orange County Register/Watchara Phomicinda

Der 42 Jahre alte mutmaßliche Verursacher des Unfalls sei festgenommen worden. Die Polizei wirft ihm den Angaben zufolge Mord in drei Fällen sowie versuchten Mord in drei weiteren Fällen vor.

Einer der Teenager sei noch an der Unfallstelle gestorben. Zwei weitere erlagen später im Krankenhaus ihren Verletzungen. Die anderen drei Jugendlichen seien nicht lebensbedrohlich verletzt.

Die Polizei geht nach eigenen Angaben davon aus, dass der Mann mit Vorsatz gehandelt hat. Es ist bisher nicht klar, ob der Mann die Teenager kannte. „Offensichtlich gab es irgendeinen Kontakt“, zitierten Medien einen Polizeibeamten. Es gebe keine Hinweise darauf, dass Alkohol oder Drogen im Spiel gewesen seien.

IT

Medien

Kultur

Der Schweizer Regisseur Urs Egger ist tot. Er zeichnete für zahlreiche deutschsprachige Fernsehfilme verantwortlich, darunter die Haslinger-Verfilmung „Opernball“ im Jahr 1998. Erst vor wenigen Tagen wurde sein vom ORF koproduziertes Historiendrama „Das Wunder von Wörgl“ für den Grimme-Preis nominiert.

Das Schweizer Fernsehen SRF bestätigte gegenüber Keystone-SDA den Todesfall. Egger drehte zahlreiche Fernsehfilme im deutschsprachigen Raum, darunter die Großproduktion „Gotthard“, die auf historischen Tatsachen beruht und die Geschichte des Baus des 1882 eröffneten Gotthard-Bahntunnels erzählt.

Zu Eggers Werken gehört auch der Kinospielfilm über das Kinderhilfswerk „Kinder der Landstraße“ (1992), „Epsteins Nacht“ (2002) sowie „Opernball“ nach dem Roman von Josef Haslinger, in dessen Mittelpunkt die Suche nach jenen Attentätern steht, die genau am Tag des großen Ballereignisses einen Giftgasanschlag auf das Haus am Ring verüben und damit vor laufender Kamera für Sterbende sorgen.

Urs Egger wurde 1955 in Bern geboren. Nach Angaben von Swissfilms.ch arbeitete er als Filmkorrespondent in Los Angeles, unter anderem für die „Neue Zürcher Zeitung“. 1976/1977 war er in der Regieklasse am American Film Institute am Center for Advanced Film Studies in Los Angeles. Seit 1994 lebte er in Berlin.

Der Schwede Martin Österdahl wird neuer Chef des traditionsreichen Pop-Wettbewerbs Eurovision Song Contest (ESC). Der 46-Jährige löst Jon Ola Sand als Executive Supervisor ab, wie die Europäische Rundfunkunion (EBU) gestern in Genf mitteilte. Der Wechsel soll nach dem 65. Wettbewerb im Mai in Rotterdam stattfinden.

Song-Contest-Chef Sand hatte bereits zuvor angekündigt, dass er nach zehn Jahren den Posten aufgeben und in seine norwegische Heimat zurückkehren wolle. Österdahl wird auch Chef des Junior Eurovision Song Contest (JESC).

Er war jahrelang TV-Programmdirektor beim Schwedischen Fernsehen und dort auch verantwortlich für internationale Liveproduktionen wie die Verleihung des Friedensnobelpreises und die königliche Hochzeit 2010. Österdahl leitete zudem die Song-Contest-Produktionen in Schweden 2013 und 2016.

Science

Leute

Prinz Harry ist britischen Medien zufolge wieder nach Kanada zu seiner Familie geflogen. Er landete mit einer British-Airways-Maschine auf dem Flughafen von Vancouver, wie unter anderem die „Daily Mail“ heute berichtete. Anschließend flog er mit einer kleineren Maschine nach Vancouver Island, wo sich Herzogin Meghan und der acht Monate alte Archie aufhalten.

Die „Sun“ und andere Medien veröffentlichten Fotos und Videos, die zeigen, wie Meghan lachend mit Archie und ihren beiden Hunden auf Vancouver Island spazieren geht. Auch Harry – in Jeans und mit Haube – lächelte bei seiner Ankunft in Kanada. Vancouver Island liegt vor der Pazifikküste und hat ein relativ mildes Klima.

Harry und Meghan hatten angekündigt, sich weitgehend von ihren royalen Pflichten zurückzuziehen und abwechselnd in Kanada und Großbritannien zu leben. Königin Elizabeth II. reagierte verständnisvoll auf den Wunsch ihres Enkels, machte aber zugleich einen harten Schnitt: Teilzeit-Royals sollen die beiden nicht sein.

Einige Fotos von der Gala der am Montag in Los Angeles vergebenen Screen Actors Guild (SAG) Awards lassen die Klatschpresse weltweit rotieren. Zu sehen ist, wie einander das einstige Hollywood-Traumpaar Brad Pitt und Jennifer Aniston sehr, sehr freundschaftlich begegnet. Es sind die ersten gemeinsamen Fotos der beiden seit einigen Jahren. Prompt wurden Gerüchte laut, das Paar könnte wieder zusammenfinden.

Knapp fünf Jahre – von 2000 bis 2005 – waren die beiden verheiratet. Pitt war anschließend mit Schauspielerkollegin Angelina Jolie liiert und auch verheiratet, die Ehe endete 2016. Aniston wiederum ließ sich 2018 nach knapp drei Jahren von dem Schauspieler und Drehbuchautor Justin Theroux scheiden. Das Liebesleben von Pitt und Aniston – auch getrennt voneinander – beschäftigt die Promiberichterstattung seit Jahren, im Doppelpack gelten sie als Jackpot für die Klatschpresse.

Abgesehen von ihrem Wiedersehen hatten die beiden bei den SAG-Preisen auch beruflich etwas zu feiern. Pitt wurde für seine Rolle als Stuntman Cliff Booth in Quentin Tarantinos Blockbuster „Once Upon a Time in Hollywood“ als bester Nebendarsteller ausgezeichnet. Aniston erhielt einen Preis für die beste weibliche Hauptrolle in der Apple-TV-Plus-Serie „The Morning Show“.