Inland

BVT: Kickl laut NEOS bei Zeugenvorbereitung dabei

Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) ist offensichtlich bei einem Vorgespräch eines Belastungszeugen in der BVT-Affäre dabei gewesen. Das gehe aus einer aktuellen Anfragebeantwortung an sie hervor, meinte die NEOS-Abgeordnete Stephanie Krisper heute vor Beginn des Untersuchungsausschusses. „Die Causa stinkt massiv, auch Richtung Innenminister“, so Krisper.

Kickl sei persönlich in die Causa involviert, wie die Anfragebeantwortung zeige, erklärte Krisper vor Journalisten. Der Vorwurf der Opposition lautet ja seit Längerem, dass Kickls Kabinett Belastungszeugen für die Staatsanwaltschaft präpariert habe – was das Ressort zurückweist. Auf ihre Frage, an wie vielen Besprechungsterminen mit Zeugen Minister Kickl teilgenommen habe, heißt es in der Beantwortung: „Mit einer einzigen späteren Zeugenperson fand auf deren ausdrücklichen Wunsch ein einziges unverbindliches Gespräch statt.“

„Er ist in dieser Causa mittendrin“

Der Innenminister habe also ein Gespräch mit einem Belastungszeugen in einer Phase geführt, „wo man Zeugen finden musste“, so Krisper. „Er ist in dieser Causa mittendrin“, so die Abgeordnete. Man werde nun die Zeugen – die vier sind heute und morgen im Untersuchungsausschuss – genau fragen, wie das alles abgelaufen sei.

Neben zwei der vier Belastungszeugen wird heute auch Anwalt Gabriel Lansky befragt. BVT-Beamte sollen widerrechtlich beschaffte Daten seiner Kanzlei nicht wie vorgeschrieben zurückgegeben bzw. gelöscht, sondern diese aufbewahrt und weiterverwendet haben.

„Hass im Netz“: Bogner-Strauß für gesetzliche Regelung

Frauenministerin Juliane Bogner-Strauß (ÖVP) pocht auf eine rechtliche Grundlage, um sich gegen Hass im Netz wehren zu können. Nicht nur Private und die frühere Grünen-Mandatarin Sigrid Maurer wurden bereits Opfer von Hasspostern, jüngst traf es auch Ministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP), die sich auch gleich zur Wehr setzte. Die Taskforce zum Strafrecht will bis Mitte 2019 Ergebnisse liefern.

Die von der Staatssekretärin im Innenministerium, Karoline Edtstadler (ÖVP), verantwortete Strafrechtsarbeitsgruppe befasst sich mit dem Opferschutz und soll bis Mitte nächsten Jahres Ergebnisse vorlegen. Laut dem Frauenministerium werden derzeit mit Experten existierende Regelungen, auch aus anderen Ländern, evaluiert. Auch müsse geklärt werden, ob die Materie ins Strafrecht oder Zivilrecht kommen soll. Fest steht für Bogner-Strauß, dass es eine rechtliche Grundlage braucht, um rasch und kostengünstig auf Angriffe reagieren zu können, betonte ihr Sprecher heute gegenüber der APA.

Opfer von Beschimpfungen im Netz wurde kürzlich auch Agrarministerin Köstinger. Laut einem Bericht der Tageszeitung „Heute“ ätzten User etwa, dass sie seit der Geburt ihres Sohnes „fett“ geworden sei. Darauf antwortete sie: „Stimmt. Ich habe vor drei Monaten einem großen, gesunden Wunder das Leben geschenkt und war noch nie so stolz auf meinen Körper wie jetzt.“ Sie hoffe, dass „jede Frau über solche Kommentare lachen kann“. Köstinger pocht ebenfalls auf bessere Instrumente gegen Hass im Netz, hieß es im Bericht weiters.

Kleine Reform bei Zivildienst angedacht

Staatssekretärin Karoline Edtstadler (ÖVP) verpasst dem Zivildienst eine kleine Reform. Gemäß dem der APA vorliegenden Gesetzesentwurf dürfte es künftig weniger Einsatzorganisationen mit Zivildienern geben. Außerdem soll es für „Zivis“ schwieriger werden, ihren Dienst durch Krankenstand zu verkürzen. Schließlich ist noch eine Art Staatskunde für Zivildiener vorgesehen.

Im Jahr 2017 konnten 14.907 Männer den 1.700 Zivildienstorganisationen zugewiesen werden. Die Bedarfsdeckung lag bei rund 93 Prozent. Doch die kommenden Jahre könnten manche Trägereinrichtung in Personalnöte bringen.

„Zielgerichtet einsetzen“

Durch die geburtenschwachen Jahrgänge werde nämlich ein Rückgang bei den Zivildiensterklärungen festgestellt, betonte Edtstadler. Mit der vorliegenden Novelle wolle man daher einerseits den Zivildienst für junge Männer weiter modernisieren. Andererseits müsse man genau darauf achten, dass Zivildiener zielgerichtet dort eingesetzt werden, wo sie auch wirklich gebraucht würden, erläutert die für den Zivildienst zuständige Staatssekretärin.

An Trägerorganisationen werden demnach höhere Anforderungen gestellt. Wer drei Jahre keine Zivildiener anfordert, fällt automatisch aus der von den Landeshauptleuten erstellten Liste der Organisationen heraus. Damit sollen „Karteileichen“ vermieden werden. Zuletzt beantragten rund zehn Prozent der Träger keine Zivildiener.

Neue Vorgaben für Betreiber

Die Liste der anerkannten Organisationen war in den vergangenen Jahren deutlich angewachsen, was die Zuweisung nicht unbedingt erleichtert. Zwischen 2015 bis 2017 wurden circa 400 Einrichtungen neu anerkannt, auf der anderen Seite fielen 130 aus dem System heraus.

Neue Vorgaben gibt es auch für Betreiber: Die Vorgesetzten in den Einrichtungen müssen ein E-Learning-Tool über den Wehrersatzdienst mit abschließender Prüfung absolvieren. Damit das angelernte Wissen nicht in Vergessenheit gerät, ist alle drei Jahre erneut der Lehrgang zu besuchen. Wer scheitert, darf nicht mehr als Vorgesetzter agieren.

Staatsbürgerschaftskunde

Lernstoff hat man auch für die Zivildiener vorgesehen. Sie werden verpflichtet, ein E-Learning-Modul betreffend Staatsbürgerschaftskunde („Staat und Recht“) zu absolvieren, in dem den jungen Männern ein Basiswissen über die Geschichte Österreichs sowie Grundlagen über die Grundprinzipien der Verfassung, der Rechtsordnung und des EU-Rechts vermittelt bzw. näher gebracht werden.

Wird der abschließende Test positiv absolviert, soll das in die sogenannte Kompetenzbilanz aufgenommen werden, die jedem „Zivi“ am Ende seines Diensts ausgefolgt wird. Freilich: Wer das Modul, das in der Dienstzeit absolviert werden kann, schwänzt, hat keine Rechtsfolgen zu befürchten.

Krankenstand neu geregelt

Unangenehmer könnte es hingegen werden, wenn Zivildiener einen ausufernden Krankenstand aufweisen. Die bisherige Regelung, dass eine vorzeitige Entlassung aus gesundheitlichen Gründen nur bei einer durchgehenden Dienstunfähigkeit von 18 Tagen möglich ist, hat laut Erläuterungen zum Gesetzesentwurf in der Praxis häufig Kettenkrankenstände zur Folge. Ist der Zivildienstleistende demnach innerhalb dieses 18-Tage-Zeitraums nur einen Tag in der Einrichtung, beginnt die 18-Tage-Frist von Neuem zu laufen. Damit wird es künftig vorbei sein.

Der neue Modus sieht vor, dass jeder Zivildienstleistende in Summe für 21 Kalendertage erkranken kann und – unabhängig davon, ob er dazwischen wieder tageweise in der Einrichtung anwesend ist – bei Erreichen dieser Dauer ex lege als vorzeitig aus dem Zivildienst zu entlassen gilt. Als Ausnahme determiniert ist, wenn der Krankenstand durch eine Tätigkeit im Rahmen des Zivildiensts ausgelöst wurde.

Ausland

Clifford scheitert mit Verleumdungsklage gegen Trump

US-Präsident Donald Trump hat in den juristischen Auseinandersetzungen mit Pornodarstellerin Stormy Daniels, die mit bürgerlichem Namen Stephanie Clifford heißt, einen Erfolg erzielt. Ein Richter in Los Angeles wies gestern eine Verleumdungsklage der Darstellerin gegen den Präsidenten zurück. Ein Tweet Trumps über Daniels sei durch die Redefreiheit gedeckt, erklärte Richter S. James Otero.

Trump hatte im April im Kurzbotschaftendienst Twitter Angaben der Pornodarstellerin zurückgewiesen, sie habe durch Androhung von Gewalt davon abgehalten werden sollen, über ihr angebliches sexuelles Abenteuer mit Trump zu sprechen. Eine Phantomzeichnung des Mannes, der Daniels bedroht haben soll, sei „totaler Beschiss“, schrieb der US-Präsident. Das Porträt zeige einen „nicht existenten Mann“. Clifford sah sich durch den Tweet öffentlich verleumdet und zog vor Gericht. Richter Otero wies ihre Klage nun aber zurück.

„Rhetorische Übertreibung“

Bei dem Tweet handle es sich um eine „rhetorische Übertreibung“, wie sie im politischen und öffentlichen Diskurs in den USA üblich sei. Das sei durch den ersten Zusatzartikel zur US-Verfassung abgedeckt, der unter anderem die Redefreiheit garantiert. Der Richter verdonnerte Daniels außerdem dazu, Trumps Anwaltskosten zu übernehmen.

Clifford hatte nach eigenen Angaben 2006 eine Affäre mit Trump. Wenige Tage vor der Präsidentschaftswahl 2016 unterzeichnete sie eine Vereinbarung mit Trumps Anwalt Michael Cohen, in der sie sich verpflichtete, das angebliche Abenteuer nicht auszuplaudern. Im Gegenzug zahlte Cohen ihr 130.000 Dollar. Clifford will aus der Schweigevereinbarung aussteigen und ist deswegen vor Gericht gezogen.

Das Weiße Haus hat die Affäre wiederholt dementiert. Trump hatte zunächst bestritten, von der Überweisung gewusst zu haben. Später räumte er aber ein, er habe seinem Anwalt das Geld erstattet.

Geiselnahme in Köln: Polizei „ermittelt in alle Richtungen“

Nach der Geiselnahme auf dem Kölner Hauptbahnhof gestern schließt die Polizei einen Terrorhintergrund nicht aus. „Wir ermitteln in alle Richtungen“, so eine Polizeisprecherin am Montagabend bei einer Pressekonferenz in Köln. Am Tatort wurden Papiere eines Syrers gefunden – die Identität des Täters sei aber noch nicht eindeutig geklärt, hieß es.

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Rom nimmt erste Budgethürde

Die Regierung in Rom hat eine entscheidende Hürde bewältigt. Das Kabinett aus rechter Lega und der populistischen Fünf-Sterne-Bewegung schaffte es noch rechtzeitig vor Ablauf der Frist in der Nacht von gestern auf heute, den Haushaltsentwurf 2019 zu verabschieden, der jetzt Brüssel vorgelegt wird. Zuvor hatte es noch geheißen, dass das Kabinett erst heute dem Budgetentwurf zustimmen werde.

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„Brexit“: May optimistisch – Tusk warnt vor Scheitern

Trotz aller Schwierigkeiten und eines immer engeren Zeitplans hat sich die britische Premierministerin Theresa May optimistisch zum Verlauf der „Brexit“-Gespräche geäußert. Während EU-Ratspräsident Donald Tusk einen ungeregelten Ausstieg der Briten aus der EU für „wahrscheinlicher als jemals zuvor“ hält, ist ein Deal für May noch immer „erreichbar“, wie sie gestern vor dem Parlament in London sagte.

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Geiselnehmer töteten Rote-Kreuz-Mitarbeiterin in Nigeria

Radikalislamische Geiselnehmer haben in Nigeria die zweite von drei entführten Rote-Kreuz-Mitarbeiterinnen ermordet. Der nigerianische Informationsminister Lai Mohammed sagte gestern, die Regierung sei schockiert, dass die Frau getötet worden sei.

Drei Frauen Anfang März entführt

Eine Splittergruppe der Terrororganisation Boko Haram hatte Anfang März drei Rot-Kreuz-Mitarbeiterinnen entführt. Eine von ihnen war bereits im September getötet worden. Das Schicksal der dritten Mitarbeiterin und das eines christlichen Schulmädchens, das im Februar entführt worden war, ist weiter ungewiss.

Die sunnitischen Fundamentalisten hatten in einer Videobotschaft mit der Hinrichtung der zweiten Mitarbeiterin gedroht. Daraufhin hatte das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) Nigerias Regierung aufgefordert, alles zu tun, um eine Freilassung der Mitarbeiterinnen zu garantieren. Zudem flehte das IKRK die Geiselnehmer um Gnade an. Die Angestellten seien unschuldige Helfer, die sich im Nordosten Nigerias um die Versorgung der örtlichen Bevölkerung bemüht hätten.

Boko Haram hatte mit weiteren Tötungen gedroht, wenn die Regierung nicht ihren Forderungen nachkomme. Mohammed sagte, die Regierung habe alles getan, was eine verantwortungsbewusste Regierung machen sollte, um die Frauen zu retten. Boko Haram hat seit 2009 Zehntausende Menschen in der Region getötet.

Wirtschaft

Umweltschützer kritisieren neue Fangquoten in der Ostsee

Umweltschützer und Umweltschützerinnen haben die gestern Abend beschlossenen Ostsee-Fangquoten für Dorsch und Hering im kommenden Jahr als viel zu hoch kritisiert. „Mit diesen Quoten wird in der Ostsee weiter auf Pump gefischt. Die Fischereiminister haben die Quoten erneut höher angesetzt, als es die Wissenschaft empfiehlt“, monierte Greenpeace. Auch der WWF erklärte, die Situation für Dorsch und Hering sei bereits jetzt dramatisch.

Die EU-Fischereiminister einigten sich darauf, die Fangquote für Dorsch in der westlichen Ostsee um 70 Prozent anzuheben. Die Quote für den Hering in der westlichen Ostsee sinkt demnach zwar um 48 Prozent – Umweltschützer und Wissenschaftler hatten aber einen vorläufigen Fangstopp gefordert, die EU-Kommission eine Reduzierung um 63 Prozent.

Greenpeace: Sterben auf Raten

„Klimawandel und Überfischung setzen dem Hering in der westlichen Ostsee seit Jahren zu“, erklärte Greenpeace. „Das ist ein Sterben auf Raten.“ Trotzdem beugten sich die europäischen Fischereiminister jedes Jahr erneut dem Druck der Fischereilobby.

„Für den Heringsbestand sieht es so düster aus, dass das gesetzlich vereinbarte Notfallprogramm zur Bestandsrettung umgehend in Kraft treten müsste“, erklärte der WWF. „Statt der vorgesehenen Vollbremsung zum Wohl des Herings wird aber wieder nur ein Ausweichmanöver beschlossen.“

Der westliche Dorschbestand sei jahrzehntelang so stark überfischt worden, dass seine Bestandsstruktur zerstört sei, erklärte der WWF. In der kommenden Fangsaison werde der einzige vernünftige Nachwuchsjahrgang seit Jahren im Netz enden, bevor er selbst ausreichend für Nachkommen sorgen könne.

VW-Chef Diess beklagt „Feldzug“ gegen das Auto

Die deutsche Autoindustrie könnte nach Ansicht von Volkswagen-Chef Herbert Diess in den kommenden Jahren ihre Spitzenposition auf dem Weltmarkt verlieren. „Aus heutiger Sicht stehen die Chancen vielleicht bei 50:50, dass die deutsche Automobilindustrie in zehn Jahren noch zur Weltspitze gehört“, sagte Diess heute auf einer VW-Veranstaltung in Wolfsburg laut Redetext.

„Feldzug gegen die individuelle Mobilität“

Die Herausforderungen seien enorm, sagte der Manager. Er nannte den Handelskrieg zwischen den USA und China, den „Brexit“ sowie die Beziehungen zu Russland und der Türkei. Auch das neue Abgastestverfahren WLTP bringe die Industrie „an den Rand ihrer Leistungsfähigkeit“. Diess kritisierte erneut die sich abzeichnenden strengeren EU-Abgasgrenzwerte. „Der jetzige Feldzug gegen die individuelle Mobilität und damit gegen das Auto nimmt jedoch existenzbedrohende Ausmaße an“, sagte er.

US-Finanzriese Fidelity startet Service für Kryptowährungen

Digitale Währungen wie Bitcoin haben bisher ein schwarzes Jahr hinter sich, doch der große US-Vermögensverwalter Fidelity Investments macht Anhängern wieder etwas Hoffnung. Der Finanzriese, der in seinen Fonds mehr als 7,2 Billionen Dollar (6,2 Billionen Euro) an Anlegergeld verwaltet, gab gestern die Gründung einer Tochterfirma für Kryptowährungen bekannt.

Das Fidelity Digital Asset Services genannte Unternehmen solle Profianlegern wie Hedgefonds oder Family Offices Dienstleistungen zum Handel von Bitcoin und anderen digitalen Vermögenswerten bieten. Das Ziel sei, solche Anlagen zugänglicher für Investoren zu machen, erklärte Fidelity-Chef Abigail P. Johnson in der Mitteilung.

Auf dem Markt sorgte die Nachricht zwischenzeitlich für starken Kursauftrieb – zeitweise stieg der Preis für einen Bitcoin an der Onlinebörse Coinbase am Montag um mehr als zehn Prozent auf fast 6.700 Dollar. Zuletzt notierte er allerdings nur noch rund vier Prozent im Plus. Auf Jahressicht betrachtet bleiben die Verluste nach dem Ende 2017 erreichten Rekordhoch bei rund 20.000 Dollar indes gewaltig.

Benko kauft „APA-Hochhaus“

Der 82 Meter hohe „APA-Turm“ in Wien-Heiligenstadt, der seit mehr als zehn Jahren leergestanden ist, ist nun von der BAI Bauträger Austria Immobilien GmbH gekauft worden, die seit dem Vorjahr zur Signa-Gruppe des Immobilieninvestors Rene Benko gehört. Im Gebäude war von 1970 bis 2005 die Austria Presse Agentur (APA) eingemietet.

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Metaller-KV: Verhandlungen gehen in die dritte Runde

Heute Mittag gehen die richtungsweisenden Kollektivvertragsverhandlungen der Metaller weiter. Bisher gab es noch keine Annäherung. Mit einer Einigung ist in dieser dritten Gesprächsrunde noch nicht zu rechnen. Die Positionen von Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertretern liegen noch zu weit auseinander. Für Freitag dieser Woche ist außerdem noch ein viertes Verhandlungstreffen vorgesehen.

Die Arbeitnehmerseite fordert ein Lohn-/Gehaltsplus von fünf Prozent und umfangreiche Zugeständnisse zur Kompensation der neuen Arbeitszeitregeln – Stichwort: Zwölfstundentag und 60-Stunden-Woche. Die Arbeitgeberseite sieht ein „inakzeptables Forderungspaket“. Ein konkretes Gegenangebot zur Gehaltssteigerung gibt es von ihnen bisher aber nicht.

Die Arbeitgebervertreter wollen im Rahmen eines von ihnen gewünschten „KV 4.0“, der den Arbeitnehmern heute erläutert werden soll, unter anderem einen mehrjährigen Abschluss. Einen solchen lehnen wiederum die Gewerkschafter ab, wie es hieß.

Sport

ÖFB: Dragovic hofft auf Turnaround

Die Situation von Aleksandar Dragovic in der österreichischen Nationalmannschaft hat sich gewandelt. War er unter Marcel Koller aus der Anfangsformation nicht wegzudenken, setzte Teamchef-Nachfolger Franco Foda zuletzt deutlich seltener auf die Dienste des Wieners. Beim Freundschaftsspiel heute Abend in Dänemark (20.45 Uhr, live in ORF eins und im Livestream) hofft Dragovic auf ein Comeback in der Startelf.

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Chronik

Reh ausgewichen: Auto überschlug sich

Weil er einem Reh ausweichen hat müssen, ist gestern Abend ein Autolenker auf der Übersaxner Straße in Vorarlberg von der Straße abgekommen. Folglich stürzte das Auto in ein Waldstück ab und überschlug sich. Drei Personen wurden zur Abklärung ins Krankenhaus gebracht.

Mehr dazu in vorarlberg.ORF.at

Wildtiere gelten nach wie vor als unterschätzte Unfallgefahr. In Tirol etwa ereignet sich alle fünf Stunden ein Wildunfall. Die Wucht, mit der ein Rothirsch bei Tempo 60 auf ein Auto aufprallt, entspricht dem Gewicht eines ausgewachsenen Elefanten.

Mehr dazu in tirol.ORF.at

Verletzte bei bestreikter Textilfabrik in Myanmar

Bei gewaltsamen Auseinandersetzungen vor einer Textilfabrik in Myanmar sind nach Angaben von Betroffenen Dutzende Frauen verletzt worden. Vor der Textilfabrik am Rande der Hauptstadt Rangun, in der auch der deutsche Discounter Lidl fertigen lässt, wurden demnach gestern 30 Frauen angegriffen, die dort nach einem Streik für ihre Wiedereinstellung demonstrierten. Eine von ihnen, Than Than Soe, sagte der AFP, etwa 40 „Auftragsgangster“ hätten die Frauen angegriffen.

Die Arbeiterinnen in der Textilfabrik, die dem chinesischen Unternehmen Fu Yuen gehört, waren vor knapp zwei Monaten in den Streik getreten und hatten bessere Arbeitsbedingungen gefordert. Die meisten ihrer Forderungen wurden erfüllt, die Firmenleitung weigerte sich aber, die 30 Frauen wiedereinzustellen, die zum Streik aufgerufen hatten. Diese campierten deshalb vor der Fabrik und verlangten, wieder eingestellt zu werden.

Lidl: Partner zu Stellungnahme aufgefordert

Die Auftragsschläger hätten 27 Frauen verletzt, sechs davon ernsthaft, sagte Than Than Soe weiter. Als Bewohner und Bewohnerinnen der Umgebung Steine und Stöcke auf die Fabrik warfen, schritt die Polizei ein. Sie teilte mit, die Demonstranten hätten Arbeiterinnen der Fabrik angegriffen.

Lidl erklärte gegenüber AFP, gemeinsam mit einem Geschäftspartner die Fabriksleitung zu einer Stellungnahme aufgefordert zu haben. Auf deren Basis werde eine interne Bewertung vorgenommen – und gegebenenfalls würden „Maßnahmen abgeleitet“.

In der Fabrik arbeiten nach Polizeiangaben rund 1.200 Frauen und 100 Männer. Seit zwei Jahren haben sich die Beschäftigten organisiert, sie protestierten gegen die hohen Temperaturen auf dem Arbeitsplatz, zu kurze Toilettenpausen und Misshandlung durch Vorgesetzte.

Myanmar, lange abgeschottet von der Außenwelt, ist die Textilindustrie in den vergangenen Jahren rasant gewachsen. Der Umsatz im vergangenen Jahr betrug mehr als zwei Milliarden Dollar. Die meisten der rund 400.000 Beschäftigten in der Branche sind Frauen.

Gesundheit

WHO beruft wegen Ebola im Kongo Krisenausschuss ein

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat wegen des Ebola-Ausbruchs in der Demokratischen Republik Kongo einen Krisenausschuss einberufen. Die Experten sollen entscheiden, ob angesichts der wachsenden Zahl von Fällen die Weltgesundheit bedroht ist, teilte die WHO gestern mit. Es besteht die Gefahr, dass sich die Infektionskrankheit auf Uganda und Ruanda ausweitet.

Der Ausschuss könnte Empfehlungen geben, mit welchen Mitteln die Verbreitung von Ebola eingedämmt werden könnte. Nach Angaben des kongolesischen Gesundheitsministeriums erkrankten in der vergangenen Woche 33 Menschen neu an Ebola, 24 von ihnen seien gestorben. Seit Juli gab es rund 200 Verdachtsfälle, 130 Menschen starben. Bei einem Ausbruch von Ebola in den westafrikanischen Ländern Sierra Leone, Liberia und Guinea kamen zwischen 2013 und 2016 mindestens 11.300 Menschen ums Leben.

Science

Kultur

Rembrandts „Nachtwache“ wird öffentlich restauriert

Das berühmteste Gemälde Rembrandts, „Die Nachtwache“, wird restauriert. Es werde das bisher größte Forschungs- und Restaurierungsprojekt zu dem Gemälde aus dem Jahr 1642, kündigte der Direktor des Amsterdamer Reichsmuseums, Taco Dibbits, heute an. Das Projekt soll im Juli 2019 im Museum starten, „vor den Augen der Besucher und vor den Augen der Welt“, sagte Dibbits.

„Die Nachtwache“ ist das kostbarste Kunstwerk der Niederlande und gilt als Spitzenwerk des holländischen Meisters Rembrandt van Rijn (1606-1669). Es ist ein traditionelles Schützen-Gemälde und zeigt die Amsterdamer Bürgerwehr. Deren Kapitän Frans Banning Cocq gibt seinem Leutnant den Befehl zum Abmarsch.

Um das großflächige Bild soll ein gläsernes Atelier gebaut werden. Zunächst soll das Bild mit den neuesten Techniken untersucht werden. Die bisher letzte Restauration war 1976.

Kinoabenteuer von „Tom und Jerry“ geplant

US-Regisseur Tim Story („Fantastic Four“) soll die Comicfiguren „Tom und Jerry“ auf die Kinoleinwand bringen – das berichtet der „Hollywood Reporter“. Das Studio Warner Bros. plane eine Verfilmung mit echten Schauspielern. Die Verfolgungsjagden von Kater Tom und Hausmaus Jerry waren ab 1940 in kurzen Zeichentrickepisoden zu sehen, von denen mehrere mit einem Oscar ausgezeichnet wurden.

Für die Serie im deutschsprachigen Fernsehen steuerte Udo Jürgens das Titellied „Vielen Dank für die Blumen“ bei. 1992 waren die beiden Erzrivalen auch in einem animierten Kinofilm zu sehen.

Religion

Leute

„Handmaid"s Tale“-Star Strahovski ist Mutter geworden

Die australische Schauspielerin Yvonne Strahovski (36) ist zum ersten Mal Mutter geworden. „Mein Herz ist schon jetzt tausendfach in eine Milliarde Stücke geschmolzen. Wir wurden mit der größten Freude unseres Lebens gesegnet, einem Baby Boy“, schrieb Strahovski gestern (Ortszeit) auf Instagram. Dazu postete sie ein Schwarz-Weiß-Foto von sich und ihrem Nachwuchs auf dem Arm.

Die 36-Jährige spielt in der preisgekrönten Dystopie-Serie „The Handmaid"s Tale“ des US-Streamingdienstes Hulu die unfruchtbare Hausherrin Serena Joy Waterford und wurde dafür in diesem Jahr für einen Emmy nominiert. Zuvor war sie in Serien wie „Chuck“ oder „24“ zu sehen. Strahovski ist seit dem vergangenen Jahr mit dem Schauspieler und Produzenten Tim Loden verheiratet.

Panorama

New York: Erstes Wochenende ohne Schießerei seit 1993

New York hat erstmals seit 25 Jahren ein Wochenende ohne Schießerei erlebt. „Es gab am Freitag, Samstag und Sonntag weder Schießereien noch Morde“, sagte der Polizeichef der US-Metropole, James O’Neill, gestern. „Das ist das erste Mal seit Jahrzehnten, und darauf kann nicht nur die New Yorker Polizei stolz sein, darauf können alle New Yorker stolz sein.“

Der Polizei zufolge gab es in der Millionenstadt zuletzt 1993 ein Wochenende ohne Schießerei. Allerdings lässt sich von der guten Nachricht vom Wochenende kein Trend ablesen. So sei das Wochenende vom 6. und 7. Oktober „furchtbar“ gewesen, erklärten die Behörden, es habe mehrere Schießereien in Brooklyn und in der Bronx gegeben.

Auch nimmt die Zahl der Morde in New York wieder zu, nachdem im vergangenen Jahr mit 292 Morden die niedrigste Zahl seit den 1950er Jahren verzeichnet worden war. Im ersten Halbjahr 2018 gab es 147 Morde, eine Zunahme um acht Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.