Ausland

Afghanischer Präsident: Drei Monate Waffenruhe mit Taliban

Trotz jüngster Kämpfe und Anschläge hat der afghanische Präsident Ashraf Ghani rund um das islamischen Opferfest (Eid al-Adha) eine neue Waffenruhe mit den radikalen Taliban ausgerufen.

Sie ist an Bedingungen geknüpft. Sie soll morgen beginnen und drei Monate dauern. „Ich hoffe, auch die Taliban rufen eine Waffenruhe aus“, erklärte Ghani.

Das Opferfest beginnt am Dienstag. Der Präsident stellte in den Raum, dass eine Waffenruhe auch länger dauern könnte. Sie könnte bestehen, „solange sie die Taliban (...) respektieren“, sagte Ghani.

Tausende demonstrieren gegen Nicaraguas Präsidenten

Tausende Demonstranten haben in Nicaragua den Rücktritt von Präsident Daniel Ortega gefordert. „Wenn der Präsident nicht geht, werden wir ihn verjagen“, riefen sie gestern in Managua. Friedlich marschierten die Regierungsgegner mit nicaraguanischen Flaggen durch die Hauptstadt.

Gleichzeitig gingen Tausende Anhänger der Regierungspartei auf die Straßen und verlangten, Ortegas Kritiker sollten für ihre „Verbrechen“ bestraft werden.

Massenproteste von Polizei niedergeschlagen

Nicaraguas linksgerichteter Staatschef Ortega sieht sich seit Monaten Massenprotesten ausgesetzt, die von Polizei und Paramilitärs regelmäßig niedergeschlagen werden. Seit Mitte April wurden nach Angaben von Menschenrechtsgruppen bereits mehr als 300 Menschen getötet, Hunderte wurden wegen Vorwürfen des „Terrorismus“ festgenommen.

Auslöser der Proteste gegen Ortega waren später zurückgenommene Pensionskürzungen. Inzwischen richten sie sich gegen den autoritären Regierungsstil Ortegas und seiner Ehefrau, Vizepräsidentin Rosario Murillo.

Trump wirft „New York Times“ manipulierten Bericht vor

US-Präsident Donald Trump reagierte heute mit einer Reihe verärgerter Twitter-Beiträge auf einen Bericht auf der Titelseite der „New York Times“, dem zufolge sein Rechtsberater Don McGahn den Sonderermittler in der Russland-Affäre, Robert Mueller, detailliert über die Haltung des US-Präsidenten während der Ermittlungen unterrichtet habe.

Trump warf der Zeitung vor, den Eindruck erwecken zu wollen, dass sich sein Berater gegen ihn gestellt habe. Er habe „nichts zu verbergen“ und habe „Transparenz“ verlangt, damit „diese fabrizierte und widerliche Hexenjagd“ enden könne, twitterte Trump.

Sonderermittler Mueller untersucht mutmaßliche russische Einmischungen zugunsten Trumps in den Wahlkampf und mögliche diesbezügliche Absprachen zwischen Trump-Mitarbeitern und Moskau. Mueller untersucht auch, ob Trump nach seinem Amtsantritt versucht hat, die diesbezüglichen Ermittlungen zu behindern.

Trumps Rechtsberater 30 Stunden befragt

Laut „New York Times“ arbeitete Trumps Rechtsberater McGahn „umfangreich“ mit Mueller zusammen. Demnach unterzog sich Trumps Rechtsberater in den vergangenen neun Monaten mindestens drei Befragungen mit einer Dauer von insgesamt 30 Stunden. Dabei sei es um eine mutmaßliche Behinderung der Ermittlungen durch den US-Präsidenten gegangen. McGahn habe sich dabei unter anderem auf eine Reihe derzeitiger oder früherer Mitarbeiter des Weißen Hauses berufen.

Überdies habe sich McGahn zu mutmaßlichen Versuchen Trumps geäußert, Mueller zu entlassen. Er habe außerdem über die Hintergründe der Entlassung des ehemaligen FBI-Chefs James Comey durch Trump gesprochen.

Hungerstreik: Kreml-Kritiker Udalzow in Spital

Der hungerstreikende russische Kreml-Kritiker Sergej Udalzow ist in ein Krankenhaus gebracht worden. Nach fünf Tagen im Hungerstreik wiesen Ärzte ihn heute wegen Flüssigkeitsmangels in ein Krankenhaus ein, wie es auf seiner Facebook-Seite hieß. Ein Behördensprecher bestätigte diese Angaben gegenüber der Nachrichtenagentur TASS. Udalzow verbüßt in einer Moskauer Haftanstalt eine einmonatige Haftstrafe, nachdem er bei Protesten Bilder von Regierungsmitgliedern verbrannt hatte.

Kreml-Kritiker Sergej Udalzow

APA/AFP/Kirill Kudryavtsev

Ende Juli hatte er an den Demonstrationen gegen die Pensionspläne der Regierung teilgenommen. Zehntausende Menschen hatten gegen die Anhebung des Renteneintrittsalters demonstriert.

Jahrelang in Gefangenschaft

Erst im vergangenen Jahr war Udalzow nach viereinhalb Jahren aus einem Straflager entlassen worden. Ein Moskauer Gericht hatte ihn im Sommer 2014 wegen Protesten gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin verurteilt. Bereits damals war er im Gefängnis mehrfach in Hungerstreik getreten.

Auch der ukrainische Regisseur Oleg Senzow befindet sich bereits seit Mitte Mai im Hungerstreik in einem russischen Gefängnis, sein Fall erregte international Aufmerksamkeit. Der Filmemacher war 2014 auf der von Russland annektierten ukrainischen Halbinsel Krim festgenommen worden. Die Behörden warfen ihm vor, Brandanschläge organisiert zu haben. Der Aktivist und Dokumentarfilmer wies das zurück, wurde aber zu 20 Jahren Haft verurteilt.

Oberster Gerichtshof erkennt Wahlergebnis im Irak an

Drei Monate nach den Parlamentswahlen im Irak hat der oberste Gerichtshof heute die Ergebnisse offiziell bestätigt. Damit beginnt eine 90-tägige Frist, innerhalb der die Parteien eine neue Regierung bilden müssen.

Das Parlament hatte im Juni eine Neuauszählung des Wahlergebnisses angeordnet, nachdem breite Verstöße festgestellt worden waren. Die Neuauszählung der Stimmen per Hand hatte allerdings wenig Änderungen zum zunächst festgestellten Wahlausgang gebracht, dem zufolge der einflussreiche Schiiten-Prediger Moktada al-Sadr gesiegt hatte.

Politische Unsicherheit verschärfte Spannungen

Die bisherige Regierung von Ministerpräsident Haider al-Abadi, die weiter als Übergangsregierung fungiert, begrüßte die Gerichtsentscheidung. Damit sei nun der Weg für die erste Sitzung des neuen Parlaments und die Bildung einer neuen Regierung frei, hieß es in einer Mitteilung.

Die politische Unsicherheit nach der Wahl hatte die Spannungen in dem Land verschärft. Im Irak hatten sich zuletzt die Proteste gegen die schlechten Lebensbedingungen ausgebreitet. Nach jahrelangen Kämpfen mit dem Islamischen Staat (IS) benötigt das Land Milliardensummen für den Wiederaufbau.

Putin bei Merkel: Versuch der Normalisierung

Nach der aufsehenerregenden Stippvisite in Österreich ist es für den russischen Präsidenten Wladimir Putin gestern noch weiter nach Deutschland gegangen. Bei einem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel standen etliche Krisenherde auf der Agenda.

Beide signalisierten auf Schloss Meseberg, dem Gästehaus der deutschen Regierung, die Bereitschaft, sich zur Lösung von Konflikten enger abzustimmen. So soll es etwa ein neues Gesprächsformat zu Syrien geben. Die Zusammenkunft stellte eine langsame Rückkehr zur diplomatischen Normalität dar. Seit der Annexion der Krim 2014 war es der erste bilaterale Besuch Putins in Deutschland.

Mehr dazu in Aufruf zum Wiederaufbau in Syrien

EU

Offizielle Ratschläge für ungeregelten „Brexit“

Die britische Regierung wird ab kommenden Donnerstag Hinweise für den Fall eines „Brexit“ ohne Abkommen veröffentlichen. Die etwa 70 „technischen Anmerkungen“ enthalten Ratschläge für Unternehmen, Bürgerinnen und Bürger und öffentliche Einrichtungen, wie ein Regierungssprecher heute in London bestätigte.

Darin soll es um alle Bereiche des Lebens in Großbritannien gehen, zum Beispiel Landwirtschaft und Finanzdienstleistungen. Die letzten Hinweise sollen bis Ende September publiziert sein. Großbritannien will sich am 29. März 2019 von der Europäischen Union trennen.

Für Donnerstag ist auch eine Rede des „Brexit“-Ministers Dominic Raab im Londoner Parlament dazu geplant. Er betonte zuletzt, dass er einen geregelten EU-Ausstieg für das wahrscheinlichste Szenario halte, aber man auch auf einen Ausstieg ohne Abkommen vorbereitet sein müsse.

Inland

Vier ÖVP-geführte Länder für Steuerautonomie

In den ÖVP-geführten Bundesländern mehren sich die Stimmen für eine Steuerautonomie. Nach Günther Platter (Tirol), Markus Wallner (Vorarlberg) und Johanna Mikl-Leitner (Niederösterreich) plädierte heute auch Oberösterreichs Landeshauptmann Thomas Stelzer dafür, dass die Länder selbst Steuern einheben dürfen.

„Wer, wenn nicht Oberösterreich, soll für Steuerautonomie der Bundesländer sein“, sagte Stelzer in einer Stellungnahme gegenüber der APA. „Für Oberösterreich, als stärkstes Wirtschafts- und Industriebundesland, würde ich mir deutliche Vorteile erwarten. Da hätten wohl andere Länder ihre Probleme.“

„Wenn wir aber dieses Thema wirklich angehen, dann braucht es einen großen Wurf. Wenn der Bund den Ländern nur da und dort den einen oder anderen Zuschlag gewähren würde, wäre mir das zu wenig. Das wäre eine Schmalspurlösung“, sagte Stelzer.

SPÖ Steiermark übernimmt Plakatkosten nach Kritik

Die SPÖ-Sommerplakate in der Steiermark sorgen für politische Aufregung. Konkret geht es um das gewählte Sujet, nämlich Parteichef Michael Schickhofer, und den Geldgeber für die Kampagne, den SPÖ-Landtagsklub, wie die „Kleine Zeitung“ heute berichtete. FPÖ-Klubobmann Stefan Hermann kritisierte eine „Zweckentfremdung“ von Klubgeldern.

„Eine der ureigenen Aufgaben des Landtags ist die Kontrolle der Landesregierung. Der Landtag hat mit Sicherheit nicht die Finanzierung von Werbemaßnahmen für einzelne Regierungsmitglieder zu übernehmen“, so Hermann. Die SPÖ habe „massiven Aufklärungsbedarf“.

„Durchsichtiges Ablenkungsmanöver der FPÖ“

Gesetzlich dürfen die aus Steuergeld finanzierten Klubmittel nicht für Parteiwerbung aufgewendet werden, sondern nur für Informationen mit Bezug zur Arbeit des Klubs. Der Experte für Parteienfinanzierung, Hubert Sickinger, sieht einen Gesetzesverstoß: „Das ist eine reine Imagewerbung zugunsten des Parteichefs. Irgendeinen Bezug zur Klubarbeit kann ich nicht erkennen“, wird er in dem Artikel zitiert.

Der Klubobmann der SPÖ Steiermark, Hannes Schwarz, sah keine Verfehlung: Schickhofer sei Teil des SPÖ-Klubs und daher auch Teil der Kampagne. Kurz darauf entschied die Landespartei, die vollen Kosten für die Kampagne zu übernehmen. „Aus unserer Sicht" sei alles rechtskonform, hieß es in eine Aussendung. „Allerdings wollen wir hier trotzdem unverzüglich für Klarheit sorgen und das durchsichtige Ablenkungsmanöver der FPÖ als solches entlarven“.

Plakat von 2017 Thema

Dem Inhalt der Kampagne tue die Frage der Kostentragung aber keinen Abbruch. Zudem hoffe man, dass der „FPÖ-Landtagsklub bei Inseraten in Zukunft ebenso klar zwischen Landespartei und Landtagsklub trennt. Der SPÖ Steiermark liege ein Inserat des FPÖ-Landtagsklubs von Ende 2017 vor, wo Mario Kunasek als Landesparteiobmann auftritt.

Erinnerungen an 2013

Bereits 2013 gab es einen ähnlichen Fall, damals bei der Bundes-SPÖ zu Zeiten von Werner Faymann. Der Parlamentsklub wollte Plakate finanzieren und brachte ebenfalls das Argument der Klubmitgliedschaft von Faymann vor. Der Parteien-Transparenz-Senat ließ die Rechtfertigung damals allerdings nicht gelten.

Auch NEOS sieht sich durch „WP“-Bericht zu BVT bestätigt

Angesichts des ausführlichen Berichts der „Washington Post“ („WP“) über Österreich und die BVT-Affäre sieht sich auch NEOS in seiner Ansicht bestätigt, dass die Regierung immer mehr zu einer Gefahr für die Sicherheit Österreichs werde.

Sicherheitssprecherin Stephanie Krisper meinte heute, es bedeute ein Risiko für die Sicherheit, dass seit der Razzia internationale Partner die Zusammenarbeit mit dem BVT einfrieren.

Krisper verwies auf eine parlamentarische Anfrage, die NEOS schon vor rund vier Wochen an Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) gerichtet haben. Darin will die Partei Aufklärung, ob die Zusammenarbeit mit dem BVT von ausländischen Sicherheitsbehörden geblockt wird.

Kritik an Putin-Besuch bei Kneissl-Besuch

In ihrer Aussendung kritisierte Krisper auch, dass das Naheverhältnis der Regierung und insbesondere der FPÖ zu Russlands Präsidenten Wladimir Putin für Misstrauen bei europäischen Partnern sorge.

Wenn Putin dann auch noch zur Hochzeit von FPÖ-Außenministerin Karin Kneissl komme, tue das sein Restliches. „Während ÖVP und FPÖ vermeintlich Brücken nach Russland bauen, sind sie immer weniger ein vertrauenswürdiger Partner für unsere europäischen Freunde.“

FPÖ gegen SPÖ und Liste Pilz

Bereits am Samstag hatten angesichts des Artikels der „WP“ der SPÖ-Fraktionsführer im BVT-U-Ausschuss, Jan Krainer, und Peter Pilz eine Gefahr für die Sicherheit Österreichs beklagt. FPÖ-Fraktionsführer Jörg Jenewein hatte den beiden daraufhin „dummdreiste Nestbeschmutzung“ vorgeworfen. Für Krisper disqualifizeirt sich diese Aussage von selbst.

Volksanwalt fordert Pflegegelderhöhung um 30 Prozent

Anlässlich der aktuellen Zahlen zu den Pflegegeldbeziehern erneuert Volksanwalt Günther Kräuter die Forderung der Volksanwaltschaft nach einer spürbaren Anhebung des Pflegegelds.

„Das Pflegegeld muss in allen 7 Stufen um 30 Prozent angehoben werden, nur so kann sichergestellt werden, dass Menschen mit geringerem Pflegebedarf daheim betreut werden können“, wurde Kräuter am Sonntag in einer Aussendung zitiert.

Auch eine jährliche Valorisierung ist für Kräuter unerlässlich, um künftig einem zu starken Andrang zu stationären Einrichtungen entgegenzuwirken. Die Pläne der Regierung, das Pflegegeld erst ab Stufe vier anzuheben, greifen nach Ansicht des Volksanwaltes zu kurz, da fast 70 Prozent der Pflegegeldbezieher Pflegegeld der Stufen eins bis drei beziehen.

Zahl der Pflegegeldbezieher erneut gestiegen

Die Zahl der Menschen, die Pflegegeld beziehen, stieg im Halbjahresvergleich wieder etwas an. Insgesamt 451.372 Personen hatten laut den aktuellsten Daten aus dem Sozialministerium mit Stand Juni 2018 Anspruch auf Pflegegeld - um 2.173 bzw. 0,48 Prozent mehr als im Juni des Vorjahres.

Gegenüber dem Vormonat Mai verzeichnete man im Juni einen dezenten Anstieg der Pflegegeldberechtigten - um 1.145 Personen (+0,25 Prozent). Zu Jahresbeginn lag die Zahl deutlich höher bei 458.636 Anspruchsberechtigten.

Die Aufteilung der Pflegebedürftigen je Stufe blieb nahezu unverändert. So entfielen im Juni erneut rund 27 Prozent auf Stufe eins, 23 Prozent auf Stufe zwei, 18 Prozent auf Stufe drei, 15 Prozent auf Stufe vier, elf Prozent auf Stufe fünf, vier Prozent auf Stufe sechs und zwei Prozent auf die Stufe sieben, also jene mit dem höchsten Pflegebedarf (Rest auf 100 Prozent Rundungsdifferenz, Anm.). Die Einstufung in die einzelnen Pflegestufen orientiert sich nach dem Pflegebedarf nach Stunden.

Sport

Fußball: Leipzig im DFB-Cup mit Mühe weiter

Die Bundesligisten haben sich heute Nachmittag in der ersten Runde des deutschen Fußball-Cups allesamt durchgesetzt. Allerdings mit unterschiedlichem Aufwand. Dem Zweitligisten 1. FC Köln gelang in Berlin bei Dynamo nach 0:1-Rückstand noch fast ein zweistelliger Sieg. Mit mehr Mühe sind hingegen RB Leipzig und FC Augsburg in die zweite Runde eingezogen. Auch drei Österreicher trugen sich in den Sonntagspielen in die Torschützenliste ein.

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Wirtschaft

Iran besteht trotz US-Sanktionen auf OPEC-Kontingent

Der Iran besteht ungeachtet drohender US-Sanktionen gegen seine Ölindustrie auf eine volle Umsetzung seiner Kontingente bei der Organisation erdölproduzierender Länder (OPEC). „Ganz gleich, wie die Umstände sind, kein Land hat das Recht, den Anteil anderer Mitglieder bei Produktion und Export zu übernehmen“, sagte der iranische OPEC-Gesandte Kasem Gharibabadi heute der amtlichen iranischen Öl-Nachrichtenagentur Shana.

Die Ministerkonferenz der OPEC habe auch keine entsprechende Lizenz erteilt. Die Organisation solle „die Komplotte anderer Staaten stoppen, die diese Organisation politisieren wollen“, habe Gharibabadi dem OPEC-Generalsekretär Mohammed Barkindo erklärt.

Ab November Sanktionen gegen Ölindustrie

US-Präsident Donald Trump hat das internationale Atomabkommen mit dem Iran gekündigt und neue Sanktionen eingeleitet. Von diesen soll ab Anfang November auch die Ölindustrie des Landes betroffen sein. Er hat zudem die OPEC aufgefordert, mit Hilfe einer Produktionserhöhung für niedrigere Preise zu sorgen.

Der US-Verbündete Saudi-Arabien, ein Erzrivale des Iran und ebenfalls OPEC-Mitglied, hatte sich im Mai bereiterklärt, Sorgen der Verbraucher über Versorgungsengpässe durch eine höhere Produktion entgegenzukommen. Der Iran ist hinter Saudi-Arabien und dem Irak der drittgrößte Ölförderer in der OPEC.

„Suchen Lösungen, um unser Öl zu verkaufen“

Der iranische Vizepräsident Eschak Dschahangiri zeigte sich zuversichtlich, auch nach dem Beginn der neuen Ölsanktionen den Rohstoff verkaufen zu können. „Wir haben die Hoffnung, dass die europäischen Staaten ihren Verpflichtungen nachkommen können“, sagte er der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA. „Aber selbst wenn nicht, suchen wir nach Lösungen, um unser Öl zu verkaufen und die Einnahmen transferieren zu können.“

Die Europäer hätten zugesagt, die Verluste nach der neuen Runde der amerikanischen Strafmaßnahmen wettzumachen, sagte er, ohne Einzelheiten zu nennen. Nach dem Austritt der USA aus dem Atomabkommen wollen die anderen Unterzeichnerstaaten, darunter auch Deutschland, die Vereinbarung retten.

Chronik

Mehr als 40 Menschen in Chicago angeschossen

Die US-Großstadt Chicago hat ein weiteres Wochenende der Gewalt erlebt: Zwischen Freitagnachmittag und heute Früh wurden nach einer Zählung der Bürgerinitiative „Coalition for a New Chicago“ mehr als 40 Menschen angeschossen - zwei davon starben.

Gestern war nach Angaben der Polizei ein 26-Jähriger in Chicagos Süden in den Rücken getroffen worden und anschließend im Krankenhaus gestorben. Bereits am Freitag hatte sich ein Teenager selbst erschossen, nachdem er von der Polizei verfolgt worden war.

Fast alle Vorkommnisse der vergangenen Wochen ereigneten sich in den ärmeren Vierteln im Süden und Westen der Millionenmetropole, die vorrangig von Minderheiten bewohnt werden. „Chicago hat eine Geschichte von Rassismus und Rassentrennung, was die Gewalt befeuert“, sagte Greg Livingstone von der „Coalition for a New Chicago.“ Über das erste August-Wochenende wurden mehr als 70 Menschen von Kugeln getroffen worden, zwölf davon starben.

Erneut schwerer Erdstoß auf Ferieninsel Lombok

Erneut hat ein schweres Erdbeben die indonesische Ferieninsel Lombok erschüttert. Der jüngste Erdstoß hatte nach Angaben des Geophysischen Instituts des Landes eine Stärke von 6,9 und war bereits die zweite größere Erschütterung innerhalb von 24 Stunden.

Erst wenige Stunden vor dem jüngsten Beben hatte ein Erdstoß der Stärke 6,3 die Insel erschüttert. Einwohnern zufolge waren die Erschütterungen auf der gesamten Insel sowie auf der benachbarten Ferieninsel Bali zu spüren. Gebäude wurden beschädigt und es herrschte Panik, aber Berichte über Todesopfer lagen zunächst nicht vor. Bei einem schweren Beben am 5. August waren auf der Insel etwa 460 Menschen ums Leben gekommen.

OÖ: Bis zu 100 Menschen bei illegaler Waldparty

Rund 70 bis 100 Feierlaunige haben die Nacht auf heute bei einer illegalen Party in einem Wald in Steyregg (Oberösterreich) durchgefeiert. Diese war von einem 27-Jährigen professionell mit Verkaufsstand, Musikanlage und Zelten aufgezogen worden. Allerdings hatte er ohne Veranstaltungs-Bewilligung oder Einverständnis des Grundeigentümers agiert, berichtete die Polizei am Sonntag.

Unterhalb der Pleschinger Höhlen im Waldgebiet des Pfenningberges hatte der Mann über Soziale Netzwerke zu der Feier geladen. Ein Dieselaggregat auf einem Anhänger versorgte die Geräte mit Strom. Sogar für eine Latrine war gesorgt. Laut Polizei lagen auf dem Boden unzählige Zigarettenstummel von den Gästen. Nur durch Glück sei in dem trockenen Gebiet kein Waldbrand ausgebrochen. Es folgten Anzeigen an die Bezirkshauptmannschaft Urfahr-Umgebung.

Bereits Anfang Juli hatte eine nicht genehmigte Waldparty im Mühlviertel mit rund 200 Gästen für Aufsehen gesorgt. In Sandl (Bezirk Freistadt) hatten sich Anrainer über laute Musik beschwert, Arbeiter des Forstguts wurden ebenso auf das Treiben aufmerksam. Die Exekutive löste die Party auf. Ein Zusammenhang bestehe nicht, teilte die Polizei auf APA-Nachfrage mit. „Damals war es eine Techno-Party, diesmal ist es eine Hippie-Party“, sagte Sprecherin Petra Datscher.

Religion

D: Kritik an Darstellung von Juden in Schulbüchern

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, hat die Darstellung des Judentums in deutschen Schulbüchern scharf kritisiert. „Es gibt dort zuweilen Bilder, die von antisemitischen Stereotypen geprägt sind und damit eher an den ‚Stürmer‘ erinnern, als dass sie eine sachliche Darstellung bieten würden“, sagte Schuster der dpa. Der „Stürmer“ war ein judenfeindliches Propagandablatt, das zur NS-Zeit in hunderttausendfacher Auflage erschien.

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IT

China: Cyberkriminelle stehlen Millionenbeträge

Die chinesische Polizei hat laut einem Medienbericht drei mutmaßliche Cyberkriminelle festgenommen, die hohe Millionenbeträge erbeutet haben sollen. Die Verdächtigen sollen mit Hackerangriffen Kryptogeld im Wert von 600 Millionen Yuan (umgerechnet 76 Mio. Euro) gestohlen haben, berichtete die staatliche Zeitung „Shaanxi Daily“.

Die Ermittlungen hatten demnach im März begonnen, nachdem der Polizei ein Hackerangriff und ein Diebstahl von Kryptogeld im Wert von 100 Millionen Yuan gemeldet wurde. Die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete, bei dem Kryptogeld habe es sich unter anderem um Bitcoins gehandelt. Eine virtuelle Spur des Geldtransfers führte zu den drei Verdächtigen. Sie sollen mehrere Menschen sowie Unternehmen bestohlen haben.

Im Februar hatte Peking angekündigt, sämtlichen Handel mit Kryptowährungen zu unterbinden, indem der Zugang zu Internetseiten im Ausland und entsprechenden Apps eingeschränkt wird.

Gesundheit

Gesunde Ernährung: Geschmacksfrage und Erziehungssache

Der Karottenbrei wird freudig verschlungen, die pürierte Zucchini dagegen ausgespuckt: Was Babys gerne essen und was nicht, hängt von allerlei Faktoren ab. Denn der Geschmackssinn des Menschen entwickelt sich bereits vor der Geburt und wird vor allem in den ersten Lebensjahren nachhaltig geprägt. Hier keine allzu eingeschränkten Vorlieben zu entwickeln, ist wichtig, um sich später ausgewogen zu ernähren. Noch entscheidender ist es aber, zu lernen, wann man satt ist. Vonseiten der Ernährungsmedizin gibt es einige Hinweise, wie das gelingen kann.

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Kultur

Led-Zeppelin-Frontmann Robert Plant wird 70

Rockikone, Pionier, Sexsymbol: Der Sänger der legendären Rockband Led Zeppelin feiert morgen seinen 70. Geburtstag. Für viele gilt Led Zeppelin auch heute noch als der Inbegriff des Rock, der bis in erste Heavy-Metal-Sphären hineinreichte. Plant schrieb von Anbeginn der Band 1968 bis zur Auflösung 1980 die meisten der Texte, für die sich der Brite in der keltischen Mythologie inspirieren ließ. Weltberühmt wurde Plant aber wegen seiner Stimme, die die Hits der Band, etwa „Ramble On“, „Whole Lotta Love“ oder „Stairway to Heaven“ zu Rockhymnen machte.

Robert Plant, Leadsänger der Rockgruppe Led Zeppelin 1970

APA/dpa

Vorbild für Generationen

Nach dem Tod von Schlagzeuger John Bonham löste sich die Band auf, Plant, Jimmy Page und John Paul Jones gingen eigene Wege. Erst in den 1990er Jahren kamen Page und Plant wieder für zwei Alben zusammen und gaben einige Konzerte, teilweise zusammen mit dem Sohn Bohnhams am Schlagzeug.

Plant war danach vor allem als Solokünstler aktiv, sein jüngstes Album „Carry Fire“ erschien 2017. Ab September geht er wieder in den USA, in Großbritannien und Irland auf Tour. Plant gilt als ein Vorbild für Generationen von Sängerinnen und Sängern. Viele versuchten, seinen Stil zu imitieren und ließen sich inspirieren. Das Branchenmagazin „Rolling Stone“ listete Plant 2008 auf Rang 15 der 100 besten Sänger aller Zeiten.

Lifestyle

Bartmeisterschaft im englischen Blackpool

Hunderte Männer und ihre Bärte haben an den britischen Bart- und Moustache-Meisterschaften im englischen Blackpool teilgenommen. Sie konnten sich am Wochenende in insgesamt 21 Kategorien messen, etwa „selbst gemacht kreativ“, „Freistil“, „natürlich“ und „unter 16 Jahre“. Die Einnahmen des alle zwei Jahre stattfindenden Wettbewerbs kommen wohltätigen Zwecken zugute.

An den Meisterschaften durften sich Menschen aller Nationalitäten und jeden Geschlechts beteiligen, hatten die Veranstalter zuvor betont. Auch Bartträger aus Deutschland und Österreich waren dabei. Die meisten Teilnehmer kamen passend zu ihrer Haarpracht im Gesicht in teils exzentrischer Kleidung in den Badeort.