COV Inland

Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) lehnt Lockerungen der CoV-Maßnahmen zumindest vorerst ab. Beim Besuch eines Primärversorgungszentrums in Wien betonte Mückstein aber, dass die Maßnahmen nur so lange aufrecht bleiben sollen, „solange es epidemiologisch notwendig ist“. Und das werde laufend kontrolliert.

Platter für Öffnungen und Aufhebung der Sperrstunde

Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) hinterfragte dagegen den Lockdown für Ungeimpfte und forderte die Aufhebung der Sperrstunde mit 22.00 Uhr.

„Die Sperrstunde muss endlich abgeschafft werden“, sagte Platter bei einer Pressekonferenz in Innsbruck und betonte, von Anfang an gegen diese Regel gewesen zu sein. Man müsse hinterfragen, ob diese „epidemiologisch sinnvoll“ sei, nachdem man wisse, dass nach 22.00 Uhr „privat weitergefeiert“ werde. Zudem sah er bei der Bundesregierung „Handlungsbedarf“ beim Ungeimpften-Lockdown. Dieser sollte mit Einführung der Impfpflicht Anfang Februar auf den Prüfstand gestellt werden. Er wolle damit einen „Diskussionsbeitrag“ leisten, die Entscheidung liege aber bei der Bundesregierung sowie beim Beratungsgremium GECKO.

Platters grüne Stellvertreterin Ingrid Felipe wiederum konnte den Forderungen des Landeshauptmannes nichts abgewinnen. Sie würde gerne noch „abwarten“, bis die „Omikron-Welle wirklich gebrochen ist“. Es sei angesichts der hohen Infektionszahlen noch nicht an der Zeit, über Erleichterungen zu sprechen.

Forderungen von mehreren Seiten

Angesichts der Impfpflicht ab Anfang Februar war vonseiten der Wirtschaft und der Opposition der Ruf nach Lockerungen laut geworden. So hatte zuletzt nicht nur die FPÖ ein Ende des Lockdowns für Ungeimpfte gefordert, sondern auch NEOS.

In der SPÖ hatten sich der stellvertretende Klubchef Jörg Leichtfried und der burgenländische Landeshauptmann Hans Peter Doskozil in diese Richtung geäußert. Auch die Forderung nach Abschaffung der Sperrstunde um 22.00 Uhr wurde von Oppositionsseite laut. Und vonseiten der Wirtschaft drängt vor allem der Handel auf ein Ende der 2-G-Kontrollen in den Geschäften.

Mückstein sagte heute dazu, man schaue regelmäßig, ob die Maßnahmen noch notwendig seien. Die Fachleute würden täglich beraten. Gleichzeitig verwies der Minister aber darauf, dass man noch mitten in der Omikron-Welle sei und die Infektionszahlen sehr hoch seien.

Auch Contact-Tracing bleibt aufrecht

Auch am Contact-Tracing will Mückstein nicht rütteln, obwohl es in einigen Bundesländern de facto nicht mehr funktioniert. Es sei zwar angesichts der Zahlen eine große Herausforderung, aber es sei wichtig, um die Infektionsketten zu durchbrechen, betonte der Minister.

Er gestand zu, dass zwei, drei Bundesländer Probleme hätten, der Rest schaffe es aber sehr gut. Zuletzt hatte Oberösterreich angekündigt, das Contact-Tracing einzustellen und nur noch infizierte Personen in Quarantäne zu schicken.

In der neuerlichen CoV-Welle durch Omikron werden Infektionen bei Spitalspatientinnen und -patienten oft nur zufällig entdeckt.

Die Menschen kämen wegen anderer Beschwerden, und bei der Aufnahme wird als Nebendiagnose eine SARS-CoV-2-Infektion festgestellt, wie Mediziner im Ö1-Morgenjournal heute berichteten. Besonders betroffen seien westösterreichische Spitäler aufgrund von Krankenhausaufnahmen nach Skiverletzungen.

So berichtete etwa der Sprecher der Tirol Kliniken, Johannes Schwamberger, dass rund ein Viertel bis Drittel ihrer Patientinnen und Patienten nicht wegen einer CoV-Infektion ins Spital kommen, aber dann dort eine Ansteckung diagnostiziert wird. „Das nimmt zu“, sagte der Arzt.

Meist treten die Fälle in der Orthopädie, Traumotologie oder bei Behandlungen nach Skiverletzungen auf. Weil viele ohne Symptome bleiben, können diese Patienten auch in ihren Zimmern isoliert und müssen nicht auf CoV-Stationen überstellt werden.

In den drei Salzkammergut Kliniken in Bad Ischl, Gmunden und Vöcklabruck in Oberösterreich betrage dieser Anteil 30 Prozent, berichtete Tilman Königswieser, Leiter des Salzkammergut Klinikums und Mitglied des oberösterreichischen Landeskrisenstabs, in Ö1.

Durch Omikron und die höheren 7-Tage-Inzidenzen sei es „viel wahrscheinlicher“, eine SARS-CoV-2-Infektion als Nebendiagnose zu erhalten, meinte er. Am Anfang der Omikron-Welle gab es in den drei Häusern 17 Infektionen, fünf davon wurden als Nebendiagnose bei der Aufnahme gefunden. Mittlerweile haben zwei davon „ordentliche Covid-Erkrankungssymptome entwickelt“, sagte Königswieser.

Manche Patienten bleiben symptomlos, doch bei einigen wurde die CoV-Infektion von der Nebendiagnose zur Hauptdiagnose. Zudem haben sich laut den Medizinern Hauptdiagnosen wie Herzinfarkt, Thrombosen und Lungenentzündung nachträglich oft als Folge einer CoV-Infektion entpuppt.

In Wien spiele Omikron als Nebendiagnose noch keine große Rolle, sagt Arschang Valipour, Lungenfacharzt an der Klinik Floridsdorf, im Ö1-Journal. „Wir haben über die Häuser verteilt ca. zehn bis 15 Prozent sogenannter Nebendiagnosen.“ Nur wenn Covid-19 von den Beschwerden her im Vordergrund ist, werden die Patientinnen und Patienten auf eine Covid-Station verlegt.

Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den abgelaufenen sieben Tagen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, liegt laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bei 1.971,2 (Stand: gestern, 14.00 Uhr).

Tirol hat mit 2.796,5 den höchsten Wert, gefolgt von Salzburg mit 2.638,1. Am niedrigsten ist die 7-Tage-Inzidenz in der Steiermark (1.419,4) und im Burgenland (1.420,9).

Das Berichtsschema der AGES zeigt die Zahlen vom Vortag – wie die Meldung der Ministerien. Wesentlicher Unterschied zu den Ministeriumsmeldungen: Laborbestätigte Fälle, Tote etc. werden nicht zum Meldezeitpunkt dargestellt, sondern zum Diagnose- bzw. Sterbedatum. In der Darstellung in ORF.at wird auch täglich transparent gemacht, welchen Tagen die neu gemeldeten Fälle zugeordnet werden.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Erklärung zur Zählweise und weitere Fragen in ORF.at/corona

Ministerien melden 25.610 Neuinfektionen

Das Gesundheits- und das Innenministerium meldeten 25.610 neu registrierte CoV-Fälle innerhalb der letzten 24 Stunden (Stand: gestern, 9.30 Uhr). Diese Zahlen meldeten die Bundesländer an den nationalen Krisenstab.

14.000 Menschen verstarben bisher an den Folgen des Coronavirus. Derzeit befinden sich 1.200 Personen aufgrund des Coronavirus in Spitalsbehandlung, davon 187 auf Intensivstationen.

Daten des Krisenstabs in ORF.at/corona/daten/morgenmeldung

Im Vorfeld des Nightrace in Schladming (Steiermark) führt die Polizei seit Tagen verstärkt CoV-Kontrollen auf Skihütten und in Apres-Ski-Bars durch – dabei wurden auch schon gefälschte Impfpässe sichergestellt. Die Gemeinde Schladming distanziert sich.

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Inland

Transparency International (TI) stellt Österreich in seinem aktuellen Korruptionswahrnehmungsindex (Corruption Perceptions Index, CPI) erneut kein gutes Zeugnis aus. Darin verliert das Land im Vergleich zum Vorjahr weitere zwei Punkte.

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Ex-Kanzler Sebastian Kurz hat laut Berichten von „heute“ und „Kronen Zeitung“ eine Firma in Niederösterreich gegründet. Die „SK Management GmbH“ soll dazu dienen, künftige wirtschaftliche Tätigkeiten des ehemaligen ÖVP-Chefs zu verwalten, etwa wenn Kurz selbst in Start-ups investiere oder bezahlte Vorträge halte. Kurz ist laut Firmenbuch Geschäftsführer und alleiniger Gesellschafter des im Bezirk Horn angesiedelten Unternehmens, die Stammeinlage der GmbH beträgt 35.000 Euro.

Es sei ihm wichtig, Steuern aus allfälligen Beteiligungen in Österreich zu zahlen, zitierten „heute“ und „Krone“ Stimmen aus dem Umfeld von Kurz. Als Geschäftszweig wird laut Firmenbuch das „Halten von Beteiligungen“, „Beteiligungsverwaltung“, „Erbringung von Managementdienstleistungen“ und „Unternehmensberatung“ genannt.

Die Firmengründung ist nicht die einzige berufliche Tätigkeit des Ex-Kanzlers: Ende des Vorjahres war bekanntgeworden, dass der im Vorjahr unter Korruptionsverdacht als Bundeskanzler und ÖVP-Chef zurückgetretene Kurz bei der US-Firma Thiel Capital als „Global Strategist“ einsteigt – einer Firma des deutschstämmigen US-Investors Peter Thiel und Unterstützers des früheren US-Präsidenten Donald Trump.

Anfang Jänner teilte die ÖVP dann mit, dass Kurz Kovorsitzender des Europäischen Rats für Toleranz und Versöhnung (European Council on Tolerance and Reconciliation, ECTR) wird. Dieser setzt sich für Toleranz für das jüdische Leben in Europa, gegen Antisemitismus und gegen die Leugnung des Holocaust ein. Er soll in der neuen ehrenamtlichen Tätigkeit seine internationalen Kontakte einbringen, hieß es.

Österreich und Rumänien stärken ihre Sicherheitskooperation durch einen permanenten Polizistenaustausch. Wie das Innenministerium heute nach einem Treffen von Ressortchef Gerhard Karner (ÖVP) mit seinem Amtskollegen Lucian Bode in Wien mitteilte, werden künftig zwei, drei rumänische Polizisten ständig im Bundeskriminalamt tätig sein. Österreich wird Kontaktbeamte ins Polizeikooperationszentrum Oradea schicken, das sich unter anderem der Schlepperbekämpfung widmet.

Die Schlepperrouten hätten sich in den vergangenen Monaten aufgrund des verstärkten Grenzschutzes Ungarns nach Rumänien verlagert, hieß es. Im Vorjahr seien 73.000 Menschen in dem Land aufgegriffen worden. Wien und Bukarest planen auch gemeinsame Schwerpunktaktionen zur Bekämpfung von Schlepperei und Rotlichtkriminalität.

„Rumänien und Österreich arbeiten eng zusammen. Die Zusammenarbeit werden wir in Zukunft weiter forcieren und ausbauen“, so Karner. Durch die beiderseitige Entsendung von Polizistinnen und Polizisten „können wir die Zusammenarbeit auf operativer Ebene weiterhin vertiefen“.

COV Ausland

Dienstleister der Regierung haben in Südafrika im Zusammenhang mit der Pandemie Verträge in Millionenhöhe veruntreut. Das teilte das Präsidialamt heute mit. Von mehr als 4.500 untersuchten Verträgen hätten sich demnach 62 Prozent als regelwidrig erwiesen.

Kommission untersuchte fast 5.500 Verträge

Präsident Cyril Ramaphosa hatte im Juli 2020 eine Kommission beauftragt, den mutmaßlichen Missbrauch von CoV-Geldern in allen Regierungsbereichen zu untersuchen. Die Kommission überprüfte insgesamt 5.467 Verträge im Gesamtwert von 14,3 Milliarden Rand (830 Mio. Euro), die an 3.066 Dienstleister vergeben wurden. Die Untersuchung von 900 der Verträge sei noch nicht komplett abgeschlossen, hieß es. Ein endgültiges Ergebnis werde Mitte des Jahres erwartet.

„Inakzeptabel“

Ramaphosa bezeichnete die Vorgänge als „inakzeptabel“. Die Dienstleister hätten geglaubt, „sie könnten einen Moment nationaler Verwundbarkeit ausnutzen, um sich zu bereichern“, sagte der Präsident. Die Staatsanwaltschaft werde Verfahren einleiten. Die Untersuchung habe nach Angaben des Präsidialamts einen potenziellen Verlust von 114,2 Mio. Rand (6,6 Mio. Euro) verhindert. Verträge im Wert von 170,4 Mio. Rand (9,9 Mio. Euro) seien auf Eis gelegt worden.

Das Land mit rund 60 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern gehört zu den am meisten von der Pandemie betroffenen Ländern in Afrika. Nach Angaben der panafrikanischen Gesundheitsorganisation Africa CDC wurden in Südafrika bisher knapp 3,6 Millionen Infektionen sowie 94.000 Todesfälle gemeldet.

Ein israelischer Expertenrat hat heute eine vierte Impfung gegen das Coronavirus für über 18-Jährige empfohlen. Die Empfehlung gelte für Erwachsene, die vor mehr als fünf Monaten die Booster-Impfung erhalten haben oder die vor diesem Zeitraum genesen seien, teilte das Gesundheitsministerium mit.

„Die Entscheidung wurde angesichts positiver Ergebnisse getroffen, die einen drei- bis fünfmal höheren Schutz gegen schwere Erkrankungen nach der vierten Impfdosis zeigten“, hieß es in der Mitteilung. Der Schutz vor einer Infektion mit dem Coronavirus sei bei vierfach Geimpften zweimal höher als bei dreifach Geimpften. Die Empfehlung muss noch vom Generaldirektor des Gesundheitsministeriums, Nachman Asch, gebilligt werden.

Bisher über 600.000 mit vierter Impfung

In Israel haben bereits mehr als 600.000 Menschen eine vierte Impfdosis erhalten. Bisher galt die Empfehlung nur für über 60-Jährige, Immungeschwächte und medizinisches Personal.

Die Leiterin einer Studie zur Wirksamkeit der vierten Dosis hatte sich eher skeptisch geäußert. Sie führe zwar zu einem „schönen Anstieg“ der Antikörper, schütze aber nicht ausreichend gegen die Omikron-Variante, sagte die Professorin Gili Regev vom Schiba-Krankenhaus bei Tel Aviv vor rund einer Woche.

Israel befindet sich nach Einschätzung von Experten auf dem Höhepunkt der Omikron-Welle. Mehr als 580.000 der gut neun Millionen Bürger und Bürgerinnen sind gegenwärtig mit dem Virus infiziert. Heute teilte das Gesundheitsministerium mit, es seien binnen 24 Stunden erneut mehr als 83.000 weitere Fälle registriert worden.

Ausland

An der polnisch-belarussischen Grenze hat der Bau einer umstrittenen befestigten Grenzanlage begonnen. Die 5,5 Meter hohe Anlage werde „entlang der Grenzstraße“ aufgebaut, sagte die Sprecherin des polnischen Grenzschutzes, Anna Michalska, heute der Nachrichtenagentur PAP.

Die Regierung in Warschau hatte das 353 Millionen Euro teure Projekt im vergangenen Jahr als Reaktion auf den starken Anstieg der Grenzübertritte von Migrantinnen und Migranten beschlossen.

Die 186 Kilometer lange Grenzanlage soll bis Juni fertiggestellt sein. Kritik an dem Projekt gibt es sowohl von Menschenrechtlern, die eine Aushöhlung des europäischen Asylrechts befürchten, als auch von Umweltschützern. Der größte Teil des polnisch-belarussischen Grenzgebiets ist bewaldet.

Stark steigende Flüchtlingszahlen an den Grenzen zwischen Belarus und den EU-Staaten Polen, Litauen und Lettland hatten im Herbst zu einer Krise geführt. Die EU warf Belarus vor, Migrantinnen und Migranten an die Grenze geschleust zu haben, um auf diese Weise Vergeltung für EU-Sanktionen zu üben. Minsk wies das zurück und bezichtigte Polen eines unmenschlichen Umgangs mit den Migrantinnen und Migranten.

Die russischen Behörden haben den inhaftierten Oppositionspolitiker Alexej Nawalny auf eine offizielle Liste von „Terroristen und Extremisten“ gesetzt. Auch Nawalnys im Exil lebende Vertraute Ljubow Sobol und weitere Mitstreiter waren heute auf der von der Finanzaufsichtsbehörde Rosfinmonitoring verwalteten Liste verzeichnet.

Insgesamt wurden nach Angaben von Nawalnys Antikorruptionsstiftung etwa zehn Menschen aus Nawalnys Umfeld in die Liste aufgenommen. Nawalnys Stiftung war bereits im vergangenen Jahr als „extremistisch“ eingestuft und verboten worden.

Auf der russischen Terrorliste befinden sich eine Reihe nationalistischer russischer Organisationen sowie ausländische extremistische Vereinigungen wie die Taliban und die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS). Mitte Jänner waren bereits Nawalnys bekannte Mitstreiter Ivan Schdanow und Leonid Wolkow in die Liste aufgenommen worden.

Wirtschaft

Derzeit sind 404.994 Personen beim Arbeitsmarktservice (AMS) arbeitslos oder in Schulung gemeldet. 333.864 Personen davon sind auf Arbeitssuche, 71.130 Personen nehmen an Schulungsmaßnahmen teil. Damit ist die Zahl der arbeitslos gemeldeten Personen inklusive Teilnehmerinnen und Teilnehmern an Schulungen im Wochenvergleich um 1.993 Personen gesunken, die Arbeitslosigkeit (inklusive Schulungen) liegt aktuell unter den Werten der Vergleichszeitpunkte der vergangenen drei Jahre.

Die Voranmeldungen zur Kurzarbeit stiegen in dieser Woche auf 159.454 an (zuvor: 136.995), gleichzeitig sind weniger Personen zur Kurzarbeit vorangemeldet als Ende Jänner 2021 mit 470.493 Voranmeldungen. Das liege unter anderem an der aktuell positiven wirtschaftlichen Dynamik, die nicht durch Einschränkungen wie im vergangenen Winter eingebremst wird, so ÖVP-Arbeitsminister Martin Kocher heute in einer Aussendung.

Der niederländische Konsumgüterkonzern Unilever streicht im Zuge einer organisatorischen Neuaufstellung rund 1.500 Stellen im Management. Die Stellenstreichungen entsprechen rund einem Prozent der gesamten Belegschaft von zuletzt rund 150.000 weltweit. Wie Unilever heute mitteilte, soll es künftig fünf stärker auf die Produktkategorien ausgerichtete Geschäftsbereiche geben, die dann auch vollumfänglich für ihre Strategie und eigene Gewinnentwicklung verantwortlich seien.

Unter anderem wird Unilever künftig sein Speiseeisgeschäft mit Marken wie Magnum und Ben & Jerry’s als separates Geschäftssegment führen. Auch die Führung der Sparten wird mit 1. April ausgewechselt. Sunny Jain, seit 2019 für die Kosmetiksparte zuständig, verlasse das Unternehmen, hieß es weiter. Das Segment, das im vergangenen Jahr am langsamsten wuchs, wird nun in zwei separate Bereiche für Kosmetik und Schönheitspflege aufgespalten.

Reaktion auf Druck von Investoren?

Den Angaben zufolge fallen durch die Neustrukturierung rund 15 Prozent der Stellen im oberen Management (Senior Management) weg, fünf Prozent seien es bei den Nachwuchsmanagern (Junior Management). Die Belegschaft in der Produktion ist voraussichtlich nicht von den Streichungen betroffen. Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete zuletzt unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen, Konzernchef Alan Jope habe vor allem in den aufgeblähten Managementstrukturen etwa in den Regionen ein Hindernis für Innovationen gesehen.

Mit seiner Neuaufstellung dürfte der seit drei Jahren amtierende Jope auch auf den zunehmenden Druck von Investoren reagieren, denn im Vergleich zur Konkurrenz hinkt der Konzern an der Börse hinterher. Auch für den – inzwischen gescheiterten – Übernahmeversuch für die Konsumgütersparte von GlaxoSmithKline hagelte es Kritik.

Hedgefonds Trian soll einsteigen

Erst jüngst wurde zudem bekannt, dass der als aktivistischer Investor bekannte Milliardär Nelson Peltz mit seinem Hedgefonds Trian mit einem nicht unerheblichen Anteil beim Unternehmen eingestiegen sein soll. Marktteilnehmer machten sich daher Hoffnungen, dass Peltz Dampf machen und Forderungen an die Unilever-Führung nach Umwälzungen stellen dürfte.

Bei der geplanten Übernahme der Alitalia-Nachfolgerin ITA prüft die AUA-Mutter Lufthansa auch einen Einstieg mit eigenem Kapital. Man werde die 90-Tage-Frist nutzen, um sämtliche Optionen einschließlich einer Beteiligung zu überprüfen, sagte heute ein Unternehmenssprecher in Frankfurt. Am Vortag hatte die weltgrößte Reederei MSC ihre Absicht erklärt, die ITA mehrheitlich zu übernehmen, wobei die Lufthansa als „kommerzieller Partner“ mitwirken sollte.

Mitte Oktober als Nachfolgerin der Alitalia gestartet

Bisher hatte Lufthansa eine direkte Beteiligung an der noch im Staatsbesitz befindlichen Airline ausgeschlossen. MSC und Lufthansa haben 90 Arbeitstage für exklusive Gespräche zu dem möglichen Geschäft verlangt. Der ITA-Verwaltungsrat soll die Details der Interessenbekundung in einer bevorstehenden Sitzung prüfen, hieß es. ITA war am 15. Oktober als Nachfolgerin von Alitalia gestartet, nachdem die italienische Traditionsfluggesellschaft wegen jahrelanger Verluste nicht mehr zukunftsfähig war.

ITA-Verwaltungsratspräsident Alfredo Altavilla feierte das Angebot bereits als großen Erfolg, weil es gelungen sei, das Interesse von Lufthansa und MSC zu wecken. Die industrielle Logik davon sei „sehr überzeugend“ und „äußert interessant“, betonte Altavilla im Gespräch mit dem „Handelsblatt“. Er sehe Möglichkeiten beim Transport der Kreuzfahrtkunden von MSC sowie im Frachtbereich. Die Reederei hat ihren Hauptsitz zwar in Genf, ist aber im Besitz einer italienischstämmigen Familie.

Das rasant alternde Hightech-Land Japan treibt angesichts zunehmenden Arbeitskräftemangels die Entwicklung von Robotern voran. Im Tokioter Bankenviertel Otemachi kam heute testweise ein klobiger Roboter auf Rädern zum Einsatz, der Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen in Bürohochhäusern Essen von Restaurants anliefern kann, wie die Zeitung „Sankei Shimbun“ berichtete.

Sobald Kellner eine über eine Smartphone-App entgegengenommene Bestellung auf den Transportroboter platziert haben, fährt dieser los und bringt das Gericht in das Büro des Mitarbeiters. Zu diesem Zweck sind Fahrstühle und Sicherheitstüren elektronisch mit dem Roboter verbunden. Sensoren am Roboter verhindern, dass er mit Menschen und Objekten kollidiert.

Auch Reinigungsdienste sollen künftig von solchen Robotern vorgenommen werden. Bei dem Experiment in Otemachi wurde zu diesem Zweck in Kooperation mit dem Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie (METI) sowie Beteiligung der japanischen Roboterhersteller Panasonic und NEC sowie der Firmen Hitachi und Sky Farm durch Vernetzung von Gebäuden und Einrichtungen eine „roboterfreundliche“ Umgebung geschaffen.

Sport

Rapid könnte in der Winterübertrittszeit neben Ercan Kara mit Taxiarchis Fountas eine weitere Offensivstütze abhandenkommen. Dem 26-jährigen Griechen liegt laut einem Bericht der „Washington Post“ ein finanziell sehr lukrativer Vorvertrag über drei Jahre ab Sommer bei DC United aus der Major League Soccer (MLS) vor. Auch sonst tat sich in Hütteldorf einiges.

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Manuel Feller kann wie erhofft heute beim Schladminger Nachtslalom (17.45/20.45 Uhr, live in ORF 1) an den Start gehen. Der Tiroler hatte vergangenen Samstag den Kitzbühel-Slalom wegen eines positiven Coronavirus-Tests verpasst, erhielt nun am Tag des Rennens auf der Planai aber von der Behörde grünes Licht für einen Start.

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Rafael Nadal hat heute zum siebenten Mal das Halbfinale der Australian Open erreicht. Der Spanier wirkte nach einer 2:0-Satzführung gegen den Kanadier Denis Shapovalov aber angeschlagen und musste noch in den fünften Satz. Nach einigen medizinischen Behandlungen und einem Kraftakt setzte er sich mit 6:3 6:4 4:6 3:6 6:3 durch.

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Chronik

Bei einer Massenpanik außerhalb eines Fußballstadions vor einem Spiel des Afrikacups in Kamerun sind mindestens acht Menschen getötet und 38 weitere verletzt worden. Laut einem vorläufigen Bericht des Gesundheitsministeriums wurden bisher „acht Todesfälle“ bei dem Vorfall gestern Abend verzeichnet. Darunter waren zwei Frauen, vier Männer, ein Kind sowie eine weitere Leiche, die von der Familie mitgenommen worden sei.

Zahlreiche Menschen hatten vor dem Spiel zwischen den Nationalmannschaften von Kamerun und den Komoren versucht, in das Stadion in der Hauptstadt Jaunde (Yaounde) zu gelangen. Dabei kam es den Organisatoren des Fußballturniers zufolge zu einem „Gedränge“.

Das Staatsfernsehen hatte nach dem Spiel zunächst berichtet, es gebe ein „halbes Dutzend Tote und Dutzende Verletzte“. Das Gesundheitsministerium erklärte später, die Opfer seien „sofort“ in Krankenwagen transportiert worden, aber „starker Straßenverkehr verlangsamte den Transport“.

Im Adria- und Balkan-Land Montenegro haben Meteorologen heute Früh einen Kälterekord festgestellt. In der Ortschaft Kosanica nahe der nördlichen Stadt Pljevlja maß die Wetterstation eine Temperatur von minus 33 Grad Celsius, wie das Nachrichtenportal Vijesti.me berichtete.

Die tiefste Temperatur, die seit Beginn der Aufzeichnungen erfasst wurde, lag bisher bei minus 32 Grad. Sie war 1985 in der Kleinstadt Rozaje gemessen worden.

Die Adria-Küste Montenegros ist in den Sommermonaten ein beliebtes Urlaubsziel. Auf den Spitzen der unmittelbar hinter der Küste hinaufragenden Berge bleibt der Schnee manchmal das ganze Jahr über liegen.

Schneechaos in Griechenland: Tausende verbrachten Nacht in Autos

Wegen der starken Schneefälle in der griechischen Hauptstadt Athen und ganz Mittelgriechenland haben Tausende Autofahrer und -fahrerinnen die Nacht in ihren Wagen auf Autobahnen verbracht. Die meisten Flüge vom Hauptstadtflughafen wurden gestrichen.

Das Militär war im Einsatz, um Menschen aus ihren Autos zu holen und in Hotels unterzubringen. Heute Früh steckten allein im Großraum Athen weiterhin rund 1.200 Autos fest, wie griechische Medien berichteten. Manche der Betroffenen saßen nunmehr 22 Stunden fest.

Stromausfälle durch umgestürzte Bäume

Das Chaos auf den Autobahnen des Landes hatte bereits gestern seinen Lauf genommen, als schlecht ausgestattete Autos und Lastwagen ohne Winterreifen und Schneeketten nicht mehr weiterkamen und dadurch den Räumgeräten den Weg versperrten. In Griechenland gibt es keine Winterreifenpflicht – gerade im Großraum Athen schneit es im Winter normalerweise sehr selten, und wenn, dann nur leicht.

Auch in anderen Landesteilen gab es Probleme. Vielerorts stürzten Bäume durch die Schneelast auf Stromleitungen – noch konnte die Elektrizität nicht überall wiederhergestellt werden. Für heute hat die Regierung für die betroffenen Gebiete angeordnet, dass die meisten Unternehmen, Geschäfte und Behörden geschlossen bleiben sollen. Die Infrastruktur ist in weiten Teilen des Landes nicht auf die Kälte und den Schnee ausgelegt.

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Unter Verwendung von mindestens 66 falschen Identitäten hat ein 44-jähriger Niederösterreicher polizeilichen Ermittlungen zufolge Hunderte Waren online bestellt, aber nicht bezahlt. Nach Angaben vom Dienstag wurden dem Mann 909 Tathandlungen mit 140.000 Euro Schaden nachgewiesen. Der geständige Beschuldigte ist in Haft.

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Ein Schneeräumfahrzeug musste gestern aus dem Trabochersee in der Steiermark geborgen werden. Das Fahrzeug war auf dem zugefrorenen Gewässer unterwegs, um es für Eisläufer schneefrei zu machen, als plötzlich die Eisdecke nachgab.

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Der gewaltige Ausbruch eines Unterseevulkans vor Tonga im Pazifik war laut NASA mehrere hundertmal stärker als die Sprengkraft der Atombombe über Hiroshima. „Dies ist eine vorläufige Schätzung, aber wir glauben, dass die durch den Ausbruch freigesetzte Energiemenge etwa vier bis 18 Megatonnen TNT entsprach“, so NASA-Wissenschafter Jim Garvin.

Der unterseeische Hunga Tonga-Hunga Ha’apai, der nur 65 Kilometer nördlich von Tongas Hauptstadt Nuku’alofa liegt, war vor zehn Tagen ausgebrochen und hatte eine gigantische Wolke aus Asche und Gas wie einen Atompilz kilometerweit in die Höhe geschleudert.

Insel gänzlich verschwunden

Experten zufolge war es eine der weltweit schwersten Eruptionen seit Jahrzehnten. Dadurch wurde auch ein Tsunami ausgelöst, der sogar weit entfernte Regionen wie Alaska, Japan und Südamerika erreichte. Tongas Regierung bestätigte bisher drei Tote und mehrere Verletzte.

Satellitenbilder zeigen, dass eine erst 2015 bei einem monatelangen Ausbruch des Vulkans entstandene Insel gänzlich verschwunden ist. Die Insel sei von der Eruption „ausgelöscht“ worden, so die NASA. Es seien nur noch zwei kleine, voneinander getrennte Landmassen übrig.

Gesundheit

Die Covid-19-Schutzimpfungen wirken sehr gut gegen schwere Verläufe und Todesfälle und der Booster noch einmal deutlich besser. Das verdeutlichen neue Daten von Geimpften und Ungeimpften in Österreich.

Während sich die Zahlen aus Österreich vor allem auf die Delta-Variante beziehen, zeigen aktuelle Daten der US-Seuchenschutzbehörde (CDC), dass Boosterimpfungen auch bei der Omikron-Variante einen hohen Schutz von 90 Prozent vor schweren Verläufen und Hospitalisierung bieten.

Eine Analyse der Gesundheit Österreich GmH (GÖG) zeigt auf Basis von Daten in Österreich im Zeitraum Anfang Februar 2021 bis 13. Jänner 2022, dass drei Dosen eine Effektivität gegenüber Todesfällen von 99,2 Prozent im Vergleich zu Ungeimpften bieten.

Nach zwei Teilimpfungen sind es 92,6 Prozent, wobei im Herbst ein Rückgang des Schutzes vor Infektionen beobachtet wurde, so die GÖG. Die Daten zu den Drittimpfungen wurden ab 1. Oktober berechnet.

Bisher rund 14.000 Covid-19-Todesfälle in Österreich

In Österreich wurden bisher rund 14.000 Covid-19-Todesfälle verzeichnet. Darunter gab es seit den ersten abgeschlossenen Impfserien Anfang Februar 2021 rund 5.600 Tote, wovon mit rund 4.500 Todesfällen der Großteil nicht vollständig immunisierte Personen betraf, hält die GÖG fest. Aber auch 95 dreifach geimpfte Personen starben bisher an Covid-19, der Großteil war 75 Jahre oder älter.

Statistik Austria: Niedrigere Sterberaten bei Geimpften

Bei der Auswertung der Todesfälle in Österreich im letzten Trimester 2021 zeigte sich, dass Personen, die mindestens einmal gegen Covid-19 geimpft wurden, unabhängig von Alter und Geschlecht ein deutlich niedrigeres Sterberisiko als ungeimpfte Personen haben. Die deutlichsten Unterschiede gab es laut Statistik Austria bei Personen höheren Alters.

„Ungeimpfte haben ein signifikant höheres Sterberisiko als jene, die zumindest eine Impfdosis gegen Covid-19 erhalten haben – das ist in beinahe allen Altersgruppen und unabhängig vom Geschlecht der Fall. Die deutlichsten Unterschiede sehen wir allerdings bei Personen höheren Alters: Im Zeitraum September bis Dezember 2021 starben rund 2.884 von 100.000 zumindest einmal Geimpften über 80 Jahre. Bei den Ungeimpften in der gleichen Altersgruppe war die Sterberate mit 6.676 je 100.000 mehr als doppelt so hoch“, berichtete Statistik-Austria-Generaldirektor Tobias Thomas.

Die Zahl der von „Long Covid“ Betroffenen steigt stark – dennoch geht die Erforschung der Problematik nur langsam voran. Gerade diese könnte aber auch den Durchbruch bei Therapieansätzen für eine weitere schwere neurologische Erkrankung bedeuten: das lange kaum beachtete chronische Erschöpfungssyndrom (ME/CFS).

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Science

Die Wissenschaftsbücher des Jahres stehen fest. Die Leserinnen und Leser kürten „Von singenden Mäusen und quietschenden Elefanten“ von Angela Stöger, „Pandemie sei Dank!“ von Daniela Angetter-Pfeiffer, „Das unendliche Meer“ von David Abulafia und „Faszination Krake“ von Michael Stavaric und Michele Ganser zu den Siegern, teilte das Bildungsministerium heute mit.

Eine Fachjury hatte in vier Kategorien jeweils fünf Bücher nominiert, aus der seit Ende November das Publikum über seine Favoriten abstimmen konnte. Bei der diesjährigen Wahl wurden knapp über 9.000 Stimmen abgegeben. Die Preisverleihung findet im Rahmen eines vom Bildungsministerium organisierten „Science Talk“ am 28. März in Wien statt.

Tierkommunikation und Medizingeschichte

In der Kategorie „Naturwissenschaft/Technik“ setzte sich die Verhaltensforscherin, Kognitionsbiologin und Expertin für Bioakustik und Lautkommunikation, Stöger, von der Universität Wien mit ihrem Buch „Von singenden Mäusen und quietschenden Elefanten“ (Brandstätter) durch. Sie führt darin in die Welt der tierischen Kommunikation und Bioakustik.

Die Medizinhistorikerin Angetter-Pfeiffer vom Austrian Centre for Digital Humanities and Cultural Heritage der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) siegte mit „Pandemie sei Dank!“ (Amalthea) in der Kategorie „Medizin/Biologie“. Darin schildert sie zahlreiche Errungenschaften aus Österreichs Geschichte, die Seuchen wie Pest, Cholera und weiteren zu verdanken sind – mit überraschenden Parallelen zur Gegenwart.

Jugendbuch zur „Faszination Krake“

Die Kategorie „Geistes-, Sozial-, Kulturwissenschaft“ entschied Abulafia mit „Das unendliche Meer“ (S. Fischer) für sich. Der Professor für die Geschichte des Mittelmeer-Raumes an der Universität Cambridge erzählt darin von Händlern, Abenteurern, Piraten und Kartografen, die unter anderem auf der Jagd nach Gold, Gewürzen und Sklaven die Ozeane befuhren.

Der österreichisch-tschechische Schriftsteller und Übersetzer Stavaric und der Kommunikationsdesigner Ganser gewannen mit „Faszination Krake“ (Leykam) die Kategorie „Junior-Wissensbücher“. Es lässt die Leser in die wundersame Welt der Kraken eintauchen und lädt zum Mitdenken und Mitmachen ein.

Die seit 2007 durchgeführte Wahl zum Wissenschaftsbuch des Jahres ist eine Aktion des Bildungsministeriums mit dem Verlag Buchkultur. Mit der Initiative soll der Stellenwert des wissenschaftlichen Sachbuches deutlich gemacht werden.

„Dinge mit Gesicht“ – so nennt sich ein Phänomen, das im Netz oft die Runde macht: In unbelebten Gegenständen werden lachende, weinende und grantige Gesichter erkannt. Laut einer Studie werden diese Gesichter ziemlich eindeutig wahrgenommen – als jung und männlich.

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Das Haus der Geschichte Österreich (hdgö) will auf NS-Raubkunst in Privatbesitz aufmerksam machen und zeigt in Kooperation mit der Kommission für Provenienzforschung ab heute ein Landschaftsgemälde, dessen Herkunft unklar ist. „Die Ausstellung des Bildes soll thematisieren, wie sich Fragen zum angemessenen Umgang mit NS-Raubkunst auch im Privaten stellen“, heißt es dazu in der Ankündigung.

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Lifestyle

In der Welt der Spitzenköchinnen und -köche herrscht harter Wettbewerb. Der Druck, neue Kreationen und Geschmacksrichtungen zu schaffen, ist groß. Manche Koryphäen der Haute Cuisine holen sich inzwischen Unterstützung aus der Technik. Sie nutzen künstliche Intelligenz bei der Erschaffung neuer Geschmäcker.

So etwa Nicolas Maire, französischer Spitzenkoch mit 18 Michelin-Sternen. Maire arbeitet für das Schweizer Unternehmen Firmenich, das seit 1895 Aromen und Duftstoffe herstellt und damit Lebensmittel- und Kosmetikproduzenten beliefert.

Am Puls der Zeit, beschäftigen sich Firmenich und Maire derzeit besonders mit pflanzlichen Fleischalternativen, wie die BBC berichtet. Dabei ist dem Koch ein Roboter namens Sam behilflich.
Zusammen mit einem Team von Aromatikern mischt Sam eine große Auswahl an Aromen für die Kundschaft.

Im menschlichen Mund sorgen Rezeptoren dafür, dass der Geschmack vom Gehirn wahrgenommen wird. Das kann Sam mit seiner künstlichen Intelligenz freilich nicht gewährleisten. Seine Datenbank wurde aber mit Zutaten und Geschmäckern aus Jahrzehnten Erfahrung aus dem Unternehmen gefüttert, so die BBC.

Mit Hilfe von Sams maschinellem Lernen könne der Roboter nun erkennen, welche Geschmäcker anderen ähneln. Sam könne so viele Zutaten einordnen, dass er intern „Klavier mit 5.000 Tasten“ genannt werde. Ein großer Vorteil des Roboters liegen neben seiner Arbeitsgeschwindigkeit auch in seiner kognitiven Unvoreingenommenheit. So würden unbewusste Neigungen, Vorlieben und Antipathien der professionellen menschlichen Geschmackserfinder vermieden.

Laut dem Unternehmen ist der weltweite Markt für pflanzliche Fleischersatzprodukte 25 Milliarden US-Dollar (22 Mrd. Euro) schwer – Tendenz stark steigend.

Kultur

Das Ende von David Finchers Kultfilm „Fight Club“ von 1999 ist bei Chinas Zensoren auf wenig Gegenliebe gestoßen. Wie der „Guardian“ heute berichtete, wurde es in China geändert und damit auch die anarchistische Botschaft des Films mit Brad Pitt und Edward Norton.

Sie hätten über das Wochenende bemerkt, dass eine neue Version auf der Streamingplattform Tencent Video verfügbar sei. Im Original der Geschichte tötet Nortons Figur The Narrator sein imaginäres Alter Ego Tyler Durden – gespielt von Pitt – und sieht dann zu, wie mehrere Gebäude explodieren. Das soll darauf hindeuten, dass die moderne Zivilisation in Gefahr ist.

Die Schlussszenen der neuen chinesischen Version hätten eine ganz andere Botschaft: Durden wird getötet, aber die Szene mit den explodierenden Gebäuden werde durch einen schwarzen Bildschirm und einen Anhang ersetzt: „Die Polizei hat den ganzen Plan schnell herausgefunden und alle Kriminellen verhaftet und erfolgreich verhindert, dass die Bombe explodiert.“ In der neuen Version triumphiere am Ende der Staat.

In Chinas sozialen Netzwerken machte sich Empörung unter Filmfans breit. „Fight Club auf Tencent Video sagt uns, dass sie nicht nur Szenen löschen, sondern auch der Handlung etwas hinzufügen“, hieß es etwa in einem Posting auf der Plattform Weibo. Tencent äußerte sich nicht zu der Angelegenheit.

Wer die Änderung veranlasste, war nicht klar. Hollywood-Studios veröffentlichen oft auch selbst alternative Fassungen, um Pekings Zensurbestimmungen zu umgehen und sich so einen Zugang zum lukrativen chinesischen Markt zu verschaffen. 2019 wurden bei der Veröffentlichung des Films „Bohemian Rhapsody“ in China mehrere Szenen gestrichen, in denen es um die Homosexualität von Queen-Frontmann Freddie Mercury ging.

Weil sie Falschinformationen über Coronavirus-Impfstoffe verbreitet haben soll, hat der kanadische Rockstar Neil Young der Audioplattform Spotify mit einem Boykott gedroht. Wie das Branchenblatt „Variety“ berichtete, veröffentlichte der 76-Jährige gestern Abend (Ortszeit) einen offenen Brief auf seiner Homepage, der später wieder offline genommen wurde.

Rockmusiker Neil Young
APA/AFP/Alice Chiche

Auch das Musikmagazin „Rolling Stone“, die Musikplattform Pitchfork und „USA Today“ berichteten über den Brief. Young habe geschrieben, dass er seine Musik nicht mehr auf Spotify haben wolle, und forderte sein Management und seine Plattenfirma auf, den schwedischen Streamingdienst umgehend darüber zu informieren.

Kritik an Podcast von Comedian Joe Rogan

„Ich tue das, weil Spotify falsche Informationen über Impfstoffe verbreitet – und damit möglicherweise den Tod derjenigen verursacht, die den von ihnen verbreiteten Desinformationen glauben“, wurde Young zitiert. Der Ärger des Musikers richtet sich den Medienberichten zufolge gegen den Podcast des US-Comedians Joe Rogan, der für das Verharmlosen des Coronavirus und das Verbreiten von Verschwörungstheorien in der Kritik steht: „Sie können Rogan oder Young haben. Nicht beide.“

Rogans Podcast war laut „Variety“ der meistgehörte Podcast im vergangenen Jahr weltweit. Laut einem Post auf seiner Website vom März 2021 ist Young gegen das Coronavirus geimpft und ruft seine Fans auf, es im gleichzutun.

Das Team um die neue Secessionspräsidentin Ramesch Daha will „dunkle Flecken“ aufarbeiten und die Künstlervereinigung zum 125-Jahre-Jubiläum jünger und diverser machen – unter anderem mit einer Podcast-Reihe und neuer Homepage.

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Nach der pandemiebedingten Absage der Salzburger Mozartwoche hat die Klassikplattform myfidelio in Zusammenarbeit mit Festivalintendant Rolando Villazon eine Festivalretrospektive kuratiert. Von 27. Jänner bis 6. Februar sind elf Produktionen aus dem Programm der letzten Jahre des weltweit bedeutendsten Mozart-Festivals abrufbar.

Mit großen Orchesterkonzerten, szenischen Produktionen, Kammermusikstücken und Konzertformaten soll die „digitale Ersatzbühne“ den „vielfältigen Kosmos des großen Komponisten erlebbar machen“, hieß es heute in einer Aussendung. Vor jedem der elf Abende wird Villazon eine kurze Einführung zum jeweiligen Programm geben.

„Schatzkiste vergangener Mozartwochen“

Villazon freute sich in der Aussendung über das kurzfristige Zustandekommen und sprach von „musikalischen Juwelen“, die aus einer „Schatzkiste vergangener Mozartwochen herausgesucht“ wurden. Im Programm finden sich unter anderem die Opernaufführung „T.H.A.M.O.S.“ der katalanischen Theatertruppe La Fura dels Baus von 2019, ein Konzert der Wiener Philharmoniker gemeinsam mit Daniel Barenboim und der Mezzosopranistin Cecilia Bartoli von 2021 sowie „Der Messias“, Mozarts Bearbeitung von Händels Oratorium, das 2020 unter der US-Regieikone Robert Wilson zur Aufführung kam.