Wahlrechtsreform bringt Änderungen bei Auszählung
Die Wahlrechtsreform 2023 bringt – wie bereits bei der EU-Wahl – Änderungen bei der Auszählung der Stimmen der Nationalratswahl. So könnte es heute länger als gewohnt dauern, bis das Ergebnis inklusive Wahlkartenprognose vorliegt.
Während die Auszählung bisher meist gegen 21.00 Uhr abgeschlossen war, rechnet die Bundeswahlbehörde mit dem Ende der Auszählung nicht vor 23.00 Uhr.
Der Grund ist, dass gemäß der Wahlrechtsreform die meisten Briefwahlstimmen gleich am Wahltag ausgezählt werden. Jene Wahlkarten, die nicht im Laufe des Freitags in den Wahlsprengeln ankamen, werden morgen und ein noch kleinerer Teil am Donnerstag ausgezählt. Dann liegt auch das vorläufige Endergebnis inklusive Briefwahlstimmen vor.
Hochrechnung um 17.00 Uhr
Kurz nach dem bundesweiten Wahlschluss um 17.00 Uhr gibt es eine erste Hochrechnung. Die Zahl der Gemeinden, deren Ergebnisse in diese Hochrechnung einfließen, fällt kleiner aus als bei vorangegangenen Wahlen.
Grund hierfür ist, dass aufgrund der Wahlrechtsreform 800.000 bis 900.000 Stimmzettel mehr in den Gemeinden auszuzählen sind, was mehr Zeit in Anspruch nimmt.
Die Schwankungsbreite wird etwa zwei Prozentpunkte aufweisen, was dazu führen könnte, dass zu diesem Zeitpunkt einzelne Fragen – etwa ob es eine Kleinpartei in den Nationalrat schafft – noch offenbleiben können.
Höhere Wahlbeteiligung in Gemeinden
Aufgrund der Wahlrechtsänderung wird die Wahlbeteiligung in den Gemeinden zudem heuer in der Regel höher ausfallen als 2019. Und sie führt dazu, dass die Parteiergebnisse auf Gemeindeebene nur bedingt mit jenen vor fünf Jahren vergleichbar sein werden.