Ausland

Ex-US-Präsident Donald Trump hat im Streit über die Auswertung beschlagnahmter Geheimunterlagen das oberste Gericht eingeschaltet. Trumps Anwälte beantragten gestern beim Supreme Court, die Entscheidung einer Vorinstanz aufzuheben. Trump und sein Team wollen damit verhindern, dass das US-Justizministerium bei ihm beschlagnahmte Dokumente auswerten kann, die als geheim gekennzeichnet sind.

Die US-Regierung versuche, einen Streit über die Verwaltung von Dokumenten zu kriminalisieren, schrieben die Anwälte in ihrem Antrag. Ende September hatte das US-Justizministerium vor Gericht einen wichtigen Erfolg erzielt. Das Bundesgericht entschied, dass die Ermittler einen Teil der beschlagnahmten Dokumente für ihre Arbeit weiterhin verwenden dürfen.

Es hob damit die Entscheidung eines Gerichts im US-Bundesstaat Florida auf. Das hatte den Ermittlern zunächst die Verwendung der als geheim gekennzeichneten Dokumenten untersagt, solange sich der in dem Fall eingesetzte neutrale Prüfer, Raymond Dearie, mit den Unterlagen beschäftigt.

Das österreichische Außenministerium hat angesichts der jüngsten Eskalation der Unruhen im Iran eine Reisewarnung für das ganze Land herausgegeben. „Aufgrund der anhaltenden Proteste und deren gewaltsamer Niederschlagung durch die iranischen Behörden hat Österreich vorübergehend eine Reisewarnung für den Iran ausgesprochen. Das Außenministerium empfiehlt Österreichern im Iran dringend, das Land zu verlassen“, hieß es gestern in einer Aussendung gegenüber der APA.

Die österreichische Botschaft in Teheran unterstütze im Notfall, hieß es. Da es zu häufigen Einschränkungen der Kommunikationsdienste kommen könnte, können sich in Not geratene Österreicher im Iran jederzeit an den Bereitschaftsdienst im Außenministerium wenden.

Tod von Mahsa Amini als Auslöser für Unruhen

Auslöser der Unruhen ist der Tod der 22-jährigen Mahsa Amini vor gut zwei Wochen. Die Sittenpolizei hatte sie wegen ihres angeblich „unislamischen Outfits“ festgenommen. Was mit Amini danach geschah, ist unklar. Die Frau fiel ins Koma und starb am 16. September in einem Krankenhaus.

Kritiker werfen der Moralpolizei vor, Gewalt angewendet zu haben – die Polizei weist das zurück. Seit dem Tod der jungen Frau demonstrieren landesweit Tausende Menschen gegen den repressiven Kurs von Regierung und Sicherheitskräften sowie gegen das islamische System.

Der als Abtreibungsgegner auftretende republikanische US-Senatskandidat Herschel Walker ist durch einen Bericht unter Druck geraten, wonach er einst einer Freundin einen Schwangerschaftsabbruch bezahlt hat. Der frühere American-Football-Star – ein Anhänger von Ex-Präsident Donald Trump – wies den Bericht der Website „The Daily Beast“ als Lüge zurück und kündigte eine Klage an.

Trump erklärte gestern, Walker sei ein Opfer von „Verleumdung“ durch die „Fake-News-Medien“ und die Demokraten von Präsident Joe Biden. Walker tritt bei den Kongresswahlen im kommenden November an und bewirbt sich im Südstaat Georgia um einen Sitz im US-Senat.

Das Rennen gegen den derzeitigen Senatoren Raphael Warnock von der Demokratischen Partei gilt als eines der landesweit engsten Senatsrennen – und könnte darüber entscheiden, ob die Demokraten ihre derzeitige hauchdünne Mehrheit in der Kongresskammer verteidigen oder sie an die Republikaner verlieren.

Die neue britische Innenministerin Suella Braverman hat auf dem Parteitag der konservativen Torys einen harten Kurs in der Migrationspolitik angekündigt. Alle, die auf illegalen Wegen ins Land kämen, würden zurückgeschickt oder nach Ruanda ausgeflogen, kündigte Braverman, deren Familie selbst eine Migrationsgeschichte hat, gestern in Birmingham an.

"Die Labour-Partei wird versuchen uns zu stoppen, die Liberaldemokraten werden verrückt werden und der „Guardian" wird zusammenbrechen“, sagte sie mit Blick auf die Oppositionsparteien und die liberale Presse. „Fragt mich gar nicht erst nach den Anwälten.“

Kein Asyl trotz berechtigtem Anspruch?

Viele der oft über den Ärmelkanal ankommenden Schutzsuchenden haben berechtigte Ansprüche auf Asyl. Die britische Regierung, die nach dem Brexit „die Kontrolle über die eigenen Grenzen zurückgewinnen“ will, will sie trotzdem nicht aufnehmen.

Das umstrittene Vorhaben, Asylsuchende ins ostafrikanische Ruanda auszufliegen, wird aktuell wegen ausstehender gerichtlicher Überprüfungen noch nicht praktiziert. Braverman sagte, es sei ihr „Traum“, dass noch vor Weihnachten Migranten nach Ruanda geflogen würden.

Die Antikorruptionsorganisation des inhaftierten Kreml-Kritikers Alexej Nawalny hat angekündigt, ihre Büros in Russland wieder zu öffnen. Ziel sei es, gegen „die Mobilisierung und den Krieg“ in der Ukraine zu kämpfen, kündigte der im Exil lebende Nawalny-Vertraute Iwan Schdanow gestern in einem in Onlinediensten veröffentlichten Video an.

Die Teilmobilisierung habe „Leid in jede russische Familie gebracht“, erklärte seinerseits der ebenfalls im Exil lebende Nawalny-Vertraute Leonid Wolkow. Die russischen Behörden hatten Nawalnys Organisationen Ende Juni nach Monaten zunehmender Repressionen als „extremistisch“ eingestuft, sodass Mitarbeiter, Freiwillige und Sympathisanten Gefahr laufen, strafrechtlich verfolgt und inhaftiert zu werden.

Der 46-jährige Nawalny ist der prominenteste Kritiker von Präsident Wladimir Putin in Russland. Er sitzt derzeit in einer Strafkolonie eine neunjährige Haftstrafe ab.

Die in Deutschland im Rahmen der laufenden Energiekrise beschlossene Gaspreisbremse sorgt auf europäischer Ebene weiter für Unruhe. Deutlich wurde das gestern bei einem Treffen der Euro-Finanzminister in Luxemburg. Während Deutschlands Finanzminister Christian Lindner sich weiter um Beschwichtigung bemühte, verweisen andere Länder darauf, sich einen mit dem deutschen 200-Milliarden-Euro-Hilfspaket vergleichbaren Vorstoß im Alleingang schlichtweg nicht leisten zu können.

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Ukraine-Krieg

Bei dem Vormarsch der ukrainischen Armee sind nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj in den vergangenen Tagen Dutzende Ortschaften aus russischer Besatzung befreit worden. Es gebe gute Nachrichten, sagte Selenskyj in einer gestern Abend in Kiew verbreiteten Videobotschaft. „Die ukrainische Armee dringt ziemlich schnell und kraftvoll vor bei der gegenwärtigen Verteidigungsoperation im Süden unseres Landes.“

Es seien Ortschaften in den Gebieten Cherson, Charkiw, Luhansk und Donezk wieder unter ukrainische Kontrolle gebracht worden. Insbesondere im Gebiet Cherson im Süden seien Ortschaften befreit worden. Die ukrainischen Streitkräfte sprachen am Abend von insgesamt acht Siedlungen. „Unsere Soldaten stoppen nicht. Und es ist nur eine Frage der Zeit, bis wir die Okkupanten von unserem Land vertrieben haben“, so Selenskyj.

Die Ukraine meldet nach der völkerrechtswidrigen Annexion mehrerer Gebiete durch Russland immer wieder Erfolge bei ihrer Gegenoffensive. Der Vormarsch der Truppen bereitet den russischen Einheiten gleich an mehreren Frontabschnitten Probleme. Russland hatte zuletzt Truppen zurückgezogen, um eine Einkesselung zu verhindern.

Die US-Regierung hat weitere Waffenlieferungen für die Ukraine im Wert von 625 Millionen US-Dollar angekündigt. Das Paket beinhalte unter anderem weitere Mehrfachraketenwerfer vom Typ HIMARS, Munition und gepanzerte Fahrzeuge, wie das Weiße Haus mitteilte.

In einem Telefonat mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj sagte US-Präsident Joe Biden, dass die USA die völkerrechtswidrige Annexion von Teilen der Ostukraine durch Russland niemals anerkennen würden. Biden betonte gestern die Bereitschaft der US-Regierung, jedes Land, das die Annexion unterstütze, mit „hohen Kosten“ zu belegen. Er versprach, der Ukraine bei ihrer Verteidigung gegen die russische Aggression so lange wie nötig zu helfen.

Bisher 17,5 Milliarden Dollar Unterstützung

Bei dem Rüstungspaket für die Ukraine handelt es sich dem US-Außenministerium zufolge um Bestände des Pentagons. Damit erhöhe sich die militärische Unterstützung der USA für die Ukraine seit Beginn von Bidens Amtszeit auf einen Gegenwert von insgesamt 17,5 Milliarden Dollar.

Der Großteil der Hilfen wurde seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine am 24. Februar gewährt. Erst vergangene Woche hatte die US-Regierung ein Rüstungspaket im Wert von 1,1 Milliarden US-Dollar zugesagt.

Der Chef der ukrainischen Zentralbank, Kyrylo Schewtschenko, hat seinen Rücktritt eingereicht. Er habe Präsident Wolodymyr Selenskyj gebeten, diese schwierige Entscheidung zu akzeptieren, erklärte der 49-Jährige gestern auf seiner Facebook-Seite. Für seinen Rückzug führte er gesundheitliche Gründe an, die er nicht länger ignorieren könne.

Der 2020 ernannte Schewtschenko war maßgeblich an den Bemühungen beteiligt, die finanzielle und wirtschaftliche Stabilität des Landes nach der russischen Invasion im Februar zu gewährleisten. Die Zentralbank führte Kontrollen ein, um einen Kapitalabfluss zu verhindern, die Landeswährung zu stützen und die Inflation zu dämpfen.

Wie die Weltbank heute mitteilte, wird die ukrainische Wirtschaft wegen des russischen Angriffskrieges in diesem Jahr um 35 Prozent einbrechen. Die industriellen Kapazitäten des Landes seien zerstört, hinzu kämen erhebliche Schäden in den landwirtschaftlichen Gebieten. Nicht zuletzt fehle es an Arbeitskräften – denn 14 Millionen Menschen seien wegen des Krieges auf der Flucht.

Der von Russland vorübergehend festgenommene Chef des besetzten ukrainischen Atomkraftwerks Saporischschja wird nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) diese Stelle nicht mehr antreten. Ihor Muraschow sei nun mit seiner Familie in ukrainisch kontrolliertem Gebiet vereint, hieß es in einer Erklärung. Es sei nicht klar, wer den Chefposten nun übernehmen werde.

IAEA-Chef reist nach Kiew und Moskau

Der Chef der IAEA, Rafael Grossi, hat indes angegeben, noch in dieser Woche nach Kiew und Moskau reisen zu wollen. Grossi werde seine Beratungen über die Einrichtung einer Sicherheitszone rund um das unter russischer Kontrolle stehende ukrainische Atomkraftwerk Saporischschja fortsetzen, erklärte die IAEA gestern in Wien. Ziel sei die Schaffung einer solchen Zone „so bald wie möglich“.

Bei einem Besuch in Armenien sagte Grossi auf Nachfrage eines AFP-Reporters, durch die Abwesenheit des vorübergehend festgenommenen AKW-Chefs Muraschow sei „keinerlei“ Sicherheitsrisiko entstanden. Das Wichtigste sei, dass Muraschow nun wieder bei seiner Familie sei, sagte Grossi in Eriwan.

Inland

Nach Kritik aus der Opposition und von Pensionistenvertretern verteidigte Sozialminister Johannes Rauch (Grüne) gestern das neu geschnürte Pensionspaket in der ZIB2. „Außergewöhnliche Zeiten erfordern außergewöhnliche Maßnahmen“, so Rauch. Die Teuerung belaste die Menschen enorm, die Energiepreise würden auch über den Winter steigen.

„Vor diesem Hintergrund war es mir wichtig, den Pensionisten rasch eine Entscheidung zu liefern, die Rücksicht nimmt auf die tatsächliche Inflation. Das ist gelebte Sozialpolitik“, so Rauch. Es sei ihm zudem wichtig gewesen, die Balance zu halten „zwischen Pensionserhöhungen und dem Budgethaushalt“. Er habe das Gespräch mit der Interessensvertretung gesucht, es gebe ein gutes Einvernehmen.

Pflegeskandal Salzburg: „Das darf nicht passieren“

Angesprochen auf den Pflegeskandal in Salzburg betonte er, dass so etwas nicht passieren dürfe – er habe die Leitung von SeneCura zu sich ins Ministerium eingeladen. Es müsse in Österreich so sein, „dass Menschen, die pflegebedürftig sind, eine qualitätsvolle Pflege bekommen“. Der „gute Standard“ in der Pflege solle gesichert werden.

„Pandemie noch nicht beendet“

Eine Verschärfung der aktuellen CoV-Maßnahmen schloss Rauch angesichts steigender Zahlen nicht aus. „Ich habe immer gesagt, Corona ist nicht beendet, und man kann nicht das Ende der Pandemie verkünden, weil es nicht da ist“, so Rauch. Man habe im Frühsommer die Maskenpflicht teilweise abgeschafft, könne sie aber jederzeit „schrittweise“ wieder einführen.

Ausschlaggebend sei die Situation in den Spitälern. Es müsse eine „Angemessenheit der Maßnahmen“ gegeben sein, diese bemesse sich am Belastungszustand des Gesundheitssystems. Er sei im Austausch mit den Krankenhäusern – sollte er den Eindruck haben, dass die Situation eskaliere, müsse man die Maskenpflicht wieder einführen.

Heute stellt sich Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) den Fragen der Abgeordneten im ÖVP-Korruptions-Untersuchungsausschuss. Dabei dürfte es unter anderem um die „SoKo Tape“, diverse Postenbesetzungen sowie die bisher vergeblichen Ladungen des ehemaligen Generalsekretärs im Finanzministerium, Thomas Schmid, gehen.

Dieser ist bisher sämtlichen Ladungen nicht nachgekommen, die Opposition verlangte daher, dass die Polizei ihn vorführt. Karner sah dafür zunächst keine gesetzliche Grundlage, da Schmid mittlerweile im Ausland wohnt. Zuletzt sagte er das doch zu – dazu müsste Schmid aber kurz vor einem Ausschusstag auch nach Österreich kommen.

Anschließend werden der Ex-Generalsekretär im Landwirtschaftsministerium und damalige Kabinettschef von Ex-Ministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP), Gernot Maier, sowie der Leiter der Finanzabteilung der ÖVP-Bundespartei befragt. Letzterer soll erläutern, ob bzw. inwiefern Organe des Bundes Leistungen bezahlt haben, die wirtschaftlich der ÖVP zugutegekommen sind.

Befragt werden soll er auch über Spendenmeldungen und die Erstellung der Rechenschaftsberichte der ÖVP – wobei zumindest zu den letzten beiden Punkten Einwände der ÖVP zu erwarten sind. Die Gebarung der Partei per se gehört nämlich nicht zum Untersuchungsgegenstand, wie zuletzt bei der Befragung von Ex-Generalsekretär Axel Melchior diskutiert wurde.

Der Unternehmer Heinrich Staudinger will seinen Wahlkampf nutzen, um Aufmerksamkeit zu schaffen – für Themen, die ihm wichtig sind. Er setzt dabei vor allem auf TV-Auftritte. Einen klassischen „Straßenwahlkampf“ gibt es nicht. In Linz hat er sich dennoch mit Mikrofon auf die Straße gestellt – auf Einladung einer Gruppe, die ihren Ursprung in den Demos gegen die CoV-Maßnahmen der Regierung hat.

Mehr dazu in ORF.at/hofburg22

Wahlberechtigte, die ihre Stimme für die Bundespräsidentenwahl am Sonntag nicht im Wahllokal an ihrem Hauptwohnsitz abgeben können, haben heute (bis 24 Uhr) die letzte Chance, schriftlich eine Wahlkarte zu beantragen. In diesem Fall bekommt man sie per Post zugestellt. Noch bis zum Freitag (12.00 Uhr) ist es möglich, Wahlkarten persönlich bzw. von einem bevollmächtigten Boten am Gemeindeamt abzuholen.

Der schriftliche Antrag kann bis Mittwoch Mitternacht bei jener Gemeinde gestellt werden, von der man ins Wählerverzeichnis eingetragen wurde. Möglich ist das mit Hilfe eines formlosen schriftlichen Antrags, per E-Mail, Fax oder – je nach Verfügbarkeit der Gemeinde – auch online.

Wahlkarten stehen jenen Wahlberechtigten zu, die am Sonntag nicht in das Wahllokal an ihrem Hauptwohnsitz kommen können (z. B. wegen einer Reise, aber auch aus gesundheitlichen Gründen oder wegen des Alters). Die Wahlkarten können ab Erhalt bis Sonntag zur aufgedruckten Bezirkswahlbehörde gebracht werden – überbringen kann der Wahlberechtigte die Karte selbst, oder er schickt einen Boten.

Heute beginnt im Saal 303 des Wiener Landesgerichts ein Prozess gegen einen Kontaktmann des Attentäters von Wien, der am 2. November 2020 in der Innenstadt vier Passanten getötet und 23 Menschen zum Teil schwer verletzt hatte, ehe er von der Polizei erschossen wurde.

Der 23-Jährige, dem die Staatsanwaltschaft die Verbrechen der terroristischen Vereinigung und der kriminellen Organisation vorwirft, war drei Wochen nach dem Attentat festgenommen worden.

Eine direkte Beteiligung am Anschlag und konkrete Mithilfe bei Vorbereitungshandlungen waren dem Mann im Ermittlungsverfahren nicht nachgewiesen worden. Allerdings standen er und eine von ihm im Sommer 2020 in St. Pölten angemietete Wohnung schon Monate vor dem Terroranschlag im Fokus der Staatsschützer.

Die Besetzungskommission für die Stelle des Bundesverwaltungsgerichtspräsidenten ist komplett. Das siebenköpfige Gremium soll sich demnächst konstituieren, hieß es auf APA-Anfrage aus dem Ressort von Vizekanzler Werner Kogler (Grüne). Amtsinhaber Harald Perl geht mit Jahresende in Pension, insgesamt haben sich zwölf Personen beworben.

Spannend ist die Nachbesetzung auch angesichts des im Jänner bekanntgewordenen Sideletters der türkis-grünen Bundesregierung für Postenbesetzungen. Demzufolge hätte nämlich die ÖVP das Nominierungsrecht.

Der Kommission gehören laut Gesetz die Präsidenten von Verfassungsgerichtshof, Verwaltungsgerichtshof und Oberstem Gerichtshof (oder von diesen selbst ernannte Vertreter) an. Dazu kommen „ein Vertreter des Bundeskanzlers, ein weiterer Vertreter eines Bundesministeriums sowie zwei Vertreter der Wissenschaft mit akademischer Lehrbefugnis eines rechtswissenschaftlichen Faches an einer Universität“.

Für die letzten vier Stellen wurden nun der Leiter des Verfassungsdiensts im Bundeskanzleramt, Albert Posch, der Leiter der Stabsstelle für Vergaberecht im Justizministerium, Michael Fruhmann, sowie als Wissenschaftsvertreter Ex-Vizekanzler und -Justizminister Clemens Jabloner bzw. Iris Eisenberger (beide Uni Wien) nominiert.

Wirtschaft

Das Ölkartell OPEC+ will heute seine Förderstrategie für den November festlegen. Im Raum steht eine Drosselung der Produktion, um den zuletzt gesunkenen Ölpreis zu stabilisieren.

Aufgrund der Sorge vor einer weltweiten Rezession haben die Preise seit Juni um bis zu 30 Prozent nachgegeben. Nach Ansicht von Analysten ist daher ein deutliches Marktsignal zu erwarten.

Allerdings würde eine Kürzung faktisch viel geringer ausfallen, als der Beschluss vermuten ließe. Denn eine Reihe von Ölförderstaaten wie zum Beispiel Angola, Nigeria und Russland produzierten bereits deutlich weniger, als es ihre bisherigen Vereinbarungen erlauben würden, sagte Commerzbank-Experte Carsten Fritsch. „Insofern wird die tatsächliche Kürzung geringer sein, als auf dem Papier steht.“

Frankreich hat das Verfahren zur kompletten Verstaatlichung des Stromkonzerns EDF eingeleitet. Das teilte die Finanzmarktbehörde AMF gestern laut Europe 1 mit. Der Staat habe ein vereinfachtes öffentliches Übernahmeangebot eingereicht, was ein erster Schritt ist, um EDF von der Börse zu nehmen.

Bisher ist EDF bereits zu 84 Prozent in Staatshand. Die auf 9,7 Milliarden Euro bezifferte Maßnahme zielt darauf ab, die übrigen 16 Prozent aufzukaufen.

Ausbau von Atomenergie geplant

Mit diesem Schritt soll der angestrebte Ausbau der Atomkraft in Frankreich sichergestellt werden. Präsident Emmanuel Macron hatte im März angekündigt, EDF wieder vollständig verstaatlichen zu wollen. Es gehe darum, die französische Souveränität angesichts der Konsequenzen des Krieges in der Ukraine sicherzustellen, hatte Premierministerin Elisabeth Borne im Sommer betont.

Die Energiewende werde mit Hilfe der Atomkraft gelingen. Um als erstes großes Land komplett auf fossile Energiequellen verzichten zu können, werde Frankreich erneuerbare Energien und die Atomkraft ausbauen. Mindestens sechs Atomkraftwerke sollen gebaut werden.

Seit Monaten können wegen eines Unfalls in der OMV-Raffinerie nur eingeschränkt Kraftstoffe produziert werden. Jetzt steht das Wiederhochfahren der Anlage laut OMV kurz bevor – das soll auch Entspannung bei der Versorgung mit Diesel bringen.

Mehr dazu in noe.ORF.at

Coronavirus

Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den abgelaufenen sieben Tagen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, liegt laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bei 952,6 (Stand: gestern, 14.00 Uhr).

Laut AGES wurden 13.853 neu registrierte Coronavirus-Fälle innerhalb der letzten 24 Stunden gemeldet. 20.767 Menschen verstarben bisher im Zusammenhang mit dem Coronavirus. 1.863 infizierte Personen werden derzeit in einem Spital behandelt, davon 90 auf Intensivstationen. Eine Unterscheidung in Haupt- und Nebendiagnose ist mit dieser Datenquelle bundesweit nicht möglich.

Im Berichtsschema der AGES werden die Daten nicht zum Meldezeitpunkt dargestellt, sondern zum Diagnose- bzw. Sterbedatum. In der Darstellung in ORF.at wird auch täglich transparent gemacht, welchen Tagen die neu gemeldeten Fälle zugeordnet werden.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Erklärung zur Zählweise und weiteren Fragen in ORF.at/corona

Medien

Aus Kinderlieder- und -hörbüchern ist er bereits vielen Kindern bekannt, jetzt bekommt der mit seinen Freunden singende Ohrwurm „Bakabu“ auch im Kinderprogramm „Okidoki“ in ORF1 um 7.25 Uhr seinen täglichen Auftritt. Acht animierte Musikvideos sind in Kooperation von Bildungsministerium, Land Niederösterreich und ORF entstanden und wurden vom Verlag Vermedia produziert.

Die Lieder wurden in Zusammenarbeit mit Expertinnen und Experten aus Sprachwissenschaft und Pädagogik entwickelt und helfen Kindern, spielerisch die deutsche Sprache zu erlernen.

Bakabu

Ansprechende Themen

Die Abenteuer von „Bakabu“, dem Ohrwurm aus dem weit entfernten Singeland, gibt es bereits seit mehreren Jahren als Liederalben, Kinderbücher und Hörbücher, gelesen von Schauspieler Christian Tramitz, der vor allem durch seine gemeinsamen Projekte mit Michael „Bully“ Herbig bekanntwurde.

Entwickelt wurde das Projekt von den Komponisten Arthur Lauber und Manfred Schweng gemeinsam mit Autor Ferdinand Auhser. Jedes Lied beinhaltet eine spezielle mit Sprachwissenschaftlerin Barbara Rössl-Krötzl erarbeitete Sprachübung. Die Lieder behandeln Themen aus dem Jahreskreis und dem Alltag der Kinder, vom Zähneputzen bis zum Aufräumen.

Übung für Wortschatz und Grammatik

Sie liefern sprachliches Handwerkszeug, themenspezifischen Wortschatz, korrekten Satzbau und grammatikalische Grundstrukturen. Alle Lieder werden vor dem Erscheinen von einer kritischen Kinderjury sowie Pädagoginnen und Pädagogen getestet.

„Die Förderung der Medienkompetenz von Kindern ist uns Anliegen und Auftrag“, sagte ORF-Generaldirektor Roland Weißmann bei der Präsentation des Formats. Bildungsminister Martin Polaschek (ÖVP) betonte, dass sein Ministerium die Produktion dieser Kinderlieder als Animationsformat unterstütze: „Dabei wird der sprachfördernde Effekt der Lieder durch Visualisierung noch verstärkt.“

Science

Verschoben wegen eines Hurrikans und in Zeiten schwerster internationaler Spannungen sollen heute (18.00 Uhr MESZ) erstmals seit Beginn des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine wieder NASA-Astronauten und eine russische Kosmonautin von amerikanischem Boden aus zur Internationalen Raumstation (ISS) starten.

Die „Crew-5“ soll im „Crew Dragon“ des privaten Raumfahrtunternehmens SpaceX von Elon Musk vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral (US-Bundesstaat Florida) aus losfliegen. Der Start war eigentlich schon für den 3. Oktober vorgesehen, musste aber wegen Hurrikan „Ian“ verschoben werden.

Die „Crew-5“ besteht aus der NASA-Astronautin Nicole Aunapu Mann und ihrem NASA-Kollegen Josh Cassada sowie dem japanischen Astronauten Koichi Wakata und der russischen Kosmonautin Anna Kikina. Sie sollen rund fünf Monate an Bord der ISS verbringen und sich um zahlreiche wissenschaftliche Experimente kümmern.

Die diesjährigen Gewinner des Nobelpreises für Chemie werden heute von der Königlich-Schwedischen Akademie der Wissenschaften in Stockholm bekanntgegeben. Die Auszeichnung ist mit zehn Millionen Schwedischen Kronen (knapp 920.000 Euro) dotiert. Übergeben wird der Preis alljährlich am 10. Dezember, dem Todestag des Stifters Alfred Nobel.

Im vergangenen Jahr ging die Auszeichnung an den deutschen Chemiker Benjamin List und seinen aus Großbritannien stammenden Kollegen David MacMillan. Sie wurden für die Entwicklung eines „asymmetrische Organokatalyse“ genannten „genialen“ Werkzeugs zum Aufbau von Molekülen geehrt.

Sport

Saudi-Arabien soll 2029 die Asienwinterspiele ausrichten. Die Wüsten und Berge würden „zum Spielplatz des Wintersports“, meldete gestern das asiatische Olympiakomitee (OCA). Wie die Dachorganisation bekanntgab, wurde die Stadt Neom auf der 41. Generalversammlung in Phnom Penh in Kambodscha einstimmig als Austragungsort gewählt. Die Stadt muss allerdings erst noch fertiggestellt werden.

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Der Krieg in der Ukraine trifft zunehmend auch Russlands Sport. Nicht nur der Ausschluss von russischen Athleten bei internationalen Wettkämpfen und viele andere Sanktionen des Westens machen der stolzen Sportnation zu schaffen. Aktuell fürchten Fußball- und Eishockeyvereine, Eiskunstlauf- und Leichtathletikverbände um ihre Substanz, weil immer mehr Athleten zum Kriegsdienst einberufen werden.

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Mit einem 6:1-Triumph bei Ajax in Amsterdam hat der SSC Napoli gestern am dritten Spieltag der UEFA Champions League seine Spitzenposition in Gruppe A gefestigt. Den guten Abend für die italienischen Clubs komplettierte Inter Mailand mit einem 1:0-Heimsieg über den FC Barcelona. Während Eintracht Frankfurt bei Tottenham 0:0 spielte, hatte Liverpool ein zuletzt seltenes Erfolgserlebnis. Kurios verlief die Partie Olympique Marseille gegen Sporting Lissabon.

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Chronik

Im Missbrauchsfall um einen Sportlehrer, der bis zu seinem Suizid im Mai 2019 an einer Wiener Mittelschule etliche unmündige Buben missbraucht haben dürfte und der womöglich zwei Mittäter hatte, übt nun die Opferanwältin Herta Bauer heftige Kritik an der Wiener Kinder- und Jugendanwaltschaft (KJA) und der Bildungsdirektion Wien. Der KJA bescheinigt sie „gravierende Versäumnisse und offenkundige Rechtsunkenntnis“, der Bildungsdirektion „dienstrechtliche Verfehlungen“.

In jeweils mit 4. Oktober datierten Schreiben an die beiden Institutionen, die der APA vorliegen, geht Bauer mit der KJA und der Bildungsdirektion hart ins Gericht.

Es sei „längst klar“, dass nicht nur der Sportlehrer „seine Straftaten gegen Kinder auch im schulischen Verantwortungsbereich begangen hat, sondern dass ihm dies durch das gesamte Umfeld der mit ihm in gegenständlicher Schule tätigen Lehrerschaft bzw. durch die Untätigkeit der Bildungsdirektion über einen derart langen Zeitraum gelang“, führt Bauer aus.

„Beschwerden wurde nicht nachgegangen“

Dienstrechtliche Verfehlungen wären „auch innerhalb der Bildungsdirektion selbst erfolgt, da Beschwerden von Schülern bzw. Opfern nicht nachgegangen wurde und durch den Bildungsdirektor persönlich noch im Mai diesen Jahres die inhaltlich vollkommen tatsachenwidrige mediale Auskunft erfolgte, dass es zu den Missbrauchshandlungen nur außerhalb der Schule gekommen sei“, heißt es in dem Schreiben wörtlich.

Auf der Südostautobahn (A3) im Burgenland wurde gestern Früh ein Schlepper mit 21 Geflüchteten – darunter eine Frau und drei Kleinkinder – gestellt. Der Mann war auf seiner Flucht vor der Polizei auf der Autobahn als Geisterfahrer unterwegs. Da sich geschleppte Personen auf der Autobahn aufhielten, musste die A3 kurz gesperrt werden.

Mehr dazu in burgenland.ORF.at

Kultur

Am Wochenende hatte ein „Kurier“-Interview von Staatsopernmusikdirektor Philippe Jordan für Aufsehen gesorgt, in dem dieser mit einem Rundumschlag gegen das zeitgenössische Regietheater ankündigte, seinen 2025 auslaufenden Vertrag im Haus am Ring nicht verlängern zu wollen.

Operndirektor Bogdan Roscic hatte daraufhin beschieden: „Er wollte seinen Vertrag gerne verlängern, was mir aber aus anderen Gründen nicht möglich war.“ Nun wiederum kontert Jordan die „Anwürfe“.

In seiner „von vielen doch als befremdlich wahrgenommenen Reaktion“ schreibt der Staatsoperndirektor, er wolle die Sache nicht weiter kommentieren. „Tatsächlich aber hat er mit dem Kommentieren bis heute gar nicht aufgehört“, so Jordan in einer Aussendung heute.

„Kein Grund“ vorzeitig aus Vertrag zu gehen

Zugleich verband Jordan seine Kritik mit der Zusicherung, seinen Verpflichtungen bis zum Ende nachzukommen: „Ich habe mich dazu entschlossen, ich stehe zu diesem Vertrag, und es gibt auch keinen Grund, daran etwas zu ändern.“ Er habe sich um den Posten einst nicht beworben, unterstrich Jordan: „Als Bogdan Roscic ihn mir offerierte, hatte ich durchaus Bedenken – wie sich heute zeigt vielleicht nicht ganz zu unrecht.“

Dennoch unterstrich der 47-jährige Dirigent, dass er seine Kritik am Musiktheater explizit allgemein gehalten und nicht auf die Staatsoper gemünzt wissen wolle: „Nichts aus dem ganzen Gespräch kann jemand auch nur im Ansatz als einen Angriff auf das Haus oder seinen Direktor ansehen.“ Er sehe seine Position dabei nicht als verwirrte Einzelmeinung: „Es ist die Ansicht der überwältigenden Zahl meiner Kollegen – manche äußern es wie ich offen, manche eher verklausuliert.“