Ausland

Trump erlaubt Mitarbeitern Kooperation mit Mueller

US-Präsident Donald Trump hat seinem Rechtsberater Don McGahn und weiteren Mitarbeitern des Weißen Hauses nach eigenen Worten die umfassende Kooperation mit dem Sonderermittler in der Russland-Affäre, Robert Mueller, erlaubt. „Zusätzlich übergaben wir bereitwillig Dokumente von mehr als einer Million Seiten“, schrieb Trump gestern (Ortszeit) im Kurzbotschaftendienst Twitter.

Damit handle das Weiße Haus „so transparent wie nie in der Geschichte“. Zuvor hatte die „New York Times“ berichtet, McGahn habe „umfangreich“ mit Mueller kooperiert. Demnach unterzog sich Trumps Rechtsberater mindestens drei Befragungen in einer Länge von insgesamt 30 Stunden.

Befragung zu möglicher Behinderung der Ermittlungen

In den Befragungen sei es um die mutmaßliche Behinderung der Ermittlungen durch den US-Präsidenten gegangen. McGahn habe sich dabei unter anderem auf eine Reihe von aktuellen oder früheren Mitarbeitern des Weißen Hauses berufen. Überdies habe sich McGahn zu den mutmaßlichen Versuchen von Trump geäußert, Sonderermittler Mueller zu entlassen. Auch habe er über die Hintergründe der Entlassung des früheren FBI-Chefs James Comey gesprochen.

Mueller untersucht die mutmaßlichen russischen Einmischungen zugunsten Trumps in den Wahlkampf 2016 und mögliche diesbezügliche Absprachen zwischen Trump-Mitarbeitern und Moskau. Mueller untersucht auch, ob Trump nach seinem Amtsantritt versucht hat, die diesbezüglichen Ermittlungen zu behindern. Der US-Präsident weist die Vorwürfe entschieden zurück. Trump bezeichnet die Ermittlungen als „Hexenjagd“.

Flüchtlingslager in Brasilien angegriffen

Ein Lager mit geflüchteten Menschen aus Venezuela in Brasilien ist angegriffen, angezündet und teilweise zerstört worden. Verletzt wurde bei der Attacke von wütenden Einheimischen nach ersten Erkenntnissen niemand, wie die Behörden gestern mitteilten. Der Vorfall ereignete sich im nördlichen Bundesstaat Roraima an der Grenze zum Krisenland Venezuela.

Medienberichten zufolge war zuvor ein Geschäftsinhaber in der Stadt Pacaraima von venezolanischen Flüchtlingen angegriffen worden. Die Lage sei eskaliert, Einheimische hätten gegen die geflüchteten Menschen protestiert und deren Lager zerstört, berichtete die Website des Senders Globo.

Zehntausende verließen Venezuela

Venezuela steckt infolge von Ölpreisverfall und Misswirtschaft in einer tiefen Wirtschaftskrise, die Inflation ist außer Kontrolle geraten. Nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) könnte die Geldentwertung in diesem Jahr eine Million Prozent erreichen.

Die Hyperinflation, Knappheit bei Nahrungsmitteln und Medikamenten sowie Engpässe bei der Strom- und Wasserversorgung machen vielen Menschen in Venezuela ebenso zu schaffen wie die zunehmende Gewalt.

Seit 2017 haben mehr als 127.000 Venezolaner ihr Land verlassen und die Grenze nach Brasilien passiert, davon sind rund 69.000 in andere Länder weitergereist, wie die brasilianischen Behörden mitteilten. Im ersten Halbjahr dieses Jahres hätten rund 56.000 Venezolaner Bleiberecht in Brasilien beantragt.

Iran will neuen Kampfjet vorstellen

Der Iran will nach offiziellen Angaben in der kommenden Woche einen neuen Kampfjet vorstellen. Das Flugzeug werde am 22. August, dem Tag der Nationalen Verteidigungsindustrie, der Öffentlichkeit präsentiert, sagte Verteidigungsminister Amir Hatami gestern der halbamtlichen Nachrichtenagentur Fars. Zudem bleibe es oberste Priorität der Islamischen Republik, das Raketenprogramm weiterzuentwickeln, fügte er hinzu.

Die USA haben nach der Aufkündigung des Atomabkommens mit dem Iran wieder Sanktionen gegen das Land verhängt. Durch den Vertrag sollte verhindert werden, dass der Iran Atomwaffen entwickelt. Zuletzt hatte sich der Ton zwischen der iranischen Führung und Trump verschärft. Trump will ein neues und nach seiner Einschätzung wirksameres Atomabkommen mit dem Iran aushandeln und hat auch Einschränkungen in der Raketenrüstung des Iran gefordert.

Schiff der italienischen Küstenwache darf nicht einlaufen

Wegen eines Streits mit Malta über die Zuständigkeit liegt ein Schiff der italienischen Küstenwache mit 177 geretteten Geflüchteten an Bord vor der italienischen Insel Lampedusa und darf nicht in einen Hafen einlaufen.

Italiens Innenminister Matteo Salvini hatte es dem Küstenwachenschiff „Diciotti“ untersagt, mit den Geflüchteten an Bord einen italienischen Hafen anzusteuern. Er argumentierte, die Menschen seien in Gewässern gerettet worden, für die eigentlich Malta zuständig sei.

13 Menschen ins Krankenhaus gebracht

Die maltesischen Behörden erklärten dazu, dies treffe zwar zu, doch die Geflüchteten hätten jede Hilfe verweigert und weiter Kurs auf Lampedusa genommen. In der Nacht zum Donnerstag nahm die „Diciotti“ die insgesamt 190 Menschen schließlich an Bord, 13 von ihnen wurden sofort in ein Krankenhaus auf Lampedusa gebracht. Die übrigen Geretteten durften aber nicht an Land.

Bereits im Juli hatte die „Diciotti“ 450 Menschen gerettet, die zwischen Lampedusa und Malta in Not geraten waren. Die italienische Regierung hatte die Besatzung damals angewiesen, das Flüchtlingsboot nur aus der Ferne im Auge zu behalten und darauf zu warten, dass Malta sich um die Migranten kümmere. Die 450 Flüchtlinge mussten drei Tage lang an Bord der „Diciotti“ bleiben, bis Salvini ihnen erlaubte, auf Sizilien an Land zu gehen.

Linke Distanz zu Wagenknechts Sammlungsbewegung

Spitzenpolitiker der deutschen Linkspartei gehen auf Distanz zu der Sammlungsbewegung „Aufstehen“ von Linken-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht und dem früheren Parteichef Oskar Lafontaine. „Das ist kein Projekt der Partei Die Linke. Es ist ein Projekt von Einzelpersonen“, sagte der Parteivorsitzende Bernd Riexinger der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“.

Logistische Verknüpfungen zur Partei gebe es nicht. „So wie ich es bisher verstanden habe, soll das Projekt Leute ansprechen, die noch nicht links sind, sondern andere Parteien gewählt haben, von denen sie jetzt enttäuscht sind“, sagte Riexinger. „Insofern ergibt es keinen Sinn zu versuchen, Wähler der Linken zu gewinnen.“

„Eher virtuell“

Dietmar Bartsch, der mit Wagenknecht die Linksfraktion im Bundestag leitet, sagte der Zeitung, bisher handele es sich bei „Aufstehen“ um „ein eher virtuelles Projekt“. „Es gibt eine Internetseite und ein paar professionell gemachte Videos. Mehr ist erstmal noch nicht da“, fügte Bartsch hinzu.

Bartsch hob hervor, er kämpfe seit Jahren für einen Politikwechsel hin zu Mitte-Links. „Das Problem ist, dass Oskar Lafontaine und Sahra Wagenknecht nicht zwingend für die Zusammenführung von Linken stehen“, kritisierte er. Andererseits könne das Projekt immerhin für Bewegung sorgen.

Wagenknecht will Anfang September ihre Sammlungsbewegung „Aufstehen“ offiziell vorstellen. Die Politikerin will damit nach eigenen Angaben keine neue Partei gründen, sondern die Voraussetzung für neue linke Mehrheiten in der Politik schaffen.

Mordermittlungen nach Attentat in London

Nach dem Autoattentat in London ist gegen den mutmaßlichen Täter ein offizielles Ermittlungsverfahren wegen versuchten Mordes eingeleitet worden. Der aus dem Sudan stammende Brite Salih Khater werde zu Wochenbeginn einem Gericht in London vorgeführt, teilte die Polizei gestern mit.

Khater war am Dienstag mit einem Kleinwagen in eine Absperrung vor dem Parlamentsgebäude in der britischen Hauptstadt gerast und hatte dabei drei Menschen verletzt. Nach der Tat wurde er festgenommen. Im Zuge der Ermittlungen der Anti-Terror-Polizei gab es mehrere Durchsuchungen in Khaters Wohnort Birmingham sowie in Nottingham.

Sicherheitslage angespannt

Westminster war bereits im vergangenen Jahr Schauplatz eines Terroranschlags gewesen. Ein mutmaßlich islamistischer Attentäter fuhr im März 2017 auf der Westminsterbrücke mit einem Auto Fußgänger an, bevor er vor dem Parlament einen Polizisten mit einem Messer erstach. Der 52-Jährige, der zum Islam konvertiert war, tötete dabei fünf Menschen und verletzte rund 50 weitere, bevor er von der Polizei erschossen wurde. Als Konsequenz ist das Parlamentsgebäude mittlerweile mit Beton- und Stahlbarrieren gesichert.

Die Sicherheitslage in Großbritannien ist angespannt. Im vergangenen Jahr wurde das Land fünf Mal Ziel von Anschlägen - vier Mal in London und ein Mal in Manchester. Dabei wurden insgesamt 36 Menschen getötet. In vier Fällen reklamierte die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) die Taten für sich. Wegen der Terrorgefahr herrschen im gesamten Land strenge Sicherheitsvorkehrungen.

Ex-UNO-Generalsekretär Kofi Annan ist tot

Der frühere UNO-Generalsekretär und Nobelpreisträger Kofi Annan ist tot. Er starb nach kurzer Krankheit in der Schweiz, wie seine Familie und seine Stiftung gestern mitteilten. Annan war als UNO-Chef beliebt und galt als moralisches Gewissen der Welt. 2001 bekam er gemeinsam mit den Vereinten Nationen für seinen „Einsatz für eine besser organisierte und friedlichere Welt“ den Friedensnobelpreis. Annan war zeit seines Lebens für den Frieden aktiv und bis zuletzt politisch involviert.

Mehr dazu in Friedensnobelpreis für Friedenseinsatz

EU

Tschechien: Babis fordert Nein der EU zu Flüchtlingen

Der tschechische Regierungschef Andrej Babis hat eine restriktivere EU-Flüchtlingspolitik gefordert. „Wir müssen in erster Linie ein klares Signal aussenden, dass Europa zu ist und niemand mehr hierherkommen kann“, verlangte der Gründer der rechtspopulistischen Bewegung ANO im Interview der Prager Tageszeitung „Pravo“ (Samstag-Ausgabe).

Die Botschaft Europas an Flüchtlinge müsse aber auch lauten: „Bleibt zu Hause, dann helfen wir euch dort!“ Eine klare Sprache sei wichtig, betonte Babis: „Wenn ich gesagt habe, dass wir keinen einzigen illegalen Migranten aufnehmen, dann gilt das auch.“

Absage an Quotenregelung

Neuerlich erteilte Babis der Verteilung von Flüchtlingen auf die EU-Staaten nach Quoten eine klare Absage: „Ich sage meinen europäischen Gesprächspartnern stets meine Meinung, dass niemand uns jemanden aufzwingen kann, sondern nur die Tschechen entscheiden, wer bei uns leben darf.“

Der aus der Slowakei stammende Unternehmer Babis ist in Tschechien zum Multimilliardär geworden. Gegen ihn laufen aber auch Ermittlungsverfahren der tschechischen Justiz und der EU-Betrugsbehörde, weil er für seine Firmen illegal EU-Förderungen in Anspruch genommen haben soll.

Inland

Zahl der Pflegegeldbezieher erneut gestiegen

Die Zahl der Menschen, die Pflegegeld beziehen, ist im Halbjahresvergleich wieder etwas angestiegen. Insgesamt 451.372 Personen hatten laut den aktuellsten Daten aus dem Sozialministerium mit Stand Juni 2018 Anspruch auf Pflegegeld - um 2.173 bzw. 0,48 Prozent mehr als im Juni des Vorjahres.

Gegenüber dem Vormonat Mai verzeichnete man im Juni einen dezenten Anstieg der Pflegegeld-Berechtigten - um 1.145 Personen (+0,25 Prozent). Zu Jahresbeginn lag die Zahl deutlich höher bei 458.636 Anspruchsberechtigten.

Die Aufteilung der Pflegebedürftigen je Stufe blieb nahezu unverändert. So entfielen im Juni erneut rund 27 Prozent auf Stufe eins, 23 Prozent auf Stufe zwei, 18 Prozent auf Stufe drei, 15 Prozent auf Stufe vier, elf Prozent auf Stufe fünf, vier Prozent auf Stufe sechs und zwei Prozent auf die Stufe sieben, also jene mit dem höchsten Pflegebedarf (Rest auf 100 Prozent Rundungsdifferenz, Anm.). Die Einstufung in die einzelnen Pflegestufen orientiert sich nach dem Pflegebedarf nach Stunden.

NEOS: Keine Koalition in Wien mit „rassistischer FPÖ“

Der neue Wiener NEOS-Klubchef Christoph Wiederkehr schließt nicht aus, nach der Gemeinderatswahl 2020 gemeinsam mit FPÖ und ÖVP einen unabhängigen Kandidaten zum Wiener Bürgermeister zu wählen. Das wäre ihm lieber als ein SPÖ-Bürgermeister, sagte Wiederkehr in einem Interview gegenüber der „Presse“ (Sonntag-Ausgabe).

In einem Blogeintrag von gestern fügte Wiederkehr aber hinzu, dass er „eine Koalition mit dieser rassistischen FPÖ“ ausschließe. „Als Sohn eines Flüchtling“ werde er der „FPÖ in dieser Stadt sicher nicht zum Bürgermeister verhelfen“.

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Bericht: Österreich von Geheimdiensten ausgeschlossen

Die renommierte „Washington Post“ hat sich am Wochenende in einem ausführlichen Beitrag mit der österreichischen Regierung bechäftigt. Aufhänger war die Affäre um das Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT) und die Razzia, die dort im Februar stattgefunden hat.

Laut „Washington Post“ werde Österreich seit der Razzia von anderen Geheimdiensten ausgeschlossen. Zitiert wurde ein führender europäischer Geheimdienstler, der allerdings anonym bleiben wollte. Dieser meinte, man teile keine sensiblen Informationen mehr mit Österreich, weil man Angst habe, sie könnten in falsche Hände geraten.

SPÖ: „Vernichtende Analyse“ über Kickls Vorgehen

Der SPÖ-Fraktionsführer im BVT-Untersuchungsausschuss, Jan Krainer, sah darin eine „vernichtende Analyse“ über das Vorgehen von Innenminister Herbert Kickl (FPÖ), der in dem Bericht auch namentlich erwähnt wurde. „Kickl hat mit der BVT-Razzia nicht nur das internationale Ansehen Österreichs beschädigt, sondern gefährdet auch die Sicherheit aller Österreicher und Österreicherinnen“, so Krainer gestern in einer Aussendung.

FPÖ empört

Auch für Peter Pilz machte der Bericht deutlich, dass ebenso in den USA geprüft werde, ob mit einem BVT unter freiheitlicher Führung eine Zusammenarbeit möglich sei. Er befürchtete, dass Österreich in der nachrichtendienstlichen Abwehr von Extremismus und Terrorismus zunehmend isoliert werde. Verantwortlich dafür sei „die rücksichtslose Parteipolitik des Innenministers“, meinte Pilz in einer Aussendung. Er wolle diesem Bereich im U-Ausschuss besonderes Augenmerk schenken.

Die FPÖ reagierte empört. Der FPÖ-Fraktionsführer im U-Ausschuss, Hans-Jörg Jenewein, warf Krainer und Pilz „dummdreiste Nestbeschmutzung“ vor. In einer Aussendung sprach Jenewein von einer „Schande für den österreichischen Parlamentarismus“, die „bestellten Proteste“ würden ihn an das Jahr 2000 erinnern.

Sport

Fußball: Juve dreht Spiel bei Ronaldo-Debüt

Juventus Turin hat gestern den Saisonauftakt in der italienischen Meisterschaft beinahe verpatzt. Der Titelverteidiger lag beim Pflichtspieldebüt von Superstar Cristiano Ronaldo auswärts gegen Chievo Verona bis zur 75. Minute in Rückstand.

Erst ein Eigentor sowie der Treffer von Federico Bernardeschi in der Nachspielzeit sicherten der „Alten Dame“ den Sieg. Ronaldo blieb bei seinem ersten Serie-A-Spiel für den Serienmeister ohne Torerfolg und ohne Assist, erhielt aber trotzdem Lob von Coach Massimiliano Allegri.

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DFB-Pokal: Hütter blamiert sich mit Frankfurt

Adi Hütter hat auch in seinem zweiten Pflichtspiel als Trainer von Eintracht Frankfurt nichts zu lachen gehabt. Eine Woche nach dem 0:5 im Supercup gegen den FC Bayern blamierte sich Frankfurt in der ersten Runde des DFB-Pokals als Titelverteidiger gegen den krassen Außenseiter SSV Ulm 1846 und schied nach einer 1:2-Niederlage aus. Auf viel mehr Arbeit als erwartet blicken allerdings auch die Bayern zurück. Der Pokalfinalist der vergangenen Saison musste gegen SV Drochtersen/Assel bis zur 82. Minute auf den erlösenden Treffer von Robert Lewandowski warten.

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Fußball: Arnautovic-Tor reicht West Ham nicht

Marko Arnautovic hat gestern seinen ersten Treffer in der neuen Premier-League-Saison erzielt, die zweite Niederlage im zweiten Spiel von West Ham konnte der ÖFB-Teamspieler damit aber nicht verhindern. Die „Hammers“ unterlagen im Heimspiel Bournemouth mit 1:2 und zieren nach der 0:4-Auftaktpleite gegen Liverpool das Tabellenende.

Ebenfalls noch punktelos ist Arsenal. Die „Gunners“ verloren ein abwechslungsreiches Derby gegen Chelsea. Siege gab es indes für Leicester City und Tottenham.

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Wirtschaft

Bericht: VW-Chef Diess wusste frühzeitig von Dieselskandal

Volkswagen-Chef Herbert Diess ist nach einem Bericht des „Spiegel“ bereits vor Bekanntwerden des Abgasskandals über Manipulationen bei Dieselmotoren informiert worden. Bereits am 27. Juli 2015 sei die illegale Software zur Abgassteuerung Thema einer internen Sitzung gewesen, berichtete das Nachrichtenmagazin unter Berufung auf unveröffentlichte Dokumenten der Staatsanwaltschaft Braunschweig gestern.

US-Behörden hatten die Vorwürfe gegen den deutschen Autohersteller erst am 18. September 2015 veröffentlicht. Damit stelle sich die Frage, ob der Konzern seine Investoren in einem angemessenen Zeitrahmen über den Skandal informiert habe, der das Unternehmen bisher über 20 Milliarden Euro gekostet hat.

Abschätzung der Folgen „erst später möglich“

Ein VW-Sprecher bestätigte die interne Sitzung von VW-Managern und erklärte: „Darüber hinaus lässt sich der konkrete Inhalt der Besprechung - bei der (der damalige VW-Chef) Martin Winterkorn und Herbert Diess anwesend waren - nicht mehr vollständig rekonstruieren, da die Erinnerung der anwesenden Personen teilweise voneinander abweichen.“ Der Sprecher wies darauf hin, seine Äußerungen stellten die Sicht der Volkswagen AG dar. Diess und Winterkorn äußerten sich wegen der laufenden Ermittlungsverfahren nicht.

Der Sprecher erklärte weiter, erst mit der öffentlichen Stellungnahme der US-Behörden sei es möglich gewesen, die Folgen abzuschätzen. „Als hierzu eine belastbare Zahlenbasis ermittelt worden war, hat Volkswagen am 22. September 2015 unverzüglich eine Ad-hoc-Mitteilung veröffentlicht“, heißt es weiter. Damit habe das Unternehmen seine Informationspflichten erfüllt.

Chronik

Erneut schweres Erdbeben auf indonesischer Insel Lombok

Die indonesische Insel Lombok ist erneut von einem schweren Erdbeben erschüttert worden. Das Zentrum des Bebens der Stärke 6,3 lag nach Berechnungen der US-Erdbebenwarte USGS in einer Tiefe von knapp acht Kilometern im Nordosten der Insel. Die indonesische Erdbebenwarte BMKG gab die Stärke heute mit 6,5 an.

Über mögliche Schäden oder Opfer lagen zunächst keine Angaben vor. Eine Tsunami-Warnung wurde nicht herausgegeben. Die Erdstöße waren auch auf den benachbarten Inseln Sumbawa und Bali zu spüren. Lombok ist in den vergangenen Wochen bereits von mehreren schweren Beben erschüttert worden. Beim jüngsten Beben am 5. August starben rund 460 Menschen.

Schweres Beben vor Fidschi-Inseln

Wenige Stunden vor dem Beben auf Lombok war es auch im Südpazifik zu einem schweren Erdbeben gekommen. Der Erdstoß ereignete sich zwischen den Fischi-Inseln und der Insel Tonga, wie die US-Erdbebenwarte USGS mitteilte. Die Behörde gab die Stärke des Bebens mit 8,2 an. Sein Zentrum lag etwa 270 Kilometer östlich von Levuka in einer Tiefe von 560 Kilometern.

Laut der US-Erdbebenwarte ereignete sich das Beben in einer derart großen Tiefe, dass keine Schäden zu befürchten seien. „Es ist zwar zu spüren, aber es ist so tief, dass ich keine Schäden erwarten würde“, sagte die Geophysikerin Jana Pursley der Nachrichtenagentur Reuters.

Über 100 tote Schildkröten an Mexikos Pazifikküste

Die mexikanischen Umweltbehörden haben besorgt auf den Tod von mindestens 113 Schildkröten vor der Küste des Bundesstaats Chiapas reagiert. Nach einer Mitteilung von gestern waren die Tiere in einem Zeitraum von knapp einem Monat an der Pazifikküste angeschwemmt worden.

Nun sollen die Kadaver untersucht werden, um die Todesursachen festzustellen - von Ersticken bis zu Auswirkungen von schädlichen Algen sei alles möglich, hieß es.

Religion

Zwei Millionen Pilger bei Hadsch nach Mekka erwartet

Die den Muslimen heilige Stadt Mekka in Saudi-Arabien ist ab heute Ziel der muslimischen Wallfahrt Hadsch. Dazu wurden strenge Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Die Behörden erwarten wie im Vorjahr etwa zwei Millionen Gläubige auf der Pilgerreise, die am Donnerstag für die meisten Muslime endet.

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Höhepunkt des spirituellen Lebens

Der Hadsch ist das größte jährliche internationale Treffen von Musliminnen und Muslimen und für viele der Höhepunkt ihres spirituellen Lebens.

Als eine der fünf Säulen des Islam ist die Pilgerreise nach Mekka für physisch gesunde und finanzkräftige Musliminnen und Muslime Pflicht und sollte zumindest einmal im Leben erfüllt werden.

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Gesundheit

Kultur

Salzburger Festspiele: „Salome“-Sängerin erkrankt

Die bei ihrer „Salome“-Premiere bei den Salzburger Festspielen so gefeierte litauische Sopranistin Asmik Grigorian hat die Opernaufführung am Freitag krankheitsbedingt absagen müssen. Für sie sprang kurzfristig die Schwedin Malin Byström ein. Ob Grigorian länger ausfallen wird, ist noch unbekannt, hieß es von den Salzburger Festspielen gestern auf APA-Anfrage.

Die itauische Sopranistin Asmik Grigorian bei der Probe zu "Salome"

ORF/Roman Zach-Kiesling

Insgesamt ist das nun schon die dritte gesundheitsbedingte Absage eines Hauptdarstellers bei den Festspielen. Zuerst erwischte es Schauspieler Tobias Moretti, welcher die Hauptrolle des „Jedermann“ wegen einer Lungenentzündung für fünf Vorstellungen nicht spielen konnte. Er wurde von Philipp Hochmair, der Kritiker und Publikum begeisterte, ersetzt.

Dann wurde bekannt, dass die russische Koloratursopranistin Albina Shagimuratova bei Mozarts „Zauberflöte“ als Königin der Nacht indisponiert war. Für sie erwies sich die Belgiern Emma Posman als erstklassiger Ersatz.

Leute

Lance Armstrong besuchte Ex-Rivalen Jan Ullrich

Ex-Radprofi Jan Ullrich hat Unterstützung von seinem früheren Rivalen Lance Armstrong bekommen. Der US-Amerikaner postete gestern ein Foto auf Instagram, das ihn zusammen mit Ullrich zeigt. „So großartig, den Tag mit diesem Mann zu verbringen“, schrieb Armstrong. Sein Freund mache gerade eine schwere Zeit durch. „Ich konnte mir die Gelegenheit nicht entgehen lassen, nach Deutschland zu kommen und ein paar Tage mit ihm zu verbringen. Bitte behaltet Jan in all euren Gedanken und Gebeten. Er braucht jetzt eure Hilfe.“ Wo das Foto entstand, schrieb der Texaner nicht.

Ullrich war am 10. August wegen eines mutmaßlichen Angriffs auf eine Escort-Frau in Frankfurt festgenommen worden. Gegen ihn wird wegen des Verdachts des versuchten Totschlags und der gefährlichen Körperverletzung ermittelt. Bei seiner Festnahme stand Ullrich laut Polizei mutmaßlich unter Alkohol- und Drogeneinfluss.

Armstrong verlor wegen Dopings alle sieben Toursiege und wurde lebenslang gesperrt. Ullrich wurde aufgrund seiner Verbindungen zum spanischen Dopingarzt Eufemiano Fuentes zeitweise gesperrt. Bei der Tour de France lieferten sich Ullrich und Armstrong jahrelang packende Duelle.

Lifestyle

Barfußgehen: Vom Armutszeugnis zum Lebensstil

Die Stadt unter den Füßen spüren
Wien, Graz, Linz – diesen Sommer sieht man immer mehr Menschen barfuß durch die Städte spazieren. Was bei den Hippies der 68er-Bewegung bereits populär war, nimmt mit dem Trend zur „Achtsamkeit“ im Alltag neuen Aufschwung. Sogar Hollywood-Stars wie Kristen Stewart feiern das Barfußgehen als feministisches Statement: Im Abendkleid, mit perfekt pedikürten Zehen machen sie Schluss mit dem Schmuddel-Image des schuhlosen Gehens. Doch das Barfußgehen will gelernt sein.

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