Inland

Die Zahl der Schulabmeldungen hat sich heuer pandemiebedingt auf rund 7.500 verdreifacht. Im Bildungsministerium hat man darauf mit strengeren Regeln für die Anmeldung zum häuslichen Unterricht reagiert. Heute wurde der dazugehörige Erlass veröffentlicht. Neben einem freiwilligen Reflexionsgespräch am Ende des ersten Semesters sieht er u. a. vor, dass die Bildungsdirektionen die Prüfungskommission festlegen, bei der am Jahresende die Externistenprüfung abzulegen ist.

Das Reflexionsgespräch ist vorerst freiwillig, für eine Verpflichtung wären gesetzliche Änderungen notwendig. Die zuständige Sektionschefin im Bildungsministerium, Doris Wagner, spricht deshalb von einer „Serviceleistung“, damit die Eltern den Lernfortschritt ihrer Kinder sehen und einschätzen können, wie weit diese im Vergleich zu einer normalen Klasse gekommen sind.

Gespräch kann abgelehnt werden

Stattfinden soll das Reflexionsgespräch an jener Schule, an der das Kind grundsätzlich seine Schulpflicht zu erfüllen hätte, und zwar nicht in einer Prüfungssituation, sondern wie beim an Pflichtschulen etablierten Kind-Eltern-Lehrer-Gespräch. Ein Leitfaden für das Gespräch wird gerade im Ministerium ausgearbeitet.

Eltern können das für Februar vorgesehene Reflexionsgespräch auch ablehnen. Zeigen sie allerdings trotz mehrfacher Kontaktaufnahme keine Reaktion, wird die Kinder- und Jugendhilfe eingeschaltet. Kommen Eltern im Zuge des Gesprächs zum Schluss, dass der häusliche Unterricht doch nicht so gut funktioniert, können die Kinder jederzeit zurück in die Schule, wie Wagner betont.

Ministerium will „Prüfungstourismus“ entgegentreten

Der Erlass schreibt außerdem vor, dass die Bildungsdirektionen die zum häuslichen Unterricht abgemeldeten Schüler per Verordnung zu einer Prüfungsschule zuweisen kann, an der die Schüler und Schülerinnen ihre Externistenprüfung ablegen müssen. So soll „Prüfungstourismus“ verhindert werden.

Den Bildungsdirektionen wird zudem ein Instrumentarium zur Hand gegeben, um zu unterscheiden, ob erlaubter häuslicher Unterricht in einer Gruppe etwa von Geschwistern, die von einem Elternteil daheim unterrichtet werden, vorliegt, oder eine nicht genehmigte Privatschule.

Noch nicht in dem Erlass zu finden ist etwa das angekündigte verpflichtende Beratungsgespräch, bevor die Anmeldung zum häuslichen Unterricht genehmigt wird.

Nach dem inoffiziellen GTI-Treffen klagen Anrainer in Villach, am Faaker See, in Velden und im Keutschacher Seental über die Lärmbelästigung und Verkehrsbelastung. Der „GTI-Terror“ sei nicht willkommen, hieß es zuletzt. Die Landesregierung forderte in einer Resolution an den Bund Möglichkeiten für härtere Strafen.

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Die Landespolizeidirektion Kärnten hat einen Polizisten nach einer diffamierenden Aussage entlassen. Der 49-Jährige schrieb am Grenzübergang Lavamünd ein Schild mit der Aufschrift „Für Jugos gesperrt, da Österreicher sich auch nicht frei bewegen dürfen!“

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Ausland

Die ins Stocken geratenen Verhandlungen über das internationale Atomabkommen mit dem Iran sollen nach Angaben aus Teheran „sehr bald“ wieder aufgenommen werden. „Wir sichten derzeit die Wiener Verhandlungsunterlagen“, sagte der iranische Außenminister Hossein Amir-Abdollahian heute am Rande der UNO-Generaldebatte vor Journalisten in New York. „Sehr bald“ könnten die Gespräche über das Atomprogramm wieder aufgenommen werden.

Der Minister kritisierte „widersprüchliche Aussagen“ der USA bezüglich ihrer Rückkehr zum Atomabkommen. Teheran sei für eine „konstruktive Verhandlung, die zu greifbaren und überprüfbaren Ergebnissen führt“

Trump kündigte Abkommen einseitig auf

ÖVP-Außenminister Alexander Schallenberg hatte am Mittwoch nach einem Treffen mit Amir-Abdollahian bestätigt, dass es demnächst in Wien Gespräche mit dem Iran zur Wiederbelebung des Atomabkommens von 2015 geben soll.

Das internationale Atomabkommen von 2015 soll den Iran am Bau von Atomwaffen hindern. Unter anderem verpflichtete sich das Land, seine Kapazitäten für die Urananreicherung einzuschränken und regelmäßige Inspektionen seiner Nuklearanlagen zuzulassen. Im Gegenzug wurden internationale Sanktionen gegen den Iran aufgehoben. 2018 stiegen dann aber die USA unter dem damaligen Präsidenten Donald Trump einseitig aus dem Abkommen aus und verhängten erneut Sanktionen. Danach zog sich Teheran ebenfalls schrittweise aus der Vereinbarung zurück.

Eine italienische Richterin auf Sardinien hat einer Meldung der Nachrichtenagentur ANSA heute zufolge den früheren katalanischen Regionalregierungschef Carles Puigdemont auf freien Fuß gesetzt. Zwar habe die Richterin Plinia Azzena betont, dass die Verhaftung am Vortag bei der Einreise Puigdemonts nach Italien aufgrund eines von Spanien ausgestellten europäischen Haftbefehls rechtens gewesen sei.

Aber da die Staatsanwaltschaft der Auffassung sei, dass es nicht nötig sei, Puigdemont aus Sicherheitsgründen im Gefängnis zu belassen oder Hausarrest zu verhängen, sei seine Freilassung angeordnet worden. Nun müsse noch geklärt werden, ob Puigdemont an Spanien überstellt werden solle. Solange dürfe er Sardinien nicht verlassen.

Kurz vor der deutschen Bundestagswahl hat die grüne Spitzenkandidatin Annalena Baerbock trotz eher bescheidener Umfragewerte den Anspruch ihrer Partei bekräftigt, die künftige Regierung anzuführen.

Bei einer Kundgebung zum Abschluss des Wahlkampfs sagte sie in Düsseldorf (Nordrhein-Westfalen), in Deutschland setzten längst viele Unternehmen auf ein klimaneutrales Wirtschaften. Nun brauche es eine „grün-geführte Bundesregierung, die dafür den Rahmen setzt“.

Bei der Bundestagswahl gehe es um die Frage, ob es weiter ein „Wegducken“ mit einer Großen Koalition oder einen „neuen Aufbruch“ gebe. Den bisherigen Regierungsparteien hielt sie vor, sich zwar zum Klimaschutz zu bekennen, dem aber keine Taten folgen zu lassen. „Klimakanzler auf Plakate zu schreiben, reicht nicht aus“, betonte die Kanzlerkandidatin der Grünen. „Wir können uns keine halben Sachen mehr leisten.“

Der US-Geheimdienst CIA hat offenbar den Leiter seines Büros in Wien abberufen, nachdem Kritik an dessen Management laut geworden war. Das berichtete die „Washington Post“ gestern (Ortszeit) unter Berufung auf informierte Kreise. Der CIA-Mitarbeiter soll sich der Zeitung zufolge unangemessen über Vorfälle geäußert haben, die mit der als „Havanna-Syndrom“ bekanntgewordenen mysteriösen Erkrankung von US-Diplomaten und -Diplomatinnen in Verbindung stehen.

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Spanien will die von einem Vulkanausbruch betroffene Kanareninsel La Palma zum Katastrophengebiet erklären und einen umfangreichen Wiederaufbauplan ausarbeiten, wie Regierungschef Pedro Sanchez heute auf La Palma ankündigte.

Das Kabinett in Madrid werde die entsprechenden Beschlüsse am Dienstag fassen, hieß es. Diese sollen erweiterte Hilfsmöglichkeiten sowie einen Wiederaufbauplan beinhalten. „Die Lage auf der Insel erfordert außergewöhnliche Maßnahmen“, betonte Sanchez.

Bewohner von La Palma blicken auf den Vulkan
AP/Emilio Morenatti

Der Vulkan im Bereich der Cumbre Vieja im Süden der Insel war am Sonntag erstmals seit 50 Jahren wieder ausgebrochen und spuckte noch Tage später Asche, Rauch und Lava, bis in eine Höhe von knapp 5.000 Metern.

Lavastrom hinterließ praktisch Wüste

Die Lava zerstörte auf ihrem Weg Richtung Meer bereits fast 400 Gebäude sowie große landwirtschaftliche Flächen und Infrastruktur. Die bisher etwa 180 Hektar von Lava begrabenen Flächen werden auf Jahrzehnte weder wieder bebaut noch landwirtschaftlich genutzt werden können, betonten Experten.

Von Lava umschlossenes Haus
AP/Emilio Morenatti

Ein kleines Haus inmitten der Lavawüste blieb auf unerklärliche Weise verschont. Wie auf Bildern und Videos zu sehen ist, floss der Lavastrom um das kleine Gebäude in der Ortschaft „El Paraiso“ (deutsch: „Das Paradies“) herum.

Etwa 6.000 Menschen mussten evakuiert werden. Viele von ihnen haben alles verloren, ihnen soll mit einem Sofortprogramm für die Sicherung des Lebensunterhalts geholfen werden. Außerdem kündigte die Regionalregierung den Ankauf und Neubau von Wohnungen an. Verletzte gab es weiter nicht.

Island wählt morgen ein neues Parlament. Dabei hofft Regierungschefin Katrin Jakobsdottir von den Grünen auf die nötigen Stimmen für eine neue Amtszeit.

Sie steht derzeit an der Spitze einer Koalition ihrer Bewegung mit der konservativen Unabhängigkeitspartei und der Fortschrittspartei, die Mitte-rechts-Positionen vertritt. Jüngsten Umfragen zufolge wird es für eine Neuauflage der Koalition jedoch nicht reichen.

Die isländische Parteienlandschaft ist stark zersplittert. Laut Umfragen könnten neun Parteien in das isländische Parlament Althing einziehen – ein Rekord. Allerdings dürfte das Koalitionsverhandlungen erschweren. Thema im Wahlkampf waren unter anderem der Klimawandel und die Auswirkungen der Coronavirus-Krise auf das Gesundheitssystem und die isländische Wirtschaft, die stark vom Tourismus abhängig ist.

COV Inland

Die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) hat heute eine neue Clusteranalyse veröffentlicht. Der Anteil der Coronavirus-Fäll mit Reisehintergrund ist deutlich zurückgegangen – von 40,1 Prozent in Kalenderwoche 33 auf 6,4 Prozent in der vorigen Kalenderwoche.

Der Prozentsatz im Bereich Bildung stieg im gleichen Zeitraum trotz Schulbeginns nur von 1,1 auf 6,3 Prozent. Die meisten geklärten Fälle gehen mittlerweile wieder auf Ansteckungen im Haushalt zurück (63,7 Prozent). Die effektive Reproduktionszahl sank laut AGES unterdessen erstmals seit Anfang Juli für Gesamtösterreich unter 1,0 und lag bei 0,96.

Experte: Weitere 800.000 Impfungen nötig

In den vergangenen Tagen kam es zu einer Stagnation bzw. einem leichten Rückgang der 7-Tage-Inzidenz. Simulationsforscher Niki Popper sprach diesbezüglich von „einer vorübergehenden Delle“.

Das relativ warme Wetter, das funktionierende Testen an Schulen und die weniger gewordenen Reiserückkehrer und -rückkehrerinnen seien ausschlaggebend dafür.

800.000 Impfungen müssten noch geschafft werden, dann wäre jetzt schlagend werdenden Effekten wie schlechterem Wetter und mehr Aufenthalt in Innenräumen „allein durchs Impfen“ ohne zusätzliche starke Maßnahmen genügend entgegenzusetzen. „Dann sind wir wirklich aus dem Schneider“, so Popper.

„Kippelige Situation“

13.401 Impfungen wurden gestern durchgeführt. Insgesamt haben laut den Daten des E-Impfpasses 5.685.519 Menschen in Österreich zumindest eine Teilimpfung erhalten, das sind 63,6 Prozent der Einwohner. 5.371.741 Menschen und somit 60,1 Prozent der Bevölkerung sind grundimmunisiert.

Dass die 7-Tage-Inzidenz seit neun Tagen zurückgeht, habe nichts mit den Entwicklungen in anderen Coronavirus-Wellen zu tun, als mit massiven Gegenmaßnahmen gegengesteuert werden musste. „Wir haben jetzt eine sehr kippelige Situation“, analysierte der Forscher im Ö1-Mittagsjournal.

Viele Menschen, wenn auch noch nicht ausreichend viele, seien geimpft und somit „aus den Ausbreitungsnetzwerken draußen“. Gleichzeitig gebe es aber immer noch genug Ressourcen in Bevölkerungsgruppen, die sich infizieren können.

Ansteckungen gehen weiter

Die Ansteckungen würden also weitergehen, aber ohne exponentielles Wachstum wie davor. „Die Frage ist, wie hoch kommen wir da und können wir diesen Anstieg, den wir durchlaufen müssen, niedrig halten“, sagte Popper. Er sprach von einem „logistischen Wachstum“, dabei gehe die Ansteckungskurve zunächst noch exponentiell nach oben, dann werde sie gerade und schmiege sich an die Herdenimmunität an, deren Ausmaß noch nicht bekannt sei.

Die Folge sei eine schrittweise Eindämmung, die Krankheit brauche „immer mehr Kraft“, um neue zu Infizierende zu finden. Österreich stehe „ganz am Anfang dieser Phase“.

Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den abgelaufenen sieben Tagen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, liegt laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bei 133 (Stand: heute, 14.00 Uhr).

Am höchsten ist die Zahl in Oberösterreich (179) und Wien (174,7). Am niedrigsten ist der Wert im Burgenland (72,6) und in Tirol (86,3).

Das Berichtsschema der AGES zeigt die Zahlen vom Vortag – wie die Meldung der Ministerien. Wesentlicher Unterschied zu den Ministeriumsmeldungen: Laborbestätigte Fälle, Tote etc. werden nicht zum Meldezeitpunkt dargestellt, sondern zum Diagnose- bzw. Sterbedatum. In der Darstellung in ORF.at wird auch täglich transparent gemacht, welchen Tagen die neu gemeldeten Fälle zugeordnet werden.

Ministerien melden 1.754 Neuinfektionen

Das Gesundheits- und das Innenministerium meldeten 1.754 neu registrierte Coronavirus-Fälle innerhalb der letzten 24 Stunden (Stand: heute, 9.30 Uhr). Diese Zahlen nannten die Bundesländer dem nationalen Krisenstab.

Landesweit verstarben bisher laut Ministerium 10.953 Menschen an den Folgen des Coronavirus. Derzeit befinden sich 860 Personen aufgrund des Coronavirus in Spitalsbehandlung, davon 220 auf Intensivstationen.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Erklärung zur Zählweise und weiteren Fragen in ORF.at/corona

Die endgültigen PCR-Resultate der Schultests in dieser Woche liegen vor – mittlerweile ist auch die zweite Runde in Wien ausgewertet. In Wien stieg die Zahl nach dem zweiten Durchgang von 552 auf 825 positive PCR-Tests. 184 Klassen sind in Quarantäne.

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In den vergangenen Tagen sind vor Wiener Schulen Flugzettel verteilt worden, die auf angebliche Gefahren der Coronavirus-Impfung hinweisen und Maßnahmen scharf kritisieren. Die Flyer enthalten viele falsche und irreführende Behauptungen – ein Faktencheck überprüft die wichtigsten von ihnen.

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COV Ausland

Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro hat die ihm auferlegte Quarantäne nach dem positiven Coronavirus-Test seines Gesundheitsministers während einer Dienstreise in New York infrage gestellt. Er habe deswegen bei der brasilianischen Gesundheitsüberwachungsbehörde ANVISA nachgefragt, sagte Bolsonaro in einer Übertragung in sozialen Netzwerken heute (Ortszeit).

Bolsonaro befindet sich nach der Rückkehr aus den USA laut brasilianischen Medienberichten derzeit für fünf Tage in Isolation im Regierungspalast in der Hauptstadt Brasilia. Danach wolle er einen neuen Test machen. Die ANVISA, die etwa Coronavirus-Impfstoffe in Brasilien zulässt, hatte Bolsonaro und Mitgliedern der brasilianischen Delegation, die Kontakt mit Gesundheitsminister Marcelo Queiroga hatte, 14 Tage Quarantäne empfohlen.

Gesundheitsminister positiv getestet

Queiroga gab am Dienstag bekannt, dass er positiv auf das Coronavirus getestet worden sei und in New York in Quarantäne bleibe. Er hatte mit Bolsonaro an der Generaldebatte der Vereinten Nationen teilgenommen und sich dabei auch im UNO-Hauptquartier am East River aufgehalten. Zuvor war bereits ein weiteres Mitglied der Delegation positiv getestet worden.

Zudem twitterte Queiroga in den Tagen in New York Fotos unter anderem mit Bolsonaro, dessen Frau Michele und Vertretern bzw. Vertreterinnen von Investmentfonds. Er hatte auch ein Treffen mit dem britischen Premierminister Boris Johnson, der wiederum US-Präsident Joe Biden traf. Die britische Nachrichtenagentur PA meldete, dass Johnson negativ getestet worden sei.

Norwegen beendet seine Einschränkungen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie. Die Restriktionen würden morgen aufgehoben, kündigte Ministerpräsidentin Erna Solberg heute an.

„Es ist 561 Tage her, dass wir die härtesten Maßnahmen in Norwegen in Friedenszeiten eingeführt haben. (…) Jetzt ist die Zeit gekommen, zu einem normalen Alltag zurückzukehren.“

Pandemie noch nicht vorbei

Mehrere Maßnahmen waren bereits gelockert worden, nun fällt auch das Abstandsgebot weg. Restaurants können damit wieder ihre volle Kapazität ausschöpfen, ebenso Nachtclubs, Sportarenen und andere Veranstaltungshäuser. „Kurz gesagt: Wir können jetzt wieder normal leben“, sagte Solberg.

Zugleich betonte sie, dass die Pandemie noch nicht vorbei sei. „Menschen werden immer noch erkranken, und darum ist es notwendig, dass sich alle impfen lassen.“ Wer sich infiziere, müsse nach wie vor in Isolation, um eine Ausbreitung des Virus zu verhindern.

76 Prozent haben mindestens eine Impfung

Norwegen folgt damit einer wachsenden Zahl an Ländern, die bereits ihre Einschränkungen aufgehoben haben, etwa Dänemark und Großbritannien. Auch Reisebeschränkungen sollen gelockert werden. Zudem will die Regierung nicht mehr vor Reisen außerhalb Europas warnen.

Für Menschen, die aus Ländern mit hohen Infektionsraten nach Norwegen einreisen, sollen allerdings einige Restriktionen in Kraft bleiben.

67 Prozent der Bevölkerung Norwegens sind nach Angaben des der Gesundheitsbehörden vollständig geimpft. Etwa 76 Prozent haben mindestens eine Impfdosis erhalten.

Russland hat so viele Coronavirus-Todesfälle verzeichnet wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Behördenangaben von heute zufolge starben 828 Menschen innerhalb eines Tages. Den vierten Tag in Folge seien damit jeweils mehr als 800 Menschen binnen 24 Stunden im Zusammenhang mit dem Virus gestorben.

Schon seit Monaten melden die Behörden jeden Tag Hunderte Sterbefälle. In dem flächenmäßig größten Land der Erde breitet sich die besonders ansteckende Delta-Variante des Virus aus.

In Russland sind laut offizieller Coronavirus-Statistik bisher mehr als 202.200 Menschen an Covid-19 gestorben. Es wird aber von einer hohen Dunkelziffer ausgegangen. Diesen Rückschluss lassen auch andere Statistiken der Behörden zu. Der Kreml hatte kürzlich einen landesweiten Lockdown ausgeschlossen – Beschränkungen auf regionaler Ebene dagegen nicht.

EU

Nach einem Tiefstand im Vorjahr ist die Anzahl der in den EU-Staaten gestellten Asylanträge nach oben geschnellt.

Im zweiten Quartal 2021 beantragten 103.895 Personen zum ersten Mal Schutz in den Mitgliedsstaaten, das sind um 115 Prozent mehr als im Vergleich zum Vorjahr und um neun Prozent mehr als im Vergleich zum ersten Quartal, wie das EU-Statistikamt Eurostat heute mitteilte. Der Wert lag jedoch immer noch unter dem Niveau vor der Coronavirus-Pandemie.

Gegenüber dem zweiten Quartal 2019 wurde ein Rückgang von 28 Prozent verzeichnet. Ein Minus gab es auch bei der Anzahl der Personen, die einen Folgeantrag stellten. Waren es im ersten Quartal 2021 noch 28.150 Folgeanträge, beantragten im darauffolgenden Quartal nur noch 13.805 einen.

Die höchste Zahl an Erstantragstellern im zweiten Quartal 2021 registrierte Deutschland (29.545), gefolgt von Frankreich (22.015) und Spanien (12.335). Auf diese drei Mitgliedsstaaten entfielen 61 Prozent aller erstmaligen Asylwerber und Asylwerberinnen in der EU.

Antragssteller aus Syrien und Afghanistan

Die höchste Zahl unbegleiteter Minderjähriger, die Asyl beantragten, verzeichneten Belgien, Österreich und Deutschland. Insgesamt stellten im zweiten Quartal 2021 4.240 unbegleitete Minderjährige in der EU einen Asylantrag – das waren um 19 Prozent mehr als im ersten Quartal 2021.

In Belgien waren es 620 Anträge, in Österreich 615 und in Deutschland 610. In Tschechien, Estland, Lettland und Malta suchte hingegen kein unbegleiteter Minderjähriger um Asyl an.

Was die Herkunftsländer angeht, stehen Syrien (20.640 Erstantragsteller), Afghanistan (13.860) und Pakistan (4.430) an der Spitze. Staatsangehörige dieser Länder machten im zweiten Quartal 2021 mehr als ein Drittel (37 Prozent) aller erstmaligen Asylwerber aus.

Wirtschaft

Indien kauft 56 Militärflugzeuge bei Airbus und sichert sich dafür eine Produktion im eigenen Land. Die ersten 16 Transportmaschinen vom Typ C295 für Indien würden noch im Airbus-Werk im spanischen Sevilla montiert, teilten Airbus und das indische Unternehmen Tata Advanced Systems heute in Neu-Delhi mit. Die restlichen 40 Flugzeuge gleichen Typs sollen dann in einer Industriepartnerschaft von Airbus mit Tata in Indien entstehen.

Bei Tata betrachtet man den Deal als Meilenstein. „Zum ersten Mal wird ein indisches Privatunternehmen ein Flugzeug vollständig in Indien fertigen“, sagte der Chef von Tata Advanced Systems, Sukaran Singh. Der Mitteilung zufolge sollen durch die Fertigung in Indien in den kommenden zehn Jahren direkt und indirekt etwa 25.000 Jobs entstehen.

Das Land bekommt die Maschinen in der Ausführung als Transportflugzeug. Danach sollen sie mit einem elektronischen Kampfsystem aufgerüstet werden. Zum Kaufpreis der Flugzeuge machten die Partner keine Angaben. Indische Medien berichteten von etwa 220 Milliarden Rupien (etwa 2,55 Mrd. Euro).

Nach der Ankündigung einer kräftigen Gaspreiserhöhung durch den Anbieter Montana setzt der niederösterreichische Energieversorger EVN hinsichtlich einer möglichen Anhebung auf Abwarten, ebenso die Vertriebskooperation EnergieAllianz, der auch die Energie Burgenland und die Wienenergie angehören.

In Oberösterreich verwies der Landesversorger Energie AG auf die noch bis Anfang 2022 geltende Preisgarantie. Derzeit „prüft man eine Verlängerung dieser Preisgarantie“. Bei der Linz AG beruft man sich ebenfalls auf eine Preisgarantie, und zwar bis Ende März 2022 – „daran halten wir fest“.

Auf die Kunden und Kundinnen des Landesversorgers Salzburg AG haben die steigenden Energiepreise auf dem europäischen Großhandelsmarkt vorerst keine weiteren Auswirkungen auf die Kunden – es habe mit 1. August eine Preisanpassung gegeben

Sport

Während Real Madrid in La Liga im Plan ist, herrscht bei Erzrivale Barcelona Dauerfrust. Gestern mussten sich die Katalanen auswärts gegen Cadiz mit einem torlosen Remis begnügen. Trainer Ronald Koeman erwartet sich nach dem nächsten Rückschlag weitere öffentliche Diskussionen, seine Zeit bei Barcelona könnte bereits am Wochenende enden. Auch für Yusuf Demir, der in der ersten Halbzeit im Einsatz war, ist die Schonzeit vorbei.

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Nach dem Torfestival gegen Bochum gastiert Bayern München beim nächsten Neuling in der deutschen Bundesliga. Greuther Fürth liegt vor dem Match mit dem Meister heute (20.30 Uhr) mit nur einem Punkt auf dem letzten Tabellenrang. Die Bayern halten nach fünf Runden bei vier Siegen und einem Remis. Für Marcel Sabitzer ergibt sich die Chance auf seinen ersten Einsatz von Beginn an im Trikot der Münchner.

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Chronik

Wien bekommt eine neue Straßenbahnlinie. Die Arbeiten für die Linie 27 nehmen immer mehr Gestalt ein. Der 27er fährt ab 2025 von Strebersdorf bis zur U2-Station Aspern. 100 Millionen Euro werden investiert.

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Unaufmerksamkeit ist die Hauptunfallursache im Verkehr. 35 Prozent aller Unfälle in den vergangenen fünf Jahren sind laut Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) auf Ablenkung zurückzuführen. Und eine Umfrage und die aktuelle KFV-Verkehrsbeobachtung legen nahe, dass das Problem noch zunimmt.

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Ein Mann ist in der Nacht auf heute während eines versuchten Diebstahls bei einem Gebrauchtwagenhändler im deutschen Erfurt ums Leben gekommen.

Der 29-Jährige hatte ein dort abgestelltes Auto mit einem Wagenheber aufgebockt, berichtete die Polizei. Während er dann damit beschäftigt gewesen sei, den Katalysator des Fahrzeugs auszubauen, sei der Wagenheber verrutscht, und er unter dem Pkw erdrückt worden. Ein Mitarbeiter des Autohandels entdeckte den Mann erst am Vormittag unter dem Wagen.

Science

Menschen könnten den amerikanischen Doppelkontinent Tausende Jahre früher erreicht haben als bisher angenommen. Zu dieser Erkenntnis kommt ein Forschungsteam, das in New Mexico zahlreiche menschliche Fußabdrücke gefunden hat.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler datierten die gut erhaltenen versteinerten Abdrücke auf ein Alter zwischen 23.000 und 21.000 Jahre. Die bisher gängigste Annahme, wonach der Mensch den Kontinent erst vor 16.000 Jahren besiedelt habe, müsste somit zumindest um ein paar tausend Jahre nach vorne korrigiert werden, berichtete gestern unter anderem die BBC.

Population ausgestorben?

Die Forscherinnen und Forscher veröffentlichten ihre Erkenntnisse in der aktuellen Ausgabe der wissenschaftlichen Zeitschrift „Science“. Laut ihnen könnten die Funde ein Hinweis darauf sein, dass es große Wanderbewegungen gegeben habe, von denen wir noch nicht wissen. Und es bestehe die Möglichkeit, dass die frühen Populationen in Amerika ausgestorben seien.

Hinterlassen wurden die Fußabdrücke im weichen Schlamm am Rande eines damals seichten Sees, und zwar – aufgrund der Größe der Fußabdrücke – wohl vor allem von Kindern und Jugendlichen. Das Gebiet ist heute Teil des Alkali Flat – eines ausgetrockneten Seebetts im White-Sands-Nationalpark.

Heiß diskutiertes Thema

Wann Menschen tatsächlich das erste Mal den amerikanischen Doppelkontinent besiedelten, ist ein wissenschaftlich heiß diskutiertes Thema. Zwar werden immer wieder Artefakte gefunden, deren Alter mit über 16.000 Jahren datiert wird und die menschliche Werkzeuge sein könnten. Ob es sich dabei tatsächlich um von Menschen gemachte Stücke handelt oder sie doch nur auf natürlichem Weg – etwa durch Erosion – entstanden sind, ist aber umstritten.

„Einer der Gründe, warum es so viele Diskussionen gibt, ist der Mangel an eindeutigen und sicheren Daten“, sagte Matthew Bennett, Professor an der Universität Bournemouth und Erstautor der Studie, gegenüber BBC News. Der jetzige Fund könnte aber genau das liefern, so Bennett.

Schwierigkeiten der Radiokarbondatierung

Das Alter von Funden wie den Fußabdrücken wird durch Radiokarbondatierung ermittelt. Dazu wird der Zerfall von Kohlenstoffatomen in organischem Material berechnet. Und solches organische Material findet sich auch in dem Ufersediment, in dem die Menschen ihre Abdrücke hinterließen. Das Problem in Gegenden im oder am Wasser ist allerdings, dass in einem solchen Umfeld „alter Kohlenstoff“ neu eingebunden werden könnte – was die Radiokarbondatierung verfälschen dürfte.

In diesem Fall dürfte das aber nicht der Fall gewesen sein, sagte gegenüber BBC auch der an der Uni Wien lehrende britische Experte für Radiokarbondatierung, Tom Higham. Die Forscherinnen und Forscher argumentierten zu Recht, „dass der See zu der Zeit, als die Menschen dort spazieren gingen, seicht gewesen sein muss“. Das würde die Auswirkungen von solchen „Stausee-Effekten“ abschwächen. „Ich glaube, dass es sich insgesamt um eine 21.000 bis 23.000 Jahre alte Sequenz handelt“, so Higham.

Kultur

Die auf Romanen von Isaac Asimov basierende TV-Serie „Foundation“ führt zu den Wurzeln der Ideen, die auch „Star Wars“ zum Welterfolg gemacht haben. Ästhetisch entschlackt und mit klugen Analogien zu realen politischen Prozessen verspricht „Foundation“ 80 Folgen voller Science-Fiction-Essenz. Heute startet die erste Staffel.

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Literaturnobelpreisträger Peter Handke sieht sich in seiner kritisierten Parteinahme für Serbien während der Jugoslawien-Kriege missverstanden.

„Einiges habe ich ungeschickt oder nicht ganz klar ausgedrückt. Das habe ich zu verantworten. Aber jeder Mensch, der ein bisschen weiß, wie ich bin, wird verstanden haben, wie ich es meine“, sagte er in einem Interview im „Süddeutsche Zeitung Magazin“. „Ich sehe an mir keine Schuld. Ich fühle mich oft schuldig im Leben, aber da nicht.“

Die Verleihung des Nobelpreises an Handke 2019 hatte zu heftigen Protesten geführt. Kritiker und Kritikerinnen werfen ihm wegen seines Eintretens für Serbien und serbische Nationalisten bis heute die Verharmlosung von Kriegsverbrechen und Völkermord vor.

Handke verteidigte auch seinen umstrittenen Besuch 2004 bei Slobodan Milosevic im Gefängnis in Den Haag, wo der serbische Politiker vom UNO-Kriegsverbrechertribunal wegen Völkermordes angeklagt war. „Ein Mensch, der im Gefängnis sitzt – da würde ich immer hingehen und ihn anhören. Sonst wäre ich kein Mensch“, sagte Handke.

„Postmoderne, die ich nicht verstehe“

Kritisch äußerte sich Handke über die Verleihung des Literaturnobelpreises an den US-amerikanischen Musiker Bob Dylan im Jahr 2016. „Nichts gegen diese ganz große Gestalt“, sagte er. „Als Sänger ist er so nah an der Ewigkeit wie keiner. Aber Literatur ist doch, für mich zumindest, etwas zum Lesen. Auch Dylans geschriebene Sachen geben einem nicht wirklich was zu lesen. Aber vielleicht ist das die Postmoderne, die ich nicht verstehe.“

Das Preisgeld für den Nobelpreis in der Höhe von umgerechnet 830.000 Euro „ist auf der Bank, denke ich“, sagte Handke. „Fragen Sie mich aber nicht, wie das angelegt ist. Irgendwas mit Spar oder so.“

Über den Verbleib seiner Nobelpreismedaille ist er sich nicht sicher: „Ich glaube, die habe ich meiner Tochter Leocadie gegeben.“ Sie werde sich einmal auch um seinen Nachlass kümmern: „Leocadie. Die wird das schaukeln.“

Leute

Das frühere Supermodel Linda Evangelista hat nach einer offenbar verpfuschten Schönheitsoperation den Hersteller des dabei eingesetzten Gerätes auf 50 Mio. Dollar (etwa 42,6 Mio. Euro) Schadenersatz geklagt.

Die 56-Jährige reichte bei einem Bundesgericht in New York eine Klage gegen das Unternehmen Zeltiq Aesthetics ein. Darin begründet die Kanadierin die geforderte Summe mit „dauerhafter Verletzung und Entstellung, Schmerz und Leid, schwerwiegender emotionaler Belastung und Seelenqual und wirtschaftlichen Verlusten“.

„Karriere und Körper ruiniert“

Die schiefgegangene Fettreduzierung vor fünf Jahren habe „ihre Karriere und ihren Körper ruiniert“, heißt es in der Klageschrift, die der Nachrichtenagentur AFP vorlag. So sei sie nicht mehr in der Lage, „ein Einkommen als Model zu verdienen“.

Seit den Eingriffen im Jahr 2016 erzeilte die Kanadierin den Angaben zufolge „keinerlei Einkommen durch Modeln“ mehr – mit Ausnahme einer nachträglichen Zahlung für eine frühere Werbekampagne für ein Parfüm. In ihrer Klageschrift wirft die einstige Modelikone dem Unternehmen vor, mögliche Nebenwirkungen verschleiert zu haben.

Panorama

Während sich deutschen Parteien im Endspurt für den Bundestagswahlkampf befinden, hat die amtierende Kanzlerin gestern Vögeln einen Besuch abgestattet. Auf ihrer Abschiedstour in ihrem angestammten Wahlkreis in Mecklenburg-Vorpommern besuchte Angela Merkel den Vogelpark Marlow. Bei dessen gefiederten Bewohnern kam die deutsche Regierungschefin gut an.

Bunte Lori-Papageien umflatterten die Kanzlerin nicht nur, sondern ließen sich auch auf Schultern, Kopf und Händen Merkels nieder. Einen wesentlichen Anteil an der Anziehungskraft der Kanzlerin hatten wohl die beiden Becher mit Vogelfutter in ihren Händen.

Angela Merkel besucht den Vogelpark Marlow
APA/dpa/Georg Wendt

Angesichts der Körner und Blütenpollen war es bei manchem Vogel mit dem Respekt nicht weit her – ein Papagei zwickte die Kanzlerin gar in den Finger. Ein Glück für den Fotografen, dass er genau in dem Moment auf den Auslöser drückte.

Angela Merkel besucht den Vogelpark Marlow
APA/dpa/Georg Wendt

Respekt hatte die scheidende Regierungschefin dann ihrerseits vor einem ausgewachsenen europäischen Uhu. Die etwa 60 Zentimeter große Eule wollte Merkel lieber nicht halten. „Ne, ne. Ich habe das bei den Sittichen gut gemacht“, sagte sie. Den Uhu hielt dann CDU-Bundestagskandidat Georg Günther (33). Er will Merkels Nachfolger in ihrem Wahlkreis werden.