Inland

Der Verfassungsgerichtshof (VfGH) hat entschieden, dass die Anfang 2018 in Kraft getretene Abschaffung des Pflegeregresses auch für stationär untergebrachte Behinderte gilt. Der Anlassfall stammte aus Salzburg, wo das Land weiter auf deren Vermögen zugreifen wollte, das Landesverwaltungsgericht das aber für gleichheitswidrig hielt.

Wie der VfGH heute in einer Aussendung mitteilte, bekam das Landesverwaltungsgericht somit recht, formal wurde sein Antrag aber zurückgewiesen. Die entsprechende Passage des Salzburger Behindertengesetzes wurde nicht als verfassungswidrig aufgehoben, weil sie – so der VfGH – bereits mit 1. Jänner 2018 außer Kraft getreten ist.

Damals trat der Paragraf 330a des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes (ASVG) in Kraft, der es den Ländern untersagt, „im Rahmen der Sozialhilfe“ das Vermögen von in stationären Pflegeeinrichtungen aufgenommenen Personen zur Abdeckung der Pflegekosten heranzuziehen.

Gilt für alle Pflegeleistungen

Diesem Verbot entgegenstehende landesgesetzliche Bestimmungen traten zu diesem Zeitpunkt außer Kraft. „Diese Regelung erfasst alle Pflegeleistungen, unabhängig davon, ob sie für altersbedingt oder für auf Grund einer Behinderung pflegebedürftige Personen erbracht werden“, hieß es in der VfGH-Aussendung.

ÖVP und FPÖ beschließen am Donnerstag im Nationalrat die Anhebung der Parteienförderung und stoßen bei NEOS weiter auf Widerstand. Vizeklubobmann Niki Scherak, er vertritt Parteichefin Beate Meinl-Reisinger in ihrer kurzen Babypause, kritisierte, dass so schon ab 2023 mehr Geld ausgeschüttet wird als nach der derzeitigen Regelung.

Als „Frechheit“ sieht er, dass das Pflegegeld nicht erhöht wird. Dass man Menschen, die es wirklich nötig hätten, das Pflegegeld nicht erhöhe, während die Parteien „den Hals nicht voll bekommen“, sei eine ungeheure Frechheit, so Scherak.

Grobe Zweifel an Einsparungen

Ungeheuerlich findet der NEOS-Abgeordnete außerdem, dass die Regierung behauptet, die neue Valorisierungsregel bei der Parteienförderung würde zu Einsparungen führen. Tatsächlich zeige nämlich schon eine simple Zinseszinsrechnung, dass die von ÖVP und FPÖ geplante jährliche Valorisierung schon ab 2023 mehr Geld koste als die derzeitige Regel.

Derzeit wird die Parteienförderung nur erhöht, wenn die Inflation seit der letzten Anhebung fünf Prozentpunkte überschreitet. Das wäre heuer der Fall. Anstatt die Parteienförderung einmal um 7,8 Prozent anzuheben, wollen ÖVP und FPÖ die Subventionen für die Parteien künftig jährlich valorisieren, also jedes Jahr um die Inflationsrate anheben.

Kritik an Kitzmüller

Scharfe Kritik übte Scherak außerdem an der Dritten Nationalratspräsidentin Anneliese Kitzmüller (FPÖ). Sie hatte sich am Wochenende beschwert, dass die Opposition im Nationalrat nicht konstruktiv mitarbeite. Kitzmüller verschweige, dass ÖVP und FPÖ allein im März 53 Oppositionsanträge vertagt hätten, sagte Scherak: „Das zeigt, dass die Regierungsparteien kein Interesse an einem ernsthaften Diskurs haben.“

Im von der EU-Kommission angestrengten Vertragsverletzungsverfahren hat die Regierung die Kürzung der Familienbeihilfe für osteuropäische Kinder verteidigt. In ihrem gestern nach Brüssel übermittelten Antwortschreiben begründet Familienministerin Juliane Bogner-Strauß (ÖVP) die Indexierung neuerlich mit dem unterschiedlichen Preisniveau. Eine Klage beim EuGH ist damit einen Schritt näher gerückt.

Die EU-Kommission hat am 24. Jänner ein Mahnschreiben nach Österreich geschickt, in dem die Indexierung der Familienbeihilfe als Diskriminierung abgelehnt wird. „Es gibt keine Arbeiter zweiter Klasse, und es gibt keine Kinder zweiter Klasse in der EU“, sagte EU-Sozialkommissarin Marianne Thyssen damals.

Denn mit Jahresanfang hatte Österreich die Unterstützung für Kinder im EU-Ausland und der Schweiz an die dortigen Lebenshaltungskosten angepasst, was für Osteuropa deutliche Kürzungen bedeutet. Mehr Geld gibt es dagegen für Kinder, die in Skandinavien, den Niederlanden oder der Schweiz leben.

Schreiben selbst nicht veröffentlicht

Bogner-Strauß hat ihre Antwort nach eigenen Angaben gestern nach Brüssel übermittelt. Das Schreiben selbst veröffentlicht die Regierung nicht. In einer Aussendung zeigt sich die Ministerin aber überzeugt: „Die von uns vorgebrachten Argumente zeigen klar, dass die Indexierung der Familienbeihilfe mit dem EU-Recht vereinbar ist.“

Die Regierung dürfte die Indexierung der Familienbeihilfe (und des ebenfalls 2019 eingeführten steuerlichen Familienbonus) entlang der schon bisher bekannten Linien rechtfertigen. Argumentiert wird, dass laut dem europarechtlichen Gleichbehandlungsgebot ungleiche Sachverhalte nicht gleich behandelt werden dürften. Und ein stark unterschiedliches Preisniveau zwischen verschiedenen Ländern rechtfertige eine solche Differenzierung. Außerdem wird darauf verwiesen, dass den Briten im Fall des Verbleibs in der EU eine ähnliche Regelung zugebilligt worden wäre.

Bundespräsident Alexander Van der Bellen hält am Donnerstag beim UNO-Klimaschutztreffen in New York eine Rede. Dabei wird er aus einem Brief der „Fridays For Future“-Bewegung vorlesen. Dieses Schreiben der Jugendlichen, die der Bundespräsident vergangene Woche in der Wiener Hofburg zu einem Gespräch empfangen hat, ist an die politischen Entscheidungsträger der UNO-Generalversammlung gerichtet.

Die Aktivistinnen und Aktivisten der Bewegung haben vor zwei Wochen die großen Klimademos in Österreich mitorganisiert. Am Montag vergangener Woche entstand beim Gespräch mit Van der Bellen die Idee, dass die Schüler einen Brief verfassen können. Diesen brachten sie anschließend in die Hofburg.

Der Bundespräsident will beim Klimaschutztreffen „Climate and Sustainable Development for All“ im UNO-Hauptquartier die Botschaft der Jugendlichen mitbringen und ihnen eine Stimme geben, hieß es aus der Präsidentschaftskanzlei gegenüber der APA.

Aufruf zu mehr Mut in Kampf gegen Klimakrise

Van der Bellen hatte bereits vergangene Woche Verständnis für die Proteste der Schülerinnen und Schüler geäußert und begrüßt, dass das Thema wieder in den Fokus der Öffentlichkeit rückte. Klimaschutz ist dem Bundespräsidenten ein großes Anliegen. Er will in New York auch seine internationale Initiative für mehr Klimaambition fortführen, die bisher von 18 weiteren Staats- und Regierungschefs unterstützt wird.

Van der Bellen nimmt am 28. März auf Einladung der Präsidentin der UNO-Generalversammlung, Maria Fernanda Espinosa Garces, teil und will für mehr Mut im Kampf gegen die Klimakrise werben. Auf dem Programm stehen zahlreiche bilaterale Gespräche, unter anderen mit UNO-Generalsekretär Antonio Guterres und Luis Alfonso de Alba, dem Sondergesandten für den UNO-Klimagipfel im September, sowie dem ehemaligen New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg, der sich intensiv für Klimaschutz einsetzt.

Im Zuge von Ermittlungen zum Terroranschlag in Neuseeland hat es gestern offenbar eine Hausdurchsuchung in Wien gegeben. Wie der Sprecher der rechtsextremen Identitären Bewegung in Österreich, Martin Sellner, in einem gestern Abend veröffentlichten Video mitteilte, wurde seine Wohnung durchsucht, weil er eine Spende des mutmaßlichen Attentäters von Christchurch, Brenton Tarrant, erhalten habe.

Gegen ihn werde wegen der „Gründung oder Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung“ ermittelt, so Sellner in dem rund 15-minütigen, über Soziale Netzwerke verbreiteten Video. Er räumte ein, eine „unverhältnismäßig hohe Spende“ von einer E-Mail-Adresse erhalten zu haben, die den Nachnamen Tarrant enthielt. Für die Spende habe er sich per E-Mail auch bedankt: „Ein Dankes-E-Mail bekommt jeder, der mich unterstützt.“

Keine offizielle Bestätigung

Zwar habe er die Spende melden wollen, da er gewusst habe, dass auch in Österreich Ermittlungen liefen, so Sellner, doch sei es dazu vor der Hausdurchsuchung nicht mehr gekommen. Eine Bestätigung für die Hausdurchsuchung von offizieller Seite gab es noch nicht.

Die Summe der Spende werde er an eine karitative Einrichtung weitergeben, mit dem Terroranschlag habe er „nichts zu tun“, so der Sprecher der rechtsextremen Gruppe. Er habe keinen Kontakt zu Tarrant gehabt und ihn auch nie getroffen. Zum zeitlichen Ablauf der Geschehnisse machte Sellner mehrmals unklare Angaben. So sagte er zunächst etwa, dass die Spende des Attentäters von Anfang 2018 stamme, dann wiederum, dass er sie „Anfang des Jahres“ erhalten habe.

BVT-Untersuchungen zu Österreichaufenthalt

Wie vergangene Woche bekanntwurde, hielt sich der mutmaßliche Täter, ein 28-jähriger Australier, vor dem Anschlag auch in Österreich auf. Die Untersuchungen des Bundesamts für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT) laufen noch, das genaue Datum des Österreich-Aufenthalts wurde zunächst nicht bestätigt. Laut Medienberichten reiste der Rechtsextremist am 26. November 2018 nach Wien, soll sich aber auch in Kärnten, Salzburg und Innsbruck aufgehalten haben.

Bei dem Anschlag auf zwei Moscheen in Christchurch am 15. März waren während der Freitagsgebete 50 Menschen getötet und Dutzende verletzt worden. Etwa 20 Verletzte werden immer noch in Krankenhäusern behandelt. Der Tatverdächtige sitzt in Untersuchungshaft, ihm droht wegen vielfachen Mordes lebenslang Gefängnis.

EU

Dass das Umfeld der von der FPÖ als Vizepräsidentin in das Aufsichtsratsgremium der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) entsandten Barbara Kolm eine Großspende an die Fraktion Allianz der Konservativen und Reformer (Alliance for Conservatives and Reformists in Europe/ACRE) im EU-Parlament getätigt hat, geht aus Sicht der Notenbank in Ordnung. Das berichtete der „Standard“ (Dienstag-Ausgabe).

Kein Verstoß gegen Compliance-Regeln

Nach einem Bericht der „Wiener Zeitung“ aus der Vorwoche hatte die OeNB die Frage geprüft. SPÖ und Jetzt hatten die Abberufung Kolms gefordert. Ergebnis der Prüfung laut „Standard“: Kolm unterliegt keinen Regeln, die es ihr verbieten würden, privat zu spenden oder Spenden zu organisieren. Das sei Kolms Privatsache, ließ auch OeNB-Präsident Harald Mahrer mitteilen.

Würde Kolm nicht dem Generalrat (Aufsichtsrat) angehören, sondern dem Direktorium oder wäre eine angestellte Mitarbeiterin, würde sie nicht nur Compliance-Regeln unterliegen, sondern dem Code of Conduct, und solche Spenden wären ihr mit Blick auf die Unabhängigkeit der Notenbank verboten.

Die Spende von 18.000 Euro tätigte im Vorjahr die Triple-A Group, die Kolms Ehemann gehört und deren Chefin Barbara Kolm ist. Der ACRE-Fraktion im EU-Parlament gehören vor allem Politiker der britischen Konservativen und der in Polen regierenden, rechtskonservativen Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) an. Österreicher sind keine in der Parlamentsfraktion vertreten. Das Austrian Economic Center, ein „wertkonservativer und wirtschaftsliberaler Thinktank“, den sie mitbegründet habe, sagte Kolm dem „Standard“, unterhalte eine jahrelange Beziehung zur ACRE.

Alle österreichischen Großspender aus Kolms Umfeld

Auffällig ist, dass die anderen Geber auf der bloß 15 Posten umfassenden Liste von Einzelspenden über 12.000 Euro große internationale Unternehmen wie Google, Disney, Uber und Bayer sind, die fast alle die Fraktion der Liberalen (ALDE) mit Spenden bedacht haben. Und auch die übrigen vier österreichischen Großspender stammen aus Kolms Umfeld, darunter ihre Mutter. Insgesamt geht es dabei um 88.000 Euro.

Das EU-Parlament stimmt heute über ein Ende der Zeitumstellung ab. Nach dem Entwurf der EU-Abgeordneten soll der Wechsel zwischen Sommer- und Normalzeit 2021 fallen. EU-Länder, die ihre Sommerzeit dauerhaft beibehalten, sollten die Uhren im März 2021 zum letzten Mal umstellen. Länder, welche die Normalzeit (Winterzeit) präferieren, würden die Uhren im Oktober 2021 letztmalig umstellen.

Die EU-Staaten müssen sich auf das Ende der Zeitumstellung erst einigen. Deshalb verlangen die Abgeordneten auch, dass sich die EU-Länder untereinander abstimmen, etwa um zu gewährleisten, dass der Binnenmarkt nicht beeinträchtigt wird. Die österreichische Bundesregierung hat sich für eine permanente Sommerzeit ausgesprochen.

Ausland

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel ist zu einem Vierergipfel mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping in Paris eingetroffen. Auf Einladung des französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron nimmt daran neben Merkel und Xi auch EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker teil. Im Anschluss ist ein Gang vor die Presse vorgesehen.

Hauptthemen der Begegnung sind die multilaterale Zusammenarbeit sowie die Wirtschafts- und Klimapolitik. Präsident Macron hatte sich gestern nach einem bilateralen Treffen mit Xi für eine starke Partnerschaft zwischen Europa und China ausgesprochen. Diese müsse auf „starkem Multilateralismus“ und „fairem, ausgeglichenem“ Handel gründen, sagte Macron.

Xi wünschte sich seinerseits ein „vereintes und wohlhabendes“ Europa und forderte eine einheitliche europäische Strategie im Umgang mit seinem Land. Begleitet wurde der Staatsbesuch von Protesten Hunderter Demonstranten, die Menschenrechtsverletzungen in der Volksrepublik anprangerten.

Verträge in Milliardenhöhe

Während Xis Besuch in Paris verkündete der Elysee-Palast den Verkauf von 290 Flugzeugen des Airbus-Modells A320 und zehn A350 an China. Insgesamt wurde ein Dutzend Verträge im Wert von mehr als 35 Milliarden Dollar (31 Milliarden Euro) unterzeichnet.

Der Vierergipfel bildet den Abschluss einer fünftägigen Europareise des chinesischen Präsidenten. Sie führte Xi auch nach Italien und in das Fürstentum Monaco.

Nach dem Untergang eines Bootes mit Geflüchteten sind in der Ägäis drei Frauen und ein Säugling ertrunken. Das teilte die türkische Küstenwache heute mit. Elf weitere Menschen seien gerettet worden.

Das Boot habe vom westtürkischen Bezirk Ayvacik aus abgelegt und sei dann in Seenot geraten. Zur Staatsangehörigkeit der Menschen machte die Küstenwache zunächst keine Angaben.

Die Türkei hat nach offiziellen Angaben mehr als 3,5 Millionen Flüchtlinge aus dem Bürgerkriegsland Syrien aufgenommen. Immer wieder versuchen Menschen, auf eine der nahe gelegenen griechischen Inseln und damit in die EU zu gelangen.

Auch nach dem Fall der letzten Bastion der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien weiß die US-Regierung nichts über den Aufenthaltsort des IS-Anführers Abu Bakr al-Bagdadi. „Wir wissen nicht, wo er ist“, sagte der Syrien-Beauftragte der US-Regierung, James Jeffrey, gestern in Washington mit Blick auf den IS-Chef. Es bleibe aber ein vorrangiges Ziel, ihn aufzuspüren.

Mit Einnahme der letzten IS-Bastion war am Wochenende der Krieg gegen die Terrormiliz IS in Syrien und im Irak nach fast fünf Jahren offiziell zu einem vorläufigen Ende gekommen. Die von den USA unterstützten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) hatten am Samstag Baghus im Osten Syriens für befreit erklärt.

Letzte Audiobotschaft von August 2018

Gesicherte Erkenntnisse darüber, wo sich Bagdadi aufhält, gibt es nicht. Seit seinem Auftritt in einer irakischen Moschee im Juli 2014 ist der 47-Jährige verschwunden. Seine letzte Audiobotschaft verbreiteten IS-Anhänger im August 2018. Medien zufolge soll der Iraker sich bis vor einiger Zeit in Baghus aufgehalten haben, vor dem Beginn der Angriffe auf die letzte IS-Bastion in Syrien aber geflohen sein. Einmal heißt es, er halte sich im Irak auf, einmal ist die Rede von einer Flucht innerhalb Syriens.

Die Amerikaner haben ein Kopfgeld in Höhe von 25 Millionen Dollar auf ihn ausgesetzt. Bagdadi ist einer der meistgesuchten Terroristen.

Nach dem rechtsextremen Anschlag auf zwei Moscheen in Neuseeland mit 50 Toten hat die größte Buchhandelskette des Landes den kanadischen Bestsellerautor Jordan Peterson aus ihren Regalen verbannt. In den mehr als 50 Buchhandlungen von Whitcoulls werden Peterson-Bücher wie der Sachbuchbestseller „12 Rules for Life. Ordnung und Struktur in einer chaotischen Welt“ nicht mehr verkauft.

Das Unternehmen begründet das mit „extrem verstörendem Material, das vor, während und nach den Angriffen in Christchurch“ vertrieben worden sei. Weiter heißt es in einer Mitteilung an die Kunden: „Wir glauben, dass es falsch wäre, den Autor derzeit zu unterstützen.“ Peterson lehrt an der Universität Toronto Psychologie, hat aber auch einen YouTube-Kanal mit annähernd zwei Millionen Abonnenten und Abonnentinnen.

„Einflussreichster Intellektueller der westlichen Welt“

Die „New York Times“ bezeichnete den 56-Jährigen als aktuell „einflussreichsten Intellektuellen der westlichen Welt“. Manche sehen ihn aber auch als Wegbereiter rechter Ideologien. Bei einer Lesereise durch Neuseeland posierte er im Februar mit einem Mann, der ein T-Shirt mit dem Aufdruck „Ich bin ein stolzer Islamhasser“ trug. Das Bild wurde nach den Anschlägen vielfach weiterverbreitet.

Entscheidung über Verbot liegt bei Buchhandlungen

Auf der Homepage des größten neuseeländischen Buchhändlers waren Peterson-Bücher heute weiterhin zu haben. Dort konnte man auch verschiedene Ausgaben von Adolf Hitlers „Mein Kampf“ bestellen. Der Vorsitzende von Neuseelands Buchhändlerverband, Lincoln Gould, sagte, die Entscheidung über den Verkauf von Büchern liege bei jeder Buchhandlung selbst.

Bei dem Anschlag in Christchurch waren am 15. März 50 Menschen getötet und mehrere Dutzend verletzt worden. Als mutmaßlicher Täter sitzt ein 28 Jahre alter Rechtsextremist aus Australien in Untersuchungshaft. Ihm droht wegen vielfachen Mordes lebenslange Haft.

Das US-Verteidigungsministerium hat eine Milliarde Dollar für den von Präsident Donald Trump gewollten Bau einer Grenzmauer zu Mexiko freigegeben. Mit dem Geld solle ein 91 Kilometer langer Mauerabschnitt in der Region El Paso im Bundesstaat Texas errichtet werden, so der geschäftsführende Verteidigungsminister Patrick Shanahan gestern. Einen entsprechenden Antrag habe das Heimatschutzministerium gestellt.

Grenze zwischem Mexiko und den USA
APA/AFP/Paul Ratje

Der US-Kongress hatte Trump die Milliarden für den Bau der umstrittenen Grenzmauer verwehrt. Der Präsident rief deswegen Mitte Februar den Notstand aus. Das erlaubt es ihm, sich die Mauermilliarden aus bereits bestehenden Budgetposten zu besorgen.

Der Streit über die Gelder hatte zuvor über die Jahreswende hinweg eine fünfwöchige Haushaltsblockade und damit eine Teilschließung von US-Bundesbehörden ausgelöst – es war der längste „Shutdown“ der US-Geschichte. Mitte März stimmte der US-Kongress zwar gegen den Notstand. Trump legte dagegen aber sein Veto ein. Es war das erste Veto in seiner mehr als zweijährigen Amtszeit gegen einen Beschluss des Kongresses.

Wirtschaft

Der Mitfahrdienst Uber baut vor dem mit Spannung erwarteten Börsengang sein Standbein im Nahen Osten mit einem milliardenschweren Zukauf aus. Für 3,1 Milliarden Dollar werde der Rivale Careem übernommen, teilte der US-Konzern heute nach langwierigen Verhandlungen mit. Es würden 1,4 Milliarden Dollar in bar sowie 1,7 Milliarden Dollar in Form von Wandelanleihen gezahlt.

Nach einer Reihe von Verkäufen im Ausland stärkt Uber damit wieder seine Position in der stark umkämpften Region. Die Marke Careem soll erhalten bleiben. Zu den Investoren des mit etwa zwei Milliarden Dollar bewerteten und in 98 Städten aktiven Mitfahrdienstes gehört neben dem chinesischen Konkurrenten Didi Chuxing und dem saudi-arabischen Investor Kingdom Holding auch der deutsche Konzern Daimler.

Es wird erwartet, dass Uber im April seinen Börsengang mit einer Roadshow einleitet. An der Wall Street wird mit einem Paukenschlag gerechnet: Die Marktbewertung dürfte bei mindestens 100 Milliarden Dollar liegen.

Sport

Der Megastar der Ultimate Fighting Championship (UFC), Conor McGregor, hat mit einer Rücktrittsankündigung für Aufsehen gesorgt. „Ich wünsche allen meinen alten Kollegen viel Erfolg im Wettbewerb“, teilte der 30-jährige Ire heute auf dem Kurznachrichtendienst Twitter mit. „Ich schließe mich nun meinen ehemaligen Partnern an, die sich bereits im Ruhestand befinden.“ Wie ernst er die Ankündigung meint, blieb offen.

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Chronik

In mehreren deutschen Städten sind heute Früh Rathäuser evakuiert worden. Betroffen waren nach ersten Erkenntnissen Augsburg, Kaiserslautern, Chemnitz, Göttingen, Neunkirchen und Rendsburg.

In Augsburg gab es nach einer Gewaltandrohung einen Großeinsatz der Polizei, das Rathaus wurde evakuiert, Straßenbahnlinien, die über den Rathausplatz fahren, wurden gestoppt.

In Kaiserslautern sei eine Drohmail eingegangen, sagte ein Polizeisprecher. Die Einsatzkräfte seien auch mit Sprengstoffspürhunden an Ort und Stelle. Der Bereich um das Rathaus sei weiträumig abgesperrt worden. Es gebe aber derzeit keine konkrete Bedrohungslage, so der Sprecher. Die Maßnahmen würden vorsorglich durchgeführt.

Anonyme Bombendrohung

In Göttingen erklärten die Ermittelnden: „Es befinden sich aktuell keine Personen mehr im Gebäude.“ Eine Sprecherin fügte hinzu: „Alles ist abgesperrt, der Plan ist, das Gebäude mit Sprengstoffspürhunden zu durchsuchen.“ Nach ihren Worten ging eine anonyme Bombendrohung ein. Die Straßen um das Rathaus wurden gesperrt, der öffentliche Personennahverkehr wurde weitläufig umgeleitet.

Auch im saarländischen Neunkirchen lief am Vormittag ein Polizeieinsatz nach einer Bombendrohung. „Das Rathaus bleibt vorübergehend geschlossen“, sagte eine Sprecherin der Polizei in Saarbrücken. Auch hier sei zuvor eine Drohmail eingegangen.

Kultur

Ein Stern auf dem Walk of Fame und Komplimente: Die amerikanische Sängerin und Schauspielerin Mandy Moore (34) ist bei der Enthüllung ihrer Plakette auf dem Hollywood Boulevard von Schauspielkollegen Shane West bejubelt worden. „Mandy, du bist ein absoluter Schatz“, sagte West bei der Zeremonie gestern in Los Angeles.

Dan Fogelman, Shane West, Donelle Dadigan, Mandy Moore und Rana Ghadban
APA/AFP/Valerie Macon

„Dein Lächeln ist unglaublich und erhellt jeden Raum, den du betrittst. Deine Energie ist unwiderstehlich und dein Herz unvergleichlich.“ Moore stand daneben und strahlte. Die Schauspielerin und Sängerin, die im Alter von 15 Jahren ihr Debütalbum „So Real“ herausbrachte, erhielt den 2.658. Stern auf dem berühmten Gehsteig in Hollywood.

Romanzen und Komödien

Derzeit ist Moore in der TV-Serie „This Is Us – Das ist Leben“ zu sehen. Das erfolgreiche Familiendrama über drei Personen, die am selben Tag geboren wurden, war schon für viele Filmpreise nominiert. Moore spielte zuvor in Serien wie „Scrubs – Die Anfänger“ und „Grey"s Anatomy“ mit.

Als Filmschauspielerin ist sie vor allem aus Romanzen und Komödien wie „Von Frau zu Frau“, „Lizenz zum Heiraten“ und „Plötzlich Prinzessin!“ bekannt. Der deutsche Hollywood-Regisseur Roland Emmerich holte sie kürzlich für das Kriegsdrama „Midway“ vor die Kamera. In dem Film über eine der größten Seeschlachten des Zweiten Weltkriegs spielen auch Luke Evans, Woody Harrelson und Dennis Quaid mit. Der Kinostart ist für November geplant.

Science

Weil nicht ausreichend passende Raumanzüge zur Verfügung stehen, kommt ein ursprünglich für Freitag geplanter erster ausschließlich mit Astronautinnen besetzter Außeneinsatz an der Internationalen Raumstation (ISS) nun vorerst doch nicht zustande.

Bei einem Reparatureinsatz mit ihrem Kollegen Nick Hague in der vergangenen Woche habe Astronautin Anne McClain gemerkt, dass ihr ein Raumanzugoberteil in mittlerer Größe am besten passe, teilte die US-Raumfahrtbehörde NASA in der Nacht auf heute mit.

Astronautin Christina Koch benötige auch ein Raumanzugoberteil in mittlerer Größe – davon könne bis Freitag aber nur eines einsatzfähig gemacht werden. Deswegen würden nun Koch und Hague den Außeneinsatz gemeinsam unternehmen.

Ursprünglich hatten Koch und McClain die ISS am Freitag zum ersten nur von Frauen durchgeführten Außeneinsatz verlassen sollen. In der Vergangenheit haben zwar bereits zahlreiche Raumfahrerinnen Außeneinsätze absolviert – einen nur mit Frauen besetzten Einsatz gab es laut NASA aber noch nie. Die erste Frau auf Außeneinsatz war 1984 Swetlana Sawizkaja, den Rekord hält Peggy Whitson mit zehn Außeneinsätzen.

Religion

Panorama

Wegen seiner knalligen Farbe hat sich ein See in Australiens zweitgrößter Stadt Melbourne zu einer Touristenattraktion entwickelt: Das Gewässer im Westgate Park, einem ehemaligen Industriegebiet, wird von Zeit zu Zeit pink. Gerade ist das wieder der Fall.

See im Westgate Park in Melbourne
APA/AFP/Parks Victoria

Grund dafür ist, dass das Wasser ungewöhnlich viel Salz enthält. Wenn die Temperaturen hoch sind, die Sonne viel scheint und es wenig regnet, produzieren die Algen in dem See besonders viel Betacarotin – und das Wasser wird intensiv rosa.

Allerdings ist die Farbe auch schnell wieder weg, wenn sich das Wetter ändert. Viele Touristen und Touristinnen mussten deshalb schon enttäuscht abziehen. Im Internetkommentar eines Urlaubers aus Deutschland heißt es: „Wir sind extra nach Melbourne gefahren, um den Pink Lake zu sehen. Leider war er alles außer pink. Der See sah ganz normal wie jeder andere aus.“