Ukraine-Krieg

Als erster ausländischer Staatschef seit dem Beginn des russischen Einmarsches hat der polnische Präsident Andrzej Duda heute eine Rede im ukrainischen Parlament gehalten.

Niemand könne die polnisch-ukrainische Einheit stören, sagte er in seiner Ansprache, die der ukrainische Abgeordnete Olexij Hontscharenko live auf Facebook veröffentlichte. Immer wieder erhoben sich die Parlamentarier, um dem Gast aus Polen zu applaudieren. Auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj war anwesend.

Sehr viele Flüchtlinge aufgenommen

Dudas Solidaritätsbesuch war nur kurz zuvor überraschend bekanntgeworden. Der 50-Jährige reiste bereits zum zweiten Mal seit Kriegsausbruch Ende Februar in die Ukraine. Duda setzt sich unter anderem dafür ein, dass das Nachbarland möglichst rasch einen EU-Kandidatenstatus erhält.

Knapp 3,5 Millionen ukrainische Flüchtlinge sind seit Beginn des russischen Angriffskrieges am 24. Februar in Polen eingereist. Polen hat mit Abstand den meisten der insgesamt rund 6,5 Millionen Flüchtlinge aus der Ukraine Zuflucht gewährt. In der Ukraine lebten vor Kriegsbeginn rund 44 Millionen Menschen.

Der langjährige deutsche Botschafter in Russland, Rüdiger von Fritsch, wirft Moskau vor, die durch den Ukraine-Krieg verursachte globale Versorgungskrise und die dadurch drohenden Fluchtbewegungen als Mittel der Kriegsführung zu nutzen.

„Wladimir Putin versucht gezielt, Hungerkrisen im Nahen Osten und in Nordafrika zu erzeugen“, sagte er im Berliner „Tagesspiegel“ (Sonntag-Ausgabe). Deshalb hindere Russland etwa die Ukraine am Getreideexport und zerstöre sogar Getreidesilos.

Neue Fluchtbewegung als „Putins Kalkül“

„Putins Kalkül besteht darin, dass nach dem Zusammenbruch der Getreidelieferungen die hungernden Menschen aus diesen Regionen fliehen werden und versuchen, nach Europa zu kommen – wie damals die Millionen Syrer, die vor den Schrecken des Krieges flohen“, sagte von Fritsch, der Putin in der Vergangenheit mehrfach persönlich getroffen hatte.

„Mit neuen Flüchtlingsströmen will er Europa destabilisieren und politischen Druck aufbauen, damit westliche Staaten ihre harte Haltung gegen Russland aufgeben“, so der deutsche Diplomat. Das sei „eine neue hybride Kriegsführung“.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat weitere Sanktionen gegen Russland gefordert. Die russische Armee habe seit Beginn des Kriegs vor gut drei Monaten fast 1.900 Bildungseinrichtungen in der Ukraine zerstört, sagte Selenskyj. „Russland hat praktisch alle seine Ressourcen geschickt, um uns zu zerstören.“

Aktuell sei die Situation im Donbas äußerst schwierig, ergänzte der ukrainische Präsident. Die russische Armee versuche die Städte Slawjansk und Sewerodonezk anzugreifen. „Die Streitkräfte der Ukraine halten diese Offensive zurück.“ Jeder Tag, an dem die Verteidiger Pläne Russlands durchkreuzten, sei ein konkreter Beitrag auf dem Weg zum Sieg.

Zugleich warnte Selenskyj davor, dass der Krieg in jenen Landesteilen in Vergessenheit geraten könnte, in denen aktuell nicht gekämpft werde. Man dürfe nicht unvorsichtig sein, mahnte er. „Ukrainer sterben jeden Tag für unsere Unabhängigkeit.“ Der Krieg sei noch nicht vorbei. „Wir müssen noch weiter kämpfen.“

Unter den im Asow-Stahl-Werk in Mariupol in der Südostukraine gefangen genommenen Kämpfern sind laut den prorussischen Separatisten auch 78 Frauen. Der Chef der Donezker Separatisten, Denis Puschilin, sagte gestern der russischen Staatsagentur TASS zufolge, es seien zudem Ausländer in russische Gefangenschaft gekommen. Eine Zahl nannte er zunächst nicht.

Am Vorabend hatte das russische Verteidigungsministerium die komplette Einnahme des über Wochen belagerten Stahlwerks am Asowschen Meer mitgeteilt. Nach Angaben aus Moskau kamen insgesamt 2.439 ukrainische Soldaten seit dem 16. Mai in russische Gefangenschaft.

„Sie hatten genug Nahrung und Wasser, sie hatten auch genug Waffen“, sagte Puschilin. „Das Problem war der Mangel an Medikamenten.“ Nach Angaben des Separatistenführers sind sechs ukrainische Kämpfer in dem Stahlwerk ums Leben gekommen, „als sie versuchten, Munitionsdepots vor ihrer Gefangennahme in die Luft zu sprengen“.

Mit Antikriegssprechchören haben Besucher und Besucherinnen eines Konzerts in Russland für Aufsehen gesorgt. In sozialen Netzwerken tauchte am Wochenende ein Video auf, auf dem zu sehen ist, wie Hunderte Menschen vor einer Bühne immer wieder „Scheiß-Krieg, Scheiß-Krieg“ rufen.

Das Video soll bei einem Auftritt der russischen Rockgruppe Kiss-Kiss am Freitag in der Ostsee-Metropole St. Petersburg entstanden sein. Die Band, die sich in der Vergangenheit bereits gegen Russlands Krieg in der Ukraine positioniert hatte, äußerte sich nicht dazu. Einige User sorgten sich, dass die Musiker nun möglicherweise juristische Konsequenzen befürchten müssen. In Russland wird der Krieg gegen die Ukraine offiziell nur als „militärische Spezialoperation“ bezeichnet. Wer angebliche „Falschnachrichten“ über Russlands Armee verbreitet, dem drohen hohe Strafen.

COV Inland

Das Gesundheits- und das Innenministerium haben 1.950 neu registrierte Coronavirus-Fälle innerhalb der letzten 24 Stunden (Stand: heute, 9.30 Uhr) gemeldet. Diese Zahlen meldeten die Bundesländer an den nationalen Krisenstab.

18.347 Menschen verstarben bisher am oder im Zusammenhang mit dem Coronavirus. 634 infizierte Personen werden derzeit in einem Spital behandelt, 45 davon auf Intensivstationen.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Erklärung zur Zählweise und weiteren Fragen in ORF.at/corona

AGES: 7-Tage-Inzidenz bei 258,8

Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den abgelaufenen sieben Tagen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, liegt laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bei 258,8 (Stand: gestern, 14.00 Uhr).

Am höchsten ist die Zahl in Wien (358,5), gefolgt vom Burgenland (294,6). Am niedrigsten ist der Wert in Kärnten (192,1) und der Steiermark (192,9).

Das Berichtsschema der AGES zeigt die Zahlen vom Vortag – wie die Meldung der Ministerien. Wesentlicher Unterschied zu den Ministeriumsmeldungen: Laborbestätigte Fälle, Tote etc. werden nicht zum Meldezeitpunkt dargestellt, sondern zum Diagnose- bzw. Sterbedatum. In der Darstellung in ORF.at wird auch täglich transparent gemacht, welchen Tagen die neu gemeldeten Fälle zugeordnet werden.

Klimaschutzministerin Leonore Gewessler (Grüne) hat sich nach positivem Antigen-Test in Selbstisolation begeben, wie ihr Pressesprecher heute Früh mitteilte.

Sie wartet auf das Ergebnis eines PCR-Tests. Die Ministerin wird ihre Amtsgeschäfte vorerst aus dem Homeoffice führen und werde bis auf Weiteres keine Termine wahrnehmen, hieß es.

Ausland

Kurz vor Veröffentlichung des Untersuchungsberichts der britischen Regierung zur „Partygate“-Affäre steigt der Druck auf Premierminister Boris Johnson wieder.

Die Opposition forderte mit Nachdruck Aufklärung, worüber Johnson bei einem Treffen mit Spitzenbeamtin Sue Gray gesprochen hat. Sie soll den Skandal um verbotene „Lockdown-Partys“ in der Downing Street aufklären. Kabinettsmitglied Nadhim Zahawi betonte, Johnson habe nie in die Ermittlungen eingegriffen.

Johnson konnte allerdings auf mehrfache Nachfrage im Sender Sky News nicht sagen, von wem das Treffen initiiert worden war und was besprochen wurde. Der Premierminister war selbst bei mehreren Partys anwesend, erhielt aber nur in einem Fall einen Strafbescheid. Die Londoner Polizei hatte ihre Ermittlungen kürzlich abgeschlossen und insgesamt 126 Geldstrafen gegen 83 Personen verhängt.

Die Suche nach dem Sündenbock

Nach Informationen der Sonntagszeitung „Observer“ kritisiert der Bericht vor allem den obersten Beamten des öffentlichen Diensts, Simon Case. Er sei dafür verantwortlich, dass am Regierungssitz eine Kultur mit Alkohol und Regelbrüchen entwickelt und toleriert wurde. Johnson werde Case zum Sündenbock machen, schrieb das Blatt. Ähnlich hieß es im „Guardian“, es sei gut möglich, dass Case „geopfert“ werden könnte.

Weil er seit Jahrzehnten studiert, ohne je einen Abschluss gemacht zu haben, und trotzdem ein üppiges Gehalt als Studentenführer bezogen hat, ist der Chef von Boliviens Studierendenvereinigung CUB festgenommen worden.

Der 52 Jahre alte Max Mendoza habe sein monatliches Gehalt auf „irreguläre Weise“ bezogen, begründete Innenminister Eduardo del Castillo die Festnahme. Laut Staatsanwalt William Alave bekam er allmonatlich 21.870 Bolivianos (fast 3.000 Euro). Das ist in etwa so viel, wie ein Hochschurektor in Bolivien verdient. Auch von den umgerechnet rund 3.300 Euro, die Boliviens Staatschef pro Monat bezieht, ist Mendozas bisheriges Gehalt nicht weit entfernt.

Inland

Neo-Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig (ÖVP) will beim Thema Tierwohlstandards „an der Gesamtschau arbeiten“. Es brauche „Lebensmittel, es braucht Versorgungssicherheit auf der einen Seite, und auf der anderen den Konsumenten, der die Produkte kauft“, so Totschnig bei einer Interviewserie mit Tageszeitungen.

Für die Bauern und Bäuerinnen kündigte er ein Entlastungspaket an, das Koalitionsklima lobte er. Der „Green Deal“ der EU stehe außer Zweifel. Zu einem weiteren Hilfspaket für die Landwirte erklärte Totschnig, dass dieses schon weit ausgearbeitet sei. „In den nächsten zwei oder drei Wochen werden wir es den Medien vorstellen.“

Zur Arbeit der Regierungskoalition hielt der Neo-Minister fest: „Wir haben ein sehr gutes Koalitionsklima mit den Grünen. Mein erster Eindruck war, da gibt es den Willen, etwas weiterzubringen.“ Und er betonte: „Ich bin nicht Lobbyist des Bauernbundes, ich bin Lobbyist der Bäuerinnen und Bauern.“

In der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Wien herrscht enormer Personalmangel. In der Folge drohte etwa die Klinik Hietzing bereits damit, dass sie ab Juli über das Wochenende zusperren müsse. Nun wird in Deutschland nach Personal gesucht.

Mehr dazu in wien.ORF.at

COV Ausland

In Schanghai haben nach fast zwei Monaten Lockdown die öffentlichen Verkehrsmittel teilweise wieder ihren Betrieb aufgenommen. Vier der insgesamt 20 U-Bahn-Linien sowie einige Buslinien der chinesischen Metropole sollten ab heute wieder fahren, wie die Behörden mitteilten. Fahrgäste benötigen allerdings einen negativen Coronavirus-Test und müssen eine „normale“ Körpertemperatur haben.

Einige wenige Personen in der Metro von Schanghai
Reuters/Brenda Goh

Zentraler Bezirk erneut abgeriegelt

Mit sinkenden Ansteckungszahlen hatten die Behörden von Schanghai begonnen, die harten Einschränkungen für die Bevölkerung Schritt für Schritt wieder aufzuheben. In manchen Stadtteilen wurden Fabriken und Betriebe wieder geöffnet und Ausgangssperren aufgehoben. Örtlich gab es allerdings auch Verschärfungen. Der zentrale Stadtbezirk Jing’an wurde am Wochenende erneut komplett abgeriegelt, wie die Behörden mitteilten.

Die gesamte Bevölkerung soll in drei Runden auf das Virus getestet werden. In der Zwischenzeit dürfen die Menschen ihre Häuser nicht verlassen. „Ausreisegenehmigungen’, die erteilt wurden, werden ausgesetzt“, hieß es.

In Peking sind Tausende Menschen trotz negativer Coronavirus-Tests in Quarantänezentren gebracht worden. Mehr als 13.000 Anrainerinnen und Anrainer der Siedlung Nanxinyuan im Südosten der chinesischen Hauptstadt mussten in der Nacht auf gestern ihre Wohnungen verlassen, wie aus Fotos und einer Mitteilung der Regierungsbehörden hervorging, die in Onlinenetzwerken verbreitet wurden. Sie wurden demzufolge in Bussen zu Quarantänezentren gefahren.

Grund für die Maßnahme seien 26 festgestellte Neuansteckungen gewesen. Behörden des Pekinger Stadtbezirks Chaoyang teilten mit, die Quarantäne werde für alle Bewohner von Nanxinyuan von „Mitternacht des 21. Mai an für sieben Tage“ angeordnet. Weiter hieß es: „Bitte kooperieren Sie. Andernfalls werden Sie die rechtlichen Konsequenzen tragen.“

Sorge vor verschärften Maßnahmen

In Peking haben sich seit Ende April mehr als 1.300 Menschen mit der Omikron-Variante des Coronavirus infiziert. Restaurants, Schulen und Touristenattraktionen wurden auf unbestimmte Zeit geschlossen. Der öffentliche Nahverkehr ist drastisch eingeschränkt, in vielen Stadtbezirken wird Arbeit im Homeoffice angeordnet.

Angesichts der Quarantäneanordnung in Nanxinyuan äußerten Nutzer im Onlinenetzwerk Weibo die Befürchtung, dass die Coronavirus-Maßnahmen in der Hauptstadt ähnlich verschärft werden wie in der Wirtschaftsmetropole Schanghai. Dort waren im April Tausende Menschen in teilweise Hunderte Kilometer entfernte Quarantänezentren verbracht worden.

China erlebt seit Wochen den schlimmsten Coronavirus-Ausbruch seit Beginn der Pandemie. Das Land hatte von Beginn der Pandemie an auf rigorose Restriktionen gesetzt und die Infektionszahlen damit über lange Zeit hinweg auf im internationalen Vergleich niedrigem Stand halten können. China setzt auch weiterhin auf eine strikte Null-Covid-Strategie und unterscheidet sich damit von vielen anderen Ländern.

Wirtschaft

Der größte Hersteller von Säuglingsmilchnahrung in den USA, Abbott, hat sich für Lieferengpässe nach dem Ausfall einer seiner Fabriken entschuldigt. „Es tut uns leid für jede Familie, die wir im Stich gelassen haben, seit unser freiwilliger Rückruf den Mangel an Babynahrung in unserem Land verschärft hat“, schrieb Abbott-Chef Robert Ford in einem gestern (Ortszeit) veröffentlichten Gastbeitrag in der „Washington Post“.

Abbott-Fabrik in Sturgis, Michigan, USA
APA/AFP/Jeff Kowalsky

Man glaube dennoch, dass der Rückruf richtig gewesen sei. „Wir werden keine Risiken eingehen, wenn es um die Gesundheit von Kindern geht.“ Ford kündigte Maßnahmen an, um die Engpässe zu überwinden. Abbott hatte mehrere Produktlinien zurückgerufen, nachdem womöglich wegen bakterieller Verunreinigungen vier Säuglinge erkrankt und zwei gestorben waren. Die Produktion in einem Werk im Bundesstaat Michigan wurde vorerst komplett gestoppt.

Biden erklärt den „Notstand“

Den betroffenen Familien solle mit einem Fonds von fünf Millionen Dollar (4,73 Mio. Euro) geholfen werden. Außerdem sei nun ein anderes Abbott-Werk, das sonst Produkte für Erwachsene herstelle, auf Babynahrung umgestellt worden. Zusätzlich werde Babynahrung von einer Fabrik in Irland eingeflogen. Man gehe davon aus, das Werk in Michigan in der ersten Juni-Woche wieder öffnen zu können.

US-Präsident Joe Biden hat die Engpässe bei Babymilchnahrung zur Chefsache erklärt und sogar auf ein für Kriegszeiten gedachtes Gesetz zurückgegriffen, um die Produktion anzukurbeln. Das Weiße Haus hatte am Freitagabend mitgeteilt, dass am Wochenende Babynahrung von der US-Basis Ramstein in Deutschland aus mit Militärflugzeugen in die USA geflogen werde.

Die zum deutschen Volkswagen-Konzern gehörende Luxusautomarke Bentley soll laut Unternehmenschef Adrian Hallmark bis Ende des Jahrzehnts zur reinen Elektromarke werden. „Wir planen, spätestens 2030 die Motorenproduktion zu beenden“, sagte er der deutschen „Welt am Sonntag“.

„Der letzte Verbrenner, den wir verkaufen werden, wird wahrscheinlich ein GT-Modell sein. Das ist das sportlichste Fahrzeug, die Leute werden bei diesem Typ noch am längsten einen klassischen Motor kaufen wollen“, so Hallmark.

Sport

Mit dem 4:2-Heimsieg über Vizemeister Sturm Graz hat die finanziell angeschlagene Wiener Austria gestern dank des unerwartet erfolgreichen Endes einer Bundesliga-Saison voller möglicher Fallstricke in den Partymodus geschaltet – und blickt doch einer etwas ungewissen Zukunft entgegen. Auf Lokalrivale Rapid wartet hingegen nach dem 1:2 beim WAC und Platz fünf mit dem Play-off um einen ECL-Quali-Platz eine unfreiwillige Saisonverlängerung.

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Das Herzschlagfinale um den Titel in der Premier League wird heute im Nordwesten von England im Fernduell zwischen Spitzenreiter Manchester City und Verfolger Liverpool entschieden. Nur 50 Kilometer liegen die Stadien der beiden Titelkandidaten auseinander, wo die Meisterparty steigt, entscheidet sich erst am letzten Spieltag. City hätte mit einem Heimsieg gegen Aston Villa den vierten Titel in fünf Jahren, den insgesamt achten sicher. Liverpool, einen Zähler dahinter, muss daheim in jedem Fall Wolverhampton schlagen.

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RB Leipzig ist zum ersten Mal deutscher Pokalsieger. Das Team von Trainer Domenico Tedesco gewann gestern in Berlin das Finale gegen den SC Freiburg mit 4:2 im Elfmeterschießen. Nach regulärer Spielzeit und Verlängerung war es 1:1 gestanden. Im Elferschießen trafen alle Schützen der Leipziger, für Freiburg scheiterten Christian Günter und Ermedin Demirovic. Leipzig spielte im Olympiastadion ab Minute 57 nur zu zehnt.

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Die Fußballerinnen von Olympique Lyon haben zum achten Mal die UEFA Women’s Champions League gewonnen. Der Rekordsieger aus Frankreich setzte sich gestern in Turin gegen den favorisierten Titelverteidiger FC Barcelona mit 3:1 (3:1) durch.

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Chronik

Ein 25-jähriger Mann hat heute Früh in Innsbruck einen 21-jährigen Widersacher bei einem Streit mit einer zerbrochenen Glasflasche verletzt. Die beiden trugen ihre Auseinandersetzung kurz nach 6.00 Uhr vor einem Lokal im Bereich der Viaduktbögen aus.

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In Linz haben Nachbarn gestern die Feuerwehr alarmiert, nachdem sie aus einer angrenzenden Wohnung Brandgeruch wahrgenommen hatten. Die Rauchentwicklung war auch im Gebäude stark und die Hitzeentwicklung so enorm, dass sich einige Wohnungstüren von selbst entzündeten. Drei Menschen wurden verletzt.

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Beim Wandern in Pernegg (Steiermark) sind gestern Nachmittag zwei Frauen mit einem Hund beim Wandern von einem Steinbock attackiert worden. Eine der beiden wurde leicht verletzt. Das Tier hatte sich bedroht gefühlt.

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Zwei Kinder haben in einem Waldstück in Lohnsburg (Oberösterreich) einen Waldbrand verursacht. Sie zündeten Äste an und liefen weg, als sich das Feuer ausbreitete. Laut Polizei konnte durch eine aufmerksame Anrainerin Schlimmeres verhindert werden.

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Medien

Nach kurzem Widerstand haben sich Afghanistans TV-Journalistinnen der Anordnung der radikalislamischen Taliban-Regierung gebeugt und ihre Gesichter bei ihren Fernsehauftritten bedeckt.

Moderatorinnen und Reporterinnen der Frühnachrichten in den wichtigsten afghanischen Sendern traten heute mit Kopftüchern und Gesichtsschleiern oder Masken auf, die nur noch ihre Augen sichtbar ließen. Zuvor hatten sich viele von ihnen noch widersetzt und mit unbedecktem Gesicht gezeigt.

Selbst Ehemännern droht Strafe

Das berüchtigte Ministerium für die Förderung der Tugend und die Verhütung des Lasters hatte alle TV-Journalistinnen angewiesen, nur noch mit bedeckten Gesichtern aufzutreten. Es setzte damit einen Erlass von Taliban-Anführer Hibatullah Achundsada durch, wonach sich Frauen und insbesondere Behördenmitarbeiterinnen nur noch vollverschleiert in der Öffentlichkeit zeigen sollen.

Bei Missachtung der Regeln droht ihnen Entlassung. Väter, Ehemänner oder männliche Vormünder der betroffenen Frauen müssen ebenfalls mit einer Strafe rechnen – ebenso wie TV-Manager, die diese Anordnung nicht durchsetzen.

Lifestyle

„Klimafreundlich und bequem über Nacht in die schönsten Städte und Ziele Europas“, so bewerben die ÖBB ihr Nachtzugsangebot. Fernreisen, auch untertags, erfreuen sich großer Beliebtheit. Auf Nachfrage von ORF.at heißt es: Zugsreisen in Europa sind „wieder stark gefragt“. Für den Sommerurlaub sollte man daher rasch reservieren, so der Appell. Doch gerade bei der Buchung ist beim „Terran“-Reisen noch längst nicht alles auf Schiene.

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Kultur

Zehn Theaterstücke an einem Abend gibt es nicht alle Tage. Anders beim Minidramen-Festival der Schlosstenne Burgstall bei Wies (Steiermark): Bis zum 31. Mai lotet man hier die Möglichkeiten des Genres aus.

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Leute

Prinz Charles (73) und Herzogin Camilla (74) spielen anlässlich des 70. Thronjubiläums von Queen Elizabeth II. in einer Folge der britischen Kult-Soap „EastEnders“ mit.

Der Thronfolger und seine Ehefrau tauchen dabei als Überraschungsgäste bei einer Jubiläumsparty in der Filmstraße Albert Square auf. „EastEnders“ läuft seit 1985 in der BBC und gilt als britisches Gegenstück zur „Lindenstraße“.

Prinz Charles und Herzogin Camilla in der Filmstraße Albert Square
APA/AFP/Aaron Chown

Das royale Paar hatte das Filmset in Elstree nordwestlich von London Ende März besucht – damals wurden auch die Szenen gedreht, wie nun bekanntwurde. Die Folge soll am 2. Juni ausgestrahlt werden, zum Auftakt der viertägigen Jubiläumsfeierlichkeiten. 2001 hatte auch die Queen selbst das „Eastenders“-Set besucht. Sie spielte aber nicht mit.

Panorama

Ein ausgewachsenes Wildschwein ist in Krakau (Krakow) in einen Kosmetiksalon gelaufen. Wie das Nachrichtenportal TVN24.pl gestern unter Berufung auf die Polizei berichtete, flüchteten Personal und Kunden verängstigt aus dem Laden und schlugen die Tür hinter sich zu. Daraufhin verwüstete das eingeschlossene Tier das Innere des Kosmetikstudios. Schließlich konnte das Wildschwein aber von Feuerwehrleuten, Tierrettung und einem Tierarzt eingefangen und an einen sicheren Ort außerhalb des Stadtgebiets gebracht werden.

Wie anschließend ein Sprecher der Stadtpolizei erklärte, entstand im Kosmetiksalon zwar großer Sachschaden, aber weder Menschen noch Wildschwein wurden verletzt. Das Nachrichtenportal veröffentlichte ein Amateurvideo, auf dem das Wildschwein hinter der geschlossenen Ladentür zu sehen ist und offenbar herauskommen will, während der Eingang von außen bereits von Einsatzkräften umstellt ist.

Sonderzug für Vierbeiner: 21 Hunde haben gestern in Japan eine außergewöhnliche Reise in einem Shinkansen-Hochgeschwindigkeitszug absolviert. Für die Zugsfahrt von Tokio in den Ferienort Karuizawa war eine Ausnahmegenehmigung nötig: Normalerweise müssen Haustiere im Shinkansen in Boxen transportiert werden, Hund und Transportbox dürfen zusammen höchstens zehn Kilogramm wiegen. Diesmal durften die Hunde sich frei bewegen. Ein ganzer Waggon war für die Haustiere und ihre Besitzer reserviert.

Zugpassagiere auf einer Fahrt mit ihren Hunden
APA/AFP/Behrouz Mehri

Die Sonderfahrt war die erste Reise speziell für Hunde der Bahngesellschaft Japan Railways. Es handelt sich um ein Pilotprojekt, laut einem Vertreter des Tochterunternehmens JR East Startup sollen weitere solcher Reisen organisiert werden.

„Wir haben viele Anfragen von Kunden erhalten, die eine entspannte Zeit mit ihren Hunden an Bord verbringen wollten“, sagte er gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Die Reise sei ein „großer Schritt zu haustierfreundlicheren öffentlichen Verkehrsmitteln“.