COV Inland

FPÖ-Chef Norbert Hofer (FPÖ) hat heute in der ORF-„Pressestunde“ kein gutes Haar an den Coronavirus-Maßnahmen der türkis-grünen Bundesregierung gelassen. Die Massentests lehne er ab, statt eines Lockdowns hätte es mit den Freiheitlichen ein „Wirtschaften mit Regeln“ gegeben. Die Verteilung von teilweise offenbar minderqualitativen Masken an Alters- und Pflegeheimen bezeichnete Hofer als „unfassbaren Skandal“.

Haltung zu den geplanten Massentests

Freilich stehe die Teilnahme an den Massentests jedem frei, Empfehlungen der FPÖ werde es dafür keine geben, so Hofer: „Es ist die persönliche Entscheidung jedes Bürgers.“ Dennoch bezeichnete Hofer diese als „maximalen Unsinn“, denn dadurch würden Kapazitäten aufgebraucht, die man anderswo, etwa in Pflege-, Alterswohnheimen und Kliniken, dringender bräuchte. Zudem seien die Tests unsicher, so Hofer: „Viele werden falsch positiv sein.“

Keine Empfehlung für Impfung

Für die angekündigte Impfung gegen das Coronavirus werde es ebenfalls keine Empfehlung von ihm gegeben. Es dürften aber nicht jene „verteufelt“ werden, die sich nicht impfen lassen, meinte der FPÖ-Chef im Hinblick auf fehlende Langzeitstudien und mögliche Impfschäden. Seine eigene Infektion mit dem Coronavirus habe seinen Umgang mit dem Virus nicht verändert.

FPÖ-Vorschläge als Alternative zum Lockdown

Wäre es nach der FPÖ gegangen, hätte es den zweiten Lockdown nicht gegeben. Stattdessen ein klares Regelwerk für Gastronomie, Schulen und Handel sowie den Schutz jener Gruppen, die besonders gefährdet sind. Dass man den Handel zugesperrt habe, sei ein Fehler gewesen, meinte Hofer und verwies auf Staus vor Einkaufszentren vor dem Lockdown. Diese würden sich nach der Öffnung wohl wiederholen. Der FPÖ wären etwa eine Reglementierung der Personen pro Quadratmeter und definierte Einkaufszeiten für Senioren lieber gewesen.

Für offene Skipisten

In der Diskussion über die Öffnung der Skigebiete sprach sich Hofer dafür aus, dass die Österreicher die Möglichkeit haben sollten, die Skipisten zu benutzen. Denn Bewegung im Freien sei positiv, und dazu zähle auch das Skifahren. 80 Prozent der Skigäste kämen aus dem Ausland, und diese würden wohl vorerst ausbleiben, daher werden auf den Pisten auch weit weniger Wintersportler unterwegs sein.

Forderung nach Verschärfungen nach Wiener Terroranschlag

Zum Terroranschlag in der Wiener Innenstadt vom 2. November sagte Hofer, dieser wäre mit der herrschenden Gesetzeslage zu verhindern gewesen und verwies auf Ermittlungspannen im Vorfeld. Im Kampf gegen den „politischen Islam“ brauche es konkrete Maßnahmen, denn Österreich habe sich durch die Flüchtlingsströme 2015 und 2016 verändert. Gefährdern gegenüber dürfe es keine „falsche Toleranz“ geben. Diese müssten außer Landes gebracht bzw. die Staatsbürgerschaft aberkannt werden, forderte der FPÖ-Chef einmal mehr.

Dass er in der übernächsten Woche einen Termin bei Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) habe, sei „nichts Außergewöhnliches“. Auch mit Bundespräsident Alexander Van der Bellen sei in nächster Zeit ein Telefonat geplant. Er führe immer wieder mit anderen Parteien Gespräche, so Hofer.

„Die Zahl der Neuinfektionen sinkt auch am 13. Tag des Lockdowns weiterhin, ist aber nach wie vor auf dramatisch hohem Niveau, die Lage ist weiterhin sehr ernst.“ Das sagte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) heute. Falls die Zahlen in den Spitälern nicht weiter steigen würden, könnte das Überschreiten der Kapazitäten bis hin zu dann drohenden Triagen verhindert werden.

Aber eine Überlastung der Intensivstationen wie derzeit kann und darf auch kein Dauerzustand sein. „Die nun verschobenen Eingriffe müssen rasch nachgeholt werden. Und im Dezember ist der Beginn der Grippewelle mit einer deutlichen Zusatzbelastung der Spitäler zu erwarten“, gab der Minister zu bedenken.

Erfreulich sei die Entwicklung der Reproduktionszahl, die mit 0,88 nun wieder deutlich unter eins liegt. Das sei die Voraussetzung für weiter sinkende Neuinfektionszahlen. Anschober: „Die kommende Woche, der letzte Teil des Lockdowns, muss zu einer massiven Verringerung der Neuinfektionszahlen führen. Dazu können und müssen wir alle einen Beitrag leisten.“

Die Wiener Massentests finden von 4. bis 13. Dezember täglich zehn Stunden lang statt. Damit sollen rund 140.000 Tests am Tag möglich sein. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, wie Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) heute berichtete.

Mehr dazu in wien.ORF.at

ÖVP-Bildungsminister Heinz Faßmann hat heute in einem Schreiben an die Schulen bekanntgegeben, wie die Coronavirus-Massentests für Lehrer am 5. und 6. Dezember ablaufen sollen. Ab Anfang kommender Woche sollen diese per Terminbuchungsplattform einen Testtermin in der Nähe ihres Wohnorts buchen können, bundesweit stehen dafür laut Schreiben 100 Teststationen zur Verfügung. In Wien, Tirol und Vorarlberg werden die Lehrer im Rahmen der allgemeinen Massentests mitgetestet.

Durch Buchung konkreter Termine sollen Wartezeiten an Ort und Stelle gering gehalten und Menschenansammlung vermieden werden, heißt es in dem Brief an die Lehrer und das Schulverwaltungspersonal in jenen sechs Bundesländern, in denen die Testung der Mitarbeiter von Schulen und Kindergärten den Auftakt der Massentest markieren (Burgenland, Niederösterreich, Oberösterreich, Kärnten, Steiermark, Salzburg).

„Zeitnahe“ Ergebnisübermittlung

Durch die Verbindung von Personaldaten mit einer eindeutigen Nummer eines Testkits sollen Verwechslungen von Testergebnissen ausgeschlossen werden, die Ergebnisse selbst sollen den Lehrern zeitnah etwa per SMS oder Mail übermittelt werden. In einem weiteren Schreiben Beginn kommender Woche sollen die Lehrer über den konkreten Anmeldeprozess informiert werden.

Im Brief an das Wiener Schulpersonal wird auf die allgemeinen Massentests vom 4. bis 13. Dezember in der Messe Wien, der Marx Halle und der Stadthalle verwiesen. Der Ablauf unterscheidet sich nur in einem Punkt: „Zur Qualitätssicherung wird bei positivem Antigen-Testergebnis gleich im Anschluss eine PCR-Testung durchgeführt.“ In Tirol und Vorarlberg sollen nähere Informationen zu den dortigen flächendeckenden Testungen zwischen 4. und 6. Dezember Anfang kommender Woche folgen.

Appell zur Teilnahme

In dem Schreiben appelliert Faßmann, an den Testungen teilzunehmen. „Sie bekommen nicht nur eine Momentaufnahme über Ihren Infektionsstand, sondern leisten einen wesentlichen Beitrag für einen sicheren Schulbetrieb.“

Das Gesundheits- und das Innenministerium haben 4.047 neu registrierte Coronavirus-Fälle (Stand: heute, 9.30 Uhr) innerhalb der letzten 24 Stunden vermeldet.

Die Zahl der Toten stieg laut Ministerien auf nunmehr 3.105. Mehr als 4.251 Covid-19-Erkrankte mussten im Spital behandelt werden, darunter 691 auf Intensivstationen. Bisher wurden 279.708 Menschen positiv getestet.

7-Tage-Inzidenz bei 363

Aussagekräftiger ist allerdings die Anzahl der positiv diagnostizierten Fälle über die vergangenen sieben Tage pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner (7-Tage-Inzidenz), diese liegt laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bei 363 (Stand: gestern, 14.00 Uhr).

Im AGES-Dashboard werden neue Fälle nicht mehr dem Einmeldezeitpunkt zugewiesen, sondern dem Termin der Labordiagnose, der schon Tage zuvor stattgefunden haben kann. Das macht die Kurve des Epidemieverlaufs genauer, verändert aber die bisher gern als Kennwert verwendete Zahl der neu gemeldeten Infektionen, die aber vom Innen- und Gesundheitsministerium weiterhin kommuniziert wird.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Erklärung für die Umstellung und die neue, genauere Zählweise in https://orf.at/corona

Ausland

Nach den gestrigen Protesten gegen das strikte Abtreibungsverbot in Polen hat eine Parlamentsabgeordnete schwere Vorwürfe gegen die Polizei erhoben. Ein Beamter habe ihr in Warschau aus nächster Nähe Tränengas ins Gesicht gesprüht, sagte Barbara Nowacka von der oppositionellen Bürgerkoalition der Zeitung „Gazeta Wyborcza“. Dabei habe der Polizist gewusst, dass sie eine Parlamentarierin sei, denn sie habe ihm ihren Abgeordnetenausweis vorgehalten.

Ein Sprecher des Polizeipräsidiums in Warschau kündigte heute eine Untersuchung des Vorfalls an, wie die Agentur PAP berichtete. Es sei unstrittig, dass Nowacka ihren Ausweis in der Hand gehalten habe. Man müsse freilich auch die Darstellung des Polizisten berücksichtigen. Der Journalist Adam Bysiek teilte auf dem Kurznachrichtendienst Twitter mit, auch er habe bei der Demonstration Tränengas abbekommen.

Kritiker bemängeln, dass die Polizei zunehmend härter gegen die Frauenproteste vorgehe. Im Oktober hatte das Verfassungsgericht in Warschau entschieden, dass Frauen selbst dann keine Abtreibung vornehmen dürfen, wenn das ungeborene Kind schwere Fehlbildungen aufweist. Seither gibt es Proteste. Das Abtreibungsrecht des stark katholisch geprägten Landes gehört zu den strengsten in Europa.

Im Konflikt über den Ausgang der US-Präsidentenwahl hat Amtsinhaber Donald Trump im umkämpften Pennsylvania eine weitere juristische Niederlage erlitten. Das oberste Gericht von Pennsylvania wies gestern eine Klage von Trumps Republikanern gegen das Wahlergebnis ab. Sie hatten gefordert, Briefwahlstimmen für ungültig erklären zu lassen bzw. gleich alle in dem Staat abgegebenen Stimmen zu annullieren und die Entscheidung über den Wahlsieg dem dortigen Parlament zu überlassen.

Die Richter wiesen beide Forderungen einstimmig zurück – auch den „außergewöhnlichen“ Vorschlag, alle 6,9 Millionen Wähler aus Pennsylvania zu „entrechten“. Die Klage richtete sich formell gegen ein Gesetz zur Ausweitung der Briefwahl in Pennsylvania von 2019, das Trumps Anwälte als verfassungswidrig bezeichneten. Die Richter wiesen die Klage jedoch als nicht fristgerecht ab, da das Gesetz schon seit mehr als einem Jahr in Kraft sei.

Der Demokrat Joe Biden hatte die Wahl in Pennsylvania mit einem Vorsprung von rund 81.000 Stimmen gewonnen. Am Dienstag hatte der Bundesstaat das Ergebnis der Präsidentschaftswahl und Bidens Sieg offiziell bestätigt.

Keine Beweise für Betrug

Trumps Wahlkampfteam war gegen den Wahlsieg Bidens in Pennsylvania vor Gericht gezogen, musste aber schon mehrere Niederlagen einstecken. Erst am Freitag hatte ein Bundesberufungsgericht eine Klage gegen die angeblich unfaire Abstimmung abgewiesen, weil keine Beweise für Wahlbetrug vorgelegt worden seien.

Trump hat seine Niederlage bei der Präsidentschaftswahl am 3. November immer nicht noch eingestanden und behauptet ohne Anführung irgendwelcher Belege, bei der Abstimmung habe es schweren Betrug gegeben. Am Donnerstag stellte Trump aber erstmals seinen Rückzug aus dem Weißen Haus in Aussicht. Auf die Frage, ob er das Weiße Haus verlassen werde, wenn das Wahlkollegium Biden am 14. Dezember zum neuen Präsidenten bestimmen sollte, antwortete der Präsident: „Sicher werde ich das tun.“

Inland

Für den Lehrlingsbonus, mit dem ausbildende Unternehmen gefördert werden, sind bisher rund 19,5 Mio. Euro ausbezahlt worden, das entspricht 10.772 Förderfällen. Rund 58 Prozent der Anträge verteilen sich auf Lehrlinge im Bereich Gewerbe und Handwerk, teilte das Wirtschaftsministerium am Sonntag mit. Der Lehrlingsbonus sichere Lehrplätze für 23.000 Lehrlinge, so Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP).

„Der Lehrlingsbonus ist eine Maßnahme, die doppelt hilft: Unsere heimischen Betriebe können weiterhin unser Vorzeigemodell Lehre anbieten, und gleichzeitig haben wir jungen Menschen in diesem schwierigen Jahr eine Perspektive geboten“, so Schramböck.

Im Berufsbildungsbeirat wurde ein neues Lehrberufspaket mit sechs überarbeiteten Lehrberufen beschlossen, zwei Lehrberufe (Forsttechnik, Zimmereitechnik) werden von „Ausbildungsversuchen“ zu „regulären“ Berufsbildern übergeleitet. Davon betroffen sind rund 3.800 Lehrlinge.

Die Bundesregierung stellt 14,2 Millionen Euro aus dem Auslandskatastrophenfonds (AKF) für akute Nothilfe in Ländern Afrikas, des Nahen und Mittleren Ostens sowie Asiens zur Verfügung. Das teilte das Büro von Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) in einer Aussendung mit. Beschlossen wird das am Mittwoch im Ministerrat. Die finanziellen Mittel gehen an UNO-Organisationen und NGOs wie das Rote Kreuz, die die Hilfe dann an Ort und Stelle leisten.

Wie der Aussendung zu entnehmen ist, sieht Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) durch die humanitäre Nothilfe u. a. eine Bekämpfung von Fluchtursachen. Unterstützt werden demgemäß auch Aufnahmeländer bei der Versorgung von Flüchtlingen, darunter der Libanon, Jordanien, Libyen, der Südsudan und Pakistan. Gelder fließen auch nach Mosambik und in den Iran.

Kogler und ÖVP-Außenminister Alexander Schallenberg erinnerten an die Pandemie, die Menschen in Krisen-, Konflikt- und Kriegsgebieten zusätzlich treffe. Schallenberg: „Die Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie in Österreich darf nicht unseren Blick auf die Entwicklungen in globalen Krisenherden und die Not trüben, die Abertausende Menschen weltweit tagtäglich quält.“

COV Ausland

Zwei hohe Staatsbeamte haben in der ostkroatischen Stadt Vukovar gegen geltende Coronavirus-Maßnahmen verstoßen und nach dem Einschreiten der Polizei randaliert. Wie das Internetportal Jutarnji.hr gestern Abend meldete, richtete sich der Behördeneinsatz in der Nacht zuvor gegen ein Lokal, das entgegen der Auflagen spät nachts geöffnet war und Alkohol ausschenkte.

Wie das Portal berichtete, nahm die Polizei einen Staatssekretär aus dem Veteranenministerium sowie den Leiter eines Gedenkzentrums für Massakeropfer aus dem Krieg 1991 mit auf die Wache. Die beiden sollen sich den Amtshandlungen der Polizisten widersetzt haben.

Der Leiter des Gedenkzentrums soll sich gegen die vorläufige Festnahme körperlich gewehrt haben. Er wurde unter Anwendung von Zwangsmaßnahmen abgeführt. Der Staatssekretär hatte sich im Lokal geweigert, den Polizisten seinen Ausweis zu zeigen. Er soll auf der Polizeiwache Inventar beschädigt haben. Beide Staatsbeamte wurden schließlich wegen Randalierens, Sachbeschädigung und Widerstands gegen die Staatsgewalt angezeigt und auf freien Fuß gesetzt.

In Singapur hat eine Frau ein Kind mit Coronavirus-Antikörpern zur Welt gebracht. Das Baby sei im November ohne Covid-19 geboren worden und trage Antikörper gegen das Virus in sich, berichtete die „Straits Times“ und zitierte die Mutter. Sie sei selbst im März infiziert gewesen, als sie schwanger war, habe aber nur schwache Krankheitssymptome gezeigt.

Der Fall gebe neue Hinweise auf eine mögliche Übertragung des Virus von der Mutter auf ihr Kind, hieß es in dem Bericht. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist noch nicht bekannt, ob eine Frau das Virus während der Schwangerschaft oder Entbindung auf ihren Fötus oder ihr Baby übertragen kann.

Tschechien lockert zum Weihnachtsgeschäft seine strengen Coronavirus-Beschränkungen. Von Donnerstag an dürfen alle Einzelhandelsgeschäfte und Restaurants wieder öffnen. Das gab die Regierung nach einer Sondersitzung des Kabinetts heute bekannt. Es gelten strenge Hygieneregeln und eine Begrenzung der Kundenzahl in Geschäften auf eine Person je 15 Quadratmeter.

Bisher sind nur lebensnotwendige Einkäufe erlaubt. Die Lockerungen waren ursprünglich bereits für Montag erwartet worden. Im Laufe der Woche werde mit einer „weiteren deutlichen Verbesserung der Situation“ gerechnet, begründete Gesundheitsminister Jan Blatny die Verzögerung. Die Maskenpflicht selbst im Freien bleibt bestehen.

Tschechien mit seinen 10,7 Millionen Einwohnern hatte noch vor Kurzem eine der höchsten Infektionsraten in Europa zu beklagen. Zuletzt entspannte sich die Lage etwas. Heute wurden 2.667 neue Fälle binnen 24 Stunden gemeldet. Seit Pandemiebeginn gab es insgesamt 518.649 bestätigte Infektionen und 8.054 Todesfälle.

Mit dem Übergang von Stufe vier auf drei im Warnsystem ab Donnerstag sind weitere Erleichterungen verbunden. Die nächtliche Ausgangssperre fällt. Es dürfen sich bis zu 50 Personen im Freien und zehn in Innenräumen versammeln. An Gottesdiensten dürfen in der Adventzeit maximal 30 Gläubige teilnehmen. Museen und Galerien können mit Einschränkungen öffnen, Theater und Kinos bleiben aber geschlossen.

Sport

„Kick it like Fuller“ könnte zum neuen Motto im American Football werden. Sarah Fuller war bis vor Kurzem die Torhüterin des Fußballteams ihrer Uni. Gestern schrieb die Medizinstudentin Football-Geschichte und betrat als erste Frau für ein renommiertes College das Feld: als Kickerin der Vanderbilt Commodores. Die Chance zu einem Field Goal erhielt sie jedoch nicht.

Lesen Sie mehr …

Red Bull Salzburg ist zurück in der Erfolgsspur. Nach vier sieglosen Pflichtspielen in Folge feierte der Tabellenführer der tipico-Bundesliga gestern zum Auftakt der neunten Runde bei spusu St. Pölten einen 8:2-Kantersieg und baute den Vorsprung auf den LASK und Rapid zumindest für einen Tag auf fünf Punkte aus. Die „Bullen“ schossen sich auch warm für den Auswärtsauftritt bei Lok Moskau am Dienstag in der Champions League, bei dem im fünften Match der erste Sieg angepeilt wird.

Lesen Sie mehr …

Science

Erste Studienergebnisse bieten Aufschluss darüber, warum eine Covid-19-Erkrankung bei Frauen tendenziell milder verläuft und seltener zu einer Hospitalisation oder zum Tod führt als bei Männern. Bettina Toth, Klinikdirektorin an der Innsbrucker Universitätsklinik für Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin, verwies im APA-Gespräch auf internationale Studien, die die positive Auswirkung weiblicher Hormone und des X-Chromosoms belegen.

Genderspezifische Unterschiede seien nicht nur vor der Menopause, sondern auch bei den 71- bis 83-jährigen Patienten signifikant. Das wirke sich auch auf Hormonersatztherapien aus, die von Frauen mit menopausalen Beschwerden in Anspruch genommen werden, so Toth. Unterschiedliche Studien würden darauf hindeuten, dass „weibliche Hormone im Zusammenhang mit Coronaviren etwas total Positives sind“.

Deutliche genderspezifische Unterschiede

Studien würden belegen, „dass es bei von SARS-CoV-, MERS- oder Covid-19-Viren induzierten Krankheiten deutliche genderspezifische Unterschiede in der Schwere sowie in der Hospitalisierungs- und Sterberate“ gäbe. Bei Covid-19-Toten liege, so erklärte die Gynäkologin, das Verhältnis bei rund 60 zu 40 Prozent. „Es sterben deutlich mehr Männer als Frauen an oder mit Corona, über alle Altersgruppen hinweg.“

Es stelle sich also die Frage, schlussfolgerte Toth, „warum es Frauen besser geht und wie man die Erkenntnisse auf die Behandlung coronakranker Menschen anwenden kann“. Eine Studie aus Wuhan würde erste spekulative Erkenntnisse liefern, dass sich weibliche Hormone, vor allem Östrogen, positiv auf eine Erkrankung auswirken.

Diese Erkenntnis habe in den USA bereits zu einer konkreten Interventionsstudie geführt. An Covid-19 erkrankte Männer und Frauen würden dort im Rahmen einer Phase-2-Studie mit Östrogenpflastern behandelt, berichtete Toth.

Abgesehen von Hormonen gebe es einen weiteren geschlechtsspezifischen Unterschied, der sich ersten Erkenntnissen nach auf den Verlauf einer Coronavirus-Infektion auswirke, so Toth aus. So sitze eine Vielzahl von Genen, die auf die Immunantwort reagieren, auf den X-Chromosomen, von denen Frauen zwei und Männer nur eines haben. „Deshalb könnte die Immunantwort bei Frauen stärker ausgeprägt sein als bei Männern.“

Wirtschaft

Die Vienna Insurance Group (VIG) kauft das Zentral- und Osteuropageschäft des niederländischen Versicherers Aegon. Der Kaufpreis betrage 830 Mio. Euro, das Closing der Transaktion werde für das zweite Halbjahr 2021 erwartet.

Mehr dazu in wien.ORF.at

Chronik

In einer Wohnung in Leoben (Steiermark) ist in der Nacht auf heute ein Brand ausgebrochen. Eine 77-jährige Bewohnerin konnte noch rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden. Sie erlitt leichte Verletzungen. Knapp 90 Einsatzkräfte standen im Einsatz.

Mehr dazu in steiermark.ORF.at

Eine 45-jährige Niederösterreicherin ist gestern Nachmittag beim Abstieg vom Schwarzenstein auf dem Gemeindegebiet von Eisenerz (Steiermark) ausgerutscht und über eine Felskante in die Tiefe gestürzt. Sie erlitt dabei tödliche Verletzungen.

Mehr dazu in steiermark.ORF.at

Noch glühende Asche eines Holzofens war Auslöser für einen Brand in Silz (Tirol) in der Nacht auf gestern. Durch das rasche Eingreifen von aufmerksamen Nachbarn konnte ein Großbrand des betroffenen Wohnhauses verhindert werden.

Mehr dazu in tirol.ORF.at

Eine Niederösterreicherin ist gestern bei einer Bergtour auf den Großen Pyhrgas (OÖ) tödlich verunglückt. Sie rutschte auf den teilweise vereisten Felsen aus und stürzte über senkrechte Felswände ab, gab die Polizei heute bekannt. Sie konnte nur noch tot geborgen werden.

Mehr dazu in ooe.ORF.at

Ein Wildschwein hat in einem Kaufhaus in Dinslaken (Nordrhein-Westfalen) randaliert und für einen Polizeieinsatz gesorgt. Das ausgewachsene Tier richtete in dem Geschäft erheblichen Schaden an, wie die Polizei mitteilte. Kunden seien auf Tische und Sessel geflüchtet. Verletzt wurde den Angaben nach aber niemand.

Zuvor war das Schwein gestern Nachmittag mehrmals gegen die automatische Eingangstür des Kaufhauses gelaufen. Es habe sich wohl selbst in der Glasfront erkannt und sein Spiegelbild gerammt, ehe es in das Geschäft eindrang. Das Tier flüchtete schließlich wieder ins Freie. Zuletzt sei es in der Nähe eines Waldstücks gesehen worden.

Nach einem Ausbruch der Vogelgrippe auf einer Farm im Norden von England sollen mehr als 10.000 Truthähne gekeult werden. Die Vögel sollten kontrolliert getötet werden, um die Ausbreitung der Seuche zu verhindern, wie die britische Umweltbehörde heute mitteilte.

Außerdem sei eine Sicherheitszone von mehreren Kilometer Umkreis um die betroffene Farm in North Yorkshire errichtet worden. „Wir schauen im Umkreis mit großer Dringlichkeit nach Hinweisen auf die Krankheiten, um die Seuche zu kontrollieren und zu eliminieren“, sagte die britische Chefveterinärin Christine Middlemiss.

Für den Menschen gilt die Vogelgrippe als ungefährlich. Auch die Lebensmittelsicherheit sei nicht gefährdet, hieß es von Public Health England. Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen auf der Farm würden eng beraten und begleitet. Auch in Deutschland und anderen Ländern hatte es in den vergangenen Wochen bereits Ausbrüche der Geflügelpest gegeben.

Kultur

Höhepunkt des Operngeschehens im November ist eine Mozart-Premiere im Theater an der Wien. Kabarettist Alfred Dorfer gibt heute mit „Le nozze di Figaro“ sein Debüt als Opernregisseur. Die Oper wird ab 20.15 Uhr live zeitversetzt auf ORF III, in „Erlebnis Bühne – Wir spielen für Österreich“, in tvthek.ORF.at und zeitgleich auf der Klassikplattform fidelio ausgestrahlt.

Dass am 12. Dezember doch auch noch die physische Premiere im Theater stattfinden kann (ursprünglich war der 7. Dezember geplant), wird nicht ausgeschlossen. Intendant Roland Geyer: „Man kann von Alfred Dorfer erwarten, dass er sehr genau die Beziehungsebenen zwischen den Figuren aufarbeitet. Und mit Florian Boesch haben wir einen Sänger, der in seiner darstellerischen Wucht einen sehr körperlichen Grafen spielen wird.“

„Le nozze di Figaro“ aus dem Theater an der Wien

Im Rahmen der ORF-III-Reihe „Wir spielen für Österreich“ wird am 29. November 2020 um 20.15 Uhr die coronavirusbedingt verschobene Neuproduktion von Mozarts „Le nozze di Figaro“ aus dem Theater an der Wien zu sehen sein.

Der Graf und seine Gräfin

Dorfer arbeitete gemeinsam mit Regisseurin Kateryna Sokolova an der Aufführung. Am Pult des Concentus Musicus Wien steht Stefan Gottfried – ihn verbindet über Nikolaus Harnoncourt eine langjährige Zusammenarbeit mit dem Theater an der Wien. Boesch, Artist in residence dieser Spielzeit, wird als Conte di Almaviva zu hören sein.

Als seine Gräfin debütiert die rumänische Sopranistin Cristina Pasaroiu am Theater an der Wien. Weiters zu erleben sind unter anderem Giulia Semenzato als Susanna, Robert Gleadow als Figaro und Patricia Nolz als Cherubino. Es singt der Arnold Schoenberg Chor unter der Leitung von Erwin Ortner.

Florian Boesch (Il Conte di Almaviva), Patricia Nolz (Cherubino), Giulia Semenzato 
(Susanna)
Theater an der Wien/Moritz Schell

Dorfer: „Musik meiner Kindheit“

Für Dorfer ist Mozart „die Grundmelodie meines Lebens“, wie er sagt: „Mozart ist die Musik meiner Kindheit, ich bin quasi mit Mozart und der Wiener Klassik aufgewachsen und habe sechs Jahre klassischen Klavierunterricht gehabt.“ Deshalb habe er zugesagt, und weil er wusste, dass das Theater an der Wien immer wieder bei genrefremden Künstlerinnen und Künstlern anfragt, etwa Christoph Waltz und Stefan Ruzowitzky.

Seinen Beruf als Satiriker soll man der Inszenierung nicht anmerken: „Wenn es am Schluss so ist, dass man die Handschrift eines Satirikers nicht bemerkt, also wenn man nicht das Gefühl hat: ‚Ach so, der kommt aus diesem Genre und möchte das auch in dieses Genre übertragen.‘“ Dorfer kündigte eine werktreue Inszenierung mit klassischem Bühnenbild an.

„Das Politische im Persönlichen“

Für Dorfer erzählt die Oper „das Politische im Persönlichen“. Mozart und seinem Librettisten Da Ponte sei es im aufgeklärten Umfeld des Josephinischen Wien meisterhaft gelungen, ein ständiges Oszillieren zwischen diesen Ebenen herzustellen.

Die Oper sei zudem eine großartige Parabel auf zwei lebensbestimmende Grundprinzipien, Liebe und Macht: „Mozart hat diese beiden Themen mit einer unfassbaren Genialität behandelt, ohne eine moralische Bewertung vorzunehmen.“

Mehr dazu in tv.ORF.at

Der britische Schauspieler David Prowse, bekannt geworden als Darsteller der „Star Wars“-Figur Darth Vader, ist Medienberichten zufolge tot. Er starb im Alter von 85 Jahren, wie etwa die britische BBC heute unter Berufung auf Agent Thomas Bowington meldete. „Möge die Macht immer mit ihm sein!“, sagte Bowington. Prowse sei nach kurzer Krankheit gestorben – ein Verlust für „Millionen von Fans auf der ganzen Welt“.

Seine Größe von fast zwei Metern soll Prowse zu seiner Rolle als Darth Vader verholfen haben, als 1977 der erste „Star Wars“-Film „Krieg der Sterne“ herauskam. Darth Vader steht in der berühmten Filmreihe auf der dunklen Seite der Macht und ist Gegenspieler des Helden Luke Skywalker.

In den Kampfszenen von Darth Vader war Prowse durch Fechter Bob Anderson ersetzt worden, der bereits 2012 im Alter von 89 Jahren gestorben war. „Obwohl er berühmt dafür war, viele Monster zu spielen – für mich und alle, die Dave kannten und mit ihm arbeiteten, war er ein Held in unserem Leben“, sagte Bowington laut BBC.

Der Maler, Bildhauer und Grafiker Gottfried Kumpf ist seit heute Ehrenbürger der Gemeinde Annaberg-Lungötz. Der Tag ist nicht zufällig gewählt, denn genau heute vor 90 Jahren wurde Kumpf in der Gemeinde im Salzburger Tennengau geboren.

Mehr dazu in salzburg.ORF.at und in burgenland.ORF.at

Lifestyle

Ob Aloe Vera, Ficus oder Monstera: Viele Menschen greifen zu Zimmerpflanzen, um die eigene Wohnung im Lockdown gemütlicher zu machen. Wie man die passende Pflanze auswählt, welche Arten besonders robust sind und welche Pflege nötig ist: Tipps für alle, die nicht unbedingt einen grünen Daumen haben.

Mehr dazu in help.ORF.at

Während es immer noch unklar ist, ob die Christkindlmärkte heuer öffnen, finden sich immer mehr Alternativen. Einige Anbieter haben inzwischen den Schritt ins Internet gewagt und bieten das vorweihnachtliche Erlebnis online an.

Mehr dazu in wien.ORF.at