COV Inland

In Wien, Niederösterreich und dem Burgenland wechseln die Schüler heute für vier Tage wieder ins Distance-Learning. Für die unter 14-Jährigen wird es auch diesmal bei Bedarf ein Betreuungsangebot an den Schulen geben. Voraussetzung für die Inanspruchnahme ist wie beim Präsenzunterricht die Absolvierung eines negativen „Nasenbohrer“-Tests.

In den anderen Bundesländern steht an den Volksschulen der gleiche Schulbetrieb wie vor Ostern auf dem Programm – an den Volksschulen also an allen vier Tagen Präsenzunterricht, an den anderen Schulen ein Schichtbetrieb. Ausgenommen sind jene Bezirke und Gemeinden, die eine Woche lang eine 7-Tage-Inzidenz von 400 aufweisen und wo der Anstieg nicht durch ein spezifisches Ereignis wie größere Betriebscluster erklärbar ist.

Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den abgelaufenen sieben Tagen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, liegt laut der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bei 242,3 (Stand: gestern, 14.00 Uhr). Das ist ein deutlicher Rückgang zum Vortag, der allerdings auf feiertagsbedingt weniger Tests zurückzuführen sein könnte.

Am deutlich höchsten ist die Zahl in Wien (322,8), gefolgt von Niederösterreich (278,3) und Salzburg (235,1). Am niedrigsten ist der Wert in Vorarlberg (127,2) und in der Steiermark (176,6).

Das Berichtsschema der AGES zeigt die Zahlen vom Vortag – wie die Meldung der Ministerien. Wesentlicher Unterschied zu den Ministeriumsmeldungen: Laborbestätigte Fälle, Tote etc. werden nicht zum Meldezeitpunkt dargestellt, sondern zum Diagnose- bzw. Sterbedatum. In der Darstellung in ORF.at wird auch täglich transparent gemacht, welchen Tagen die neu gemeldeten Fälle zugeordnet werden.

Ministerien melden 2.217 Neuinfektionen

Das Gesundheits- und das Innenministerium meldeten 2.217 neu registrierte Coronavirus-Fälle innerhalb der letzten 24 Stunden (Stand: gestern, 9.30 Uhr). 9.482 Menschen verstarben bisher an den Folgen des Coronavirus. Derzeit befinden sich 2.312 Personen aufgrund des Coronavirus in Spitalsbehandlung, davon 564 auf Intensivstationen.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Erklärung zur Zählweise und weiteren Fragen in ORF.at/corona

Auch im Parlament wird heute über CoV-Maßnahmen debattiert. In einer Sonderpräsidialkonferenz will Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka (ÖVP) einen neuerlichen Vorstoß dafür unternehmen, dass alle Abgeordneten FFP2-Masken tragen. Die Maskenverweigerung einiger FPÖ-Abgeordneter hat bei den letzten Sitzungen wieder für heftige Debatten gesorgt. Eine Maskenpflicht mit Sanktionen kann nicht verhängt werden, weil dies die Ausübung des passiven Wahlrechts behindern würde.

Dass Freiheitliche ohne Maske im Plenarsaal oder Ausschusslokalen unterwegs sind, hält Nationalratspräsident Sobotka für eine „grundsätzliche Provokation“. In der „Kronen Zeitung“ kündigte er an, das Thema wieder einmal zu besprechen. Er zeigte sich nicht abgeneigt, die Maskenpflicht – auch ohne Sanktionsmöglichkeit – jetzt doch zu verordnen, hoffte aber noch auf ein Einlenken der FPÖ.

Diese zeigte am Wochenende wenig Bereitschaft dazu: Parteichef Norbert Hofer sprach in einer Aussendung von einem „bedauerlichen Ablenkungsmanöver“ und einem Widerspruch zu einer Vereinbarung in der Präsidiale. Und er wies darauf hin, dass auch Mandatare anderer Fraktionen nicht immer Masken tragen würden. „Unverständnis“ zeigte Klubchef Herbert Kickl: Um „sündteures Geld“ seien Plexiglaswände angeschafft worden, mehrmals habe es auch eine gelockerte Sitzordnung gegeben. Und die Parlamentsdirektion habe bisher keinerlei Evidenz für die Wirksamkeit von Masken vorgelegt.

524 Anzeigen wegen der Missachtung von Ausgangssperren, 2.241 Anzeigen sowie 500 Organmandate aufgrund von Verstößen gegen das Covid-19-Maßnahmengesetz: Das hat eine vorläufige Bilanz des Innenministeriums von Gründonnerstag bis inklusive Ostersonntag ergeben, die gestern veröffentlicht worden ist.

Die Anzeigen und Organmandate betrafen vor allem das Missachten des Mindestabstands sowie die Nichteinhaltung der Maskenpflicht. Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) zeigte sich verärgert über einen Vorfall im Bereich des Schottentors in der Wiener Innenstadt, bei dem ein Maskenverweigerer Polizisten mit den Fäusten attackierte und zwei Beamte verletzte. „Es ist absolut inakzeptabel, dass Polizistinnen und Polizisten im Dienst angegriffen werden, und zeigt einmal mehr, wie herausfordernd der Dienst gerade jetzt während der Corona-Pandemie ist“, sagte Nehammer – mehr dazu in wien.ORF.at.

Kontrollen in Lokalen und an Grenzen

Franz Ruf, Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit, sagte in der ZIB2, die Bevölkerung habe sich weitestgehend an die Maßnahmen gehalten. An den Orten in Wien mit Maskenpflicht hätten rund 70 Prozent der Personen die Regeln eingehalten. Rund 30 Personen hätten sich von der Polizei überzeugen lassen und nur einige wenige Verstöße hätten zur Anzeige gebracht werden müssen.

Generaldirektor Ruf zum CoV-Polizeieinsatz

Im ZIB2-Interview nimmt Franz Ruf, Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit, Stellung zu den Kontrollen am Osterwochenende und den Polizeieinsätzen rund um die Coronavirus-Demonstrationen.

Während der Osterfeiertage standen im Schnitt etwa 8.000 Beamtinnen und Beamte pro Werktag im Dienst, am Wochenende waren es etwa 4.500. Von 1. bis 4. April wurden 13.339 Lokale und Veranstaltungsstätten überprüft und 432.762 Kontrollen an Österreichs Grenzen durchgeführt. Gründonnerstag inklusive wurden bis Ostersonntag in 20 Regionen mit hoher Inzidenz 36.065 Fahrzeuge und 48.019 Personen kontrolliert.

Seit Gründonnerstag gab es in ganz Österreich 28 Versammlungen mit Covid-19-Bezug, davon waren drei unangemeldet, und zwei wurden untersagt.

Ausland

Unter neuen Vorzeichen kommt es heute in Wien zu einem Treffen von Spitzendiplomaten, um das Atomabkommen mit dem Iran doch noch zu retten. Ziel ist ein Fahrplan, der die Rückkehr der USA zu der Vereinbarung ebnen und den Iran zur erneuten Einhaltung der Auflagen motivieren soll. Die Gesprächsrunde der verbliebenen Partner – Russland, China, Frankreich, Großbritannien und Deutschland – ist der erste Dialog mit dem Iran seit dem Amtsantritt von US-Präsident Joe Biden.

Neuer Anlauf nach Trump

Im Gegensatz zu seinem Amtsvorgänger Donald Trump will Biden das Wiener Abkommen von 2015 wiederbeleben. Einen direkten Kontakt zwischen den USA und dem Iran wird es nach Angaben aus Teheran in dieser Phase noch nicht geben. Das Abkommen gilt als ein wichtiger Baustein zur Rüstungskontrolle. Es soll die Islamische Republik am Bau einer Nuklearwaffe hindern. Die in Aussicht gestellte wirtschaftliche Zusammenarbeit mit dem Iran kam aufgrund des Kurswechsels unter Trump aber nie zustande. Die US-Sanktionen beantwortete Teheran mit dem Verstoß gegen immer mehr Auflagen.

Iran appelliert an Europäer

Der Iran appellierte an die europäischen Unterzeichnerstaaten des Atomabkommens, bei den USA auf eine Aufhebung ihrer Sanktionen hinzuwirken. Ob das Treffen erfolgreich sei, hänge davon ab, ob die Europäer die USA „an ihre Verpflichtungen erinnern“, sagte der Sprecher des Außenministeriums in Teheran, Said Chatibsadeh. Ziel des Treffens sei es, „über den Weg zur Aufhebung der Sanktionen zu sprechen“, betonte er.

Der neue Anlauf steht unter Zeitdruck. Im Iran wird im Juni ein neuer Präsident gewählt. Amtsinhaber Hassan Rouhani darf nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten. Sowohl der Wahlkampf als auch der neue Präsident oder eine Auswechslung des Verhandlungsteams nach der Wahl könnten Gespräche zur Lösung des Atomkonflikts viel schwieriger gestalten.

Russland optimistisch

Russland sieht Möglichkeiten für eine Einigung. „Wir müssen nichts Neues erfinden“, sagte Vizeaußenminister Sergej Rjabkow in Moskau der Agentur Interfax zufolge. Im Großen und Ganzen gehe es darum, zu dem 2015 ausgehandelten Atomabkommen zurückzukehren. „Kann das über Nacht gelingen? Wahrscheinlich ist es möglich, wenn es den politischen Willen dazu gibt.“ Alle Parteien müssten aber aufeinander zugehen, meinte Rjabkow. „Das ist durchaus machbar.“

Der im Straflager inhaftierte Kreml-Gegner Alexej Nawalny hat eine weitere Verschlechterung seines Gesundheitszustands beklagt. Man habe ihm 38,1 Grad Fieber sowie „starken Husten“ attestiert – seinen vor einigen Tagen begonnen Hungerstreik werde er trotzdem fortsetzen, hieß es gestern auf Nawalnys Instagram-Account.

Bereits drei seiner Mitgefangenen seien wegen Tuberkulose in ein Krankenhaus gebracht worden. Am Abend wurde bekannt, dass der Oppositionelle medizinische Hilfe bekommen habe. Nawalnys Anwältin Olga Michailowa sagte dem unabhängigen Internetsender Doschd, der Oppositionsführer habe in der Zeit im Straflager bereits 13 Kilogramm abgenommen.

Kritik an mangelnder medizinischer Versorgung

Der Strafvollzug wies nach einem Bericht der Zeitung „Iswestija“ an, dass der 44-Jährige wegen Anzeichen einer Atemwegserkrankung und erhöhter Temperatur untersucht werde. Dabei sei auch ein Coronavirus-Test vorgenommen worden. Nawalny stehe „unter Aufsicht von medizinischem Personal“, teilte die Behörde mit.

Schon seit Längerem berichtet der Oppositionspolitiker, der in einem Straflager rund 100 Kilometer östlich von Moskau inhaftiert ist, über starke Rückenschmerzen und Lähmungserscheinungen in einem Bein. Am vergangenen Mittwoch erklärte Nawalny, aus Protest gegen mangelnde medizinische Versorgung in einen Hungerstreik getreten zu sein.

Nawalny war im Februar in einem viel kritisierten Prozess zu einer mehrjährigen Straflagerhaft verurteilt worden. Die russische Justiz wirft ihm vor, in einem früheren Strafverfahren gegen Meldeauflagen verstoßen zu haben, während er sich in Deutschland von einem Mordanschlag mit dem Nervengift Nowitschok erholte.

Bei neuen Kämpfen in der sudanesischen Unruheregion Darfur sind nach Angaben der UNO mindestens 40 Menschen getötet worden. Mindestens 58 weitere Menschen seien bei den seit Samstag andauernden Kämpfen verletzt worden, erklärte das UNO-Büro für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) gestern. An den Kämpfen in der Stadt El Geneina seien arabische Nomaden und der Stamm der Massalit beteiligt, die Lage sei weiterhin „angespannt“.

Auch Augenzeugen hatten zuvor von heftigen Kämpfen in El Geneina, der Hauptstadt des Bundesstaats Westdarfur, berichtet. Nach ersten Zusammenstößen am Wochenende seien Schüsse und Explosionen zu hören gewesen. „Am Montag sind wir vom Geräusch von Schüssen aufgewacht“, sagte der Augenzeuge Abdelrahman Ahmed der Nachrichtenagentur AFP. Über der Stadt lag dichter Rauch.

Heftige Kämpfe schon im Jänner

Wodurch die neuen Kämpfe entfacht wurden, war zunächst unklar. Die Friedenstruppen der UNO und der Afrikanischen Union (AU) hatten zu Jahresbeginn nach 13-jähriger Mission mit ihrem Abzug aus Darfur begonnen. Nach Beginn ihres Abzugs hatte es bereits im Jänner in der Region heftige Kämpfe gegeben, bei denen mehr als 200 Menschen getötet worden waren.

In Darfur hatte im Jahr 2003 ein blutiger Konflikt zwischen Rebellengruppen und der Armee unter dem damaligen Präsidenten Omar al-Baschir begonnen, dem nach UNO-Schätzungen etwa 300.000 Menschen zum Opfer fielen. 2,5 Millionen Menschen wurden vertrieben.

In den vergangenen Jahren herrschte in der Region dann jedoch relative Ruhe. Konflikte zwischen arabischen Nomaden und Bauern anderer Volksgruppen um die Nutzung von Land und Wasser münden jedoch immer wieder in bewaffnete Konfrontationen.

In den USA steht der erste Testflug einer Hyperschallrakete offenbar bevor. Wie US-Fachmagazine berichten, soll der neu entwickelte Marschflugkörper AGM-183A in Kürze von einem Bomber des Typs B-52 abgefeuert werden und mehr als fünffache Schallgeschwindigkeit erreichen. Von der Navy bis zur Space Force haben so gut wie alle Waffengattungen bereits Bedarf angemeldet.

Aus einem aktuellen Bericht des US-Rechnungshofs geht hervor, dass seit 2015 bereits sieben Milliarden Dollar in die Entwicklung geflossen sind, weitere acht Milliarden sind bis 2024 budgetiert. Während die USA noch auf den ersten erfolgreichen Test warten, hat Russland sein erstes Testprogramm schon im März beendet. Im Juni soll der Zirkon-Marschflugkörper erstmals von einem U-Boot abgefeuert werden.

Mehr dazu in fm4.ORF.at

Jordaniens ehemaliger Kronprinz Hamsa hat nach Angaben des Hofes seine Loyalität zu König Abdullah II bekräftigt. Das Königshaus teilte am Montagabend mit, Prinz Hamsa habe eine entsprechende Erklärung unterzeichnet. Der Prinz steht eigenen Angaben zufolge seit Samstag in Zusammenhang mit der angeblichen Verschwörung gegen König Abdullah II. – er ist sein Halbbruder – unter Hausarrest.

„Die Interessen des Heimatlandes müssen über allem stehen, und wir alle stehen hinter Seiner Majestät dem König in seinen Bemühungen, Jordanien und seine nationalen Interessen zu schützen“, hieß es in der Erklärung, die Hamsa unterzeichnet haben soll.

Prinz Hamsa war bis 2004 Thronfolger des Königshauses, doch dann setzte der König ihn ab. Er hatte Prinz Hamsa wenige Jahre zuvor zunächst für das Amt bestimmt. Abdullah II. ernannte später seinen eigenen Sohn zum neuen Kronprinzen.

Die britische BBC veröffentlichte zuletzt ein Video, das der 41 Jahre alte Prinz Hamsa aus seinem Arrest aufgenommen haben soll. Darin erhebt er schwere Vorwürfe gegen König Abdullah II. Der jordanische Außenminister Aiman al-Safadi sagte am Sonntag, Untersuchungen hätten ergeben, dass Leute aus dem Umfeld des Prinzen zu „destabilisierenden“ Kräften in Kontakt stünden.

COV Ausland

Nordkorea will Medienberichten zufolge wegen der Corona-Pandemie nicht an den Olympischen Spielen in Tokio teilnehmen. Das habe das Nationale Olympische Komitee am 25. März beschlossen, berichtete „Sport in der Demokratischen Volksrepublik Korea“, eine Website über den Sport in dem abgeschotteten Land. Die Entscheidung sei getroffen worden, um „unsere Athleten vor der globalen Gesundheitskrise“ zu schützen, die durch das Coronavirus verursacht worden sei.

Nordkorea ist eines der wenigen Länder, die noch keinen einzigen Corona-Fall gemeldet haben. Beobachter gehen aber davon aus, dass es bereits zu Erkrankungen gekommen ist. Die Olympischen Spiele in Tokio sollen am 23. Juli starten.

Der britische Premierminister Boris Johnson hat die für England geplanten Coronavirus-Lockerungen ab dem 12. April offiziell bestätigt. „Am Montag, den 12., werde ich selbst zu einem Pub gehen und vorsichtig, aber unwiderruflich, ein Bier an meine Lippen führen“, sagte Johnson gestern in London.

Ab der kommenden Woche dürfen in England Pubs ihre Biergärten und Restaurants ihre Außenbereiche wieder öffnen – das Gleiche gilt für Zoos, Fitnessstudios, Friseure und nicht essenzielle Geschäfte. Die anderen britischen Landesteile legen ihre eigenen Coronavirus-Regeln fest. Die Infektionslage in Großbritannien hat sich in den vergangenen Wochen deutlich entspannt – die 7-Tage-Inzidenz lag zuletzt bei 44 Fällen pro 100.000 Einwohner.

Reisen ab Mitte Mai

Er hoffe, dass ab dem 17. Mai internationale Reisen wieder möglich seien, sagte Johnson. Es sei aber angesichts der hohen Infektionszahlen in anderen Ländern zu früh, dies zu entscheiden. Bis auf Weiteres gilt daher das derzeitige Verbot für internationale Reisen. Später soll ein Ampelsystem eingeführt werden, nach dem je nach Infektionslage im Reiseland unterschiedlich strenge Test- und Quarantäneregeln bei der Rückkehr gelten. Welche Länder als rot, gelb oder grün eingestuft werden und ab wann das Reiseverbot tatsächlich aufgehoben wird, soll kurz vor der Einführung bekanntgegeben werden.

Der Ministerpräsident des deutschen Bundeslands Nordrhein-Westfalen, Armin Laschet, hat sich angesichts der dritten Coronavirus-Welle für einen harten und kurzen Lockdown im April ausgesprochen. Mit einem solchen „Brücken-Lockdown“ müsse die Zeit überbrückt werden, bis viele Menschen geimpft seien, sagte der amtierende CDU-Chef gestern nach einem Besuch des Impfzentrums der Städteregion Aachen gemeinsam mit dem Präsidenten der Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Gernot Marx.

Vor diesem Hintergrund sprach sich Laschet für ein Vorziehen der für den 12. April geplanten Runde der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder auf die kommenden Tage aus.

Die Lage erfordere es, „dass wir nochmal in vielen Bereichen nachlegen und uns Richtung Lockdown bewegen“, sagte Laschet. Es seien nun mehr Tempo und klare Entscheidungen notwendig. Die Runde der Ministerpräsidenten mit Merkel müsse in dieser Woche in Präsenz tagen. „Wir dürfen nicht wieder eine Ministerpräsidentenkonferenz erleben wie beim letzten Mal. Mit stundenlangen Diskussionen, mit stundenlangen Auszeiten.“

Inland

Ist die Suspendierung angebracht oder nicht? Die Bundesdisziplinarbehörde hatte geurteilt, Sektionschef Christian Pilnacek solle trotz des Chatskandals weiterarbeiten. Das Justizministerium sieht das nun anders und legt Rechtsmittel ein. Am Zug ist nun das Verwaltungsgericht.

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Wirtschaft

US-Finanzministerin Janet Yellen hat sich für die Einführung einer globalen Mindeststeuer für international tätige Unternehmen ausgesprochen. Die USA arbeiteten mit der G-20-Gruppe führender Volkswirtschaften zusammen, um einen dahingehenden Konsens zu finden, sagte Yellen gestern. Das Ziel sei es, sich im Umgang mit den Konzernen nicht gegenseitig zu unterbieten.

„Zusammen können wir eine globale Mindeststeuer nutzen, um sicherzustellen, dass die Weltwirtschaft basierend auf gleichen Wettbewerbsbedingungen für internationale Unternehmen floriert und Innovation, Wachstum und Wohlstand ankurbelt“, sagte Yellen in einem Vortrag. Die frühere US-Regierung von Präsident Donald Trump hatte Bemühungen um eine globale Mindeststeuer für internationale Konzerne abgelehnt. Sie fürchtete, dass international tätige US-Konzerne dadurch schlechtergestellt würden.

Trump war auch gegen eine vor allem in Europa geforderte Digitalsteuer für Internetkonzerne wie Amazon, Google und Apple. Die neue Regierung von US-Präsident Joe Biden zeigt sich auch dafür offen und setzt auf eine Kompromisslösung im Rahmen der Verhandlungen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Nach Ansicht europäischer Kritiker zahlen die US-Konzerne zu wenig Abgaben in den von ihnen bedienten Märkten.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) wird heute seine neue globale Konjunkturprognose vorstellen. Der Fonds rechnet in diesem Jahr trotz der Pandemie mit einem stärkeren Wachstum als noch zuletzt angenommen. Im Jänner hatte der IWF ein Wachstum der globalen Wirtschaftsleistung um 5,5 Prozent erwartet. Nun sei mit einer „weiteren Beschleunigung“ zu rechnen, kündigte IWF-Chefin Kristalina Georgiewa vergangene Woche an.

Für 2022 hatte der IWF im Jänner ein globales Wachstum von 4,2 Prozent prognostiziert. Für die Euro-Zone erwartete er ein Wachstum der Wirtschaftsleistung um 3,6 Prozent, für das laufende Jahr um 4,2 Prozent. Die vergleichsweise hohen IWF-Prognosen sind zum Teil auch dadurch begründet, dass die entwickelten Volkswirtschaften im Vorjahr wegen der Coronavirus-Krise eine Rezession von historischem Ausmaß erlebten.

Eine Schließung von MAN Steyr hätte für die österreichische Wirtschaftsleistung und die Region enorme negative Folgen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Leiters der Initiative Wirtschaftsstandort OÖ, Friedrich Schneider. Es drohe ein BIP-Rückgang von 957 Millionen Euro und der Verlust von 8.400 Arbeitsplätzen – inklusive der Jobs im MAN-Werk.

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Gestern hat die Skisaison in Salzburg und Oberösterreich geendet. Der Sprecher der Salzburger Seilbahnen, Erich Egger, sprach von einem Minus von 80 bis 90 Prozent bei den Ersteintritten in die Skigebiete und von einem Minus bei den Kassenumsätzen von 85 bis 95 Prozent. Freilich variiere das von Skigebiet zu Skigebiet, je nach Nähe zum Ballungsraum.

In der Karwoche seien noch um die 1.000 Gäste pro Tag gekommen. „Am Vormittag war es noch schön zu fahren, ab 13.00 Uhr hätten wir aber eigentlich zusperren können.“ Die Leute seien bei dem schönen Wetter schon eher auf das Rad oder auf den Golfplatz umgestiegen.

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Sport

Bereits nach der ersten Runde in der Meistergruppe der tipico-Bundesliga scheint klar: Der Kampf um den Titel ist höchstens ein Fall für zwei. Während der drittplatzierte LASK in Tirol (0:2) abermals strauchelte, untermauerte Salzburg beim 3:1 gegen Sturm seine neuen Ambitionen. Nur Verfolger Rapid ist mit dem 8:1-Schützenfest beim WAC besser gestartet. Dreifachtorschütze Taxiarchis Fountas sagte seinem Ex-Club daraufhin den Kampf an.

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Fußballbundesligist SKN St. Pölten hat sich von seinem Trainer Robert Ibertsberger getrennt. Das gaben die Niederösterreicher am Ostermontag bekannt. Der 44-jährige Salzburger übernahm vor rund einem Jahr das Amt, in den letzten 13 Spielen gelang ihm aber nur ein voller Erfolg, weswegen ihm nun Sportchef Georg Zellhofer folgt.

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Neben dem FC Bayern gab es am Wochenende in der deutschen Fußballbundesliga zwei andere große Gewinner: Der VfL Wolfsburg und Eintracht Frankfurt haben jeweils einen großen Schritt Richtung Champions League gemacht. Dafür verantwortlich zeichnen mit Oliver Glasner und Adi Hütter zwei österreichische Trainer, die mit Außenseitern für Furore sorgen. Beide Coaches stehen ob ihres Erfolges auch im Zentrum von Spekulationen.

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Chronik

Der Chef der Polizei in der US-Stadt Minneapolis hat vor Gericht das Vorgehen des angeklagten Ex-Beamten Derek Chauvin gegen den getöteten Afroamerikaner George Floyd verurteilt. „In keiner Weise“ entspreche es den Richtlinien, der Ausbildung oder der Ethik und Werte der Polizei, dass Chauvin sein Knie auch dann noch auf den Nacken von Floyd gepresst habe, als dieser bereits auf dem Bauch am Boden lag, die Hände hinter dem Rücken gefesselt hatte und keinen Widerstand mehr zeigte, sagte Medaria Arradondo gestern im Zeugenstand.

„Hätte aufhören müssen“

„Es hätte aufhören müssen, als Herr Floyd aufhörte, sich zu wehren, und ganz gewiss, als er in Not war und versucht hat, das zu verbalisieren“, sagte Arradondo. Chauvin habe nicht nur Richtlinien zum Einsatz von Gewalt verletzt, sondern es auch versäumt, Vorschriften zur Deeskalation und Hilfeleistung zu befolgen.

George Floyd war am 25. Mai 2020 in Minneapolis bei einer brutalen Festnahme ums Leben gekommen. Nach seinem Tod kam es monatelang zu Massenprotesten gegen Polizeigewalt und Rassismus – und das mitten in der Coronavirus-Pandemie. Videos haben das Vorgehen der Beamten gegen den unbewaffneten Mann dokumentiert.

Arradondo hatte die vier am Einsatz beteiligten Polizisten entlassen. Seit einer Woche läuft in Minneapolis das Hauptverfahren gegen den weißen Ex-Polizisten Chauvin, der sein Knie gut acht Minuten lang auf Floyds Hals presste, obwohl dieser flehte, ihn atmen zu lassen. Der schwerwiegendste Anklagepunkt lautet auf Mord zweiten Grades ohne Vorsatz. Im Bundesstaat Minnesota stehen darauf bis zu 40 Jahre Haft.

Mehr als ein Jahr nach seiner Verurteilung wegen Sexualverbrechen ist der frühere Hollywood-Mogul Harvey Weinstein in Berufung gegangen. In gestern in New York eingereichten Gerichtsdokumenten erklären Weinsteins Anwälte, dem zu 23 Jahren Gefängnis verurteilten Filmproduzenten sei ein fairer Prozess verweigert worden.

Die Verteidiger argumentieren unter anderem, mehrere Frauen, die den 69-Jährigen in dem Prozess belastet hatten, hätten nicht aussagen dürfen, da ihre Vorwürfe gegen Weinstein nicht Teil der Anklage gewesen seien. „Das amerikanische Strafrechtssystem wurde entworfen, um Angeklagte auf Grundlage ihres Verhaltens zu verurteilen – nicht auf Grundlage ihres allgemeinen Charakters“, heißt es in der Berufung.

Im Februar 2020 verurteilt

Die Anwälte werfen zudem einer Geschworenen Befangenheit vor. Die Frau hatte ein Buch über ältere Männer geschrieben, die jüngeren Frauen nachstellen. Die Anwälte kritisieren zudem, der Vorsitzende Richter James Burke habe ein „unangemessen hartes und übertriebenes“ Strafmaß gegen Weinstein verhängt.

Eine New Yorker Geschworenen-Jury hatte den früheren Erfolgsproduzenten im Februar 2020 der Vergewaltigung in einem minder schweren Fall und der schweren sexuellen Nötigung schuldig gesprochen. Im folgenden Monat verhängte Burke eine 23-jährige Haftstrafe gegen Weinstein. Der Gründer des Miramax-Filmstudios sitzt die Strafe in einem Gefängnis im Bundesstaat New York ab. Es war erwartet worden, dass er in Berufung geht.

Weiterer Prozess soll noch folgen

In dem New Yorker Verfahren ging es um sexuelle Angriffe gegen zwei Frauen. Weinstein erwartet außerdem ein Prozess in Los Angeles wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung von mehreren weiteren Frauen.

Insgesamt haben rund 90 Frauen, darunter bekannte Schauspielerinnen wie Angelina Jolie, Salma Hayek und Gwyneth Paltrow, Weinstein sexuelle Belästigung oder Gewalt vorgeworfen. Das Bekanntwerden der Vorwürfe löste im Herbst 2017 die weltweite #MeToo-Bewegung gegen sexuelle Gewalt gegen Frauen aus.

Wegen einer neuen, rund 500 Meter langen Felsspalte hat es an dem auf Island seit Wochen sprudelnden Vulkan Fagradalsfjall einen größeren Polizeieinsatz gegeben. Der örtliche Polizeichef sagte gestern dem isländischen Sender RUV, Hubschrauber würden eingesetzt, um etwaige Wanderer auf dem Berg in Sicherheit zu bringen.

Spuckender Vulkan in der Nähe von Reykjavik
AP/Marco Di Marco

Auf der Webcam von RUV, die das Ausbruchsgeschehen seit zwei Wochen live überträgt, seien Menschen auf dem Berg zu sehen gewesen, sagte er. Diese könnten gefährdet sein – auch durch möglicherweise zunehmende Schwefelgase.

Keine Besucher mehr

Nach der Evakuierung sollte der Berg Fagradalsfjall für die Öffentlichkeit geschlossen werden.

Die Eruption, der die Isländer den Namen Geldingadalsgos gegeben haben, hatte Mitte März in einem abgeschiedenen Gebiet auf der Reykjanes-Halbinsel rund 30 Kilometer südwestlich von Reykjavik begonnen. Die an die Erdoberfläche tretende Lava stammt von einem unterirdischen vulkanischen System namens Krysuvik. Ein Ausbruch dieser Art hatte sich durch Tausende Erdbeben angekündigt.

Gestern ist ein Tourengeher bei einem Absturz im Gemeindegebiet von Neustift im Stubaital in Tirol ums Leben gekommen. Der Mann war Teil einer dreiköpfigen Gruppe, die bei der Abfahrt vom Zuckerhütl war, als es bereits in Talnähe zu dem Unfall kam.

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Jene 35-jährige Trafikantin, die am 5. März in Wien offenbar von ihrem Ex-Lebensgefährten mit Benzin übergossen und angezündet worden war, ist ihren schweren Verletzungen erlegen. Das bestätigte die Staatsanwaltschaft Wien. Der Tatverdächtige sitzt in U-Haft.

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Science

In Hofstätten an der Raab (Steiermark) haben zwei Biotechnologinnen jetzt ein CoV-Protein herstellen können, das bei der Herstellung eines Impfstoffs relevant sein könnte: das charakteristische Spike-Protein. Jetzt werden Investoren gesucht.

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Religion

Papst Franziskus hat die Katholiken in aller Welt aufgerufen, sich von der „Macht der Auferstehung“ Jesu inspirieren zu lassen. „Christus zu finden, bedeutet Frieden im Herzen zu finden“, sagte er am gestrigen Ostermontag beim Mittagsgebet im Vatikan.

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Kultur

Eine Stadt, zwei Künstler, sieben Kunstwerke: Beim Projekt „In this together“ in St. Pölten drücken Künstler ihre Fragen und Hoffnungen an und für Europa mit Neonschriftzügen und Zeichnungen auf Gebäuden aus.

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Medien

Wie gehen aktuelle Serienproduktionen und Filme nach einem Jahr mit der Pandemie um? „Nicht einmal ignorieren“, lautet die Devise bei den meisten. Schließlich soll wenigstens bei der Unterhaltung die Maskenpflicht pausieren. Einzelne Produktionen nutzen die Hygieneregeln, um Aktualität zu signalisieren. Nicht selten fügt das eine absurde Ebene hinzu.

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