Ausland

US-Präsident Joe Biden hat Israel nach dem Großangriff der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas erneut die feste Unterstützung seines Landes zugesichert. Der Angriff gegen Israel sei „ein Akt des puren Bösen“, sagte Biden gestern in einer Fernsehansprache im Weißen Haus. „Die USA stehen hinter Israel. Wir werden sicherstellen, dass der jüdische und demokratische Staat Israel sich verteidigen kann – heute, morgen, wie wir es immer getan haben.“

„Wie jedes Land der Welt hat Israel das Recht und sogar eine Pflicht, auf diese heimtückischen Angriffe zu antworten“, sagte Biden. Er rief den israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu, mit dem er kurz vor seiner Ansprache telefoniert hatte, zugleich indirekt zur Rücksichtnahme gegenüber Zivilistinnen und Zivilisten im Gazastreifen auf. „Terroristen greifen gezielt Zivilisten an und töten sie“, sagte Biden. Demokratien wie die USA und Israel würden sich dagegen an das Kriegsrecht halten.

US-Bürger verschleppt

Biden sagte, bei dem am Samstag gestarteten Hamas-Angriff seien „mindestens 14 amerikanische Bürger“ getötet worden. Er bestätigte zudem, dass sich unter den von der Hamas genommenen Geiseln auch US-Staatsangehörige befinden. „Wir wissen jetzt, dass sich amerikanische Bürger unter jenen befinden, die von der Hamas festgehalten werden.“ Biden kündigte an, dass US-Experten den israelischen Behörden helfen sollen, die Geiseln freizubekommen.

Der US-Präsident kündigte zudem an, wenn nötig weitere Streitkräfte in die Region zu entsenden. Die USA hätten nach Beginn des Hamas-Angriffs bereits zur „Abschreckung“ zusätzliche Kräfte in die Region entsandt, darunter einen Flugzeugträger. „Wir sind bereit, wenn nötig zusätzliche Mittel zu bewegen“, sagte Biden.

Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) hat gestern Nchmittag den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan in der Hauptstadt Ankara getroffen. Erdogan betonte nach einem Meeting im Präsidentenpalast vor Journalistinnen und Journalisten, dass die EU nur mit einer Teilnahme der Türkei vollständig sei. Nehammer sagte, dass die Europäische Union nicht die „geeignete Zukunftsvariante“ für Ankara sei. Dennoch habe Österreich „größtes Interesse“ an einer Kooperation mit der Türkei.

Erdogan präsentiert sich als Vermittler für Nahost und Ukraine

Konkret nannte der Kanzler Migration, Wirtschaft und Terrorbekämpfung. Erdogan pflichtete bei und meinte, dass der Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern gelöst werden müsse. Deshalb habe er bereits Kontakt zu Palästinenser-Präsident Mahmoud Abbas und Israels Präsident Jizchak Herzog aufgenommen. Seiner Meinung nach sollte es einen palästinensischen Staat mit der Hauptstadt Ostjerusalem und einen „fairen Frieden“ geben.

Denn die Gefahr sei groß, dass sich der Konflikt ausweite. Ziel sei es, dass die Region zur Ruhe komme. „Wir rufen alle Seiten auf, hierbei Verantwortung zu übernehmen“, erklärte Erdogan weiter, der betonte, dass er gegen ein Ende der Hilfsgelder für Gaza sei.

Bezüglich des Ukraine-Krieges wollte Erdogan noch Dienstagabend mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin telefonieren. Denn der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine könne nur durch Diplomatie beendet werden. Zudem setze er sich dafür ein, dass der Getreidedeal weiterlaufe.

Nehammer für Fortführung des EU-Türkei-Deals

Nehammer stimmte Erdogan zu und betonte, dass bei der Migration der EU-Türkei-Deal weitergeführt werden solle. Zudem seien der Kampf gegen die Schlepperei und der Grenzschutz wichtig. Er erklärte, dass es selbstverständlich gewesen sei, dass Österreich nach dem schweren Erdbeben in der Türkei Soldaten zur Unterstützung geschickt habe. „Man ist eben füreinander da, auch wenn es schwierig wird.“

An der Pipeline, die Gas von Estland nach Finnland transportiert, ist nach Angaben Helsinkis wahrscheinlich durch „äußere Einwirkung“ ein Schaden entstanden. „Es ist wahrscheinlich, dass der Schaden sowohl an der Gaspipeline als auch an dem Telekommunikationskabel das Ergebnis äußerer Einwirkung ist“, erklärte der finnische Präsident Sauli Niinistö gestern.

Die Pipeline transportiert Gas von Estland nach Finnland und war am Sonntag wegen eines Druckabfalls geschlossen worden.

Grafik zum Leck an der Gaspipeline Balticconnector
Grafik: APA/ORF

Nach einer vorläufigen Beurteilung sei der Schaden weder durch die normale Nutzung noch durch Druckschwankungen zu erklären, sagte auch Ministerpräsident Petteri Orpo auf einer Pressekonferenz in Helsinki. Es sei wahrscheinlich, dass das Leck auf äußere Einwirkungen zurückgeht.

Die finnische Kriminalpolizei leitete eine Untersuchung zu dem Vorfall ein. Auf die Frage, ob es einen Grund für den Verdacht einer Beteiligung Russlands gebe, wich Orpo aus. Das Wichtigste sei, dass die Sache ordentlich untersucht werde. Man lebe in unruhigen Zeiten, aber es gebe keinen Grund, sich Sorgen zu machen.

Die Reparatur der Pipeline dürfte nun mehrere Monate dauern, wie Behördenvertreter auf der Pressekonferenz einschätzten. Der stellvertretende Chef des finnischen Grenzschutzes, Markku Hassinen, berichtete von einer deutlichen Beschädigung des Rohres. Der Schaden scheine durch einen externen Akteur verursacht worden zu sein. Diese Informationen seien an die Kriminalpolizei weitergeleitet worden.

Russland ist bei der Wahl für einen Sitz im Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen gescheitert. Bulgarien und Albanien bekamen bei dem Votum für osteuropäische Staaten in der UNO-Vollversammlung in New York gestern die nötige Mehrheit der 193 UNO-Mitglieder. Bulgarien erhielt 160 Stimmen, Albanien 123, für Russland stimmten 83 Länder.

Die geheime Abstimmung wurde als Stimmungstest dafür gesehen, wie salonfähig Russland mehr als eineinhalb Jahre nach dem Einmarsch in die Ukraine weltweit wieder ist.

Die Wahl neuer Mitglieder fiel dieses Jahr in eine Zeit, in der viele Länder gerade im Globalen Süden damit hadern, der von den westlichen Industrienationen verfolgten harten Linie gegenüber Russland zu folgen.

Einige Wochen nach dem Angriff auf die Ukraine – im April 2022 – hatte die Vollversammlung der Vereinten Nationen die Mitgliedschaft Russlands ausgesetzt. Moskau erklärte daraufhin seine Mitgliedschaft für vorzeitig beendet. 93 Mitglieder stimmten damals für eine von Großbritannien und den USA eingebrachte Resolution zur Suspendierung, 58 Mitglieder enthielten sich, und 24 Mitglieder stimmten dagegen.

Inland

Heute Vormittag wird vom Fliegerhorst Hörsching (Oberösterreich) ein Hercules-Flugzeug des Bundesheeres nach Zypern starten, um von dort Österreicher an vorerst fünf Einsatztagen aus Israel zu holen. Das Transportflugzeug werde die Ausreisewilligen nach Zypern bringen. Dann gehe es mit Linienflügen weiter. Laut Informationen aus dem Außenministerium haben sich bis gestern Abend rund 300 ausreisewillige Österreicherinnen und Österreicher bei der Botschaft in Tel Aviv gemeldet.

Nachdem wegen der Kriegslage zahlreiche Fluglinien ihre Flüge in Israel bis auf Weiteres eingestellt haben, hat die Bundesregierung beschlossen, mehrere Evakuierungsflüge mit dem Bundesheer durchzuführen.

Das Außenministerium ruft alle Österreicherinnen und Österreicher, die das Angebot in Anspruch nehmen möchten, auf, sich per E-Mail mit der österreichischen Botschaft in Tel Aviv in Verbindung zu setzen und die Kontaktdaten an tel-aviv-ob@bmeia.gv.at bekanntzugeben.

Mit zwei Besatzungen inklusive Technikern und Soldaten des Jagdkommandos sowie psychologischen Betreuern – rund zehn Personen insgesamt – wird die Hercules C-130 heute 10.30 Uhr abheben, um am frühen Nachmittag auf dem Flughafen Paphos in Zypern zu landen. Die Hercules hat Kapazität für rund 60 Passagiere.

ÖVP, Grüne und SPÖ haben gestern im Wirtschaftsausschuss ein Gesetz auf den Weg gebracht, das die Versorgungssicherheit bei Gas stützen soll. So sollen Energieversorger dazu verpflichtet werden, mehr Gas für Notfälle einzulagern. Außerdem wird die strategische Gasreserve bis 2026 verlängert.

Die Maßnahmen waren von der Regierung bereits in Aussicht gestellt worden, mit Zustimmung der SPÖ ist nun auch die erforderliche Zweidrittelmehrheit im Plenum gesichert.

Versorgung soll gesichert werden

Angedacht ist, dass Energieunternehmen die Versorgung von privaten Haushalten und unverzichtbaren sozialen Diensten (darunter etwa die Gesundheitsversorgung) für 45 Tage sichern.

Konkret sollen die Energieversorger dafür den Bedarf anhand des Verbrauchs ihrer Kunden messen und als Reserve bereithalten, erklärte Lukas Hammer, Energiesprecher der Grünen, gegenüber der APA.

Der Zeitraum reduziert sich auf 30 Tage, wenn der jeweilige Versorger nicht russisches Gas einspeichert. Das Gleiche gilt für Gaskraftwerke zur Erzeugung von Strom, die Gasvorräte für die Stromproduktion einlagern sollen.

Die Staatsanwaltschaft Korneuburg (Niederösterreich) hat die Ermittlungen in der Cobra-Affäre um zwei Personenschützer von Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) eingestellt.

Der Verdacht des Amtsmissbrauchs habe sich nicht erhärtet, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Korneuburg, Josef Mechtler, gestern der APA und bestätigte damit einen „Kurier“-Bericht (Onlineausgabe). Der Kanzler war als Verdächtiger geführt worden.

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Der Misstrauensantrag gegen den Wiener Ärztekammer-Präsidenten Johannes Steinhart in einer außerordentlichen Vollversammlung ist gescheitert. Von 81 gültigen Stimmen sprachen sich 44 für eine Abwahl aus, womit die erforderliche Zweidrittelmehrheit verfehlt wurde, teilte die Ärztekammer Wien in der Nacht mit. Ein Neuwahlantrag wurde auf die nächste Vollversammlung am 12. Dezember vertagt.

„Ich bedauere das Bild, das durch die politischen Kämpfe der letzten Monate entstanden ist“, zitierte die Aussendung Steinhart. „Deshalb bin ich froh, dass die heutige außerordentliche Vollversammlung bei einigen Themen Klarheit gebracht hat. Es muss jetzt endlich wieder Sacharbeit stattfinden – von den Honorarverhandlungen über Impfservice bis hin zu den Herausforderungen in den Spitälern.“

Steinhart wird von seinen Gegnern ein katastrophaler Umgang mit der Krise in der Wiener Ärztekammer vorgeworfen. Im Wesentlichen geht es um Vorwürfe rund um die Beschaffungsplattform Equip4Ordi (E4O) – einer ausgelagerten Tochtergesellschaft der Kurie der niedergelassenen Ärzte. Derzeit ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Untreue, Begünstigung und des schweren Betrugs – unter anderem wird auch Steinhart, der damals Obmann der Niedergelassenen-Kurie war, als Beschuldigter geführt. Dieser weist alle Vorwürfe zurück und weigert sich, zurückzutreten. Steinhart dürfte auch noch genug Fraktionen hinter sich haben, um den angekündigten Misstrauensantrag zu überstehen.

Der Machtkampf war zuletzt eskaliert. Bei einer Sitzung der Kurie der niedergelassenen Ärzte im September soll es sogar zu Handgreiflichkeiten gekommen sein. Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) appellierte denn auch an alle Beteiligten, „zur Vernunft zurückzukehren“ und mahnte die Standesvertretung, darauf zu achten, welches Bild sie nach außen abgibt.

In der Nacht auf gestern ließ die Wiener Ärztekammer in einer Aussendung wissen, dass die Kurie der niedergelassenen Ärzte in einer siebenstündigen Sitzung am Montag den „Stillstand“ überwunden habe, sogar von „Aufbruchstimmung“ war die Rede. Kurienobmann Erik Randall Huber – er hatte die Vorwürfe gegen die Beschaffungsplattform Equip4Ordi ans Licht gebracht – hatte bereits Ende letzter Woche seinen Rückzug verkündet. Seine Nachfolge soll bei der nächsten ordentlichen Kuriensitzung am 16. Oktober gewählt werden.

Temporär übernahm die stellvertretende Kurienobfrau Naghme Kamaleyan-Schmied. „Die Kurie hat seit langem endlich wieder produktiv gearbeitet“, betonte sie in der Aussendung. „Die Kurie ist wieder handlungsfähig. Die heutige Kuriensitzung hat gezeigt, dass die Vertreterinnen und Vertreter der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte in Wien entschlossen sind, Differenzen aus der Vergangenheit zu überwinden und sich den bevorstehenden Herausforderungen und Chancen mit erneuertem Engagement und gemeinsamem Fokus zu stellen.“ Unter anderem seien der Kurienausschuss zur Causa Equip4Ordi einstimmig verlängert und das Dienstverbot von Yvetta Zakarian im Ärztefunkdienst, das ihr nach eher ungustiöser Kritik an Huber auferlegt worden war, aufgehoben worden.

Ukraine-Krieg

Die russische Armee hat nach ukrainischen Angaben gestern die im Osten des Landes gelegene Stadt Awdijiwka unter „massiven“ Beschuss genommen. „Der Feind versucht, die Stadt zu umzingeln“, sagte der Chef der Militärverwaltung, Vitaly Barabasch, der Nachrichtenagentur AFP. Die Situation verschlechtere sich zusehends. Der Beschuss der Stadt habe am Morgen gegen 08.00 Uhr begonnen „und er hält immer noch an“, sagte Barabasch am Nachmittag.

„Das Risiko, dass die Stadt besetzt wird, besteht seit einem Jahr. Aber heute verschlechtert sich die Situation schnell.“ In Awdijiwka leben den Angaben zufolge derzeit noch rund 1600 Einwohner, vor Beginn des russischen Angriffskrieges waren es 30.000. Die Stadt liegt 13 Kilometer entfernt von Donezk, der „Hauptstadt“ der gleichnamigen von Russland kontrollierten ukrainischen Region.

Deutschland hat weitere Militärhilfe für die Ukraine in Höhe von gut einer Milliarde Euro bekanntgegeben. Es handle sich um „Luftverteidigung, Munition und Panzer“, sagte Verteidigungsminister Boris Pistorius gestern. „Wir erhöhen mit diesem neuerlichen ‚Winterpaket‘ die Einsatzbereitschaft der ukrainischen Streitkräfte in den kommenden Monaten noch weiter.“

Den Angaben zufolge treffen in den kommenden Wochen zudem weitere zehn Kampfpanzer des Typs Leopard 1A5, drei weitere Flugabwehrkanonenpanzer Gepard sowie 15 geschützte Transport- und knapp 20 geschützte Sanitätsfahrzeuge in der Ukraine ein.

Wirtschaft

Der wieder aufgeflammte Nahost-Konflikt ist laut Weltbank-Chef Ajay Banga eine weitere Belastung für die Weltwirtschaft. Das werde es den Notenbanken schwerer machen, ihr Ziel zu erreichen, die Inflation mit höheren Zinsen zu bekämpfen, sagte Banga gestern der Nachrichtenagentur Reuters.

Sie seien zuletzt etwas zuversichtlicher gewesen, dass trotz plötzlicher und starker Zinserhöhungen die Wirtschaft nicht zu sehr abgewürgt werde. Eine „sanfte Landung“ werde nun härter zu erreichen. „Es sind eine humanitäre Tragödie und ein ökonomischer Schock, die wir nicht brauchen.“

Der IWF zeichnete heute in seinem aktualisierten Ausblick für die Weltwirtschaft ein eher düsteres Bild. Auch nächstes Jahr dürfte die Weltwirtschaft nicht richtig in Schwung kommen. Dabei wurden die Angriffe der radikal-islamischen Hamas-Miliz auf Israel noch nicht berücksichtigt.

IWF-Chefvolkswirt Pierre-Olivier Gourinchas sagte Reuters, mehrere Szenarien seien denkbar. Es sei aber noch zu früh für eine Analyse. Die Ölpreise seien zuletzt um vier Prozent gestiegen – aus Sorge um Produktions- oder Transportunterbrechungen. Ein zehnprozentiger Anstieg der Ölpreise würde das Wachstum der Weltwirtschaft im Jahr danach um rund 0,2 Prozent dämpfen, die Inflation zugleich um etwa 0,4 Prozent anheizen.

Sport

Red Bull Salzburg hat in der Champions Hockey League (CHL) eine bittere Niederlage kassiert. Österreichs Meister unterlag gestern Abend den Belfast Giants mit 0:1 nach Verlängerung und hat nach der vierten Niederlage im fünften Gruppenspiel kaum mehr Chancen auf die Play-offs. Vier Sekunden vor Ende der Overtime gelang Daniel Tedesco (65.) das entscheidende Tor.

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Der SK Rapid und der SK Puntigamer Sturm Graz haben nach dem ausschweifenden Einsatz von Pyrotechnik ihrer Fans hohe Geldstrafen ausgefasst. Wie die Admiral Bundesliga nach der Sitzung des Strafsenats gestern mitteilte, müssen die Grazer 100.000 Euro bezahlen, die Wiener 50.000 Euro.

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Wie erwartet hat der Europäische Fußballverband (UEFA) die beiden Endrunden der Europameisterschaften 2028 und 2032 an insgesamt sieben Verbände vergeben. In fünf Jahren findet das Turnier in Großbritannien (England, Schottland, Wales, Nordirland) und Irland statt, vier Jahre später in Italien und der Türkei. Das wurde gestern offiziell.

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Umwelt & Klima

Europas Anbaugebiete für Brauhopfen leiden unter der Erderwärmung. Eine neue Studie geht von einem Ertragsminus zwischen vier und 18 Prozent in den Jahren 2021 bis 2050 im Vergleich zum Zeitraum 1989 bis 2018 aus. Auch die für die Bitternoten im Bier verantwortlichen Säuren würden sich um bis zu 31 Prozent reduzieren.

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IT

Die Ex-Freundin und frühere Geschäftspartnerin des wegen Betrugs angeklagten Kryptounternehmers Sam Bankman-Fried hat den 31-Jährigen vor Gericht schwer belastet. Caroline Ellison sagte gestern vor einem Bundesgericht in New York, sie und Bankman-Fried hätten „rund 14 Milliarden Dollar“ (rund 13,3 Milliarden Euro) von Kundinnen und Kunden der Kryptowährungsplattform FTX veruntreut. Bankman-Fried habe sie damals angewiesen, „diese Verbrechen zu begehen“.

Der einst als Kryptowunderkind gefeierte Unternehmer habe „das System errichtet“, über das Kundengelder von FTX in seinen Krypto-Investmentfonds Alameda Research geflossen seien, sagte die frühere Chefin von Alameda und jetzige Kronzeugin der Anklage weiter. Das Geld sei „für Investitionen und zum Zurückzahlen von Schulden“ verwendet worden.

Kundengelder in hochriskante Investitionen gesteckt

Die damals weltweit zweitgrößte Kryptobörse FTX war im November pleitegegangen, was ein Erdbeben in der Kryptowelt auslöste. Bankman-Fried – Spitzname „SBF“ – hatte zuvor wie kein anderer den Aufstieg von Kryptowährungen hin zu einer vermeintlich seriösen Investition verkörpert.

Das Geschäftskonstrukt brach jedoch zusammen, als bekannt wurde, dass FTX Kundengelder teilweise nutzte, um den ebenfalls von Bankman-Fried gegründeten Krypto-Investmentfonds Alameda Research zu stützen, der teils hochriskante Investitionen tätigte. Anlegerinnen und Anleger zogen in Panik ihre Fonds ab, was zur Pleite von FTX führte. Am Ende fehlten rund 8,7 Milliarden Dollar.

Österreicherinnen und Österreicher müssen ihre digitale Identität ab 5. Dezember endgültig wechseln. Mit diesem Datum ersetzt die ID-Austria die bisher ebenso in Verwendung befindliche Handysignatur endgültig.

Digitalisierungsstaatssekretär Florian Tursky (ÖVP) begründete den Wechsel mit den technischen Sicherheitsstandards. Zudem entspreche die ID-Austria auch den europäischen Standards, sie werde auch im EU-Ausland akzeptiert.

„Österreich hat eine sehr gute und starke Tradition, was digitale Signaturen betrifft“, sagte Tursky gestern vor Journalistinnen und Journalisten. Zu einem „Digitalisierungsboost“ habe zusätzlich die Pandemie geführt. 2,8 Millionen Nutzer habe die Handysignatur derzeit, 1,5 Millionen würden aber bereits die ID-Austria im Pilotbetrieb besitzen.

Arbeitnehmerveranlagung häufigster Anwendungsfall

Häufigster Anwendungsfall für einen digitalen Amtsweg ist die Plattform Finanz.online, über die etwa die Arbeitnehmerveranlagung durchgeführt werden kann.

Der – schon seit Längerem mögliche – Umstieg von der Handysignatur auf die ID-Austria soll laut Tursky einfach und niederschwellig erfolgen. Wer sich ab 5. Dezember in die bestehende Handysignatur einloggt, wird in wenigen Schritten sein Konto auf die Basisversion umstellen können.

Die Vollfunktion der ID-Austria mit weit mehr Möglichkeiten kann aber nur durch eine Behörde freigeschaltet werden, da dazu die persönliche Identifizierung etwa über einen Pass erforderlich ist.

Chronik

Ein Erdbeben der Stärke 6,3 hat den Westen Afghanistans erschüttert. Nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS ereignete es sich in der Region, in der bei einem ähnlich starken Beben am Wochenende mehr als 2.000 Menschen ums Leben gekommen waren.

Das Epizentrum des Bebens lag demnach etwa 29 Kilometer nördlich der Stadt Herat.

Die steirische Polizei hat am Abend bei einem Einsatz in Wagna (Bez. Leibnitz) zwei männliche Leichen entdeckt. Bei den Toten dürfte es sich um Vater und Sohn handeln, so die Behörde in einer Aussendung. Dem Leichenfund ging offenbar ein Familienstreit voraus, die genauen Umstände seien aber noch unklar. Es bestehe Mordverdacht, das Landeskriminalamt ermittle, teilte die LPD Steiermark der APA auf Anfrage mit.

Nach Angaben der „Kronen Zeitung“ (online) sollen zuvor Schüsse in dem Wohnhaus gefallen sein. Dies konnte die Polizei gegenüber der APA vorerst nicht bestätigen. Laut LPD war gegen 19.25 Uhr bei der Polizei ein Notruf wegen eines Familienstreits eingegangen. „Krone“ und „Kleine Zeitung“ (online) hatten berichtet, es seien mehrere Polizeistreifen und das Einsatzkommando Cobra vor Ort gewesen. Es kam auch zu einer vorübergehenden Straßensperre im Bereich der B67.

Ein 28-Jähriger soll in der Nacht auf den 3. Oktober eine 21-jährige Frau in Wien vergewaltigt haben. Er soll sie in sein Auto gezerrt und sie anschließend an einem anderen Ort vergewaltigt haben. Der Verdächtige konnte festgenommen werden.

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Eine am Wiener Handelsgericht anhängige Millionenklage gegen den Hersteller der PCR-Test-Kits des Wiener CoV-Testprogramms „Alles gurgelt“, Lead Horizon, ist vom Tisch. Die Streitparteien einigten sich gestern bei einem Verhandlungstermin auf einen Vergleich.

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Ein Großbrand am Londoner Flughafen Luton hat den Flugbetrieb an dem Airport gestern Abend zum Erliegen gebracht. „Alle Flüge sind derzeit ausgesetzt, während Einsatzkräfte eine Brand im Terminal Parkplatz 2 bekämpfen“, teilte der Flughafen auf Twitter (X) mit. Der Zugang zum Flughafen sei derzeit eingeschränkt, hieß es weiter. Die Menschen wurden aufgerufen, nicht anzureisen. Auf Videos in sozialen Medien war zu sehen, wie Flammen aus der obersten Etage eines mit vielen Autos besetzten Parkhauses schlugen. Von dem Brand stieg dicker schwarzer Rauch auf.

Der als „extrem gefährlich“ eingestufte Hurrikan „Lidia“ hat an der mexikanischen Pazifikküste Land erreicht. Der Tropensturm traf gestern (Ortszeit) in der Nähe des beliebten Badeortes Puerto Vallarta auf die Küste – wobei er nach Angaben des Nationalen Hurrikanzentrums der USA (NHC) Windgeschwindigkeiten von bis zu 220 km/h aufwies. „Lidia“ war zuvor als ein Hurrikan der Kategorie vier und damit der zweithöchsten Kategorie eingestuft worden.

„Lebensbedrohliche Winde und sintflutartige Regenfälle breiten sich landeinwärts im mittleren Westen Mexiko aus“, hieß es in einer Mitteilung des NHC. Es werde mit einer „Abschwächung“ des Sturms im Landesinneren gerechnet.

In den Gebieten Nayarit, Sinaloa und Jalisco wurden Niederschläge von bis zu 30 Zentimetern erwartet. „Diese Regenfälle werden wahrscheinlich zu Sturzfluten und Überschwemmungen in den Städten sowie zu möglichen Schlammlawinen in höher gelegenen Gebieten (…) führen“, warnte das NHC.

In Puerto Vallarta hatten Einwohner zu Schutz vor Überschwemmungen bereits Sandsäcke aufgestapelt und Ladenbesitzer die Fenster mit Brettern vernagelt. In einigen Regionen wurden Schulen geschlossen, die Bewohner waren aufgefordert, sich in Sicherheit zu bringen.

Medien

Die Wiener Stadtregierung aus SPÖ und NEOS verzichtet ab 2024 auf die Einhebung der Landesabgabe im Zuge der Umstellung auf die ORF-Haushaltsabgabe des Bundes. Somit ersparen sich Wiener Haushalte rund 70 Euro pro Jahr.

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Kultur

Der Regisseur und Autor Kurt Palm (68) hat gestern für seinen Roman „Der Hai im System“ (Leykam Verlag) den zum 14. Mal verliehenen Leo-Perutz-Preis für Wiener Kriminalliteratur erhalten. Der mit 5.000 Euro dotierte Preis wurde von Benedikt Föger, dem Präsidenten des Hauptverbandes des Österreichischen Buchhandels, im Wiener Kaffeehaus des Hotel Imperial überreicht.

„Eigentlich dürfte Kurt Palm diesen Preis ja gar nicht gewinnen. Es gibt weder einen Ermittler noch einen klassischen Mord. Im Gegenteil, in seinem Buch ist schnell klar, dass die ganze Sache nicht gut ausgehen kann. Dass sich da ein Katastrophenmagma zusammenbraut und irgendwann ganz gewaltig explodieren wird. Aber das ist egal“, hieß es in der Jurybegründung. „Der Hai im System“ sei „ein Buch, das schmerzt. In seiner direkten Sprache und seiner nüchternen Aufrichtigkeit.“

Es geht Palm, der in seinem Buch das Leben mehrerer Menschen parallel verfolgt, um deren Schicksale schließlich unheilvoll miteinander zu verknüpfen, nicht um „Suspense und Surprise“. Es geht ihm um Psychogramme, um einzelne Tiefenbohrungen in einer Gesellschaft, die er so versumpft und verschlammt findet, dass es kein Wunder ist, dass niemand mehr in ihr Halt findet. Die einen versinken in Verzweiflung und Hilflosigkeit. In den anderen entsteht Hass und Gewalt. Toxische Männlichkeit, die nicht zur Vergiftung, sondern zur Explosion führt.

Panorama

Norddeutscher wird es nicht mehr: Gestern hat der deutsche Kanzler Olaf Scholz zum Abschluss der deutsch-französischen Regierungsklausur in Hamburg zum Snack geladen, der französische Präsident Emmanuel Macron und seine Entourage mussten am Fähranleger Blankenese die typischen Hamburger Fischbrötchen kosten. Scholz und Macron entschieden sich für Aal, danach gab es Bier. Auch die Ehefrauen der beiden Politiker, Brigitte Macron und Britta Ernst, aßen die mit Fisch belegten Semmeln.

Die Bilder davon machten schnell in sozialen Netzwerken die Runde und sorgten ob der Gesichtsausdrücke der Beteiligten für Lacher.

„Ich habe das Gleiche genommen wie er“, sagte Macron nur. Ob und wie es der französischen Delegation geschmeckt hat, ist nicht überliefert.