COV Ausland

Österreich, Israel und Dänemark wollen eine gemeinsame Stiftung für Forschung und Entwicklung zur Bekämpfung von Covid-19 gründen. Das gaben die Regierungschefs Sebastian Kurz (ÖVP), seine dänische Kollegin Mette Frederiksen und der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu heute in Jerusalem bekannt. Die Stiftung soll der Grundstein für eine Kooperation zu den CoV-Impfstoffen sein.

Die Schwerpunkte der Zusammenarbeit sollen in der Impfstoffproduktion, der Impfstoffforschung und der Entwicklung von Medikamenten liegen. Netanjahu wollte sich aber auf keinen konkreten Zeitplan festlegen.

Kurz und Frederiksen waren zu Netanjahu gereist, um die künftige Zusammenarbeit im Impfbereich festzuzurren. Israel gilt als „Impfweltmeister“ in der CoV-Pandemie. Allerdings muss das Land selbst die Impfstoffe aus dem Ausland beziehen.

Kurz: Müssen uns auf nächsten Jahre vorbereiten

„Experten rechnen damit, dass wir auch in den kommenden Jahren jeweils zwei Drittel der Bevölkerung, also über sechs Mio. Österreicher, jährlich impfen müssen. Die Pandemie wird uns somit noch lange beschäftigten mit den verschiedenen neuen Mutationen, auf die wir uns rechtzeitig vorbereiten müssen“, hieß es vonseiten des Kanzlers. „Darüber, also über die Erforschung von Impfstoffen der zweiten Generation, werden wir heute mit Israel sprechen.“

Kurz und Frederiksen nahmen zum Auftakt ihrer Visite vor dem Treffen mit ihrem israelischen Amtskollegen Netanjahu in Jerusalem in der Stadt Modi’in in einem Fitnessstudio an der Präsentation des „Grünen Passes“ teil. Dieser elektronische Impfpass in Form einer Handy-App wurde im Februar in Israel eingeführt und bestätigt eine Impfung beziehungsweise eine überstandene CoV-Erkrankung.

Die Europäische Union hat sich auf dem jüngsten EU-Gipfel auf ein ähnliches Modell geeinigt, das derzeit von der EU-Kommission erarbeitet wird und voraussichtlich in drei Monaten ausgerollt werden soll. Kurz wolle sich auch dafür einsetzen, dass der europäische „Grüne Pass“ auch in Israel anerkannt wird, hieß es aus dem Bundeskanzleramt.

EU-Kommissar bespricht am Freitag mit Kurz Impfstoffproduktion

Der für die CoV-Impfung zuständige EU-Binnenmarktkommissar Thierry Breton will morgen Kurz zu einem Arbeitsgespräch in Wien besuchen. Der Termin wurde heute vom Bundeskanzleramt bekanntgegeben. Breton hatte im Februar die Leitung einer neu gegründeten EU-Taskforce zur Impfstoffproduktion in Europa übernommen.

Aus der EU-Kommission hieß es, Ziel des Besuches sei es, sich über wichtige Themen im Hinblick auf die Impfstrategie und die Impfstoffproduktion in Europa auszutauschen. Vor dem Hintergrund der Taskforce sollen sich die Gespräche auch darum drehen, wie die Produktionskapazitäten für Impfstoffe in der EU verstärkt werden können und welche Rolle Österreich dabei spielen kann.

Erstmals ist die Ausfuhr von Coronavirus-Impfstoff aus der Europäischen Union in einen Drittstaat über die neue Exportkontrolle gestoppt worden. Italien verhinderte den Export von 250.000 Dosen Impfstoff des britisch-schwedischen Herstellers AstraZeneca an Australien, wie EU-Kreise heute bestätigten. Zuerst hatte die „Financial Times“ darüber berichtet.

Grundlage ist ein Ende Jänner eingeführtes System zur Exportkontrolle. Pharmakonzerne, die Lieferverpflichtungen für die EU haben, müssen Ausfuhrgenehmigungen für in der EU produzierte Impfstoffe beantragen. Wenn Hersteller die EU bei Liefermengen unrechtmäßig benachteiligen, könnten Genehmigungen verweigert werden. AstraZeneca hatte die vertraglich zugesagte Liefermenge an die EU im ersten Quartal drastisch gesenkt und damit für großen Unmut gesorgt.

Mehrere Partner- und Entwicklungsländer ausgenommen

Ausgenommen von dem System sind Exporte in eine Reihe von Partnerländern und in Entwicklungsländern. Zu den Partnerländern zählen die Schweiz, Israel und die Ukraine – nicht aber Großbritannien und Kanada. Zuständig für die Ausfuhrgenehmigungen ist der EU-Mitgliedsstaat, in dem die für den Export vorgesehenen Impfstoffe produziert wurden. Die EU-Staaten holen vor Entscheidungen die Stellungnahme der EU-Kommission ein.

Im vorliegenden Fall waren sich Rom und Brüssel nach dpa-Informationen einig. Zuvor waren etliche andere Exportanträge anderer Firmen genehmigt worden, die meisten kamen von Biontech/Pfizer, das von Europa aus viele Länder beliefert.

Anders als Biontech/Pfizer und Moderna liefert AstraZeneca der EU bisher nicht die vertraglich zugesagten Mengen Impfstoffe. So reduzierte das Unternehmen die Menge für das erste Quartal von 80 Millionen auf 40 Millionen Dosen. Es stand die Vermutung im Raum, dass in der EU produzierte Vakzine in Drittstaaten gebracht wurden. Das war der Anlass zur Einführung des Exportmechanismus.

In Bulgarien steigen die Coronavirus-Zahlen – doch die Anfang März wieder geöffneten Lokale dürfen weiter Kunden empfangen. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in 14 Tagen liegt nach Angaben des Krisenstabs heute derzeit bei 285.

Statt landesweiten Einschränkungen würden nun lokale Coronavirus-Maßnahmen für die am stärksten getroffenen Regionen erwägt, sagte Gesundheitsminister Kostadin Angelow heute. „Die (Corona-)Lage im Land ist offensichtlich auf die Zirkulation der neuen Virusvariante zurückzuführen – der sogenannten britischen Variante“, erklärte Angelow.

In dem EU-Land haben Cafes und Restaurants seit Montag unter Auflagen wieder geöffnet. Zuvor wurden schon Schulen und Kindergärten sowie Einkaufzentren, Fitnessstudios und Tanzclubs wieder geöffnet. In dem Balkanland mit 6,9 Millionen Einwohnern und Einwohnerinnen haben sich Behördenangaben zufolge insgesamt 33.770 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Seit Beginn der Pandemie starben 10.413 Menschen. Im Rahmen der Ende Dezember gestarteten Impfkampagne wurden fast 250.000 Dosen verabreicht.

Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) eröffnet ein schnelles Prüfverfahren für den russischen Coronavirus-Impfstoff „Sputnik V“. Die Entscheidung basiere auf Ergebnissen von Laborversuchen und klinischen Studien bei Erwachsenen, wie die EMA heute in Amsterdam mitteilte.

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COV Inland

Unter Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen hat sich das Coronavirus in der vergangenen Woche besonders stark verbreitet. Das belegen Zahlen der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) für die achte Kalenderwoche (22. bis 28. Februar). Die Gruppen der 15- bis 24-Jährigen und der Fünf- bis 14-Jährigen liegen mit 7-Tage-Inzidenzen von 209,9 bzw. 202,3 je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner mittlerweile vor allen anderen Altersgruppen.

Starker Zuwachs innerhalb einer Woche

Wie sehr sich das Virus innerhalb einer Woche bei der Jugend verbreitet hat, vergegenwärtigt ein Blick auf die Infektionszahlen in der vorangegangenen Woche. In der siebenten Kalenderwoche (15. bis 21. Februar) lag die 7-Tage-Inzidenz bei den 15- bis 24-Jährigen noch bei 170,5.

In absoluten Zahlen waren das 1.629 Neuinfektionen, was 13,9 Prozent der Gesamtinfektionen entsprach. Die Inzidenz bei den Fünf- bis 14 Jahren betrug bei 1.278 Fällen (10,9 Prozent am Gesamtgeschehen) 150,8.

Innerhalb einer Woche war bei den 15- bis 24-Jährigen jetzt ein Zuwachs von 377 Betroffenen auf nunmehr 2.006 Infizierte zu verzeichnen, bei den Fünf- bis 14-Jährigen gab es sogar ein Plus von 436 neuen Fällen, womit in dieser Gruppe insgesamt 1.714 Infizierte verzeichnet wurden. Bezogen auf die Gesamtbevölkerung stellen die Fünf- bis 24-Jährigen inzwischen über ein Viertel – exakt sind es 26,3 Prozent – aller Infizierten.

Zahlen bei über 85-Jährigen gesunken

Die AGES-Zahlen zeigen auf der anderen Seite auch, dass sich das verstärkte Impfen der älteren Bevölkerungsgruppen auf die Infektionszahlen bei den Seniorinnen und Senioren niederschlägt. Die zu Beginn der Pandemie besonders stark betroffenen Hochbetagten – die Gruppe der über 85-Jährigen – trug in der Vorwoche mit 257 Neuinfektionen nur noch mit 1,8 Prozent zum gesamten Infektionsgeschehen bei.

Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) hat heute ein strikteres Kontaktpersonennachverfolgen im Kampf gegen das Coronavirus eingefordert. „Wenn es in einzelnen Regionen Probleme beim Contact-Tracing gibt, appelliere ich dringend, die Unterstützung der AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit, Anm.) anzufordern. Genau dafür haben wir die Taskforce der AGES gegründet“, betonte der Minister.

Darüber hinaus bekräftigte Anschober die Notwendigkeit eines Sicherungsnetzes zur Begrenzung regionaler Hotspots, das man am Montag bei Beratungen mit Expertinnen und Experten und den Landeshauptleuten fixiert habe.

„In Planung ist eine Verordnung zu verpflichtenden Ausreisetestungen in Bezirken und/oder Gemeinden mit einer 7-Tage-Inzidenz über 400. Vorbild dafür ist jene Maßnahme in Tirol, die sich in den vergangenen 20 Tagen sehr gut bewährt hat“, stellte Anschober fest. Das habe „zu einer massiven Steigerung der Tests geführt und wesentlich dazu beigetragen, dass die Verbreitung der südafrikanischen Variante massiv verringert werden konnte“.

Anschober „alarmiert“

Die aktuellen Daten des „Covid-Prognose-Konsortiums“, die für die kommende Woche eine österreichweite 7-Tage-Inzidenz von 228 vorhersehen, stimmten Gesundheitsminister Anschober „alarmiert“.

Die Situation mit der fast bundesweit dominanten, ansteckenderen Variante B.1.1.7, die zuerst in Großbritannien nachgewiesen wurde, und den entsprechend steigenden Fallzahlen erinnere ihn an den vergangenen Herbst. Ob die möglichen Öffnungsschritte gemacht werden, evaluiere man bis 15. März.

Vor allem B.1.1.7 müsse als „Pandemie in der Pandemie“ betrachtet werden, so Anschober heute in einer Onlinepressekonferenz. Während man mit den bisherigen Eindämmungsmaßnahmen die Ausbreitung des „Wildtyps“ im Griff habe, sei das bei B.1.1.7 anders, so der Geschäftsführer der Gesundheit Österreich GmbH, Herwig Ostermann.

Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den abgelaufenen sieben Tagen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, ist gestiegen. Sie liegt laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bei 169 (Stand: heute, 14.00 Uhr).

Am höchsten ist die Zahl in Salzburg (223), Niederösterreich (206,4) und dem Burgenland (205,1). Am niedrigsten ist der Wert weiterhin in Vorarlberg (76,5) und Tirol (114,4).

Ministerien melden 2.324 Neuinfektionen

Das Gesundheits- und das Innenministerium meldeten 2.324 neu registrierte Coronavirus-Fälle innerhalb der letzten 24 Stunden (Stand: heute, 9.30 Uhr). Landesweit starben laut AGES bisher 8.652 Personen an oder mit Covid-19.

Das Berichtsschema der AGES zeigt die Zahlen vom Vortag – wie die Meldung der Ministerien. Wesentlicher Unterschied zu den Ministeriumsmeldungen: Laborbestätigte Fälle, Tote etc. werden nicht zum Meldezeitpunkt dargestellt, sondern zum Diagnose- bzw. Sterbedatum. In der Darstellung in ORF.at wird auch täglich transparent gemacht, welchen Tagen die neu gemeldeten Fälle zugeordnet werden.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Erklärung für die Umstellung und die neue, genauere Zählweise in ORF.at/corona

Wer sich in den vergangenen Tagen einen der CoV-Gratisselbsttests für zu Hause aus der Apotheke geholt hat, hat sich gefragt, ob er oder sie tatsächlich das richtige Produkt bekommen hat. Bei manchen der Testsets wird in der beigelegten Anleitung zwar beschrieben, wie mit dem Testtupfer ein Rachen- bzw. ein Nasen-Rachen-Abstrich zu nehmen ist. Eine Beschreibung für eine Abnahme als „Nasenbohrertest“ fehlt jedoch. Doch genau dafür sollten die Tests laut Kommunikation der Regierung ja gedacht sein.

In der Apothekerkammer konnte man heute auf Nachfrage von ORF.at aber beruhigen: Auch diese Tests, hergestellt von der Firma Clungene, seien als „Nasenbohrertests“ zugelassen. Den Sets dürfte allerdings eine unvollständige Anleitung beigelegt worden sein. Tatsächlich lässt sich auch mit ihnen ein Abstrich im vorderen Nasenraum durchführen. Eine vollständige Anleitung ist mittlerweile auf der Website der Apothekerammer als PDF abrufbar.

Bei der Verteilaktion sehen sich die Apotheken jedenfalls nur für die Ausgabe zuständig. Der Einkauf obliege der Bundesbeschaffungsagentur, hieß es gegenüber ORF.at. Diese bestelle die Tests über den Pharmagroßhandel und gebe sie dann an die Apotheken weiter.

Aktuell neun Ärzte stehen im Zusammenhang mit Covid-19 in Österreich im Visier der Justiz. Diese scheinen als „Angezeigte, Verdächtige oder Beschuldigte“ im Zusammenhang mit der Pandemie auf, bestätigte heute eine Sprecherin des Justizministeriums einen Bericht der „Salzburger Nachrichten“.

Gegen wie viele der rund 47.000 Medizinerinnen und Mediziner in Österreich ein Disziplinarverfahren anhängig ist, hält die Ärztekammer mit Verweis auf gesetzliche Bestimmungen geheim.

Laut Justizministerium geht es bei den Fällen u. a. um Fälschung von Beweismitteln, etwa wenn ein Arzt oder eine Ärztin ein falsches Attest ausstellt. Auch wegen des Verdachts der vorsätzlichen bzw. fahrlässigen Gefährdung von Menschen durch übertragbare Krankheiten wird ermittelt. Seitens der Ärztekammer hieß es auf Anfrage der APA, derartige Fälle kommen vor den Disziplinarrat der Berufsvertretung.

Infizierter Arzt in Haft

Ein im Gasteiner Tal (Salzburg) festgenommener Zahnarzt, der trotz CoV-Infektion ordiniert haben soll, wird indes mehrere Wochen in Untersuchungshaft genommen. Das teilte die zuständige Staatsanwaltschaft mit. Ob der Verdächtige Patientinnen und Patienten angesteckt hat, ist nicht bekannt.

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Angesichts einer Häufung von Coronavirus-Fällen und einer 7-Tage-Inzidenz von 458,3 stehen für Wr. Neustadt (Niederösterreich) Ausreisetests im Raum. Die Lokalpolitik hält diese Abriegelung aber nur für schwer machbar. Verwiesen wird etwa auf die hohe Zahl an Pendlerinnen und Pendlern.

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EU

Die EU-Kommission will die ungleiche Bezahlung von Frauen und Männern im Arbeitsleben beenden. Die Behörde stellte heute einen Vorschlag vor, der Arbeitgeber ab 250 Beschäftigten zur regelmäßigen Offenlegung des Lohnunterschieds zwischen Frauen und Männern verpflichten soll.

Kleine Firmen müssen nur auf Antrag von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern Auskunft geben. Bei Verstößen gegen Vorgaben zu gleicher Bezahlung soll es auch Strafen geben.

Sie forderte die Mitgliedsstaaten lediglich auf, für diese Mindesthöhen festzulegen und sie „wirksam“ und „abschreckend“ zu gestalten. Über den Vorschlag müssen nun das Europaparlament und die Mitgliedsstaaten beraten.

Gehaltsunterschied von 14,1 Prozent

Eine EU-Richtlinie von 2006 schreibt die gleiche Bezahlung von Frauen und Männern vor. Nach Daten der Statistikbehörde Eurostat liegt der Lohnunterschied zwischen Männern und Frauen in der EU im Schnitt aber weiter bei 14,1 Prozent.

„Gleiche Arbeit verdient gleiche Bezahlung“

„Gleiche Arbeit verdient gleiche Bezahlung“, sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Dafür sei Transparenz nötig. „Frauen müssen wissen, ob ihre Arbeitgeber sie fair behandeln.“

SPÖ-EU-Abgeordnete Evelyn Regner begrüßte den Vorschlag: „In Österreich liegt der Gender Pay Gap mit 19,9 Prozent nochmals deutlich über dem EU-Schnitt. Diese Ungerechtigkeit zieht sich für Frauen ein ganzes Leben durch, verschärft sich, wenn sie Kinder bekommen, und gipfelt in einer alarmierend hohen Pensionslücke und Armut für Frauen“, so Regner.

Die grüne Europaabgeordnete Monika Vana sprach von einem „wichtigen Schritt zur Bekämpfung der geschlechtsspezifischen Lohnungleichheit in Europa“. „Nun gilt es, die Schlupflöcher im Kommissionsvorschlag zu stopfen und Lohntransparenz unabhängig von Betriebsgröße europaweit durchzusetzen“, so Vana.

Nach der eskalierenden Gewalt gegen Demonstrierende in Myanmar setzt die Europäische Union ihre Entwicklungshilfe für das südostasiatische Land aus. So solle verhindert werden, dass dem Land nach dem Militärputsch finanzielle Unterstützung zukomme, teilte die EU-Kommission heute mit.

Die Hilfen sollen normalerweise unter anderem Schulen und die ländliche Entwicklung fördern. Über mehrere Jahre gesehen haben sie ein Volumen von mehreren hundert Millionen Euro. Ein Handelsvertreter in Genf sagte, die EU habe die Welthandelsorganisation (WTO) darüber informiert, dass sämtliche Entwicklungszusammenarbeit, die das Militär unterstützen würde, auf Eis gelegt worden sei.

Das Militär hatte Anfang Februar die zivile Regierung gestürzt. Seitdem kommt es zu Massenprotesten, gegen die die Sicherheitskräfte zuletzt immer härter vorgingen. Allein gestern wurden nach Angaben der Vereinten Nationen mindestens 38 Menschen getötet.

Inland

Das Finanzministerium muss dem „Ibiza“-U-Ausschuss E-Mail-Postfächer und bestimmte Dateien namentlich genannter Bediensteter zukommen lassen. Diese Entscheidung gab der Verfassungsgerichtshof (VfGH) heute bekannt. Die Oppositionsparteien SPÖ, FPÖ und NEOS waren damit mit ihrer Beschwerde erfolgreich. Dabei geht es unter anderem um E-Mails des heutigen ÖBAG-Chefs Thomas Schmid.

Laut dem VfGH-Erkenntnis sind alle E-Mails an Ministeriumsbedienstete vorzulegen, die von bestimmten Absendern stammen. Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) hätte begründen müssen, warum er die Informationen für nicht relevant hält und daher die Vorlage verweigert – das sei aber nicht geschehen, hieß es vom VfGH sinngemäß.

Krainer: „Richtungsweisend“

Die Fraktionen wollten unter anderem die E-Mail-Postfächer der Leiterin des Beteiligungsmanagements im Finanzministerium sowie die Korrespondenzen von Ministeriumsmitarbeitern mit Schmid, damals Generalsekretär im Finanzministerium, und anderen Mitarbeitern des damaligen ÖVP-Finanzministers Hartwig Löger haben.

Umgehend nach der Veröffentlichung des Erkenntnisses äußerte sich die SPÖ per Aussendung. Kai Jan Krainer, Fraktionschef im „Ibiza“-U-Ausschuss, sprach von einer „richtungsweisenden“ Entscheidung. Damit seien die „Vertuscher in der Regierung“ in die Schranken gewiesen worden. Blümel müsse nun die „bisher rechtswidrig zurückgehaltenen Akten und Unterlagen“ liefern.

Die VfGH-Entscheidung werde es auch für Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) „sehr schwermachen, weiter dem Parlament die dem U-Ausschuss zu Recht zustehenden Akten und Unterlagen zu verweigern“, so Krainer.

Krisper: ÖVP kann Aufklärung nur bremsen, aber nicht stoppen

Die Entscheidung des VfGH zeige, dass die ÖVP die Aufklärung nur bremsen, aber nicht stoppen könne, so NEOS-Fraktionsführerin Stephanie Krisper. Im Sinne der Steuerzahler wäre, „würde die ÖVP endlich einsehen, dass ihre Vertuschungsversuche spätestens beim Verfassungsgerichtshof ein Ende finden“.

Die geplante Novelle des Universitätsgesetzes (UG) sorgt weiter für Kritik – auch nachdem sie zuletzt abgeschwächt wurde. Rund 1.700 Forscherinnen und Forscher haben bisher einen offenen Protestbrief unterschrieben. Hauptkritikpunkte bleiben die Mindestleistung für Studienanfänger und die Neuregelung der „Kettenverträge“.

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Ausland

Russland hat sich angesichts erneuter Gefechte im ostukrainischen Kriegsgebiet beunruhigt gezeigt. Man blicke „wirklich mit tiefer Besorgnis“ auf zunehmende Spannungen, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow heute laut der Agentur Interfax. Peskow beschuldigte das ukrainische Militär, in Gebiete vorzudringen, in denen es sich nicht aufhalten dürfe. Er forderte Deutschland und Frankreich auf, sich dafür einzusetzen, dass die Situation im Osten der Ukraine nicht eskaliert.

Aus Russland unterstützte Rebellen kontrollieren seit April 2014 Teile der Gebiete Donezk und Luhansk entlang der russischen Grenze. In den vergangenen Wochen häuften sich Verstöße gegen eine Ende Juli vereinbarte Waffenruhe. Insgesamt sind seit Jahresbeginn auf Regierungsseite mindestens 13 Soldaten getötet und rund 40 verwundet worden. Die Donezker Separatisten verzeichneten für den gleichen Zeitraum mindestens zehn getötete Kämpfer.

Friedensplan nur ansatzweise umgesetzt

Zuletzt soll gestern bei Jassynuwata ein Angehöriger der örtlichen Sicherheitsorgane durch einen Scharfschützen der Regierung erschossen worden sein. In einer Erklärung hatte Donezk seinen Streitkräften kurz zuvor „präventives Feuer“ erlaubt, nahm die Anordnung Kiewer Angaben zufolge wenig später jedoch wieder zurück. Laut UNO-Schätzungen wurden in den vergangenen sieben Jahren mehr als 13.000 Menschen bei den Kämpfen getötet. Ein deutsch-französisch vermittelter Friedensplan wurde nur in Ansätzen umgesetzt.

Deshalb forderte der Kreml Berlin und Paris auf, ihren Einfluss auf die ukrainische Regierung geltend zu machen. Russland setze sich bereits bei den Separatisten dafür ein, dass die Spannungen abnähmen. Man hoffe, dass die Partner des Normandie-Quartetts das ebenfalls täten, um das Überschreiten einer roten Linie zu verhindern. Ansonsten könnten die feindlichen Handlungen in ihrer ganzen Schärfe wieder ausbrechen, warnte Peskow.

Die Staats- und Regierungschefs aus Deutschland, Frankreich, Russland und der Ukraine hatten in den vergangenen Jahren wiederholt im Normandie-Format über die Entwicklung im Ukraine-Konflikt beraten. Die Beziehungen zwischen der Ukraine und Russland sind angespannt. Die Ukraine und der Westen werfen der Regierung in Moskau vor, die Separatisten in der Ostukraine finanziell und mit Waffen zu unterstützen. Zudem hat Russland 2014 die ukrainische Halbinsel Krim annektiert, was international nicht anerkannt wird.

In Hongkong müssen im bisher größten Verfahren wegen angeblicher Verstöße gegen das Hongkong-Gesetz der chinesischen Zentralregierung alle 47 angeklagten Oppositionsanhänger vorerst in Untersuchungshaft bleiben.

Nach einer viertägigen Marathonanhörung gewährte ein Hongkonger Gericht heute zwar 15 der Angeklagten zunächst die Freilassung auf Kaution. Allerdings legte die Justizbehörde dagegen umgehend Einspruch ein, weshalb sie vorerst nicht auf freien Fuß gesetzt werden.

Die übrigen Beschuldigten müssen voraussichtlich bis zum 31. Mai in Untersuchungshaft bleiben, wenn der Prozess fortgesetzt werden soll. Vier der 47 Angeklagten, darunter der bekannte Demokratieaktivist Joshua Wong, werden bereits seit Monaten wegen anderer unterstellter Vergehen im Gefängnis festgehalten.

Die Beschuldigten, zu denen sowohl prodemokratische Politikerinnen und Politiker als auch Aktivistinnen und Aktivisten gehören, waren am Sonntag unter dem Vorwurf der Verschwörung zur Staatsgefährdung festgenommen und angeklagt worden. Hunderte Demonstrierende hatten in den vergangenen Tagen immer wieder vor dem Gericht demonstriert.

Chronik

Vor der Küste Neuseelands hat es ein Erdbeben der Stärke 7,2 gegeben. Das Beben habe sich heute in 94 Kilometer Tiefe etwa 100 Kilometer östlich des Pazifikstaates ereignet, teilte das örtliche Monitoringsystem GeoNet mit. Es wurde eine Tsunami-Warnung ausgesprochen.

Der Zivilschutz in Neuseeland habe Menschen in Küstenregionen aufgefordert, sich in höher gelegene Gebiete zu begeben, berichtete die Zeitung „New Zealand Herald“. Die Katastrophenschutzbehörde appellierte an die Bürgerinnen und Bürger, dem Wasser fernzubleiben und die Nachrichten in Radio und Fernsehen zu verfolgen.

Berichten zufolge sollen die Erschütterungen in der ganzen Region zu spüren gewesen sein, so auch in den Großstädten Auckland, Wellington und Christchurch. Über Schäden oder Verletzte lagen zunächst keine Informationen vor.

Nach einem Felssturz auf die Zillertalstraße (B169) zwischen Mayrhofen und Ginzling (Tirol) muss die Straße voraussichtlich rund zwei Monate gesperrt bleiben. Der Landesgeologe konnte heute nach einem Lokalaugenschein die Straße für Sanierungsarbeiten freigeben.

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Bei Arbeiten auf einer Baustelle in Fließ (Tirol) ist heute ein 46-jähriger Arbeiter von herabstürzenden Mauerteilen verschüttet worden. Er starb noch an der Unfallstelle. Ein weiterer Arbeiter wurde schwer verletzt.

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Wirtschaft

In Wien ist heute die erste Gesprächsrunde zu den öffentlichen Schanigarten-Arealen absolviert worden. Details zu Konzept und Örtlichkeiten gab es bisher nicht. Ein Standort kristallisiert sich aber schon heraus: der Stadtpark.

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Der Pharmakonzern Novartis will an seinem Standort in Kundl in Tirol ab dem zweiten Quartal den Covid-19-Impfstoff von CureVac produzieren. Heuer sollen noch 50 Millionen Dosen hergestellt werden. Noch hat der Impfstoff jedoch keine Zulassung der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA).

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Sport

Erstmals seit Beginn der Coronavirus-Pandemie dürfen sich zumindest Europas Leichtathletinnen und -athleten über ein Großereignis freuen. Im polnischen Torun gehen seit heute die Europameisterschaften in der Halle über die Bühne. Österreich ist mit sieben Aktiven vertreten, die größte Hoffnung trägt dabei Ivona Dadic im Fünfkampf. Der Weg der Sportlerin des Jahres 2020 ist genau vorgezeichnet. Die magische Zahl heißt 4.700 Punkte.

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Der RZ Pellets WAC hat sich von Trainer Ferdinand Feldhofer getrennt. Das bestätigte der Bundesligist heute, einen Tag nach dem 0:1 nach Verlängerung gegen den LASK im Cuphalbfinale. Vor dieser Partie hatte Feldhofer mit der Eliminierung der Routiniers Michael Liendl, Christopher Wernitznig und Michael Novak aus dem Kader für Aufsehen gesorgt. Im Machtkampf mit Liendl entschied sich die Clubführung nun gegen den Coach und für den 35-jährigen Routinier.

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Es hätte ein unvergesslicher Abend für Marita Kramer werden können. Anders als bei den meisten WM-Entscheidungen auf der Schattenberg-Schanze war gestern gleich nach dem Frauen-Bewerb von der Großschanze die Medaillenzeremonie angesetzt. Doch da hatte Kramer das Stadion schon verlassen. Bittere Enttäuschung statt Freude empfand die Salzburgerin – wieder Vierte, wie auf der Normalschanze.

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Medien

Der österreichische ORF-Journalist und Publizist Klaus Emmerich ist tot. Er starb am 25. Februar im Alter von 92 Jahren in einem Krankenhaus mit einer Coronavirus-Infektion, wie sein Sohn heute dem ORF mitteilte. Emmerich erlangte als Washington- und Brüssel-Korrespondent des ORF Bekanntheit und fungierte noch in seiner Pension als Autor und Analyst, wobei er sich häufig der Beziehung Österreichs zu Europa widmete.

Klaus Emmerich als Washington-Korrespondent des ORF
ORF

Emmerich wurde am 3. Juni 1928 in Frankfurt am Main als Sohn österreichischer Eltern geboren. Die Matura absolvierte er 1947 in Spittal an der Drau. Seine journalistische Laufbahn begann er noch im selben Jahr unter anderem beim Wirtschaftsverlag Wien.

Parallel studierte er Theaterwissenschaft sowie Anglistik und später Volks- und Betriebswirtschaft. Später arbeitete er für die „Deutsche Zeitung“ und die „Süddeutsche Zeitung“. Ab 1956 fungierte er mehrere Jahre als Deutschland-Korrespondent für die „Presse“. In den 1960er Jahren leitete er das Büro der Deutschen Welle in Bonn und später die Abteilung Wirtschaft des Westdeutschen Rundfunks (WDR) in Köln.

ORF-Korrespondentenbüro in Bonn aufgebaut

Am 1. September 1969 trat Emmerich in den ORF ein und baute als erster fixer ORF-Auslandskorrespondent ein Büro in Bonn auf. Von 1978 bis 1980 führte er die Wirtschaftsredaktion des ORF und war zugleich Chefredakteur des Aktuellen Dienstes in FS 2 (ab 1992 ORF2).

Daraufhin wechselte er für neun Jahre als Leiter des ORF-Büros nach Washington. Die letzten drei Jahre vor seiner Pensionierung im Jänner 1992 verbrachte er in Brüssel, abermals als Leiter des dort ansässigen ORF-Korrespondentenbüros. Emmerich schrieb auch mehrere Bücher.

„Jahrzehntelang war Klaus Emmerich für das ORF-Publikum das Gesicht aus Bonn, Washington und Brüssel und ein Markenzeichen für herausragende Qualität der ORF-Information“, würdigte ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz den Verstorbenen. „Doch nicht nur als Korrespondent, sondern auch als Chefredakteur von FS 2 hat er wesentlich zur Relevanz und zu Glaubwürdigkeit und Verlässlichkeit der ORF-Information beigetragen und einen der Grundsteine gelegt, dass der ORF noch heute die Nachrichtenquelle Nummer eins für die Österreicherinnen und Österreicher ist.“

Kultur

Die Schauspielerin Katharina Matz ist tot. Sie starb gestern in Berlin nach kurzer Krankheit im Alter von 90 Jahren, wie das Deutsche Theater unter Berufung auf Matz’ Umfeld bestätigte. „Das Deutsche Theater Berlin trauert um eine Kollegin, Weggefährtin und Freundin“, hieß es.

Die im böhmischen Haindorf – dem heute tschechischen Hejnice – geborene Matz war nach einer Schauspielausbildung in Magdeburg zunächst in Greifswald engagiert. Von 1954 an gehörte Matz für zunächst vier Jahre zum Ensemble des Deutschen Theaters. Die Theaterchefin Ida Ehre konnte Matz Ende der 50er Jahre nach Hamburg verpflichten, wo sie zunächst an den Kammerspielen wirkte und dann zum Thalia Theater wechselte. Dort arbeitete sie mit Regisseuren wie Jürgen Flimm, Leander Haußmann, Stephan Kimmig und Andreas Kriegenburg zusammen, der sie im „Urfaust“ in der Titelrolle besetzte.

Bis zuletzt auf der Bühne

Am Deutschen Theater in Berlin spielte sie seit 2012 regelmäßig als Gast, zuletzt probte Metz kurz vor Ausbruch der Pandemie 2020 noch für die Uraufführung von „Das Herz der Krake“ von Nis-Momme Stockmann. In einem Nachruf schrieb Intendant Ulrich Khuon von einem geradezu innigen Verhältnis zu vielen Kolleginnen und Kollegen, Regisseurinnen und Regisseuren. „Katja Matz hatte die Fähigkeit, Wege mitzugehen, nicht Bescheid zu wissen, einfach neugierig zu bleiben, auch auf Menschen.“

Neben der Bühne war die Schauspielerin auch in Filmen und TV-Produktionen zu sehen. In den 50er Jahren wirkte sie in Defa-Filmen wie „Carola Lamberti – Eine vom Zirkus“ und „Hotelboy Ed Martin“ mit. Im Westen stand sie später unter anderem mit Hildegard Knef und Hansjörg Felmy vor der Kamera. Das Fernsehpublikum konnte Matz zuletzt in der SWR-Serie „Der letzte Wille“ erleben.

Zwei vor fast vier Jahrzehnten gestohlene Kunstwerke aus der Mitte des 16. Jahrhunderts sind wieder im Besitz des Pariser Louvre. Bei den Objekten handelt es sich um einen Helm und das Rückenstück einer Ritterrüstung aus der Renaissance, bestätigte das Museum heute.

Helm und das Rückenstück einer Ritterrüstung aus der Renaissance
APA/AFP/Thomas Samson

Die mit Gold und Silber verzierten Stücke waren unter bisher noch immer ungeklärten Umständen in der Nacht auf den 31. Mai 1983 verschwunden. Sie wurden 1922 von der Familie Rothschild dem Museum vermacht.

Die Objekte tauchten vor wenigen Wochen aus einem Nachlass in Bordeaux auf. Derzeit sind in der Datenbank der französischen Polizei für gestohlene Kulturgüter rund 100.000 vermisste Kunstwerke verzeichnet.

Der letzte Diebstahl in dem Weltmuseum soll auf das Jahr 1998 zurückgehen, wie die französische Nachrichtenagentur AFP den Direktor des Louvre, Jean-Luc Martinez, zitierte. Dabei soll es sich um ein Gemälde des französischen Landschaftsmalers Jean-Baptiste Camille Corot (1796–1875) handeln.

Zahlreiche Reisen haben den Berliner Architekten und Verleger Philipp Meuser unter anderem nach Mali, Niger und Mauretanien geführt. Im Laufe dieser Reisen entdeckte er den Reichtum und die Eigenständigkeit afrikanischer Architektur, die bis dato in der Fachliteratur kaum Erwähnung fand.

In sieben Bänden und auf knapp 3.500 Seiten beschrieb Meuser nun die Architektur von 49 Ländern des subsaharischen Afrika und zitierte dafür ortsansässige Expertinnen und Experten.

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Panorama

Fans des früheren britischen Premierministers Winston Churchill können in London bald seine Hausschuhe ersteigern. Das Auktionshaus Bellmans in der Grafschaft West Sussex rechnet mit bis zu 15.000 Pfund (knapp 17.400 Euro) für die Samtpantoffeln des Politikers, auf denen in Gold dessen Initialen gestickt sind. Außerdem soll bei der Auktion am 9. März ein Brandyglas von Churchill versteigert werden.

Hausschuhe von Winston Churchill mit Initialen
AP/Matt Dunham

„Ich habe mir oft diesen großartigen Mann vorgestellt, wie er in seinem Sessel saß mit diesen Patschen an und dem mit Brandy gefüllten Glas in der Hand. Das ist unschlagbar“, erzählte der bisherige Besitzer der Erinnerungsstücke. Er selbst hatte beides bei einer Auktion Ende der 90er Jahre ersteigert. Nun hoffe er auf einen ebenso begeisterten Käufer bzw. eine begeisterte Käuferin.

Churchill (1874–1965) hatte Großbritannien während des Zweiten Weltkriegs und dann noch einmal in den 50er Jahren regiert. Er gilt als großes Vorbild des heutigen Premiers Boris Johnson.

Eine streunende Kuh, die nach einem Unfall auf einer Straße in Nordindien behandelt wurde, hat 71 Kilogramm Abfall in ihrem Magen gehabt, ein Gutteil davon Plastik. Dem Tierheim People For Animals Trust zufolge, in dem die Kuh operiert wurde, bemerkte einer der Tierärzte, dass sie große Mengen Gas in ihrem Bauchraum hatte.

Nach einer vierstündigen Operation hatten die Tierärzte Nägel, Plastik, Murmeln und andere Materialien aus dem Magen der Kuh entfernt – insgesamt 71 Kilogramm Abfall, wie der Vorsitzende des People For Animals Trust, Ravi Dubay, sagte. „Es war ein Schock für uns.“ Das Tier überlebte den Eingriff nicht.

Heilig, aber verwahrlost

In Indien sind Kühe für die hinduistische Bevölkerungsmehrheit heilig. Die Umsetzung strengster Kuhschutzmaßnahmen durch die hindunationalistische Regierung von Premierminister Narendra Modi hat zu einem Anstieg der Zahl frei herumlaufender Rinder geführt – geschätzt sind es fünf Millionen. Viele Landwirte setzen alte oder kranke Tiere einfach aus, anstatt sie an Schlachthäuser zu verkaufen.

„Die Kuh ist für uns ein besonders heiliges Tier, aber niemand kümmert sich um ihre Existenz. An jeder Straßenecke, in jeder Stadt, essen sie Müll“, sagte Tierschützer Dubay.

Leute

Prinz Philip ist nach Angaben des Buckingham-Palasts erfolgreich am Herzen operiert worden. Der Eingriff wegen eines seit Längerem bestehenden Herzleidens des 99-Jährigen sei gut verlaufen, sagte der Palast heute.

Der Ehemann von Königin Elizabeth II. werde noch einige Tage zur Behandlung und Erholung im Krankenhaus bleiben.

Prinz Philip wird seit dem 16. Februar im Krankenhaus behandelt. Zunächst hieß es aus dem Buckingham-Palast, es handle sich um eine „Vorsichtsmaßnahme“, weil er sich unwohl gefühlt habe. Einige Tage später war von einer Infektion die Rede. Der Herzog von Edinburgh habe sich aber nicht mit dem Coronavirus infiziert, versicherte der Palast.