Ausland

Die israelischen Sicherheitskräfte haben in Ramallah im Westjordanland die größte Razzia seit Jahren vorgenommen. Bei dem Einsatz in der palästinensischen Verwaltungshauptstadt in der Nacht auf heute wurde laut palästinensischen Angaben ein 16-Jähriger getötet.

Augenzeugen berichteten, dass israelische Soldaten mit Dutzenden Militärfahrzeugen in Ramallah eingedrungen seien. Dort hat die von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas geführte Autonomiebehörde ihren Sitz. Eine Stellungnahme von israelischer Seite lag noch nicht vor.

Der palästinensischen Nachrichtenagentur WAFA zufolge kam es zu Zusammenstößen, als israelische Soldaten die Stadt gestürmt hätten. Dabei hätten sie auf palästinensische Jugendliche mit scharfer Munition geschossen. Ein 16-Jähriger sei in die Brust und in den Hals getroffen worden und getötet worden.

Seit Beginn des Krieges zwischen Israel und der militant-islamistischen Hamas im Gazastreifen Anfang Oktober haben auch im Westjordanland, dem anderen und von der gemäßigten Fatah regierten Palästinensergebiet, die Spannungen und die Gewalt zugenommen. Mindestens 400 Palästinenser wurden seither bei Zusammenstößen mit israelischen Soldaten und Siedlern getötet. Israelische Sicherheitskräfte gehen regelmäßig gegen Palästinenser in dem seit 1967 besetzten Gebiet vor.

In Israel ist einem Rettungsdienst zufolge eine Person im Norden des Landes von einer Panzerabwehrrakete getötet worden. Die Rakete habe mehrere ausländische Arbeiter auf einem Feld in Galiläa getroffen, teilte der Rettungsdienst Magen David Adom heute mit.

Sieben Menschen seien zudem durch Granatsplitter bei dem Raketeneinschlag verletzt worden. Zwei davon befinden sich den Angaben zufolge in ernstem Zustand. Mindestens zwei der Opfer sollen aus Thailand stammen. Israels Armee hatte zuvor Raketenalarm im Norden des Landes gemeldet. Das Militär äußerte sich noch nicht zu dem Vorfall.

Von wem der Beschuss ausging, ist noch unklar. Seit Beginn des Gaza-Krieges kommt es an der Grenze immer wieder zu Beschuss zwischen israelischen Truppen sowie der Hisbollah-Miliz und extremistischen Gruppen. Auf beiden Seiten gab es bereits Tote. Zehntausende Bewohner verließen in beiden Ländern zudem wegen der Luftangriffe ihre Heimatorte.

In den US-Präsidentschaftsvorwahlen der Republikaner hat die frühere UNO-Botschafterin Nikki Haley ihren ersten Sieg im Duell gegen Ex-Präsident Donald Trump errungen.

Haley entschied die parteiinterne Abstimmung im Hauptstadtbezirk Washington für sich, wie die Republikanische Partei in Washington am Abend (Ortszeit) nach der Abstimmung mitteilte. Das Ergebnis ändert nichts an der eindeutigen Dominanz Trumps in dem Rennen, bricht allerdings dessen bisherige Siegesserie und beschert Haley zumindest einen symbolischen Erfolg.

Grafik zur Vorwahl in Washington DC
Grafik: APA/ORF

Trump hatte zuvor alle parteiinternen Vorwahlen eindeutig gewonnen und bleibt auch bei den weiteren Abstimmungen der klare Favorit. Der 77-Jährige hat trotz diverser Skandale, Eskapaden und einer chaotischen Amtszeit als Präsident großen Rückhalt in der Parteibasis.

Praktisch keine Chancen mehr für Haley

Offen ist, wie lange Haley noch im Rennen bleiben wird, da ihr faktisch keine Chancen mehr eingeräumt werden, Trump zu schlagen. Selbst in ihrem Heimatstaat South Carolina, wo Haley einst Gouverneurin war, hatte Trump Ende Februar mit großem Abstand gesiegt.

Unterstützer des Ex-Präsidenten appellieren schon seit Wochen an die 52-Jährige, aufzugeben und ihre Wahlkampagne zu beenden. Haley hat bisher jedoch betont, sie werde mindestens bis zum „Super Tuesday“ dabei bleiben: Das ist der nächste große Meilenstein im Wahljahr, wenn morgen parallel in mehr als einem Dutzend Bundesstaaten abgestimmt wird.

Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) hat vor eskalierender Gewalt in Mosambiks gasreicher Provinz Cabo Delgado gewarnt. Allein in diesem Jahr hätten bereits mehr als 80.000 Menschen wegen der Gewalt bewaffneter Gruppen fliehen müssen, teilte die Organisation heute mit.

In Cabo Delgado – einer Region an der Grenze zu Tansania, in der der französische Energiekonzern Total an einem Flüssiggasprojekt beteiligt ist – verüben islamistische Rebellen, die teils der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) angehören, seit 2017 immer wieder brutale Angriffe. Dem UNO-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) zufolge wurden mehr als 700.000 Menschen vertrieben, Tausende andere wurden getötet.

Die meisten Vertriebenen hätten extreme Gewalt selbst erlebt oder miterlebt, darunter Morde, sexuelle Gewalt, Entführungen, Erpressung und niedergebrannte Dörfer, so MSF. Viele hätten dabei zusehen müssen, wie Verwandte und Nachbarn ermordet wurden. Einige Menschen hätten ihre gesamte Familie verloren.

Infrastruktur schwer beschädigt

Nach Angaben des UNHCR sind zahlreiche Wohngebiete sowie religiöse und soziale Einrichtungen, Schulen und Gesundheitszentren zerstört worden. Das habe „die ohnehin schon schlechte humanitäre Lage weiter verschärft“, sagte UNHCR-Sprecher William Spindler. Teilweise kontrollieren die Rebellen die Hauptstraßen in den betroffenen Gebieten und verüben Anschläge auf Fahrzeuge und Transporte.

Der IS gibt an, in den vergangenen vier Wochen 27 Dörfer, in denen Christen leben, im Distrikt Chiure angegriffen und mindestens 70 Menschen getötet zu haben. Insgesamt hat die Miliz eigenen Angaben zufolge mehr als 500 Kirchen zerstört.

Im Fall der gesuchten mutmaßlichen RAF-Terroristen Ernst-Volker Staub und Burkhard Garweg erwartet die Berliner Polizei längere Ermittlungen und weitere Durchsuchungen.

„Aufgrund sich durch die Ermittlungen des LKA Niedersachsen ergebender Erkenntnisse werden die Maßnahmen im Stadtgebiet Berlins auch weiterhin andauern“, sagte Polizeivizepräsident Marco Langner heute im Innenausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses. Aus Ermittlungs- und einsatztaktischen Gründen könne er sich nicht näher dazu äußern.

Unter anderem die Sicherung von Beweismitteln benötige Zeit, um Spuren zu schützen, sagte Langner. Deshalb sei auch die Arbeit der Ermittler in den bisher durchsuchten Liegenschaften nicht schnell abzuschließen. Es sei davon auszugehen, dass die Gesuchten konspirativ vorgegangen seien, um Waffen und andere Dinge zu verstecken.

Fahndung nach zwei Terroristen

Die seit drei Jahrzehnten gesuchte mutmaßliche RAF-Terroristin Daniela Klette wurde vergangene Woche in einer Wohnung in Berlin-Kreuzberg festgenommen. Nach ihren mutmaßlichen Komplizen Staub und Garweg wird weiter gefahndet.

Alle drei gehörten nach Einschätzung der Ermittler der dritten Generation der früheren linksextremistischen Terrororganisation Rote Armee Fraktion an, der zahlreiche Morde und Anschläge zur Last gelegt werden.

Am Wochenende wurden in Berlin-Friedrichshain zunächst ein Bauwagengelände und am Abend eine Wohnung durchsucht. Nach Angaben einer Sprecherin des federführenden Landeskriminalamts Niedersachsen lebte Garweg „mit hoher Wahrscheinlichkeit“ eine Zeit lang in einem Bauwagen auf dem Gelände. Ob er oder auch Staub sich noch in Berlin aufhalten, werde ermittelt.

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Die Staatsanwaltschaft der italienischen Stadt Perugia hat eine Untersuchung wegen Spionageverdachts aufgenommen. Einem Polizisten wird unerlaubter Zugang zu Datenbanken vorgeworfen.

Damit soll er vertrauliche Informationen über Spitzenpolitiker, Unternehmer, Sportler und Sportlerinnen und andere Prominente gesammelt haben, die er Journalisten zukommen lassen habe. Über 800-mal soll sich der Polizist unerlaubt Zugang zu den Datenbanken verschafft haben.

Die Ermittlungen betreffen weitere 15 Personen, darunter einen Anti-Mafia-Staatsanwalt, sowie acht Journalisten, die angeblich von den vertraulichen Informationen aus den Datenbanken profitiert haben. Die Untersuchung geht auf eine Beschwerde von Verteidigungsminister Guido Crosetto zurück.

Von Berlusconis Lebensgefährtin bis Ronaldo

Informationen über mehrere Minister und Staatssekretäre sollen gesammelt worden sein. Auch über Marta Fascina, Abgeordnete der Regierungspartei Forza Italia und letzte Lebensgefährtin von Silvio Berlusconi, wurde in den Datenbanken recherchiert.

Ex-Premier Matteo Renzi und seine rechte Hand Marco Carrai tauchen ebenfalls unter den Persönlichkeiten auf, über die in den Datenbanken Informationen gesammelt wurden. Dasselbe gilt für den ehemaligen Präsidenten des Fußballclubs Juventus Turin, Andrea Agnelli, Juves Trainer Massimiliano Allegri und den Fußballspieler Cristiano Ronaldo.

Inland

Arbeiterkammer-Präsidentin Renate Anderl beklagt anlässlich des bevorstehenden Frauentags Rückschritte in der Frauenpolitik. Weder bei der Verteilung der unbezahlten Arbeit noch bei der Kinderbetreuung oder der Einkommensverteilung gebe es Fortschritte. „Wir brauchen dringend eine Frauenpolitik, die diesen Namen verdient“, so Anderl heute bei einer Pressekonferenz.

Dabei sei es „keine Hexerei und keine Raketenwissenschaft“, so die AK-Chefin und appellierte an Frauenministerin Susanne Raab (ÖVP), hier schneller aktiv zu werden.

Karenz weiterhin hauptsächlich Frauensache

Die ungleiche Verteilung der unbezahlten Sorgearbeit beginne bereits im Kindesalter, wo Mädchen täglich 23 Minuten mehr Sorgearbeit übernehmen würden als Buben, sagte die Leiterin der Abteilung Frauen und Familie in der AK Wien, Eva-Maria Burger, unter Verweis auf die Zeitverwendungsstudie der Statistik Austria.

Vorab-Auswertungen des AK-Wiedereinstiegsmonitorings würden außerdem bestätigen, dass bei acht von zehn Paaren weiter ausschließlich die Mutter in Karenz geht.

Zwar habe sich die Wiedereinstiegsquote von Frauen, die vor der Geburt überwiegend beschäftigt waren, bis zum zweiten Geburtstag des Kindes in den vergangenen Jahren klar verbessert, zugleich gehe aber die Väterbeteiligung nach einem Anstieg bis 2017 kontinuierlich zurück. Während 2017 noch 15.095 Männer Kinderbetreuungsgeld bezogen, waren es 2021 nur 11.718. Dazu kommt, dass die Väter nur sehr kurz in Karenz gehen.

Um die Situation zu verbessern, fordert die Arbeiterkammer den raschen Ausbau der Kinderbetreuuung, Lohntransparenz und eine Qualifizierungsoffensive.

Unterstützung von ÖGB-Frauen

Unterstützung für die AK-Forderungen kam von der Frauenvorsitzenden des ÖGB, Korinna Schumann. „Wir wissen, dass Frauen nach wie vor den Großteil der unbezahlten Arbeit erledigen. Wenn man diese Belastung aber wieder einmal – wie von der Arbeiterkammer – so deutlich vor Augen geführt bekommt, wird man zornig.“

Sie forderte in einer Aussendung das Aufbrechen der Rollenbilder und verwies unter anderem auf Schweden, das beispielsweise mit dem Anrecht auf einen Kinderbetreuungsplatz „Lichtjahre voraus ist“.

Ukraine-Krieg

Bei einer Explosion im russischen Gebiet Samara an der Wolga ist laut offiziellen Angaben eine Eisenbahnbrücke beschädigt worden. „Tote und Verletzte gibt es nicht“, teilte der Geheimdienst FSB in der Region Samara heute der staatlichen Nachrichtenagentur TASS zufolge mit.

Der ukrainische Militärgeheimdienst (HUR) bestätigte am Vormittag „dass die Eisenbahnbrücke über den Fluss Tschapajewka in der russischen Region Samara unbrauchbar gemacht wurde“. Die Brücke sei gegen 6.00 Uhr (Ortszeit, 3.00 Uhr MEZ) durch die Sprengung eines Teils ihrer Baustruktur beschädigt worden.

Russland habe die Bahnstrecke genutzt, „um militärisches Material zu transportieren, insbesondere Sprengstoff, der in der Polymerfabrik in der Stadt Tschapajewsk hergestellt wurde“, erklärte der HUR weiter. Die Brücke werde für „eine lange Zeit“ außer Betrieb sein, fügte der Geheimdienst hinzu.

Zugsverkehr vorläufig eingestellt

Der Bahnverkehr auf der Strecke zwischen der Stadt Tschapajewsk und dem Vorort Swjesda wurde vorläufig eingestellt. Beschädigt wurden sowohl die Umzäunung als auch die Stützkonstruktion der Brücke an einem Ufer des Flüsschens Tschapajewka.

Tschapajewsk ist eine Industriestadt mit etwa 70.000 Einwohnerinnen und Einwohnern. Als wichtigstes Unternehmen in der Stadt gilt eine Chemiefabrik, die auch mit der Herstellung von Sprengstoffen befasst ist. Tschapajewsk liegt etwa 1.000 Kilometer von der Ukraine entfernt, gegen die Russland seit mehr als zwei Jahren seinen Angriffskrieg führt. Derzeit ist unklar, ob die Explosion mit dem Krieg in Zusammenhang steht.

Wirtschaft

Streiks bei der Deutschen Bahn (DB) und auf Flughäfen werden Ende der Woche Deutschland weitgehend lahmlegen. Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di kündigte in der Früh Warnstreiks des Bodenpersonals der Lufthansa am Donnerstag und Freitag an.

Damit will die Dienstleistungsgewerkschaft vor der geplanten fünften Tarifrunde am Mittwoch und Donnerstag den Druck auf die Fluggesellschaft Lufthansa erhöhen.

Die Lokführergewerkschaft GDL will nach dem Scheitern der Tarifverhandlungen mit der DB erneut streiken. GDL-Chef Claus Weselsky kündigte in Berlin an, zunächst werde im Personverkehr bundesweit ab Donnerstag um 2.00 Uhr gestreikt, im Güterverkehr schon ab Mittwoch um 18.00 Uhr. Der Streik werde 35 Stunden dauern und am Freitag um 13.00 Uhr enden.

Weitere Bahnstreiks in Wellen und unangekündigt

Danach werde es aber weitere Wellenstreiks geben, die nicht mit der sonst üblichen Frist von 48 Stunden und der Länge angekündigt würden. Damit werde die DB auch keinen Notfahrplan mehr einsetzen können. Für die Kunden bedeute das, dass die DB kein verlässliches Verkehrsmittel mehr sei.

Weselsky machte die DB für das Scheitern der Gespräche verantwortlich. Diese habe sich vor allem bei der Reduzierung der Wochenarbeitszeit für Schichtarbeiter von 38 auf 35 Stunden nicht ausreichend bewegt. Daran habe auch die Teilnahme von Moderationen nichts geändert.

Die Teuerung in der Türkei hat sich im Februar wieder verstärkt. Die Verbraucherpreise stiegen im Jahresvergleich um 67,07 Prozent, wie das Statistikamt heute in der Hauptstadt Ankara mitteilte. Zuletzt hatte die Inflation knapp unter 65 Prozent betragen.

Besonders stark legten die Preise in der Gastronomie zu. Hier meldete das Statistikamt nahezu eine Verdoppelung der Preise im Jahresvergleich. Überdurchschnittlich stark fiel auch der Anstieg der Lebensmittelpreise aus: Sie zogen im Jahresvergleich um 71 Prozent an. Einen starken Anstieg gab es auch bei den Gesundheitskosten mit 81 Prozent.

Leitzins bei 45 Prozent

Als wesentlicher Treiber der Inflation gilt die schwache Landeswährung Lira, die eingeführte Güter und Dienstleistungen wechselkursbedingt zusätzlich verteuert. Auf dem Devisenmarkt hatte sich der Abwertungstrend zuletzt beschleunigt.

Die türkische Notenbank hatte den Leitzins im Februar nicht angehoben und bei 45 Prozent belassen. Zuvor hatte sie den Zinssatz seit dem vergangenen Frühjahr kontinuierlich angehoben, um den starken Anstieg der Inflation in den Griff zu bekommen.

Das Wirtschaftsforschungsinstituts (WIFO) wird seine Wirtschaftsprognose nach unten revidieren, wie dessen Leiter Gabriel Felbermayr gestern Abend in der ZIB2 angekündigt hat.

Bisher war das WIFO für heuer von einem Wirtschaftswachstum von 0,9 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) ausgegangen. Das dürfte sich nicht ausgehen, immerhin werde die Wirtschaft aber nicht schrumpfen, sagte der WIFO-Chef.

Knapp am Minus vorbei

„Es sieht so aus, als ob wir es nach unten revidieren werden müssen, aber es sollte doch ein Wachstum überbleiben“, so Felbermayr. Sogar für Deutschland, das „noch stärker gebeutelt ist als Österreich“, sage die deutsche Regierung ein Wachstum von 0,2 Prozent voraus. „Zwischen diesem Mindestwert und dem, was wir im Dezember hatten, werden wir uns wohl ansiedeln.“

Da aber die Bevölkerung wachse, schrumpfe bei einem BIP-Wachstum von 0,2 Prozent das Pro-Kopf-Einkommen. „Das ist für die Menschen im Land, für die Wirtschaft insgesamt sicher nicht gut.“

Felbermayr setzt Hoffnungen auf das Baupaket der Regierung und wünscht sich eine Senkung der Lohnnebenkosten. Bei den Netzentgelten als Preistreiber bei den Stromkosten sollte man „Druck rausnehmen“.

Der Städtetourismus in Österreich hat sich weitgehend von der Coronavirus-Pandemie und ihren Folgen erholt. Die Nächtigungen lagen in Wien und den Landeshauptstädten im Vorjahr bei 99 Prozent des Niveaus von 2019, berichtete die Arbeitsgemeinschaft Städtetourismus gegenüber der APA. Auch der Anteil der größten Kommunen am gesamtösterreichischen Tourismus entspricht wieder dem Vorkrisenwert.

Konkret wurden 2023 in den neun Städten 25,7 Millionen Nächtigungen verzeichnet. Das bedeutet einen Zuwachs von 27 Prozent im Vergleich zum Jahr 2022. Bezogen auf 2019 lag die Zahl nur noch ein Prozent unter den damaligen Werten. Der Anteil der Hauptstadtnächtigungen am Gesamtaufkommen betrug 17 Prozent. Das ist laut ARGE Städtetourismus exakt jener Wert, der auch 2019 errechnet wurde.

Etwa zwei Drittel der Nächtigungen wurden 2023 in Wien gezählt. Auf den weiteren Plätzen folgten Salzburg, Innsbruck, Graz, Linz, Klagenfurt, Bregenz, St. Pölten und Eisenstadt. Den größten Sprung im Vergleich zu 2019 machte Klagenfurt. Die Zahlen wurden dort um 15 Prozent übertroffen. Zuwächse registrierten auch Innsbruck, Graz, Linz und St. Pölten. Bregenz, Eisenstadt sowie Wien und Salzburg blieben noch unter dem Vorkrisenniveau.

Chronik

Bei der aktuellen Ziehung von Lotto „6 aus 45“ gibt es keinen Sechser, das bedeutet Jackpot am Mittwoch. Auch bei LottoPlus gibt es keinen Sechser, dafür gibt es zwei Joker.

Die Gewinnzahlen von Lotto „6 aus 45“ lauten:
3 11 14 25 33 39/Zusatzzahl 17

Die richtigen LottoPlus-Zahlen:

13 14 16 19 36 43

Die richtige Joker-Zahl:

9 0 7 0 1 9

Alle Angaben ohne Gewähr

Auf der unbewohnten Galapagosinsel Fernandina ist ein Vulkan ausgebrochen und hat den Himmel erröten lassen.

In der Nacht auf gestern sei auf dem 1.463 Meter hohen Vulkan La Cumbre „eine thermische Anomalie und Gasemissionen registriert“ worden, die „auf den Beginn eines eruptiven Prozesses hinweisen“, erklärte Ecuadors Nationales Institut für Geophysik. Videos in Onlinediensten hätten einen Ausbruch aus einer Spalte an der Südflanke des Vulkans bestätigt.

Letzter Ausbruch 2020

Die Bevölkerung auf anderen Inseln des für seine einzigartige Flora und Fauna bekannten Archipels sei bisher nicht von dem Ausbruch beeinträchtigt, teilte das Institut mit.

La Cumbre brach in den vergangenen acht Jahren insgesamt viermal aus. Der letzte Ausbruch ereignete sich im Jänner 2020 und dauerte etwa neun Stunden.

Es sei nicht „genau vorherzusagen, wie lange der Ausbruch dauern wird“, so das Nationale Institut für Geophysik. Die nach der letzten Eruption gesammelten Daten legten aber nahe, „dass der aktuelle Ausbruch größer sein wird als die in den Jahren 2017, 2018 und 2020“. Touristinnen und Touristen wurde empfohlen, sich fernzuhalten.

Die 638 Quadratkilometer große Insel Fernandina liegt im äußersten Westen des Galapagos-Archipels und beherbergt unter anderem eine endemische Art des Gelben Landleguans. Die Galapagosinseln sind Teil des UNESCO-Weltnaturerbes. Sie wurden nach den dort lebenden Riesenschildkröten benannt und liegen rund tausend Kilometer westlich der Küste Ecuadors.

In einer Seniorenresidenz im deutschen Bedburg-Hau im Bundesland Nordrhein-Westfalen sind bei einem Brand in der Nacht auf heute zumindest vier Menschen gestorben.

Brandspuren auf der Fassade eines Altenheims in Bedburg-Hau (Deutschland)
APA/dpa/Christoph Reichwein

Eine weitere Person schwebe in Lebensgefahr, hieß es, ein Feuerwehrmann und ein Polizist wurden schwer, 15 weitere Personen leicht verletzt. 46 Bewohner des Altersheims hatten gerettet werden müssen. Die Ursache des Brands ist unklar.

Beim Eintreffen der Feuerwehr gegen 5.00 Uhr sei die Situation dramatisch gewesen, meldete der Sender WDR. Feuerwehrleute hätten teils Fenster einschlagen müssen, um Heimbewohner zu retten.

Science

Zwei US-Amerikaner, eine US-Amerikanerin und ein Russe sind zur Internationalen Raumstation (ISS) aufgebrochen. Die „Crew-8“ startete gestern am späten Abend (Ortszeit) an Bord eines „Crew Dragon“ des privaten US-Raumfahrtunternehmens SpaceX von Tech-Milliardär Elon Musk, wie die US-Raumfahrtbehörde NASA mitteilte.

Damit flogen nun zum wiederholten Mal seit Beginn des russischen Krieges gegen die Ukraine 2022 und trotz der daraus resultierenden immensen Spannungen zwischen den USA und Russland Raumfahrer beider Länder gemeinsam ins All. Der Start vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida war zuvor wetterbedingt zweimal verschoben worden.

Die NASA-Astronauten Matthew Dominick, Michael Barratt, ihre Kollegin Jeanette Epps und der Kosmonaut Alexander Grebenkin werden morgen Vormittag (MEZ) auf der ISS erwartet und sollen rund ein halbes Jahr dort forschen. Es handelt sich bereits um den neunten bemannten Raumflug eines „Crew Dragon“. Für Epps, Grebenkin und Dominick ist es der erste Raumflug, Barratt besucht bereits zum dritten Mal die ISS. An Bord der Raumstation befindet sich derzeit bereits eine siebenköpfige Crew.

Kultur

Der deutsch-österreichische Schriftsteller und Essayist Daniel Kehlmann wird mit dem Ludwig-Börne-Preis 2024 geehrt. Die mit 20.000 Euro dotierte Auszeichnung wird Kehlmann am 9. Juni in der Frankfurter Paulskirche verliehen, wie die Ludwig-Börne-Stiftung heute mitteilte. Als Preisrichterin amtierte die Verlegerin und ehemalige Literaturkritikerin Felicitas von Lovenberg.

„Daniel Kehlmann ist ein virtuoser wie subtiler Erzähler von Parallelwirklichkeiten“, erklärte von Lovenberg ihre Wahl in ihrer Begründung. Wenn er den Blick in die deutsche Vergangenheit richte, zeige sich die Relevanz seiner Literatur zum tieferen Verständnis unserer Gegenwart, führte sie aus.

„So liest sich sein Werk als brennend aktuelle Mahnung angesichts der wachsenden Bedrohung der Demokratie und der fortschreitenden gesellschaftlichen Polarisierung.“

Der Preis, der an den Schriftsteller und Essayisten Ludwig Börne (1786–1837) erinnert, ehrt seit 1993 deutschsprachige Autoren und Autorinnen im Bereich des Essays, der Kritik und der Reportage. Über den Preisträger entscheidet ein vom Vorstand der Stiftung benannter Preisrichter in alleiniger Verantwortung.

In der Vergangenheit ging die Auszeichnung unter anderen an Hans-Magnus Enzensberger, Marcel Reich-Ranicki, Joachim Gauck, Eva Menasse und zuletzt an den deutschen Vizekanzler Robert Habeck (Grüne).

Panorama

Britische Ermittler haben einen Sportwagen sichergestellt, der dem Tiroler Ex-Formel-1-Rennfahrer Gerhard Berger vor fast 29 Jahren gestohlen worden war.

Der Ferrari war im April 1995 in Italien entwendet worden, wo damals der Große Preis von San Marino in Imola stattfand. Nun wurde das Auto im Wert von rund 350.000 Pfund (rund 408.500 Euro) sichergestellt, wie die Metropolitan Police in London heute mitteilte.

Der sichergestellte gestohlene Ferrari  F512M von Gerhard Berger
met.police.uk

„Umweg“ über Japan

Die britischen Behörden wurden im Jänner von Ferrari eingeschaltet, nachdem das Unternehmen einen Autoverkauf eines britischen Maklers an einen US-amerikanischen Käufer überprüft hatte. Dabei habe sich herausgestellt, dass der Wagen gestohlen sei.

Ermittler einer Einheit, die auf organisierte Kriminalität mit Fahrzeugen spezialisiert sei, hätten daraufhin umfangreiche Untersuchungen eingeleitet. Der Wagen sei kurz nach dem Diebstahl nach Japan verschifft worden, bis er Ende 2023 nach Großbritannien gebracht worden sei, hieß es in der Polizeimitteilung. Das Fahrzeug sei dann beschlagnahmt worden, um einen Export zu verhindern.

Nach einem starken Frühjahrssturm sind die Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt South Jordan im US-Bundesstaat Utah derzeit mit ungewohnt anmutenden Aufräumarbeiten konfrontiert. Medienberichten zufolge gilt es, Tausende Büsche zu beseitigen, die neben dem rund 80.000 Einwohnerinnen und Einwohner zählenden South Jordan auch weitere Ortschaften in der betroffenen Region geradezu überrollt haben.

Tumbleweed in Hauseinfahrt in Eagle Mountain, Utah
Reuters/Britta Jarvie

Angelehnt an die englische Bezeichnung (Tumbleweed) der unter anderem als Steppenläufer bekannten Pflanze ist etwa beim „Guardian“ von einem „Tumblemageddon“ die Rede. Ganz im Gegensatz zu dem in vielen Western gezeichneten Bild eines einsam über die Straßen rollenden Buschs habe man es der britischen Zeitung zufolge in South Jordans Straßen derzeit mit bis zu drei Meter hohen Tumbleweed-Türmen zu tun.

Auch wenn es sich um ein in der Region offenbar bekanntes Phänomen handelt, zeigen sich die Betroffenen diesmal überrascht. „Wir hatten schon ein paar Tumbleweeds, aber noch nie so etwas“, zitierte der Regionalsender den South-Jordan-Bewohner John Young. Es gebe dennoch „Präzedenzfälle“, so der „Guardian“, wo man unter anderem an eine 2020 im US-Bundesstaat Washington gesperrte Autobahn und eine zwei Jahre zuvor in Kalifornien von Steppenläufern „lahmgelegte“ Stadt erinnerte.