Ausland

Die französische Polizei hat heute fünf Menschen aus dem Umfeld des Angreifers festgenommen, der Anfang Oktober in einem Pariser Polizeipräsidium vier Polizisten erstochen hatte.

Die Festnahmen seien im Departement Val-d’Oise nördlich von Paris erfolgt, hieß es aus Justiz- und Ermittlerkreisen. Ein 45-jähriger Mitarbeiter des Polizeipräsidiums hatte am 3. Oktober vier Kollegen erstochen, bevor er von einem Polizisten erschossen wurde.

Nach tagelangen gewaltsamen Protesten will die Regierung Ecuadors die umstrittene Entscheidung zur Erhöhung der Spritpreise zurücknehmen. Darauf einigten sich gestern Abend die Regierung und die Führung der indigenen Völker nach längeren Verhandlungen.

Protestwelle wird beendet

Nach der Einigung zwischen Staatschef Lenin Moreno und Vertretern der Konföderation der Indigenen Völker (CONAIE) soll die Streichung der Subventionen der Spritpreise von einer gemeinsamen Kommission revidiert werden. Im Gegenzug beendete die CONAIE die seit elf Tagen dauernde Protestwelle in ganz Ecuador, wie deren Vorsitzender Jaime Vargas sagte.

Die Regierung hatte die Subventionen der Treibstoffpreise von jährlich 1,2 Millionen Dollar gestrichen, um die Staatsfinanzen zu sanieren. Die Maßnahme wurde als Teil der Auflagen des Internationalen Währungsfonds (IWF) für einen Kredit von 4,2 Milliarden Dollar getroffen.

Erhöhung um fast 100 Prozent

Die daraus folgende Erhöhung der Preise für Dieselkraftstoff um über 100 Prozent entfachte den Protest der indigenen Völker und der Gewerkschaften. „Einen Tag brauchte man 20 Dollar für den Traktor, am nächsten Tag waren es 45 Dollar, es reichte nicht mehr, um die Kinder in die Schule zu bringen“, sagte Leonidas Iza, einer der Führer der CONAIE, in dem im Fernsehen übertragenen Dialog mit Moreno.

Die gemeinsame Kommission soll unter Vermittlung der UNO-Vertretung in Ecuador und der Bischofskonferenz ein neues Dekret ausarbeiten, mit dem vermieden werden soll, dass eine Abschaffung der Spritsubventionen die ärmeren Bevölkerungsschichten betrifft.

Beide Seiten waren zuvor zu Gesprächen zur Beilegung der sozialen Unruhen zusammengekommen. Bei den Protesten wurden seit Anfang Oktober sieben Menschen getötet und mehr als 1.300 Menschen verletzt.

Rund vier Monate nach Beginn der Proteste in Hongkong hat Chinas Staatschef Xi Jinping mit drastischen Worten vor der Abspaltung einer chinesischen Region von Festland-China gewarnt. „Jeder, der versucht, eine Region von China zu trennen, wird untergehen – mit zertrümmertem Körper und zu Puder gemahlenen Knochen“, sagte Xi nach Angaben des chinesischen Außenministeriums gestern während eines Aufenthalts in Nepal.

„Wahnhaft“

Xi bezeichnete „externe Kräfte, welche die Teilung Chinas unterstützen“, als „wahnhaft“. Der chinesische Präsident bezog sich in seinen Äußerungen nicht direkt auf die derzeitigen Unruhen in Hongkong. Bereits in der Vergangenheit hat Peking die Massenproteste in der chinesischen Sonderverwaltungszone jedoch als von „externen Kräften“ gesteuert bezeichnet.

Auch am Wochenende kam es in Hongkong wieder zu teilweise gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizei. Protestierende errichteten in mehreren Stadtteilen Straßenblockaden und griffen Geschäfte prochinesischer Händler an.

Angst vor Eingriff Chinas

Die seit Monaten andauernden Proteste in der Finanzmetropole hatten sich anfänglich gegen ein geplantes Gesetz gerichtet, das Überstellungen von Verdächtigen an Festland-China vorsah. Mittlerweile richten sich die Proteste aber generell gegen die prochinesische Führung in Hongkong und die Einschränkung der Demokratie.

Wegen der verschärften Rhetorik aus Peking waren die Befürchtungen eines militärischen Eingreifens Chinas in Hongkong zuletzt gestiegen. Auch in Taiwan gibt es entsprechende Sorgen. Seit dem Amtsantritt der Unabhängigkeitsverfechterin Tsai Ing Wen als taiwanesische Präsidentin 2016 haben sich die Beziehungen zwischen Peking und Taipeh verschlechtert.

Bei der zweiten Runde der Präsidentschaftswahl in Tunesien sehen die Nachwahlbefragungen einen deutlichen Sieger. Der parteilose Verfassungsrechtler Kais Saied kommt nach einer Befragung von Emrhod Consulting auf 72,5 Prozent der Stimmen.

Der bis vor Kurzem inhaftierte Medienunternehmer Nabil Karoui kommt laut den Angaben auf 27,5 Prozent, wie der staatliche Fernsehsender Watania gestern berichtete. Das Meinungsforschungsunternehmen Sigma Conseil sieht den Juristen sogar bei knapp 77 Prozent. Ein amtliches Endergebnis wird innerhalb der kommenden zwei Tage erwartet.

Politisches System vor tiefgreifendem Umbruch

Tunesien hatte nach dem „arabischen Frühling“ vor acht Jahren zwar tiefgreifende demokratische Reformen eingeleitet. Das Land kämpft aber mit großen wirtschaftlichen Problemen und hoher Arbeitslosigkeit. Die Unzufriedenheit in der Bevölkerung ist groß.

Tunesiens politisches System steht vor einem tiefgreifenden Umbruch. Innerhalb weniger Wochen wurden sowohl der Präsident als auch das Parlament neu gewählt. Bei der Parlamentswahl in der vergangenen Woche wurden die etablierten Parteien deutlich abgestraft.

Die moderat islamistische Ennahda sicherte sich zwar 52 der insgesamt 217 Sitze im Parlament, verlor aber deutlich an Zuspruch. Auf Platz zwei folgte die von Präsidentschaftskandidat Karoui neu gegründete Partei Qalb Tounes (Herz von Tunesien) mit 38 Sitzen. Beide Parteien schließen eine Koalition aus. Das Parlament ist stark zersplittert, was eine Regierungsbildung nach Ansicht schwierig machen könnte.

Politische Außenseiter

Auch die erste Runde der Präsidentschaftswahl hatte mit Saied und Karoui zwei Außenseiter in die Stichwahl gebracht. Der Medienunternehmer Karoui saß bis Mitte vergangener Woche wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung und Geldwäsche in Untersuchungshaft.

Die Wahlbeteiligung lag nach Angaben der unabhängigen Wahlbehörde ISIE über der Beteiligung bei den vergangenen Wahlgängen. Es gaben mindestens 58 Prozent der registrierten Wählerinnen und Wähler ihre Stimme ab. Allerdings lagen am Abend zunächst nur die Daten aus 70 Prozent der Wahllokale vor.

Bei der ersten Runde der Präsidentschafts- und der anschließenden Parlamentswahl beteiligten sich allerdings lediglich 45 und 41 Prozent. Insgesamt sind rund sieben Millionen Tunesier als Wähler registriert.

Hunter Biden, der Sohn des früheren US-Vizepräsidenten Joe Biden, ist von seinem Vorstandsposten in China zurückgetreten. Nachdem er monatelang zu Korruptionsvorwürfen geschwiegen hatte, teilte Biden gestern über seinen Anwalt mit, dass er zum 31. Oktober aus dem Vorstand des chinesischen Unternehmens ausscheide.

„Geschäfte unabhängig ausgeübt“

„Hunter hat seine Geschäfte unabhängig ausgeübt“, sagte sein Anwalt George Mesires. „Er hielt es nicht für angebracht, sie mit seinem Vater zu besprechen – und er tat das auch nicht.“ Außerdem gab Hunter Biden das Versprechen ab, nicht für ein ausländisches Unternehmen zu arbeiten, sollte sein Vater Joe Biden 2020 zum Präsidenten gewählt werden.

Bereits im April hatte Hunter Biden sein Engagement beim ukrainischen Energieunternehmen Burisma nach fünf Jahren beendet. „Trotz umfangreicher Prüfung hat zu keinem Zeitpunkt eine Strafverfolgungsbehörde, weder im In- noch im Ausland, behauptet, dass sich Hunter zu irgendeinem Zeitpunkt während seiner fünfjährigen Amtszeit eines Fehlverhaltens schuldig gemacht hat“, sagte Mesires.

US-Präsident Donald Trump wirft Biden vor, Ermittlungen gegen ein ukrainisches Unternehmen mit Geschäftsverbindungen zu Bidens Sohn Hunter behindert zu haben. Beweise blieb Trump schuldig. Es dürfte sich bei den Behauptungen Trumps um die Übernahme einer Verschwörungstheorie handeln.

Joe Biden hat Umfragen zufolge die besten Chancen, bei den Demokraten für die Präsidentschaftswahl 2020 aufgestellt zu werden. Trump hatte den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenski in einem Telefonat zu Ermittlungen gegen seinen Rivalen Biden ermuntert. Die US-Demokraten werfen Trump vor, in der Affäre die Macht seines Amtes missbraucht zu haben. Das löste die Ermittlungen zum Amtsenthebungsverfahren gegen Trump aus.

Der kanadische Premierminister Justin Trudeau will nach mutmaßlichen Drohungen an seinem Wahlkampf festhalten. „Das wird nichts daran ändern, wie ich Wahlkampf mache“, sagte Trudeau gestern am Rande eines Auftritts in York. Anders als am Vortag trug der Regierungschef keine Schutzweste.

Trudeau hatte am Samstag bei einem Wahlkampfauftritt in einem Vorort von Toronto eine Schutzweste unter seinem Hemd getragen und war von zahlreichen Polizisten begleitet worden. Der Sender CBC News berichtete, der Regierungschef habe zuvor Drohungen erhalten.

In Kanada wird am 21. Oktober gewählt. Trudeau und sein konservativer Herausforderer Andrew Scheer liegen in den Umfragen derzeit gleichauf.

Das britische Parlament wird heute nach einer knapp einwöchigen Pause von Königin Elizabeth II. in einer feierlichen Zeremonie wiedereröffnet. Die Queen verliest dabei die Regierungserklärung von Premierminister Boris Johnson (ca. 13.00 Uhr MESZ). Erwartet wird, dass Johnson darin Gesetzesvorhaben für seine bereits angekündigten Investitionen in die Polizei, den Gesundheitsdienst und die Infrastruktur des Landes darlegen wird.

Die „Times on Sunday“ berichtete unter Berufung auf eine ungenannte Quelle, Johnson wolle in diesen Tagen mit EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker, Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron und Bundeskanzlerin Angela Merkel sprechen, um auszuloten, ob eine Einigung im Brexit-Streit vor dem EU-Gipfel am Donnerstag und Freitag noch möglich ist.

Mehrheit für Brexit-Deal zweifelhaft

Am vergangenen Donnerstag war nach einem Treffen Johnsons mit dem irischen Regierungschef Leo Varadkar unerwartet Bewegung in die Gespräche gekommen. Nach EU-Angaben hat London Zugeständnisse bei der Frage in Aussicht gestellt, wie künftig Zollkontrollen zwischen dem britischen Nordirland und dem EU-Mitglied Irland vermieden werden können. Daraufhin begannen beide Seiten am vergangenen Samstag eine neue, intensive Verhandlungsrunde.

Sollten sich London und Brüssel bis zum EU-Gipfel einig werden, hätte Johnson nur noch einen Tag, um die Zustimmung des Unterhauses einzuholen. Ansonsten muss er einem Gesetz zufolge eine Verlängerung der Brexit-Frist beantragen. Nach derzeitigem Stand soll Großbritannien am 31. Oktober aus der EU austreten. Am Samstag könnte es daher zum großen Showdown kommen, bei dem Johnson seinen Brexit-Deal vorlegen könnte. Es gilt aber als sehr zweifelhaft, ob er eine Mehrheit erringen kann. Der Premier wäre auf Unterstützung aus der Opposition angewiesen.

Inland

Der von der SPÖ-Spitze angekündigte Erneuerungsprozess geht vielen an der Parteibasis nicht weit genug. In der ORF-Debatte „im Zentrum“ forderten der Traiskirchner Bürgermeister Andreas Babler und die Wiener Bezirksrätin Sara Costa gestern deutlich mehr Mitsprache der Mitglieder. Auch Tirols Landesparteichef Georg Dornauer plädierte für Basisabstimmungen über Parteichefs und Koalitionsabkommen.

„Ich hätte keine Angst vor einer Direktwahl“, so Dornauer. Babler forderte, die Mitbestimmung der Mitglieder auch dort zuzulassen, „wo es wehttut“ – etwa bei Koalitionsabkommen – und „wo man selber gefährdet ist“.

Deutsch will Mitglieder aktiv kontaktieren

SPÖ-Bundesgeschäftsführer Christian Deutsch reagierte eher skeptisch („man kann das nicht von oben verordnen“) und verwies auf den nun beginnenden Diskussionsprozess, an dessen Ende eine Mitgliederbefragung stehen soll. Im Gegensatz zur Mitgliederbefragung des Vorjahres werde die Partei wirklich alle Mitglieder aktiv kontaktieren, kündigte Deutsch an. Im Vorjahr hatte nicht einmal ein Viertel der SPÖ-Mitglieder über die später verwässerte Statutenreform abgestimmt.

Gefangen im SPÖ-Labyrinth – welche Richtung stimmt?

Nach dem historisch schlechtesten Wahlergebnis in der Geschichte der SPÖ wollen die Parteigranden die richtigen Lehren aus dem Wahldesaster ziehen. Alles soll offen und tabulos besprochen werden.

Einig waren sich alle Diskussionsteilnehmer – geladen waren ausschließlich SPÖ-Funktionäre und -Mitglieder –, dass die SPÖ mit „Leidenschaft“ (Babler) gegen den Neoliberalismus antreten müsse. „Solange die Mehrheit der Arbeitnehmer von der Sozialdemokratie nicht zurückgewonnen werden, wird es keine Mehrheit geben“, befand der frühere burgenländische Landeshauptmann Hans Niessl und empfahl wie Costa den Blick nach Portugal, wo die Sozialdemokraten die Parlamentswahl Anfang Oktober klar gewonnen haben.

Dornauer findet, dass man sich dabei auch von ÖVP-Chef Sebastian Kurz das eine oder andere abschauen könne: „Er hat die Österreichische Volkspartei wieder zu einer Volkspartei gemacht, so fair muss man sein.“

EU

Nach dem Debakel um die französische EU-Kommissionskandidatin Sylvie Goulard empfängt Frankreichs Präsident Emmanuel Macron heute die künftige EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen im Elysee-Palast. Bei dem Arbeitstreffen soll es nach Angaben der französischen Präsidentschaft um die Besetzung der neuen EU-Kommission sowie deren politisches Programm gehen. Das Verhältnis zwischen Macron und von der Leyen ist wegen der Goulard-Affäre angespannt.

Goulard war ursprünglich in der neuen EU-Kommission für das Ressort Industrie und Binnenmarkt vorgesehen. Wegen gegen sie laufender Ermittlungen in Brüssel und Paris lehnten die Abgeordneten des EU-Parlaments die frühere französische Verteidigungsministerin am Donnerstag jedoch ab. Macron gab von der Leyen daraufhin die Schuld an der Niederlage seiner Kandidatin – von der Leyen habe auf Goulard bestanden, erklärte der französische Präsident.

Digitale Agenden der EU wieder in der Schwebe

Nach dem klaren Votum gegen Goulard im EU-Parlament hängt die digitale Agenda der neuen EU-Kommission wieder in der Luft. In Brüssel wurden am Freitag bereits erste Forderungen laut, einige Kompetenzen dieses riesigen Ressorts auf andere zu verteilen.

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Die Außenministerinnen und Außenminister der EU-Staaten beraten heute bei einem Treffen in Luxemburg über mögliche Reaktionen auf die türkische Militärintervention in Nordsyrien. Schweden hat sich im Vorfeld der Gespräche offen für ein EU-weites Waffenembargo gegen die Türkei ausgesprochen und will bei einer Verschlechterung der Lage auch Wirtschaftssanktionen oder Sanktionen gegen Einzelpersonen vorschlagen. Auch die französische Regierung hat das Thema Sanktionen aufgeworfen.

Dass es schnell eine EU-Entscheidung in diese Richtung geben wird, gilt allerdings als unwahrscheinlich. Diplomaten in Brüssel verweisen darauf, dass die Türkei noch immer NATO-Partei sei und bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise als Partner gebraucht werde. Zudem gibt es die große Hürde, dass EU-Sanktionen einstimmig beschlossen werden müssten. Als wahrscheinlich gilt deswegen, dass die EU-Staaten vorerst selber entscheiden müssen, ob sie einen Waffenexportstopp oder andere Strafmaßnahmen verhängen.

Länder wie die Niederlande haben bereits unilateral einen Lieferstopp für Rüstungsgüter angekündigt. Deutschland hat seine Rüstungsexporte an den NATO-Partner als Reaktion auf den Einmarsch teilweise gestoppt.

In den Brexit-Verhandlungen zwischen der EU und Großbritannien ist noch kein Durchbruch in Sicht. „Es bleibt noch viel Arbeit zu tun“, erklärte die EU-Kommission gestern. Gespräche beider Seiten über das Wochenende verliefen „konstruktiv“.

EU-Unterhändler Michel Barnier werde am Abend nach den EU-Botschaftern der Mitgliedstaaten auch das Europaparlament über den Stand informieren. Am Dienstag will er dann mit den Europaministern beraten, die den Gipfel der EU-Staats- und Regierungschefs ab Donnerstag vorbereiten.

Johnson will Gespräche „intensivieren“

Der britische Premierminister Boris Johnson will sein Land am 31. Oktober aus der EU führen, notfalls auch ohne Abkommen mit der EU. Brüssel und London hatten sich am Freitag darauf verständigt, die Gespräche „über die kommenden Tage zu intensivieren“.

Johnson hatte Anfang Oktober einen neuen Vorschlag für ein Abkommen unterbreitet. Laut diesem soll die britische Provinz Nordirland nach dem Brexit in einer Zollunion mit Großbritannien bleiben. Kontrollen im Warenhandel mit Irland sollen aber nicht an der Grenze, sondern nur „dezentralisiert“ über Onlineformulare und Überprüfungen auf Firmengeländen und entlang der Lieferkette erfolgen.

Diplomaten sehen Annäherung

Die EU sah aber mehrere „problematische Punkte“ und zweifelte daran, dass Zollkontrollen tatsächlich verhindert werden können. Hier ist nun offenbar von britischer Seite eine „Zollpartnerschaft“ ins Gespräch gebracht worden. Details wurden aber nicht bekannt.

Zudem sehen die anderen EU-Mitglieder die Forderung Johnsons kritisch, dass das nordirische Parlament alle vier Jahre der Vereinbarung mit der EU neu zustimmen muss und damit das Abkommen zu Fall bringen könnte. Diplomaten und Diplomatinnen zufolge hatte es hier Ende vergangener Woche aber „eine Annäherung zwischen London und Dublin“ gegeben.

Sport

Österreichs Nationalteam hat gestern mit einem 1:0-Erfolg gegen Slowenien Kurs auf die EM 2020 genommen. Geschafft wurde der Auswärtssieg vor allem dank einer starken Defensivleistung, bei der vor allem Aleksandar Dragovic und Martin Hinteregger herausragten. Obwohl nur ein Tor gelang, ließ sich auch die Offensive nicht lumpen und zeigte durch die Bank eine gute Vorstellung.

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Im Kampf um das EM-Ticket ist die deutsche Fußballnationalmannschaft auch in Unterzahl auf Kurs geblieben. Nach einer frühen Roten Karte gegen Emre Can (14.) kam das Team von Joachim Löw gestern in Tallinn gegen den Tabellenletzten Estland noch zu einem klaren 3:0 (0:0)-Erfolg. Die Deutschen liegen damit in Gruppe C punktegleich mit Spitzenreiter Niederlande auf Rang zwei.

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Wirtschaft

Die deutsche Regierung wird den chinesischen Telekommunikationskonzern Huawei einem Medienbericht zufolge nicht vom Aufbau des deutschen 5G-Netzes ausschließen. Das berichtete das „Handelsblatt“ unter Berufung auf den aktuellen Entwurf der Bundesnetzagentur zu den Sicherheitsanforderungen für die Telekommunikationsnetze.

Eine zunächst geplante Klausel, die Huawei den Marktzugang versperren würde, ist dem Bericht zufolge in dem Papier nicht mehr enthalten. Der Beschluss soll in den kommenden Tagen veröffentlicht werden.

Merkel befürchtet Streit mit China

Das „Handelsblatt“ berichtete, vor allem eine Intervention des Kanzleramts habe eine schärfere Fassung der Anforderungen verhindert. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) fürchte ein Zerwürfnis mit China, hieß es in Regierungskreisen.

Huawei ist einer der weltweit führenden Netzwerkausrüster und ein Vorreiter beim neuen Mobilfunkstandard 5G. Insbesondere die USA werfen dem Konzern aber eine zu große Nähe zur chinesischen Regierung vor und warnen vor der Gefahr von Spionage und Sabotage. Huawei weist das zurück.

Kritik der SPD

Die Entscheidung, dass Huawei nun auch Komponenten für das deutsche 5G-Netz liefern darf, stieß bei der SPD auf Kritik. Der SPD-Außenpolitiker Nils Schmid sagte dem „Handelsblatt“, es sei ein „schwerer Fehler, Huawei ins 5G-Netz zu integrieren“.

Der Standard 5G verspricht deutlich schnellere und leistungsfähigere Verbindungen als ältere Mobilfunkstandards.

Chronik

In Südschweden ist es vor einer Polizeiwache zu einer Explosion gekommen. Das teilte die Polizei heute mit. Mehrere Personen in der Kleinstadt Staffanstorp bei Malmö hätten zuvor von einem lauten Knall im Stadtzentrum berichtet, gleichzeitig sei der Alarm in dem Gebäude losgegangen. Etwas sei vor der Tür der Wache detoniert, das nationale Bombeneinsatzkommando sei eingeschaltet worden.

Verletzt wurde niemand, im Eingangsbereich der Wache seien Schäden entstanden. Verdächtige wurden bisher nicht festgenommen.

In Schweden und Dänemark kommt es seit Monaten immer wieder zu Explosionen vor Gebäuden, bei denen aber nur selten Menschen zu Schaden kommen. Besonders im Süden Schwedens und in der nicht weit davon entfernt liegenden dänischen Hauptstadt Kopenhagen ist das zu einem Problem für die Polizei geworden. Die Hintergründe werden im kriminellen Milieu vermutet.

Im Kampf gegen die Folgen des Taifuns „Hagibis“ in Japan haben die Bergungskräfte ihren Einsatz in den Überflutungsgebieten fortgesetzt. Die Zahl der Todesopfer stieg nach Angaben von heute auf 36.

Weitere 17 Menschen würden noch vermisst, berichteten japanische Medien. Der Wirbelsturm war am Wochenende über weite Teile des Landes hinweggefegt, er hinterließ eine Spur der Verwüstung.

Bergungsarbeiten nach dem Taifun Hagibis in Japan
APA/AFP/Jiji Press

Zahlreiche Flüsse traten über die Ufer und überschwemmten ganze Wohngebiete. In der mit am schwersten betroffenen Provinz Nagano und anderen Regionen des bergigen Inselreiches gingen vielerorts Muren nieder. Mehr als 100 Bewohner und Bewohnerinnen wurden den Einsatzkräften zufolge verletzt.

„Hagibis“ war am Samstag nahe Tokio auf Land getroffen. Später zog er Richtung Nordosten weiter in jene Region, wo es 2011 zu einer Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe mit Tausenden Toten gekommen war. Auch dort kam es durch den Taifun zu schweren Überschwemmungen und Erdrutschen.

Bei der aktuellen Ziehung von Lotto „6 aus 45“ gibt es einen Jackpot. Beim Joker gibt es einen Gewinner.

Es wurden folgende Gewinnzahlen ermittelt:

9 14 17 23 26 32/Zusatzzahl 33

Gewinnzahlen der LottoPlus-Ziehung:

9 18 20 23 27 42

Die aktuellen Joker-Zahlen:

1 0 5 4 6 6

Alle Angaben ohne Gewähr

IT

Eines der beliebtesten Videospiele der Welt, der Online-Multiplayer-Shooter „Fortnite“, ist seit Stunden nicht mehr verfügbar. Die Zwangspause wurde mit einem spektakulären Ingame-Event eingeläutet: Ein Meteorit stürzte ab und verursachte eine Schockwelle in der Spielwelt, die anschließend in ein Schwarzes Loch gesogen wurde. Dieses ist aktuell in dem offiziellen „Fortnite“-Livestream auf der Plattform Twitch zu sehen.

Das vermeintliche Ende dürfte aber eher ein Neuanfang sein: Es handelt sich offenbar um ein größeres Update. Spekuliert wird, dass das Spiel mit einer neuen Karte wieder starten dürfte. Wie lange das dauert, ist aber offen.

Gesundheit

Kultur

Nach mehr als einem Jahrzehnt am Wiener Burgtheater hat Schauspieler Joachim Meyerhoff die Stadt gewechselt. Meyerhoff, der auch die autobiografischen Bücher „Alle Toten fliegen hoch“ geschrieben hat, arbeitet nun an der Berliner Schaubühne. Er wolle unter anderem einfach einmal raus „aus diesen sehr plüschigen Theaterräumen“, sagte er der „Berliner Zeitung“.

Joachim Meyerhoff im November 2017
APA/Hans Punz

Gestern Abend trat Meyerhoff erstmals als neues Ensemblemitglied in Berlin auf. In Molieres „Amphitryon“ spielt er den etwas unbeholfenen Diener Sosias, mit langer Perücke und weiß geschminktem Gesicht. Regisseur Herbert Fritsch zeigt eine bunte Pop-Barock-Welt, die ein wenig an „Tom und Jerry“-Trickfilme erinnert.

Die Geschichte stammt aus der griechischen Mythologie. Während Amphitryon im Krieg ist, verführt Zeus dessen Frau. Dazu gibt er sich als Amphitryon aus, was im Laufe des Abends nicht der einzige Identitätsdiebstahl bleibt. Das Theaterstück fragt damit auch, wer man eigentlich ohne seine vermeintlich vorgesehene Rolle ist.

Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit beginnt heute ihre Zugsreise zur Frankfurter Buchmesse. Das skandinavische Land ist dort heuer Ehrengast. Die 46-Jährige fährt gemeinsam mit ihrem Mann Kronprinz Haakon zunächst von Berlin nach Köln. An Bord des Literaturzugs sind mehrere Berliner Schüler und auch norwegische Autoren, darunter Jostein Gaarder, der mit Büchern wie „Sofies Welt“ bekannt wurde.

Bereits Tradition in Norwegen

Mette-Marit ist Botschafterin für norwegische Literatur im Ausland. Daheim reist sie regelmäßig mit einem Literaturzug („Litteraturtog“) durchs Land. Diese Tradition will sie nun mit nach Deutschland bringen, wie die norwegische Botschaft ankündigte.

„Seit einigen Jahren reise ich mit dem Literaturzug durch Norwegen und spreche mit Autoren und vielen Lesern über Literatur und damit auch über das Leben“, sagte Mette-Marit in einer Mitteilung der Deutschen Bahn. Der royale Besuch nimmt keine reguläre Bahnverbindung, sondern ist in einem Sonderzug mit rund 100 Gästen und Bahnmitarbeitern an Bord unterwegs.

Von Maja Lunde bis Jo Nesbo

In Köln ist ein Besuch in einer Buchhandlung geplant. Dort sind auch die Schriftstellerinnen Maja Lunde („Die Geschichte der Bienen“, „Die Geschichte des Wassers“) und Anne Sverdrup-Thygeson („Libelle, Marienkäfer & Co.“) dabei. Am Abend steht ein Empfang an.

Morgen fährt der Literaturzug weiter zur Frankfurter Buchmesse, deren Ehrengast Norwegen in diesem Jahr ist. Die Messe soll am Abend eröffnet werden. Rund 7.500 Aussteller sind bis Sonntag dabei. Erwartet werden rund 100 norwegische Schriftsteller, darunter Schwergewichte wie Krimiautor Jo Nesbo.

Von wenigen Konzentrationslagern sind so viele Fotos aus der aktiven Zeit erhalten wie von Mauthausen. Zu verdanken ist das unter anderem dem Mut des jungen KZ-Häftlings Francisco Boix, der Negative versteckte, aus dem Lager schmuggelte und nach der Befreiung mit der Leica des SS-Erkennungsdienstes weiterhin dokumentierte. Eine Graphic Novel erzählt nun seine Geschichte.

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Science

Zum Abschluss der Nobelpreisbekanntgaben wird heute der Preisträger in der Kategorie Wirtschaft verkündet. Die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften in Stockholm wollte frühestens um 11.45 Uhr mitteilen, wer als Nachfolger der beiden US-Ökonomen William Nordhaus und Paul Romer mit dem renommierten Preis ausgezeichnet wird.

Erfahrungsgemäß werden Wissenschaftlern aus den USA alljährlich die besten Chancen eingeräumt. Nordhaus und Romer waren im vergangenen Jahr für ihre Arbeiten zu Klimakrise und technologischen Innovationen geehrt worden.

Kein klassischer Nobelpreis

Der Wirtschaftsnobelpreis ist der einzige der Nobelpreise, der nicht auf das Testament von Alfred Nobel zurückgeht. Er wird vielmehr seit Ende der 60er Jahre von der schwedischen Zentralbank gestiftet und gilt somit streng genommen nicht als klassischer Nobelpreis.

Dennoch ist er wie die anderen Auszeichnungen mit einem Preisgeld in Höhe von neun Millionen schwedischen Kronen (rund 830.000 Euro) verbunden und wird ebenfalls an Nobels Todestag, dem 10. Dezember, überreicht.