Ausland

Macron verlangt von Trump mehr Respekt

Nach einer Reihe kritischer Tweets hat Frankreichs Präsident Emmanuel Macron von seinem US-Kollegen Donald Trump mehr Respekt angemahnt. „Zu jedem Zeitpunkt unserer Geschichte waren wir Verbündete und zwischen Verbündeten herrscht Respekt“, so Macron gestern im Fernsehsender TF1.

Er glaube, dass die Franzosen nicht von ihm erwarteten, auf Tweets Trumps zu reagieren. Vielmehr werde erwartet, dass er die wichtige gemeinsame Geschichte beider Staaten fortsetze. Die USA seien Frankreichs historischer Verbündeter, mit dem gemeinsam man die höchsten Risiken eingehe und die kompliziertesten Operationen ausführe. „Aber ein Verbündeter zu sein, heißt nicht, ein Vasallenstaat zu sein.“

Macron gibt sich versöhnlich

Macron selbst bewertete Trumps Äußerungen nicht, stimmte aber der Frage des Journalisten zu, ob die Tweets des US-Präsidenten „unhöflich und taktlos“ gewesen seien. Macron antwortete darauf: „Sie haben alles gesagt.“ Trump betreibe mit seinen Twitter-Botschaften „amerikanische Politik, und ich lasse ihn amerikanische Politik machen“.

Zugleich schlug Macron versöhnliche Töne an. Er werde mit Trump nicht über Twitter eine Debatte austragen, sagte er. Stattdessen verwies er auf den gemeinsamen Kampf der beiden Staaten gegen den „islamistischen Terror“. In Syrien und Afrika „arbeiten unsere Soldaten jeden Tag zusammen, riskieren ihr Leben zusammen“, sagte Macron.

Trump beschwert sich wegen Zöllen

Trump hatte nach seiner Teilnahme an den Feiern zum Ende des Ersten Weltkriegs in Paris eine Reihe Frankreich-kritischer Tweets abgesetzt. Er erinnerte an die militärische Fast-Niederlage gegen Deutschland und schrieb, das Problem „Emmanuels“ sei es, dass er unter sehr geringen Zustimmungsraten und einer sehr hohen Arbeitslosigkeit leide.

In einem anderen Tweet hieß es: „Zum Handel, Frankreich macht exzellenten Wein, aber den machen wir auch.“ Frankreich hindere die USA aber durch hohe Zölle am Marktzugang, während das in den USA nicht der Fall sei. „Nicht fair, muss sich ändern.“

Trump verschärft Vorwurf des Wahlbetrugs

US-Präsident Donald Trump hat seinen Vorwurf des Betrugs bei den jüngsten Kongress- und Gouverneurswahlen verschärft. In einem gestern veröffentlichten Interview mit der rechtsgerichteten Website The Daily Caller erhob Trump die Anschuldigung, dass Mitglieder der oppositionellen Demokraten sich verkleidet und mehr als einmal abgestimmt hätten. Belege für diesen Vorwurf führte der Präsident nicht an.

„Die Republikaner gewinnen nicht, und das ist wegen potenziell illegaler Stimmen“, so Trump. Es hätten sich Menschen in die Schlangen an den Urnen eingereiht, die „absolut nicht zur Wahl berechtigt sind“. Nach ihrer ersten Stimmabgabe hätten sie dann „einen anderen Hut angezogen, ein anderes Hemd angezogen“ und seien wieder in die Wahllokale hineingegangen, um nochmal einen Wahlzettel einzuwerfen.

Demokraten können weiter zulegen

Bei den Wahlen am 6. November hatten Trumps Republikaner ihre Mehrheit im Repräsentantenhaus an die Demokraten verloren. Ihre Mehrheit im Senat konnten die Republikaner verteidigen.

Bei den sich hinziehenden Auszählungen wurde in den Tagen seit der Wahl jedoch deutlich, dass der Sieg der Demokraten bei den Wahlen zum Repräsentantenhaus deutlicher ausfällt als in der Wahlnacht geschätzt – und sie auf der anderen Seite weniger Sitze im Senat an die Republikaner abgeben müssen als anfangs angenommen. Offen ist etwa weiter der Ausgang der Wahlen zu einem Senatssitz sowie für den Gouverneursposten im Bundesstaat Florida. Dort laufen wegen der sehr knappen Ergebnisse Neuauszählungen.

Aktivisten reichen Klage gegen Ortega ein

Angesichts der Gewalt in Nicaragua haben Aktivisten einer Menschenrechtsorganisation mit Sitz in den USA Klage gegen den Präsidenten des mittelamerikanischen Landes und mehrere Regierungsmitglieder beim Internationalen Strafgerichtshof eingereicht. Präsident Daniel Ortega, Vizepräsidentin Rosario Murillo und weiteren Ministern werden Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorgeworfen.

Wie Nora Sandigo von der Organisation Children Foundation heute erklärte, richte sich die Klage gegen Ortega und seine Kabinettsmitglieder als Bürger Nicaraguas und nicht gegen die Regierung selbst. Das Land erkennt den Gerichtshof nicht an.

Hunderte Tote laut Aktivisten

Ortega sei ein Krimineller, so Sandigo, die die Klage gemeinsam mit weiteren Nicaraguanern eingereicht hatte. Die Klageunterlagen wurden auch an das Büro der Hohen Kommissarin für Menschenrechte der Vereinten Nationen, Michelle Bachelet, geschickt. Sie zeigten, dass Ortega und sein Kabinett für den Tod mehrerer hundert Menschen verantwortlich seien, so die Aktivistin.

Nicaragua kommt seit Mitte April nicht zur Ruhe. Ortega wollte damals eine Sozialreform durchsetzen, die Bevölkerung protestierte jedoch gegen die Änderung – mit Erfolg. Ortega zog die Reform daraufhin zurück, seither demonstrieren die Menschen für einen Rücktritt des Präsidenten. Polizisten und regierungsnahe Schlägertrupps greifen die Demonstrierenden regelmäßig an. Menschenrechtlern zufolge sind bereits rund 500 Menschen ums Leben gekommen, darunter viele Zivilisten.

Weitere Migranten aus Mittelamerika erreichen US-Grenze

Nach einer Tausende Kilometer langen Reise durch Mexiko haben weitere Menschen aus Mittelamerika den Grenzzaun zu den USA erreicht. Heute kamen acht Busse mit rund 300 Menschen in der Grenzstadt Tijuana an. Sie warten dort in Flüchtlingsherbergen darauf, die Grenze zu überqueren.

Migranten in der Grenzstadt Tijuana
Reuters/Jorge Duenes

Bereits gestern waren Hunderte in Tijuana eingetroffen. Zwischen Tijuana und San Diego teilt der Grenzzaun den Strand und reicht bis in den Pazifischen Ozean. Der Großteil der Gruppe befand sich jedoch noch rund 2.400 Kilometer weiter südlich – in der mexikanischen Stadt Guadalajara brach heute eine Gruppe auf.

Die Karawane besteht aus rund 5.000 Menschen aus Honduras, Guatemala und El Salvador. Ihr Ziel sind die USA. Auf dem Weg dorthin hat sich die Karawane jedoch in kleinere Gruppen geteilt. Wann der Großteil Tijuana erreichen könnte, war weiter nicht klar.

Trump warnte vor „Invasion“

US-Präsident Donald Trump hatte in der vergangenen Woche die Regelungen für Asylverfahren an der südlichen US-Grenze verschärft. Der Republikaner ordnete an, dass Migrantinnen und Migranten, die die Grenze in die USA illegal überschreiten, ein Asylverfahren verweigert werden soll. Die Verfahren wären damit grundsätzlich nur noch an offiziellen Grenzübergängen möglich.

Der Schritt ist höchst umstritten. Mehrere Organisationen hatten bereits zuvor Widerstand vor Gerichten angekündigt. Trump hatte mit dem Thema der illegalen Migration massiv Wahlkampf für die Kongresswahlen vergangene Woche gemacht. Er sprach von einer „Invasion“ und überzeichnete die Lage stark. Nach der Wahl äußerte er sich kaum noch zum Thema.

Truppen im Jemen stoppen Offensive auf Hudaida

Die jemenitische Regierung hat einen Stopp der Offensive auf die von Rebellen kontrollierte Hafenstadt Hudaida angeordnet. Die regierungstreuen Truppen seien angewiesen worden, die Angriffe auf die Huthi-Rebellen in Hudaida bis auf Weiteres einzustellen, sagten Militärvertreter verschiedener Einheiten heute. Bei einem Angriff würden die Regierungstruppen jedoch die Kämpfe wieder aufnehmen.

Bisher knapp 600 Tote

Die Offensive war mit Unterstützung der von Saudi-Arabien geführten Militärkoalition vor rund zwei Wochen gestartet worden, um Hudaida zurückzuerobern. Dabei kamen seither knapp 600 Menschen ums Leben, vor allem Kämpfer beider Seiten. Intensive diplomatische Bemühungen sorgten seit Montag für eine deutliche Deeskalation der Kämpfe.

Die Vereinigten Arabischen Emirate, die der Militärkoalition angehören, erklärten heute ihre Unterstützung für den Vorstoß der Vereinten Nationen, noch bis Jahresende Friedensgespräche für den Jemen in Schweden abzuhalten. Sein Land arbeite darüber hinaus eng mit der UNO zusammen, um humanitäre Hilfe für „alle Regionen“ im Jemen zu ermöglichen, sagte Außenminister Anwar Gargash.

Huthi-Rebellen kämpfen gegen regierungstreue Truppen

Im Jemen herrscht seit 2014 ein Krieg zwischen den vom Iran unterstützten schiitischen Huthi-Rebellen und den vom sunnitischen Saudi-Arabien und anderen arabischen Staaten unterstützten Truppen von Präsident Abd-Rabbu Mansour Hadi. Im September waren Friedensgespräche zwischen den Konfliktparteien gescheitert, bevor sie überhaupt begonnen hatten.

Rumänien fühlt sich von EU ungerecht behandelt

Das desolate Zeugnis, das EU-Kommission und -Parlament Rumänien gestern ausgestellt haben, kommt bei Regierungschefin Viorica Dancila gar nicht gut an. Sie sieht ihr Land ungerecht behandelt. Sechs Wochen vor Rumäniens EU-Vorsitz bezeichnete sie den Prüfbericht als „Einmischung in innere Angelegenheiten“. Sie werde „nicht länger akzeptieren“, dass Rumänien „stets nur gescholten wird“.

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Inland

Rassistisches FPÖ-Video: Hofer hat damit „keine Freude“

Das von der FPÖ gestern publizierte Video über die neue E-Card, das rassistische Klischees bedient, stößt beim stellvertretenden Bundesparteichef Norbert Hofer auf Kritik. Er habe damit „keine Freude“ und dafür gesorgt, dass es rasch aus dem Netz genommen wird, so der Infrastrukturminister heute vor dem Ministerrat. Als „inakzeptabel“ bezeichneten dieses auch ÖVP-Regierungsmitglieder.

„Auch bei anderen Parteien passieren Fehler“

Hofer sagte, er habe am späten Nachmittag von dem Video erfahren und seinen Beitrag dazu geleistet, dass es so schnell wie möglich wieder gelöscht wird: „Wer mich kennt, weiß, dass ich mit solchen Aktionen keine Freude habe.“

Dass es immer wieder die FPÖ sei, die mit derartigen Aktionen auffalle – und das ausgerechnet am Tag des Gipfels gegen Hass im Netz -, ließ Hofer nicht gelten und meinte: „Auch bei anderen Parteien passieren Fehler.“ Er verwies auf die SPÖ und die Causa Tal Silberstein. Angesprochen auf die Aussage von FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker, wonach vor allem Ausländer die E-Card missbrauchen würden, sagte Hofer, dass es Missbrauch gebe.

Strache hat auch „keine Freude“

Im Rahmen des Pressefoyers nahm auch FPÖ-Chef und Vizekanzler Heinz-Christian Strache zu dem Video Stellung. Er habe „keine Freude“ mit dem Video gehabt, so Strache. Es sei „ausdrücklich nicht erwünscht“ gewesen.

„In Zukunft“ müsse es ein „Controlling-System“ geben, das über solche Videos entscheidet, solche Aktionen dürften nicht von einem „einzelnen Mitarbeiter“ ausgehen. Strache bezeichnete das Video als „seicht, überspitzt, provokativ, unnotwendig“ und es lenke „vom sachlichen Problem ab“.

Kurz: „Nicht akzeptabel“

„Ich lehne das Video klar ab und halte es für nicht akzeptabel. Ich halte es für wichtig, dass es vom Netz genommen wurde“, sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) im Pressefoyer. Der Vizekanzler kenne seine Sichtweise, und diese habe er ihm auch im Vieraugengespräch dargelegt, so der ÖVP-Chef.

Auch ÖVP-Justizminister Josef Moser lehnte das Video als „inakzeptabel“ ab. „Egal von wem es kommt, das ist abzulehnen“, so Moser. „Ich lehne solche Themen massiv ab“, sagte Finanzminister Hartwig Löger (ÖVP) und distanzierte sich davon.

EU

Karas wirft Russland Verbreitung von „Fake News“ vor

Der ÖVP-Delegationsleiter im EU-Parlament, Othmar Karas, hat heute die Einflussnahme Russlands auf Politik und Demokratie in Europa scharf kritisiert. „EU-Experten haben allein in den letzten zwei Jahren mehr als 3.500 Fälle prorussischer Desinformation dokumentiert.“ Besonders bedenklich sei „die russische Unterstützung für die Europazerstörer wie FPÖ, Le Pen und Co.“, konstatierte er.

„Russland verbreitet ‚Fake News‘ und betreibt Desinformationskampagnen. Der prominenteste, erschreckendste und aus russischer Sicht erfolgreichste Einsatz war die Kampagne für den ‚Brexit‘“, sagte Karas bei einer Debatte im EU-Parlament. Auch bei den Wahlen in Frankreich und Deutschland und der Katalonien-Krise in Spanien seien russische Aktivitäten nachgewiesen worden. Daher gebe es keinen Grund, „daran zu zweifeln, dass Russland bei den Europawahlen intervenieren wird“.

Wirtschaft

Uber weitet Verlust vor geplantem Börsengang aus

Der Fahrdienstvermittler Uber ist US-Medienberichten zufolge im dritten Quartal tiefer in die roten Zahlen gerutscht. Verglichen mit dem vorherigen Vierteljahr sei der Verlust von 891 Millionen Dollar auf 1,07 Milliarden Dollar (0,95 Mrd. Euro) angewachsen, schrieben unter anderem das „Wall Street Journal“ und die „New York Times“ gestern (Ortszeit) unter Berufung auf den jüngsten Geschäftsbericht.

Der Umsatz stieg demnach auf 2,95 Milliarden Dollar, was einem Plus von 38 Prozent im Jahresvergleich entspricht. Damit hat sich das Wachstum deutlich verlangsamt. Uber will wie Rivale Lyft im ersten Halbjahr 2019 an die Börse. Da die Firma privat ist, muss sie keine Geschäftsberichte veröffentlichen. Bestimmte Zahlen werden aber Investoren vorgelegt und dringen stets über US-Medien nach draußen.

Nordkoreas Cybertruppen auf Raubzug bei Banken

Auf der politischen Ebene sieht alles nach Entspannung zwischen Nord- und Ѕüdkorea aus. Statt Raketenstarts, Flottenmanövern und Drohungen dominieren nun freundliche Gesten. Zuletzt wurden Hunderte Tonnen Pilze und Mandarinen als Gastgeschenke ausgetauscht. Hinter den Kulissen aber plündern Nordkoreas Cybertruppen gerade ein Zahlungssystem nach dem anderen, zig Millionen Dollar sind verschwunden.

Diese Kampagne zur Devisenbeschaffung hatte nach den Wirtschaftssanktionen im September 2017 begonnen, bei den US-Behörden läuft sie seitdem unter dem Codenamen „Fastcash“. Bis dato wurden in zwei Wellen Banken in mindestens 30 Staaten der südlichen Hemisphäre ausgeraubt. Es ist also gut möglich, dass die nächste Angriffswelle Europas Banken betreffen kann.

Mehr dazu in fm4.ORF.at

Telekom-Prozess: Fischer bekennt sich zum Teil schuldig

Der Hauptangeklagte im Telekom-Valora-Verfahren, Ex-Telekom-Festnetzvorstand Rudolf Fischer, hat sich heute im Prozess zu einigen Anklagepunkten schuldig bekannt. Bereits zuvor hatte Fischer seine Teilschuld eingestanden.

Er sei schuldig in den Anklagepunkten zu den Ex-FPÖ-Politikern Hubert Gorbach, Mathias Reichhold, Reinhart Gaugg, der Zahlung an den Christgewerkschafter, der Zahlungen an Walter Meischberger im Jahr 2008 und der zweiten Zahlung für Ramsau Golf, sagte Fischer. Er ist im Prozess der Untreue gegenüber der Telekom angeklagt.

„Freundschaftsdienst“ für Gorbach

Ex-Vizekanzler Hubert Gorbach (FPÖ/BZÖ) hatte von der Justiz eine Diversion erhalten. Er hatte nach seinem Ausscheiden aus dem Amt in den Jahren 2007 und 2008 mit Telekom-Geld seine Sekretärin bezahlt bekommen und selber ebenfalls Telekom-Geld erhalten, insgesamt rund 270.000 Euro. Es sei ein „Freundschaftsdienst“ für Gorbach gewesen, sagte Fischer während des Prozesses.

Weder Gorbach noch seine Sekretärin hätten für das Geld eine Gegenleistung für die Telekom erbracht. Gorbach musste bei seiner Diversion eine Geldbuße von 1.680 Euro an den Bund zahlen sowie 5.000 Euro Verfahrenskostenbeitrag und eine Teilschadensgutmachung von 100.000 Euro an die Telekom Austria entrichten. Auch die Sekretärin bekam eine Diversion.

„Dankeschön“ an Reichhold

Der frühere Infrastrukturminister Mathias Reichhold (FPÖ), der auch kurzzeitig FPÖ-Obmann war, hatte 72.000 Euro von Peter Hochegger erhalten, auch das war Telekom-Geld. Laut Rechnungstext vom 30. Dezember 2005 floss das Geld für Beratungstätigkeit im Zusammenhang mit der EU-Präsidentschaft. „Ich kann mich nicht erinnern, dass Reichhold dafür eine Leistung erbracht hätte“, sagte Fischer im Prozess. Auch bei Reichhold sei das Telekom-Geld ein „Dankeschön“ für seine Zeit als Minister gewesen.

Reichhold selbst gab im parlamentarischen U-Ausschuss 2012 dazu an, der Vertrag mit Hochegger sei mündlich abgeschlossen worden und sämtliche Leistungen seien ebenfalls mündlich erbracht worden. Schriftliche Leistungsnachweise habe er nicht gelegt. Seine Firma habe keine Mitarbeiter gehabt.

„Lobbying-Aktivitäten Hauptverband“

Der frühere FPÖ-Sozialsprecher Reinhart Gaugg hatte von Hochegger 36.000 Euro erhalten, ebenfalls Geld der Telekom. Auch dafür gab es laut Fischers Teilgeständnis im Prozess keine Gegenleistung für die Telekom. Die Zahlung an Gaugg sei nur auf Wunsch des damaligen Kärntner Landeshauptmanns Jörg Haider (FPÖ/BZÖ) erfolgt, der ihn über Gorbach darum gebeten habe. Gaugg stellte am 10. März 2005 eine handschriftliche Rechnung an die Valora mit dem Rechnungstitel „Lobbying-Aktivitäten Hauptverband“.

Schuldig bekannte sich Fischer auch bei der Zahlung mit Telekom-Geld über die Valora Hocheggers an den ursprünglich mitangeklagten ehemaligen Christgewerkschafter in der Telekom, der jetzt vom Gericht ein Angebot auf Diversion erhielt, welches er annahm. Der FCG-Mann hatte 138.000 Euro ausbezahlt bekommen. Er hatte das im Prozess damit begründet, dass sein Vorgänger in der Position mehr Geld bekommen habe und er sich benachteiligt gesehen habe.

Zahlung für Ramsau Golf

Weiters bekannte sich Fischer schuldig betreffend der Zahlungen an den Mitangeklagten Walter Meischberger im Jahr 2008. Meischberger hatte jahrelang von der Telekom 10.000 Euro netto monatlich bekommen. Der frühere Lobbyist verteidigt sich, er habe dafür wertvolle Leistungen für die Telekom geliefert und das Geld daher zu Recht verdient.

Und schließlich bekennt sich Fischer noch betreffend der zweiten Zahlung für die Ramsau Golf-Gesellschaft schuldig. Von der Valora Hocheggers flossen 2007 und 2008 jeweils 12.000 Euro an die Ramsau Golf. Allerdings sponserte die Telekom das Golfturnier auch offiziell, wofür sie auch Werbung erhielt. Für die Zahlung über die Valora gab es also keine Gegenleistung, so der Anklagevorwurf.

Mängel bei der Tierhaltung – EU-Rechnungsprüfer mahnen

Tiere werden in der Europäischen Union laut einem EU-Bericht teilweise unter qualvollen Bedingungen transportiert und geschlachtet. Dabei würden die Regeln der Union zum Umgang mit Nutztieren mitunter missachtet, heißt es in dem heute veröffentlichten Papier des Europäischen Rechnungshofs. Der Bericht sei ein Auftrag, Tierschutz ernster zu nehmen", reagierte Andreas Manz von Vier Pfoten.

Die Rechnungsprüfer untersuchten dafür Nutztierbetriebe in fünf EU-Ländern, Österreich war nicht darunter. „Die Berichtergebnisse reflektieren aber die Situation in der gesamten EU, das wurde ausdrücklich vom Rechnungshof betont“, betonte Manz. „Der Tierschutz liegt den Bürgerinnen und Bürgern der EU am Herzen“, sagte Janusz Wojciechowski vom Rechnungshof. „Die Lücke zwischen ehrgeizigen Zielen und praktischer Umsetzung muss jedoch noch geschlossen werden.“

Schlachtung ohne ausreichende Betäubung

Tiere würden teilweise ohne ausreichende Betäubung geschlachtet oder müssten lange Transporte unter schlechten Bedingungen aushalten, kritisieren die Rechnungsprüfer. Außerdem gebe es Lücken bei Kontrollen, mit denen die Einhaltung von EU-Mindeststandards gesichert werden sollen. Zufrieden sind die Prüfer mit der Umsetzung des EU-weiten Verbots, Legehennen in unzumutbaren Käfigen zu halten.

Die gemeinsame Agrarpolitik der EU-Staaten sieht vor, Betrieben durch Subventionen Anreize dafür zu schaffen, ihre Tierhaltung zu verbessern. Dieses Angebot solle von den EU-Staaten besser genutzt werden, forderten die Prüfer. Der Nutztiersektor macht nach Angaben des Rechnungshofs rund 45 Prozent der Landwirtschaft in der EU aus. Er generiert jährlich 168 Milliarden Euro und beschäftigt vier Millionen Menschen.

„Die Kontrollen im Tierschutz sind viel zu schwach“, fasste die Tierschutzorganisation Vier Pfoten zusammen. „Außerdem brauchen die Mitgliedsländer viel zu lange, um Richtlinien umzusetzen. Ein dritter Kritikpunkt: Lediglich 1,5 Prozent der EU Förderungen für den ländlichen Raum werden auch tatsächlich verwendet.“ Österreich gebe in der Förderperiode 2014 bis 2020 insgesamt 210.000.000 Euro für Tierwohlmaßnahmen aus. Das entspricht 2,67 Prozent der Förderungen, so Manz.

Sport

Chronik

Schwedische Akademie: Arnault beteuert Unschuld

Der wegen Vergewaltigung verurteilte französische Theaterregisseur Jean-Claude Arnault hat am letzten Tag des Verfahrens vor dem Stockholmer Berufungsgericht seine Unschuld beteuert. „Mein Leben ist ruiniert. Ich werde beschuldigt, etwas getan zu haben, das ich nicht getan habe. Es ist schrecklich“, sagte der 72-Jährige heute der Zeitung „Expressen“.

Theaterregisseur Jean-Claude Arnault auf dem Weg ins Stockholmer Berufungsgericht
Reuters/TT News Agency/Jonas Ekstromer

Die Vorwürfe gegen Arnault waren Auslöser der Krise in der Schwedischen Akademie, die den Literaturnobelpreis vergibt. Der Franzose ist mit der Dichterin Katarina Frostenson verheiratet, die Mitglied des Gremiums ist. Er war in erster Instanz zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt worden und hofft, in dem Berufungsverfahren freigesprochen zu werden.

Der Fall wurde hinter verschlossenen Türen verhandelt. Während des dreitägigen Prozesses wurde auch Frostenson als Zeugin vernommen. Arnaults Anwalt wollte, dass sie den Charakter ihres Mannes beschreibt – damit klar werde, dass der Franzose kein Mann sein könne, der Frauen vergewaltigt.

Medien

Fox News unterstützt CNN bei Trump-Klage

Der US-Fernsehsender Fox News will CNN im Rechtsstreit mit dem Weißen Haus unterstützen. Das kündigte Fox-News-Chef Jay Wallace heute an. Unterstützen wolle er die von CNN eingereichte Klage mit einem schriftlichen Statement bei Gericht.

Grund für die gestern eingereichte Klage von CNN war der aufsehenerregenden Streit des US-Präsidenten Donald Trump mit dem CNN-Journalisten Jim Acosta vor versammelter Presse. Acosta war nach kritischen Fragen des Weißen Hauses verwiesen worden.

Mann geht an einem Schild von Fox News vorbei
APA/AFP/Getty Images/Spencer Platt

CNN: Verstoß gegen Verfassungsrechte

Das Weiße Haus hatte Acostas Ausschluss damit begründet, dass er eine Praktikantin des Weißen Hauses unsanft berührt haben soll, die ihm das Mikrofon wegnehmen wollte. Damit erreichte Trumps Fehde mit CNN eine neue Stufe der Eskalation.

In der bei einem Bundesgericht in Washington eingereichten Klage argumentiert CNN, dass die Suspendierung der Akkreditierung gegen die Verfassungsrechte Acostas sowie von CNN verstoße.

Science

100 Jahre Republik: Das Rechenspiel mit dem Frauenwahlrecht

Als die Provisorische Nationalversammlung am 12. November 1918 die Republik Deutschösterreich ausrief, sollten sofort auch Frauen an demokratischen Wahlen teilnehmen dürfen. Der Zerfall der Monarchie war dafür Katalysator, doch keineswegs alleiniger Grund. Vielmehr war es der jahrzehntelange Druck engagierter Frauen, der dem Rechenspiel „Lohnt sich ein Frauenwahlrecht?“ ein Ende setzte.

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Kultur

Leute

Mega-Bollywood-Hochzeit in Italien

In Lenno am Comer See heiraten heute zwei Stars des Bollywood-Kinos: Deepika Padukone und Ranveer Singh feiern ihre Hochzeit, begleitet von Medienrummel in ganz Italien und darüber hinaus.

Bollywood-Stars Ranveer Singh und Deepika Padukone
AP/Ajit Solanki

Wie die BBC berichtet, stand das Paar dreimal gemeinsam vor der Kamera, darunter in den Blockbustern „Bajirao Mastani“ und „Padmaavat“. Die Feierlichkeiten finden pünktlich zum Jubiläum ihres ersten gemeinsamen Auftritts im Jahr 2013 statt.

Strenge Sicherheitsvorkehrungen

Während des Events sind keine Fotos erlaubt, auch Gästen wurde das Fotografieren untersagt. Trotzdem gelangten über indische Medien Bilder an die Öffentlichkeit. Auch Details zur Hochzeit, etwa, dass Singh auf die Knie ging und eine leidenschaftliche Rede für seine künftige Frau hielt, wurden medial kolportiert. Gäste wurden laut BBC dazu aufgerufen, für eine Stiftung Padukones, die sich für mentale Gesundheit einsetzt, zu spenden.

Gerüchte seit über sechs Jahren

Gerüchte, dass Padukone und Singh ein Paar sind, wurden in Medien bereits vor mehr als sechs Jahren zirkuliert. Eine offizielle Bestätigung dafür gab es aber erst dieses Jahr.

Nach Angaben des Wirtschaftsmagazin „Forbes“ belegen die beiden Rang sechs und sieben auf der Liste der am besten verdienenden Bollywood-Stars. Gemeinsam beträgt ihr Vorjahreseinkommen rund 21 Millionen US-Dollar (rund 18 Mio. Euro).

Panorama

28,1 Mio. Euro für Schmuckstück von Marie-Antoinette

Ein mit Diamanten verzierter Perlenanhänger der einstigen französischen Königin Marie-Antoinette (1755 bis 1793) ist für 28,1 Millionen Euro versteigert worden. Nach einem 14-minütigen Bieterwettstreit erhielt ein Mann in Genf den Zuschlag. Laut dem Auktionshaus Sotheby’s handelt es sich um einen Rekordpreis für eine Perle. Der Schätzpreis lag zuvor bei 0,88 bis 1,78 Millionen Euro.

Schmuckstück von Marie-Antoinette
APA/AFP/Daniel Leal-Olivas

Das Auktionshaus hatte gestern Abend insgesamt neun Lose mit Schmuckstücken im Angebot, die zwischenzeitlich im Besitz der 1793 hingerichteten Königin waren. Die Juwelen brachten insgesamt 32,6 Millionen Euro ein. Besonders teuer verkauft wurden neben dem Perlenanhänger auch ein dreireihiges Perlencollier mit diamantenbesetzter Schnalle (1,67 Millionen Euro) sowie eine mit Diamanten besetzte Brosche (1,54 Millionen Euro).

Königin Marie-Antoinette und ihr Mann Ludwig XVI. waren während der Französischen Revolution mit dem Fallbeil hingerichtet worden. Die Schmuckstücke wurden kurz vor der Verhaftung des Herrscherpaares ins Ausland geschmuggelt und waren 200 Jahre lang im Besitz der Adelsfamilie Bourbon-Parma. Bei der Versteigerung des Schmucks der Familie kamen insgesamt 100 Lose aus verschiedenen Jahrhunderten zum Aufruf.