Ausland

Nach den jüngsten Amokläufen in den USA hat Präsident Joe Biden ein schärferes Gesetz gegen Schusswaffengewalt in Kraft gesetzt. Biden unterzeichnete das Gesetz, das der Kongress parteiübergreifend beschlossen hatte, heute im Weißen Haus. „Dieses Gesetz enthält nicht alles, was ich wollte“, sagte der Demokrat. „Aber es enthält Maßnahmen, die ich seit langem gefordert habe und die Leben retten werden.“

Bedeutsamer Minimalkompromiss

Biden sprach vom bedeutsamsten Gesetz zum Schutz vor Schusswaffengewalt in 30 Jahren. Auch Fachleute werten die Verschärfung des Waffenrechts als wichtigste seit Mitte der 1990er – obwohl es inhaltlich ein überparteilicher Minimalkompromiss ist, den Kritiker als völlig unzureichend rügen. Biden räumte ein: „Es liegt noch viel Arbeit vor uns.“ Er werde in seinem Bemühen um weitere Verschärfungen nie aufgeben. „Doch das ist ein denkwürdiger Tag.“

Die USA haben seit langem mit einem enormen Ausmaß an Waffengewalt zu kämpfen. Zuletzt hatten mehrere Amokläufe die Debatte neu angefacht. Im Bundesstaat Texas erschoss ein 18-Jähriger vor einem Monat an einer Grundschule 19 Kinder und zwei Lehrerinnen. Eine Gruppe aus Demokraten und Republikanern handelte daraufhin den Kompromiss aus.

Das neue Gesetz sieht eine intensivere Überprüfung von Waffenkäufern vor, die jünger als 21 Jahre sind. Zudem geht es darum, Gesetze aus Bundesstaaten auszuweiten, um potenziellen Gefährdern Waffen abnehmen zu können. Illegaler Waffenhandel soll auf Bundesebene bestraft werden können. Zudem sollen Milliarden in psychische Gesundheitsvorsorge und Antigewaltprogramme fließen. Auch für die Sicherheit von Schulen sind weitere Mittel vorgesehen. Das von Demokraten geforderte Verbot von Sturmgewehren fehlt in dem Gesetz.

Nach den tödlichen Schüssen in Oslo hat Norwegen die nationale Terrorwarnstufe auf die höchste Stufe angehoben. Die Gefahr einer terroristischen Bedrohung sei „außergewöhnlich“ hoch, teilte der norwegische Geheimdienst PST heute mit, wie der Sender NRK berichtete.

Behördenchef Roger Berg erklärte, man betrachte die Tat mit zwei Todesopfern und mindestens 21 Verletzten als islamistisch motivierten Terroranschlag. Nun gilt Terrorwarnstufe fünf. Bisher war es Stufe drei.

Im Zentrum der norwegischen Hauptstadt hatte ein mutmaßlicher Einzeltäter in der Nacht auf heute in einer Homosexuellenbar und deren Umgebung auf andere Menschen geschossen. Die Behörden ermitteln wegen Terrorverdachts. Man gehe stark von Hasskriminalität aus, hieß es von der Polizei. Bei dem Angreifer soll es sich um einen Norweger mit iranischen Wurzeln handeln. Er wurde bereits in der Nacht festgenommen.

Polizeiabsperrung in Oslo
Reuters/Javad Parsa

Ministerpräsident: Schrecklicher Angriff

Ministerpräsident Jonas Gahr Störe sprach von einem „schrecklichen und zutiefst schockierenden Angriff auf unschuldige Menschen“. „Den queeren Menschen, die Angst haben und trauern, möchte ich sagen, dass wir mit euch zusammenstehen“, sagte er der Nachrichtenagentur NTB.

Ein Reporter des öffentlich-rechtlichen Rundfunks NRK berichtete, dass er gesehen habe, wie ein Mann mit einer Tasche angekommen sei: „Er nahm eine Waffe und begann zu schießen.“ Zeugen am Tatort berichteten Medien gegenüber, dass Menschen in Panik weggelaufen seien. Die Polizei sperrte ein großes Gebiet ab und bat Augenzeugen, sich in ein nahe gelegenes Hotel zu begeben.

Die festgefahrenen Verhandlungen über das internationale Atomabkommen mit dem Iran sollen in Kürze fortgesetzt werden. Der iranische Außenminister Hossein Amir-Abdollahian versicherte heute nach Gesprächen mit dem EU-Außenbeauftragten Josep Borrell in Teheran: „Wir sind bereit, in den nächsten Tagen die Atomverhandlungen wieder aufzunehmen.“

Borrell sprach sich bei einem gemeinsamen Auftritt dafür aus, unverzüglich wieder miteinander zu verhandeln. „Wir werden diese Pattsituation durchbrechen und den Eskalationsprozess, in dem wir uns befanden, beenden.“

Die Verhandlungen über eine Wiederbelebung des 2015 geschlossenen Abkommens zwischen dem Iran und den anderen Vertragspartnern – China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Russland und USA – stocken seit März.

Hintergrund sollen in erster Linie Differenzen zwischen der Führung in Teheran und der US-Regierung über den Status der iranischen Revolutionsgarden sein. In den USA stehen die Revolutionsgarden seit Jahren auf einer Liste von Terrororganisationen.

Die USA haben die Gründung einer neuen informellen Gruppe angekündigt, die die Beziehungen zu den pazifischen Inselstaaten stärken soll. Zu den Partners in the Blue Pacific (PBP) gehörten auch Australien, Japan, Neuseeland und Großbritannien, erklärte das Präsidialamt gestern. Sie wollen die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen der restlichen Welt und den Pazifikstaaten vorantreiben. Diese sollen die Gruppe anführen.

Präsident Joe Biden hat eine größere Präsenz der USA im indopazifischen Raum angekündigt, angesichts von Versuchen Chinas, die eigenen wirtschaftlichen und militärischen Beziehungen in der Region auszubauen.

Nach herben Wahlniederlagen und viel Kritik will der britische Premierminister Boris Johnson sich selbst treu bleiben. Er werde keine „psychologische Transformation“ vollziehen, sagte Johnson heute in einem BBC-Interview. Er akzeptiere Kritik, müsse aber als Regierungschef unterscheiden, welche Kritik zähle und welche nicht.

Gestern hatte der Generalsekretär seiner konservativen Partei, Oliver Dowden, nach Niederlagen für die Torys bei zwei Nachwahlen seinen Hut genommen. „Jemand muss Verantwortung übernehmen. Und ich bin zu dem Schluss gekommen, dass ich unter diesen Umständen nicht im Amt bleiben kann“, schrieb Dowden in seinem Rücktrittsschreiben. Auch andere ranghohe Parteikollegen hatten Johnson wiederholt kritisiert und aufgefordert, sein Amt aufzugeben.

Johnson will weitermachen

In einem Misstrauensvotum hatten sich kürzlich 148 von 359 konservativen Abgeordneten gegen Johnson als Parteichef ausgesprochen. Der 58-Jährige gilt spätestens seitdem als angezählt. In der „Partygate“-Affäre um verbotene Lockdown-Partys in der Downing Street musste Johnson ein Strafgeld zahlen und sich Führungsversagen in seinem Amtssitz bescheinigen lassen.

Der Premier betonte im BBC-Interview jedoch, es sei nun genug über seine Person geredet worden. Er wolle sich stattdessen darauf konzentrieren, die echten Herausforderungen der aktuellen Zeit – aus seiner Sicht die Lebenshaltungskostenkrise und die russische Aggression in der Ukraine – zu bekämpfen.

Ukraine-Krieg

Russland hat nach Angaben der Ukraine Ziele in allen Landesteilen unter schweren Beschuss genommen. „48 Marschflugkörper. Nachts. In der ganzen Ukraine“, schrieb einer der Berater von Präsident Wolodymyr Selenskyj, Mychajlo Podoljak, heute auf Twitter.

„Russland versucht weiter, die Ukraine einzuschüchtern, Panik zu schüren und die Menschen in Angst zu versetzen.“ Von russischer Seite liegt keine Stellungnahme vor.

Die Frau des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj hat die russischen Truppen in ihrem Land mit der radikalislamischen Terrormiliz Islamischer Staat (IS) verglichen und ihnen Sexualverbrechen vorgeworfen. Olena Selenska verwies in der deutschen Zeitung „Welt am Sonntag“ auf die Friedensnobelpreisträgerin Nadia Murad, die vom IS versklavt worden war und sagte: „Es ist furchtbar, das auszusprechen, aber viele ukrainische Frauen erleben unter der Besatzung das Gleiche.“

Selenska fügte hinzu: „Weil die russischen Besatzer nicht besser als IS-Terroristen sind.“ Ukrainische Frauen erlebten den Horror gerade jetzt. Murad hat Verbrechen der Terrororganisation Islamischer Staat an Jessiden im Irak überlebt. Sie ist seit 2016 UNO-Sonderbotschafterin für die Würde der Überlebenden von Menschenhandel. 2018 erhielt sie gemeinsam mit dem kongolesischen Arzt und Menschenrechtsaktivisten Denis Mukwege den Nobelpreis.

„Beginnen schon jetzt mit dem Wiederaufbau“

Sie appellierte an ihre geflüchteten Landsleute, in das Land zurückzukehren, wenn es wieder sicher werde, um beim Wiederaufbau zu helfen. „Ukrainer und Ukrainerinnen, die weltweit Zuflucht suchen mussten, sollen wissen: Man wartet auf sie in der Ukraine, ihr Land braucht sie.“ Bereits jetzt seien mehr als 1.600 Schulen, 600 Krankenhäuser und zahllose Wohnungen ruiniert worden. „Aber wir beginnen schon jetzt mit dem Wiederaufbau, damit zumindest ein Teil der Krankenhäuser und Schulen bis zum Herbst wieder verwendbar sind.“

COV Inland

Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den abgelaufenen sieben Tagen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, liegt laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bei 655,5 (Stand: heute, 14.00 Uhr).

Am höchsten ist die Zahl in Wien (1.009,8) und dem Burgenland (766,5). Am niedrigsten ist der Wert in Kärnten (351,9) und der Steiermark (463).

Das Berichtsschema der AGES zeigt die Zahlen vom Vortag – wie die Meldung der Ministerien. Wesentlicher Unterschied zu den Ministeriumsmeldungen: Laborbestätigte Fälle, Tote etc. werden nicht zum Meldezeitpunkt dargestellt, sondern zum Diagnose- bzw. Sterbedatum. In der Darstellung in ORF.at wird auch täglich transparent gemacht, welchen Tagen die neu gemeldeten Fälle zugeordnet werden.

Ministerien melden 8.912 Neuinfektionen

Das Gesundheits- und das Innenministerium haben 8.912 neu registrierte Coronavirus-Fälle innerhalb der letzten 24 Stunden (Stand: heute, 9.30 Uhr) gemeldet. Diese Zahlen meldeten die Bundesländer an den nationalen Krisenstab.

18.758 Menschen verstarben bisher am oder im Zusammenhang mit dem Coronavirus. 677 infizierte Personen werden derzeit in einem Spital behandelt, davon 44 auf Intensivstationen.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Erklärung zur Zählweise und weiteren Fragen in ORF.at/corona

Inland

NEOS-Chefin Beate Meinl-Reisinger will „als Staatsbürgerin“ die ÖVP in Opposition schicken. Wie sie heute in mehreren Interviews anlässlich des zehnjährigen Bestehens ihrer Partei ausführte, solle die Volkspartei dort Demut lernen. Als Parteitaktikerin fände sie es hingegen „besser, die zerbröseln nicht ganz und ich kann mir aussuchen, mit wem ich koaliere“, sagte sie in der Ö1-Radioreihe „Im Journal zu Gast“.

Dass NEOS regieren wolle, bekräftigte sie: „Eine Erneuerung ohne uns wird es nicht geben, daher stellen wir einen gestalterischen Führungsanspruch.“ Der aktuellen Koalition von ÖVP und Grünen hielt sie ein „völlig verkorkstes Pandemiemanagement“ und bei der Reaktion auf die Teuerung, Ukraine-Krieg und Energiekrise Unfähigkeit zu einem „grundsätzlichen Wurf“ vor. Die Schwere der Lage werde nicht erkannt: „Ich habe wirklich den Eindruck, die sind am Ende.“

Seit 1980 ist Georg Bantel Bürgermeister von Möggers in Vorarlberg. Mit 24 Jahren ist er jüngster Bürgermeister Vorarlbergs geworden. Nach 42 Dienstjahren ist er nun der dienstälteste Ortschef in Österreich. Ende Juli wird Bantel zurücktreten. Bantel erzählt im ORF-Interview unter anderem, wie sich das Amt mit den Jahren verändert hat.

Mehr dazu in voarlberg.ORF.at

COV Ausland

Nach monatelangen CoV-Restriktionen und Lockdowns hat die chinesische Metropole Schanghai heute erstmals keine Neuinfektion registriert. „Es gab keine neuen lokalen Covid-19-Fälle und keine neuen asymptomatischen Infektionen“, teilte die Stadtverwaltung mit. Die Hauptstadt Peking zählte heute zwei CoV-Neuinfektionen.

Die Bildungsbehörde von Peking teilte heute mit, dass am Montag alle Volks- und Mittelschulen wieder geöffnet werden sollen. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Schulkinder und Eltern müssten zuvor einen PCR-Test machen und sollten möglichst nicht ausgehen und Versammlungen vermeiden, hieß es. Die eigentlich für Mitte Juni geplante Wiederöffnung der meisten Schulen war verschoben worden, nachdem ein einzelner Barbesucher in Peking einen CoV-Ausbruch verursacht hatte.

China verfolgt seit Beginn der Coronavirus-Pandemie eine strikte „Null-Covid-Strategie“. Mit Aufkommen der sich schnell ausbreitenden Omikron-Variante kam es dennoch immer wieder zu großen Ausbrüchen. Zentrum war zunächst die Wirtschaftsmetropole Schanghai, woraufhin die Stadt Anfang April rigoros abgeriegelt wurde. Erst Anfang Juni waren die Maßnahmen für die meisten Einwohner wieder gelockert worden.

Umwelt & Klima

Wegen der anhaltenden Trockenheit in Norditalien will die Metropole Mailand erste Brunnen abdrehen. Ausgenommen seien solche, in denen sich Pflanzen und Tiere befinden, schrieb Mailands Bürgermeister Beppe Sala heute auf Facebook. Auch die kleinen Brunnen auf den Gehwegen, aus denen Trinkwasser fließt, blieben wegen der anstehenden Hitzewelle weiter offen.

Die Stadt bewässere aber keine Grünflächen mehr. Sala rief die Bürger und Bürgerinnen zudem auf, ihren Wasserverbrauch zu reduzieren, und empfahl, Klimaanlagen nicht kälter als 26 Grad Celsius einzustellen, um Energie zu sparen. Zu diesem Zweck sollten auch Geschäfte ihre Türen geschlossen halten.

Notstand angekündigt

Der Regionalpräsident der Lombardei, in der Mailand liegt, kündigte gestern bereits den Notstand wegen der Trockenheit an. Mailand folgte nun den Empfehlungen. Wann die Maßnahmen in Kraft treten, teilte Sala nicht mit. In Italien herrschen schon länger hohe sommerliche Temperaturen bei gleichzeitig sehr geringen Niederschlägen. Der Fluss Po – der längste Strom Italiens – ist stellenweise ausgetrocknet.

Das Stift Melk in Niederösterreich produziert etwa die Hälfte des dort benötigten Stroms künftig selbst. Nach einem Jahr Planung und Bauzeit wird Anfang Juli die neu errichtete Photovoltaikanlage mit 1.620 Solarmodulen in Betrieb genommen.

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Chinas Ambitionen bei sauberer Energie werden immer größer. Ein führender Thinktank des Landes geht davon aus, dass China heuer 25 Prozent mehr Windturbinen und Solarpaneele als 2021 installieren wird. Das würde bedeuten, dass über 150 Gigawatt an installierter Leistung neu hinzukommen. Zum Vergleich: In Österreich sind insgesamt 2,5 Gigawatt an Solar- und 3,5 Gigawatt an Windenergie installiert.

China werde in diesem Jahr eine Rekordleistung von 156 Gigawatt an Windturbinen und Solarzellen installieren, zitierte Bloomberg Yi Yuechun, den stellvertretenden Leiter des China Renewable Energy Engineering Institute (CREEI), einer Denkfabrik, die die nationale Energiebehörde unterstützt.

Auch China will Abhängigkeiten verringern

Die Prognose des CREEI, die 100 Gigawatt an Solarenergie, 50 Gigawatt an Onshore-Windkraft und sechs Gigawatt an Offshore-Windkraft vorsieht, ist die bisher optimistischste unter den staatlichen Denkfabriken und Industrieverbänden. Ein Forscher der Nationalen Entwicklungs- und Reformkommission prognostizierte im April 140 Gigawatt an neuen Kapazitäten. Der chinesische Elektrizitätsrat erwartet etwa 144 Gigawatt.

In den ersten fünf Monaten des Jahres wurden in China etwa 35 Gigawatt an Wind- und Solarkapazitäten zugebaut. Es wird erwartet, dass sich die Installationen gegen Ende des Jahres beschleunigen, da die Entwickler und lokalen Regierungen sich beeilen, die Jahresziele zu erreichen. China versucht mit den Ausbauplänen einerseits, seine Klimaziele zu erreichen, und andererseits, die Abhängigkeit von ausländischen Brennstoffen zu verringern.

Sport

Die Nordische Kombination hat gestern einen herben Rückschlag erlitten. Die in den vergangenen Jahren auf FIS-Niveau in Schwung gekommene Frauensparte der Verbindung aus Skispringen und Langlauf ist bei der Sitzung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) in Lausanne für 2026 durchgefallen, wird bei den Spielen in knapp vier Jahren in Mailand und Cortina also nicht dabei sein. Zudem wurde offen kommuniziert, dass es in weiterer Folge auch für die Männer eng wird.

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Für Porsche wird ein Einstieg in die Formel 1 immer mehr zu einer realistischen Option. Angepeilt wird ein möglicher Start mit der Saison 2026, wenn in der Königsklasse des Motorsports ein neues Regelwerk greift. Das sei eine Chance, die nicht oft komme, sagte Porsche-Chef Oliver Blume in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.

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Tampa Bay Lightning hat in der Finalserie der National Hockey League (NHL) im Kampf um den Stanley Cup zurückgeschlagen. Der Meister der vergangenen beiden Jahre gewann gestern (Ortszeit) bei Colorado Avalanche mit 3:2 (1:0 1:1 1:1) und verkürzte damit in der „Best of seven“-Serie auf 2:3. Das sechste Spiel steigt in der Nacht auf Montag in Tampa.

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Wirtschaft

In Großbritannien sind heute erneut etliche Züge in den Bahnhöfen stehen geblieben. Die Beschäftigten von National Rail und vielen anderen Zugsbetreibern legten zum dritten Mal in einer Woche die Arbeit nieder, weshalb nach Angaben der britischen Nachrichtenagentur PA nur rund ein Fünftel der üblichen Verbindungen verkehrte.

Passagieren wurde geraten, nur wenn unbedingt notwendig mit dem Zug zu reisen. Die Ausfälle und Verzögerungen durch die Streiks im ganzen Land sollten sich bis morgen ziehen.

Eine Einigung in dem Konflikt um Löhne und Jobstreichungen zeichnet sich nicht ab. „Wir schließen weitere Streiks nicht aus, haben aber noch keine Termine festgelegt“, sagte der Generalsekretär der Bahngewerkschaft (RMT), Mick Lynch.

Die RMT fordert sieben Prozent mehr Geld für ihre Mitglieder. Die Arbeitgeber wollen maximal drei Prozent geben. Hintergrund ist, dass die Inflationsrate in Großbritannien bei mehr als neun Prozent liegt und weiter steigen könnte. Zudem fordert die Gewerkschaft, dass das Bahnunternehmen Network Rail Pläne zurücknimmt, denen zufolge 2.500 Jobs gestrichen werden sollen.

„Außer Spesen nichts gewesen“, lautet das enttäuschte Fazit vieler Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Onlinekurse des Steirers Walter Temmer. Vor einem Dreivierteljahr wandten sich erste Betroffene an den Konsumentenschutz, inzwischen liegen Hunderte Beschwerden vor. Sie alle haben mehrere tausend Euro für die Onlinevideos „Masterclass – Geld verdienen mit Domains“ bezahlt, der versprochene Erfolg blieb aber aus. Konsumentenschützer haben nun erste Klagen eingebracht und fordern das Geld retour.

Mehr dazu in help.ORF.at

Die deutsche Lufthansa erwartet erst im nächsten Jahr eine Normalisierung des Flugbetriebs. „Eine kurzfristige Verbesserung jetzt im Sommer werden wir realistisch leider kaum erreichen können“, sagte Lufthansa-Vorstand Detlef Kayser der deutschen Zeitung „Welt“. Aktuell helfe nur, die Zahl der Flüge zu reduzieren. Das sei nicht nur ein deutsches Problem, sondern gelte für die ganze Welt. „Wir rechnen damit, dass sich die Lage 2023 insgesamt wieder normalisiert.“

Die Lufthansa will mehr als 2.000 weitere Flüge an ihren Drehkreuzen Frankfurt und München streichen, weil sich vermehrt Besatzungen wegen CoV-Fällen krankmelden. Schon vor gut zwei Wochen hatte sie angekündigt, hier 900 Verbindungen an Freitagen und Wochenenden im Juli zu canceln.

Weitere Streichungen auch bei Eurowings

Auch die Billigtochter Eurowings rechnet mit weiteren Streichungen. Grund für die Ausfälle ist insbesondere fehlendes Personal – sowohl bei den Flughäfen, etwa bei der Sicherheitskontrolle, als auch bei den Airlines selbst.

Es sei schon sehr früh klar gewesen, dass Personalmangel in der Flugindustrie ein Problem sein werde, sagte Kayser der Zeitung. Der Frankfurter Flughafen etwa habe viel in die Rekrutierung investiert. Doch man habe erkannt, dass sich Personal nicht so schnell wie erhofft aufbauen lasse, was zum Beispiel auch an den verschärften branchenspezifischen Sicherheitsüberprüfungen liege.

Lufthansa und Eurowings wollen die klassischen Urlaubsstrecken von den Kürzungen weitgehend ausnehmen. Wegfallen sollen vor allem Flüge innerhalb Deutschlands und Europas, zu denen es alternative Reisemöglichkeiten etwa mit der Bahn gibt.

Chronik

Ein 84-jähriger Mann hat heute Früh in Wien-Simmering seine 82-jährige Frau sowie den Hund der Familie getötet und dann Suizid verübt. Laut Polizeiaussendung soll der Mann gegen 8.00 Uhr den Notruf gewählt und die Tat angekündigt haben.

Mehr dazu in wien.ORF.at

Bei einem Bergunfall im Prielgebiet in Oberösterreich ist eine Niederösterreicherin schwer verletzt worden. Die Frau stürzte 15 Meter ab und erlitt ein Schädel-Hirn-Trauma. Sie musste nach einer komplizierten Rettungsaktion in ein Krankenhaus geflogen werden.

Mehr dazu in ooe.ORF.at

Die brasilianische Tätowiererin Karla Mendes hilft Frauen, die von Verbrennungen und anderen körperlichen Traumata wie häuslicher Gewalt betroffen waren, und tätowiert ihnen ihre Bilder über die Narben. Nun gibt sie erstmals ihr Fachwissen auch an Wiens Tätowierer weiter.

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Ein in Deutschland seit acht Tagen vermisster Achtjähriger ist lebend in einem Gully gefunden worden. Das teilte die Polizei der niedersächsischen Stadt Oldenburg per Twitter mit. Der Bub mit einer geistigen Behinderung namens Joe war am 17. Juni zuletzt gesehen worden. „Der 8-jährige Joe lebt“, lautete der Tweet heute. „Er wurde soeben in Oldenburg in einem Gully aufgefunden. Aktuell wird er in ein Krankenhaus gebracht und dort versorgt.“

Ein Spaziergänger hatte gegen 6.20 Uhr ein leises Wimmern aus der Richtung eines Kanaldeckels gehört und die Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste verständigt. Die Suche nach dem Kind hielt tagelang nicht nur die Einsatzkräfte in Atem. Viele Freiwillige machten sich organisiert oder einzeln auf die Suche. Firmen und Vereine teilten die Suchaufrufe.

Viele Fragen noch offen

Am siebenten Tag des Verschwindens richtete die Polizei zusätzlich eine Mordkommission ein. Verschwunden war der Bub im Oldenburger Stadtteil Donnerschwee, in dem es frühere Kasernen gibt. Aber intensiv gesucht wurde auch in anderen Teilen der Universitätsstadt an der Hunte. Auch Dörfer, Seen und Wälder im angrenzenden Landkreis Ammerland wurden abgesucht.

Dass der Bub endlich gefunden wurde, heißt aber nicht, dass die Polizei die Untersuchungen abgeschlossen hat. Es gibt noch viele Fragen, darunter vor allem: Wie kam Joe in den Kanalschacht? Den schweren Deckel bekommt auch ein kräftiger Erwachsener nicht so ohne Weiteres angehoben. Denkbar sei, dass das Kind an einer anderen Stelle des verzweigten Kanalsystems ins Tunnellabyrinth geklettert und durch die Röhren gekrabbelt sei, so der Polizeisprecher.

Science

Aufgrund von Verzögerungen bei der Lieferung von Flugsoftware und Testzubehör hat die US-Raumfahrtbehörde (NASA) den eigentlich noch für dieses Jahr geplanten Start einer Mission zu dem Metallasteroiden „Psyche“ verschoben. Bis zum Ende der Startperiode am 11. Oktober bleibe nicht mehr ausreichend Zeit zum Testen der Software, teilte die NASA nun mit.

„Die Entscheidung, den Start zu verschieben, war nicht leicht, aber es ist die richtige Entscheidung“, sagte NASA-Managerin Laurie Leshin. Wann die Sonde stattdessen starten soll, stehe noch nicht fest. Bei einem Start in diesem Jahr hätte sie 2026 bei „Psyche“ ankommen können.

Nun könnte die Sonde 2023 oder 2024 starten, würde aber aufgrund der veränderten Himmelskonstellationen erst 2029 oder 2030 ankommen. Die Mission soll erstmals einen metallreichen Asteroiden wie „Psyche“ näher erforschen.

Dass Paare eine gemeinsame „Sprache der Liebe“ haben, mit der sie die gegenseitige Zuneigung ausdrücken, ist von großer Bedeutung für die Zufriedenheit in der Beziehung, wie eine neue Studie zeigt. Verbale Kommunikation ist dabei allerdings nur eine von fünf möglichen „Sprachen“.

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Kultur

Angestoßen von Regisseurin Katharina Mückstein berichten seit Tagen unzählige Betroffene von sexualisierten Übergriffen in der Film- und Theaterbranche. „#MeToo“ ist in der österreichischen Filmbranche angekommen. Namen werden jedoch nur hinter vorgehaltener Hand genannt.

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Das Bergbau- und Gotikmuseum in Leogang im Salzburger Pinzgau hat es vom kleinen Regionalmuseum zur international anerkannten Institution geschafft. Zum 30. Bestandsjubiläum wurde eine Sonderschau mit neu hinzugekommenen Kunstwerken eröffnet. In diesen Jahrzehnten heimste das Museum mehrere Auszeichnungen ein.

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Panorama

Keine Haare, nur auf dem Kopf ein weißes Büschel, und eine schief heraushängende Zunge: Der Chinesische Schopfhund-Mischling Mr. Happy Face ist zum hässlichsten Hund der Welt gewählt worden. Der Wettbewerb im US-Bundesstaat Kalifornien fand gestern nach zweijähriger Pause erstmals wieder statt. Besitzerin Jeneda Benally aus Arizona setzte sich mit Mr. Happy Face gegen sieben Konkurrenten durch und gewann 1.500 Dollar (etwa 1.400 Euro) Preisgeld.

Mr. Happy Face schaut in die Kamera
APA/AFP/Josh Edelson

Die Jury des „World’s Ugliest Dog Contest“ in der Kleinstadt Petaluma legte Wert auf alles, was als unschön gilt: Glupschaugen, schiefe Zähne, O-Beine, buckelige Rücken. Die Organisatoren wollen mit dem Wettbewerb dafür werben, ausgesetzte Tiere aufzunehmen. Man wolle daran erinnern, „dass alle Hunde liebenswert sind“.

Der Wettbewerb erregt in den USA jedes Jahr viel Aufsehen, die Siegerhunde und ihre Besitzer treten anschließend oft in landesweit ausgestrahlten Fernsehshows auf.