Inland

Kaum angelobt, ist Ex-Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) nach Informationen der APA schon mit einem „Auslieferungsantrag“ der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) konfrontiert. Formal wird der Nationalrat ersucht, dass die Ermittlungen gegen den nunmehrigen ÖVP-Klubobmann fortgesetzt werden können.

Aus dem ÖVP-Klub hieß es dazu gestern Abend auf APA-Anfrage, dass man das Begehren nicht nur unterstütze, sondern auch froh darüber sei, dass dieses so rasch eingebracht worden sei. Dadurch werde es zügig die Möglichkeit geben, die Vorwürfe gegen Kurz zu widerlegen.

Die Erlaubnis zur Fortsetzung der Ermittlungen wird wohl schon in einer der kommenden Plenarsitzungen gegeben werden, da Kurz zum Zeitpunkt der Vorwürfe kein Abgeordneter war und damit kein Zusammenhang mit seiner Tätigkeit als Mandatar bestehen kann.

Ermittelt wird gegen den früheren Regierungschef wegen Untreue und Bestechlichkeit in der neuen Inseratenaffäre. Dazu gibt es Ermittlungen wegen falscher Zeugenaussage im U-Ausschuss. Kurz bestreitet alle Vorwürfe vehement.

Graf wegen Maskenverstoßes „ausgeliefert“

Der Nationalrat beschloss unterdessen die „Auslieferung“ des freiheitlichen Abgeordneten Martin Graf. Zustimmung kam nur von den Koalitionsfraktionen. Ersucht um die Zustimmung zur behördlichen Verfolgung hatte der Wiener Magistrat wegen eines Verstoßes gegen die Maskenpflicht.

Die Aufhebung der Bundespräsidenten-Stichwahl vom Mai 2016 durch den Verfassungsgerichtshof (VfGH) könnte finanzielle Folgen für Verantwortliche in Wahlbehörden haben. Der Oberste Gerichtshof (OGH) hat laut „Presse“ erstmals entschieden, dass ein steirischer Wahlleiter-Stellvertreter die Republik für die zusätzlichen Kosten entschädigen muss. Verantwortlichen in 13 anderen Wahlbezirken, in denen der VfGH Unregelmäßigkeiten feststellte, könnte das auch drohen.

Wie viel der Steirer zahlen muss, hat das zuständige Gericht festzulegen. Es muss die Höhe des Schadens feststellen und eine Mäßigung des Ersatzes prüfen. Dieser könnte allerdings bis null gehen – weil der OGH bei dem Steirer nur leichte Fahrlässigkeit sah.

Er hatte der Wahlbehörde der Gemeinde vorgeschlagen, die Briefwahlstimmen schon am Sonntagabend auszuzählen, erlaubt war das laut Wahlordnung erst ab Montag, 9.00 Uhr. Die Finanzprokuratur – die die Gesamtkosten der österreichweiten Wahlwiederholung mit rund acht Millionen Euro berechnete – hatte ihn auf 36.000 Euro geklagt.

Die türkis-grüne Koalition hat für Budget und Steuerreform gestern im Nationalrat reichlich Kritik zu hören bekommen. Die SPÖ sprach in der Ersten Lesung von vergebenen Chancen, die FPÖ von einer „Mogelpackung“ und NEOS von erstaunlicher Ambitionslosigkeit. Gänzlich anders sah das am Tag nach Blümels Budgetrede die Koalition.

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Eine Flachgauer Familie hat sich gestern wegen nationalsozialistischer Wiederbetätigung in Salzburg vor Gericht verantworten müssen. Die vier wurden von den Geschworenen zu bedingten Haftstrafen von zwölf bis 21 Monaten verurteilt. Ein Beschuldigter waren früher für die FPÖ politisch tätig.

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Niederösterreichs Landesrat Gottfried Waldhäusl hat gestern mit einem Facebook-Eintrag für Aufsehen gesorgt. „Sofortiger Übernahmestopp von Asylwerbern in Landesquartieren!“ war auf einem vom FPÖ-Politiker geposteten Foto zu lesen. Untermauert wurde das u. a. mit Kritik an Innenminister Karl Nehammer (ÖVP). In dessen Ressort ging man auf APA-Anfrage jedoch davon aus, dass „Niederösterreich auch weiterhin den Verpflichtungen der Grundversorgungsvereinbarung nachkommt“.

Waldhäusl äußerte sich auf Facebook widersprüchlich. In einem Text über dem Bild mit der Ankündigung des Übernahmestopps berief der Asyllandesrat auf „eine umgehende, außerordentliche Flüchtlingskonferenz mit Nehammer und allen Flüchtlingsreferenten Österreichs ein, um Wege aus dieser Situation zu finden“. Bis dahin werde Niederösterreich „bei der Übernahme von Asylwerbern in Landesquartiere auf die Bremse steigen“. Waldhäusls Sprecherin konkretisierte am Abend, dass tatsächlich ein Übernahmestopp gemeint sei.

Für einen solchen Schritt sprach sich Waldhäusl auch in der Onlineausgabe der „Kronen Zeitung“ aus. Seinen Gang in die Offensive rechtfertigte er dort mit fehlenden Informationen: „Vor zwei Wochen habe ich im Innenministerium eine dringende Anfrage zur Entwicklung der Corona-Situation in Traiskirchen gestellt. Trotz fast täglicher Urgenz lässt man unsere Landsleute im Ungewissen.“

„Ein ‚sofortiger Übernahmestopp‘ von Asylwerbern in niederösterreichische Landesquartiere wurde bis dato nicht an uns kommuniziert und ist dem Bund damit nicht bekannt“, hieß es auf APA-Anfrage seitens des Innenministeriums. „Der Bund geht davon aus, dass Niederösterreich auch weiterhin den Verpflichtungen der Grundversorgungsvereinbarung nachkommt und etwaige Themen im Sinne einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit offen anspricht.“

Verwirrung um Korrespondenz

In „keinster Weise nachvollzogen“ werden könne die von Waldhäusl geäußerte Kritik „an einer vor zwei Wochen übermittelten und trotz mehrfacher Urgenz nicht beantworteten Anfrage“, zumal das Innenministerium „gerade gestern ein Schreiben an die Grundversorgungsstelle des Landes Niederösterreich übermittelt hat, welches auch einen Überblick über die aktuelle Situation in Traiskirchen gibt“.

Zudem sei dem Ministerium kein Schreiben „von vor zwei Wochen bekannt“. Die gestern übermittelte Antwort habe sich „auf eine Anfrage, die letzte Woche übermittelt wurde“, bezogen. Darüber hinaus habe Niederösterreich in den vergangenen Wochen mehrfach die Möglichkeit gehabt, offene Fragen an den Bund zu richten, wurde u. a. auf regelmäßige Videokonferenzen verwiesen.

COV Inland

Vor fast vier Monaten ist der CoV-Bonus für das Gesundheits- und Pflegepersonal beschlossen worden – Geld ist bisher aber noch nicht geflossen. Gestern wurde fixiert, dass er im Dezember ausbezahlt werden soll.

Mehr dazu in steiermark.ORF.at

Geht es nach dem Klinischen Pharmakologen Markus Zeitlinger sollte es erst nach der Zulassung durch die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) zu einer breiten Impfung für Kinder unter zwölf Jahren kommen. Es würde aber auch nichts Schlimmes passieren, wenn man sie jetzt schon impft.

Mehr dazu in wien.ORF.at

Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den abgelaufenen sieben Tagen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, liegt laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bei 145,4 (Stand: gestern, 14.00 Uhr).

Am höchsten ist die Zahl in Oberösterreich (214,2) und Salzburg (202,4). Am niedrigsten ist der Wert in Vorarlberg (60,6), dem Burgenland (93,6) und in Tirol (94,7).

Das Berichtsschema der AGES zeigt die Zahlen vom Vortag – wie die Meldung der Ministerien. Wesentlicher Unterschied zu den Ministeriumsmeldungen: Laborbestätigte Fälle, Tote etc. werden nicht zum Meldezeitpunkt dargestellt, sondern zum Diagnose- bzw. Sterbedatum. In der Darstellung in ORF.at wird auch täglich transparent gemacht, welchen Tagen die neu gemeldeten Fälle zugeordnet werden.

Ministerien melden 2.169 Neuinfektionen

Das Gesundheits- und das Innenministerium meldeten 2.169 neu registrierte Coronavirus-Fälle innerhalb der letzten 24 Stunden (Stand: gestern, 9.30 Uhr). Diese Zahlen meldeten die Bundesländer an den nationalen Krisenstab.

11.143 Menschen verstarben bisher an den Folgen des Coronavirus. Derzeit befinden sich 870 Personen aufgrund des Coronavirus in Spitalsbehandlung, davon 217 auf Intensivstationen.

Daten des Krisenstabs in ORF.at/corona/daten

Erklärung zur Zählweise und weiteren Fragen in ORF.at/corona

COV Ausland

Nach der Genehmigung von CoV-Auffrischungsimpfungen für ältere Menschen und Risikogruppen mit dem Mittel von Biontech und Pfizer hat sich ein Expertengremium der US-Arzneimittelbehörde FDA auch für solche Impfungen mit dem Mittel von Moderna ausgesprochen.

Mit Moderna geimpfte Menschen, die älter als 65 Jahre sind, sowie jüngere, die wegen Vorerkrankungen oder ihrem Job einem höheren Risiko ausgesetzt sind, sollten mindestens sechs Monate nach ihrer bisherigen zweiten Impfdosis eine Auffrischungsimpfung mit einer halben Dosis des Mittels bekommen, entschied das Gremium gestern. Die Empfehlungen des Gremiums sind nicht bindend, typischerweise folgt die FDA ihnen aber.

Zuvor hatte die FDA eine Auffrischungsimpfung für ältere Menschen und Risikogruppen mit dem Mittel von Biontech und Pfizer bereits genehmigt, diese Impfungen sind in den USA auch schon angelaufen.

Heute will das Expertengremium über mögliche Boosterimpfungen für Menschen beraten, die mit dem Mittel von Johnson & Johnson geimpft wurden. Rund 170 Millionen Menschen in den USA sind mit den Mitteln von Biontech und Pfizer oder Moderna geimpft, rund 15 Millionen mit dem von Johnson & Johnson.

In Italien tritt heute eine umstrittene neue CoV-Regel für Arbeitnehmer in Kraft. Jeder Beschäftigte, sowohl in der Privatwirtschaft als auch im öffentlichen Bereich, muss dann nachweisen, geimpft, genesen oder negativ getestet zu sein. Nur dann bekommt man einen „Grünen Pass“. Ohne diesen Pass darf niemand mehr seinen Arbeitsplatz – etwa in Büros, Fabriken, Geschäften oder öffentlichen Einrichtungen – betreten.

Von der Maßnahme sind 23 Millionen Beschäftigte in Italien betroffen. Die Regierung von Ministerpräsident Mario Draghi hatte das Dekret vor Wochen beschlossen, um mehr Menschen zur Impfung zu bewegen. Rund 85 Prozent der Italienerinnen und Italiener ab zwölf Jahren sind mindestens einmal geimpft.

Heftiger Widerstand

Gegen den Beschluss gibt es heftigen Widerstand. Gewerkschaftler und Politiker kritisieren die Maßnahme. In Triest drohen die Arbeiter mit einer Blockade des wichtigen Hafens; im Güterverkehr wird Chaos befürchtet, weil viele Fernfahrer vor allem aus dem Ausland kein notwendiges CoV-Zertifikat haben. In vielen Städten sind heute Proteste geplant, unter anderem in Rom. Dort gab es erst am vorigen Samstag bei einer Demonstration schwere Krawalle.

Ausland

Die Unterhändler von SPD, Grünen und FDP in Deutschland wollen heute in Berlin eine Bilanz ihrer bisherigen Gespräche zu einer möglichen Regierungsbildung ziehen. Erwartet wird, dass die Vertreter der drei Parteien ein Bilanzpapier präsentieren, das die Grundlage für eine Entscheidung über Koalitionsverhandlungen bilden würde.

Der Start von Koalitionsverhandlungen ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer gemeinsamen Regierung. In den bisherigen Sondierungsgesprächen haben SPD, Grüne und FDP unverbindlich Differenzen und Gemeinsamkeiten ausgelotet. Wer Koalitionsverhandlungen aufnimmt, tut das hingegen mit der klaren Absicht, eine gemeinsame Regierung zu bilden. Ein Scheitern ist aber auch in dieser Phase nicht ausgeschlossen.

Bei den Grünen müsste ein kleiner Parteitag der Aufnahme von Koalitionsgesprächen zustimmen, der kurzfristig am Wochenende tagen könnte. Auch die FDP will Parteigremien mit dem Ergebnis der Sondierungen befassen, ohne dass die Details im Vorfeld klar waren. Bei der SPD gibt es eine solche Pflicht zur Beteiligung von Parteigremien nicht.

Das polnische Parlament hat gestern ein umstrittenes Gesetz zum Umgang mit Migrantinnen und Migranten verabschiedet. Demnach können örtliche Befehlshaber des Grenzschutzes Migranten zurückschicken, die illegal die Grenze übertreten haben. Zudem können Ausländerämter Anträge von Migranten auf internationalen Schutz ablehnen, wenn sie unmittelbar nach dem Grenzübertritt aufgegriffen werden.

Nach internationalem Recht haben Migrantinnen und Migranten das Recht, Asyl zu beantragen, und es ist verboten, sie abzuweisen. Das Gesetz ist eine Folge der Massierung von Grenzübertritten aus dem benachbarten Belarus. EU-Politiker werfen dem belarussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko vor, Migranten zum Transit in die EU zu animieren, um die Gemeinschaft unter Druck zu setzen.

Israelische Soldaten haben im besetzten Westjordanland einen Palästinenser erschossen. Der Vorfall ereignete sich nach Angaben der israelischen Armee gestern Abend in einem Tunnel nahe der palästinensischen Stadt Beit Dschala. Zwei Verdächtige hätten Flaschen mit Brandsätzen auf die Straße geworfen und damit das Leben von Autofahrern bedroht. Einer der beiden Angreifer sei festgenommen worden, der andere sei angeschossen worden und schließlich gestorben.

Der palästinensischen Nachrichtenagentur Wafa zufolge gab es am späten Abend in Beit Dschala Zusammenstöße zwischen israelischen Soldaten und Palästinensern. In den vergangenen Wochen waren die Spannungen im Westjordanland immer wieder eskaliert. Vor allem bei palästinensischen Protesten gegen israelische Siedlungen in dem besetzten Gebiet kam es zu Zusammenstößen.

Im Mai waren tagelange Zusammenstöße zwischen Palästinensern und israelischen Soldaten auf dem Tempelberg der Auftakt einer erneuten Eskalation der Gewalt in vielen Teilen Israels und der palästinensischen Gebiete. Aus dem Gazastreifen wurden dabei Tausende Raketen auf israelisches Gebiet abgefeuert, von denen viele von Israels Raketenabwehrsystem abgefangen wurden. Die israelische Armee antwortete mit Luftangriffen.

Die humanitäre Krise im Norden Äthiopiens spitzt sich nach Angaben des UNO-Nothilfebüros (OCHA) weiter zu. Die Versorgung der Notleidenden vor allem in der Krisenregion Tigray sei weiterhin stark eingeschränkt, hieß es gestern in einer Mitteilung. Die Auslieferung lebensrettender Medikamente und Impfstoffe gegen Polio und Masern nach Tigray werde weiterhin blockiert. Auch die Versorgung von mehr als 5,2 Millionen Menschen mit Lebensmitteln und Wasser sei nur unzureichend möglich.

Berichten zufolge soll die Zentralregierung in Addis Abeba Anfang der Woche eine neue Militäroffensive in der Region begonnen haben. OCHA bezeichnete die Sicherheitslage als „unberechenbar“, in den Grenzregionen Tigrays habe es in der vergangenen Woche Zusammenstöße gegeben.

Premierminister und Friedensnobelpreisträger Abiy Ahmed hatte im November eine Militäroffensive gegen die Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF) begonnen, die bis dahin dort an der Macht war. Die TPLF dominierte Äthiopien gut 25 Jahre lang, bis Regierungschef Abiy 2018 an die Macht kam und sie verdrängte. Viele Menschen in Tigray fühlen sich von der Zentralregierung nicht vertreten und fordern mehr Autonomie. Seit Anfang August hat sich der Konflikt auf die Nachbarregionen Afar und Amhara ausgeweitet.

Hilfsorganisationen haben wegen der Sicherheitslage und bürokratischer Hürden nur einen eingeschränkten Zugang zu den Notleidenden. Beiden Konfliktparteien wird vorgeworfen, humanitäre Hilfe zu untergraben. Ende September hatte die äthiopische Regierung sieben leitende Mitarbeiter humanitärer UNO-Organisationen des Landes verwiesen. Auch andere Hilfsorganisationen wie Ärzte ohne Grenzen (MSF) mussten die Arbeit teilweise oder ganz einstellen.

Aserbaidschan hat armenische Soldaten beschuldigt, einen Armeeangehörigen getötet zu haben. Der aserbaidschanische Soldat sei gestern Abend durch „Scharfschützenfeuer von illegalen armenischen Soldaten auf aserbaidschanischem Territorium“ getötet worden, erklärte das Verteidigungsministerium in Baku.

Die armenischen Soldaten hätten sich auf einem Gebiet befunden, das sich derzeit unter der Kontrolle russischer Friedenstruppen befindet. Baku rief die russisch-türkische Beobachtermission in Aserbaidschan zu einer Untersuchung auf. Die ehemaligen Sowjetrepubliken Aserbaidschan und Armenien sind seit Langem verfeindet.

Die Spannungen zwischen den Nachbarstaaten schwelen weiter, nachdem ein bewaffneter Konflikt in der Region Bergkarabach im vergangenen Jahr unter Vermittlung Russlands beendet wurde. In den vergangenen Monaten kam es immer wieder zu Schusswechseln zwischen armenischen und aserbaidschanischen Soldaten.

Während der sechswöchigen Kämpfe um Bergkarabach im vergangenen Jahr waren mehr als 6.500 Menschen getötet worden. Gemäß der Waffenstillstandsvereinbarung musste Armenien große Gebiete an Aserbaidschan abtreten, die es jahrzehntelang kontrolliert hatte.

Der ehemalige US-Präsident Bill Clinton liegt im Krankenhaus. „Am Dienstagabend wurde Clinton in das UCI Medical Center eingeliefert, um eine Infektion zu behandeln“, schrieb Clintons Sprecher Angel Urena gestern auf Twitter. Bei der Infektion handle es sich nicht um Covid-19.

Clinton sei auf dem Weg der Besserung, in guter Stimmung und unglaublich dankbar für die Ärzte, Krankenschwestern und Mitarbeiter, die ihn „hervorragend versorgen“.

Zuvor hatte der Sender CNN berichtet, Clinton sei mit dem Verdacht auf eine Blutinfektion eingeliefert worden und läge aus Schutz vor seiner Privatsphäre auf der Intensivstation. Sein Zustand stehe nicht im Zusammenhang mit seinen früheren Herzproblemen oder Covid-19, so CNN.

EU

Bundeskanzler Alexander Schallenberg (ÖVP) hat wie in seiner Regierungserklärung bereits angekündigt noch in seiner ersten Arbeitswoche die EU-Hauptstadt besucht. Auf dem Brüsseler Parkett ist Schallenberg Routinier. Nun will er dort vor allem eine Beruhigung der innenpolitischen Lage signalisieren.

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Der Rechtsausschuss im Europaparlament hat sich dafür ausgesprochen, vor dem Europäischen Gerichtshofs (EuGH) gegen die EU-Kommission zu klagen. Grund dafür ist, dass die Brüsseler Behörde eine neue Regelung zur Ahndung von Rechtsstaatsverstößen in EU-Staaten bisher nicht angewendet hat. 13 Abgeordnete stimmten am Donnerstag für die Untätigkeitsklage, drei dagegen und sechs enthielten sich, wie die dpa aus Parlamentskreisen erfuhr.

Der EU-Rechtsstaatsmechanismus ist seit Anfang des Jahres in Kraft. Er sieht vor, dass EU-Ländern Mittel aus dem gemeinsamen Haushalt gekürzt werden können, wenn wegen Rechtsstaatsverstößen ein Missbrauch des Geldes droht. Die Regierungen in Ungarn und Polen befürchten, dass das neue Verfahren vor allem gegen sie eingesetzt werden soll. Sie haben deshalb Klage gegen die Verordnung beim EuGH eingereicht – das Verfahren läuft noch. Die EU-Kommission wollte eigentlich erst tätig werden, wenn der EuGH über die Klagen von Ungarn und Polen entschieden hat.

„Während die Kommission hadert, drückt das Parlament auf die Tube“, sagte der zuständige Berichterstatter im Ausschuss, Sergey Lagodinsky (Grüne), der dpa. „Die Einschränkung von Grundrechten und Unabhängigkeit der Justiz durch Regierungen in Ungarn oder Polen sind eine ernste Gefahr für die Bürger dieser Länder, aber auch für die Aufsicht über EU-Gelder, die diesen Regierungen zuteilwerden.“ Genau dafür sei der Rechtsstaatsmechanismus geschaffen worden.

Nun ist Parlamentspräsident David Sassoli am Zug. Er müsste die Klage beim höchsten EU-Gericht in Luxemburg einreichen. Zuvor könnte er kommende Woche noch einmal das Parlamentsplenum darüber abstimmen lassen. Das Parlament hat bis zum 2. November Zeit, die Klage gegen die EU-Kommission beim EuGH anzustrengen. Bereits im Juni hatte es beschlossen, das Verfahren für die Untätigkeitsklage zu beginnen und so Druck auf die EU-Kommission auszuüben.

Die EU-Kommission unter Präsidentin Ursula von der Leyen betonte stets, die Vorbereitungen für Verfahren nach dem Mechanismus liefen und kein Fall werde verloren gehen. Zuletzt schien jedoch nicht mehr ausgeschlossen, dass sie schon vor einem EuGH-Urteil Verfahren einleiten könnte.

Sport

Im Österreichischen Skiverband (ÖSV) vollzieht sich mit der heute erfolgenden Kür von Roswitha Stadlober zur ersten Präsidentin nichts weniger als eine kleine „Revolution“. Die 58-jährige Salzburgerin wird den erfolgreichen und mächtigen Wintersportapparat gemeinsam mit Ex-Abfahrer Patrick Ortlieb als Finanzchef und dem für die operative Führung zuständigen Neo-Generalsekretär Christian Scherer leiten.

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Im Rahmen der Hauptversammlung in Velden geht am Sonntag die über zwölfjährige Amtszeit von Leo Windter als Präsident des Österreichischen Fußballbundes (ÖFB) offiziell zu Ende. Zu seinem Nachfolger wird der 65-jährige Burgenländer Gerhard Milletich gekürt, der sich bei der entscheidenden Wahlausschusssitzung am 11. September gegen Roland Schmid durchgesetzt hat und Österreichs größten Sportfachverband für vier Jahre leiten wird. Ohne Nebengeräusche wird der Amtsantritt von Milletich aber nicht erfolgen.

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Wirtschaft

Zum letzten Mal ist eine Maschine der italienischen Airline Alitalia gelandet. Nach Angaben des Flughafens Rom-Fiumicino landete das Flugzeug aus Cagliari gestern kurz nach 23.20 Uhr mit etwas Verspätung in Rom. Damit endet die 74 Jahre lange Geschichte der Traditionsfluglinie.

Heute will die Italia Trasporto Aereo (ITA) an den Start gehen. Sie gilt als Nachfolgerin von Alitalia, ist laut EU-Kommission allerdings nicht ihre wirtschaftliche Nachfolgerin.

Alitalia steckte seit den Nullerjahren in der Krise und fuhr schon lange keine Gewinne mehr ein. 2017 folgte die Insolvenz, und der italienische Staat musste eingreifen. Auch Überbrückungshilfen von insgesamt rund 900 Millionen Euro konnten die Airline nicht wieder auf die Beine bringen.

In der Coronavirus-Krise war das Unternehmen auf Hilfen angewiesen, damit der Betrieb weiterlaufen konnte. Außerdem bekam die italienische Fluglinie aus Expertensicht starke Konkurrenz vom Niedrigpreissektor. In den vergangenen Wochen und Monaten protestierten Alitalia-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter immer wieder, weil ITA mit weniger Personal und Flugzeugen an den Start gehen will und viele Menschen deshalb dort keine Jobs bekamen. Viele Alitalia-Bedienstete erhielten zudem verspätet ihr Gehalt.

Im Fall der Abstürze von Boeing-Maschinen des Typs 737 MAX ist ein ehemaliger Testpilot des US-Flugzeugbauers Boeing von einem US-Bundesgericht offiziell der Täuschung beschuldigt worden. Der ehemalige technische Chefpilot Mark Forkner habe der US-Flugaufsichtsbehörde FAA „falsche, ungenaue und unvollständige Informationen über einen neuen Teil der Flugsteuerung der Boeing 737 MAX“ geliefert, erklärte das US-Justizministerium.

Die 737 MAX wurde im März 2017 zugelassen. Dabei war Forkner die direkte Kontaktperson zwischen dem Flugzeugbauer und der FAA. Laut Dokumenten, die Anfang 2020 veröffentlicht wurden, hatte er damit geprahlt, seine FAA-Kollegen täuschen zu können, um die Zertifizierung für das speziell für die Boeing 737 MAX entwickelte Stabilisierungssystem MCAS zu erhalten.

Im Oktober 2018 und März 2019 stürzten dann in Indonesien und Äthiopien zwei Maschinen des Typs ab, insgesamt starben 346 Menschen. In beiden Fällen hatte das MCAS falsche Daten übermittelt. Im März 2019 wurde ein weltweites Flugverbot für den früheren Verkaufsschlager von Boeing verhängt, das erst Ende 2020 nach einer Überarbeitung des Systems wieder aufgehoben wurde.

Chronik

Im Süden Frankreichs ist eine 77 Jahre alte Frau enthauptet worden. Sicherheitskräfte fanden die Leiche der Frau in ihrer Wohnung in Agde, wie die Polizei gestern mitteilte. Ihr Sohn hatte die Behörden alarmiert, da er sie trotz des üblichen täglichen Kontakts nicht erreichen konnte.

In der Wohnung in der Küstenstadt fanden die Beamten Kampfspuren. Am Abend berichtete der Sender France Info von der Festnahme eines Tatverdächtigen. Hinweise auf einen Einbruch habe es nicht gegeben, hieß es. Die genauen Umstände der Tat waren zunächst unklar.

Bei dem Tatverdächtigen handle sich um einen Mann um die fünfzig, der bei der Rentnerin kleinere Arbeiten verrichtete. Die pensionierte Grundschullehrerin lebte seit dem Tod ihres Mannes vor zwei Jahren alleine, so der Sender. Zu den näheren Umständen der Tat wurde nichts bekannt. Nach Informationen des Senders BFMTV entwendete der Tatverdächtige eine Bankkarte der Seniorin und hob damit 1.000 Euro ab.

Der amerikanische Millionär und Immobilienerbe Robert Durst ist wegen Mordes an einer Freundin vor über 20 Jahren zu lebenslanger Haft ohne Bewährung verurteilt worden. Das Strafmaß für den 78-Jährigen verkündete ein Richter gestern (Ortszeit) in Los Angeles, wie US-Medien berichteten. Der unter anderem an Blasenkrebs erkrankte Durst erschien in einem Rollstuhl sitzend im Gerichtsgebäude.

Am 17. September war Durst von einem Geschworenengericht für schuldig befunden worden, seine Bekannte Susan Berman in der Weihnachtszeit im Jahr 2000 in ihrem Haus in Beverly Hills erschossen zu haben. Sie sollte damals vor der Polizei in den Ermittlungen zum bis heute ungeklärten Verschwinden von Dursts Ehefrau Kathleen Durst im Jahr 1982 aussagen. Kathleen wurde nie gefunden – und es wurde nie Anklage im Zusammenhang mit ihrem Verschwinden erhoben. Nach dem Urteilsspruch forderte die Familie von Kathleen, dass Durst auch wegen ihres Verschwindens strafrechtlich verfolgt werden sollte.

Durst war auch schon früher vor Gericht. 2003 gestand er, einen Nachbarn zwei Jahre zuvor in Galveston im US-Bundesstaat Texas getötet und zerstückelt zu haben. Die Tötung sei in Notwehr erfolgt, er sei in Panik geraten und habe beschlossen, die Leiche zu zerstückeln. Durst wurde freigesprochen. Laut Staatsanwaltschaft wollte Durst die Identität des Mannes stehlen, um den Ermittlungen zum Verschwinden seiner Frau zu entgehen.

In Tristach in Osttirol haben in der Nacht auf Dienstag Hunderte Feuerwehrleute zu einem Großbrand ausrücken müssen. Wie die Polizei gestern mitteilte, führte mit großer Wahrscheinlichkeit eine defekte Neonröhre im Bereich eines Heizungsraumes zu dem Brand.

Mehr dazu in tirol.ORF.at

Kultur

Gut drei Jahre nach seiner teilweisen Zerstörung ist das halb geschredderte Banksy-Werk „Love is in the Bin“ für 16 Millionen Pfund (18,89 Mio. Euro) plus Gebühren versteigert worden. Damit erzielte das Bild gestern Abend bei Sotheby’s in London deutlich mehr als den geschätzten Preis von bis zu sechs Millionen Pfund. Der neue Eigentümer des Werks wurde zunächst nicht bekanntgegeben.

Geschreddertes Bild von Banksy versteigert

Banksys „Girl with Balloon“ wurde vor drei Jahren schon einmal versteigert und sorgte für großes Aufsehen, da es während der Auktion teilweise geschreddert wurde.

Eine europäische Sammlerin hatte das Bild, eines der bekanntesten Banksy-Motive namens „Girl with Balloon“, im Oktober 2018 für rund 1,1 Millionen Pfund ersteigert. Direkt im Anschluss ertönten Piepsgeräusche und das Bild rauschte durch den dicken, verschnörkelten Goldrahmen nach unten.

Ein dort versteckter Schredder schnitt den unteren Teil des Bildes in Streifen. Banksy, dessen Identität unbekannt ist, bezeichnete die überraschende Aktion eine Kritik am Kunstmarkt und nannte das Werk um in „Love is in the Bin“.

Bei der Auktion gestern Abend kamen noch viele andere Werke zeitgenössischer Kunst unter den Hammer. Drei abstrakte Gemälde von Gerhard Richter sollten jeweils mehrere Millionen Pfund einbringen. Auch Werke von Joseph Beuys, Jörg Immendorf und Georg Baselitz standen zur Versteigerung.

Linz bekommt ein Mahnmal, das an Frauen erinnern soll, die dem NS-Regime Widerstand geleistet haben. Es steht ab kommendem Jahr auf dem Linzer OK-Platz. Das Besondere daran: Es wird jeden Samstag um fünf vor zwölf „laut und kollektiv“ schreien.

Mehr dazu in ooe.ORF.at

Leute

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat gestern an einem Benefizfußballspiel zugunsten einer Krankenhausstiftung teilgenommen. Der 43-jährige Staatschef lief bei der Partie im Pariser Vorort Poissy als Mittelfeldspieler auf und verwandelte einen Elfmeter zum zwischenzeitlichen Ausgleich.

An dem Match nahmen auch prominente Fußballgrößen teil, darunter der frühere Arsenal-Trainer Arsene Wenger und der französische Ex-Nationalspieler Marcel Desailly.

Der Applaus des Publikums war Macron schon bei der ersten Ballberührung sicher. Auf allzu große Gegenwehr traf der Präsident nicht – seine Gegner hielten meist respektvollen Abstand zum Staatschef. Der Präsident kann den Zuspruch gut gebrauchen: Macron will wohl im kommenden Jahr erneut ins höchste Staatsamt gewählt werden – auch wenn er seine Kandidatur offiziell noch nicht erklärt hat.

Der französische Präsident Emmanuel Macron bei einem Fußballspiel
AP/Michel Euler

Macron, der erklärter Marseille-Fan ist und während seines Studiums Fußball spielte, hatte die geplanten Sportstätten für die Olympischen Spiele 2024 besucht. „Das Ziel ist nicht einfach, Medaillen zu gewinnen, sondern den Sport in den Mittelpunkt unserer Nation zu rücken“, sagte er. Zur die Förderung neuer Sportstätten kündigte er die Freisetzung von 200 Millionen Euro an.

Der Erlös von rund 3.000 verkauften Tickets bei dem Benefizspiel geht an eine Krankenhausstiftung, deren Präsidentin First Lady Brigitte Macron ist. Sie hatte ihrem Mann vor dem Spiel den Rücken gestärkt – mit einem Kuss. Am Ende gewann Macrons Mannschaft mit 6:1.

Lifestyle

Der französische Restaurantführer Michelin hat erstmals Spitzenköche im flächenmäßig größten Land der Erde mit seinen begehrten Gourmet-Sternen ausgezeichnet. Feinschmecker aus aller Welt sollen damit beim Besuch in der russischen Millionenmetropole Moskau leichter gute Küche finden. Fünf Jahre lang hätten die Tester gearbeitet, sagte Gwendal Poullennec, der internationale Direktor der Michelin-Führer, gestern Abend in Moskau.

Bei einer Gala im neuen Konzerthaus Sarjadje in Moskau wurden auf Anhieb neun Restaurants mit mindestens einem Stern geehrt. Als bestes Restaurant wurde Twins Garden der Zwillinge Iwan und Sergej Beresuzki ausgezeichnet. Die beiden erhielten nicht nur zwei Michelin-Sterne, sondern auch einen grünen Stern als Biorestaurant und eine Ehrung für den besten Service.

Zwei Sterne erhielt zudem Artjom Jestafjew (Artest-Chef’s Table). Je einen Stern gab es für Anatoli Kasakow (Selfie), Jewgeni Wikentjew (Beluga), David Hemmerle (Grand Cru), Wladimir Muchin (White Rabbit), Jekaterina Aljochina (Biologie), Alexej Kogaj (Sachalin) und Andrej Schmakow (Savva).

Geprüft worden sei wie in allen Ländern nach festen Kriterien, darunter die Qualität der Produkte, die Kochtechniken, die Aroma- und Geschmackskomponenten, die Personalität des Kochs und die Stimmigkeit der Menüabfolge, sagte Poullennec vor internationalem Publikum. Die Prüfer arbeiten inkognito und gelten als unbestechlich.

„Echte Herausforderung“

„Die Arbeit war in Zeiten der Pandemie eine echte Herausforderung. Zum Glück waren die Restaurants in Moskau nicht lange geschlossen“, sagte Poullennec. Russland sei inzwischen das 35. Land, in dem ein Guide Michelin erscheint. Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin sagte, dass die Verleihung dieser „gastronomischen Ehre“ in diesen Zeiten eine große moralische Unterstützung für die Gastronomie sei.

In der russischen Hauptstadt gibt es nach offiziellen Angaben mehr als 15.000 gastronomische Einrichtungen. Viele hatten besonders im vergangenen Jahr wegen der Coronavirus-Pandemie enorme Einbußen verzeichnet. Mit den Sternen sollen nun auch ausländische Touristen nach Russland gelockt werden.

Panorama

Nach dem coronavirusbedingten Komplettausfall in diesem Jahr soll der weltberühmte Karneval in Rio de Janeiro 2022 stattfinden. Der Verkauf der Eintrittskarten für die Sambaschulenumzüge im Sambodrom begann gestern, wie aus einer Mitteilung des Verbandes der Sambaschulen (LIESA) hervorging. Demnach sind die Umzüge der besten Sambaschulen am 27. und 28. Februar und das Schaulaufen der sechs Schulen, die die Jury am meisten überzeugten, am 4. März geplant.

Der Karneval hat eine große kulturelle und wirtschaftliche Bedeutung für Rio. Der Samba ist die Seele der Millionenmetropole, der Karneval die jährliche Katharsis eines Volkes, bei der sich der Druck wie aus einem Dampfkochtopf befreit. Für gewöhnlich zieht er jedes Jahr Millionen Touristinnen und Touristen an den Zuckerhut. Nach einem Bericht des Portals Carnavalesco bringt das Spektakel der Stadt Einnahmen von umgerechnet rund 620 Millionen Euro.

Eigentlich sollte der Karneval in Rio auch im Februar dieses Jahres stattfinden. Angesichts der Pandemie hatte die Stadt bereits den Straßenkarneval abgesagt, die berühmten Umzüge der Sambaschulen im Sambodrom aber lediglich verschoben. Der Verband der Sambaschulen (LIESA) hoffte auf einen Karneval im Juli. Bürgermeister Eduardo Paes, selbst ein großer Fan des Karnevals, sah die Voraussetzungen dafür jedoch nicht gegeben, der Karneval fiel komplett aus.

Nach den Vereinigten Staaten und Indien verzeichnet Brasilien mit fast 22 Millionen Fällen die meisten Coronavirus-Infektionen. Am vergangenen Freitag hatte das größte Land in Lateinamerika die Marke von 600.000 CoV-Toten überschritten. Rio de Janeiro war bisweilen eine der am meisten betroffenen Städte. Mit dem Fortschreiten der Impfkampagne – inzwischen sind mehr als 100 Millionen Brasilianerinnen und Brasilianer geimpft, 56 Prozent der über 18-Jährigen in Rio – und dem Rückgang der Belegung der Krankenhäuser wuchs der Optimismus der Stadt.