Ausland

Vertreter der jemenitischen Regierung und der schiitischen Huthi-Rebellen haben sich auf die erste Phase eines Truppenabzugs aus der Hafenstadt Hudaida und zwei weiteren Häfen verständigt.

Es handle sich um einen bedeutenden Fortschritt, sagte die UNO gestern. Die Gespräche seien „langwierig, aber konstruktiv gewesen“. Nach zweitägigen Gesprächen in Hudaida hätten sich beide Seiten im Grundsatz auch auf die zweite Phase geeinigt.

Der Abzug der Kämpfer beider Konfliktparteien aus der Hafenstadt ist ein zentraler Punkt der im Dezember vereinbarten Waffenruhe. Mehrere Fristen zum Abzug aus der Stadt und den Häfen Salif und Ras Issa sowie Stadtteilen mit humanitären Einrichtungen verstrichen jedoch. Durch die Häfen kommt ein Großteil der Hilfen für die hungernde Bevölkerung ins Land.

Krieg seit 2015

Im Jemen herrscht seit 2015 ein Krieg zwischen den von Saudi-Arabien und anderen arabischen Staaten unterstützten Truppen von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi und den Huthi-Rebellen, hinter denen der Iran steht. Nach UNO-Angaben wurden in dem Konflikt bereits mehr als 10.000 Menschen getötet, unter ihnen Tausende Zivilistinnen und Zivilisten.

Nichtregierungsorganisationen sprechen von einer weit höheren Zahl von Todesopfern. In dem Land herrscht der UNO zufolge die schlimmste humanitäre Krise weltweit.

Venezuela hat einer Gruppe von EU-Abgeordneten die Einreise verboten und ihnen „konspirative Motive“ vorgeworfen. Die vier Mitglieder der konservativen Europäischen Volkspartei (EVP) wollten sich nach Angaben eines Delegationsmitglieds mit dem venezolanischen Oppositionsführer Juan Guaido treffen.

„Wir werden von Venezuela ausgewiesen“, sagte der spanische EU-Parlamentarier Esteban Gonzalez Pons auf dem Flughafen der venezolanischen Hauptstadt Caracas. „Sie haben unsere Pässe einbehalten, sie haben uns keine Gründe genannt.“ Gonzalez Pons sagte, er und die vier anderen Europaabgeordneten hätten eine offizielle Einladung des venezolanischen Parlaments, dessen Präsident Oppositionsführer Guaido ist.

Zusammen mit Gonzalez Pons wollten die spanischen EU-Abgeordneten Jose Ignacio Salafranca und Gabriel Mato Adrover, die Niederländerin Esther de Lange und der Portugiese Paulo Rangel einreisen. Sie alle gehören der Fraktion der EVP an.

EU-Parlament erkannte Guaido als Übergangspräsidenten an

Guaido kritisierte auf Twitter, die EU-Abgeordneten seien von einem „isolierten und immer irrationaleren Regime“ ausgewiesen worden. Venezuelas Außenminister Jorge Arreaza schrieb dagegen in dem Kurznachrichtendienst, die Abgeordneten seien vor mehreren Tagen schon vor der Einreise gewarnt worden. Sie hätten das Land mit „konspirativen Zielen“ besuchen wollen und sollten sich weiterer „Provokationen“ enthalten.

Machtkampf in Venezuela vor Höhepunkt

Der selbst ernannte Übergangspräsident, Juan Guaido, will US-Hilfslieferungen von Kolumbien nach Venezuela bringen lassen. Der amtierende Präsident Nicolas Maduro lehnt das ab. Er sieht die Hilfslieferungen als Vorwand für eine US-Militärintervention.

Parlamentschef Guaido hatte sich am 23. Jänner selbst zum Interimspräsidenten ernannt und den umstrittene Staatschef Nicolas Maduro damit offen herausgefordert.

Guaido wird inzwischen von rund 50 Staaten als Übergangspräsident anerkannt, unter anderem von den USA, einer Reihe lateinamerikanischer Länder sowie mehreren EU-Staaten wie Deutschland und Österreich, allerdings nicht von der EU als Ganzes. Das EU-Parlament hat Guaido dagegen am 31. Jänner als Übergangspräsidenten anerkannt.

Facebook hat nach Einschätzung des britischen Parlaments „vorsätzlich und wissentlich“ gegen Datenschutz- und Wettbewerbsrecht verstoßen. In einem heute veröffentlichten Bericht fordern Abgeordnete in London, dass Social-Media-Unternehmen für Inhalte, die auf ihren Seiten geteilt werden, Verantwortung übernehmen.

„Unternehmen wie Facebook sollten sich nicht wie ‚digitale Gangster‘ in der Onlinewelt verhalten dürfen“, zitierte der „Guardian“ aus dem Bericht. Seit 2017 hatten Parlamentarier untersucht, welche Rolle „Fake News“ im US-Wahlkampf sowie beim Brexit-Referendum gehabt haben könnten. Der Bericht befasst sich auch mit dem Datenskandal um Cambridge Analytica (CA).

Forderung nach verbindlichem Verhaltenskodex

In diesem Fall hatte der Entwickler einer Umfragen-App vor rund fünf Jahren Informationen von Dutzenden Millionen Facebook-Nutzerinnen und -Nutzern an die Datenanalysefirma CA weitergegeben. In dem Parlamentsbericht heißt es nun, Facebook sei bereit, sich über Datenschutzeinstellungen seiner Nutzerinnen und Nutzer hinwegzusetzen, um Daten an App-Entwicklungsfirmen weiterzugeben.

Die Abgeordneten fordern einen verbindlichen Verhaltenskodex, auf dessen Basis Technologieunternehmen gegen „schädliche und illegale Inhalte“ auf ihren Seiten vorgehen müssten. Eine unabhängige Regulierungsbehörde sollte das überwachen und hohe Bußgelder verhängen, wenn Unternehmen sich nicht daran hielten, heißt es in dem Bericht des Ausschusses für Digitales, Kultur, Medien und Sport.

Die Abgeordneten werfen Facebook-Chef Mark Zuckerberg darin auch „Missachtung“ des britischen Parlaments vor, weil er sich geweigert hatte, dort zum Umgang seines Unternehmens mit Nutzerdaten auszusagen. Der Ausschuss hatte Zuckerberg im Zuge des Datenskandals um CA aufgefordert, persönlich zu erscheinen.

Der saudi-arabische Kronprinz Mohammed bin Salman hat in Pakistan Verträge über Investitionsvorhaben im Volumen von 20 Milliarden Dollar (rund 17,8 Mrd. Euro) unterzeichnet. Das sei erst der Anfang eines engeren wirtschaftlichen Verbindung der beiden historischen Verbündeten, sagte er gestern in Islamabad.

Unter anderem geht es um den Bau einer Raffinerie- und Petrochemieanlage im Volumen von zehn Milliarden Dollar in der Küstenstadt Gwadar, wo China derzeit einen Hafen baut. Saudi-Arabien war Pakistan erst jüngst mit einem sechs Milliarden Dollar schweren Kredit zur Seite gesprungen. Der Kronprinz wird anschließend noch andere Länder in Südasien und China besuchen.

Laut einem Gesetzesentwurf, den die rechte Regierungspartei Lega dem Parlament in Rom eingereicht hat, sollen italienische Radiosender künftig einen fixen Anteil von 33 Prozent an italienischer Musik senden.

Jedes dritte Lied soll von einem Komponisten bzw. einer Komponistin aus Italien stammen. Zehn Prozent der gesendeten italienischen Musik sollen aus Liedern junger Musikerinnen und Musiker bestehen oder von kleinen italienischen Plattenfirmen produziert werden, heißt es im Gesetzesentwurf, der in Italien bereits für hitzige Diskussionen sorgte.

„Künstlerisches und kulturelles Erbgut“

Die italienische Musik soll als „künstlerisches und kulturelles Erbgut der Republik“ anerkannt werden, heißt es im Entwurf. Der Garant für das italienische Kommunikationssystem muss darauf achten, dass sich die Radioanstalten an die neuen Regeln halten. Ein Sendeverbot bis zu einem Jahr droht bei Missachtung der Vorschriften.

Der Verfasser des Gesetzesentwurfs, der Lega-Parlamentarier Alessandro Morelli, hofft auf die Unterstützung aller Parteien im Parlament, um sein Projekt durchzubringen. „Es ist wichtig, dass die italienische Musik parteiübergreifend unterstützt wird“, sagte Morelli. Derzeit senden die zehn erfolgreichsten Radiosender lediglich eine Quote von 23 Prozent an italienischen Liedern. Vor zehn Jahren lag dieser Anteil noch bei 35 Prozent.

EU

Nach der jüngsten Abstimmungsniederlage für Großbritanniens Premierministerin Theresa May im britischen Unterhaus treffen sich heute erneut die Brexit-Chefunterhändler der EU und Großbritanniens. EU-Verhandlungsführer Michel Barnier kommt in Brüssel mit Brexit-Minister Stephen Barclay zusammen.

Bei dem neuen Treffen wollen sie nach Angaben aus Mays Büro über Vorschläge einer neuen „Arbeitsgruppe“ britischer Abgeordneter zu Alternativen für den umstrittenen „Backstop“ sprechen. Mit der Auffanglösung will die EU eine harte Grenze zwischen der britischen Provinz Nordirland und dem EU-Mitglied Irland verhindern.

Sie ist Brexit-Hardlinern ein Dorn im Auge, weil sie fürchten, dass Großbritannien auf unabsehbare Zeit an die EU gebunden bliebe. Um deren Zustimmung zum Austrittsabkommen doch noch zu erreichen, strebt May Änderungen beim „Backstop“ an.

Der französische Philosoph Bernard-Henri Levy hat die österreichische Regierung von ÖVP und FPÖ kritisiert und sich für Sanktionen gegen Österreich ausgesprochen. Er tritt heute im Wiener Theater Akzent mit dem Einmannbühnenstück „Looking for Europe“ auf.

„Ich kann keine hohe Meinung von einem Kanzler haben, der in seiner Regierung Vertreter einer Partei, der FPÖ, hat, die von Nazi-Regime-Nostalgikern gegründet wurde“, sagte Levy in einem Interview mit dem „Kurier“ (Sonntag-Ausgabe).

„(Bundeskanzler, ÖVP, Anm.) Sebastian Kurz kann uns erzählen, was er will: Diese Erbsünde bleibt. Und es bleibt, in seiner eigenen Partei, der Nationalismus, dieser populistische Rückzug, der in Europa immer zum Schlechtesten geführt hat“, so der französische Intellektuelle weiter.

„Euer Kurz hat etwas von Donald Trump an sich“

Als Beispiele nannte er das Migrationsthema, die Begrenzung der Emissionen sowie der Finanzierung der Grenzkontrollagentur Frontex. „Euer Kurz hat etwas von Donald Trump an sich, das ich nicht mag und das vor allem nicht auf der Höhe der großen Vergangenheit Österreichs ist“, so Levy.

Die Ablehnung des UNO-Migrationspakts durch Österreich sei nicht richtig gewesen, so der Philosoph, „weder um die Probleme zu lösen, noch um die Idee und die Werte Europas zu würdigen. Und es würdigt auch nicht die Vertrauensvereinbarung, auf der die Europäische Union fußt.“

Levy gab einst Anstoß für Militärintervention in Libyen

Gegen die erste ÖVP-FPÖ-Regierung im Jahr 2000 seien „für Geringeres Sanktionen angestrebt“ worden. „Diese Entschiedenheit müssten wir heute wieder haben. Europa ist kein Gasthaus, in dem man nur das bestellt, was einem passt. Daher, ja, bin ich für Sanktionen gegen das Österreich von Kurz“, sagte Levy.

Der Philosoph, der im Frühjahr 2011 den damaligen französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy dazu gebracht hatte, die Anführer der libyschen Opposition zu empfangen, und damit letztlich den Anstoß für ein militärisches Eingreifen in Libyen gegeben hatte, hatte Kurz bereits Ende Jänner kritisiert und in einem „Presse“-Interview als „Gegenteil“ des französischen Präsidenten Emmanuel Macron bezeichnet.

Inland

Um Kinder im Straßenverkehr besser zu schützen, fordert das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) Tempo 30 in der Stadt. Außerdem ist das KFV für höhere Strafen bei Verkehrsdelikten, wenn Kinder involviert sind.

Im Schnitt sterben in Österreich jedes Jahr acht Kinder unter 14 Jahren bei Verkehrsunfällen, drei davon sind als Fußgänger unterwegs. „In drei von vier Fällen sind die Kinder nicht die Hauptunfallverursacher“, sagte Klaus Robatsch, Leiter des Forschungsbereichs im KFV.

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Wirtschaft

Nach den Warnstreiks in der vergangenen Woche wird in der Sozialwirtschaft nun wieder verhandelt. Gewerkschaften und Arbeitgeber kommen heute Vormittag zur fünften Runde der Kollektivvertragsverhandlungen zusammen. Knackpunkt dürfte dabei vor allem die Verkürzung der Arbeitszeit sein.

Neue Verhandlungsrunde in Sozialbranche

Die Verhandlungen für Sozialberufe gehen zäh, zuletzt hielten die Angestellten schon Warnstreiks ab. Rund 100.000 Menschen arbeiten in der Branche, etwa als Pflegerinnen und Pfleger sowie in der Kinderbetreuung.

Die Warnstreiks wurden von beiden Seiten unterschiedlich bewertet. Während die Gewerkschaft ein positives Resümee zog und auf Aktionen an 250 Standorten verwies, sahen sich auf der anderen Seite auch die Arbeitgeber bestätigt, weil sie in den Belegschaften nur wenig Unterstützung für die Forderungen der Gewerkschaften sahen.

Die Gewerkschaften fordern eine 35-Stunden-Woche und eine sechste Urlaubswoche für alle. Nach der ursprünglichen Forderung nach sechs Prozent mehr Lohn hatte die Gewerkschaft zuletzt zumindest mehr als drei Prozent verlangt. Die Arbeitgeber hatten zuletzt 2,8 bis 3,0 Prozent angeboten. In der Frage der Arbeitszeitverkürzung sind die Positionen aber noch weit auseinander.

Sport

Bei seiner „wahrscheinlich letzten WM“ hat Marcel Hirscher den Sektkorken noch einmal knallen lassen. Mit Gold gestern im abschließenden Slalom sorgte der 29-Jährige auf den letzten Drücker für den ersten Titel der ÖSV-Mannschaft in Aare. Zugleich durfte er sich das WM-Siegerpodest mit zwei Teamkollegen teilen – ein Novum für den Slalom in der ÖSV-Geschichte.

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Chronik

Weil er Kollegen gegen den Rapper 50 Cent aufgestachelt haben soll, hat die New Yorker Polizei interne Ermittlungen gegen einen Beamten eingeleitet. Das sagte ein Sprecher gestern dem „Hollywood Reporter“.

Der Polizist soll im vergangenen Sommer zu seinen Kollegen gesagt haben, sie sollten den Rapper erschießen, falls sie ihn sähen. Der Musiker („Get Rich Or Die Tryin’“) wurde damals zu einer Boxveranstaltung erwartet, wie Medien berichteten.

„Ich nehme diese Drohung sehr ernst“, schrieb 50 Cent auf Instagram. „Das Traurige ist, dass der Mann noch immer Dienstmarke und Waffe trägt.“ Der Polizist ließ dem Onlineportal TMZ.com ausrichten, die Berichte seien falsch. Der Mann ist der „New York Daily News“ zufolge seit 30 Jahren im Dienst. Er soll bis zum Abschluss der internen Untersuchungen im Einsatz bleiben.

Im Norden Spaniens haben hunderte Einsatzkräfte gegen rund 50 Waldbrände angekämpft. In der Region Kantabrien waren gestern noch 48 Brände aktiv, wie die Regionalregierung mitteilte. Über den Tag seien 50 Feuer gezählt worden. 760 Einsatzkräfte bekämpften die Flammen.

Die meisten der Brände wüteten in abgelegenen Bergregionen. Deswegen sei weder die Bevölkerung, noch Infrastruktur gefährdet, erklärte die Regionalregierung. Verletzt wurde niemand. Einige der Feuer wurden vermutlich absichtlich gelegt. Zwei Menschen wurden festgenommen. Kantabrien liegt an der nordspanischen Atlantikküste am Golf von Biskaya.

Bei einem Schusswechsel am Rande des berühmten French Quarter in New Orleans in den USA sind gestern Abend fünf Passanten verletzt worden. Wie die Polizei mitteilte, beschossen einander ein Verdächtiger, der später an seinen Verletzungen starb, und die Polizei. Die unbeteiligten Opfer standen an einer Bushaltestelle. Einer der Verletzten schwebt in Lebensgefahr.

Nach Angaben des Polizeichefs von New Orleans, Shaun Ferguson, versuchten die Beamten zunächst, einen Mann in Zusammenhang mit einer Reihe von Raubüberfällen zu befragen. Dieser habe plötzlich eine Waffe gezogen und das Feuer eröffnet, beim anschließenden Schusswechsel seien die Passanten verletzt worden. Das FBI übernahm die Ermittlungen.

Der Vorfall verdeutlichte erneut die Verbreitung von Schusswaffen in den USA. 2017 wurden mehr als 40.000 Todesfälle in dem Land auf Schusswaffen zurückgeführt. Erst am Freitag hatte ein von seinem Job entlassener US-Bürger am Rande Chicagos fünf Kollegen erschossen und fünf Polizisten verletzt, bevor er niedergeschossen wurde.

Religion

Der Wiener Erzbischof Kardinal Christoph Schönborn spricht sich im Vorfeld einer Missbrauchstagung Donnerstag bis Sonntag im Vatikan für Strukturreformen in der katholischen Kirche aus. „Wir brauchen einen Reformschritt in Richtung Gewaltenteilung“, sagte Schönborn in einem heute veröffentlichten APA-Interview. Die Macht der Bischöfe und Pfarrer brauche mehr Kontrolle, so Schönborn, der die Österreichische Bischofskonferenz in Rom vertritt.

Darüber hinaus müsse die Rolle der Frau in der Kirche gestärkt werden, so der Kardinal. „Hier gibt es echten Reformbedarf, und ich glaube, es gibt einen Bereich, wo das besonders spürbar ist. Das ist die Unausgewogenheit der Autorität in der Kirche zwischen Männern und Frauen. Wie eine Reform konkret funktionieren kann und wird, das weiß ich nicht, aber ich weiß, dass es notwendig ist.“

„Mir ist das nicht angenehm …“

In der Missbrauchsdebatte plädiert Schönborn für schonungslose Offenheit und Aufklärung, vor allem wenn es strafrechtlich relevant ist. „Ich sage Ihnen ein sehr ehrliches Wort: Mir ist das nicht angenehm, dass diese Skandale öffentlich werden. Mir wäre am liebsten, es hätte sie nicht gegeben. Wir haben in Österreich schmerzlich gelernt, dass die Wahrheit befreit“, so Schönborn.

Vertuschung sei eine starke Versuchung in der großen Familie der Kirche. „Aber wir haben uns ganz klar entschieden, wir wollen den Weg der Wahrhaftigkeit gehen, auch wenn es wehtut, weil das der Weg ist, der den Opfern und Betroffenen am ehesten gerecht wird. Die Opfer erwarten, dass sie ernst genommen werden, und das geht nur, wenn die Wahrheit zugelassen ist“, sagte der Kardinal im Interview.

Standards gegen Missbrauch nötig

Schönborn erwartet sich vom anstehenden Antimissbrauchsgipfel einen neuen Bewusstseinsstand und weltweit gleiche Standards für Missbrauchsfälle. Überall auf der Welt müsse der Grundsatz gelten, „dass die Opfer an erster Stelle stehen und nicht die Institution bzw. der Ruf der Institution“. Es gelte, „den Opfern eine Stimme zu geben“.

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IT

Paul Nakasone, NSA-Direktor und Kommandant von US Cybercom im Generalstab, warnt vor möglichen strategischen Auswirkungen der konzertierten Cyberattacken aus Russland, China, Nordkorea und dem Iran auf zivile Infrastrukturen in den USA. Die Erklärung Nakasones – der auch NSA-Direktor ist – ist eine einzige Aufzählung von Abwehrmaßnahmen. Die gesamte neue Cyberstrategie lässt sich mit dem Begriff „Vorwärtsverteidigung“ umschreiben.

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Gesundheit

Kultur

Die Biografie „Can You Ever Forgive Me?“ und die Komödie „Eighth Grade“ haben eine Woche vor der Oscar-Verleihung wichtige Drehbuchpreise gewonnen. Der Verband der Drehbuchautoren, die Writers Guild of America (WGA), gab die Gewinner gestern Abend bei Verleihungen in New York und Los Angeles bekannt.

In der Kategorie Originaldrehbuch gingen die Oscar-Favoriten „Roma“, „Green Book“ und „Vice“ leer aus. Stattdessen gewann mit „Eighth Grade“ über eine Achtklässlerin mit Sozialphobie ein Streifen, der kommendes Wochenende nicht in das Rennen um den wichtigsten Filmpreis der Welt gehen wird.

Nächster Schritt: Drehbuch-Oscar?

Um die Trophäe für das beste adaptierte Drehbuch konkurrierten unter anderem „A Star Is Born“ und „BlacKkKlansman“. Am Ende siegte das Drama „Can You Ever Forgive Me?“ mit Melissa McCarthy, die eine betrügerische US-Autorin spielt. Der Film hat auch Chancen auf einen Drehbuch-Oscar.

Die WGA-Trophäen gelten als zuverlässige Oscar-Vorboten. Im vergangenen Februar holten die WGA-Gewinner für Originaldrehbuch („Get Out“) und adaptiertes Drehbuch („Call Me by Your Name“) auch die entsprechenden Oscars.

In den Fernsehkategorien gewannen in diesem Jahr unter anderem die Spionageserie „The Americans“, die Komödie „The Marvelous Mrs. Maisel“ und „Barry“ mit Komiker Bill Hader als Auftragskiller.

Leute

Mit „Saturday Night Fever“, „Grease“ und „Pulp Fiction“ hat sich der Schauspieler John Travolta in Hollywood ganz nach oben gespielt. Heute feiert er seinen 65. Geburtstag. Kurz sorgte er mit einer Frisur für Furore. Seit wenigen Wochen fiel eines seiner Markenzeichen, die schwarze Haartolle, zugunsten einer Glatze.

„Das Leben ist einfacher“, sagte der Hollywood-Star zu seinem neuen Look. Am meisten freue er sich über die vielen Reaktionen. Als er den Kahlschnitt vor wenigen Wochen auf Instagram präsentierte, stieg die Zahl seiner Follower auf über eine Million. Viele begrüßten das neue Aussehen. Und das, obwohl Travolta auf der Leinwand gerade durch sein wallendes Haar, Schmalzlocken und lange Mähnen aufgefallen war.

Glatzköpfiger Schauspieler John Travolta
APA/AFP/Robyn Beck

Oscar-Nominierung mit „Saturday Night Fever“

Als junger Schauspieler wurde er bekannt in einer Nebenrolle als Bandenführer in Brian De Palmas Gruselschocker „Carrie – Des Satans jüngste Tochter“ (1976). Als Tony Manero in „Saturday Night Fever“ wurde er dann ein Jahr später über Nacht zum Superstar. Millionen Teenager rund um den Globus fanden sich in der Geschichte um den tanzbegeisterten New Yorker Underdog wieder – die Disco-Ära war geboren. Dafür bekam Travolta seine erste Oscar-Nominierung.

Das jüngste von sechs Kindern einer Familie mit italo-irischen Vorfahren war plötzlich in Hollywood auf Erfolgskurs. In dem Hit-Musical „Grease“ (1978) verführte er als rebellischer Danny nicht nur seine blond gelockte Filmpartnerin Olivia Newton-John. Travolta versprühte im Halbstarken-Look einen unglaublichen Charme und glänzte als begnadeter Tänzer in der Tradition eines Gene Kelly und Fred Astaire.

Karriererückschlag in den 80er Jahren

In den 1980er Jahren stolperte Travolta über schlechte Rollen und falsch gewählte Filme. Die Karriere ging nach unten. Auch privat erlitt er einen schweren Rückschlag: Seine 18 Jahre ältere Freundin, Schauspielerin Diana Hyland, starb 1977 an Krebs. Damals schloss er sich der umstrittenen Scientology-Organisation an. Als Produzent und Hauptdarsteller brachte Travolta Jahre später Hubbards Science-Fiction-Buch „Battlefield Earth“ auf die Leinwand. Die Schauspielerin Kelly Preston, seit 1991 seine Ehefrau, spielte ebenfalls mit.

Rückkehr mir „Pulp Fiction“

Das Karrieretief der 80er Jahre überwand Travolta mit Quentin Tarantinos „Pulp Fiction“ 1994, das ihm die zweite Oscar-Nominierung einbrachte. Ein Jahr später heimste er den Golden Globe für den besten Komödiendarsteller in der bissigen Satire „Schnappt Shorty“ ein. Seither hat sich Travolta in verschiedensten Rollen bewiesen: In der Politsatire „Mit aller Macht – Primary Colours“ (1998) umwirbt er als sexbesessener US-Präsidentschaftskandidat die Wähler.

In dem Actionthriller „Passwort: Swordfish“ (2001) agiert er an der Seite von Halle Berry als psychopathischer Terrorist. In dem Slapstick-Musical „Hairspray“ (2007) schwingt er sein Tanzbein in Frauenkleidern als die gluckenhafte Edna Turnblad. Oliver Stone holte ihn für den düsteren Drogenkrimi „Savages“ (2012) als korrupten Drogenfahnder vor die Kamera. Auch in dem Thriller „Criminal Activities“ (2016) spielt er als cooler Gangster seine Macht aus.

Im vergangenen Jahr heimste Travolta allerdings für seine Mafioso-Rolle in „Gotti“ zwei Nominierungen für den Spottfilmpreis „Goldene Himbeere“ ein – als „schlechtester Schauspieler“ und „schlechtestes Leinwandpaar“ mit seiner Frau Kelly Preston. Diese Schmähtrophäen werden wenige Tage nach seinem Geburtstag verliehen.

Tochter in Fußstapfen der Eltern

Ein trauriger Anlass brachte die Travolta-Familie 2009 in die Schlagzeilen. Jett, der 16-jährige Sohn des Schauspielerpaares, starb während eines gemeinsamen Urlaubs auf den Bahamas. Der Bursch litt seit Jahren an Krampfanfällen. Im Herbst 2010 brachte Preston mit 48 Jahren Sohn Benjamin auf die Welt. Tochter Ella Bleu ist jetzt 18 Jahre alt – und wandelt in den Fußstapfen ihrer Eltern.

Vater und Tochter standen kürzlich mit Morgan Freeman und Brendan Fraser für den Thriller „The Poison Rose“ gemeinsam vor der Kamera. „Sie ist so gut“, schwärmte Travolta über die Nachwuchsschauspielerin. Er wolle sie auf keinen Fall von dieser Karriere abbringen. Künstler hätten das beste Leben, sagte Travolta. „Wir haben die goldene Eintrittskarte für die Welt – warum sollte man das jemandem vorenthalten?“

Panorama

Das ehemalige Kohlekraftwerk Knepper bei Dortmund in Deutschland ist gestern planmäßig gesprengt worden. Ein 210 Meter hoher Schornstein, der 128 Meter hohe Kühlturm und das knapp 70 Meter hohe Kesselhaus stürzten um die Mittagszeit nach zwei Sprengungen zusammen und verwandelten sich in gut 28.400 Tonnen Stahlschrott und Bauschutt.

Die Unternehmensgruppe Hagedorn hatte 2017 das bereits 2014 stillgelegte Kraftwerk von Uniper und dem Eon-Konzern gekauft. Das 580.000 Quadratmeter große Areal zwischen Castrop-Rauxel und Dortmund wird nun einer neuen Nutzung zugeführt. Die Sprengung wurde von der Hagedorn-Tochtergesellschaft Deutsche Sprengunion vorgenommen.

Ein Puma hat sich in einen Baum in einem Garten in Kalifornien verirrt. Die Besitzer alarmierten am Wochenende die Feuerwehr, als sie das Tier in rund 15 Meter Höhe entdeckten.

Feuerwehrmann neben Puma auf einem Baum
AP/State Department of Fish and Wildlife Warden/Rick Fischer

Die Feuerwehr von San Bernardino County holte das Tier mit Hilfe eines Bergegeschirrs auf den Boden. Zuvor war der Puma freilich betäubt worden. Im kalifornischen Wildparkministerium wurde betont, es sei nicht so ungewöhnlich, dass Pumas auch außerhalb ihres gewohnten Reviers in den nahe gelegenen Bergen herumstreifen.