Mitglieder der Akrobatengruppe Zurcaroh vor dem Finale von „America’s Got Talent“
AP/Invision/Willy Sanjuan
„America’s Got Talent“

Zweiter Platz für Truppe aus Vorarlberg

Das Siegerpodest hat die Vorarlberger Artistentruppe Zurcaroh im Finale der US-Talentshow „America’s Got Talent“ nicht erreicht. Aber sie holte den zweiten Platz und wurde wie der erstplatzierte Magier Shin Lim mit tosendem Applaus bejubelt.

Der Erfolg der Künstlerinnen und Künstler aus Vorarlberg bei der bekanntesten Castingshow der Welt gilt als sensationell. Zehn Acts waren beim Finale noch übrig geblieben, um das US-Publikum für sich zu gewinnen. Der 26-jährige Hauptgewinner Lim bekommt nun eine Million US-Dollar (860.000 Euro) und eine Show in Las Vegas.

Ein Sieg der Vorarlberger aus Götzis war aber durchaus realistisch gewesen. 51 Mitglieder von Zurcaroh um das brasilianische Mastermind Peterson da Cruz Hora begeisterten im Dolby Theatre in Los Angeles Publikum wie Juroren und Jurorinnen. Simon Cowell etwa nannte die Zurcaroh-Show eine „wahre Offenbarung“. Auch die anderen Jurymitglieder Howie Mandel, Melanie Brown und Heidi Klum waren begeistert – mehr dazu in vorarlberg.ORF.at.

„Unglaubliche Nacht“

Zu den fünf beliebtesten Acts des Finalabends zählten nach dem Magier Lim, der als Favorit von Jurorin Klum gegolten hatte, und Zurcaroh der Sänger Michael Ketterer, der Comedian Samuel J. Comroe und der Geiger Brian King Joseph. Bevor der Gewinner in der Nacht auf Donnerstag gekürt wurde, gab es Auftritte von den Gaststars Kiss, der Opernlegende Placido Domingo, der Violinistin Lindsey Stirling, dem Popstar Bebe Rexha, dem Schauspieler David Spade und von den Moderatoren von „American Ninja Warrior“, Matt Iseman und Akbar Gbajabiamila.

Es sei eine „unglaubliche Nacht“ gewesen, schrieben Zurcaroh auf Instagram. Sie seien „unglaublich dankbar“, mit dem zweiten Platz nach Hause zu gehen. Insgesamt fünfmal war die Truppe auf der Bühne des Dolby Theatre gestanden und hatte es letztlich ins Finale geschafft. Dafür wurde zuletzt auch hart trainiert – bis zu sieben Stunden täglich unter der Leitung von Da Cruz Hora. Davor wurde rund drei Stunden täglich trainiert, neben Beruf und Schule – mehr dazu in vorarlberg.ORF.at. Die Mitglieder der Truppe sind zwischen sieben und 40 Jahre alt.

Liebe führte nach Österreich

Der Brasilianer, der sich schon als Kind mit Tanz und Akrobatik beschäftigt hatte, gründete bereits 2007 Zurcaroh in Brasilien und trat mit dieser Gruppe auch bereits in Vorarlberg auf. Dieses Gastspiel blieb nicht ohne Folgen. Inzwischen ist der Choreograf in Österreich verheiratet und gründete die Tanz- und Akrobatiktruppe Zurcaroh in Vorarlberg zwei Jahre später noch einmal neu.

Auftrittserprobt sind die Artisten und Artistinnen mittlerweile. Bei Gymnastikevents hatten sie zahlreiche Erfolge. Auch bei „Incroyable Talent“, der französischen Version des Supertalents, erreichten sie den „Golden Buzzer“ und qualifizierten sich für das Finale. In Frankreich blieb der Hauptsieg aber ebenfalls aus.

Beeindruckende Akrobatik

Die Charakteristik von Zurcaroh erinnert an den Cirque du Soleil und an mehrere große Trommeltruppen, die von Show zu Show ziehen. Bei Zurcaroh treten aber Kinder gemeinsam mit Erwachsenen auf und zeigen große Akrobatikkunst. Meterhoch werden Mädchen in die Luft geworfen, machen mehrfache Salti, werden exakt aufgefangen. Wie Schlangenmenschen winden sich dazu die Mitglieder der Gruppe – und selbst die Kostüme sind spektakulär.

Diese Bilder beeindruckten offenbar auch in den USA. Ihren Antrittsauftritt bei der US-Talenteshow kommentierte Moderatorin Tyra Banks so: „Es war zunächst schwer zu entscheiden, wer den Golden Buzzer bekommt und antreten darf. Aber sobald ich diese Gruppe sah, war alles klar. Das Video von ihrem Casting ist mittlerweile das meistgesehene in der Geschichte von ‚America’s Got Talent‘ mit über 320 Millionen Views.“ Das Rekordvideo ist für Europa allerdings nicht freigeschaltet.

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