Feuer nach einer Explosion im Pariser Zentrum
Reuters/David Bangura
Offenbar Gasleck

Tote und Verletzte nach Explosion in Paris

Bei einer Explosion in Paris sind am Samstag mindestens drei Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt worden, darunter mehrere schwer. Zu dem Unglück war es in der Früh gegen 9.00 Uhr in einer Bäckerei im Stadtzentrum gekommen. Ursache dürfte ein Defekt an der Gasversorgung gewesen sein.

Bei zwei Toten handelt es sich laut dem französischem Innenminister Christophe Castaner um Feuerwehrmänner. Das dritte Todesopfer ist eine spanische Touristin, die am Nachmittag im Krankenhaus starb. Die Explosion erschütterte das 9. Arrondissement in Paris, in dem es auch zahlreiche Hotels für Touristen gibt. Nach Angaben der Pariser Staatsanwaltschaft wurden mindestens 47 Menschen verletzt, zehn von ihnen schwer.

Ursprünglich war die Feuerwehr wegen eines Gasgebrechens in die Rue de Trevise gerufen worden, daher auch die durch das Unglück getöteten Feuerwehrleute. Der betroffene Straßenabschnitt liegt etwa einen Kilometer Luftlinie von der Pariser Oper entfernt. Die spätere Explosion sei „sehr stark“ gewesen, berichtete etwa die Tageszeitung „Le Parisien“ in ihrer Onlineausgabe.

Bilder der Verwüstung

Zu einer heftigen Explosion in einer Bäckerei im Zentrum von Paris ist es Samstagvormittag gekommen. Am betroffenen Gebäude und in der Umgebung entstanden große Schäden. (Videoquelle: Reuters; APTN)

Nicht nur am betroffenen Gebäude selbst, auch in der Umgebung des Hauses im neunten Pariser Stadtbezirk, gingen Fensterscheiben durch die Wucht der Detonation zu Bruch. Es brach ein Brand aus, Fernsehbilder zeigten dichten Rauch, der aus dem Gebäude drang. Die Feuerwehr versuchte die Flammen zu löschen und Menschen mit Hilfe von Leitern in Sicherheit zu bringen. Das Gebiet wurde weiträumig abgesperrt. Augenzeugen sprachen laut französischen Medienberichten von einer Situation „wie bei einem Erdbeben“.

Nervosität in ganz Frankreich

An die 100 Einsatzkräfte von der Feuerwehr und 200 von der Polizei seien im Einsatz gewesen, sagte Innenminister Castaner. Rund zwei Stunden nach dem Unglück gab er Entwarnung und erklärte, die Lage sei unter Kontrolle. Mitgeschwungen war anfangs auch die Angst vor einem möglichen neuerlichen Terroranschlag, der letzte in Straßburg liegt erst wenige Wochen zurück. Am 11. Dezember hatte ein Attentäter in der Innenstadt der elsässischen Stadt das Feuer eröffnet. Fünf Menschen starben, viele weitere wurden verletzt.

Feuerwehrleute retten eine Frau nach einer Explosion im Pariser Zentrum
Reuters/Benoit Tessier
Die Wucht der Detonation warf selbst Autos um

Nervosität herrscht bei den französischen Behörden außerdem wegen der seit Wochen andauernden Proteste der „Gelbwesten“, auch an diesem Wochenende finden bzw. fanden wieder Demonstrationen statt. Während der seit November andauernden Proteste kam es wiederholt zu schweren Ausschreitungen und Zusammenstößen mit der Polizei.

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