Razzia auf Kreuzfahrtschiff in Australien

Die australische Polizei hat im Zusammenhang mit dem möglichen Einschleppen des Coronavirus das Kreuzfahrtschiff „Ruby Princess“ durchsucht und unter anderem die Blackbox beschlagnahmt. Mit diesen Ermittlungen solle Klarheit darüber geschaffen werden, wie am 19. März fast 2.700 Passagierinnen und Passagiere in Sydney ohne gründliche Gesundheitschecks oder Isolation von Bord gehen konnten, sagte Mick Fuller, der Polizeichef des Bundesstaates New South Wales, heute. Gesundheitsbehörden sehen in diesem Vorgang die größte Quelle von Infektionen in Australien mit dem Coronavirus.

Polizzeikräfte in Schutzanzug betreten das KReuzfahrtschiff Ruby Princess
Reuters/NSW Police

Konkret vermuten die Behörden einen Zusammenhang zwischen der „Ruby Princess“ und mehr als 600 Coronavirus-Fällen sowie 15 Toten, darunter auch Passagieren. Zwischen der Regierung Australiens und der des Bundesstaates hat das zu einem Streit über die Verantwortung für das Debakel geführt. Es werde aber auch geprüft, ob die Schiffsbesatzung „transparent“ über die Lage an Bord berichtet habe, hatte Fuller am Wochenende gesagt. Dafür werde die Kommunikationskette überprüft, sagte er am Donnerstag.

Das Schiff hatte am 8. März nach elf Tagen auf See in Sydney angelegt. Die Passagiere durften Tage später dann von Bord gehen – trotz Berichten, dass zuvor mehr als 100 von ihnen während einer Kreuzfahrt um Neuseeland erkrankt seien. In Australien stammen etwa 25 Prozent der bisher mehr als 5.500 bestätigten Coronavirus-Fälle sowie ein Viertel der bisher 30 Toten von Kreuzfahrtschiffen.