Italien fürchtet Überlastung des Gesundheitssystems

Angesichts zunehmender Infektionszahlen wächst in Italien die Sorge wegen einer Überbelastung des Gesundheitssystems im Süden. Dieses werde nicht mehr lange in der Lage sein, die zunehmende Zahl auf den Intensivstationen zu bewältigen. Viele Krankenhäuser seien gezwungen, Nicht-CoV-Patienten abzuweisen.

Der Ärzteverband rief die Regierung auf, einen landesweiten Lockdown wie im März und April zu verhängen, um die Epidemiekurve zu drücken. Ansonsten drohe dem Gesundheitssystem der Kollaps. Regierungsberater Walter Ricciardi forderte einen kompletten Lockdown in Städten wie Mailand und Neapel, die seit Wochen mit zunehmenden Infektionszahlen konfrontiert seien.

Verschärfung in Südtirol

Nachdem Südtirol im Kampf gegen die Pandemie die Anti-CoV-Maßnahmen ausgedehnt hat, könnten auch weitere Regionen bald zur „roten Zone“ mit besonders restriktiven Sicherheitsvorkehrungen erklärt werden. Kampanien, Venetien und Toskana signalisieren eine stark zunehmende Zahl an Neuansteckungen und könnten bald zur „roten Zone“ werden. Besorgniserregend sei die Zahl in den Seniorenheimen, in denen mehrere Infektionsherde gemeldet wurden.

Für vier Millionen italienische Schüler und Schülerinnen begann heute eine Woche mit Fernunterricht. 45 Prozent aller Lehrenden in Italien werden online unterrichten. Das sei wichtig, um Ansteckungsgefahren zu vermeiden und die öffentlichen Verkehrsmittel zu entlasten, verlautete Rom.

In Italien sind gestern 32.616 neue Coronavirus-Infektionen gemeldet worden. Laut Gesundheitsministerium gab es 331 Todesfälle, am Samstag waren es noch 425. Insgesamt stieg die Zahl der Todesopfer seit Ausbruch der Pandemie auf 41.394. Innerhalb von 24 Stunden wurden 191.144 Tests durchgeführt.