Lokalwahlen in Bosnien: Nationalparteien erneut voran

Bei den Lokalwahlen in Bosnien-Herzegowina haben gestern laut den vorläufigen Wahlresultaten der staatlichen Wahlkommission erneut die drei führenden Parteien der Bosniaken, Serben und Kroaten, die SDA, der SNSD und die HDZ BiH, die besten Resultate verbucht. Die Opposition feierte allerdings in Sarajevo und dem serbischen Verwaltungszentrum Banja Luka Erfolge.

Nach Angaben der Wahlkommission nach der Auszählung von gut 54 Prozent der Wahlzettel hat sich SNSD von Milorad Dodik bisher 23 Bürgermeister- und Gemeindevorsteherposten gesichert, die SDA von Bakir Izetbegovic hat 18 Posten und die HDZ BiH 15 Posten; zwei davon wurden im Bündnis mit anderen Parteien errungen.

In der Gemeinde Sarajevo-Zentrum ging der Wahlsieg an das Oppositionsbündnis Vier. Sein Kandidat Srdjan Mandic sicherte sich gut 62 Prozent der Stimmen. Ähnlich ist die Situation in der Gemeinde Sarajevo-Stari Grad.

In Banja Luka, dem Verwaltungszentrum des serbischen Landesteils (Republika Srpska), musste die Partei von Dodik eine Niederlage einstecken. Der Oppositionskandidat Drasko Stanivukovic von der oppositionellen Partei des Demokratischen Fortschritts (PDP) wurde mit knapp 54 Prozent der Stimmen zum neuen Bürgermeister gewählt.

Srebrenica: Zwei Kandidaten behaupten Wahlsieg

In der früheren muslimischen Enklave Srebrenica, in die laut Medienberichten zahlreiche Wähler aus Serbien angereist waren, behaupteten zunächst sowohl der Bosniake Alija Tabakovic von der Initiative „Meine Adresse Srebrenica“ als auch der bisherige serbische Bürgermeister Mladen Grujicic (SNSD), den Urnengang gewonnen zu haben.

Bosnien ist seit dem Krieg 1992–1995 in die beiden Landesteile Republika Srpska und Bosniakisch-kroatische Föderation unterteilt. Die im Krieg entstandenen Nationalparteien SDA, SNSD und HDZ BiH dominieren seit Jahrzehnten das politische Leben ihrer jeweiligen Ethnie.