Bisher kaum Fortschritte durch Impfpflicht

Die von der Bundesregierung eingesetzte Expertenkommission zur Evaluierung der Impfpflicht soll morgen ihren ersten Bericht vorlegen. Auf dieser Basis wollen ÖVP und Grüne dann entscheiden, ob Verstöße ab Mitte März sanktioniert werden.

Derzeit verstößt knapp eine Million Erwachsene gegen die Impfpflicht, wie aus Zahlen des Gesundheitsministeriums hervorgeht. Fortschritte beim Impfen gibt es seit Anfang Februar kaum noch.

Zahl sank durch Infektionswelle

Zwar ist die Zahl der von der Impfpflicht betroffenen Erwachsenen seit Anfang Februar um mehr als 404.000 gesunken – von 1,3 Millionen auf 972.289. Darunter sind allerdings nur 60.765 Personen, die sich seit Februar zusätzlich haben impfen lassen. Deutlich mehr Menschen sind seither aus der Impfpflicht herausgefallen, weil sie sich mit dem Coronavirus infiziert haben: 729.000 Menschen gelten derzeit als genesen, müssen sich also vorerst nicht impfen lassen. Der Rückgang ist also fast ausschließlich auf die hohen Infektionszahlen mit der Omikron-Variante zurückzuführen.

Die meisten Verstöße in Wien

Die Zahlen im Detail: Insgesamt verfügen aktuell drei Viertel der erwachsenen Bevölkerung über ein gültiges Impfzertifikat – knapp 5,69 Millionen Menschen und nur unwesentlich mehr als Anfang Februar (5,63 Millionen). Mehr als verdoppelt hat sich seither die Zahl der Genesenen – von 324.000 auf 729.000.

Somit verstoßen aktuell 13 Prozent der erwachsenen Menschen in Österreich gegen die Impfpflicht. Besonders hoch ist der Anteil in Wien (16 Prozent), Kärnten und Vorarlberg (je 14 Prozent). Oberösterreich liegt mit 13 Prozent im Schnitt, die Steiermark, Salzburg und Niederösterreich mit zwölf Prozent etwas darunter. Am wenigsten Verstöße gegen die Impfpflicht gibt es in Tirol und dem Burgenland mit je elf Prozent.