Briten droht Energiepreisschock im Winter

Auf die Verbraucherinnen und Verbraucher in Großbritannien kommen im Zuge der Energiekrise einem Prognose-Institut zufolge im Winter enorm steigende Kosten zu. Demnach dürfte der staatliche Preisdeckel für die durchschnittliche jährliche Energierechnung im Jänner auf mehr als 4.200 Pfund (rund 5.000 Euro) angehoben werden, ein Plus von 230 Prozent zum Vorjahresmonat. Laut dem Institut Cornwall Insight wird die Verteuerung die Verbraucher in zwei Wellen treffen.

Die erste im Oktober, mit einer an steigende Großhandelspreise orientierten Erhöhung des Preisdeckels um voraussichtlich 82 Prozent auf dann 3.582 Pfund. Die zweite käme im Jänner 2023 auf die Briten zu, die den gedeckelten Durchschnittspreis für Gas und Strom dann auf 4.266 Pfund hieven würde.

Bei den geschätzten Erhöhungen werden auch Änderungen der Kalkulationsmethoden der britischen Regulierungsbehörde OFGEM miteinbezogen, die den Preisdeckel regelmäßig anpasst. Mit der staatlich reglementierten Obergrenze soll der Energiepreisschock für die Verbraucher abgefangen werden. Doch eine Reihe von Energieversorgern musste seit Mitte vorigen Jahres aufgeben, da sie bei rekordhohen Großhandelspreisen und gedeckelten Kundenrechnungen nicht mehr bestehen konnten.

Notenbank befürchtet Inflation von 13 Prozent

Der energiepolitische Sprecher der oppositionellen Labour-Partei, Ed Miliband, nannte die absehbare Erhöhung katastrophal. Die beiden verbliebenen Anwärter auf das Amt des nächsten britischen Premierministers in der Konservativen Partei – Außenministerin Liz Truss und Ex-Finanzminister Rishi Sunak – versprechen Entlastungen für die inflationsgeplagten Haushalte: entweder durch Steuersenkungen oder direkte Unterstützung bei der Begleichung der Stromrechnungen.

Die Notenbank in London befürchtet, dass die britische Wirtschaft in eine tiefe Rezession schlittern und die Inflation noch Richtung 13 Prozent ansteigen wird.