Israel: Mehrere Festnahmen im Westjordanland

Die Armee Israels hat im besetzten Westjordanland nach eigenen Angaben ein hochrangiges Mitglied der militanten Palästinenserorganisation Islamischer Jihad festgenommen. Jahi Saadi werde verdächtigt, an terroristischen Aktivitäten beteiligt gewesen zu sein, teilte das Militär heute mit. Im August war bereits sein Vater, Bassem Saadi, festgenommen worden. Anschließend kam es zu dreitägigen Kämpfen mit dem Islamischen Jihad im Gazastreifen.

Die militante Palästinenserorganisation ist dort besonders aktiv und verübt immer wieder Raketenangriffe auf israelisches Gebiet. Zuletzt war gestern eine Rakete aus dem Küstenstreifen abgefeuert worden. Bekannt hatte sich dazu jedoch zunächst keine Gruppe.

Die Lage in den palästinensischen Gebieten ist seit Monaten sehr angespannt. Nach einer Serie von Anschlägen auf Israelis, die im März begonnen hatte, führt die Armee im besetzten Westjordanland vermehrt Razzien durch. Immer wieder kommt es zu tödlichen Konfrontationen.

22-Jähriger getötet

Bei einem Einsatz bei Bethlehem heute wurde nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums ein 22 Jahre alter Palästinenser getötet, sechs weitere wurden verletzt. In der Stadt wurde ein Generalstreik ausgerufen.

Wie die israelische Armee mitteilte, wurden bei dem Einsatz drei Terrorverdächtige festgenommen. Dabei sollen Steine und Sprengsätze auf die Soldaten geworfen worden seien – die daraufhin auf Verdächtige schossen.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden in diesem Jahr bereits 160 Palästinenser in Zusammenhang mit Militäreinsätzen, bei Zusammenstößen oder eigenen Anschlägen getötet. In Israel und im Westjordanland wiederum wurden in diesem Jahr 31 Zivilisten und Sicherheitskräfte bei Anschlägen getötet.