Druckabfall in Raumfrachter: Russland verschiebt Flug zur ISS

Nach einem Druckabfall im Kühlsystem eines Raumfrachters hat Russland den für 20. Februar geplanten Raketenstart zur Internationalen Raumstation (ISS) auf Anfang März verschoben. Erst müsse die Ursache feststehen, teilte die Raumfahrtbehörde Roskosmos gestern der Agentur TASS zufolge mit. Der seit Oktober an der ISS befestige Raumfrachter Progress MS-21 hat demnach ein Leck.

Zuvor war bereits an der ebenfalls an der ISS befestigten Raumfähre Sojus MS-22 ein Leck entdeckt worden. Beide Fälle ähnelten sich, sagte der Chef des russischen bemannten Raumfahrtprogramms, Sergej Krikaljow. „Das Wichtigste ist, dass wir sicherstellen, dass es sich nicht um einen systematischen Fehler handelt.“

Russland will eigene Raumstation

Das Leck an der Sojus MS-22 hatte dazu geführt, dass die Raumkapsel nicht ausreichend gekühlt werden kann. Um die Kosmonauten beim Rückflug nicht zu gefährden, hatte Roskosmos entschieden, die Fähre unbemannt zur Erde zu schicken – und die Raumfahrer stattdessen mit dem Nachfolgeschiff Sojus MS-23 zurückzubringen. Dieses sollte dazu eigentlich am 20. Februar unbemannt von Baikonur aus zur ISS fliegen.

Leben und Gesundheit der ISS-Besatzung seien nicht gefährdet, sagte Roskosmos-Chef Juri Borissow. Obwohl sich die Schäden an beiden Schiffen gleichen würden, könnten die Gründe unterschiedlich sein. Ungeachtet andauernder Probleme an der ISS hält Russland an seinen Plänen für den Bau einer eigenen Orbitalstation fest – auch wegen der Spannungen mit den westlichen Partnern infolge des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine.