Biden zu Fall Gershkovich: „Lasst ihn frei“

US-Präsident Joe Biden hat Russland aufgerufen, einen dort inhaftierten amerikanischen Journalisten freizulassen. „Lasst ihn frei“, sagte Biden gestern in Washington an die Adresse Russlands. Der Demokrat reagierte damit auf die Frage eines Reporters, was seine Botschaft an Moskau in Bezug auf den Fall sei.

Wegen angeblicher Spionage für die USA hatte ein Gericht in Moskau gestern Haftbefehl gegen den amerikanischen Reporter Evan Gershkovich erlassen. Der Journalist des „Wall Street Journals“ hatte auch zu Russlands Krieg gegen die Ukraine recherchiert. Er sei zunächst bis 29. Mai in Untersuchungshaft, teilte das Gericht mit.

Dem 1991 geborenen Gershkovich drohen bei einer Verurteilung bis zu 20 Jahre Haft. Das „Wall Street Journal“ wies die Vorwürfe gegen seinen Mitarbeiter zurück. Das Weiße Haus nannte die Spionagevorwürfe lächerlich und verurteilte die Inhaftierung Gershkovichs scharf.

Offener Brief an russischen Botschafter

Auch Vertreter von Medien und Presserechtsorganisationen verschiedener Länder forderten Russland zur Freilassung auf. „Gershkovich ist ein Journalist, kein Spion, und er sollte sofort und ohne Bedingungen freigelassen werden“, hieß es in einem offenen Brief, der von der Nichtregierungsorganisation Committee to Protect Journalists veröffentlicht wurde und der an den russischen Botschafter in Washington gerichtet war.

Der Brief war von 38 Vertretern renommierter internationaler Medien wie der „New York Times“, der britischen BBC, Associated Press und Agence France-Presse unterschrieben worden. Zu den Unterzeichnerinnen und Unterzeichnern gehörten auch Organisationen wie PEN America und das International Press Institute, die sich für Pressefreiheit einsetzen.