Gewerkschaft stellt bei US-Autobauern Weichen für Streik

Im festgefahrenen Tarifstreit bei den Autokonzernen General Motors, Ford und Stellantis in den USA ruft die Gewerkschaft UAW die Beschäftigten zu einem Votum über einen Streik auf. Die Abstimmung laufe bis zum 24. August, teilte die Gewerkschaft United Auto Workers (UAW) gestern (Ortszeit) mit. Bei den Verhandlungen habe es bisher kaum Fortschritte gegeben, sagte UAW-Chef Shawn Fain in einer digitalen Mitgliederversammlung.

Ein Ja zum Arbeitskampf zeige den Arbeitgebern, „dass wir den Mist und Schrott satthaben, mit dem sie uns abspeisen wollen“. Ob es zum Streik komme, liege dann bei den Unternehmen.

40 Prozent mehr Geld in 40 Jahren gefordert

Die UAW fordert für die 150.000 Beschäftigten bei den „Big Three“ 40 Prozent mehr Geld über einen Zeitraum von vier Jahren, die Abschaffung eines gestaffelten Lohnsystems und Tarifverträge für die Mitarbeitenden von Batteriewerken. Die Autokonzerne hatten erklärt, sie strebten eine Einigung an, die den Arbeitnehmern gerecht werde und zugleich Flexibilität biete im Umschwung von Verbrenner- und Elektroautos.

Analysten taxierten die Wahrscheinlichkeit eines Streiks auf mehr als 50 Prozent. Nach Schätzung der Deutschen Bank kostet ein Ausstand jeden Autobauer 400 bis 500 Mio. Dollar (366 bis 458 Mio. Euro) pro Woche.

Die Gewerkschaft argumentierte, nach insgesamt 250 Mrd. Dollar Gewinn in den letzten zehn Jahren könnten sich die Konzerne die Lohnerhöhungen leisten. Die UAW hat nach eigenen Angaben mehr als 825 Mio. Dollar in der Streikkasse und würde jedem Mitglied 500 Dollar pro Woche auszahlen bei einem Arbeitskampf.