Ägypten: Errichten keine Lager für Palästinenser

Ägypten hat Berichte über die Errichtung eines Lagers zur Unterbringung von Palästinensern und Palästinenserinnen zurückgewiesen. Kairo sei gegen eine Vertreibung von Palästinensern und auch gegen das freiwillige Verlassen des Gazastreifens, teilte der Leiter des Staatsinformationsdienstes (SIS), Diaa Raschwan, mit.

Ägypten habe aber schon lange vor Beginn des israelischen Militäreinsatzes in dem Küstenstreifen auf seiner Grenzseite eine Pufferzone und Zäune gebaut, hieß es in einer gestern Abend veröffentlichten Erklärung weiter.

Israels Armee bereitet derzeit eine Offensive auf die Stadt Rafah in der Nähe der ägyptischen Grenze vor. Dort lebten vor Kriegsbeginn etwa 300.000 Menschen, inzwischen halten sich dort etwa 1,3 Millionen Zivilisten auf.

Berichte über angelaufene Arbeiten

Aus ägyptischen Sicherheitskreisen hatte die dpa zuvor erfahren, dass das Land nahe seiner Grenze zum Gazastreifen eine Pufferzone zur Unterbringung von bis zu 100.000 Palästinensern in Gebäuden und Zelten einrichten lasse. Um den Bereich herum solle eine Mauer errichtet werden. Die Arbeiten hätten vor etwa zwei Monaten begonnen.

Auch die in London ansässige Sinai Foundation for Human Rights berichtete von der Errichtung einer solchen Pufferzone nahe der Grenze. Bei den Bauarbeiten solle ein abgesperrter Bereich zur Unterbringung von Flüchtlingen entstehen, umgeben von einer sieben Meter hohen Mauer. Das „Wall Street Journal“ hatte am Donnerstag von Plänen Ägyptens berichtet, an der Grenze zum Gazastreifen ein riesiges Auffanglager für palästinensische Flüchtlinge einzurichten.