Weltkarte zeigt am Coronavirus erkrankte Personen
ORF.at
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Coronavirus: Daten-Updates und Quellen

Wann werden die ORF.at-Grafiken zur Coronavirus-Epidemie aktualisiert? Wo kommen die Daten her, und was ist in ihnen zu sehen? Erfahren Sie mehr.

Hinweis: Derzeit sind für den Bezirk Südoststeiermark keine Daten verfügbar. Eine Anfrage bei der AGES läuft.

Aktuelles Update-Schema

Berichtstag, vormittags (kein genauer Update-Zeitpunkt):

  • Testungen
  • aktive Fälle auf Normalstation
  • aktive Fälle auf Intensivstation

Berichtstag bis zum jeweiligen Zeitstempel der letzten Aktualisierung:

  • laborbestätigte Fälle (früher: positiv Getestete)
  • aktive Fälle (inkl. Spital)
  • genesene Fälle
  • verstorbene Fälle

Um die Lage besser verständlich zu machen, werden, wo es sinnvoll bzw. möglich ist, in den Informationsfeldern auf Österreich-Ebene ab 27.10. zusätzlich zu den aktuellsten Zahlen des laufenden Tages noch die Vergleichszahlen des Vortages angezeigt, die weitestgehend mit der Zahlenmeldung der Ministerien übereinstimmen sollten.

Eine Anzeige der gewohnten 24-Stunden-Vergleichswerte ist derzeit in Arbeit, sie werden von nachgeliefert, sobald die AGES sie aus dem EMS exportiert.

Die 7-Tage-Inzidenz wird über die letzten vollständigen Berichtstage berechnet. Der angebrochene Berichtstag fließt noch nicht in die Berechnung ein.

1. Update-Zeitpunkt: 14.00 Uhr

Bisher hat ORF.at die Daten eines Tages und damit auch die meisten Grafiken immer um 23.00 Uhr vervollständigt. Die neuen Dateien der AGES werden immer um 14.00 Uhr ausgeliefert. Dann werden die Verlaufskurven für den Vortag vervollständigt und der Tagesvergleich der wichtigsten Kennzahlen aktualisiert. Ausnahme ist die Zahl der „laborbestätigten Fälle“ (Siehe Punkt 2.).

Die stündlichen Updates der positiv Getesteten gibt es im neuen Datenpaket nicht mehr.

Je nach Datenlage kann es nach 14.00 Uhr zu Nachlieferungen kommen, diese werden im Zeitstempel angezeigt.

2. „Positiv Getestete“: Labordiagnosedatum statt Datenbank-Einmeldedatum

Hinweis: Derzeit zeigt das Dashboard als Vergleichswert für die „laborbestätigten Fälle“ nur die Zahl von 0.00 bis 13.00 Uhr des aktuellen Tages an. Die Fälle von 13.00 bis 23.00 Uhr des Vortages werden dem Vortag zugeschlagen. Wir arbeiten gemeinsam mit der AGES an einer Lösung, damit ein echter Vergleich von 13.00 auf 13.00 Uhr gezeigt werden kann.

Im alten offiziellen Dashboard wurden die „positiv Getesteten“ an dem Tag gezählt, an dem die Fälle von Labors und regionalen Gesundheitsbehörden fertig verarbeitet und ins System eingemeldet worden sind. Das hat dazu geführt, dass an Wochenenden sehr wenige und an Montagen immer sehr viele Fälle auf einmal gemeldet wurden. Die daraus entstandenen Kurven zeigten eher die Labortätigkeit als den tatsächlichen Verlauf der Epidemie.

Nun werden die positiv getesteten Personen nach dem tatsächlichen Labordiagnosedatum als „laborbestätigte Fälle“ in den Verlauf des Zeitstrahls geschrieben. Das bedeutet, dass ein Fall, der am Montag in die Datenbank geschrieben wurde, als Diagnosedatum den Samstag haben kann – und dann auch am Samstag gezählt wird. Die neue Verlaufsgrafik, die so entsteht, ist eine epidemiologische Kurve, die den tatsächlichen Verlauf der Epidemie wesentlich genauer abbildet als das bisherige Verfahren. Die Kurve verändert sich über die vergangenen Tage auch mit jedem Update – anders als die bisherige Meldekurve.

Säulengrafik über die neue Zählweise
Grafik: ORF.at; Quelle: AGES
Die an einem Tag ins EMS gemeldeten Fälle werden nun nach Diagnosedatum auf die einzelnen Epidemietage verteilt

Damit ist die Veränderung über die vergangenen sieben Tage pro 100.000 Einwohner eine bessere Kennzahl zum Einschätzen des Epidemieverlaufs als die tägliche Veränderung der laborbestätigten Fälle.

3. Andere Definition führt zu höheren Verstorbenenzahlen

Die Zahl der Verstorbenen wurde auf die Definition der WHO normiert, was gegenüber der früher im Epidemiologischen Meldesystem (EMS) registrierten Verstorbenenzahl zu höheren Angaben führen wird. Im EMS wurde ein Verstorbener nur dann als Covid-19-Toter geführt, wenn er nach amtsärztlicher Bestätigung ausdrücklich an Covid-19 verstorben ist. Die WHO zählt einen Fall als Covid-19-Toten, wenn sich der betroffene Patient noch nicht vollständig von Covid-19 erholt hatte und er nicht eindeutig an einer anderen Todesursache verstarb. Die neue Definition wirkt sich auf den gesamten dargestellten Zeitverlauf aus.

4. Höhere Zahl der aktiven Fälle

Die bisherige Zahl der aktiven Fälle wurde immer direkt von den Bundesländern kommuniziert.

Die neuen Daten zu positiv Getesteten und Genesenen werden dagegen direkt aus dem EMS heraus veröffentlicht. Daraus ergibt sich ein um rund 2.000 Fälle höherer Stand bei den aktiven Fällen als bisher, da die Genesenen erst mit Zeitverzögerung ins EMS eingemeldet werden.

Die exakten Definitionen der Datenfelder sind im Begleitdokument zum AGES-Dashboard zu finden.

5. Bundeslandstatistiken

Die neuen Daten ermöglichen eine zuverlässige Darstellung der wichtigsten Zahlen auf Bundeslandebene.

Beispielbild interaktive Infografik mit einem ausgewählten Parameter.
ORF.at

Tipp: Durch Klick/Tipp auf die Legende der Kurvengrafik können einzelne Verläufe ein- und ausgeblendet werden.

6. Verlaufskurve des Verhältnisses der Positiven zu den gemeldeten Tests (Test Positivity Rate)

Die neue Grafik zeigt den Verlauf des Verhältnisses von positiven Tests zu den Tests insgesamt in Prozent, die „Test Positivity Rate“. Da die Anzahl der gemeldeten Fälle oft erheblichen Schwankungen unterliegt – beispielsweise werden am Wochenende weniger Tests ausgewertet als wochentags –, folgt ORF.at bei der Berechnung der Vorgehensweise der Johns Hopkins University: Es wird von den Fallzahlen der Tests und Positiven der jeweils vergangenen sieben Tage der arithmetische Mittelwert errechnet und daraus täglich der Prozentanteil der Positiven an den gemeldeten Tests ermittelt.

Häufig gestellte Fragen

Warum weisen die AGES-Daten sehr viel niedrigere Zahlen für Genesene (und damit sehr viel höhere Zahlen für die aktiven Fälle) aus als die Ministeriumsmeldungen?

Bei sehr starkem und schnellen Anstieg der positiv Getesteten können aufgrund von Kapazitätsproblemen Engpässe bei der Einmeldung der Genesenen auftreten.

Wird auch die Zahl der durchgeführten Antigentests in die Teststatistik eingemeldet?

Laut Auskunft der AGES vom 23.10.2020 noch nicht. Bisher werden nur PCR-Tests erfasst und auch von ihnen nicht alle, die negativ ausgefallen sind.

Warum ist Österreich nicht mehr in der internationalen Tabelle vorhanden?

Die internationale Tabelle speist sich aus dem Bestand der Johns-Hopkins-Universität und zeigt alle Daten mindestens um einen Tag zeitverzögert an. Da sich viele Nutzer darüber beschwert haben, dass dies zu anderen Werten als jenen aus den AGES-Systemen geführt hat, wurde Österreich aus der internationalen Tabelle entfernt.

Warum zeigen die Bezirkstabelle und Bezirkskarte mit den Werten über die vergangenen sieben Tage manchmal negative Zahlen an? bzw. An welchem Ort werden positiv Getestete eigentlich gezählt?

Laut Gesundheitsministerium werden Menschen, die an einem bestimmten Ort in Österreich positiv gestestet wurden, zuallererst dort gezählt. Das gilt auch für Touristen aus dem Ausland. Wenn in Österreich ansässige Menschen an einem Urlaubsort in Österreich positiv getestet werden, dann werden sie zunächst dort gezählt, später aber an ihrem Heimatort, wobei die positive Meldung am Urlaubsort wieder abgezogen wird.

Auch bei Touristen aus dem Ausland ist das der Fall. Das Gesundheitsministerium spricht in diesem Zusammenhang von Datenbereinigungen. Die negativen Werte tauchen dann auf, wenn in einem Bezirk mehr solcher Fälle abgezogen werden, als neue hinzukommen. Da es sich um ein verwaltungstechnisches Phänomen handelt, werden Bezirke mit vorübergehend negativen Werten auf der Karte neutral dargestellt.

Warum werden in den Verlaufsgrafiken von ORF.at andere Fallzahlen der täglichen Neuinfektionen angezeigt als in der epidemiologischen Kurve auf dem AGES-Dashboard?

Die Epi-Kurve im Dashboard der AGES zeigt andere Werte an, weil sie einen anderen Zweck erfüllt: Sie dient in erster Linie zur Berechnung der epidemiologischen Parameter wie der Effektiven Reproduktionszahl. Um diese berechnen zu können, ist es wichtig, den Zeitpunkt der individuellen Erkrankung möglichst genau zu erfassen.

Während die tägliche Statistik in den Verlaufskurven von ORF.at zeigt, wie viele Tests an jedem Tag neu positiv ins EMS eingetragen wurden, zeigt die Epi-Kurve, wann ein Patient die ersten Symptome der Krankheit verspürt hat (so diese Information verfügbar ist). Jene Fälle, die an einem bestimmten Tag erfasst werden, werden also in der Epi-Kurve an verschiedenen Tagen der vergangenen Woche auftauchen.

Die Verlaufskurven, die ORF.at anzeigt, zeigen gewissermaßen tägliche Schnappschüsse der Testungen, die es erlauben, den Verlauf der aktuellen Epidemiewelle ungefähr nachzuverfolgen. Die Epi-Kurve ist dagegen der Versuch, im Nachhinein ein möglichst genaues Bild der Epidemie zu erhalten. Dieses Bild aber ist dynamisch, weil ständig neue Fälle nachdatiert werden.

Die Weltkarte und der internationale Vergleich ausgewählter Sterblichkeitsraten werden einmal täglich nachts aus dem Datenbestand der Johns-Hopkins-Universität aktualisiert. Es gilt der jeweilige Zeitstempel.

Datenquellen

Die Zahlen zu den positiv Getesteten, Genesenen, Verstorbenen, Hospitalisierten und Intensivpatienten sowie der Gesamtzahl der Tests stammten bis 27.4. von der Website des Gesundheitsministeriums.

Die Zahlen zu Fällen im Spital bzw. auf der Intensivstation werden einmal täglich am frühen Vormittag von den Landessanitätsdirektionen an das Gesundheitsministerium gemeldet. Die Gesamtzahl der ausgeführten Tests wird ebenfalls von den Landessanitätsdirektionen einmal täglich am frühen Vormittag an das Gesundheitsministerium übermittelt und von diesem auf seiner Website und auf dem offiziellen Dashboard veröffentlicht.

Logo von data.gv.at
data.gv.at

Ausgewählte Daten können über das Open-Data-Portal des Bundes und über das Dashboard der AGES heruntergeladen werden.

Die AGES stellt ORF.at derzeit einmal pro Woche die Ergebnisse einer Modellrechnung zur Ermittlung der Reproduktionszahl zur Verfügung. Die Ergebnisse werden freitags veröffentlicht.

Für die Weltkarte und internationale Tabellen und Vergleichsgrafiken greift ORF.at auf die täglichen Veröffentlichungen der Johns-Hopkins-Universität zurück. Die Daten werden in der Regel einmal am Tag zusammengefasst mit einem Tag Verzögerung ausgespielt. Die Daten werden mit 6.10. über das Aggregationsprojekt Covid19 Data Hub (Guidotti, E., Ardia, D., (2020), „COVID-19 Data Hub“) bezogen.

Zu beachten ist dabei, dass Datenlage und Definitionen in den verschiedenen Nationalstaaten nicht normiert sind.