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Coronavirus: Daten-Updates und Quellen

Wann werden die ORF.at-Grafiken zur Coronavirus-Epidemie aktualisiert? Wo kommen die Daten her, und was ist in ihnen zu sehen? Erfahren Sie mehr.

Einstellung der Morgenmeldungen mit 13. September 2022

Laut Mitteilung des Gesundheitsministeriums werden sowohl der täglich um 8.00 Uhr veröffentlichte Fallzahlenauszug aus dem Epidemiologischen Meldesystem (EMS) als auch die meistens vormittags publizierte Datenmeldung der Bundesländer aus dem Krisenstab mit 13. September 2022 nicht mehr bereitgestellt. Es bleibt der von der AGES ab 14.00 Uhr veröffentlichte Datensatz als einheitliche Quelle für die österreichischen Covid-19-Statistiken.

Laut einer Mitteilung des Gesundheitsministeriums gegenüber ORF.at wird die AGES mit der Datenlieferung zum 13. September 2022 eine umfangreiche Korrektur der Fallzahlen vornehmen.

Gegen Ende September 2022 wird die Impfstatistik nicht mehr vom Gesundheitsministerium, sondern von den IT-Services der Sozialversicherung (ITSV) verwaltet und ausgespielt werden. Im Rahmen dieser Umstellung wird der Datensatz über die Impfdosenlogistik in den Bundesländern nicht mehr veröffentlicht. Die Grafik „Impfdosen in den Bundesländern“ muss damit eingestellt werden.

Die Bevölkerungszahlen zur Grundlage der Berechnung der Prozentanteile der Geimpften werden künftig vierteljährlich anhand der Meldungen der Statistik Austria aktualisiert.

Vergleichbarkeit von Daten im Zeitverlauf

Bitte beachten Sie beim Vergleich der Anzahl laborbestätigter Fälle im Zeitverlauf, dass die Regierung die Teststrategie geändert hat. So wurde mit 1. April 2022 die Anzahl der gratis verfügbaren PCR-Tests sowie der kostenlosen Antigen-Heimtests auf jeweils fünf pro Monat beschränkt. Mit 1. Juni 2022 wurden die PCR-Tests in Schulen ausgesetzt.

Ein direkter Vergleich der BA.2- mit der BA.5-Welle ausschließlich anhand der 7-Tage-Inzidenz ist also wegen der geänderten Rahmenbedingungen im Testregime nur eingeschränkt aussagekräftig. Die Zahl der laborbestätigten Fälle ist aber auch in der BA.5-Welle und in Zukunft ein wichtiger Hinweisgeber darauf, wie sich die Pandemie entwickelt.

Nachmeldung von Verstorbenen

Am 20. April 2022 kam es laut Mitteilung des Gesundheitsministeriums zu einer Nachmeldung von rund 3.100 Covid-19-Todesfällen in das EMS. Die Todesfälle waren laut Ministerium bereits im EMS erfasst, aber noch nicht mit dem jeweils korrekten Sterbedatum versehen. Das geschieht im Rahmen eines jährlichen Abgleichs des EMS mit der Todesursachenstatistik der Statistik Austria.

Laut Ministerium sind die nachgemeldeten Todesfälle auch in der Todesursachenstatistik der Statistik Austria schon bisher geführt worden. Sie umfassten Todesfälle mit Covid-19 als Grundleiden oder als Begleiterkrankung, die aufgrund einer Meldeverzögerung noch nicht im EMS erfasst waren.

Es gilt für die Nachmeldung die auch bisher bei den AGES-Daten übliche Definition eines Covid-19-Todes: ein laborbestätigter Fall von Covid-19 mit Ausgang Tod, wobei zwischen Status „Erkrankung“ und Status „Tod“ der Status „Genesen/Geheilt“ nicht vorgelegen ist.

Testdaten

Seit dem 4. Jänner 2021 differenziert das Gesundheitsministerium auf seiner Website zwischen PCR-Tests und Antigen-Tests. Mit 13. Jänner wurde über das offizielle Dashboard die Summe aus PCR- und Antigen-Tests an ORF.at übertragen, was eine starke Steigerung der Testzahlen zur Folge hatte.

Die angezeigten Testdaten umfassen die folgenden beiden Arten von Tests:

  • Die Zahl der behördlich angebotenen PCR-Tests. Die Daten dafür werden großteils von den durchführenden Laboren gemeldet.
  • Die Zahl der behördlich angebotenen Antigen-Tests sowie Antigen-Tests aus dem niedergelassenen Bereich.

Bei privaten Dienstleistern ohne behördliche Anordnung durchgeführte Tests fließen nicht in die Statistik ein.

Korrektur der genesenen Fälle

Am 28. Dezember 2020 haben AGES und Gesundheitsministerium jene genesenen Fälle nachgeliefert, die während mehrerer Wochen von den lokalen Gesundheitsbehörden wegen deren starker Belastung in der zweiten CoV-Welle im Herbst 2020 nicht mehr ins EMS eingetragen wurden. Die Anzahl der genesenen Fälle erhöhte sich mit der Datenlieferung an diesem Datum einmalig um rund 53.000 Personen.

Da es weiterhin zu erheblichen Verzögerungen bei der Einmeldung von genesenen Fällen durch die Bundesländer ins EMS kommt, stellt das EMS Fälle, die 21 Tage nach dem Diagnosedatum nicht verstorben bzw. stationär im Krankenhaus behandelt werden, automatisch auf „genesen“. Dadurch können sich Unterschiede in den Zahlen der Genesenen und der aktiven Fälle im Vergleich zu den Morgenmeldungen der Ministerien ergeben.

Genesene und aktive Fälle in Wien

In Wien ist die Übertragung der Genesenen aus dem städtischen epidemiologischen Meldesystem ins zentrale EMS ausgefallen. Die Stadt Wien erklärt erkrankte Menschen unter folgenden Umständen für genesen: Asymptomatische Fälle werden nach zehn Tagen für genesen erklärt, symptomatische 48 Stunden nach Symptomende. Das kann im Abschwung einer Epidemiephase dazu führen, dass die Zahl der aktiven Fälle, die von der Zahl der genesenen Fälle abhängt, im EMS langsamer zurückgeht als in der offiziellen Statistik der Stadt Wien, da auch die große Zahl der Asymptomatischen erst 21 Tage nach Registrierung im EMS für genesen erklärt wird. Mit der Datenlieferung vom 17.2.2022 wurde diese Frist von 21 auf 14 Tage verkürzt.

EpiDiff zeigt Verteilung neuer Fälle

Zum 11. November 2020 zeigt ORF.at die Tagesdifferenz bei den laborbestätigten Fällen, den Verstorbenen und den genesenen Fällen an – und wie sich die neu gemeldeten Fälle auf die vergangenen Epidemietage verteilen.

Jeden Tag wird eine bestimmte Zahl von Fällen neu ins EMS eingemeldet. Diese Zahl wird am Vormittag von den Ministerien gemeldet. Die meisten dieser Fälle werden auf den abgelaufenen Tag gebucht, viele der neu gemeldeten Fälle haben aber ein älteres Diagnosedatum. Diese älteren Fälle werden von der AGES auf das jeweilige Diagnosedatum gebucht, im Kalender rückdatiert und gegen 14.00 Uhr veröffentlicht.

Die neue Grafik „Verteilung neuer Fälle über die letzten Tage“, auch „EpiDiff“ genannt, zeigt das Ergebnis dieses Vorgangs. Weil sich jeden Tag auch die vergangenen Tageswerte ändern, wird auch täglich die 7-Tage-Inzidenz inklusive der rückdatierten Fälle neu berechnet. Bei sehr dynamischem Epidemiegeschehen ist es üblich, dass die Ministeriumszahlen und jene im EMS aufgrund verschiedener Abfragezeitpunkte voneinander abweichen.

Nachmeldungen und Datenstaus im EMS sind normal. Epidemiedaten sind keine Sensordaten wie Temperaturwerte, sondern sie hängen von Faktoren wie den Verarbeitungskapazitäten der lokalen Gesundheitsbehörden und Labors ab. Es ist sinnvoll, die 7-Tage-Inzidenz als Leitwert zur Einschätzung der Situation zu verwenden.

Mit 2. November 2020 hat die AGES auf ein neues Berichtsschema umgestellt. Der bisher übermittelte „Rumpftag“ von 0.00 bis 14.00 Uhr entfällt. Damit zeigen alle Werte die Zahlen vom Vortag – wie die Meldung der Ministerien. Da sich die Daten ebenso wie die Meldung der Ministerien entweder ganz (laborbestätigte Fälle) oder überwiegend (Tests und Daten zu Krankenbettenbelegung werden jeweils früh am Tag gemeldet) auf die Entwicklung am Vortag beziehen, werden sie in den Verlaufskurven auf dessen Datum geschrieben. Beispiel: Am 2. eines Monats treffen die Daten für den 1. ein und werden auf den 1. gebucht.

Wesentlicher Unterschied zu den Ministeriumsmeldungen: Laborbestätigte Fälle, Tote etc. werden nicht zum Meldezeitpunkt dargestellt, sondern zum Diagnose- bzw. Sterbedatum. Die 7-Tage-Inzidenz und die 7-Tage-Fallzahlenvergleiche sind wegen dieser Rückdatierungen aussagekräftiger als die reinen Tagesvergleiche.

Definitionen und Update-Zeitpunkte

Die exakten Definitionen für die einzelnen Daten sowie deren Update-Rhythmen sind dem Begleitdokument der AGES zum Dashboard zu entnehmen.

Update-Zeitpunkt des Datenpakets: Täglich zwischen 14.00 Uhr und 18.00 Uhr

Die AGES-Daten werden am Vormittag noch um doppelte Einträge und Fehler bereinigt. Außerdem müssen die aktuellen Zahlen zur Belegung der Krankenhausbetten eingetragen werden. Die Daten werden dann in der Regel zwischen 14.00 Uhr und 18.00 Uhr ausgeliefert und auf der Coronavirus-Statistikübersicht von ORF.at dargestellt.

Je nach Datenlage kann es auch später am Tag zu Nachlieferungen kommen, diese Änderungen werden im Zeitstempel angezeigt.

Laborbestätigte Fälle: Labordiagnosedatum statt Datenbankeinmeldedatum

Im alten offiziellen Dashboard wurden die laborbestätigten Fälle an dem Tag gezählt, an dem die Fälle von Labors und regionalen Gesundheitsbehörden fertig verarbeitet und ins System eingemeldet wurden. Das hat dazu geführt, dass an Wochenenden sehr wenige und an Montagen immer sehr viele Fälle auf einmal gemeldet wurden. Die daraus entstandenen Kurven zeigten eher die Labortätigkeit als den tatsächlichen Verlauf der Epidemie.

Nun werden die positiven Fälle nach dem tatsächlichen Labordiagnosedatum als laborbestätigte Fälle in den Verlauf des Zeitstrahls geschrieben. Das bedeutet, dass ein Fall, der am Montag in die Datenbank geschrieben wurde, als Diagnosedatum den Samstag haben kann – und dann auch am Samstag gezählt wird. Die neue Verlaufsgrafik, die so entsteht, ist eine epidemiologische Kurve, die den tatsächlichen Verlauf der Epidemie wesentlich genauer abbildet als das bisherige Verfahren. Die Kurve verändert sich über die vergangenen Tage auch mit jedem Update – anders als die bisherige Meldekurve.

Säulengrafik über die neue Zählweise
Grafik: ORF.at; Quelle: AGES
Die an einem Tag ins EMS gemeldeten Fälle werden nun nach Diagnosedatum auf die einzelnen Epidemietage verteilt

Damit ist die Veränderung über die vergangenen sieben Tage pro 100.000 Einwohner eine bessere Kennzahl zum Einschätzen des Epidemieverlaufs als die tägliche Veränderung der laborbestätigten Fälle.

Um das Verfahren besser verstehen zu können, zeigt eine Vergleichsgrafik „Verteilung neuer Fälle über die letzten Tage“ das Vorgehen im Detail.

In Österreich ist in der zweiten Welle der Pandemie in der Altersgruppe ab 65 eine massive Übersterblichkeit festzustellen, die auf Covid-19 zurückzuführen ist – mehr dazu im Mortalitätsmonitoring der Landesstatistik Wien.

Die exakten Definitionen der Datenfelder sind im Begleitdokument zum AGES-Dashboard zu finden.

Verlaufskurve des Verhältnisses der Positiven zu den gemeldeten Tests (Test Positivity Rate)

Die Grafik zeigt den Verlauf des Verhältnisses von positiven Tests zu den Tests insgesamt in Prozent, die „Test Positivity Rate“. Da die Anzahl der gemeldeten Fälle oft erheblichen Schwankungen unterliegt – beispielsweise werden am Wochenende weniger Tests ausgewertet als wochentags –, folgt ORF.at bei der Berechnung der Vorgehensweise der Johns Hopkins University: Es wird von den Fallzahlen der Tests und Positiven der jeweils vergangenen sieben Tage der arithmetische Mittelwert errechnet und daraus täglich der Prozentanteil der Positiven an den gemeldeten Tests ermittelt.

Derzeit werden negative Antigen-Tests wie jene aus den Massentestaktionen und Tests aus Apotheken nicht von der zentralen Teststatistik erfasst. Die Positivitätsrate bezieht sich daher auf die registrierten PCR-Tests.

Häufig gestellte Fragen

Zeigt die Epikurve betroffene Menschen oder einzelne Fälle? Bei den laborbestätigten Fällen und den genesenen Fällen werden jeweils die Infektionen und Genesungsvorgänge gezählt. Beispiel: Jemand, der sich 2020 mit der Urvariante des Coronavirus angesteckt hat und 2022 dann nochmals mit der Omikron-Variante, wird jeweils zweimal in der Kurve der laborbestätigten Fälle und der genesenen Fälle auftauchen. Eine Datei, die anzeigen würde, wie viele Menschen mindestens einmal mit dem Coronavirus infiziert bzw. genesen sind, wird derzeit (Stand: Februar 2022) nicht von den zuständigen Behörden zur Verfügung gestellt und kann deshalb auch nicht angezeigt werden.

Warum unterscheidet sich die Zahl der Verstorbenen (Positiven, usw.) auf der Website meines Bundeslands von der auf dem offiziellen Dashboard der AGES bzw. ORF.at?

Die meisten Bundesländer betreiben eigene epidemiologische Meldesysteme, die sie selbst in ihrer Arbeit priorisieren. Teilweise kommt es daher zu Verzögerungen bei den gesetzlich vorgeschriebenen Einmeldungen ins Epidemiologische Meldesystem (EMS), aus dem sich das offizielle Dashboard der AGES und ORF.at speisen. Bedauerlicherweise bietet derzeit kein einziges Bundesland maschinenlesbare Epidemiedaten an, die an dieser Stelle weiterverarbeitet werden könnten.

Warum zeigen die Bezirkstabelle und Bezirkskarte mit den Werten über die vergangenen sieben Tage manchmal negative Zahlen an? bzw. An welchem Ort werden positiv Getestete eigentlich gezählt?

Laut Gesundheitsministerium werden Menschen, die an einem bestimmten Ort in Österreich positiv gestestet wurden, zuallererst dort gezählt. Das gilt auch für Touristen aus dem Ausland. Wenn in Österreich ansässige Menschen an einem Urlaubsort in Österreich positiv getestet werden, dann werden sie zunächst dort gezählt, später aber an ihrem Heimatort, wobei die positive Meldung am Urlaubsort wieder abgezogen wird.

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data.gv.at

Die Covid-19-Daten für Österreich können über das Open-Data-Portal des Bundes und über das Dashboard der AGES heruntergeladen werden.

Auch bei Touristen aus dem Ausland ist das der Fall. Das Gesundheitsministerium spricht in diesem Zusammenhang von Datenbereinigungen. Die negativen Werte tauchen dann auf, wenn in einem Bezirk mehr solcher Fälle abgezogen werden, als neue hinzukommen. Da es sich um ein verwaltungstechnisches Phänomen handelt, werden Bezirke mit vorübergehend negativen Werten auf der Karte neutral dargestellt.

Datenquelle international

Die internationalen Daten werden einmal wöchentlich von der EU-Behörde European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) übertragen. Zu beachten ist dabei, dass Datenlage und Definitionen in den verschiedenen Nationalstaaten nicht normiert sind.