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Coronavirus: Daten-Updates und Quellen

Wann werden die ORF.at-Grafiken zur Coronavirus-Epidemie aktualisiert? Wo kommen die Daten her, und was ist in ihnen zu sehen? Erfahren Sie mehr.

Spitalsbelegung aus Krisenstabsdaten

Ab dem 13. April 2021 werden die Grafiken zur Belegung der Intensiv- und Normalbetten mit aktiven Covid-19-Patientinnen und -Patienten nicht mehr aus dem Datensatz des AGES-Dashboards übernommen, sondern aus dem Datensatz des nationalen Krisenstabs. Grund dafür ist die Aktualität. In den AGES-Daten werden die Spitalsinformationen immer vom Morgen des Vortags gezeigt, im Datensatz des Krisenstabs sind die Zahlen des aktuellen Tags enthalten.

Um die Umstellung auf den Datensatz aus dem Krisenstab zu verdeutlichen, wurden die beiden Grafiken aus dem Kontext des AGES-Datensatzes herausgelöst und in den Bereich „Morgenmeldung“ verschoben.

Im Menüpunkt „Österreich“ und in den Verlaufsgraphen werden weiterhin die Zahlen der AGES verwendet, weil diese den größeren Zeitraum der Pandemie abdecken. Aufgrund der verschiedenen Abfragezeitpunkte kann es in den Spitalszahlen zwischen AGES- und Krisenstabsdatensatz zu geringfügigen Abweichungen kommen.

Testdaten

Seit dem 4. Jänner 2021 differenziert das Gesundheitsministerium auf seiner Website zwischen PCR-Tests und Antigen-Tests. Mit 13. Jänner wird über das offizielle Dashboard die Summe aus PCR- und Antigen-Tests an ORF.at übertragen, was eine starke Steigerung der Testzahlen zur Folge hat. Die Grafiken zur täglichen Anzahl von Tests sowie der Verlauf der Positivitätsrate müssen deshalb vorübergehend deaktiviert werden, bis genügend Daten auf dem neuen Niveau vorliegen und diese wieder sinnvoll dargestellt werden können. Anders als die Ministeriumstabelle liefert das offizielle Dashboard derzeit keine gesonderte Aufschlüsselung der Testdaten nach PCR- und Antigen-Variante.

Die angezeigten Testdaten umfassen folgende beiden Arten von Tests:

  • Die Zahl der behördlich angebotenen PCR-Tests. Die Daten dafür werden großteils von den durchführenden Laboren gemeldet.
  • Die Zahl der behördlich angebotenen Antigen-Tests sowie Antigen-Tests aus dem niedergelassenen Bereich.

Bei privaten Dienstleistern ohne behördliche Anordnung durchgeführte Tests fließen nicht in die Statistik ein.

Korrektur der Genesenenzahlen

Am 28. Dezember 2020 haben AGES und Gesundheitsministerium jene Genesenen nachgeliefert, die während mehrerer Wochen von den lokalen Gesundheitsbehörden wegen deren starker Belastung in der zweiten CoV-Welle im Herbst 2020 nicht mehr ins EMS eingetragen wurden. Die Anzahl der Genesenen erhöhte sich mit der Datenlieferung an diesem Datum einmalig um rund 53.000 Personen.

Da es weiterhin zu erheblichen Verzögerungen bei der Einmeldung von Genesenen durch die Bundesländer ins EMS kommt, stellt das EMS Fälle, die 21 Tage nach dem Diagnosedatum nicht verstorben bzw. stationär im Krankenhaus behandelt werden, automatisch auf „Genesen“. Dadurch können sich Unterschiede in den Zahlen der Genesenen und der aktiven Fälle im Vergleich zu den Morgenmeldungen der Ministerien ergeben.

Genesene und aktive Fälle in Wien

In Wien ist die Übertragung der Genesenen aus dem städtischen epidemiologischen Meldesystem ins zentrale EMS ausgefallen. Die Stadt Wien erklärt erkrankte Menschen unter folgenden Umständen für genesen: Asymptomatische Fälle werden nach zehn Tagen für genesen erklärt, symptomatische 48 Stunden nach Symptomende 48h. Dies kann im Abschwung einer Epidemiephase dazu führen, dass die Zahl der aktiven Fälle, die von der Genesenenzahl abhängt, im EMS langsamer zurückgeht als in der offiziellen Statistik der Stadt Wien, da auch die große Zahl der Asymptomatischen erst 21 Tage nach Registrierung im EMS für genesen erklärt wird.

EpiDiff zeigt Verteilung neuer Fälle

Zum 11. November 2020 zeigt ORF.at die Tagesdifferenz bei den laborbestätigten Fällen, den Verstorbenen und den Genesenen an – und wie sich die neu gemeldeten Fälle auf die vergangenen Epidemietage verteilen.

Jeden Tag wird eine bestimmte Zahl von Fällen neu ins Epidemiologische Meldesystem (EMS) eingemeldet. Diese Zahl wird am Vormittag von den Ministerien gemeldet. Die meisten dieser Fälle werden auf den abgelaufenen Tag gebucht, viele der neu gemeldeten Fälle haben aber ein älteres Diagnosedatum. Diese älteren Fälle werden von der AGES auf das jeweilige Diagnosedatum gebucht, im Kalender rückdatiert und gegen 14.00 Uhr veröffentlicht.

Die neue Grafik „Verteilung neuer Fälle über die letzten Tage“, auch „EpiDiff“ genannt, zeigt das Ergebnis dieses Vorgangs. Weil sich jeden Tag auch die vergangenen Tageswerte ändern, wird auch täglich die 7-Tage-Inzidenz inklusive der rückdatierten Fälle neu berechnet. Bei sehr dynamischem Epidemiegeschehen ist es üblich, dass die Ministeriumszahlen und jene im EMS aufgrund verschiedener Abfragezeitpunkte voneinander abweichen.

Nachmeldungen und Datenstaus im EMS sind normal. Epidemiedaten sind keine Sensordaten wie Temperaturwerte, sondern sie hängen von Faktoren wie den Verarbeitungskapazitäten der lokalen Gesundheitsbehörden und Labors ab. Es ist sinnvoll, die 7-Tage-Inzidenz als Leitwert zur Einschätzung der Situation zu verwenden.

Mit 2. November 2020 hat die AGES auf ein neues Berichtsschema umgestellt. Der bisher übermittelte „Rumpftag“ von 0.00 bis 14.00 Uhr entfällt. Damit zeigen alle Werte die Zahlen vom Vortag – wie die Meldung der Ministerien. Da sich die Daten ebenso wie die Meldung der Ministerien entweder ganz (laborbestätigte Fälle) oder überwiegend (Tests und Daten zu Krankenbettenbelegung werden jeweils früh am Tag gemeldet) auf die Entwicklung am Vortag beziehen, werden sie in den Verlaufskurven auf dessen Datum geschrieben. Beispiel: Am 2. eines Monats treffen die Daten für den 1. ein und werden auf den 1. gebucht.

Wesentlicher Unterschied zu den Ministeriumsmeldungen: Laborbestätigte Fälle, Tote etc. werden nicht zum Meldezeitpunkt dargestellt, sondern zum Diagnose- bzw. Sterbedatum. Die 7-Tage-Inzidenz und die 7-Tage-Fallzahlenvergleiche sind wegen dieser Rückdatierungen aussagekräftiger als die reinen Tagesvergleiche.

Definitionen und Update-Zeitpunkte

Die exakten Definitionen für die einzelnen Daten sowie deren Update-Rhythmen sind dem Begleitdokument der AGES zum Dashboard zu entnehmen.

Update-Zeitpunkt des Datenpakets: Täglich um 14.00 Uhr

Die AGES-Daten werden am Vormittag noch um doppelte Einträge und Fehler bereinigt. Außerdem müssen die aktuellen Zahlen zur Belegung der Krankenhausbetten eingetragen werden. Die Daten werden dann gegen 14.00 Uhr ausgeliefert und auf der Coronavirus-Statistikübersicht von ORF.at dargestellt.

Je nach Datenlage kann es auch später am Tag zu Nachlieferungen kommen, diese Änderungen werden im Zeitstempel angezeigt.

„Positiv Getestete“: Labordiagnosedatum statt Datenbank-Einmeldedatum

Im alten offiziellen Dashboard wurden die „positiv Getesteten“ an dem Tag gezählt, an dem die Fälle von Labors und regionalen Gesundheitsbehörden fertig verarbeitet und ins System eingemeldet wurden. Das hat dazu geführt, dass an Wochenenden sehr wenige und an Montagen immer sehr viele Fälle auf einmal gemeldet wurden. Die daraus entstandenen Kurven zeigten eher die Labortätigkeit als den tatsächlichen Verlauf der Epidemie.

Nun werden die positiv getesteten Personen nach dem tatsächlichen Labordiagnosedatum als „laborbestätigte Fälle“ in den Verlauf des Zeitstrahls geschrieben. Das bedeutet, dass ein Fall, der am Montag in die Datenbank geschrieben wurde, als Diagnosedatum den Samstag haben kann – und dann auch am Samstag gezählt wird. Die neue Verlaufsgrafik, die so entsteht, ist eine epidemiologische Kurve, die den tatsächlichen Verlauf der Epidemie wesentlich genauer abbildet als das bisherige Verfahren. Die Kurve verändert sich über die vergangenen Tage auch mit jedem Update – anders als die bisherige Meldekurve.

Säulengrafik über die neue Zählweise
Grafik: ORF.at; Quelle: AGES
Die an einem Tag ins EMS gemeldeten Fälle werden nun nach Diagnosedatum auf die einzelnen Epidemietage verteilt

Damit ist die Veränderung über die vergangenen sieben Tage pro 100.000 Einwohner eine bessere Kennzahl zum Einschätzen des Epidemieverlaufs als die tägliche Veränderung der laborbestätigten Fälle.

Um das Verfahren besser verstehen zu können, zeigt eine Vergleichsgrafik „Verteilung neuer Fälle über die letzten Tage“ das Vorgehen im Detail.

Zwei Verstorbenenstatistiken

In Österreich werden derzeit auf Bundesebene zwei verschiedene Totenstatistiken für Covid-19 geführt. Die des Nationalen Krisenstabs, die hier in der Abteilung „Morgenmeldung“ zu sehen ist, bietet einen aktuelleren Überblick über das Geschehen. Die jeweils aktuelle Definition des Krisenstabs für einen Covid-19-Toten ist in den Erklärungen zu den Krisenstabsdaten zu finden.

Die aktuelle Definition der AGES für ihre Covid-19-Totenstatistik ist in den Erklärungen zu den AGES-Daten.

Die Krisenstabs-Verstorbenenzahl liegt in der Regel höher als jene der AGES. Dies ist darauf zurückzuführen, dass sie einen Tag aktueller ist und die AGES-Definition zum Zeitpunkt des Verfassens dieses Texts etwas enger gefasst ist als die des Krisenstabs. Die AGES zählt Verstorbene nur noch dann, wenn der Patient als aktiver Covid-19-Fall verstorben ist und in der Zwischenzeit nicht dessen Genesung festgestellt wurde.

In Österreich ist in der zweiten Welle der Pandemie in der Altersgruppe ab 65 eine massive Übersterblichkeit festzustellen, die auf Covid-19 zurückzuführen ist – mehr dazu im Mortalitätsmonitoring der Landesstatistik Wien.

Die exakten Definitionen der Datenfelder sind im Begleitdokument zum AGES-Dashboard zu finden.

Verlaufskurve des Verhältnisses der Positiven zu den gemeldeten Tests (Test Positivity Rate)

Die Grafik zeigt den Verlauf des Verhältnisses von positiven Tests zu den Tests insgesamt in Prozent, die „Test Positivity Rate“. Da die Anzahl der gemeldeten Fälle oft erheblichen Schwankungen unterliegt – beispielsweise werden am Wochenende weniger Tests ausgewertet als wochentags –, folgt ORF.at bei der Berechnung der Vorgehensweise der Johns Hopkins University: Es wird von den Fallzahlen der Tests und Positiven der jeweils vergangenen sieben Tage der arithmetische Mittelwert errechnet und daraus täglich der Prozentanteil der Positiven an den gemeldeten Tests ermittelt.

Derzeit werden negative Antigen-Tests wie jene aus den Massentestaktionen und Tests aus Apotheken nicht von der zentralen Teststatistik erfasst. Die Positivitätsrate bezieht sich daher auf die registrierten PCR-Tests.

Häufig gestellte Fragen

Warum unterscheidet sich die Zahl der Verstorbenen (Positiven, usw.) auf der Website meines Bundeslands von der auf dem offiziellen Dashboard der AGES bzw. ORF.at?

Die meisten Bundesländer betreiben eigene epidemiologische Meldesysteme, die sie selbst in ihrer Arbeit priorisieren. Teilweise kommt es daher zu Verzögerungen bei den gesetzlich vorgeschriebenen Einmeldungen ins Epidemiologische Meldesystem (EMS), aus dem sich das offizielle Dashboard der AGES und ORF.at speisen. Bedauerlicherweise bietet derzeit kein einziges Bundesland maschinenlesbare Epidemiedaten an, die an dieser Stelle weiterverarbeitet werden könnten.

Warum weisen die AGES-Daten sehr viel niedrigere Zahlen für Genesene (und damit sehr viel höhere Zahlen für die aktiven Fälle) aus als die Ministeriumsmeldungen?

Bei sehr starkem und schnellem Anstieg der positiv Getesteten können aufgrund von Kapazitätsproblemen Engpässe bei der Einmeldung der Genesenen auftreten. Die AGES stellt eine Korrektur der Genesenenzahl und damit auch der aktiven Fälle in Aussicht.

Warum zeigen die Bezirkstabelle und Bezirkskarte mit den Werten über die vergangenen sieben Tage manchmal negative Zahlen an? bzw. An welchem Ort werden positiv Getestete eigentlich gezählt?

Laut Gesundheitsministerium werden Menschen, die an einem bestimmten Ort in Österreich positiv gestestet wurden, zuallererst dort gezählt. Das gilt auch für Touristen aus dem Ausland. Wenn in Österreich ansässige Menschen an einem Urlaubsort in Österreich positiv getestet werden, dann werden sie zunächst dort gezählt, später aber an ihrem Heimatort, wobei die positive Meldung am Urlaubsort wieder abgezogen wird.

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data.gv.at

Die Covid-19-Daten für Österreich können über das Open-Data-Portal des Bundes und über das Dashboard der AGES heruntergeladen werden.

Auch bei Touristen aus dem Ausland ist das der Fall. Das Gesundheitsministerium spricht in diesem Zusammenhang von Datenbereinigungen. Die negativen Werte tauchen dann auf, wenn in einem Bezirk mehr solcher Fälle abgezogen werden, als neue hinzukommen. Da es sich um ein verwaltungstechnisches Phänomen handelt, werden Bezirke mit vorübergehend negativen Werten auf der Karte neutral dargestellt.

Datenquellen

Die Weltkarte, die Staatentabelle und der internationale Vergleich ausgewählter Sterblichkeitsraten werden einmal täglich aus dem Datenbestand des Covid-19-Projekts (Emanuele Guidotti, David Ardia, Universität Neuchâtel, Schweiz und HEC Montréal, Kanada) aktualisiert. Es gilt der jeweilige Zeitstempel.

Zu beachten ist dabei, dass Datenlage und Definitionen in den verschiedenen Nationalstaaten nicht normiert sind.