Inland

Die Fahrradoffensive des Umweltministeriums kommt gut an: Mehr als ein Drittel der Fördergelder sind bereits vergeben worden und zahlreiche weitere Vorhaben warten auf ihre Genehmigung. „Klimaschutz ist das beste Konjunkturprogramm. Alleine die zwölf Millionen Euro an Förderungen, die in den letzten drei Monaten abgeholt wurden, lösen insgesamt 45 Millionen Euro an klimafreundlichen Investitionen aus“, so Ressortchefin Leonore Gewessler (Grüne) heute.

Der positive Effekt für den Klimaschutz könne sich sehen lassen. Mit den 55 geförderten Projekten, neben Fahrradinfrastruktur auch weitere Maßnahmen für den Radverkehr und saubere Mobilität, könnten 7.000 Tonnen CO2 pro Jahr vermieden werden. Das entspreche den Emissionen, die rund 3.500 Haushalte jährlich für das Heizen ausstoßen. Zudem werde die Wirtschaft angekurbelt und rund 400 Arbeitsplätze gesichert.

Der Fördertopf, der im Vergleich zum Vorjahr fast verzehnfacht wurde, ist noch nicht ausgeschöpft. Betriebe und Gemeinden könnten jetzt noch die Chance ergreifen, ihre Projekte einzureichen. Der Schwerpunkt der Aktion liegt beim Ausbau der Radwege, aber auch Abstellanlagen, Fuhrparkumstellungen für Dienstfahrräder und Verleihsysteme und Wegweiser, Pop-up-Radwege sowie bewusstseinsbildende Informationskampagnen und vieles mehr würde unterstützt.

Die SPÖ steht nach den Worten ihres Energiesprechers Alois Schroll zu 100 Prozent hinter dem Ausbau der erneuerbaren Energie, wie ihn Umweltministerin Leonore Gewessler (Grüne) mit dem Erneuerbaren Ausbau Gesetz (EAG) vorantreiben will, fordert von der Regierung aber Zugeständnisse für die nötige Zweidrittelmehrheit im Nationalrat. Der Ökostrombeitrag soll mit 100 Euro im Jahr gedeckelt sein, die von der GIS-Gebühr Befreiten sollen ganz verschont bleiben, so die Forderung der SPÖ.

Die privaten Haushalte würden derzeit 40 Prozent der Ökostromkosten zahlen, obwohl sie nur 25 Prozent des Stroms verbrauchen. „Dieses Missverhältnis ist schon jetzt schief und würde noch größer“, sagte Schroll zur APA.

Restliche Kosten „aus Budget des Finanzministers“

Deshalb fordere man einen Deckel von 100 Euro Ökostrombeitrag pro Jahr für die vier Millionen heimischen Haushalte und rund 390.000 Klein- und Mittelbetriebe (KMU). „Die restlichen Kosten des Ökostromausbaus sind aus unserer Sicht aus dem Budget des Finanzministers zu bezahlen“, so der SPÖ-Energiesprecher.

Jene 300.000 Personen, die von der GIS-Radio- und Fernsehgebühr befreit sind, sollten ganz ausgenommen werden, derzeit ist das nur auf Antrag möglich. Nach früheren Angaben stellen nur rund 130.000 Menschen einen Antrag für die Befreiung von der Ökostromabgabe.

Ende der kommenden Woche werde er die SPÖ-Forderungen bei einem Gespräch mit Ministerin Gewessler „klar und deutlich deponieren“, sagte Schroll. Im Hinblick auf die nötige Zweidrittelmehrheit, wie sie bei diesem Energiethema erforderlich ist, gehe er davon aus, dass die Ministerin auf diese Wünsche eingehen werde.

In sechs Vorarlberger Kommunen werden heute im Rahmen von Stichwahlen die Bürgermeister bestimmt. In fünf der Gemeinden stehen die Amtsinhaber zur Wahl, in Bludenz wird es jedenfalls ein neues Stadtoberhaupt geben.

Besondere Spannung versprechen die Wahlgänge in Hard am Bodensee, Bludenz und Bregenz, wo jeweils ÖVP-Kandidaten gegen Wahlwerber der SPÖ antreten. In Lochau am Bodensee könnte erstmals in Vorarlberg ein Kandidat der Grünen Bürgermeister werden.

COV Ausland

In Argentinien sind bereits in mehr als 700.000 Fällen Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die genaue Zahl ist vom Gesundheitsministerium gestern Abend (Ortszeit) mit 702.484 angegeben worden. 15.543 Menschen starben, die positiv getestet wurden.

Das Land mit einer Bevölkerung von ca. 45 Millionen liegt weltweit in der Liste der Johns-Hopkins-Universität an Platz neun hinter den USA, Indien, Brasilien, Russland, Kolumbien, Peru, Mexiko und Spanien.

Das bereits zuvor unter einer Wirtschaftskrise leidende Argentinien hat als eines der ersten Länder in Lateinamerika strikte Quarantäneregeln eingeführt. Es folgten schrittweise Lockerungen. Das Virus breitete sich allmählich von der Hauptstadt Buenos Aires in die Provinzen aus.

Wegen anhaltend hoher Zahlen werden ab morgen in Montenegro strengere Maßnahmen gesetzt. So wird bis 12. Oktober in der zweitgrößten Stadt Niksic sowie in Berane und Andrijevica eine nächtliche Ausgangssperre zwischen 22.00 und 5.00 Uhr gelten, berichteten Medien heute.

In den drei Städten sowie in der nördlichen Stadt Rozaje wird zudem die Gastronomie in den nächsten zwei Wochen völlig geschlossen. In den Küstenstädten Kotor und Budva sowie in der Hauptstadt Podgorica, aber auch in Pljevlje liegt die Sperrstunde bei 22.00 Uhr. Am selben Tisch dürfen dabei höchstens zwei Personen sitzen.

Die jüngsten Maßnahmen wurden getroffen, nachdem gestern offiziell erneut 235 Neuinfektionen registriert wurden. Landesweit gibt es derzeit 3.671 aktive Krankheitsfälle. Seit Ausbruch der Epidemie wurden in Montenegro 10.197 Coronavirus-Fälle und 158 Tote registriert. Das Land hat rund 600.000 Einwohner.

Der Adria-Staat hatte die Coronavirus-Krise im Frühjahr relativ gut überstanden und sich Anfang Juni für ein coronavirusfreies Land erklärt. Die Sommermonate und die Fremdenverkehrssaison haben zur erneuten Zunahme der Fälle geführt. Zudem gab es landesweit wiederholt auch Protestkundgebungen. Am 30. August wurden auch Parlamentswahlen abgehalten.

COV Inland

Von gestern (Stand: 11.00 Uhr) auf heute zum selben Zeitpunkt ist die Zahl der Coronavirus-Neuinfektionen in Österreich um 583 gestiegen. Die Zahl der aktiven Fälle stieg auf 8.500 (Stand: heute, 11.00 Uhr).

Bisher wurden in Österreich insgesamt 42.962 Coronavirus-Fälle bestätigt, 33.589 Menschen gelten als genesen. Insgesamt wurden bisher 1.555.499 Tests durchgeführt. ORF.at verwendet die Zahlen des Epidemiologischen Meldesystems (EMS) als Basis seiner Berichterstattung.

446 Personen werden aktuell im Spital behandelt, 84 davon auf der Intensivstation. An den Folgen der Infektion verstarben bisher 766 Menschen. Für die Zählung der Toten ist die Definition des EMS ausschlaggebend.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Hinweis zur Aktualisierung der Daten

Um die Daten aktuell zu halten, übernimmt ORF.at die Informationen direkt aus dem offiziellen Dashboard des Gesundheitsministeriums. Die aktuellen Fallzahlen im Kopf der Seite werden stündlich aktualisiert, die Verlaufsgrafiken zum Tageswechsel, um die Vergleichbarkeit zu gewährleisten.

Genaue Informationen zu Definitionen, Herkunft der Daten, Aktualisierung und FAQs finden sich im Infopoint Coronavirus von ORF.at.

Mehr dazu in Daten und Karten und Daten-Updates und Quellen

ÖVP-Außenminister Alexander Schallenberg hat sich gestern Abend bei seiner Rede anlässlich der 75. Generalversammlung der Vereinten Nationen ganz klar für ein multilaterales System in der Geopolitik ausgesprochen. Schallenberg warnte im Zusammenhang mit der CoV-Pandemie vor einem neuen „Wettlauf zum Mond“ bei der Entwicklung eines Impfstoffs. Die Welt könne sich keinen „Impfnationalismus“ leisten, betonte der Außenminister, der seine Rede in der Wiener UNO-City hielt.

Noch nie habe es die Situation gegeben, dass alle Staaten der Welt zur selben Zeit von einer Krise dieses Ausmaßes betroffen gewesen seien. Dennoch sollte niemand „daraufsetzen, dass unser Fokus auf die Bekämpfung von Covid-19 ein Freibrief für die Verletzung von internationalem Recht oder für ein militärisches Abenteuer ist“, betonte der Außenminister.

So werde der Jemen „immer noch von der größten humanitären Krise unserer Zeit“ verwüstet, Libyen leide unter einem andauernden Konflikt und der ständigen Verletzung des UNO-Waffenembargos, und der Atomdeal mit dem Iran hänge „an einem seidenen Faden“, so Schallenberg.

Pandemie als „Brandbeschleuniger“

Mitten in der Pandemie seien zudem neue Krisen entstanden, im Libanon, im östlichen Mittelmeer aufgrund „illegaler Aktivitäten der Türkei, die die ganze Region destabilisieren könnten“, sowie in Weißrussland, wo die Führung endlich erkennen müsse, dass der „Geist der Veränderung aus der Flasche ist und nicht mehr dorthin zurück kann“. Positiv äußerte sich der Außenminister zur Normalisierung der Beziehungen zwischen Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie Bahrain.

Die Pandemie wirke als Brandbeschleuniger „bestehender geopolitischer Trends“ wie Nationalismus, Populismus und Protektionismus, konstatierte Schallenberg. Eine verantwortungsvolle Politik müsse aber auf Fakten beruhen, denn „die Pandemie habe wieder einmal gezeigt, dass sich Falschinformation schneller verbreiten als das Virus“. Anlässlich des Internationalen Tags für die vollständige Abschaffung von Atomwaffen sprach sich der Außenminister außerdem dafür aus, „diese Waffen, die eine existenzielle Bedrohung für das Leben auf unserem Planeten darstellen“, endlich loszuwerden.

Kandidatur für Sitz in Sicherheitsrat

Schallenberg erinnerte daran, dass die Gründung der UNO vor 75 Jahren die Erde „durch die Etablierung von globalen Standards bei Menschenrechten, Rechtsstaatlichkeit, Rechenschaftspflicht, Konfliktprävention, Friedenssicherung und Abrüstung“ sicherer gemacht habe.

Österreich sei „stolz und geehrt“, seit dem UNO-Beitritt 1955 daran mitgewirkt zu haben. Daher habe man sich auch entschlossen, für die Jahre 2027 und 2028 für einen Sitz im UNO-Sicherheitsrat zu kandidieren, so Schallenberg, der um Unterstützung dieses Vorhabens bat. Außerdem lud der Außenminister alle UNO-Staaten zur Teilnahme an einer internationalen Konferenz zum Thema Autonome Waffensysteme („Killerroboter“) ein, die 2021 in Wien stattfinden soll, sofern die Pandemie dies ermögliche.

Das am 1. Oktober offiziell beginnende Studienjahr 2020/21 bringt für Studenten und Studentinnen zahlreiche Herausforderungen. So wird es eine Art Hybridbetrieb auf den Hochschulen geben. Dabei gibt es coronavirusbedingt eine Mischung aus digitalen Inhalten und Angeboten vor Ort – das betrifft sowohl Lehre als auch Prüfungen. Je nach Universität gestalten sich das Studienjahr bzw. auch die neuen CoV-bedingten Regelungen unterschiedlich.

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In Niederösterreich beteiligen sich laut Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister (ÖVP) und Bildungsdirektor Johann Heuras 46 Schulen an der bundesweiten Gurgelteststudie. Aktuell sind 92 positive Fälle bei Schülerinnen und Schülern und zehn Fälle bei Lehrenden bekannt.

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Ausland

Der italienische Premier Giuseppe Conte will zwei Reformen rückgängig machen, die die von ihm geführte Vorgängerregierung mit der rechten Lega unter Dach und Fach gebracht hatte. Damit zieht er sich viel Kritik seitens Lega-Chef Matteo Salvini zu.

Migrationspolitik und Pensionsreform sind die beiden Bereiche, in denen Conte zurückrudern will. Der parteilose Regierungschef, der von Juni 2018 bis August 2019 eine Regierung aus Lega und populistischer Fünf Sterne-Bewegung geführt hatte, will unter Brüssels Druck eine 2019 eingeführte Pensionsreform rückgängig machen, mit der die Italiener früher in den Ruhestand treten konnten.

Auch Sicherheitspaket soll geändert werden

Die Pensionsreform sei für eine dreijährige Zeit finanziert worden, um sozialen Problemen entgegenzuwirken. Die Regierung werde diese Maßnahme nicht mehr verlängern, sagte Conte im Gespräch mit Journalisten gestern Damit erntete er viel Kritik seitens der oppositionellen Lega. „Die Lega wird die Rückkehr zum alten Pensionssystem nicht erlauben“, kommentierte Salvini.

Conte will auch die sogenannten Sicherheitspakete ändern, die drakonische Strafen für Rettungsschiffe, die ohne Erlaubnis in Italien eintreffen, vorsehen. 2019 war die Strafe auf eine Million Euro angehoben worden. Zwei Sicherheitspakete waren von der rechten Lega um Ex-Innenminister Salvini im Parlament in den Jahren 2018 und 2019 durchgesetzt worden.

„Statt dem Land mehr Sicherheit zu garantieren, baut diese Regierung unsere Gesetze ab“, protestierte Salvini. Der Lega-Chef kritisierte, dass seit dem Amtsantritt des zweiten Kabinetts Conte ohne die rechte Lega vor einem Jahr die Zahl der Migrantenankünfte in Italien wieder stark zugenommen habe.

Das seit September 2019 amtierende zweite Kabinett Conte aus Sozialdemokraten und Fünf Sterne-Bewegung führt eine offenere Einwanderungspolitik als jene der Vorgängerregierung mit der Lega. Seit Anfang 2020 sind 23.373 Migranten nach Fahrten über das Mittelmeer in Italien eingetroffen, im Vergleichszeitraum 2019 waren es 7.035 gewesen, teilte das Innenministerium in Rom mit.

Der französische Präsident Emmanuel Macron ist überzeugt davon, dass Weißrussland vor einem Machtwechsel steht. „Es ist klar, dass (Präsident Alexander) Lukaschenko gehen muss“, sagte er der Sonntagszeitung „Journal du Dimanche“ kurz vor neuerlichen Massenprotesten der Opposition in Minsk. „Was in Weißrussland passiert, ist eine Krise der Macht, eine autoritäre Macht, die die Logik der Demokratie nicht akzeptieren kann und die sich mit Gewalt an die Macht klammert.“

Die EU hat die Wahl Lukaschenkos zum Präsidenten nicht anerkannt. Macron äußerte sich vor einem Besuch in den baltischen Staaten Lettland und Litauen ab morgen. Lukaschenko hatte sich am Mittwoch nach 26 Jahren an der Macht ohne Vorankündigung zum sechsten Mal im Amt vereidigen lassen. Bei der Abstimmung im August will er mehr als 80 Prozent der Stimmen erreicht haben. Nach der Amtseinführung nahmen die Proteste gegen den als „letzten Diktator Europas“ bezeichneten Machthaber in dieser Woche wieder an Fahrt auf.

Macron sagte der Zeitung, Russland habe eine sehr enge Beziehung zu Weißrussland und die meisten Demonstranten stellten diese Beziehung nicht infrage. Er habe mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin am 14. September gesprochen, dem Tag, als dieser Lukaschenko in Sotschi empfing. Er habe Putin gesagt, dass Russland eine Rolle zu spielen habe, und diese Rolle könne positiv sein, wenn er Lukaschenko dazu dränge, die Wahrheit der Wahlurnen anzuerkennen und politische Gefangene freizulassen. „Das war vor zwei Wochen, so weit sind wir noch nicht.“

US-Präsidentschaftskandidat Joe Biden hat Amtsinhaber Donald Trump vorgeworfen, wie Nazi-Propagandaminister Joseph Goebbels zu lügen. „Er ist so in etwa wie Goebbels. Man erzählt eine Lüge lange genug, wiederholt sie, wiederholt sie, wiederholt sie – und sie gilt als Allgemeinwissen“, sagte Biden in einem gestern ausgestrahlten Interview des TV-Senders MSNBC. Auslöser war eine Frage nach Trumps Behauptungen, Biden sei ein Sozialist.

Trump erklärt bei seinen Auftritten häufig, Biden werde „radikalen Linken“ Vorschub leisten, die Amerika zerstören und Chaos in amerikanische Städte bringen würden. Außerdem behauptet er unter anderem, Biden und die demokratische Partei setzten auf die Briefwahl in der Hoffnung, dass die Präsidentenwahl am 3. November mit gefälschten Stimmzetteln manipuliert werde. Belege dafür präsentierte Trump nicht. Goebbels war in der NS-Zeit einer der engsten Vertrauten von Adolf Hitler und ein Wegbereiter des Holocaust.

Attacken auf Biden bei Wahlkampfauftritt

Ein Trump-Wahlkampfauftritt gestern Abend war beispielhaft für die täglichen Attacken auf Biden. „Wenn der schläfrige Joe Biden Präsident wird“, werde es „eine Depression geben, wie sie dieses Land noch nie gesehen hat“, sagte Trump auf dem Flughafen von Middlefield im Bundesstaat Pennsylvania. „Mit uns werden Sie unglaublichen Wohlstand erleben“, versprach er zugleich – im Hintergrund war das Präsidentenflugzeug zu sehen.

„Biden will Ihre Waffen wegnehmen und Ihre Kinder in Schulen mit vergifteten antiamerikanischen Lügen indoktrinieren“, verkündete Trump später. Er sprach auch erneut von den „radikalen Linken“. „Mein Opponent wird wie eine Puppe von diesen Leuten kontrolliert, von diesen wahnsinnigen Leuten.“ Bidens Kandidaten für den Posten der Vizepräsidentin, Kamala Harris, nannte er eine „Verrückte“.

Erstes TV-Duell am Dienstag

Die versammelten Trump-Anhänger quittierten die Sätze mit Applaus, Gelächter und Buh-Rufen, wenn es um die Gegenseite ging. Nach Trumps häufig wiederholter Behauptung, Amtsvorgänger Barack Obama habe 2016 sein Wahlkampfteam ausspioniert, rief die Menge in Sprechchören: „Sperrt ihn ein! Sperrt ihn ein!“ Trump und Biden treffen am Dienstagabend (Ortszeit) zum ersten von drei TV-Duellen im Wahlkampf aufeinander.

NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat einen stärkeren Fokus auf den Kampf gegen den Klimawandel im Militärbündnis gefordert. „Der Klimawandel bedroht unsere Sicherheit“, schrieb Stoltenberg in einem Beitrag für die „Welt am Sonntag“. „Daher muss die NATO mehr tun, um den Klimawandel besser zu verstehen und ihn in alle Aspekte unserer Aufgaben einzubeziehen, von der militärischen Planung bis hin zur Art und Weise, wie wir unsere Streitkräfte ausbilden und trainieren.“

Stoltenberg schrieb weiter, die NATO und ihre Mitgliedstaaten hätten auch die Verantwortung, zum Klimaschutz beizutragen, indem sie weniger Emissionen verursachten. Seit Langem konzentriere man sich auf die Treibstoffeffizienz, um die militärische Effektivität zu verbessern.

Als Beispiel Covid-19-Krise genannt

Eine geringere Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen, „zum Beispiel durch den Einsatz von Solarzellen zur Versorgung von Feldlagern, wird nicht nur zur Bekämpfung des Klimawandels beitragen. Sie kann auch die Sicherheit unserer Truppen und unserer Ausrüstung erhöhen, indem sie unsere Fähigkeit zu unabhängigem und flexiblem Handeln verbessert“.

Die NATO müsse darauf vorbereitet sein, auf klimabedingte Katastrophen zu reagieren, „so wie wir es während der Covid-19-Krise getan haben“. In diesem Jahr hätten die NATO-Staaten weltweit Hunderte Tonnen medizinische Ausrüstung geliefert, fast hundert mobile Krankenhäuser errichtet und Patienten und medizinisches Personal transportiert, schrieb Stoltenberg.

Die deutschen Sozialdemokraten wollen sich im Rennen um die Kanzlerschaft trotz miserabler Umfragewerte nicht geschlagen werden. „Ich will Kanzler werden“, sagte der SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz der „Welt am Sonntag“. Ziel sei ein Ergebnis deutlich über 20 Prozent bei der Bundestagswahl 2021, so Scholz. „Mit einem solchen Ergebnis führen sozialdemokratische Parteien in einigen skandinavischen Ländern die Regierung, das wollen wir auch schaffen.“

Derzeit liegt die SPD in den Umfragen abgeschlagen hinter der Union und den Grünen. Eine Erhebung des Instituts FORSA sah die SPD jüngst bei 14 Prozent, um acht Prozentpunkte hinter den Grünen und um 22 Prozentpunkte hinter der Union. Bei der Bundestagswahl 2017 hatte die SPD mit 20,5 Prozent einen historischen Tiefststand erreicht.

Scholz ist in der deutschen schwarz-roten Bundesregierung die Nummer zwei hinter Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), die bei der in einem Jahr stattfindenden Wahl nicht für eine weitere Amtszeit kandidiert. Der frühere Hamburger Bürgermeister gilt als Vertreter des rechten Flügels der SPD und hatte im Vorjahr in einer Mitgliederabstimmung um den Parteivorsitz gegen Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans den Kürzeren gezogen.

Sport

Österreichs Tennisfans dürfen bei den French Open in Paris gleich vier heimischen Spielern die Daumen drücken. Neben US-Open-Sieger Dominic Thiem und Dennis Novak, die fix im Hauptbewerb standen, schafften Jurij Rodionov und Barbara Haas über die Qualifikation den Sprung ins Hauptfeld. Schon heute sind mit Novak und Rodionov (live in ORF Sport +) zwei ÖTV-Spieler am ersten Tag des Sandplatzklassikers voll gefordert.

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Basketball-Superstar LeBron James bekommt auch dank einer erneut starken eigenen Leistung die Chance auf den vierten NBA-Titel seiner Karriere. Die Los Angeles Lakers gewannen gestern (Ortszeit) gegen die Denver Nuggets mit 117:110 und sicherten sich den ersten Einzug in die Finalserie der besten Basketballliga der Welt seit zehn Jahren. Dort treffen die Lakers entweder auf die Miami Heat oder die Boston Celtics.

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Nach dem schlechtesten Saisonstart in der Geschichte der deutschen Bundesliga hat der FC Schalke 04 Trainer David Wagner freigestellt. Das gab der Verein aus Gelsenkirchen heute Vormittag bekannt. Schalke hatte nach der 0:8-Abfuhr zum Auftakt bei Bayern München am Samstag eine 1:3-Heimpleite gegen Werder Bremen kassiert. Noch nie war ein Team schlechter in die Liga gestartet als mit null Punkten und 1:11 Toren aus zwei Spielen.

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Wirtschaft

Im Salzburger Tourismus war die Bandbreite groß im Coronavirus-Sommer 2020: Während sich die einen – vor allem in der Landeshauptstadt Salzburg – von zwei Dritteln ihrer Umsätze verabschieden mussten, bewegten sich am Land manche auf dem Niveau des Rekordsommers 2019.

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Minus 15 Prozent in Kärnten

Mit dem vielzitierten blauen Auge geht die Sommersaion für die Kärntner Tourismusbetriebe zu Ende. Aufgrund der Coronavirus-Pandemie startete der Tourismus verspätet in die heurige Sommersaison. Gestern zogen Touristiker eine Zwischenbilanz: So betrug das Nächtigungsminus von Mai bis August 15 Prozent.

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Im Vergleich zu anderen Branchen befindet sich die Bauwirtschaft in den Sommermonaten beim Umsatz bereits wieder leicht im Plus. Es seien viele kleine Baustellen, die zu einer hohen Auslastung führen, heißt es von einigen Baufirmen in Niederösterreich.

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Schnell, bequem und vor allem sicher soll es sein, das Bezahlen mit dem Handy. Seit knapp einem Jahr ist Apple Pay auch in Österreich verfügbar, der Konkurrent Google hinkt nach und wird von österreichischen Bankinstituten noch nicht angeboten. Ist eine elektronische Geldbörse aber auch tatsächlich so sicher, wie es die Werbung suggeriert?

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Funktionsjacken trotzen Wind und Regen, ohne völlig luftdicht zu sein, der Körper kann seine Temperatur regulieren. Oft werden in solchen Jacken schädliche Chemikalien eingesetzt. Viele Hersteller haben deswegen inzwischen umweltfreundliche Alternativen im Sortiment. Die deutsche Stiftung Warentest hat acht schadstofffreie Funktionsjacken für den Herbst getestet.

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Chronik

Ein völlig überraschendes Geständnis hat gestern Abend die Linzer Polizei alarmiert. Ein Mann behauptete, bei einem 29-jährigen Freund aktive Sterbehilfe geleistet zu haben. Tatsächlich wurde dann ein Toter gefunden.

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Der oberösterreichische Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) soll bei einer Fahrt nach Wien viel Glück gehabt haben, wie die „Kronen Zeitung“ heute berichtet. Auf der Westautobahn wurde das Dienstfahrzeug des Politikers bei Tempo 130 von einer Holzplatte getroffen.

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Zwei Wochen nach einem Verkehrsunfall in Wörgl in Tirol ist gestern ein 92-jähriger Mann gestorben. Er war von einem Pkw-Fahrer am Schutzweg übersehen und schwer verletzt worden. Der Mann wurde durch den Aufprall mit dem Kopf gegen die Windschutzscheibe geschleudert.

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In der privaten Igelstation eines Ehepaars in Dienten in Salzburg herrscht derzeit wieder Hochbetrieb. Knapp 50 Igel sind aktuell hier in Betreuung. Das Paar macht seit mittlerweile sieben Jahren sein Haus über den Winter zum Igelhotel.

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14 Pferde haben in der Nacht auf einer Autobahn im ostdeutschen Thüringen für Chaos gesorgt. Weil Autofahrer den freilaufenden Tieren auf der A9 zwischen München und Berlin nicht mehr ausweichen konnten, kam es zu drei Unfällen. Wie die Polizei mitteilte, kamen dabei drei Pferde ums Leben. Menschen seien nicht verletzt worden.

Die Unfälle ereigneten sich zwischen Dittersdorf und Bad Lobenstein. Betroffen waren beide Fahrtrichtungen, weil einige Pferde sogar über die Leitschiene sprangen. Mithilfe des in der Nähe wohnenden Pferdehalters und freiwilligen Helfern konnte die Polizei die erschöpften restlichen Pferde schließlich wieder einfangen. Die Autobahn war mehrere Stunden lang gesperrt. Warum die Pferde ausbrechen konnten, war noch unklar.

Vor der Küste Tasmaniens haben Helfer zwischen den Kadavern von Hunderten gestrandeten Grindwalen ein letztes überlebendes Tier geborgen. Es sei „absolut erstaunlich“, dass der Wal sechs Tage nach Entdeckung der Massenstrandungen noch gelebt habe, sagte ein Sprecher der Umweltschutzbehörde heute. Nach seinen Angaben konnten 110 der rund 470 gestrandeten Wale gerettet werden.

Die Wale waren seit Montag in der Bucht von Macquarie Harbour vor der südaustralischen Insel gestrandet. Sie setzten in flachen Gewässern auf Sandbänken auf und schafften es nicht mehr in tieferes Wasser zurück. Rund hundert Helfer und Helferinnen versuchten tagelang, die bis zu sechs Meter langen und gut eine Tonne schweren Tiere mit Booten zurück ins offene Meer zu ziehen.

Zuletzt mussten sie jedoch mehr und mehr Tiere töten, die nicht mehr zu retten waren. Inzwischen sind die Helfer vor allem damit beschäftigt, Hunderte Kadaver ins offene Meer zu schleppen. Das wird voraussichtlich erneut mehrere Tage dauern. Die Sorge ist zudem groß, dass einige der geretteten Wale ein zweites Mal stranden könnten.

Religion

Jom Kippur ist der Höhepunkt der zehn jüdischen Bußtage. Als Versöhnungstag ist es der wichtigste Festtag des jüdischen Jahres. Im Zentrum steht dabei die Versöhnung mit Gott und den Menschen. Jom Kippur beginnt heute Abend und dauert bis morgen Abend.

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Science

Weltweit ist ein Viertel aller fleischfressenden Pflanzen vom Aussterben bedroht. Zu diesem Schluss kommt ein internationales Forscherteam um den Münchner Botaniker Andreas Fleischmann. Die Wissenschaftler aus Australien, Brasilien und Deutschland haben den Rote-Liste-Naturschutzstatus und die Bedrohungen für alle bekannten 860 Arten von fleischfressenden Pflanzen ermittelt und die Ergebnisse jetzt in der Fachzeitschrift „Global Ecology and Conservation“ veröffentlicht, wie die Botanische Staatssammlung München mitteilte.

Hitze und Dürre sowie Überdüngung als Problem

Fleischfressende Pflanzen reagierten besonders empfindlich auf menschliche Einflüsse, wie Lebensraumzerstörung, Umweltverschmutzung und Klimawandel. Global gesehen stellen den Forschern zufolge Flächenverbrauch durch intensive landwirtschaftliche Nutzung und Bauvorhaben die größte Bedrohung dar. Da fleischfressende Pflanzen auf saubere und zumeist nasse Standorte angewiesen sind, machen ihnen zudem ausgeprägte Hitze- und Dürreperioden zu schaffen.

„Fleischfressende Pflanzen können nur auf nährstoffarmen Böden wachsen“, sagte Fleischmann von der Botanischen Staatssammlung München. „Ein Problem ist die flächenweite Überdüngung der Landschaft mit Stickstoff aus der Luft, wie er aus Stäuben von Industrie, Verkehr und Landwirtschaft stammt“, sagte Fleischmann.

„Nach Ländern geordnet finden sich heute die meisten vom Aussterben bedrohten fleischfressenden Pflanzen in Brasilien, gefolgt von Indonesien, den Philippinen, Kuba, Thailand und Australien“, sagte der ebenfalls an der Studie beteiligte Wissenschaftler Adam Cross von der Curtin Universität in Westaustralien. Diese Länder trügen eine besondere Verantwortung für den Erhalt der globalen Artenvielfalt dieser Pflanzen. Meist handele es sich um Arten, die nur in einem kleinen Gebiet in den jeweiligen Ländern vorkämen.

Kultur

Die Wiener Philharmoniker trotzen der Coronavirus-Pandemie. Sie haben den Konzertbetrieb im Musikverein wieder aufgenommen. Das Neujahrskonzert soll stattfinden, auch der Philharmonikerball ist noch nicht abgesagt.

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Die Autorin und Philosophin Lisz Hirn eröffnet am 9. Oktober am Landestheater Niederösterreich gemeinsam mit Ensemblemitgliedern des Hauses die bereits 15. Auflage des St. Pöltner Literaturfestivals „Blätterwirbel“. Zum Auftakt stehen Lesungen aus Werken von u.a. Birgit Birnbacher, Sandra Gugic und Mercedes Spannagel auf dem Programm.

Als weitere Höhepunkte kündigten die Veranstalter in einer Aussendung Autorenporträts von Norbert Gstrein und Terezia Mora an. Regisseur Nikolaus Habjan soll seine Lesung von Werner Schwabs „Präsidentinnen“ als „theatrale Performance mit seinen ausdrucksstarken Puppen auf die Bühne bringen“, hieß es.

Neben dem Landestheater sollen auch das Stadtmuseum, das Cinema Paradiso und „Zeit Punkt Lesen“ der Bildung hat Wert (BhW) Niederösterreich GmbH als Veranstaltungsorte rund um das Thema Literatur dienen. So wurden neben Podiumsdiskussionen und Lesungen für alle Altersgruppen auch Poetry Slam, Mitmach-Geschichten sowie ein Stummfilm mit Livemusik-Untermalung als Halloween-Special angekündigt.

Der georgische Film „Beginning“ war der große Gewinner auf dem 68. Internationalen Filmfestival von San Sebastian. Gestern Abend wurde der religionskritische Film der jungen Nachwuchsregisseurin Dea Kulumbegashvili mit der „Goldenen Muschel“ ausgezeichnet.

Die georgische Regisseurin Dea Kulumbegashvili mit der „Goldenen Muschel“ von San Sebastian
Reuters/Vincent West

Die Filmemacherin, die mit „Beginning“ in der nordspanischen Küstenstadt ihre Spielfilmdebüt feierte, erhielt auch den Preis für die „beste Regie“ und für „beste Drehbuch“. Hauptdarstellerin La Sukhitashvilli wurde als „beste Schauspielerin“ gekürt. Der Film ist eine Art Parabel für die Unterdrückung von Frauen in patriarchalischen Gesellschaftsstruktur konservativer Religionsgemeinschaften wie den Zeugen Jehovas.

Der Schauspielpreis ging an das Ensemble von „Druk" – Eine weitere Rund“ (Regie: Thomas Vinterberg) rund um den dänischen Hollywood-Star Mads Mikkelsen.

Musikdoku ausgezeichnet

Der Jurypreis wurde heuer an Julie Temples „Crock of Gold“ verliehen, eine von Hollywood-Star Johnny Depp produzierte Musikdoku über den The Pogues-Sänger Shane MacGowan. Unterdessen konnte das chinesische Sozialdrama „Any crybabies around?“ den Preis für die „beste Fotografie“ für sich behaupten.

Im „New Directors“-Wettbewerb konnte sich die junge deutsche Nachwuchsregisseurin Isabel Lamberti mit „La ultima primavera“ durchsetzen. Den Publikums-Preis gewann in diesem Jahr der chilenische Festivalbeitrag „The Mole Agent“ von Maite Alberdi, ein hochemotionaler Film über eine Pandemie, die bereits vor der Corona-Krise die Altenheime heimsuchte – die der Einsamkeit.

Leute

Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro hat einen Tag nach einer Nierensteinoperation das Spital wieder verlassen. Bolsonaro sei gestern aus dem Albert-Einstein-Krankenhaus in Sao Paulo entlassen worden, teilte das brasilianische Informationsministerium in einer kurzen Erklärung mit.

Der brasilianische Präsident war am Vortag ins Krankenhaus gekommen, um sich eines Eingriffs wegen Nierensteinen zu unterziehen. Der minimalinvasive Eingriff verlief nach Angaben der Klinik ohne Komplikationen.

Der 65-jährige Bolsonaro musste in der Vergangenheit schon mehrfach ärztlich behandelt werden. Unter anderem musste er nach einem Messerangriff im Wahlkampf 2018, den er nur knapp überlebte, viermal operiert werden. Außerdem steckte sich der ultrarechte Staatschef kürzlich mit dem Coronavirus an und musste im Juli drei Wochen in Quarantäne.