Ausland

Regierungsstillstand in USA vorerst abgewendet

Der US-Kongress hat den drohenden „Stillstand“ der Regierung vorerst abgewendet. Nach dem Repräsentantenhaus stimmte heute auch der Senat einem vorläufigen Haushaltsgesetz zu, mit dem die Finanzierung der Regierung bis zum 5. Mai sichergestellt wird. Präsident Donald Trump muss den Entwurf noch unterzeichnen.

Hätte sich der Kongress nicht geeinigt, wäre der Regierung um Mitternacht das Geld ausgegangen - ausgerechnet zum 100. Amtstag des Präsidenten Donald Trump.

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Streit zwischen Parteien

Allerdings spielt der Kongress nur auf Zeit. Beide Kammern müssen nächste Woche ein weiteres Gesetz verabschieden, das die Regierungsgeschäfte dann bis Ende September aufrechterhält.

Hintergrund der Verzögerungen sind Streitigkeiten zwischen Republikanern und Demokraten über den Inhalt des Gesetzes. Das Weiße Haus wollte, dass der ursprüngliche Entwurf erste Gelder für den Bau einer Mauer an der Grenze zu Mexiko enthält, es rückte aber angesichts des Widerstandes im Kongress davon ab.

Israel plant Bau von 15.000 Wohnungen in Ostjerusalem

Israel hat den Bau von 15.000 Wohnungen in Ostjerusalem angekündigt. Das berichtete das israelische Internetportal Ynet heute. Die Ankündigung des Wohnbauministeriums erfolgt im Vorfeld des im Mai geplanten Israel-Besuchs von US-Präsident Donald Trump.

Der von der internationalen Gemeinschaft als illegal erachtete Siedlungsbau in den Palästinensergebieten einschließlich Ostjerusalems gilt als eines der Haupthindernisse für den Nahost-Friedensprozess. Israel betrachtet Jerusalem als seine „ewige und unteilbare“ Hauptstadt. Die Palästinenser dagegen wollen dort ebenfalls die Hauptstadt ihres künftigen Staates errichten.

Langfristig 25.000 Wohneinheiten geplant

Bauminister Joav Galant sagte gegenüber Radio Israel, sein Ministerium und die Jerusalemer Stadtverwaltung hätten einen Zweijahresplan ausgearbeitet, der die Errichtung von 25.000 Wohneinheiten vorsehe. 15.000 davon würden in Ostjerusalem errichtet werden, so Galant.

Der palästinensische Chefverhandler Saeb Erekat kritisierte, Israels Vorhaben sei eine systematische Verletzung internationalen Rechts und eine offene Sabotage der Friedensgespräche.

Erneut Gefechte an türkisch-syrischer Grenze

Den dritten Tag in Folge hat sich die türkische Armee an der Grenze zu Syrien Gefechte mit der Kurdenmiliz YPG geliefert. Wie der Generalstab in Ankara heute mitteilte, erwiderten die Soldaten das Feuer, als ein Grenzposten in Ceylanpinar von syrischem Gebiet aus mit Raketen angegriffen wurde. Es seien „elf Terroristen neutralisiert“ worden.

Auch an den Vortagen hatte es entlang der Grenze Zusammenstöße gegeben. Die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) werden von der türkischen Regierung wegen ihrer Nähe zur verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) als Terrorgruppe eingestuft.

Ankara fürchtet, dass die syrischen Kurden eine Autonomiezone südlich der türkischen Grenze errichten. Die USA betrachten dagegen die YPG-Miliz als Verbündeten im Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS).

Tillerson warnt vor nordkoreanischem Angriff

US-Außenminister Rex Tillerson hat vor einem nordkoreanischen Angriff auf die Millionenmetropolen Seoul und Tokio gewarnt. Die Gefahr sei real, sagte Tillerson heute in einer Sitzung des UNO-Sicherheitsrates in New York. Das Gremium müsse handeln, bevor Nordkorea handle.

Der Minister forderte konkret, die bestehenden Sanktionen gegen die Regierung in Pjöngjang vollständig umzusetzen und die diplomatischen Beziehungen zu dem kommunistischen Land einzuschränken oder auszusetzen. Nordkorea treibe die Region und die ganze Welt mit jedem weiteren Raketentest in einen größeren Konflikt. Wenn man diese drängenden Probleme jetzt nicht angehe, drohten „katastrophale Konsequenzen“. Notfalls sei man auch zu einem Militäreinsatz bereit.

Tillerson sagte aber auch, direkte Gespräche mit Nordkorea über dessen Atomprogramm seien möglich. „Das wäre eindeutig die Art, wie wir das gerne lösen würden“, sagte Tillerson im National Public Radio. Allerdings müsse die Führung in Pjöngjang entscheiden, „ob sie zu Gesprächen mit uns über die richtigen Inhalte bereit“ sei, fügte Tillerson hinzu.

EU in Türkei-Frage bei Ministertreffen gespalten

Die Europäische Union bleibt im Umgang mit der Türkei tief gespalten. Während Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) auf einem Ende der EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei besteht, haben andere Staaten bei einem Ministertreffen heute in Valetta vor einem Abbruch der Gespräche gewarnt. Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn hält den EU-Beitrittsprozess Ankaras für „de facto gestorben“.

Österreich steht nach Darstellung des deutschen Außenministers Sigmar Gabriel weiter alleine da mit dem Wunsch, die Beitrittsverhandlungen zu stoppen. „Da hat es fast niemanden gegeben, der die Beitrittsverhandlungen abbrechen will“, sagte Gabriel.

In Hinblick auf Kurz stellte Gabriel fest: „Er ist da härter als alle anderen. Das hat, glaube ich, aber viel mit österreichischer Innenpolitik und wenig mit der Türkei zu tun.“ Gabriel forderte „neue Gesprächsformate“ mit der Türkei.

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OPCW: 45 mutmaßliche Giftgasangriffe in Syrien

ie Organisation für ein Verbot der Chemiewaffen (OPCW) hat Berichte über 45 mögliche Angriffe mit Giftgas in Syrien erhalten. Es gebe eine „lange Liste von mutmaßlichen Vorfällen“ seit 2016, sagte der Generaldirektor der OCPW, Ahmet Üzümcü, heute in Den Haag.

Dazu gehört auch der Vorfall vom 4. April von Chan Scheichun mit mindestens 80 Toten. Nach Angaben Frankreichs gibt es Beweise, dass dafür syrische Regierungstruppen verantwortlich sind. Das wollte der OPCW-Chef nicht bestätigen. Die OPCW-Experten hatten bei Gewebeproben von Opfern das Einwirken des Nervengases Sarin festgestellt. Das Expertenteam sei startklar, um selbst nach Chan Scheichun zu reisen und das Gebiet zu untersuchen.

Weiter Kämpfe an der Grenze

An der türkisch-syrischen Grenze gehen indes die Kämpfe weiter. Den dritten Tag in Folge lieferte sich die türkische Armee Gefechte mit der Kurdenmiliz YPG. Wie der Generalstab in Ankara mitteilte, erwiderten die Soldaten das Feuer, als ein Grenzposten in Ceylanpinar von syrischem Gebiet aus mit Raketen angegriffen wurde. Es seien „elf Terroristen neutralisiert“ worden.

Terrorverdacht: Soldat sprach in Asylverfahren französisch

Im Fall des als Flüchtling getarnten, terrorverdächtigen Soldaten in Deutschland sind die Gespräche im Rahmen des Aufnahmeverfahrens nach offiziellen Angaben auf Französisch geführt worden. Laut Behörden gab der Mann dabei zunächst Arabisch und Französisch als Sprachen an. „Gespräche wurden und werden in der Sprache geführt, die der Flüchtling wünscht“, hieß es. „Auf Basis einer ersten Einschätzung bevorzugte die Person Französisch.“

Die Polizei hatte den 28 Jahre alten Oberleutnant am Mittwoch im unterfränkischen Hammelburg festgenommen. Der in Frankreich stationierte Soldat sitzt in Untersuchungshaft. Er soll als Flüchtling getarnt eine schwere staatsgefährdende Gewalttat vorbereitet haben. Die Ermittler gehen von einem fremdenfeindlichen Motiv aus.

Als Flüchtling ausgegeben

Laut den Angaben meldete sich der terrorverdächtige Offizier am 29. Dezember 2015 als asylsuchender syrischer Flüchtling beim Polizeipräsidium im deutschen Offenbach. Dabei gab er an, am 27. Dezember 2015 in Deutschland eingereist zu sein. Am 30. Dezember sei der 28-Jährige in einer Erstaufnahmeeinrichtung eingetroffen. Wie viele der damals ankommenden Flüchtlinge habe der Mann angegeben, keine Ausweispapiere zu haben, hieß es weiter. Die Angaben in den Dokumenten des Aufnahmeverfahrens beruhten daher auf seiner Selbstauskunft. Konkretere Angaben wurden unter Verweis auf das laufende Verfahren nicht gemacht.

Der Mann war Sicherheitsbehörden erstmals vor fast drei Monaten auf dem Flughafen Wien aufgefallen, weil er eine Pistole in einer Toilette vor den Sicherheitskontrollen versteckt hatte. Das rbb-inforadio berichtete unter Berufung auf Sicherheitskreise, dabei handle es sich um eine 60 bis 70 Jahre alte Pistole französischen Fabrikats.

Inland

Debatte über flexiblere Arbeitszeit hochgekocht

Vor dem Tag der Arbeit am 1. Mai sind aktuelle heiße Eisen rund ums Thema Arbeit hochgekocht. Arbeiterkammer und Gewerkschaft stemmten sich gegen die Pläne zur Arbeitszeitflexibilisierung, Vertreter aus der Wirtschaft konterten mit dem Hinweis, dass es die Unternehmen sind, die Arbeit schaffen.

Katzian: Sinnvolle Modelle, von denen beide Seiten profitieren

„Die aktuelle Diskussion um eine Änderung der Arbeitszeitgestaltung beweist eindrucksvoll, dass der Tag der Arbeit nichts an Aktualität eingebüßt hat“, sagte der SPÖ-Nationalratsabgeordnete Wolfgang Katzian, Vorsitzender der Fraktion Sozialdemokratischer Gewerkschafter (FSG) im ÖGB.

Natürlich wünschten sich auch die Arbeitnehmer Flexibilität, "aber sicher nicht ausschließlich zu den Bedingungen ihrer Arbeitgeber. Es gehe um sinnvolle Arbeitszeitmodelle, von denen beide Seiten profitieren, wie beispielsweise die Viertagewoche.

Haubner: „Was wäre der Tag der Arbeit ohne Arbeitgeber?“

ÖVP-Wirtschaftsbund-Generalsekretär Peter Haubner erklärte den Tag vor dem 1. Mai, den 30. April, zum Tag der Unternehmen. „Was wäre der Tag der Arbeit ohne Arbeitgeber?“, fragte Haubner in einer Aussendung und unterstrich die Forderung nach Möglichkeiten, flexibler zu arbeiten. „Wir brauchen in unserem Land ein unternehmerfreundlicheres Klima mit mehr Freiräumen für die Unternehmen und weniger Bürokratie.“

Arbeiterkammer-Präsident Rudolf Kaske nahm den anstehenden Tag der Arbeit zum Anlass, um Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) als Bremser bei Finanzierungsfragen arbeitsmarktpolitischer Vorhaben zu kritisieren, etwa bei der Beschäftigungsaktion für über 50 Jahre alte Langzeitarbeitslose. Kaske pochte auch einmal mehr auf eine Änderung der EU-Entsenderichtlinie im Kampf gegen Lohn- und Sozialdumping.

Würden die Arbeitszeitwünsche der Wirtschaftskammer und Industriellenvereinigung umgesetzt, hätte das nicht nur massive Einkommensverluste für die Arbeitnehmer zur Folge, sondern auch einen weiteren Anstieg von Arbeitslosigkeit, warnte wiederum Klaudia Paiha, Bundessprecherin der AUGE/UG. Die Grünen begingen traditionellerweise den Tag der Arbeitslosen und verteilten vor AMS-Stellen in Wien Frühstück.

Sport

Fußball: 20 von 21 Clubs erhalten Bundesliga-Lizenz

Bei fast allen Profivereinen im österreichischen Fußball darf man beruhigt die Planung für die Saison 2017/18 starten. Der Senat 5 der Bundesliga erteilte heute 20 von 21 Bewerbern die Lizenz für die nächste Spielzeit. Weiter bangen muss wie erwartet Horn. Die in der Ersten Liga abstiegsgefährdeten Niederösterreicher müssen auf die zweite Instanz hoffen. Zudem droht noch eine Strafe. Einige Clubs erhielten die Lizenz ebenfalls nur gegen Auflagen.

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Fußball: Leverkusen sieht sich im Abstiegskampf

Die 31. Runde in der deutschen Bundesliga wird heute Abend mit der Partie Bayer Leverkusen gegen Schalke 04 eröffnet. Für beide Vereine, die in den letzten Jahren immer im Europacup dabei waren, verlief die Saison enttäuschend, Leverkusen sieht sich sogar in den Abstiegskampf involviert. Trainer Tayfun Korkut versuchte, seine Mannschaft mit einer Brandrede wachzurütteln. „Wir stecken im Sumpf. Und wir wollen nicht, dass uns irgendwer den Kopf runterdrückt.“

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Wirtschaft

Werberat fordert Aus für umstrittene Palmers-Werbung

Der Werberat hat Palmers wegen eines Werbesujets verurteilt, das als „Osterhöschen“ auch zu medialen Wellen und insbesondere einer Auseinandersetzung zwischen dem Extremsportler Felix Baumgartner und der Puls4-Moderatorin Corinna Milborn geführt hat.

Der Werberat fordere Palmers „zum sofortigen Stopp der Kampagne bzw. sofortigen Sujetwechsel“ auf, heißt es auf der Website der Organisation. Die abgebildeten Models würden „in einer sexualisierten und entwürdigenden Weise dargestellt werden, an Minderjährige erinnern und rein als Blickfang dienen“. Das Sujet spiele „mit Konnotationen, die auch bei Unterwäschewerbung nicht zulässig sind“.

„Unrealistisches Körperbild propagiert“

Abgesehen von der herabwürdigenden Darstellung wirkten die Darstellerinnen „sehr jung und alleine durch ihren Körperbau kindlich. Aufgrund dessen wird von einer Vielzahl der Werberäte und Werberätinnen darauf hingewiesen, dass diese Werbemaßnahme ein unrealistisches Körperbild für junge Frauen propagiert und somit zum Schutz von Jugendlichen gestoppt werden soll.“

Insgesamt werde das Setting der gesichtslosen, sehr jung wirkenden Darstellerinnen als eine Reduktion auf den Körper und die Sexualität gesehen.

US-Wirtschaft wächst deutlich schwächer als erwartet

Die US-Wirtschaft ist deutlich schwächer ins Jahr gestartet als erwartet. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im ersten Quartal auf das Jahr hochgerechnet um 0,7 Prozent, wie das Handelsministerium heute in Washington mitteilte. Das ist deutlich schwächer als das Wachstum im Schlussquartal 2016 von 2,1 Prozent. Analysten hatten zwar eine Abschwächung erwartet, allerdings nur auf 1,0 Prozent.

Wachstumszahlen werden in den USA auf ein Jahr hochgerechnet. Die annualisierten Raten geben an, wie stark die Wirtschaft wachsen würde, wenn das Tempo ein Jahr lang gehalten würde. In Europa wird auf diese Annualisierung verzichtet. Deshalb sind die Wachstumsraten geringer und nicht unmittelbar mit amerikanischen Werten vergleichbar.

EU verschärft Kraftwerk-Umweltstandards

Die EU hat gegen den Widerstand Deutschlands die Umweltstandards für Kohle-, Gas- und Ölkraftwerke verschärft. Die neuen Grenzwerte für den Ausstoß von giftigen Schadstoffen wie Quecksilber, Schwefeldioxid und Stickoxid müssen die insgesamt 2.900 Kraftwerke in der Union bis 2021 einhalten, beschlossen die EU-Mitgliedsstaaten heute in Brüssel.

Gegen den neuen Grenzwert für Stickoxide hatte Deutschland gemeinsam mit traditionellen Kohleländern wie Polen Widerstand geleistet, wurde aber überstimmt.

ZIB2

Politberater Rough live zu 100 Tagen Trump

US-Präsident Donald Trump ist morgen 100 Tage im Amt. Die ersten 100 Tage gelten in den USA als eine erste Messlatte dafür, wie gut oder wie schlecht eine Präsidentschaft läuft.
Misst man Donald Trump an seinen Ankündigungen, hat er kaum etwas erreicht. Weder gibt es derzeit Geld für den Bau der Mauer an der Grenze zu Mexiko, noch ist ihm die Rücknahme von „Obamacare“ gelungen - was mit einem republikanisch beherrschten Kongress zu Beginn noch als Selbstläufer erschienen ist, doch Donald Trump selbst sieht das natürlich ganz anders.

Der Papst in Ägypten

Nur knapp drei Wochen nach den Attentaten auf eine Kirche im Nildelta und in Alexandria, bei denen 27 Menschen ums Leben gekommen sind, besucht der Papst heute Ägypten. Es ist also ein heikler Besuch in einer angespannten Phase, den der Papst - auf Einladung der islamischen Al-Azhar-Universität und der koptisch-orthodoxen Kirche - absolviert.

Der Neue in NÖ

Die SPÖ Niederösterreich hat heute die Weichen für die Landtagswahl im kommenden Jahr gestellt. Sie hat den ehemaligen Polizeigeneral und Magna-Manager Franz Schnabl heute zum Spitzenkandidaten gewählt. Schnabl übernimmt zudem auch den Landesparteivorsitz.

Entschädigung für verurteilte Homosexuelle

Gefängnisstrafen für einvernehmlichen Sex unter Männern, das war in den 50er und 60er Jahren in der jungen Bundesrepublik Deutschland Alltag. 64.000 Männer sind allein wegen ihrer Liebe zu anderen Männern verurteilt worden - aufgrund eines Paragraphen aus der Nazi-Zeit, der aber weiter gegolten hat. Auf Initiative des deutschen Justizministers Heiko Maas sollen die Opfer jetzt rehabilitiert und entschädigt werden.

Roman Polanski im Interview

Er polarisiert und provoziert im Film wie im echten Leben: Starregisseur Roman Polanski, der mit „Rosemaries Baby“, „Chinatown“ oder „Der Pianist“ Film-Geschichte geschrieben hat. Seit 40 Jahren verfolgt ihn die US-Justiz wegen Sex mit einer Minderjährigen per internationalen Haftbefehl. Trotz seiner eingeschränkten Reisefreiheit ist der bald 84-Jährige umtriebig wie nie.

ZIB2 mit Armin Wolf, 22.11 Uhr, ORF2

Mail an die ZIB2

Textfassung: Zeit im Bild

IT

Facebook räumt Desinformation durch Regierungen ein

Facebook hat erstmals eingeräumt, dass es staatlich unterstützte Versuche gibt, das weltgrößte Onlinenetzwerk als Instrument zur Beeinflussung der öffentlichen Meinung zu missbrauchen. In einem Analysepapier erklärte die Sicherheitsabteilung unter anderem, dass mit Hilfe gefälschter Profile bestimmte Meinungen und zum Teil auch Falschinformationen in den Vordergrund gerückt werden sollen.

Das Onlinenetzwerk versicherte, dass es konsequent dagegen vorgehen werde. So sei Facebook zuletzt gegen 30.000 gefälschte Profile in Frankreich vorgegangen.

Der Text ist die bisher ausführlichste Stellungnahme von Facebook nach der Kritik an der Ausbreitung gefälschter Nachrichten im US-Präsidentschaftswahlkampf im vergangenen Jahr.

„Bürger müssen selbst unterscheiden“

Das Onlinenetzwerk erklärte, dass sowohl Regierungen als auch andere Gruppen versuchten, über die Plattform mit unlauteren Mitteln die öffentliche Debatte zu beeinflussen. Zugleich wurde in dem Papier die bisherige Position bekräftigt, dass das Ausmaß der festgestellten „Informationsoperationen“ im Wahlkampf gemessen an der gesamten Aktivität zu politischen Themen „statistisch sehr gering“ gewesen sei. Die Daten von Facebook widersprächen nicht der Einschätzung der US-Geheimdienste, die Akteure mit Verbindung zu Russland als Urheber der Kampagnen ausgemacht hatten.

Insgesamt könnten Gesellschaften sich gegen solche Kampagnen aber nur zur Wehr setzen, wenn die Bürger selbst echte Nachrichten von Falschinformationen unterscheiden könnten, betonte Facebook.

Chronik

Mutmaßlicher BVB-Attentäter bestreitet Anschlag

Der mutmaßliche Attentäter bestreitet nach Angaben seines Anwalts, für den Sprengstoffanschlag auf den Bus der Fußballmannschaft Borussia Dortmund verantwortlich zu sein. Das berichten „Der Spiegel“ sowie „Süddeutsche Zeitung“, NDR und WDR. Der dpa erläuterte Anwalt Reinhard Treimer heute, sein Mandant habe gegenüber dem Ermittlungsrichter nach der Festnahme gesagt: „Ich habe die Tat nicht begangen.“ Derzeit versuche die Polizei, zwischen der Tat und seinem Mandanten Zusammenhänge herzustellen.

„Dringender Tatverdacht“

Die deutsche Bundesanwaltschaft ist weiter überzeugt, den richtigen Täter zu haben. „Der dringende Tatverdacht besteht nach wie vor“, sagte ein Sprecher der Behörde. Der 28-jährige Deutsch-Russe Sergej W. habe vor dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofes „kein Geständnis“ abgelegt. Aber, so betonte ein Sprecher der obersten Anklagebehörde: „Der Tatvorwurf ist schon gewichtig.“ Die Ermittlungen dauern an.

Der Anschlag geschah am 11. April, kurz vor dem Champions-League-Viertelfinal-Spiel gegen AS Monaco bei der Abfahrt des Busses vom Dortmunder Mannschaftshotel. Ein Spieler und ein Polizist wurden verletzt. Das Spiel wurde daraufhin um einen Tag verschoben.

Auch AUA hebt Zwei-Personen-Prinzip im Cockpit auf

Zwei Jahre nach dem Absturz einer Germanwings-Maschine nehmen die deutschen Fluglinien das als Konsequenz eingeführte Zwei-Personen-Prinzip im Cockpit wieder zurück. Auch die Lufthansa-Tochter AUA schließt sich einer entsprechenden Empfehlung des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) an.

„Wir folgen der Empfehlung und heben die Zwei-Personen-Regelung mit 1. Mai auf“, sagte AUA-Sprecher Peter Thier heute. Ab kommendem Monat reicht es demzufolge aus, wenn sich im Cockpit vorübergehend nur ein Pilot aufhält. Das gilt laut Thier für den Großteil der Flugzeuge - nämlich solche, in denen der Pilot ohne aufzustehen über eine Kamera sehen kann, wer vor der Cockpittür steht. Für Maschinen, in denen nur ein Türspion diese Sicht ermöglicht, bleibt die Zwei-Personen-Regelung bestehen.

Kein Mehr an Sicherheit

Die Zwei-Personen-Regelung wurde als notwendig erachtet, nachdem eine Germanwings-Maschine im März 2015 vom Kopiloten in Suizidabsicht zum Absturz gebracht worden war, als sich der Kapitän aus dem Cockpit entfernt hatte, um die Toilette aufzusuchen. Damals starben 150 Menschen. Inzwischen hat eine Evaluierung im Auftrag der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA) ergeben, dass die Bestimmung keinen Sicherheitsgewinn bringt.

Medien

ORF legte Public-Value-Bericht vor

Der ORF weist einmal im Jahr auf seinen öffentlich-rechtlichen Mehrwert hin. Am Donnerstagabend wurde der Public-Value-Bericht 2016/17 offiziell präsentiert. Unter dem Motto „Qualität ent-falten“ gibt der ORF in Form von fünf DIN A1 Plakaten Auskunft über „Gesellschaftswert“, „Individuellen Wert“, „Österreichwert", Internationalen Wert“ und „Unternehmenswert“.

Der ORF sei verpflichtet, Rechenschaft abzulegen. Diese Transparenz, „wie wir und unsere Journalisten arbeiten“, sei notwendig. Der Public-Value-Bericht setze auch international Maßstäbe, sagte Generaldirektor Alexander Wrabetz bei der Vorstellung des Berichts. „Als Rundfunk der Gesellschaft und verbindendes Medium leistet der ORF weiterhin einen wichtigen Beitrag zum demokratischen Prozess“, so Wrabetz.

In dem Bericht weist der ORF unter anderem auf sein Korrespondentennetz, die Filmförderung und die Qualitätssicherung hin. Mitarbeiter aus dem gesamten Unternehmen widmen sich dabei Themen wie „Fake News“, Bürgernähe, dem Ö1-Jubiläum, Innovation und Umgang mit Menschen mit Behinderung. Zusätzliche Informationen gibt es in zukunft.ORF.at, dort wird der Report auch zum Download angeboten.

Religion

Papst ruft in Ägypten zu Kampf gegen Terror auf

Papst Franziskus hat bei seinem ersten Besuch in Ägypten alle Religionen zum gemeinsamen Kampf gegen Gewalt und Terror aufgerufen.

„Gemeinsam wiederholen wir von hier aus, (...) diesem Land der Bündnisse von Völkern und von Gläubigen, ein deutliches und eindeutiges Nein zu jeglicher Form von Gewalt, Rache und Hass, die im Namen der Religion oder im Namen Gottes begangen werden“, sagte Franziskus heute bei einer Friedenskonferenz in dem islamischen Lehrinstitut al-Ashar in Kairo.

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Lifestyle

„Dancing Stars“: Auf den Spuren von „Grease“

Petticoats, Halbstarke und Rock ’n’ Roll – das Publikum wird bei „Dancing Stars“ heute um 20.15 Uhr in ORF eins ins Amerika der 1950er Jahre entführt. Beim traditionellen Showtanz wandeln die im Bewerb verbliebenen acht Paare auf den Spuren von John Travolta und Olivia Newton-John.

Zu einem „Grease“-Medley aus „Summer Nights“, „You’re the One That I Want“ und „We Go Together“ tanzen dabei Martin Ferdiny, Ana Milva Gomes, Riem Higazi, Niki Hosp, Volker Piesczek, Otto Retzer, Walter Schachner und Monica Weinzettl.

Die Jury vergibt keine Punkte für den Gruppentanz, sehr wohl aber wieder für die Soloauftritte der Kandidaten und Kandidatinnen, denn auch in der fünften Ausgabe des ORF-Tanzevents muss ein Paar die Show verlassen.

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Kultur

Simonischek in Deutschland mit Lola ausgezeichnet

Peter Simonischek ist für seine Rolle in der deutsch-österreichischen Koproduktionen „Toni Erdmann“ mit der Lola als bester Schauspieler ausgezeichnet worden. Bei der Verleihung des Deutschen Filmpreises heute Abend in Berlin wurde er per Video zugeschaltet und freute sich: „Ich fasse es nicht!“

Simonischek spielt in dem Vater-Tochter-Film von Maren Ade einen Alt-68er, der seine Managertochter aus ihrem strengen Alltag rausholen will. Simonischek setzte sich gegen Lars Eidinger und Bruno Ganz durch.

Palastrevolte bei den Wiener Festwochen

Die Wiener Festwochen stehen Kopf, sind laut Eigendefinition „im Ausnahmezustand“ - und starten bald, nämlich ab 12. Mai. Mit neuen Spielorten und mehr Off-Beat und Gegenkultur will man das Publikum aus der Reserve locken sowie neues anziehen.

Und neue Brutstätten der Debatten erkunden - und sei es ein riesiges, aufblasbares Hamam. Über allem schwebt: Parsifal als Retter, auf den Weg gesetzt von Jonathan Meese.

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Leute

Christine Kaufmann wird in Frankreich beigesetzt

Die vor einem Monat gestorbene Schauspielerin Christine Kaufmann soll in Frankreich beerdigt werden. Das teilten die Töchter Alexandra und Allegra Curtis heute mit. „Wir haben als Familie entschieden, unserem Herzen zu folgen und unsere geliebte Mutter Christine Kaufmann zurück zu ihrer Familie nach Frankreich zu bringen“, heißt es in der Erklärung.

Ihre Mutter habe in ihren letzten Lebensjahren eine große Sehnsucht nach ihrer zweiten Heimat Frankreich verspürt. „Darum wollen wir ihrer Sehnsucht nach einer friedlichen Ruhestätte entsprechen und Christine in aller Stille im Familiengrab ihrer französischen Mutter im engsten Kreis beisetzen.“ Die in der Steiermark geborene Kaufmann war am 28. März im Alter von 72 Jahren in München gestorben.