Ausland

Brasilien: Präsident Temer angeklagt

Brasiliens Präsident Michel Temer ist als erstes amtierendes Staatsoberhaupt der Landesgeschichte wegen Korruption angeklagt worden. Generalstaatsanwalt Rodrigo Janot reichte die Klage beim Obersten Gericht des Landes in Brasilia ein, wie der Sender Globo News berichtete.

Temer hatte 2016 die Macht nach der Amtsenthebung der linksgerichteten Präsidentin Dilma Rousseff übernommen. Der bei seinen Landsleuten äußerst unbeliebte Konservative steht seit Wochen selbst am Pranger. Er soll jahrelang Schmiergelder für seine Partei PMDB von dem Unternehmer Joesley Batista kassiert haben. Der Besitzer des größten Fleischproduzenten der Welt, der Firma JBS, hatte Temer jüngst angezeigt und unter anderem einen heimlich aufgenommen Mitschnitt eines Gesprächs zwischen den beiden als Beweisstück vorgelegt.

Der Staatschef weigert sich zurückzutreten. Wegen des erbitterten Machtkampfs, der 2016 zur Absetzung Rousseffs führte, war Temer schon damals äußerst unbeliebt. Nur 14 Prozent der Brasilianer sprachen sich im vergangenen Juli für seine Regierung aus. Inzwischen glauben nur noch sieben Prozent seiner Landsleute, dass er einen guten Job macht.

Urteil im Prozess zu Nemzow-Mord erwartet

In dem Moskauer Prozess wegen Mordes an dem russischen Oppositionspolitiker Boris Nemzow wird heute das Urteil der Geschworenen über fünf Angeklagte erwartet. Der frühere Vizeministerpräsident Nemzow war am 27. Februar 2015 auf einer Brücke in der Nähe des Kremls in Moskau erschossen worden.

Die Angeklagten stammen aus der Teilrepublik Tschetschenien im Nordkaukasus. Sie hatten kurz nach ihrer Festnahme Geständnisse abgelegt, diese im Verlauf des Prozesses aber widerrufen. Die Anklage geht von einem Auftragsmord aus, wobei sich der angebliche Auftraggeber aus Russland abgesetzt haben soll. Nemzows Familie vermutet die Hintermänner in der tschetschenischen Führung.

Srebrenica: Urteil über Verantwortung der Niederlande

Mehr als 20 Jahre nach dem Völkermord von Srebrenica im Bosnienkrieg wird ein Gericht in Den Haag heute über eine Mitverantwortung der Niederlande entscheiden. Angehörige der Opfer hatten den Staat verklagt und in erster Instanz teilweise Recht bekommen.

Ein Zivilgericht hatte die Niederlande 2014 für haftbar für den Tod von 300 Männern erklärt. Es war der erste Schuldspruch gegen den Heimatstaat einer UNO-Truppe für Kriegsverbrechen Dritter. Beide Parteien hatten dagegen Berufung eingelegt.

Die niederländischen UNO-Soldaten sollten damals die bosnische Enklave Srebrenica schützen. Doch im Juli 1995 ergaben sie sich kampflos beim Sturm serbischer Einheiten. Serbische Militärs unter dem Kommando von General Ratko Mladic ermordeten anschließend etwa 8.000 muslimische Männer und Buben. Das Massaker von Srebrenica gilt als schlimmster Völkermord auf europäischem Boden seit dem Zweiten Weltkrieg.

Merkel rückt vom Nein der CDU zur Ehe für alle ab

Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel ist von dem klaren Nein ihrer CDU zur Ehe für alle abgerückt. In einer Veranstaltung mit der Zeitschrift „Brigitte“ sagte Merkel gestern Abend in Berlin, sie wünsche sich eine Diskussion, die „eher in Richtung einer Gewissensentscheidung geht“.

Bei einer Abstimmung im Bundestag ohne Fraktionszwang gilt eine Mehrheit für die gleichgeschlechtliche Ehe als sicher. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur hat Merkel die Linie mit CSU-Chef Horst Seehofer abgesprochen.

Gleichstellung als Koalitionsbedingung

SPD, Grüne und FDP haben die völlige Gleichstellung von Homosexuellen bei der Ehe zur Bedingung für eine Koalition gemacht. Auch die Linke fordert die Ehe für alle. Merkel sagte, sie habe natürlich zur Kenntnis genommen, wie jetzt alle Parteien außer der Union zu dem Thema stünden. Und die rechtspopulistische Alternative für Deutschland komme als Koalitionspartner nicht infrage.

Sie sei „bekümmert“, sagte die Kanzlerin, dass diese sehr individuelle Frage Gegenstand von „Parteitagsbeschlüssen und plakativen Dingen“ sei. Sie wolle mit der CDU und der CSU „anders darauf reagieren“. Sie selbst und viele Mitglieder in der Union beschäftigten sich intensiv mit dem Thema.

„Diskussion in Richtung einer Gewissensentscheidung“

Merkel betonte: „Ich wünsche mir, dass trotz Wahlkampfs die Diskussion mit Respekt und Achtung geführt wird.“ Sie wünsche sich Respekt vor Menschen, die sich schwer mit der Frage tun und kirchlich gebunden seien. Sie wolle gern eine Diskussion „eher in Richtung einer Gewissensentscheidung“ und keine Mehrheitsbeschlüsse „durchpauken“. Gleichgeschlechtliche Paare hätten dieselben Werte.

Sie finde es aber seltsam, dass in der Koalition mit der SPD in vier Jahren darüber nicht richtig gesprochen worden sei und es „plötzlich holterdiepolter“ gehen solle.

„Spiegel“: Orban würdigt Hitler-Verbündeten Horthy

Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban hat den früheren ungarischen Reichsverweser und Hitler-Verbündeten Miklos Horthy (1868 - 1954) einen „Ausnahmestaatsmann“ genannt. Trotz heftiger Kritik in Ungarn und im Ausland bekräftigte Orban vor Kurzem ausdrücklich, dass er an seiner positiven Einschätzung Horthys festhalte, berichtete der „Spiegel“ (Onlineausgabe) gestern.

Horthy, Ungarns autoritäres Staatsoberhaupt der Zwischenkriegszeit, war ein erklärter Antisemit und lange Zeit treuer Verbündeter Adolf Hitlers. Er unterzeichnete zahlreiche spezifisch antijüdische Gesetze und war mitverantwortlich für die Deportation von rund 600.000 ungarischen Juden in deutsche Vernichtungslager.

Adolf Hitler und Miklos Horthy

APA/AFP/France Presse

„Nation gedient und sie angeführt“

Orban machte die Bemerkung über Horthy Mitte vergangener Woche bei der feierlichen Übergabe eines renovierten historischen Gebäudes in Budapest. In einer Rede würdigte er die Verdienste Horthys und anderer ungarischer Politiker der Zwischenkriegszeit um den Wiederaufbau Ungarns nach dem Ersten Weltkrieg und nach dem Frieden von Trianon (1920). Durch diesen hatte Ungarn zwei Drittel seines Staatsgebiets an seine Nachbarländer verloren.

Trotz des „Schocks von Trianon“ habe man „vom Boden aufstehen und ein erfolgreiches Land aufbauen“ können, sagte Orban den Angaben zufolge. Das sei einigen „Ausnahmestaatsmännern“, darunter Horthy, zu verdanken, die der „Nation gedient und sie angeführt“ hätten. Auch Ungarns „trauriges Engagement“ im Zweiten Weltkrieg könne Horthys Beurteilung „nicht überschatten“, zitierte der „Spiegel“ Orban.

Scharfe Kritik an Orban

Dessen Mitverantwortung am Holocaust erwähnte Orban nicht. Horthy hatte den Abtransport von ungarischen Juden außerhalb Budapests in deutsche Vernichtungslager gebilligt. Erst als ab Juli 1944 auch die Budapester Juden abtransportiert werden sollten, widersetzte er sich aufgrund internationalen Drucks.

Der Verband der jüdischen Gemeinden Ungarns (Mazsihisz) und der Jüdische Weltkongress (WJC) kritisierten Orbans Bemerkung über Horthy scharf als „Verherrlichung eines Hitler-Verbündeten“. „Horthys Verantwortung am Tod von 600.000 ungarischen Juden steht für uns außer Frage“, heißt es in einer Stellungnahme von Mazsihisz.

Orban: Habe meine Rede auf das Genaueste formuliert

Außerdem sei Horthy für den Tod Zehntausender ungarischer Soldaten verantwortlich, da Ungarn auf seinen Befehl hin am Krieg gegen die Sowjetunion teilgenommen habe. Auf diese Kritik angesprochen sagte Orban am vergangenen Freitag am Rande des EU-Gipfels: „Ich habe meine Rede auf das Genaueste formuliert und stehe zu jedem ihrer Worte.“ Auch Orbans Kanzleiminister Janos Lazar würdigte Horthy als „großen Patrioten“ und als „ehrbaren, durch und durch rechtschaffenen Militär“.

Horthy war österreichisch-ungarischer Admiral, ungarischer Politiker und als Reichsverweser langjähriges Staatsoberhaupt des Königreichs Ungarn. Er wurde 1944 abgesetzt und starb 1954 im Exil in Portugal. Seine sterblichen Überreste wurden 1993 aus Estoril nach Ungarn überführt und in einem Mausoleum in seinem Geburtsort Kenderes beigesetzt.

Al-Kaida-Geisel nach über fünf Jahren befreit

Nach mehr als fünfeinhalb Jahren Geiselhaft in Mali ist ein von der Terrororganisation Al-Kaida entführter Schwede wieder frei. Der im November 2011 im Norden Malis verschleppte Johan Gustafsson sei befreit worden und könne nach Schweden zurückkehren, teilte die schwedische Außenministerin Margot Wallström gestern mit.

Zum Schicksal des mit Gustafsson entführten Südafrikaners Stephen Malcolm McGowan machte die Chefdiplomatin keine Angaben. Die dritte Geisel, die Al-Kaida damals in ihre Gewalt gebracht hatte, der Niederländer Sjaak Rijke, war 2015 von französischen Soldaten befreit worden.

Die Gruppe Al-Kaida im Islamischen Maghreb hat noch weitere Geiseln in ihrer Gewalt. Damit diese wieder freikommen, forderten die Islamisten unter anderem die Freilassung eigener Kämpfer.

Van der Bellen trifft Zeman in Prag

Bundespräsident Alexander Van der Bellen wird heute vom tschechischen Präsidenten Milos Zeman auf der Prager Burg empfangen. Nach der Begrüßung mit militärischen Ehren und einem Vieraugengespräch ist eine Pressekonferenz geplant. Am Nachmittag nimmt Van der Bellen an einem österreichisch-tschechischen Wirtschaftsforum teil. Zeman wird entgegen ursprünglichen Plänen nicht dabei sein.

Er habe vor seiner Abreise in die zentraltschechische Region Vysocina am Abend noch administrative Dinge zu erledigen, teilte sein Sprecher laut tschechischen Medien mit. Das Treffen der beiden Präsidenten ist vor allem auf persönlicher Ebene heikel: Zeman hatte im Wahlkampf vor der Bundespräsidentenstichwahl vergangenes Jahr öffentlich den FPÖ-Kandidaten Norbert Hofer unterstützt.

Tschechien ist das letzte große Nachbarland, dass Van der Bellen im Rahmen seiner Antrittstour besucht. Nach der Schweiz und Deutschland war der Bundespräsident seit seinem Amtsantritt im Jänner in der Slowakei, in Italien, Slowenien und Ungarn. Eine Reise nach Lichtenstein ist für Herbst geplant.

Inland

Pröll-Stiftung: Opposition fordert Konsequenzen

Der Rechnungshof (RH) verzichtet auf eine Prüfung der Dr. Erwin Pröll Privatstiftung. Er sei mit der Prüfung des niederösterreichischen Landesrechnungshofs zufrieden, gab der RH gestern via Facebook bekannt. Der Bericht des Landesrechnungshofs, der am Freitag veröffentlicht worden war, habe „alle wichtigen Fragen gestellt und einen vielsagenden, kritischen Bericht vorgelegt“. Nicht zufrieden sind indes die Grünen in Niederösterreich: Sie fordern einen Untersuchungsausschuss. Auch die FPÖ sieht weitere Schuldige.

Mehr dazu in Ruf nach U-Ausschuss

Kern: Islam-Kindergärten sollen kein Wahlkampfthema sein

Bundeskanzler Christian Kern, SPÖ-Spitzenkandidat für die Nationalratswahl im Herbst, lehnt es ab, aus den Islam-Kindergärten ein Wahlkampfthema zu machen. Wo es Probleme gebe, müsse man Maßnahmen setzen, er sei überzeugt, dass die Stadt Wien sich intensiv darum kümmere, sagte Kern gestern Abend in einem Sommergespräch mit dem TV-Sender Puls 4.

Schließung der Mittelmeer-Route „illusorisch“

Kern verteidigte auch seine Position zur Schließung der Mittelmeer-Route, diese sei „illusorisch“. „Es wird niemand einen Zaun im Mittelmeer bauen können.“ Dass Hilfsorganisationen in Seenot geratene Flüchtlinge retten, „dazu gibt es keine Alternative“. Bei den Abschiebungen nach Afghanistan will Kern die deutsche Prüfung abwarten.

„FPÖ völlig powidl bei so einem Thema“

Für Kern haben die SPÖ bzw. die Regierung beim Beschäftigungsbonus, der nicht für neue Zuwanderer aus dem EU-Ausland gelten soll, keine FPÖ-Position übernommen. „Die FPÖ ist völlig powidl bei so einem Thema.“ Kern bemängelte auch, dass nicht nur die FPÖ, sondern auch die ÖVP gegen die Ehe für alle sei. Es wehre sich auch die neue Volkspartei wie verrückt gegen die Öffnung.

Den Auftritt als Pizzamann verteidigte Kern ebenso wie seine Teilnahme bei der Ice Bucket Challenge 2014, als er ÖVP-Klubobmann Reinhold Lopatka nominiert hatte.

Datenschutznovelle der Koalition im Schnellverfahren

Gestern hat die Neufassung des Datenschutzgesetzes den Verfassungsausschuss des Nationalrats passiert. Die Novelle soll die EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) umsetzen, im Nationalratsplenum am Donnerstag soll sie bereits mit einfacher Mehrheit von SPÖ und ÖVP verabschiedet werden. Die Verfassungsbestimmungen wie etwa das Grundrecht auf Datenschutz wurden aus der Vorlage gestrichen, weil es dafür eine Zweidrittelmehrheit zur Änderung der Verfassung bräuchte, die aber gibt es nicht.

Keine der 109 Stellungnahmen wurde berücksichtigt, Kontroll- und Klagerechte werden eingeschränkt, und auch sonst sei „dieses Schnellsiedeverfahren von Pfusch geprägt“, so der Jurist Alexander Czadilek gegenüber ORF.at.

Mehr dazu in fm4.ORF.at

Ex-Ö3-Moderator Eppinger wirbt für Kurz

Aus Funk und Fernsehen ist Peter L. Eppinger bereits bekannt. Nun hat der Ö3-Moderator beim ORF gekündigt und wird Gesicht und Stimme der „Bewegung“ des designierten ÖVP-Chefs Sebastian Kurz. Eppinger wird ein Fest nach dem ÖVP-Parteitag moderieren, in Sozialen Netzwerken für Kurz kommunizieren und als Bindeglied zu jenen 60.000 Menschen dienen, die sich im Internet als „Unterstützer“ des ÖVP-Chefs gemeldet haben.

„Bin da sehr gerne dabei“

Er tue das, weil ihm die Politik von Kurz gefalle und dieser die Dinge grundsätzlich ändern wolle, sagte Eppinger gestern bei der Vorstellung durch Kurz. „Ich bin da sehr gerne dabei.“ Ihn habe etwa beeindruckt, dass Kurz in der ÖVP alte Strukturen aufgebrochen habe.

Auch weltanschaulich stehe man einander nahe. „Ich unterstütze Sebastian Kurz und ich unterstütze das Programm von Sebastian. Natürlich ist das das der ÖVP“, so Eppinger. Ein Antreten auf Kurz’ Nationalratswahlliste schloss Eppinger aus.

Radiostimme für Kurz

„Ich habe bei Ö3 nach 22 Jahren gekündigt und bin gerade erst Papa geworden. Das war kein leichter Schritt, aber es ist ein wichtiges Anliegen.“ Deshalb sei es jetzt Zeit für einen „weiteren Schritt“.

Er habe sich immer politisch engagieren wollen, es sei aber niemand da gewesen, der für die entsprechende Politik gestanden sei. Kurz zeigte sich bei der Präsentation von Eppinger, die im Wiener Volksgarten unter großem Medienandrang stattfand, erfreut über den neuen Mitstreiter. Man kenne einander schon länger, und er sei auch allen bekannt, meinte Kurz über Eppinger.

Sport

Uniqa ÖFB-Cup: Salzburg muss nach Deutschlandsberg

Titelverteidiger Red Bull Salzburg muss in der ersten Runde des nunmehrigen Uniqa ÖFB-Cups beim Regionalligisten Deutschlandsberg antreten. Finalist Rapid reist nach Schwaz, wie „Glücksfee“ Jasmin Ouschan gestern Abend in Wien ausloste. Zu einem Wiedersehen kommt es unterdessen für Rekordcupsieger Austria - die Wiener bekommen es mit Ebreichsdorf zu tun, das sich bereits in der Vorsaison als unangenehmer Gegner erwies. Neu: Im Fall einer Verlängerung dürfen die Clubs ab sofort ein viertes Mal wechseln.

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Tour de France: Rekordstarter Eisel erneut dabei

Österreichs Rekordstarter Bernhard Eisel ist von seinem Team Dimension-Data erneut für die am Samstag beginnende Tour de France nominiert worden. Bei bisher elf Teilnahmen erreichte der 36-jährige Steirer stets das Ziel. Auch diesmal soll Eisel seinem britischen Teamkollegen und Freund Mark Cavendish zu Sprint-Etappensiegen verhelfen. Ihm selbst war ein solcher bei der Tour de France bisher nicht vergönnt gewesen. Die 104. Auflage führt von Düsseldorf über 3.540 Kilometer und 21 Etappen nach Paris.

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Formel 1: Hamilton nennt Vettel „respektlos“

Das Chaosrennen in Baku am Sonntag hat WM-Leader Sebastian Vettel harte Kritik, besonders von Lewis Hamilton, eingebracht. Der seitliche Schubser mit dem Auto, nachdem der Ferrari-Pilot auf den Briten aufgefahren war, sei entbehrlich gewesen.

„Das war absolut respektlos und falsch von Sebastian“, sagte Hamilton. „Jetzt ist der Kampf eröffnet“, drohte er Vettel an, der mit Aktionen wie dieser eine Rennsperre riskiert.

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Wirtschaft

Grenfell Tower: Materialhersteller zieht Konsequenzen

Nach der Brandkatastrophe im Londoner Grenfell Tower zieht der Hersteller der Außenverkleidung des Hochhauses Konsequenzen: Das am Grenfell Tower verwendete Material vom Typ Reynobond PE werde weltweit nicht mehr für die Verwendung bei Hochhäusern verkauft, sagte ein Sprecher des US-Herstellers Arconic gestern.

Die Entscheidung gründe sich auf Bedenken, „die in Folge der Grenfell-Tower-Tragödie aufgekommen“ seien. Für niedrigere Bauten soll das Material aber weiter verkauft werden, wie der Unternehmenssprecher mitteilte. Es besteht aus Aluminium und dem Kunststoff Polyethylen. Arconic bekräftigte, bei der Aufarbeitung der Brandkatastrophe in London arbeite das Unternehmen mit den Ermittlungsbehörden zusammen.

Dutzende Hochhäuser mit Baumängeln

Bei dem nächtlichen Brand in dem Londoner Hochhaus waren in der Nacht zum 14. Juni mindestens 79 Menschen ums Leben gekommen. Das Feuer im Grenfell Tower war nach Erkenntnissen der Ermittler durch einen defekten Kühlschrank ausgelöst worden. Die Flammen hatten sich dann rasend schnell über die Fassade ausgebreitet.

Nach der Brandkatastrophe hatte die britische Regierung eine rasche Überprüfung sämtlicher Sozialbauten im Land angeordnet. Bei den Sicherheitstests fielen bis gestern Abend 75 Hochhäuser durch, wie der für die Kommunen zuständige Staatssekretär Sajid Javid vor dem Parlament in London sagte.

Großrazzia bringt unzählige Produktfälschungen ans Licht

Bei einer gemeinsamen Großrazzia haben europäische und asiatische Zollfahnder mehr als 70.000 gefälschte Autoersatzteile sowie rund 400.000 andere nachgeahmte Waren wie Sonnenbrillen gefunden. Zudem wurden insgesamt 668 Kilogramm Kokain und 56 Millionen unverzollte Zigaretten sichergestellt, wie das Europäische Amt für Betrugsbekämpfung (OLAF) gestern mitteilte.

Bei den gefälschten Autoersatzteilen handelte es sich den Angaben der Ermittler zufolge unter anderem um Kühlergrille sowie um Öl- und Luftfilter. Wohin sie geliefert werden sollten, teilte OLAF nicht mit. Es habe sich um Nachahmungen von Produkten bekannter Hersteller gehandelt, hieß es auf Nachfrage. Von den Fälschungen könnten möglicherweise auch Sicherheitsgefahren ausgehen.

Gestartet worden war die Durchsuchungsaktion laut OLAF bereits im März. Insgesamt durchsuchten Zollfahnder dabei innerhalb eines Zeitraumes von zwei Wochen mehr als 400 Schiffscontainer. Fast alle europäischen Häfen seien beteiligt gewesen, hieß es.

13 EU-Staaten für Gespräche mit Moskau über „Nord Stream“

Ungeachtet der Vorbehalte Deutschlands erhält die EU-Kommission Rückendeckung von 13 Mitgliedsländern für direkte Gespräche mit Russland über die umstrittene Gaspipeline „Nord Stream 2“. „Ich bin absolut optimistisch, ein Mandat zu erhalten“, sagte der für die Energieunion zuständige Vizepräsident der Brüsseler Behörde, Maros Sefcovic, gestern der Nachrichtenagentur Reuters. Er sei sich aber bewusst, dass das erst der Beginn der Debatte sei.

Firmen aus Deutschland, Frankreich und Österreich wollen mit dem russischen Monopolisten Gazprom beim Bau der Pipeline „Nord Stream 2“ zusammenarbeiten, die Gas von Russland durch die Ostsee nach Deutschland pumpen soll. In anderen EU-Staaten wird das kritisch gesehen.

EU-Insidern zufolge sind unter anderem Italien sowie Länder Nord- und Osteuropas dafür, dass die EU-Kommission direkt mit Russland über das Projekt verhandelt. Solche direkten Gespräche könnten das Projekt bis über 2019 hinaus verzögern. Die Brüsseler Behörde hatte sich schon mehrmals skeptisch dazu geäußert, ob die Pipeline im Einklang mit EU-Recht steht.

Nach Trump-Kritik: BMW investiert kräftig in US-Werk

Inmitten des schwelenden Streits mit US-Präsident Donald Trump um Autoarbeitsplätze in den USA hat BMW neue Investitionen in sein großes US-Werk angekündigt. Über 600 Millionen US-Dollar (rund 535 Mio. Euro) sollen über die kommenden Jahre in die Fertigungsstrukturen investiert werden, kündigte Vorstandschef Harald Krüger gestern im US-Bundesstaat South Carolina an.

„Bis 2021 werden wir weitere 1.000 Arbeitsplätze schaffen“, so Krüger. Derzeit arbeiten in der Fabrik gut 9.000 Beschäftigte.

Kritik auch an amerikanischen Herstellern

Der seit Jänner amtierende neue US-Präsident hat sich bei seinen Ankündigungen, Industriejobs ins Land zurückzuholen, insbesondere auf die Autoindustrie eingeschossen. Neben den US-Autoriesen General Motors (GM), Ford und Fiat Chrysler hat er dabei auch die deutschen Autobauer BMW und Daimler ins Visier genommen.

Trumps Ansicht nach bauen die Autohersteller zu viele Fahrzeuge billig im Nachbarland Mexiko, um sie dann in den USA zu verkaufen. Das koste Arbeitsplätze in der Branche in den USA, so Trump. BMW zieht derzeit ein Werk im mexikanischen San Luis Potosi hoch, in dem ab 2019 Autos gebaut werden sollen.

Kultur

Leichnam von Salvador Dali wird exhumiert

Der legendäre spanische Surrealismuskünstler Salvador Dali wird knapp drei Jahrzehnte nach seinem Tod aus seiner letzten Ruhestätte geholt. Zur Klärung einer Vaterschaftsklage ordnete ein Richter in Madrid die Exhumierung des Leichnams an, wie das zuständige Gericht gestern mitteilte.

Die Klage sei von einer Frau aus dem katalanischen Gerona gestellt worden, hieß es. Die Identität der Klägerin wurde vom Gericht in Madrid zwar nicht mitgeteilt. In Spanien weiß man aber, dass es sich um eine 1956 geborene, namentlich bekannte Frau handelt, deren Mutter als Hausangestellte Dalis eine Liebesbeziehung zum Maler, Bildhauer, Grafiker und Schriftsteller unterhalten haben soll.

Der Maler mit dem stilvoll gezwirbelten Schnurrbart starb am 23. Jänner 1989 im Alter von 84 Jahren an Herzversagen in seinem Geburtsort, dem katalanischen Figueres. Er wurde auf eigenen Wunsch in Figueres in seinem Theater-Museum Dali beigesetzt.

Erster „Harry Potter“ vor 20 Jahren erschienen

Gestern vor genau zwanzig Jahren - am 26. Juni 1997 ist der erste „Harry Potter“-Band, „Harry Potter and the Philosopher’s Stone“ („Harry Potter und der Stein der Weisen“) - erschienen. Niemand nahm damals davon Notiz. Zunächst ging der britische Verlag Bloomsbury mit nur 500 Exemplaren an den Start, weitere 300 wurden an Büchereien verschickt.

Welterfolg neben schlafendem Baby geschrieben

Nach einem Bericht der britischen BBC hatte J. K. Rowling das Buch in verschiedenen Kaffeehäusern in Edinburgh geschrieben, während ihr Baby im Wagen neben ihr schlief. Die Idee zu den Geschichten um den kleinen, brillentragenden Zauberer war ihr irgendwann auf einer Bahnreise gekommen.

Erstausgabe von "Harry Potter and the Philosopher's Stone"

AP/Matt Dunham

1995 beendete sie das Manuskript, das zunächst von verschiedenen Verlagen abgelehnt wurde, bevor Bloomsbury doch noch zugriff - und einen der größten Deals in der Geschichte des Buchhandels landete.

450 Millionen verkaufte Exemplare weltweit

Der erste Band und die sechs weiteren, die folgten verkauften sich weltweit mehr als 450 Millionen Mal. Der Verkaufsstart von Band drei, „Harry Potter and the Prisoner of Azkaban“ („Harry Potter und der Gefangene von Askaban“), wurde 1999, am Höhepunkt der Potter-Mania, extra auf den Nachmittag verlegt, um britische Schulkinder vom Schwänzen abzuhalten.

Viele Nachahmer versuchten sich ebenfalls an Zaubergeschichten, doch „Artemis Fowl“ und „Die Spiderwick-Geheimnisse“ konnten den Erfolg des Originals nie erreichen.

Chronik

Polizisten verhinderten Vergewaltigung auf Donauinselfest

Polizisten haben am Samstagabend auf dem Wiener Donauinselfest offenbar eine Vergewaltigung verhindert. Sie zerrten den 18-jährigen Täter, der bereits auf der 21-Jährigen saß und ihr T-Shirt gewaltsam entfernt hatte, vom Opfer und nahmen ihn fest.

Mehr dazu in wien.ORF.at

Verdacht auf Vergewaltigung in Internat

In einem Internat einer oberösterreichischen Berufsschule soll ein 16-Jähriger von einem 21-jährigen Zimmerkollegen vergewaltigt worden sein. Ein Spital erstattete Anzeige, nachdem das Opfer dort medizinisch versorgt worden war.

Mehr dazu in ooe.ORF.at

Medien

Erneut Journalist in Mexiko getötet

In Mexiko ist erneut ein Journalist gewaltsam ums Leben gekommen. Der Inhaber eines örtlichen Fernsehsenders, Salvador Adame, wurde tot aufgefunden, wie die Staatsanwaltschaft gestern im Bundesstaat Michoacan mitteilte. Er war vor gut einem Monat entführt worden. Adame ist bereits der sechste getötete Journalist in Mexiko in diesem Jahr.

Die sterblichen Überreste des Journalisten wurden nach Angaben der Ermittler verbrannt aufgefunden. Seine Identität konnte aber per DNA-Test zweifelsfrei festgestellt werden. Adames Lokalsender berichtet aus der Stadt Nueva Italia in Michoacan. Der Bundesstaat ist besonders von dem blutigen Drogenkrieg in Mexiko betroffen.

Im weiter nördlich gelegenen Bundesstaat Sinaloa war im Mai der 50-jährige Journalist Javier Valdez auf offener Straße erschossen worden, der unter anderem für die Nachrichtenagentur AFP und für einheimische Zeitungen arbeitete. Valdez war für seine mutige Berichterstattung über den Drogenkrieg bekannt, für die er auch ausgezeichnet wurde.

IT

Facebook plant personalisierte Serien

An den Serienboom im Internet will jetzt auch Facebook anschließen: Wie das „Wall Street Journal“ berichtet, will der Netzgigant eigene Formate produzieren. Die ersten Gameshows, Reality-Formate und Miniserien sollen bereits im August an den Start gehen. Um sich einen Vorteil gegenüber Konkurrenten wie Apple und Netflix zu verschaffen, will Serien-Späteinsteiger Facebook schon in der Herstellung auf die Profildaten seiner User zugreifen.

Mehr dazu in Saubere Inhalte für junge Menschen

Science