Ausland

8.500 Flüchtlinge in 48 Stunden vor Italien gerettet

Der massive Flüchtlingsstrom in Richtung Sizilien reißt nicht ab. In 48 Stunden wurden zwischen Sonntag und gestern 8.500 Flüchtlinge im Mittelmeer gerettet. Allein gestern wurden 5.000 Migranten an Bord von 18 Schlauchbooten und fünf kleineren Schiffen von der Küstenwache und von NGO-Schiffen in Sicherheit gebracht.

Die Migranten wurden an Bord von 14 Schiffen genommen, sechs davon erreichten bereits Häfen auf Sizilien und in Kalabrien, teilte die italienische Küstenwache mit. Diese koordiniert die Rettungseinsätze im Mittelmeer. Nach den massiven Flüchtlingsankünften der vergangenen Wochen sind alle Flüchtlingseinrichtungen in Italien heillos überfüllt.

Das Innenministerium, das im Gesamtjahr 2017 mit über 200.000 Migranten rechnet, macht Druck auf die Gemeinden, um Lösungen für die Flüchtlinge zu finden. Derzeit versorgt Italien über 180.000 Migranten. Innenminister Marco Minniti drängt auf eine faire Lastenverteilung der Flüchtlingsversorgung innerhalb Italiens. Einige Regionen würden mehr als andere ihre Pflichten erfüllen, meinte der Minister.

Angeblich Dutzende Tote bei Luftschlag gegen IS-Gefängnis

Bei einem Luftangriff der US-geführten Koalition in Syrien sind nach Angaben von Aktivisten 57 Menschen getötet worden. Der Angriff habe sich gestern gegen ein von der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) eingerichtetes Gefängnis gerichtet, teilte die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte heute mit.

Die Mehrzahl der Opfer seien Häftlinge gewesen, hieß es weiter. Bei dem Luftangriff wurde den Angaben zufolge ein Gefängnis in Majadin im Osten Syriens getroffen. Die Beobachtungsstelle sprach von 42 getöteten Zivilisten und 15 getöteten IS-Kämpfern. Majadin liegt im Euphrat-Tal, rund 45 Kilometer südöstlich von Deir al-Sor.

Die in Großbritannien ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte bezieht ihre Angaben aus einem Netzwerk von Informanten in Syrien, ihre Angaben können von unabhängiger Seite nur schwer überprüft werden.

Deutsches Votum über „Ehe für alle“ noch diese Woche

Nach dem Schwenk der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel bei der „Ehe für alle“ wird es noch in dieser Woche eine Parlamentsabstimmung dazu geben. Das kündigte SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann heute in Berlin an. Parteichef Martin Schulz hatte zuvor angedeutet, dass die SPD in dieser Frage zu einem Koalitionsbruch bereit wäre. Das Votum „wird diese Woche passieren“, sagte Oppermann.

Die SPD werde dafür sorgen, dass ein Antrag zur Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Paare im Bundestag zur Abstimmung gebracht werde, sagte Schulz. Er äußerte die Hoffnung, „dass die Kollegen der Union dabei mitziehen werden. Ansonsten wird die sozialdemokratische Bundestagsfraktion heute Nachmittag in ihrer Sitzung die weiteren prozeduralen Schritte beschließen und einleiten“.

Die SPD reagierte mit ihrem Schritt auf die Ankündigung von Kanzlerin Merkel, bei einem Votum über die „Ehe für alle“ den Fraktionszwang aufheben zu wollen. Allerdings will die Union erst nach der Bundestagswahl im September darüber abstimmen lassen. SPD, Grüne und Linke haben im Bundestag eine knappe Mehrheit, doch hatten die Sozialdemokraten bisher aus Koalitionsdisziplin davon abgesehen, Vorstöße zur Einführung der „Ehe für alle“ zu unterstützen.

Gericht: Mitschuld der Niederlande an Srebrenica-Massaker

Mehr als 20 Jahre nach den Massakern an Muslimen im bosnischen Srebrenica hat ein Gericht den niederländischen Staat erneut für den Tod von 350 Opfern mitverantwortlich gemacht. Allerdings hob das Berufungsgericht in Den Haag heute ein Urteil aus erster Instanz teilweise auf und stellte nur eine begrenzte Verantwortung des Heimatstaates der damaligen UNO-Soldaten für die von Serben verübten Kriegsverbrechen fest.

Die Angehörigen von rund 6.000 Opfern, die „Mütter von Srebrenica“, hatten die Zivilklage gegen die Niederlande angestrengt. Das Gericht legte die Teilschuld der Niederlande an dem Massaker und damit die Höhe der Wiedergutmachungspflichten mit 30 Prozent der entstandenen Schäden fest. Darüber, was als Schaden gelten soll, wird in einer weiteren Gerichtsverhandlung entschieden. Die Klägerinnen zeigten sich enttäuscht über die nur partielle Zuweisung der Verantwortung an die Niederlande.

Im Bosnien-Krieg hatten serbische Einheiten im Juli 1995 die UNO-Schutzzone Srebrenica überrannt und rund 8.000 muslimische Männer und Jungen ermordet. Die niederländischen UNO-Blauhelme hatten die Enklave den Serben unter Anführung des Generals Ratko Mladic kampflos übergeben. Anschließend hatten serbische Einheiten rund 8.000 bosnische Männer und Buben ermordet.

Washington warnt vor syrischem Giftgasangriff

Die US-Regierung von Präsident Donald Trump hat Syriens Machthaber Baschar al-Assad vorgeworfen, möglicherweise einen Giftgasangriff vorzubereiten, der zu einem „Massenmord“ an Zivilisten führen könnte. Die USA hätten „potenzielle Vorbereitungen für einen weiteren Chemiewaffenangriff des Assad-Regimes identifiziert, der wahrscheinlich einen Massenmord an Zivilisten, darunter unschuldige Kinder, zur Folge hat“, sagte Trumps Sprecher Sean Spicer gestern (Ortszeit) in Washington.

„Die Aktivitäten gleichen den Vorbereitungen, die das Regime vor seinem Chemiewaffenangriff am 4. April 2017 getroffen hat“, sagte Spicer weiter. Die USA seien in Syrien, um die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) zu „eliminieren“. Wenn Assad aber einen weiteren Chemiewaffenangriff ausführe, würden er und seine Armee dafür einen „heftigen Preis“ bezahlen.

Anfang April waren im syrischen Chan Scheichun bei einem mutmaßlichen Giftgasangriff 87 Menschen getötet worden. Der Westen machte die syrische Armee dafür verantwortlich. Assad wies die Vorwürfe zurück und warf dem Westen vor, diese als „Vorwand“ genutzt zu haben. Die USA hatten als Vergeltung für den Angriff einen syrischen Luftwaffenstützpunkt mit Marschflugkörpern beschossen. Es war der erste direkte Angriff des US-Militärs auf die syrischen Regierungstruppen.

Inland

Kern will freies Votum über Homoehe auch in Österreich

Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) pocht auf eine möglichst rasche Öffnung der Ehe für Homosexuelle: Er schlage vor, dass alle Fraktionen ihren Mandataren eine entsprechende Abstimmung freigeben und sie nach ihrem Gewissen entscheiden lassen, erklärte Kern heute. Die SPÖ werde das ab sofort so halten, sollte es in den kommenden Plenartagen eine Abstimmung geben.

Hintergrund für Kerns Appell ist die Ankündigung der deutschen Kanzlerin Angela Merkel, bei einem Votum über die „Ehe für alle“ den Fraktionszwang aufzuheben. Er lade alle Parteien ein, dem Beispiel zu folgen, schrieb Kern auf Facebook. „Liebe darf keine Frage des Klubzwangs sein.“

Stimmt SPÖ bei NEOS-Antrag mit?

Auf die Frage, ob die SPÖ im Plenum einen entsprechenden Antrag auf Öffnung der Ehe für Homosexuelle einbringen wird, verwies der Kanzler gegenüber der APA darauf, dass mehrere Initiativen dazu bereits im Parlament liegen, etwa seitens NEOS (die man per Fristsetzung zur Abstimmung bringen müsste, Anm.).

Wenn es zu einer Abstimmung komme, sei den roten Abgeordneten freigegeben, mitzustimmen, so Kern. Im Plenum Mitte Mai hatte die SPÖ ihren scheidenden Koalitionspartner ÖVP bei einer Fristsetzung für einen entsprechenden Grünen-Antrag noch nicht überstimmt.

„Bis jetzt keine Hinweise“ für eigene Pilz-Wahlliste

Der Klubchef der Grünen, Albert Steinhauser, hat nach eigener Aussage „bis jetzt keine Hinweise“, dass der scheidende Mandatar Peter Pilz ein Antreten bei der kommenden Nationalratswahl mit einer möglichen eigenen Liste erwägen konnte. „Ich würde davon ausgehen, dass er zu mir käme“, meinte Steinhauser heute in einer Pressekonferenz.

Pilz’ Entttäuschung sei „klar, das ist auch menschlich“, sagte Steinhauser am Dienstag in einer Pressekonferenz. Mit dem Abgang von Bundessprecherin Eva Glawischnig habe bei den Grünen ein „Veränderungsprozess“ und eine „Zäsur“ begonnen. Steinhauser hofft, „dass Peter Pilz weiter ein Teil der Grünen ist, bei aller Enttäuschung“.

„Die Grünen waren nie eine Einpersonenshow“, meinte deren Klubobmann noch und nannte zahlreiche neue Namen auf der Liste. Etwa Georg Bürstmayr, der eine „Topadresse für Menschenrechtsfragen“ sei. Mit Irmi Salzer habe man eine „NGO-Legende“ gewonnen. Gewerkschafter Markus Koza sei ein Angebot an Sozialdemokraten, „die mit Rot-Blau nicht mitgehen wollen“. Clemens Stammler ein Bauer und „gegen jedes grüne Klischee“.

NEOS will Zugeständnisse bei Bildungsreform

NEOS wäre bereit, der morgen im Nationalrat zu behandelnden Bildungsreform zuzustimmen. Dafür müsste die Koalition aber einigen Forderungen von Klubchef Matthias Strolz nachgeben. Bei diesen geht es im Wesentlichen um ein Zurückdrängen der Position der Landeshauptleute.

Abgelehnt wird von Strolz etwa die Möglichkeit, dass sich der Landeshauptmann zum Präsidenten der neuen Bildungsdirektionen machen kann. In diesem Zusammenhang plädierte er bei einer Pressekonferenz gestern auch noch dafür, dass im Streitfall um die Besetzung der Bildungsdirektion das zuständige Ministerium und nicht der Landeshauptmann das letzte Wort hat.

Für Strolz ist unabdingbar, dass diese Vorschläge umgesetzt werden: Das Parteibuch dürfe nicht das wichtigste Schulbuch bleiben, der Landeshauptmann habe im Klassenzimmer nichts zu suchen. Weitere Bedingung dafür, dass NEOS der Vorlage zustimmt, ist ein Qualitätsrahmen für die Kindergärten, den die ÖVP bisher vereitelt habe.

Team Stronach vor „wichtiger Sitzung“

Team-Stronach-Klubobmann Robert Lugar hat für heute Nachmittag eine „wichtige Sitzung“ der Partei angekündigt. Zugeschaltet sei dafür auch Parteigründer Frank Stronach, sagte Lugar am Vormittag in einer Pressekonferenz auf Journalistenfragen zum Antreten der Partei bei der Nationalratswahl im Herbst. Sitzungen gebe es zurzeit laufend - mit Ergebnissen ist aber vorerst noch nicht zu rechnen.

„Es ist kein Geheimnis, wenn ich sage, ich kandidiere. Wie genau, werden die Gremien entscheiden“, erklärte Lugar. Für die Landesliste sei bis Mitte August Zeit, derzeit sei alles in Bewegung.

Lugar will angeblich selbst als Spitzenkandidat ins Rennen gehen, nachdem der umworbene „Kronen Zeitung“-Kolumnist Tassilo Wallentin dem Vernehmen nach abgesagt hat. Die Partei braucht zudem einen neuen Namen und Mittel für den Wahlkampf, denn Stronach will in Zukunft weder seinen Namen noch weiteres Geld für die Partei hergeben.

Sport

Zehn Jahre danach: Was aus den U20-WM-Helden wurde

Zehn Jahre sind schon wieder vergangen, seit eine österreichische Fußball-Nachwuchsmannschaft bei einer Endrunde für Furore gesorgt hat. 2007 überraschte die U20-Auswahl von Paul Gludovatz bei der Weltmeisterschaft in Kanada mit dem vierten Platz. Die Entwicklung der Kaderspieler verlief sehr unterschiedlich. Einige von ihnen spielen in den großen Ligen Europas wie der englischen Premier League und sind ein fester Bestandteil der ÖFB-Nationalmannschaft, andere sind dagegen nur noch im Amateurbereich aktiv.

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Gesundheit

Kalifornien setzt Glyphosat auf Liste krebserregender Mittel

Der Saatgutkonzern Monsanto hat mit seinem umstrittenen Unkrautvernichter Glyphosat einen Rückschlag in den USA erlitten. In Kalifornien teilte die zuständige Behörde für Gesundheit und Umwelt gestern mit, Glyphosat werde ab dem 7. Juli auf die Liste mit Chemikalien gesetzt, die krebserregend sein können.

Für Monsanto „ungerechtfertigt“

Monsanto wird gerade in einem 66 Milliarden Dollar schweren Deal vom deutschen Bayer-Konzern übernommen. Kritiker der Transaktion befürchten ein Imageproblem für Bayer. Denn Monsanto sieht sich wegen Glyphosat immer neuen Klagen ausgesetzt. Der US-Konzern will gegen die Entscheidung in Kalifornien vorgehen und nannte sie „ungerechtfertigt auf der Basis von Wissenschaft und Gesetz“.

Durch die Maßnahme in Kalifornien könnten Monsanto und andere Firmen, die solche Unkrautvernichter herstellen, dort gezwungen werden, Warnungen auf die Produktverpackungen zu kleben. Das Mittel wird unter anderem von Landwirten, auf Golfplätzen und in Weingebieten eingesetzt.

Wirtschaft

Österreich nimmt 1,265 Milliarden Euro auf

Die Österreichische Bundesfinanzierungsagentur (OeBFA) wird am Dienstag in einer Woche zwei Bundesanleihen um insgesamt 1,265 Mrd. Euro aufstocken. Geplant ist die Emission von neuen Anleihen mit zehn- und dreißigjährigen Laufzeiten, geht aus dem Auktionskalender der OeBFA hervor.

Die zur Aufstockung vorgesehene noch dreißig Jahre laufende Bundesanleihe 2016 - 2047/2 wird aktuell mit eine Rendite von 1,38 Prozent gehandelt. Sie wurde zuletzt Anfang Mai mit 1,549 Prozent aufgestockt.

Die zehnjährige Anleihe 2017 - 2027/1 rentiert am Sekundärmarkt aktuell mit 0,50 Prozent. Sie wurde zuletzt Anfang Juni mit 0,524 Prozent aufgestockt.

L’Oreal verkauft Body Shop an brasilianische Natura

Der französische Kosmetikriese L’Oreal verkauft seine Kette The Body Shop für eine Milliarde Euro an den brasilianischen Mitbewerber Natura Cosmeticos. Der Kaufvertrag zwischen beiden Seiten wurde unterzeichnet, wie L’Oreal heute mitteilte.

Nach Zustimmung der Wettbewerbsbehörden mehrerer Länder soll der Verkauf noch in diesem Jahr vollzogen werden. L’Oreal hatte am 9. Juni bekanntgegeben, mit Natura exklusive Verhandlungen über den Verkauf von The Body Shop begonnen zu haben. The Body Shop war 1976 in Großbritannien gegründet und 2006 von dem französischen Konzern übernommen worden.

Die Kette zählt derzeit mehr als 3.000 Geschäfte in 66 Ländern. Natura Cosmeticos wurde 1969 gegründet und ist der größte brasilianische Kosmetikkonzern. Im vergangenen Jahr erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 2,17 Mrd. Euro.

Heimische Bauernhöfe werden weniger, dafür größer

Der Trend zu weniger, aber größeren Betrieben in der heimischen Landwirtschaft geht weiter. Allerdings hat sich der Rückgang der Betriebszahlen verlangsamt, zeigen Zahlen der Statistik Austria. 2016 gab es in Österreich 161.200 land- und forstwirtschaftliche Betriebe, die 410.900 Menschen beschäftigten. Im Schnitt bewirtschafteten sie 45,7 Hektar.

Seit dem EU-Beitrittsjahr 1995 ist die Anzahl der land- und forstwirtschaftlichen Betriebe um ein Drittel zurückgegangen, zeigt die Agrarstrukturerhebung, die von der Statistik Austria alle drei Jahre durchgeführt wird. In der jüngsten Dreijahresperiode (2013 bis 2016) gab es einen Rückgang der Betriebszahl um drei Prozent.

Ein Drittel weniger Bauern seit 1995

Die Beschäftigung in der Land- und Forstwirtschaft ist in der jüngsten Dreijahresperiode hingegen nur noch um ein Prozent zurückgegangen. Seit 1995, als noch knapp 593.000 Menschen in dem Sektor Arbeit fanden, gab es ein Minus von 31 Prozent. Parallel zum Rückgang der Betriebszahlen nimmt auch die landwirtschaftlich genutzte Fläche ab, allerdings etwas langsamer.

Die landwirtschaftlich genutzte Fläche ist seit 1995 um gut ein Fünftel (21,3 Prozent) auf 2,7 Mio. ha geschrumpft. Ein Teil der Betriebsschließungen wird durch die Vergrößerung bestehender Betriebe aufgefangen. Wurden vor etwa 20 Jahren noch 31,8 Hektar pro Betrieb bewirtschaftet, so waren es 2016 45,7 Hektar. Im internationalen Vergleich bleibt die heimische Landwirtschaft aber relativ klein strukturiert.

Japanische Nomura wählt Frankfurt als „Brexit“-Exil

Die japanische Bank Nomura hat sich für Frankfurt als künftigen EU-Standort entschieden. Um auch nach dem „Brexit“ alle Dienstleistungen in der Europäischen Union anbieten zu können, beantragte die Bank eine Lizenz für eine neue Tochtergesellschaft am Main, wie Nomura heute mitteilte. Wie viele Arbeitsplätze Nomura nach Frankfurt verlagert, blieb zunächst offen.

Nach dem geplanten EU-Austritt Großbritanniens brauchen in London ansässige Finanzinstitute eine eigene Gesellschaft mit Banklizenz in einem EU-Land, um ihre Produkte und Dienstleistungen in den verbleibenden 27 Mitgliedsstaaten vertreiben zu dürfen. Der Verband der Auslandsbanken erwartet, dass durch den „Brexit“ in den nächsten zwei Jahren 3.000 bis 5.000 Arbeitsplätze in Frankfurt entstehen.

Erst vergangene Woche hatte Japans zweitgrößter Wertpapierhändler Daiwa Securities angekündigt, eine Lizenz für eine neue Tochter in Frankfurt zu beantragen. Der Standortvermarkter Frankfurt Main Finance rechnet in den nächsten Wochen mit weiteren Entscheidungen. Die „Welt am Sonntag“ hatte berichtet, die US-Investmentbank Morgan Stanley wolle ihr Personal in Frankfurt auf rund 400 Banker verdoppeln.

Chronik

Mädchen in Vietnam gefesselt an Dachbalken gehängt

Eine 37-jährige Vietnamesin soll ihre fünf Jahre alte Pflegetochter an den Händen gefesselt an einem Balken aufgehängt haben. Sie habe das Kind bestrafen wollen, weil es Milch aus dem Lebensmittelgeschäft der Familie gestohlen habe, berichtete die Zeitung „Tuoi Tre“ heute unter Berufung auf die Polizei.

Aufnahmen der Misshandlung wurden in den Sozialen Netzwerken geteilt. Gegen die Frau aus der Provinz Vinh Phuc nördlich von Hanoi wird den Angaben nach ermittelt. In dem Video ist zu sehen, wie das kleine Mädchen an den Händen gefesselt an einem Balken auf dem Dachboden eines Hauses hängt.

Das Kind zappelt mit den Beinen, weint laut und schreit. Zu Beginn des Clips geht ein größeres Mädchen an der Kleinen vorbei, scheint sie aber nicht zu beachten. Dem Bericht zufolge hat die 37-Jährige die Tat gestanden. Das Mädchen lebe nun bei Verwandten, wie die Zeitung weiter schrieb.

Hitzewelle in Griechenland verursacht erste Stromausfälle

Die erste Hitzewelle, die in diesem Jahr Griechenland erreicht, hat heute bereits in mehreren Stadtteilen von Athen zu Stromausfällen geführt. Bei 30 Grad schon in den Morgenstunden schalteten viel mehr Menschen die Klimaanlagen an als sonst.

Im Laufe des Tages soll das Thermometer auf Werte von bis zu 37 Grad klettern - doch das ist laut dem griechischen Wetterdienst erst ein Vorgeschmack. Am Freitag sollen in Athen zur Mittagszeit bis zu 44 Grad herrschen. Diese extreme Hitze soll mindestens noch bis Sonntag anhalten.

Die Stadt Athen hat angekündigt, ab morgen neun öffentliche, klimatisierte Gebäude als Aufenthaltsort bereitzuhalten, damit Passanten, aber auch Obdachlose vor der Sonne Schutz suchen können.

Kultur

Provenienz vieler Werke aus Gurlitt-Fund ungeklärt

Über fünf Jahre nach der Entdeckung der spektakulären Kunstsammlung von Cornelius Gurlitt ist die Aufarbeitung der Herkunft der mehr als 1.500 Werke schwierig. „Wir müssen uns wahrscheinlich damit abfinden, dass bestimmte Provenienzen nie endgültig geklärt werden“, sagte die Kuratorin Agnieszka Lulinska heute im deutschen Bonn. Erst bei knapp zwei Dritteln der Gurlitt-Werke ist die Herkunft ermittelt.

Rund vier Monate vor der Ausstellung von 250 Werken aus der teilweise mit NS-Raubkunstverdacht behafteten Sammlung stellte die Bundeskunsthalle in Bonn heute erstmals einige Werke vor. Darunter waren ein Gemälde von Monet, Papierarbeiten von Maillol, Boucher und Dürer sowie eine Marmorskulptur von Rodin.

Rund 200 Werke unter Raubkunstverdacht

Anfang November startet gleichzeitig in Bonn und Bern eine Doppelausstellung mit Kunstwerken aus dem Gurlitt-Fund. An diesem Freitag will auch das Kunstmuseum Bern als Erbe der Gurlitt-Sammlung erste Arbeiten präsentieren. Während sich Bonn auf den NS-Kunstraub und die oft ungeklärte Herkunft der Werke konzentriert, wird es in Bern um „entartete Kunst“ gehen. Rund 200 der in Bonn gezeigten Gemälde und Papierarbeiten stünden unter Raubkunstverdacht, sagte Lulinska.

Der Intendant der Bonner Bundeskunsthalle, Rein Wolfs, sagte, die Bonner Gurlitt-Schau wolle keine „Best-of“-Kunst präsentieren, sondern auch die Schicksale der verfolgten, meist jüdischen Kunsthändler und Sammler darstellen. „Wir wollen die Menschen zeigen, die hinter den Werken stehen.“

Auch in Salzburg gehortet

Die Gurlitt-Sammlung war 2012 beschlagnahmt worden. Der 2014 gestorbene Gurlitt vermachte seine millionenschwere Sammlung, die er in München und Salzburg aufbewahrt hatte, dem Kunstmuseum Bern. Cornelius Gurlitt war Sohn von Hildebrand Gurlitt, der einer der Kunsthändler Adolf Hitlers war und die Werke zusammengetragen hatte. Darunter sind Arbeiten von Picasso, Marc Chagall, Henri Matisse, Otto Dix, Max Beckmann und Max Liebermann.

Deutschland hat sich verpflichtet, alle Werke zurückzuerstatten, die den Besitzern einst von den Nazis geraubt oder abgepresst wurden.

IT

Religion

Geschlechterkonflikt um Klagemauer wird schärfer

Der Streit über einen gemeinsamen Gebetsbereich für Männer und Frauen an der Jerusalemer Klagemauer nimmt an Schärfe zu. Die Entscheidung des israelischen Regierungschefs Benjamin Netanjahu, den Plan für einen gemischtgeschlechtlichen Bereich einzufrieren, rief gestern und heute heftige Reaktionen hervor. Progressive Juden und Jüdinnen kämpfen hingegen seit Jahren für die Aufhebung der Geschlechtertrennung.

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Lifestyle

Science

NASA dementiert Gerüchte über Aliens

Steht die NASA bei der Suche nach außerirdischem Leben vor einem Durchbruch? Leider nein, lautet die Antwort der US-Raumfahrtbehörde. NASA-Direktor Thomas Zurbuchen dementiert via Twitter: „Entgegen einiger Berichte ist keine Ankündigung in Bezug auf außerirdisches Leben geplant.“ Zurbuchen reagierte damit auf ein Video, das die US-Hackergruppe Anonymous vergangene Woche im Internet veröffentlicht hatte.

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Leute

Erinnerungsstücke von Signoret und Montand versteigert

Erinnerungsstücke des französischen Promipaares Simone Signoret und Yves Montand sind für mehr als 660.000 Euro versteigert worden. Bei der Versteigerung im Pariser Auktionshaus Drouot kamen gestern Schmuckstücke, Liebesbriefe, Drehbücher, persönliche Fotos, Filmpreise, Möbel und Kleider aus dem Besitz der beiden Kinostars unter den Hammer.

Zwei mit Edelsteinen besetzte Platinohrringe von Signoret fanden für 119.600 Euro einen Käufer. Ein Klavier Montands wurde für 13.000 Euro verkauft. Die 1985 verstorbene Leinwandlegende und Schriftstellerin Signoret und der 1991 verstorbene Sänger und Schauspieler Montand waren rund 35 Jahre lang ein Paar.

Biografin bedauert Versteigerung

Die nun versteigerten Erinnerungsstücke stammen aus dem gemeinsamen Haus der beiden in Autheuil in der nordfranzösischen Normandie. Nach dem Verkauf des Hauses war die Einrichtung zunächst zwischengelagert worden. Dann entschieden sich die Nachkommen, den Nachlass zu versteigern.

Bei der Auktion schlugen neben Privatleuten auch Museen zu. Allerdings waren nicht alle begeistert von der Versteigerung: „Es ist bedauerlich, dass diese Sammlung, Zeugnis einer Epoche und eines legendären Paares, so zerstreut wird“, sagte die Signoret-Biografin Emmanuelle Guilcher.