Hofburg-Wahl

Keine Infos zu Wahlbeteiligung

Heute gibt es erstmals bei einer Wahl auch keine Zwischeninformation über die Wahlbeteiligung. Bisher hatten die Landeswahlbehörden immer während des Wahltags über den Zustrom zu den Wahllokalen berichtet. Das wurde aber vom Verfassungsgerichtshof wegen der Gefahr, den Wahlausgang zu beeinflussen, untersagt.

Erwartet worden war im Vorfeld generell eine geringere Wahlbeteiligung als bei der ersten Stichwahl im Mai. Das Wetter war jedenfalls im Großteil des Landes kalt und sonnig.

Urnengang in Vorarlberg bereits beendet

In Vorarlberg ist die Stichwahl zur Ermittlung des neuen Bundespräsidenten bereits beendet. Wie im westlichsten österreichischen Bundesland üblich, schlossen die letzten Wahllokale um 13.00 Uhr. Bei strahlendem Sonnenschein, aber niedrigen Temperaturen dürften der reinen Beobachtung nach viele Vorarlberger ihr Wahlrecht in Anspruch genommen haben.

Um 13.00 Uhr standen die Ergebnisse in etlichen kleinen Ortschaften bereits fest, es waren die Stimmen in 53 der 96 Vorarlberger Gemeinden mit 43.263 der insgesamt 271.687 Wahlberechtigten ausgezählt. Gerade erst begonnen wurde die Auszählung freilich in den größeren Orten und Städten im Rheintal.

Weniger Wahlkarten als im Mai

Die Wahlbeteiligung lag im Mai (ohne Briefwahlkarten) bei 54,2 Prozent. Inklusive der Wahlkarten stieg die Wahlbeteiligung anschließend auf 65,0 Prozent. Dieses Mal wurden in Vorarlberg 30.668 Wahlkarten ausgegeben (gegenüber 34.821 im Mai).

Offizielle Angaben zur Wahlbeteiligung gibt es nicht. Da der VfGH die Stichwahl vom Mai auch wegen der vorzeitigen Weitergabe von Resultaten durch die Wahlbehörden aufgehoben hat, besteht diesmal eine strikte Sperre für alle Informationen, die die Wahl beeinflussen könnten.

Sobotka am Wahlabend in deutscher TV-Talkshow

Der für Wahlen zuständige Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) wird am Abend nicht in Wien weilen, stattdessen ist er Gast in der ARD-Talksendung von Anne Will in Berlin. Sobotkas Sprecherin verteidigte das abendliche Fehlen des Leiters der Bundeswahlbehörde bei der ersten bundesweiten Wahl, die nach der Aufhebung durch den Verfassungsgerichtshof (VfGH) wiederholt werden musste.

„Wir sind bis Wahlschluss um 17.00 Uhr hier und fliegen morgen um 6.00 Uhr wieder zurück“, sagte Pressesprecherin Katharina Nehammer. Man sei rechtzeitig zum Auszählen der Briefwahlstimmen wieder zurück, betonte Sobotkas Sprecherin.

Vorläufiges Endergebnis erst am Montag

Der Innenminister wird - anders als bei vergangenen Wahlen - am Wahlabend kein Ergebnis verkünden. Insofern habe er am Abend auch keine unmittelbare Funktion, wurde im Ministerbüro betont. Sobtoka hatte nach der Aufhebung angekündigt, erst nach dem Vorliegen der Briefwahlstimmen ein vorläufiges Endergebnis bekanntzugeben. Das wird morgen für den späten Abend erwartet.

Zum Ausgang der Wahl wird sich Sobotka laut Nehammer in Berlin nicht äußern. Thema der Diskussionsendung ist der Rechtsruck in Europa.

Bundespräsident erst knapp vor Weihnachten ganz fix

Erst knapp vor Weihnachten kann der Bundespräsident, der heute gewählt wird, ganz sicher sein, dass er tatsächlich in die Hofburg einzieht. Denn auch das Ergebnis der Stichwahlwiederholung kann beim VfGH angefochten werden - und zwar eine Woche lang nach der Verlautbarung des amtlichen Wahlergebnisses durch die Bundeswahlbehörde am 15. Dezember.

Auf die gewohnte Neujahrsansprache des Bundespräsidenten müssen die Österreicher in jedem Fall verzichten. Der Nachfolger Heinz Fischers wird erst am 26. Jänner angelobt. Bis dahin führen die drei Nationalratspräsidenten die Amtsgeschäfte.

Wilders wünscht Hofer „viel Erfolg“

Der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders hat dem FPÖ-Kandidaten Norbert Hofer via Twitter Erfolg bei der Bundespräsidentenwahl gewünscht. „Viel Erfolg heute @norbertghofer und @HCStracheFP !!“, twitterte der Chef der Freiheitspartei (PVV) heute auf Deutsch.

Die rechtspopulistische PVV liegt in den Umfragen vor der niederländischen Parlamentswahl im März vorne. Wilders strebt offen einen Austritt der Niederlande aus der Europäischen Union an, weil er meint, dass das Land nur so wieder eigenständig über die Einwanderungspolitik bestimmen könne. Hofer betonte seinerseits auf Journalistenfragen bei der Stimmabgabe, er strebe keinen EU-Austritt an.

Vlaams Belang organisiert Hofer-Party

Der rechtspopulistische flämische Vlaams Belang (VB) wünscht Hofer nicht nur viel Erfolg bei der Bundespräsidentenwahl, sondern fiebert sogar mit einer eigenen Wahlparty in Antwerpen mit. Beim „Österreich-Tag“ gibt es „österreichische Happen, österreichischen Schnaps, österreichische Musik“ und eine Übertragung der Wahlergebnisse.

„Wünsche @norbertghofer und unseren Bundesgenossen von der FPÖ viel Glück. Hofer for president!“, twitterte VB-Chef Tom Van Grieken.

Tweet auch von Marion Le Pen

Zuvor hatte bereits die rechtspopulistische französische Politikerin Marion Marechal-Le Pen Norbert Hofer via Twitter die Daumen gedrückt. „Lieber @norbertghofer, ich wünsche Dir für diesen Sonntag große Erfolge. Du hast die Unterstützung von Patrioten aus aller Welt!“, twitterte die Nichte der Chefin der Partei Front National (FN), Marine Le Pen - ebenfalls auf Deutsch.

Die 26-jährige südfranzösische Regionalpolitikerin gilt als Nachwuchsstar der EU- und ausländerfeindlichen Partei. Sie hatte sich kürzlich optimistisch gezeigt, dass Hofer die Bundespräsidentenwahl gewinnen wird. Ihre Tante Marine Le Pen führt die Umfragen vor der französischen Präsidentenwahl im April an und erhofft sich Rückenwind durch einen Wahlsieg Hofers.

Viele ORF-Zusatzangebote am Wahlsonntag

Hochrechnungen, Ergebnisse, Interviews und Analysen - mit den ORF-Angeboten und Sonderservices von ORF.at soll der Ausgang der wiederholten Präsidentschaftsstichwahl noch übersichtlicher werden. Um die Stichwahl live mitverfolgen zu könne, um die Orientierung über den Wahlausgang zu erleichtern und neue Perspektiven zu eröffnen, bietet ORF.at einige Zusatzservices.

In all seinen Medien hat der ORF am Sonntag einen großen Wahlschwerpunkt. Die „Wahl ’16“-Liveberichterstattung in ORF2 beginnt um 16.30 Uhr und geht bis 22.50 Uhr. ORF eins blickt bereits am Nachmittag und im Verbund mit news.ORF.at/beingpresident mit einem Facebook-Livestream hinter die Kulissen des Wahltages und in die Zentralen der beiden Teams. Alle Radiosender und auch der Teletext werden Wahlspecials präsentieren - mehr dazu in tv.ORF.at.

Die Inhalte der Wahlsite sind auch in der ORF.at-Wahlapp verfügbar, die kostenlos für iOS und Android heruntergeladen werden kann.

Der Wahlsonntag in ORF.at

ORF.at baut seine Wahltagsberichterstattung auf fünf Säulen auf:

  • einem Liveticker ab 16.40 Uhr mit dem aktuellen ORF2-TV-Stream und zahlreichen Bild-, Video- und Social-Elementen
  • dem umfangreichen Ergebnisteil mit Hochrechnungen und den vorliegenden Urnenwahlergebnissen nach Einlangen bis auf Gemeindeebene, dazu zahlreichen Analysekarten
  • einem Blick hinter die Kulissen des Wahltages und -abends über news.ORF.at/beingpresident im Verbund mit ORF eins Info
  • einem ORF.at-Chatbot zur Wahl
  • und der großen Wahldebatte in debatte.ORF.at

So funktioniert der ORF.at-Wahlbot

Der ORF.at-Wahlbot für Facebook Messenger bietet aktuelle Infos am Desktop und auf dem Smartphone - und so geht es.

Experimenteller Wahlbot

Mit dem experimentellen ORF.at-Wahlbot für Facebook Messenger lässt sich das Ergebnis jeder Gemeinde vormerken. Sobald das Ergebnis vorliegt, wird es sofort in den Chat geliefert. Im Dialog mit dem Bot lassen sich auch die neuesten Hochrechnungen abonnieren und Beiträge auf der ORF-Wahlsite abrufen.

Hochrechnungen als Browser-Kurzmeldung

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Ausland

Putin glaubt an bessere Beziehungen mit Trump

Der russische Präsident Wladimir Putin hat sich lobend über seinen künftigen US-Kollegen Donald Trump geäußert. Dieser werde seine neue Rolle gut ausfüllen. Der russische Präsident zeigte sich zuversichtlich, dass sich die angespannten Beziehungen zwischen Russland und den USA unter Trump wieder verbessern könnten.

„Anderes Maß an Verantwortung“

„Trump war ein Unternehmer und Geschäftsmann. Jetzt ist er ein Staatsmann, er steht an der Spitze der USA, eines der weltweit führenden Länder“, sagte Putin in einem Interview des Senders NTV.

„Dass er geschäftlich Erfolg hat, deutet darauf hin, dass er ein schlauer Mann ist. Und wenn er schlau ist, wird er auch schnell ein anderes Maß an Verantwortung begreifen“, so Putin.

Putins Äußerungen richteten sich offenbar auch an Kritiker Trumps, die ihm seine unkonventionellen Methoden vorwerfen - wie Beschimpfungen seiner Gegner via Twitter und politische Aktionen, die mit dem scheidenden Präsidenten Barack Obama nicht abgestimmt wurden. So hatte Trump erst am Freitag mit einem Telefonat mit der Staatschefin Taiwans für diplomatische Verstimmungen mit China gesorgt.

Finne erschießt Politikerin und zwei Journalistinnen

In Imatra im Südosten Finnlands sind die Bürgermeisterin sowie zwei Journalistinnen erschossen worden. Die drei Frauen seien gestern Abend beim Verlassen eines Restaurants von einem mit einem Gewehr bewaffneten Mann getötet worden, meldete die Nachrichtenagentur STT heute unter Berufung auf eine Pressekonferenz der Polizei.

Finnische Polizisten am Tatort

APA/AFP/Lauri Heino

Der Mann sei festgenommen worden, seine Befragung habe aber noch keine Hinweise auf sein Motiv erbracht. Es werde vermutet, dass er seine Opfer willkürlich ausgesucht habe und diese auch nicht kannte, hieß es nach ersten Ermittlungen. Das Motiv liege noch im Dunkeln.

Als die Schüsse kurz vor Mitternacht fielen, war ein Streifenwagen in der Nähe, wie es in Medienberichten hieß. Augenzeugen hätten den Verdächtigen identifiziert. Er habe bei der Festnahme keinen Widerstand geleistet. Bei der Tatwaffe handle es sich möglicherweise um ein Jagdgewehr.

Der Tatort befindet sich in einer Fußgängerzone im Zentrum der an der Grenze zu Russland gelegenen Kleinstadt (rund 27.000 Einwohner).

Fidel Castros Urne zum Friedhof gebracht

In Santiago de Cuba hat die Beisetzung des kubanischen Revolutionsführers Fidel Castro begonnen. Soldaten in Galauniform und mit Trauerflor am Arm brachten die Urne des früheren Präsidenten heute Früh (Ortszeit) zum Friedhof Santa Ifigenia. Tausende Menschen am Straßenrand sangen die Nationalhymne.

Ein Fahrzeug mit der Asche des verstorbenen kubanischen Revolutionsführers Fidel Castro fährt zur letzten Ruhestätte am Friedhof Santa Ifigenia

AP/Rodrigo Abd

Die Beisetzung auf dem Friedhof findet im engsten Kreis statt und ist streng abgeschirmt. Castro sollte nahe dem Mausoleum des Dichters und Nationalhelden Jose Marti bestattet werden. Der kubanische Revolutionsführer war am 25. November im Alter von 90 Jahren gestorben.

Keine Denkmäler für Fidel Castro

Nach Castros Tod sollen in Kuba keine Denkmäler für ihn errichtet werden. Er habe ausdrücklich angeordnet, dass weder Monumente für ihn gebaut noch Straßen oder Institutionen nach ihm benannt werden sollen, hatte sein Bruder und Nachfolger Raul Castro zuvor betont.

Tatsächlich wurde Castro bereits zu Lebenszeiten in Kuba kultisch verehrt. In den Schulen werden seine Ideen gelehrt, viele seiner Sprüche gehören in Kuba zum Allgemeingut. In zahlreichen öffentlichen Gebäuden hängen Fotos von ihm.

Trauerfeier für Fidel Castro in Santiago de Cuba

Reuters/Carlos Barria

Bei der Überführung der Urne des früheren Präsidenten von Havanna nach Santiago de Cuba wurden immer wieder Bilder des Revolutionsführers gezeigt. Im ganzen Land skandierten die Menschen „Ich bin Fidel, ich bin Fidel“.

Zehntausende Menschen nahmen in Santiago de Cuba Abschied von Castro.

Der mehrtägige Trauerzug durch das Land nahm den umgekehrten Weg der „Karawane der Freiheit“. Im Jänner 1959 waren die siegreichen Rebellen unter Castros Führung in einem Triumphzug von Santiago nach Havanna gezogen.

Verjüngungskur mit Fragezeichen

Castro regierte bis zur Machtübergabe an seinen Bruder Raul 2006 das Land mit eiserner Hand rund 47 Jahre lang. Raul Castro kündigte bereits zu Beginn dieses Jahres an, 2018 nicht mehr für das Präsidentenamt zu kandidieren. In der zweiten Reihe bereit steht der bisherige Vizepräsident, der 56-jährige Miguel Diaz-Canel. Bisher eher zurückhaltend, dürfte er einen Generationenwechsel in Kuba einläuten.

Mehr dazu in Grauer Vize rückt wohl vor

Rege Wahlbeteiligung bei Referendum in Italien

Bei dem Verfassungsreferendum in Italien hat sich heute eine rege Wahlbeteiligung abgezeichnet. Bis 12.00 Uhr hatten 19,6 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimmen abgegeben, teilte das Innenministerium in Rom mit.

Gewählt wird bis 23.00 Uhr. Da es sich um ein Referendum zur Absegnung einer vom Parlament gebilligten Verfassungsreform handelt, ist anders als bei anderen Volksentscheidungen in Italien kein Beteiligungsquorum vorgeschrieben. Mit Wahlergebnissen wird in der Nacht auf morgen gerechnet.

Matteo Renzi mit seiner Ehefrau Agnes bei der Stimmabgabe

APA/AP/Antonio Calanni

Der italienische Premier Matteo Renzi hatte am Vormittag in seinem Heimatort Pontassieve bei Florenz seine Stimme für das Verfassungsreferendum abgegeben.

Ganz Europa schaut auf Italien

Es ist eine Volksabstimmung, die in ganz Europa die regierenden Politiker den Atem anhalten lässt: Heute entscheiden die Italiener über die geplante Verfassungsreform - indirekt aber möglicherweise auch über den Verbleib von Premier Renzi.

Ein Nein zur größten Politreform in dem Land seit Jahrzehnten, so die Befürchtung, könnte die wirtschaftliche und politische Stabilität in Europa, insbesondere der Euro-Zone, weiter ins Wanken bringen.

Mehr dazu in Sachabstimmung oder Stimmungstest?

Rebellen in Aleppo stark in Bedrängnis

Die syrische Armee hat die Rebellen im umkämpften Ostteil der Metropole Aleppo gestern weiter zurückgedrängt. Laut Aktivisten konnten die Truppen von Machthaber Baschar al-Assad mittlerweile 60 Prozent des von den Aufständischen kontrollierten Gebiets wieder zurückerobern.

Zehntausende Menschen sind aus der Stadt geflüchtet. Unterdessen gibt es Hoffnung auf weitere Gespräche zur Beendigung des jahrelangen Konflikts.

Mehr dazu in „Wir werden uns nicht ergeben“

Inland

AMS-Chef Kopf fordert mehr Mobilität bei der Arbeitssuche

Die Ausbildung entscheidet über die Jobchancen. Aber auch mehr Mobilität der Österreicher würde helfen, die Arbeitslosigkeit zu senken, sagte AMS-Chef Johannes Kopf gestern im Ö1-Mittagsjournal. Köche und Kellner werden in den westlichen Tourismusregionen händeringend gesucht, in Wien sind viele von ihnen arbeitslos. Aber „es ist nicht einfach, Leute aus Wien, aus der Stadt, nach Tirol zu bringen“.

Zumutbar sei das, falls es bei der Arbeitsstelle eine Unterkunft gebe und der Betroffene keine Betreuungspflichten habe, sagte Kopf. Dennoch ist auch eine Überarbeitung der Zumutbarkeitsbestimmungen für ihn kein Tabu: „Wir werden uns das Thema sicherlich jetzt noch einmal intensiv anschauen.“

Kopf für Harmonisierung der Mindestsicherung

Der AMS-Chef betonte die Harmonisierung der Mindestsicherung in den Bundesländern als wichtige Voraussetzung für die Jobvermittlung. Denn Kopf geht davon aus, dass nächstes Jahr deutlich mehr Menschen in Österreich Asyl erhalten und sich dann arbeitslos melden werden.

Um diese Menschen in Jobs zu bringen, wäre es sehr wichtig, sie überregional vermitteln zu können, insbesondere auch als Lehrlinge. Wenn aber ein Betroffener in Wien 800 Euro bekommt, „wenn er nichts tut“, in Oberösterreich aber nur 570 Euro Lehrlingsentschädigung, „dann werden uns die Argumente fehlen, warum das jemand tun soll“.

Sport

Bundesliga: Sturm setzt beim WAC auf Auswärtsstärke

Vier Siege, ein Remis und kein Gegentor in den letzten fünf Spielen: Im Duell gegen den WAC gastiert Sturm Graz heute (16.30 Uhr, live in ORF eins) zum Abschluss der 18. Bundesliga-Runde bei einem Lieblingsgegner der jüngeren Vergangenheit.

Die Steirer wollen mit einem Sieg im Rennen um die Winterkrone bleiben, weshalb Coach Franco Foda auch von einem „extrem wichtigen“ Spiel spricht. Der Deutsche setzt dabei auch auf die Tatsache, dass sein Team auswärts stärker spielt als vor eigenem Publikum. Der WAC fühlt sich wiederum dazu berufen, an der Statistik der letzten Spiele etwas zu ändern.

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Ski alpin: Historische Pleite schockiert ÖSV-Team

Nur vier Abfahrtsrennen hat es in der langen Geschichte des alpinen Skiweltcups gegeben, die für das österreichische Herren-Team noch schlechter als jene gestern in Val d’Isere verlaufen sind.

Nach der historischen „Volltetschn“, wie es Hannes Reichelt (Platz 24) treffend formulierte, war man in den ÖSV-Reihen entsprechend schockiert. „Das ist unseres Skisports nicht würdig“, sagte der schwer enttäuschte Sportdirektor Hans Pum.

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Basketball: Pöltl feiert mit Toronto Rekordsieg

Die Toronto Raptors haben den Erfolgslauf in der National Basketball Association (NBA) in der Nacht auf heute (MEZ) eindrucksvoll fortgesetzt. Das Team von Jakob Pöltl fertigte die Atlanta Hawks mit 121:85 ab und feierte damit den höchsten Sieg der Clubgeschichte.

Der Wiener kam beim Kantersieg zwar nur zu einem Kurzeinsatz, sorgte mit einem spektakulären Dunk aber für die Szene des Spiels. „Heute klappte gegen die Hawks fast alles“, postete Pöltl auf Facebook.

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Football Leaks: Beraterfirma stellt sich hinter Ronaldo

Die Fußballberaterfirma Gestifute hat die Steuervermeidungsvorwürfe gegen Real-Madrid-Superstar Cristiano Ronaldo und Manchester-United-Trainer Jose Mourinho zurückgewiesen. „Sowohl Cristiano Ronaldo als auch Jose Mourinho sind ihren steuerlichen Pflichten bei den spanischen bzw. britischen Steuerbehörden voll und ganz nachgekommen“, hieß es gestern in einer Erklärung.

Beide hätten sich nie eines Steuervergehens schuldig gemacht. Gestifute drohte deshalb rechtliche Schritte an: „Jede Unterstellung oder Anschuldigung gegen Cristiano Ronaldo oder Jose Mourinho bezüglich der Begehung von Steuerdelikten wird den Justizbehörden gemeldet und verfolgt werden.“

Riesiger Datensatz ausgewertet

Mehrere europäische Medien des Recherchenetzwerks EIC, darunter die österreichische Wochenzeitung „Falter“, haben 18,6 Millionen Dokumente zu Geldgeschäften im europäischen Fußball ausgewertet.

Der riesige Datensatz von insgesamt 1,9 Terabyte, der von der Enthüllungsplattform Football Leaks zur Verfügung gestellt wurde, soll auch Originalverträge von Spielern und Betreuern samt geheimen Nebenabsprachen und Dokumenten über mutmaßliche Steuervermeidung beinhalten. Dabei wurden auch die Namen von Portugals Europameister Ronaldo und seinem Landsmann Mourinho genannt.

Wirtschaft

Apple zeigt Interesse an selbstfahrenden Autos

Der iPhone-Hersteller Apple hat so deutlich wie nie sein Interesse an selbstfahrenden Autos bekundet. In einem Schreiben an die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA zeigte sich der Konzern vom Potenzial der Technik begeistert und forderte, die Erprobung der Fahrzeuge nicht zu beschränken.

Selbstfahrende Autos könnten jährlich Millionen Unfälle und Tausende Verkehrstote verhindern, schrieb Apple-Manager Steve Kenner in dem fünfseitigen Brief vom 22. November. Seit mehr als einem Jahr gibt es Spekulationen, nach denen Apple im Verkehrsbereich expandieren will.

Konzernchef Tim Cook deutete an, dass sein Unternehmen weitergehen will als Smartphones nur in die Systeme von Autos zu integrieren. Für Berichte, nach denen Apple ein selbstfahrendes Auto entwickelt, gab es aber nie eine Bestätigung.

Konzerne, die derartige Fahrzeuge auf die Straße bringen wollen, sind etwa die Google-Mutter Alphabet, Ford, Volkswagen, Daimler, Tesla Motors und General Motors.

Chronik

Türkei: Haftbefehle nach Brand in Mädchenwohnheim

Fünf Tage nach dem Brand in einem türkischen Mädchenwohnheim mit zwölf Toten ist Haftbefehl gegen vier Verdächtige erlassen worden. Darunter sei der Direktor des Wohnheims, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu Ajansi heute. Sie waren einen Tag nach dem Unglück wegen fahrlässiger Tötung festgenommen worden.

Fünf weitere Verdächtige seien freigelassen worden. Die Behörden untersuchen unter anderem Vorwürfe, wonach die Tür zur Feuerstiege abgeschlossen war.

Am Dienstag waren durch den Brand in einem Mädchenwohnheim in der südtürkischen Provinz Adana zehn Schülerinnen im Alter von elf bis 14 Jahren, die vierjährige Tochter des Direktors und eine Lehrerin ums Leben gekommen. Die Behörden vermuten einen Kurzschluss als Brandursache.

Über 50 Tote bei Explosionen in Bergwerken in China

Bei Explosionen in zwei chinesischen Kohlebergwerken sind mehr als 50 Menschen getötet worden. Eines der Unglücke habe sich gestern in der Stadt Chifeng im Norden des Landes ereignet, berichtete die Nachrichtenagentur Xinhua. Dabei seien 32 Menschen getötet worden. Bei einer Explosion in Qitaihe im Nordosten der Volksrepublik seien 21 Kumpel gestorben.

Chinesiche Rettungskräfte

Reuters/Zhong Xin

In dem Bergwerk in Chifeng in der Region Innere Mongolei arbeiteten den Angaben zufolge gerade 181 Menschen unter Tage, als sich die Gasexplosion ereignete. 149 Kumpeln sei es gelungen zu entkommen. Die anderen 32 seien getötet worden.

Ursachen unklar

Ebenfalls gestern berichtete Xinhua von einer Explosion in einer Kohlemine in Qitaihe im Nordosten des Landes, die sich bereits am Dienstag ereignet habe. Dabei seien mindestens 21 Bergleute getötet worden. Nach einem Arbeiter werde noch gesucht, er scheine unter den Trümmern noch am Leben zu sein. Die Versuche, zu ihm vorzudringen, würden durch Gesteinsbrocken in den Tunneln behindert.

China ist der weltgrößte Produzent von Kohle. Immer wieder ereignen sich in den Bergwerken des Landes tödliche Unfälle. Zu vielen Unfällen kommt es, weil an den Sicherheitsvorkehrungen gespart wird. Was die beiden Explosionen in Chifeng und Qitaihe auslöste, blieb zunächst unklar.

19.000 bei Trauerfeier für verunglücktes Fußballteam

Mit Tränen, stiller Einkehr und Fangesängen hat die brasilianische Stadt Chapeco Abschied von ihrer bei einem Flugzeugabsturz verunglückten Fußballmannschaft Chapecoense genommen. Die sterblichen Überreste der 50 Fußballspieler, Trainer und Mitarbeiter des Erstligisten wurden gestern auf vier offenen Lastwagen vom Flughafen zum Stadion Conda Arena gebracht, wo eine Trauerfeier abgehalten wurde.

Vom Flughafen wurden die Särge zur Arena Conda gebracht werden, wo rund 19.000 Zuschauer auf den Rängen der geplanten Trauerfeier beiwohnten.

Bei strömendem Regen verfolgten zahlreiche in die grün-weiße Vereinsflagge gehüllte Fans und Angehörige den Trauerzug durch die Straßen der Stadt. Bei der Ankunft im Stadion herrschte Stille, Soldaten stellten die Särge am Rand des Spielfelds ab.

Nur sechs Menschen überlebten Absturz

Viele Menschen trugen das Mannschaftstrikot, andere T-Shirts mit Fotos der verunglückten Spieler. Auch Brasiliens Präsident Michel Temer und der Chef des Weltfußballverbandes (FIFA), Gianni Infantino, nahmen an der Trauerfeier teil. Nach mehreren kurzen Reden verlas der Stadionsprecher die Namen aller Spieler und Mitarbeiter des Teams. Jeder Einzelne wurde mit Applaus bedacht.

Trauerfeier für die Absturzopfer in der Arena Conda in Chapeco, Brasilien

APA/AP/Andre Penner

Die Mannschaft war in der Nacht auf Dienstag bei einem Flugzeugabsturz in den Bergen im Nordwesten Kolumbiens ums Leben gekommen. Die Sportler waren auf dem Weg zum Hinspiel des Finales um den Südamerika-Cup gegen den kolumbianischen Rivalen Atletico Nacional. Nur sechs Menschen überlebten das Unglück, darunter drei brasilianische Fußballspieler.

Flugzeug ging Treibstoff aus

Nach dem Flugzeugunglück, bei dem insgesamt 71 Menschen ums Leben kamen, gibt es schwerwiegende Hinweise auf Treibstoffmangel als Absturzursache. Kolumbianische Medien veröffentlichten den Mitschnitt eines Funkspruchs, mit dem der Pilot der Unglücksmaschine den Kontrollturm auf dem Flughafen alarmierte und sagte, seine Maschine habe ein „Totalversagen, totales elektronisches Versagen, kein Treibstoff“.

Der Gesellschaft Lamia wurde am Donnerstag vorläufig die Fluglizenz entzogen. Der Chef der kolumbianischen Flugaufsicht, Freddy Bonilla, sagte, die Maschine habe internationale Vorschriften zu den Treibstoffreserven missachtet.

Gesundheit

Religion

Kultur

„Der kleine Prinz“ für knapp 90.000 Euro versteigert

Für knapp 90.000 Euro ist in Paris ein Exemplar der Originalausgabe des Erfolgsbuches „Der kleine Prinz“ versteigert worden. Es handle sich um ein Exemplar, das der Autor Antoine Saint-Exupery einem Freund geschenkt habe, teilte das Auktionshaus Cazo gestern Abend nach der Versteigerung mit. Enthalten seien unter anderem Zeichnungen und Widmungen des französischen Autors.

Exemplar der Originalausgabe des Erfolgsbuches „Der kleine Prinz“ von Antoine Saint-Exupery

APA/AFP/Philippe Lopez

Gekauft wurde das Buch den Angaben zufolge von einem anonymen Bieter. Dieser zahlte exakt 89.467 Euro für das Exemplar der Originalausgabe von 1943.

In 270 Sprachen und Dialekte übersetzt

„Der kleine Prinz“ wurde erstmals im April 1943 vom US-Verlag Reynal und Hitchcock in New York veröffentlicht, wo sich Saint-Exupery damals aufhielt. Der französische Schriftsteller und Pilot eroberte mit seiner Geschichte von der Begegnung eines in der Wüste notgelandeten Piloten mit einem kleinen Buben von einem anderen Stern die Welt.

Das Buch wurde inzwischen in 270 Sprachen und Dialekte übersetzt. Weltweit wurden mehr als 145 Millionen Exemplare verkauft. Die Erzählung ist damit eines der am meisten verbreiteten nicht religiösen Bücher.

Der 1900 in Lyon geborene Autor und Kriegspilot Saint-Exupery hat den phänomenalen Erfolg nicht miterlebt: Er wurde im Zweiten Weltkrieg, ein Jahr nach dem Erscheinen des „Kleinen Prinzen“, nahe der französischen Mittelmeer-Stadt Toulon abgeschossen.

Grundsteinlegung für Bauhaus-Museum in Dessau

Pünktlich zum Bauhaus-Jubiläum 2019 soll das neue Bauhaus-Museum im deutschen Dessau fertig sein - heute wird der symbolische Grundstein gelegt. Das schlichte Gebäude, ein schwebender Balken mit gläserner Hülle, entsteht im Stadtpark. Die Werke sollen die Hauptrolle spielen auf rund 1.600 Quadratmetern Ausstellungsfläche. Dessau verfügt mit rund 40.000 Exponaten über die zweitgrößte Bauhaus-Sammlung der Welt. Mehr hat nur Berlin.

Entwurf Bauhaus Museum Dessau

Gonzalez Hinz Zabala

Entworfen wurde das Museum vom spanischen Architektenbüro Gonzalez Hinz Zabala. Die Kosten sind mit 25 Millionen Euro veranschlagt, Land und Bund teilen sie sich. 2019 wird das 100. Gründungsjubiläum des Bauhauses gefeiert. Das Bauhaus gilt als weltweit einflussreichste Schule für Kunst, Architektur und Design. Es wurde 1919 in Weimar gegründet und begann 1925 mit seinem Umzug nach Dessau.