Letzte Meldung

Ansbach: Attentäter bekannte sich in Video zu IS

Der Selbstmordattentäter von Ansbach in Bayern hat sich nach Angaben von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann zur Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bekannt. Das gehe aus der Auswertung des Handys des Syrers hervor, sagte der CSU-Politiker heute in Nürnberg. „Es ist auf dem Handy eine entsprechende Anschlagsdrohung des Täters selbst als Video festgestellt worden.“

Racheakt gegen Deutsche angekündigt

Nach der ersten Auswertung der arabischen Äußerungen des Attentäters habe er ausdrücklich einen Racheakt gegen die Deutschen angekündigt. „Er bezeugt seine Zugehörigkeit zu Abu Bakr al-Bagdadi“, sagte Herrmann weiter. Bagdadi ist der Anführer des IS.

Das Attentat sei die Vergeltung für die Tötung von Muslimen, habe der Attentäter erklärt, sagte Herrmann. Es gebe Leute, die mit der Welt abgeschlossen hätten, zitiert Herrmann aus dem Video. Die Deutschen würden nicht mehr in Ruhe schlafen können.

Ausland

19-jähriger Islamist in Sarajevo festgenommen

Auf dem Flughafen von Sarajevo ist am Samstag, wie erst heute bekanntgeworden ist, ein 19-jähriger bosnischer Islamist festgenommen worden. Die Festnahme erfolgte auf Basis eines Haftbefehls wegen „Organisierung einer Terrorgruppe“. Er war mit einem Linienflug aus Istanbul gekommen.

Als 17-jähriger in Syrien-Krieg

Der junge Mann war laut Medienberichten als 17-jähriger in den Syrien-Krieg gezogen. Zuvor sollte er einige Zeit bei einer Gemeinschaft radikaler Islamisten in der nordbosnischen Ortschaft Osve verbracht haben.

Spannungen wegen Südchinesischen Meers vor Asien-Gipfel

Der Streit zwischen China und anderen Staaten wegen Hoheitsansprüchen im Südchinesischen Meer hat hohe Wellen geschlagen. Die Außenminister der südostasiatischen Staatengemeinschaft (ASEAN) äußerten heute vor einem Treffen mit ihrem chinesischen Kollegen Wang Yi in der laotischen Hauptstadt Vientiane ihre Sorge um die Stabilität der Region.

China war erbost über den internationalen Schiedsgerichtshof in Den Haag, der seine weitreichenden Hoheitsansprüche vor zwei Wochen abgewiesen hatte - und reagierte mit zusätzlichen Militärmanövern. Landaufschüttungen und andere Aktivitäten hätten „Vertrauen untergraben, die Spannungen erhöht und könnten den Frieden gefährden“, heißt es in einer Stellungnahme der zehn Länder.

Angestrebte Harmonie

Darunter sind vier, die mit China um die Hoheit über Atolle und Meeresregionen streiten: die Philippinen, Vietnam, Malaysia und Brunei. Zwei weitere sind besonders enge Verbündete Chinas: Kambodscha und Laos, und sie versuchen oft, chinakritische Äußerungen abzuwenden.

In der gemeinsamen Erklärung der ASEAN-Minister mit China setzten dann auch alle auf verbale Harmonie. „Die betroffenen Parteien treten dafür ein, ihre territorialen und gerichtlichen Auseinandersetzungen auf friedlichem Weg zu lösen, ohne die Androhung oder Anwendung von Gewalt.“ Sie respektierten die Freiheit der Navigation in der Region und Überflugrechte. Der Schiedsspruch wurde mit keinem Wort erwähnt.

Auch US-Außenminister Kerry in Vientiane

Auch US-Außenminister John Kerry war in Vientiane. Er sprach das Thema zum Auftakt einer Gesprächsrunde mit den ASEAN-Ministern nur durch die Blume an: „Wir sind stolz, ein Partner von ASEAN zu sein, weil Sie sich alle für ein internationales System starkmachen, das auf Regeln basiert und die Rechte von Nationen schützt“, sagte Kerry.

Die US-Regierung hat China aufgefordert, das Urteil anzuerkennen. Kerry reist anschließend auf die Philippinen, die das Schiedshofurteil mit einer Beschwerde ins Rollen gebracht hatten.

Unerwartetes Treffen der Außenminister Chinas und Nordkoreas

Am Rande des Treffens kam der chinesische Außenminister überraschend auch zu einem Gespräch mit seinem nordkoreanischen Kollegen Ri Yong Ho zusammen, wie die Zeitung „China Daily“ über den Kurznachrichtendienst Weibo berichtete.

Es war die erste Begegnung seit dem Amtsantritt von Ri vor zwei Jahren. Sie fand vor dem Hintergrund der Spannungen zwischen Peking und Pjöngjang über die nordkoreanischen Atom- und Raketentests statt. Einzelheiten wurden nicht bekannt.

Arabische Liga tritt ohne Ägyptens Präsident zusammen

Hochrangige Vertreter arabischer Staaten wollen auf dem Gipfel der Arabischen Liga in Mauretanien über den Kampf gegen den Terrorismus beraten. Beherrschende Themen des Treffens in der Hauptstadt Nouakchott, das bis morgen dauern soll, ist zudem die Sicherheitslage in der Region.

Die Kriege in Syrien, dem Irak, im Jemen und Libyen dauern bereits seit Jahren an und kosteten Hunderttausende Menschen das Leben.

Der Generalsekretär der Organisation, Ahmed Abul Gheit, hatte im Vorfeld des Gipfels dazu aufgerufen, zusammenzuarbeiten, um die Sicherheit und Stabilität in der Region wiederherzustellen. Ägyptens Staatspräsident Abdel Fatah al-Sisi schickte seinen Premierminister Scherif Ismail.

Sisi fürchtet angeblich Anschlag

Die ägyptische Nachrichtenseite al-Masri al-Jom berichtete unter Berufung auf anonyme Quellen von Anschlagsplänen gegen das autoritär regierende Staatsoberhaupt, der daraufhin seine Reise nach Mauretanien abgesagt habe. Der Präsidentenpalast war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Die Arabische Liga wurde 1945 auf Initiative Ägyptens von sieben arabischen Staaten in Kairo gegründet. Ihre Ziele sind eine engere politische, wirtschaftliche, kulturelle und religiöse Zusammenarbeit der Mitglieder sowie die Schlichtung innerarabischer Streitfälle.

Zwischen den jährlichen Gipfeltreffen ist der Rat der Außenminister das höchste Gremium der Organisation. Der Liga gehören offiziell 21 arabische Staaten in Vorderasien und Afrika sowie die palästinensischen Autonomiegebiete an.

Kern spricht mit Orban in Budapest über Flüchtlinge

Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) stattet dem Nachbarland Ungarn morgen einen Antrittsbesuch ab. Im Mittelpunkt der Gespräche mit Premier Viktor Orban in Budapest wird das Flüchtlingsthema stehen. Dabei werde vor allem auch über die gemeinsame Sicherung der EU-Außengrenzen gesprochen werden, sagte Kerns Sprecher Jürgen Schwarz heute.

Österreich soll bis August 20 Polizisten an die ungarisch-serbische Grenze entsenden, um die dortigen Behörden zu unterstützen. Auch über einen Einsatz des Bundesheeres laufen Gespräche, hieß es aus dem Verteidigungsministerium.

Täglich nur 30 Asylbewerber in „Transitzonen“

Ungarn lässt derzeit täglich nur insgesamt 30 Asylbewerber in die „Transitzonen“ an der Grenze, wo diese einen Antrag stellen können. Nach Angaben des UNO-Flüchtlingshochkommissariats (UNHCR) warten derzeit auf serbischer Seite rund 1.400 Personen auf Einlass über die EU-Außengrenze.

Ein besonders schwieriger Punkt dürfte die Rücknahme von „Dublin-Fällen“ sein, die Ungarn seit Längerem verweigert. Laut der Dublin-Richtlinie ist jenes Land für Asylwerber zuständig, wo diese erstmals den Boden der EU betreten.

Budapest argumentiert aber, dass die über Serbien kommenden Flüchtlinge zuvor in ein anderes EU-Land - in diesem Fall Griechenland - eingereist seien und Ungarn somit gar nicht für sie zuständig sei. Dublin-Rückführungen nach Griechenland sind derzeit allerdings aufgrund eines EuGH-Urteils nicht möglich.

Mindestens 18 Tote bei Selbstmordanschlag im Irak

Bei einem Selbstmordanschlag nordöstlich der irakischen Hauptstadt Bagdad sind heute mindestens 18 Menschen getötet worden. Mehr als 30 Menschen hätten Verletzungen erlitten, verlautete aus Kreisen von Polizei und Krankenhaus. Ein Sprengsatz in einem Auto sei in der Stadt Khalis detoniert, die rund 80 Kilometer von Bagdad entfernt liegt.

ausgebrannte Autos nach einem Selbstmordanschlag nordöstlich von Bagdad

APA/AFP/Younis Al-Bayati

Vermutlich werde die Zahl der Toten noch steigen, hieß es. Zu dem Anschlag bekannte sich zunächst niemand. Häufig werden solche Attentate aber von der radikalislamischen IS-Miliz verübt, die weite Teile des Irak und des Nachbarlandes Syrien unter ihrer Kontrolle hat.

Inland

62.500 Euro Förderung für Altkanzler

Sowohl der aus dem Amt geschiedene Bundespräsident Heinz Fischer als auch der ehemalige Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) bekommen für ihre neuen Tätigkeiten staatliche Förderung. Beide werden aber ehrenamtlich und unentgeltlich arbeiten, erläuterte Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) in der Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage der FPÖ.

Faymanns Tätigkeit im Kuratorium des Zukunftsfonds wird mit 62.500 Euro unterstützt. Wie Kern in der Anfragebeantwortung mitteilt, wurde dem Zukunftsfonds mit einem Rahmenvertrag eine entsprechende Förderung für das Jahr 2016 gewährt. Diese Summe deckt auch „entsprechende Lohnkosten für Assistenzpersonal“ ab.

Büro für Faymann

Faymann steht ein Büro in den Räumlichkeiten des Zukunftsfonds zur Verfügung. Der Zukunftsfonds fördert (vorwiegend wissenschaftliche) Projekte, die dem Gedenken der Opfer des NS-Regimes, der Erinnerung an die Bedrohung durch totalitäre Systeme sowie der internationalen Zusammenarbeit dienen.

Fischer mit Gedenkjahr 2018 betraut

Fischer wiederum soll das Gedenkjahr 2018 (100 Jahre Republik, 80 Jahre „Anschluss“) vorbereiten. Ihm werden dafür nicht nur Räumlichkeiten des Bundeskanzleramtes, sondern voraussichtlich auch zwei Mitarbeiter zur Verfügung gestellt, die dem Personalstand des Bundeskanzleramtes angehören.

Welches Personal er genau bekommt, ist derzeit noch Gegenstand von Verhandlungen. Eine direkte Weisungsbefugnis oberster Organe wird in beiden Fällen nicht bestehen, erklärt Kern in der Anfragebeantwortung, über die auch die „Salzburger Nachrichten“ (Montag-Ausgabe) berichten.

Wahlleiter bekommen vor Hofburg-Wahl neue Unterlagen

Rund vier Wochen vor der Bundespräsidentenwahl werden die 113 Bezirkswahlleiter und die neun Landeswahlleiter im Innenministerium zusammengetrommelt, ihnen soll noch einmal das Regulativ für den Urnengang nähergebracht werden. Vorgestellt wird dort am 6. September auch das neue E-Learning-Modul, das Rechtswidrigkeiten wie beim ersten Versuch der Hofburg-Stichwahl verhindern soll.

Direkt aktiv wird freilich nicht nur die formal vom Innenminister geleitete Bundeswahlbehörde. Denn diese hat die Landeswahlbehörden bereits aufgefordert, für Schulungen im jeweiligen Land zu sorgen.

Freilich ist ohnehin fraglich, ob Unwissenheit dafür verantwortlich war, dass in etlichen Bezirken nicht ordnungsgemäß vorgegangen wurde. Denn bei der öffentlichen Verhandlung des Verfassungsgerichtshofs (VfGH) in der Causa hatte sich gezeigt, dass in etlichen Fällen die Formulare korrektes Vorgehen bescheinigten, auch wenn zu früh oder von den falschen Personen ausgezählt wurde.

Weisungsrat verhinderte bisher fünf Weisungen

Die Zahl der Weisungen des Justizministers an die Staatsanwaltschaft ist in den vergangenen Jahren zurückgegangen. Das geht aus einer Anfragebeantwortung von ÖVP-Justizminister Wolfgang Brandstetter an die Grünen hervor. Ihm zufolge wurden im Vorjahr nur noch 24 Weisungen erteilt - 2013 waren es noch 43 gewesen. Der 2014 eingerichtete Weisungsrat verhinderte fünf Weisungen.

Von 2009 bis 2013 hatte sich die Zahl der Weisungen der Justizminister an die Staatsanwaltschaften versechsfacht: von sieben auf 43. Wie aus den aktuellen Zahlen hervorgeht, gab es seither wieder einen Rückgang: 2014 erteilte Brandstetter selbst 38 Weisungen, 2015 waren es nur noch 24. Seit Inkrafttreten der Weisungsreform Anfang 2016 waren es bis zum Stichtag 16. Juni nur noch sechs Weisungen.

33 „prominente“ Fälle

Seit 2014 werden die Weisungen einem im Justizministerium angesiedelten Beratungsgremium vorgelegt. Dieser Weisungsrat (bzw. in den Jahren 2014 und 2015 Weisenrat) hat der Anfragebeantwortung zufolge in insgesamt fünf Fällen eine Weisung verhindert. In vier weiteren Fällen wurde die Anweisung an die Anklagebehörde wegen Bedenken des Weisenrates modifiziert (aber nicht unterlassen), wie aus der Anfragebeantwortung hervorgeht.

Insgesamt 33 der 111 Weisungen seit 2013 betrafen Verfahren, die unter öffentlichem Interesse bzw. medialer Berichterstattung ablaufen. Das entspricht nicht ganz einem Drittel der Weisungsfälle. Ein besonders prominenter Fall für den Weisungsrat war zuletzt die Anklage gegen Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser und seine 15 Mitbeschuldigten in der Causa BUWOG/Terminal-Tower. Hier tagte das Gremium allerdings erst im Juli - also nach dem Stichtag der Anfragebeantwortung.

Nur unverbindliche Empfehlung

Seit 2016 muss der Justizminister den Weisungsrat befassen, wenn er einem Staatsanwalt eine Weisung erteilen will sowie bei Verfahren gegen oberste Organe - also u. a. Minister, Landeshauptleute und Landesräte. Außerdem kann der Minister das dreiköpfige Gremium einschalten, wenn er sich für befangen hält sowie bei Verfahren „außergewöhnlichen Interesses der Öffentlichkeit“. Die Beschlüsse des Weisungsrates sind für den Justizminister nicht bindend. Brandstetter hatte allerdings angekündigt, sich daran zu halten.

Sport

Olympia: Kritik an IOC-Entscheidung zu Russland

Die Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Russland trotz des Verdachts des staatlich organisierten Dopings nicht von den Spielen in Rio de Janeiro auszuschließen, hat vor allem bei den weltweiten Anti-Doping-Jägern für heftige Kritik gesorgt. Von US-Seite warf man den IOC-Bossen Führungsschwäche vor, der Chef des Instituts der Internationalen Anti-Doping-Agenturen, Joseph de Pencier, sprach gar von einem „traurigen Tag für den sauberen Sport“.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Wirtschaft

Bankomatgebühr: Ministerien für Kennzeichnung

Wirtschaft- und Finanzministerium sehen das von Sozialminister Alois Stöger (SPÖ) vorgeschlagene Verbot von Bankomatgebühren kritisch. „Volle Transparenz“ für die Kunden sei der „der bessere Weg, um Gebühren durch die Hintertür zu vermeiden“. Das Finanzministerium arbeitet aktuell an einer Transparenzregelung für Bankomatgebühren.

„Wir befürchten, dass ein gesetzlicher Schnellschuss zum Eigentor für die Kunden wird, weil im Gegenzug die Kontogebühren steigen könnten“, zitiert die „Presse“ das Wirtschaftsministerium. „In diesem Fall wäre es für alle Kunden ein Verlustgeschäft und somit ein Schildbürgerstreich.“

67 von 8.500 Bankomaten mit Gebühren

Aktuell gibt es rund 8.500 Bankomaten in Österreich, nur bei 67 Automaten des amerikanischen Anbieters Euronet fallen derzeit bei der Behebung knapp zwei Euro Gebühren an.

Stöger hat eine Novelle des Verbraucher-Zahlungskontogesetzes verfasst, um die umstrittenen Bankomatgebühren zu verhindern. Die Regelung soll nach Wunsch der SPÖ am 1. Jänner 2017 in Kraft treten. Das Wirtschaftsministerium verweist auf Experten, die ein Verbot für verfassungsrechtlich bedenklich halten. Es handle sich um einen Eingriff in die Vertragsautonomie, die vom Grundrecht auf Eigentum geschützt sei.

ATX machte Verluste nach „Brexit“-Votum wieder wett

Der heimische Leitindex ATX hat nach etwas mehr als einem Monat sämtliche Kursverluste infolge des „Brexit“-Votums wieder aufgeholt. Die Entscheidung Großbritanniens zum Austritt aus der Europäischen Union (EU) hatte europaweit die Aktienmärkte auf Talfahrt geschickt - auch der heimische Aktienmarkt war deutlich belastet worden.

Grafik zum ATX-Verlauf seit Anfang 2016

Grafi: APA/ORF.at; Quelle: APA

Heute Vormittag stieg der ATX an der Wiener Börse nun zwischenzeitlich bis auf 2.244,03 Punkte. Am 23. Juni - dem Tag vor der Bekanntgabe des Abstimmungsergebnisses - hatte er bei 2.242,11 Einheiten geschlossen. Am Tag darauf war er um über sieben Prozent eingebrochen, in weiterer Folge fiel der ATX bis auf 1.981,93 Punkte.

DAX noch nicht erholt

Zum Vergleich: Der deutsche Leitindex DAX hat sich noch nicht vollständig von den „Brexit“-Verlusten erholt, er notierte gegen Mittag allerdings nur noch wenige Punkte unter dem Niveau von vor dem Referendum.

Der wichtigste britische Aktienindex, der FTSE-100 hatte seine Verluste bereits am vierten Handelstag nach der Abstimmung wieder wettgemacht. Analysten erklärten das mit der deutlichen Abwertung des Pfunds, welche die Produkte der britischen Unternehmen im Ausland verbilligt.

D: Milliardenfonds für Start-up-Firmen geplant

Die deutsche Regierung will bei der Förderung von jungen Hightech-Firmen neue Wege gehen. Mit einem Zehn-Milliarden-Fonds über zehn Jahre sollen solche Start-up-Firmen gestützt werden, die nach erfolgreicher Gründungsphase expandieren wollen, wie eine Sprecherin des Finanzministeriums heute in Berlin bestätigte.

Es gehe bei dieser großvolumigen Anschlussfinanzierung um keine Beihilfen, sondern um Kredite der Staatsbank KfW, die der Bund absichere. Zusammen mit angesammeltem Eigenkapital könnte sich das Finanzvolumen auf bis zu 20 Milliarden Euro verdoppeln. Zuvor hatten der „Spiegel“ und die „Welt am Sonntag“ darüber berichtet.

Für jeden Euro Wagniskapital ein Euro Kredit

Nach Angaben der „Welt am Sonntag“ soll der Fonds bei der staatlichen KfW angesiedelt sein und Firmengründern für jeden Euro an Wagniskapital einen Euro Kredit zu vergünstigten Konditionen bereitstellen. So sollen die 20 Milliarden Euro an frischem Kapital für Gründer zusammenkommen.

Da Kredite Fremdkapital seien, müssten Gründer bei Finanzierung durch den Fonds weniger Firmenanteile abgeben, als wenn sie nur Wagniskapital einsammeln. Denn Wagniskapital werde als Eigenkapital eingestuft.

Chronik

Mindestens zwei Tote nach Schüssen in Florida

Bei Schüssen in einem Nachtclub im US-Bundesstaat Florida hat es zwei Tote gegeben. Wie der Sender NBC unter Berufung auf die Polizei in Fort Myers heute berichtete, wurden im Club Blu mindestens 15 weitere Menschen verletzt.

Die Schüsse fielen den Angaben zufolge während einer Party für Teenager auf dem Parkplatz des Clubs. Über die Hintergründe der Tat ist bisher nichts bekannt. Zeugen berichteten von chaotischen Szenen auf dem Parkplatz. Eine Frau gab an, sie habe etwa 30 Schüsse gehört.

Polizei mit Großaufgebot an Ort und Stelle

Bei dem Lokal handelt es sich um Restaurant und Club. Die Polizei sei mit einem Großaufgebot an Ort und Stelle, hieß es. Ob eine zweite Schießerei in Fort Myers mit dem Vorfall in Zusammenhang stand, war ebenso unklar.

Der Angriff in dem Club ruft Erinnerungen an das Massaker in einem anderen Nachtclub in Florida wach. Der 29-jährige Attentäter Omar Mateen hatte in der Nacht des 12. Juni den Homosexuellenclub Pulse in Orlando angegriffen. 49 Menschen wurden getötet, der Attentäter wurde von der Polizei erschossen.

Spaniens Polizei sprengt Pädophilenring: 21 Festnahmen

Die Polizei hat in Spanien einen landesweit tätigen Pädophilenring ausgehoben. Nach rund einjährigen Ermittlungen seien in 14 Provinzen insgesamt 21 Menschen festgenommen worden, berichtete die Nachrichtenagentur EFE unter Berufung auf die Behörden. Den Verdächtigen werde zur Last gelegt, kinderpornografisches Material produziert sowie Fotos und Videos von Kindesmissbrauch via Internet ausgetauscht und verbreitet zu haben, hieß es.

24 Wohnungen und Arbeitsplätze durchsucht

Einer der Festgenommenen soll den amtlichen Angaben zufolge etwa Kinder mit Hilfe von versteckten Kameras in den Umkleideräumen und Duschen eines städtischen Sportzentrums gefilmt haben. Im Rahmen der Aktionen gegen den Ring seien 24 Wohnungen und Arbeitsplätze durchsucht worden. Dabei seien unter anderem Festplatten, PCs, Notebooks, Tablets und Handys sichergestellt worden. Das umfangreiche Material werde von Experten nun genauer untersucht.

IT

Europol hilft Opfern von Interneterpressung

Europol hilft Opfern von Onlineerpressung: Auf der heute in Den Haag präsentierten Site www.nomoreransom.org bietet die europäische Polizeibehörde Software gegen schädliche Ransom-Software an, die den Zugang zu Daten blockiert.

Bei einem Ransom-Angriff schleusen Kriminelle Viren in Computer ein, die Daten für die Verbraucher unzugänglich machen. Erst nach Zahlung eines „Lösegeldes“ („ransom“) wird der Zugang wieder freigeben. Ransom-Software kann über kriminelle Websites und infizierte E-Mail-Anhänge geladen werden. Ransom-Angriffe sind nach Angaben von Europol ein zunehmendes Problem in Europa.

Verbraucher sollten nie Lösegeld bezahlen

Die auf der Website angebotenen Hilfsmittel können Daten wieder zugänglich machen. Das sei aber keine „wasserdichte Lösung“, betonte Europol. Die entwickelte Software wirkt vorerst nur gegen einige Ransom-Viren. Viele andere konnten bisher noch nicht entschlüsselt werden. Verbraucher müssten weiter ihre Computer schützen und sollten nie Lösegeld bezahlen, warnt Europol.

Die Anti-Ransom-Programme wurden gemeinsam mit dem Chipfabrikant Intel und dem Sicherheitsunternehmen Kaspersky entwickelt. Im Kampf gegen Cyberkriminalität sei Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft notwendig.

Mehr dazu in help.ORF.at

Verizon kauft Yahoo-Kerngeschäft

Der Internetpionier Yahoo verliert nach langer Krise seine Eigenständigkeit. Für 4,8 Milliarden Dollar (4,4 Mrd. Euro) in bar geht das Kerngeschäft an den US-Telekomkonzern Verizon, wie der Käufer heute mitteilte und damit einen Reuters-Bericht von gestern Abend bestätigte. Verizon sichert sich damit einen relativ günstigen Deal. Denn Analysten hatten den Wert der Internet- und E-Mail-Sparte von Yahoo zuletzt auf sechs bis acht Milliarden Dollar geschätzt.

Das Internet dominieren vor allem Google und Facebook. Yahoo kann dieser Übermacht nicht mehr viel entgegensetzen, obwohl Firmenchefin Marissa Mayer eine Trendwende versprochen und dafür auch viel Geld in Übernahmen investiert hatte. Die Zahlen wurden aber nicht besser. Unter dem Druck eines Milliardenverlustes hatte Mayer dann im Februar die Reißleine gezogen und den Verkauf angekündigt.

Alibaba und Yahoo Japan bleiben

Nicht abgestoßen werden die Beteiligungen an dem chinesischen Onlinehändler Alibaba und Yahoo Japan. Diese waren zuletzt viel mehr wert als das angestammte Internetgeschäft von Yahoo. Insidern zufolge hatten sich auch der Telekomkonzern AT&T sowie einige milliardenschwere Investoren für Yahoo interessiert.

Zu Verizon gehört bereits der ebenfalls gefallene Internetpionier AOL. Diesen hatte der Telekomkonzern 2015 für 4,4 Milliarden Dollar geschluckt. Internet- und Telekomdienstleistungen verschwimmen immer mehr.

Gesundheit

Religion

Kultur

Albert Hammond tourt durch Österreich

Albert Hammond hat zahlreiche Welthits geschrieben: „One Moment In Time“ für Whitney Houston, „When I Need You“ für Leo Sayer, „Nothing’s Gonna Stop Us Now“ für Starship, um nur einige zu nennen. Mit „It Never Rains In Southern California“ war dem Briten 1972 der Durchbruch gelungen. Demnächst gastiert der mittlerweile 72-Jährige viermal in Österreich.

2008 in Songwriters Hall Of Fame aufgenommen

Hammond wurde 2008 in die Songwriters Hall Of Fame aufgenommen. Neben der Arbeit für andere Künstler brachte der in London geborene und später in den USA tätige Popmusiker zahlreiche Alben unter seinem Namen heraus. „Legend“ und „Legend II“ (von 2010 und 2012) beinhalten Klassiker aus eigener Feder, mit Duettpartnern neu aufgenommen. Dabei arbeitet Hammond auch mit seinem Sohn Albert Junior, Gitarrist von The Strokes, zusammen.

Anton-Wildgans-Preis 2016 an Margit Schreiner

Margit Schreiner erhält heuer den Anton-Wildgans-Literaturpreis der Österreichischen Industrie. Dotiert ist die seit 1962 verliehene Auszeichnung mit 15.000 Euro. Überreicht wird diese der gebürtigen Linzerin im November im Wiener Haus der Industrie, hieß es heute in einer Aussendung. Schreiner folgt damit Preisträgern wie Ingeborg Bachmann, Thomas Bernhard und Arno Geiger nach.

Autorin Margit Schreiner

Public Domain

„Margit Schreiner ist eine kluge Chronistin unserer Alltagskultur, die sie nuanciert und auch befreiend komisch literarisch verarbeitet“, würdigte die unabhängige Jury die Preisträgerin.

Weit gereiste Autorin

Sie lobte den analytischen Blick der weit gereisten Autorin, die Themen wie Familie und Geschlechterrollen immer wieder überraschend neu betrachte.

Geboren wurde Schreiner am 22. Dezember 1953 in Linz, wo sie auch maturierte, bevor sie in Salzburg Germanistik und Psychologie zu studieren begann. Nach einem Aufenthalt in Tokio brach sie ihr Studium ab und wurde Literatin mit Wegstationen in Paris, Berlin und Italien.

Zu ihren bekanntesten Werken gehören „Die Unterdrückung der Frau, die Virilität der Männer, der Katholizismus und der Dreck“ (1995) und „Das menschliche Gleichgewicht“ (2015).

Suche nach neuem „Jedermann“ erst im Herbst

Die Salzburger Festspiele werden die Suche nach einem neuen „Jedermann“ vorerst auf den Herbst verschieben. Das kündigte eine Sprecherin nach dem überraschenden Rückzug von Cornelius Obonya an.

Mehr dazu in salzburg.ORF.at

Obonya wird nach vier Spielzeiten in der Titelpartie des Hofmannsthal-Klassikers seine Rolle zurücklegen. „Das ist meine letzte Saison“, sagte der 47-jährige Schauspieler gestern in einem Pressegespräch in Salzburg.

Mehr dazu in orf.at/salzburgerfestspiele

Viel Jubel für die neue Buhlschaft

Die Premiere des „Jedermann“ wurde indes mit viel Jubel aufgenommen. Vor allem der Auftritt der neuen „Buhlschaft“, gespielt von Miriam Fussenegger, war mit Spannung erwartet worden. Wegen Schlechtwetters musste die Vorstellung vom Domplatz ins Festspielhaus verlegt werden.

Mehr dazu in salzburg.ORF.at

Leute

Panorama

Dorf in Deutschland kapituliert vor Problemstorch

Er heißt Ronny, ist ein Problemstorch und nervt ein Dorf im Norden des deutschen Bundelandes Brandenburg. Seit er Anfang Mai in die Gemeinde Glambeck gekommen ist, hackt er auf sein Spiegelbild in Fensterscheiben und dunklen Autodächern ein und ruiniert auf diese Weise den Lack und die Nerven der Dorfbewohner. Inzwischen haben sie kapituliert.

„Die Autos stehen eben nicht mehr draußen“, sagte Ortsvorsteherin Hilde Peltzer-Blase. Fenster und Glastüren blieben im Zweifel geschlossen. Spätestens Ende August hat der Spuk ein Ende: Dann fliegen die Störche wieder
nach Süden.

Kein Vorzeigevater

„Alle hoffen, dass er sich nicht so wohlfühlt, dass er nächstes Jahr wiederkommt“, sagte Peltzer-Blase.

Ronny gelang schon im Juni, das Männchen des bereits im Dorf brütenden Storchenpärchens zu vertreiben und seine Stelle einzunehmen. Aber zum Vorzeigevater wurde er nicht. Die Mutter habe ihr Junges größtenteils allein aufgezogen, berichtete die Ortsvorsteherin.