Ausland

NATO vor Beitritt zur Anti-IS-Koalition

Die NATO soll Mitglied der internationalen Koalition gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) werden. Nach dpa-Informationen haben sich die Bündnisstaaten heute in Brüssel darauf geeinigt.

Die NATO unterstützt den Kampf gegen den IS derzeit nur indirekt, in dem sie Radaraufklärungsflugzeuge des Typs Awacs zur Verfügung stellt und irakische Soldaten für den Kampf gegen den IS ausbildet.

NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg stellte laut Medienberichten bereits eine stärkere Rolle der Allianz am Anti-Terror-Kampf in Aussicht. „Nicht zur Debatte“ stehe Stoltenberg zufolge allerdings eine direkte Beteiligung von NATO-Soldaten im syrischen Bürgerkrieg.

Russland-Affäre: Flynn vor nächster Vorladung

Die Kongresspolitiker in Washington lassen nicht locker beim Versuch, Präsident Donald Trumps Ex-Vertrauten Michael Flynn im Zusammenhang mit der mutmaßlichen Einmischung Russlands in den US-Präsidentschaftswahlkampf zu verhören.

Der ranghöchste Demokrat im Geheimdienstausschuss des Repräsentantenhauses, Adam Schiff, kündigte heute an, den ehemaligen Nationalen Sicherheitsberater offiziell vorzuladen, nachdem dieser es abgelehnt habe, vor dem Komitee zu erscheinen.

Zentrale Auskunftsperson

Auch der Geheimdienstausschuss des Senats hatte versucht, Flynn per Vorladung herbeizuzitieren. Der pensionierte General berief sich jedoch auf das von der Verfassung garantierte Recht, sich nicht selbst belasten zu müssen. Die Senatoren entschieden daraufhin, stattdessen Vorladungen an zwei Unternehmen Flynns zu versenden.

Flynn ist in der Affäre einer der zentralen Zeugen. Er war im Februar nach nicht einmal einem Monat im Amt als Nationaler Sicherheitsberater wegen falscher Angaben zu seinen Gesprächen mit dem russischen Botschafter in Washington, Sergej Kisljak, gefeuert worden.

Die beiden Ausschüsse verlangen von ihm Informationen, von denen sie sich Aufschluss in den Fragen erhoffen, ob Russland tatsächlich im Wahlkampf 2016 zugunsten des späteren Wahlsiegers Trump mitgemischt hat und ob es Absprachen zwischen Trumps Wahlkampfteam und Russland gab. Insgesamt befassen sich im Kongress fünf Ausschüsse mit der Angelegenheit.

Debatte über Trumps Deutsche-Bank-Konten

Die Demokraten im US-Kongress machen in der Debatte um angebliche Verbindungen nach Russland unterdessen auch Druck auf die Deutsche Bank. Sie fordern von Vorstandschef John Cryan detaillierte Aufklärung über Erkenntnisse des Instituts zu Konten seines Kunden Trump und den Krediten an den damaligen Immobilienunternehmer.

„Der Kongress wird darüber im Unklaren gelassen, ob Kredite der Deutschen Bank an Präsident Trump von der russischen Regierung garantiert wurden oder ob sie anderweitig in Verbindung zu Russland standen“, heißt es in dem Reuters vorliegenden Brief der Demokraten im Finanzausschuss des Repräsentantenhauses an Cryan.

Trump in Brüssel von König Philippe empfangen

Vor dem NATO-Gipfel morgen ist US-Präsident Donald Trump in Brüssel eingetroffen. Trump landete am Nachmittag mit der Air Force One auf dem Flughafen der belgischen Hauptstadt.

Das belgische Königspaar Mathilde und Philippe, Donald und Melania Trump

APA/AP/Olivier Matthys

Der belgische König Philippe empfing Trump im Anschluss im Brüsseler Stadtpalast. Gemeinsam mit Königin Mathilde und Trumps Frau Melania winkten sie für ein paar Sekunden in die Kameras, bevor sich die beiden Staatsoberhäupter zu Gesprächen zurückzogen.

Demonstration in Brüssel

Die Belgier hatte Trump Anfang 2016 mit der Aussage schockiert, die Hauptstadt Brüssel sei wegen der großen Zahl muslimischer Einwanderer ein „Höllenloch“. Am Abend war eine Demonstration unter dem Motto „Trump not welcome“ geplant, zu der die Organisatoren rund 10.000 Menschen erwarteten.

Besuch bei Papst: Zusammentreffen zweier Welten

Trump traf zuvor heute Papst Franziskus in Rom. Der Besuch wurde mit Spannung erwartet - auch weil Trump und der Pontifex als Persönlichkeiten gelten, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Das kam auch bei Trumps Visite zum Vorschein: Franziskus mahnte den US-Präsidenten, sich für den Klimaschutz einzusetzen - ein Thema abseits von Trumps Prioritätenliste. Auch die Bilder, die bei ihrem Aufeinandertreffen entstanden, sprachen Bände.

Mehr dazu in „Werde nicht vergessen, was Sie sagten“

Vorwürfe gegen Macron-Vertrauten Ferrand

Vorwürfe gegen einen seiner engsten Vertrauten haben für erste Misstöne in der noch jungen Regierung von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron gesorgt. Der seit vergangene Woche amtierende Minister für den territorialen Zusammenhalt, Richard Ferrand, soll einem Medienbericht zufolge 2011 von einem Immobiliendeal profitiert haben, als er Generaldirektor einer Krankenversicherung in der Bretagne (Mutuelles de Bretagne) war.

Nach Informationen der investigativen Satirezeitung „Le Canard Enchaine“ wollte Ferrands Krankenversicherung in Brest ein Gebäude anmieten. Sie entschied sich für das Angebot einer Immobiliengesellschaft im Besitz von Ferrands Partnerin. Mit Hilfe des lukrativen Mietvertrags sicherte sich deren Immobilienverwaltung einen Bankkredit zum Kauf des gesamten Gebäudes im Wert von rund 400.000 Euro. Die Krankenversicherung ließ das Gebäude vollständig renovieren, was dessen Wert für die Firma von Ferrands Freundin beträchtlich erhöhte.

Ferrand, der 2012 auf der Liste der Sozialistischen Partei des damaligen Präsidenten François Hollande ins Parlament gewählt wurde, wies im Fernsehsender BFMTV jedes Fehlverhalten von sich. Der Verwaltungsrat der Versicherung, dem er nicht angehört habe, habe sich einfach für das beste Angebot entschieden, sagte er.

Anschlag in Jakarta: Mindestens zwei Tote

Bei einem mutmaßlichen Selbstmordanschlag im Osten der indonesischen Hauptstadt Jakarta sind mindestens zwei Menschen getötet worden, darunter der Attentäter. Nach Angaben der Polizei gab es heute Abend in einem Busbahnhof zwei Explosionen.

Der zuständige Polizeichef Andry Wibowo erklärte im Fernsehen, es habe drei Opfer gegeben. Es war unklar, ob es sich dabei um Tote oder Verletzte handelte. Aufgrund der Schäden könne man davon ausgehen, dass die Explosionen ziemlich heftig gewesen seien, fügte Wibowo hinzu.

Indonesien wird seit Jahren immer wieder von Terrorattacken erschüttert. Erst im Jänner 2016 wurden in einem Geschäftsviertel von Jakarta bei einem bewaffneten Überfall und einem Bombenanschlag acht Menschen getötet, darunter vier Attentäter.

Tausende minderjährige Flüchtlinge in EU vermisst

In der gesamten EU sind laut Europol in den vergangenen Jahren rund 10.000 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge verschwunden. Die Gründe dafür und die Frage, wie man in Österreich und der EU mit dieser Problematik umgeht, waren heute Thema einer Enquete des SPÖ-Parlamentsklubs.

„Es handelt sich um eine Gruppe der schwächsten Mitglieder der Gesellschaft. Und als Gesellschaft darf man nicht zulassen, dass so etwas passiert“, sagte SPÖ-Klubobmann Andres Schieder in seiner Einleitung der Enquete „Missing Children“. Immer noch seien Kinder, die auf der Flucht „verschwinden“, ein „Tabuthema“, zu dem es keine genauen Zahlen gebe.

Laut Schieder wird etwa ein Drittel der vermissten Flüchtlinge im Kinder- und Jugendlichenalter Opfer von Menschenhändlern. Die dringend nötige Harmonisierung der Gesetzgebung in Bezug auf Identifikation und Schutz der geflüchteten Kinder lasse in vielen Europarat-Staaten jedoch stark zu wünschen übrig, kritisierte SPÖ-Bundesrat Stefan Schennach.

Bundeskriminalamt gründete Kompetenzzentrum

In Österreich bemühe man sich vor allem in den letzten Jahren um Fortschritte in der Umsetzung von Maßnahmen zur Auffindung abgängiger minderjähriger Flüchtlinge, sagte Gerald Tatzgern vom Bundekriminalamt (BK). „Weiterverfolgung heißt Sensibilisierung, Schulung der Mitarbeiter aller Organisationen, die eine Rolle spielen.“

„Wir haben vor einigen Jahren das Kompetenzzentrum für Abgängige Personen (KAP) im Bundeskriminalamt gegründet und führen auch immer wieder Gespräche mit den Betreuern, damit diese die Lage besser einschätzen können“, sagte Tatzgern. Von den „unbegleiteten minderjährigen Nicht-EU-Bürgern tauchen 80 bis 85 Prozent innerhalb einer Woche wieder auf“.

1.273 Menschen in Österreich vermisst

Mit Stichtag 1. Mai 2017 sind im österreichischen Fahndungssystem 1.273 Personen als abgängig verzeichnet. Dabei handelte es sich um 781 Minderjährige und 492 Erwachsene, informierte das BK heute anlässlich des morgigen internationalen Tages der vermissten Kinder.

Bei den Minderjährigen waren 549 jugendlich (zwischen 14 und 18 Jahre alt) und 232 unmündig (unter 14 Jahre). Seit Beginn der Flüchtlingsbewegung seien etwa 670 Kinder und Jugendliche aus Nicht-EU-Staaten als abgängig gespeichert.

Flüchtlingsboot im Mittelmeer gekentert

Im Mittelmeer ist heute unterdessen erneut ein Flüchtlingsboot gekentert. Dabei starben nach Angaben der italienischen Küstenwache mindestens 31 Personen. Rund 200 Menschen konnten gerettet werden, insgesamt befanden sich 500 Flüchtlinge an Bord. Die Suche nach Vermissten sei noch im Gange, teilte die Küstenwache mit.

Wegen des guten Wetters sind derzeit noch mehr Flüchtlingsboote von Libyen in Richtung Italien unterwegs. Viele der Gummiboote sind kaum seetauglich. Rund 51.000 Flüchtlinge erreichten seit Jahresbeginn Italien, das sind 42 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum 2016, teilte das Innenministerium mit.

Inland

TA: Anklage gegen Hochegger, Meischberger, Fischer

In der Causa Telekom Austria hat die Staatsanwaltschaft Wien eine neue Anklage gegen Ex-Telekom-Vorstand Rudolf Fischer und die Lobbyisten Peter Hochegger sowie Walter Meischberger erhoben. Weiters wird Michael Fischer angeklagt, ehemals Head of Public Affairs der TA.

Rudolf Fischer und Hochegger werden Untreue sowie Geschenkannahme als Machthaber vorgeworfen, Hochegger auch falsche Beweisaussage und Meischberger und Michael Fischer Geldwäscherei, teilte die Staatsanwaltschaft Wien heute Nachmittag in einer Aussendung mit. Die Anklage ist nicht rechtskräftig, die Beschuldigten können dagegen innerhalb von 14 Tagen Einspruch erheben. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Keine Anklage für Gorbach

Nicht angeklagt werden Ex-Vizekanzler Hubert Gorbach und seine Sekretärin, ihnen wurde ein Diversionsanbot unterbreitet. Das Diversionsanbot an Gorbach umfasse eine Geldbuße und eine Teilschadenswiedergutmachung, die Höhe der geforderten Zahlungen nannte Staatsanwaltschaftssprecherin Nina Bussek auf APA-Anfrage nicht. Sollte Gorbach die Diversion ablehnen, droht ihm immer noch eine Anklage.

Gorbach soll nach seinem Ausscheiden aus der Politik 268.000 Euro von der TA erhalten haben. Das Geld soll über den früheren Telekom-Lobbyisten Hochegger und Gorbachs Sekretärin an den früheren Spitzenpolitiker von FPÖ und BZÖ geflossen sein. Ein Teil der Mittel soll der Bezahlung seiner Sekretärin gedient haben, der Rest (139.200 Euro) an Gorbach gegangen sein. Gorbach hat bisher alle Vorwürfe zurückgewiesen.

Neue Anklage bezieht sich auf „schwarze Kasse“

Die neue Anklage bezieht sich auf die Bildung einer „schwarzen Kasse“ bei der TA zwischen den Jahren 2004 und 2009. In diesem Zeitraum leistete die TA an die Valora AG von Hochegger rund neun Millionen Euro, schreibt die Staatsanwaltschaft Wien in der Aussendung.

Diesen Zahlungen lagen teilweise reale Lobbyingleistungen zugrunde, sie dienten aber auch dazu, außerhalb der TA eine Liquiditätsreserve (laut Anklage 5,7 Millionen Euro) zu bilden, wodurch das TA-Management in der Lage war, Geldbeträge an Dritte „ohne werthaltige Gegenleistung“ auszuzahlen.

Geld sollen unter anderem die Angeklagten Meischberger und Fischer erhalten haben. Ermittelt wurde im „äußerst umfangreichen“ Faktenkomplex „Telekom“ in mehreren Ermittlungssträngen, wobei das Verfahren insgesamt gegen etwa 40 Beschuldigte geführt wurde.

Erdogan zu Wien: „Wer blockiert, wird blockiert“

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat zum Streit um NATO-Partnerschaftsprogramme mit Österreich die Position Ankaras verteidigt: „Wer blockiert, wird auch blockiert. So einfach ist das“, sagte Erdogan heute in Ankara vor seinem Abflug nach Brüssel.

Weil Ankara über die österreichischen Forderungen nach einem Abbruch der EU-Beitrittsgespräche mit der Türkei und die Kritik an der Politik Erdogans verärgert ist, blockierte das Land am Bosporus seit etwa einem Jahr die Ausbildungs- und Trainingsprogramme mit allen 41 Bündnisstaaten.

Österreich muss warten

Durch eine gestern Abend von der NATO beschlossene Änderung werden die Abkommen künftig mit jedem Land einzeln festgelegt. Alle anderen Staaten können somit die Programme fortsetzen. Für Österreich heißt das vorerst, dass Bundesheer-Offizieren die Teilnahme an Kursen für Einsatzvorbereitungen nicht möglich ist.

Erdogan kommt morgen am Rande des NATO-Gipfels in Brüssel auch mit den EU-Spitzen zusammen. Er sieht die EU in der Pflicht, über ein mögliches Ende des EU-Beitrittsprozesses mit seinem Land zu entscheiden. „Die Europäische Union wartet darauf, dass die Türkei sich zurückzieht“, sagte Erdogan.

„Von der Gegenseite erwarten wir Gegenleistungen“

Es liege aber an der EU, einen solchen Beschluss zu fällen. „Wenn ihr die Entscheidung trefft, machen wir auch keine Schwierigkeiten.“ Erdogan betonte erneut, eine EU-Mitgliedschaft sei für die Türkei nicht alternativlos. „Das sollte man auch wissen.“

Der Präsident betonte, die Türkei unternehme alles, was in ihrer Macht stehe, um der EU beizutreten. „Von A bis Z tun wir alles, was wir können“, sagte er. „Aber von der Gegenseite erwarten wir natürlich eine Gegenleistung.“ Die Türkei sei kein „Bettler“, der vor der Tür der EU stehe.

Österreich folgt deutschem „Big-Brother-Gesetz“

Offenbar ist die Ex-Koalitionsregierung entschlossen, zumindest Teile des Sicherheitspakets noch durch den Nationalrat zu bringen. Die Verhandlungen über das Sicherheitspolizeigesetz, das etwa den Polizeizugriff auf große Videoverbundsysteme enthält, wurden wiederaufgenommen. Das bestätigte das Innenministerium auf Anfrage von ORF.at. Am Montagabend wurde der Ministerialentwurf für einen elektronischen Personalausweis (E-ID) überraschend in Begutachtung geschickt.

Anders als die Bürgerkarte enthält die E-ID auch die gesichtsbiometrischen Daten der Inhaber. In Deutschland gibt es solche digitalen Personalausweise bereits seit 2010, dort wurde vor zwei Wochen den militärischen und zivilen Geheimdiensten Vollzugriff auf die zentrale ID-Datenbank eingeräumt. Der ehemalige oberste deutsche Datenschützer Peter Schaar nannte es deshalb ein „Big Brother-Gesetz“.

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SPÖ: Schickhofer und Niessl für Abstimmung über Koalition

Der steirische SPÖ-Chef Michael Schickhofer will künftig Parteimitglieder in einer Urabstimmung über jedwede Koalition entscheiden lassen - und geht damit noch weiter als der Wiener Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ).

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Niessl für Befragung über Rot-Blau im Bund

Burgenlands SPÖ-Parteichef Hans Niessl erneuerte heute die Forderung nach einer Befragung der SPÖ-Mitglieder: Dabei soll es um die Frage gehen, ob Koalitionsgespräche zwischen der SPÖ und der FPÖ geführt werden sollen.

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Sport

Europa League: Endspiel im Schatten des Terrors

Das Europa-League-Finale zwischen Ajax Amsterdam und Manchester United heute (20.45 Uhr) in Solna ist von dem Bombenanschlag am Montagabend in Manchester überschattet worden. Der Schock rückt das Duell in den Hintergrund. Dabei ist für United der Titel die einzige Chance, nächste Saison in der Champions Leauge zu spielen. Ajax hat wiederum die Gelegenheit, sich ein Stück des Glanzes vergangener Tage zurückzuholen.

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Radsport: Auch Großschartner fährt bei Giro in Top Ten

Auf der 17. Etappe des 100. Giro d’Italia ist zum bereits vierten Mal ein österreichischer Radprofi in die Top Ten gefahren. Nach Auftaktsieger Lukas Pöstlberger, der danach auch noch Tagesdritter war, und Patrick Konrad belegte heute Felix Großschartner den siebenten Platz. Den Etappensieg in Canazei sicherte sich der Franzose Pierre Rolland, das Rosa Trikot des Spitzenreiters in der Gesamtwertung trägt weiter der Niederländer Tom Dumoulin.

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Wirtschaft

Aufregung über Harley-Davidsons Thailand-Pläne

US-Präsident Donald Trump ist ein bekennender Fan der Kultmotorradschmiede Harley-Davidson - doch ausgerechnet die vom US-Präsidenten als Inbegriff von „Made in America“ gepriesene Firma will nun eine Fabrik im Ausland errichten. „Wir erweitern unsere Präsenz im asiatisch-pazifischen Markt, indem wir ein Werk in Thailand bauen“, bestätigte das Unternehmen heute.

Die „New York Times“ berichtete unterdessen über heftige Kritik an der Entscheidung. „Es ist ein Schlag ins Gesicht der US-Arbeiter“, zitierte das Blatt Robert Martinez Jr., der als Vorsitzender einer Gewerkschaft die Interessen vieler Harley-Angestellter vertritt. „Warum können sie nicht in den USA herstellen und exportieren?“, fragte Leo W. Gerard, ein weiterer hochrangiger US-Gewerkschafter.

Die Entscheidung des US-Motorradkonzerns zeigt das Dilemma, in dem Trump steckt, der Jobs entsprechend seiner Devise „Amerika zuerst“ in die USA zurückholen will. Trump hat Harley-Davidson als vermeintliches Opfer ungerechter Handelspraktiken zum Symbol seines Kampfes gegen die angebliche Benachteiligung von US-Unternehmen auf dem Weltmarkt gemacht und wiederholt seine Wertschätzung für die Firma zum Ausdruck gebracht.

OPEC-Förderlimit dürfte bis Frühjahr 2018 bleiben

Unmittelbar vor den Beratungen der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) über die Ölförderung der nächsten Monate ist eine wichtige Vorentscheidung gefallen. Das gemeinsame Komitee aus OPEC- und Nicht-OPEC-Staaten hat heute empfohlen, das eigentlich nun auslaufende Förderlimit um neun Monate bis Ende März 2018 zu verlängern.

„Das Komitee zeigte sich äußerst zufrieden mit der Einhaltung der Produktionsanpassungen“, teilte die OPEC heute mit.

„Demonstration der Entschlossenheit“

Im April sei die Ölförderung sogar etwas stärker gedrosselt worden als vereinbart. „Das ist eine Demonstration der Entschlossenheit aller teilnehmenden Länder, weiterhin gemeinsam an der Wiederherstellung der Marktbalance zu arbeiten“, hieß es in Wien.

Seit Jänner haben die 13 OPEC-Mitglieder sowie rund ein Dutzend Nicht-OPEC-Länder die Ölproduktion deutlich gedrosselt - insgesamt um 1,8 Millionen Barrel (jeweils 159 Liter) am Tag. Die Kürzung sollte den Preisverfall stoppen.

Vertreter der Staaten besprechen morgen in Wien ihre Förderstrategie für die nächsten Monate. Ein Festhalten am Produktionslimit wird bereits allgemein erwartet.

BAWAG kauft deutsche Südwestbank

Die BAWAG steht vor dem Kauf der Südwestbank mit Sitz in Stuttgart. Das Institut sei eine ideale Plattform für die Expansion in Deutschland, sagte BAWAG-Chef Anas Abuzaakouk heute im Gespräch mit der APA. Er rechne in den nächsten Wochen mit der Unterschrift unter dem Deal. Die BAWAG wolle die Südwestbank zu 100 Prozent übernehmen und habe dafür ausreichend Kapital.

„Wenn der Kauf abgeschlossen wird, wird dies unsere Plattform, um in Deutschland organisch und mit Zukäufen zu wachsen“, sagte Abuzaakouk. Die BAWAG werde also nicht nur in die Südwestbank investieren, sondern führe auch Gespräche für weitere Zukäufe. Das Ziel sei ein „signifikantes“ Wachstum, nicht nur in Baden-Württemberg, sondern in ganz Deutschland.

28 Geschäftsstellen mit 650 Mitarbeitern

Die 1922 gegründete Südwestbank ist hauptsächlich in Baden-Württemberg tätig. Sie kam 2016 laut vorläufigen Zahlen auf eine Bilanzsumme von 7,4 Mrd. Euro und betreute in 28 Geschäftsstellen mit 650 Mitarbeitern rund 100.000 Privat- und Firmenkunden.

Der Gewinn vor Steuern lag zuletzt bei 30 bis 40 Mio. Euro. Die Eigenkapitalquote lag bei zwölf Prozent (CET1). Die Risikogewichteten Aktiva betrugen mehr als fünf Mrd. Euro. Zur Kaufsumme machte die BAWAG keine Angaben.

BAWAG könnte an die Börse kommen

Finanzkreisen zufolge bereitet sich die BAWAG zudem auf einen Sprung an die Börse im Herbst vor. Bei der Erstnotiz könnte die viertgrößte österreichische Bank mit bis zu 5 Mrd. Euro bewertet werden, sagten mehrere mit der Sache vertraute Personen heute der Nachrichtenagentur Reuters. Die BAWAG wollte sich auf APA-Anfrage dazu nicht äußern.

Chronik

Flugzeug geriet in Hongkong von Landebahn ab

Eine chinesische Passagiermaschine ist am Mittwoch bei heftigem Regen von einer der Landebahnen des Hongkonger Flughafens abgeraten und erst auf einer Grasfläche zum Stehen gekommen. Wie die Flughafenbehörde mitteilte, befanden sich 141 Menschen an Bord des Flugzeugs von China Eastern Airlines, die in Nanjing gestartet war. Zwei Passagiere klagten über Unwohlsein und wurden ins Spital gebracht.

Die Landebahn wurde vorübergehend geschlossen. Dadurch gab es bei mehr als hundert Flügen Verspätungen. Die Stadtverwaltung von Hongkong erließ am Mittwoch die erste „schwarze Regensturmwarnung“ des Jahres, die höchste auf einer dreistufigen Skala. Mehrere Schulen blieben am Nachmittag geschlossen.

Gesundheit

Hepatitis-A-Fälle in Europa stark gestiegen

In Europa treten seit vergangenem Jahr deutlich mehr Hepatitis-A-Erkrankungen auf. Das betrifft auch Österreich, teilte die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) mit. So wurden seit Anfang des Jahres in Österreich bereits 117 Erkrankungen gemeldet, in den vergangenen Jahren waren es im selben Zeitraum jeweils etwa 30.

Hepatitis A - ehemals „Reisehepatitis“ genannt - ist weltweit verbreitet. Sie wird durch das Hepatitis-A-Virus (HAV) verursacht. Die typische Art der Übertragung ist fäkal-oral.

Die Krankheit kann von Mensch zu Mensch übertragen werden, durch den Konsum von Lebensmitteln, in denen sich das Virus findet, aber auch durch die Berührung von kontaminierten Gegenständen. Vor Hepatitis A schützt eine präventive Impfung.

Über 1.000 bestätigte Fälle in einem Jahr in der EU

Laut AGES meldeten seit Juni vergangenen Jahres 15 EU-Mitgliedsstaaten (Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Irland, Italien, Niederlande, Norwegen, Österreich, Portugal, Slowenien, Spanien, Schweden) „1.173 laborbestätigte Hepatitis-A-Fälle mit Genotyp IA“, so die AGES. Die Agentur bezog sich dabei auf das Europäische Zentrum für Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) in Stockholm.

Vor Jahrzehnten sorgte die schlechte Trinkwasserqualität für eine große Verbreitung der Krankheit in vielen Staaten Europas. Mit einer Infektion in der frühen Kindheit waren viele Menschen später ein Leben lang vor einer weiteren Erkrankung geschützt.

Heute werden Infektionen vor allem via Reisen importiert. Die Erkrankung äußert sich meist durch Übelkeit, Oberbauchschmerzen bis hin zu einer Gelbsucht, die aber in der Regel vollständig ausheilt.

Science

Immer mehr Menschen von Katastrophen bedroht

Mehr als jeder dritte Mensch hat im Jahr 2015 in erdbebengefährdeten Weltregionen gelebt. Bedroht sind 2,7 Milliarden Menschen und damit nahezu doppelt so viele wie noch vor 40 Jahren. Das geht aus einer heute in Brüssel veröffentlichten Studie der Forschungsstelle der EU-Kommission hervor. In diesem Zeitraum ist auch die Weltbevölkerung stark gewachsen.

Rund eine Milliarde Menschen wohnte im Jahr 2015 zudem in potenziellen Überschwemmungsgebieten, hauptsächlich auf dem asiatischen Kontinent. In Europa ist die deutsche Bevölkerung am stärksten von Überschwemmungen bedroht. Rund acht Millionen Menschen leben dort in entsprechenden Regionen. In Österreich sind der Studie zufolge knapp 1,45 Millionen Menschen in potenziellen Überschwemmungsgebieten angesiedelt.

Die Autoren der Untersuchung haben Gefährdungen durch Erdbeben, Überschwemmungen, Vulkanausbrüche, Wirbelstürme, Tsunamis und Sturmfluten untersucht.

Religion

Kultur

Theaterregisseur und Stalin-Enkel Burdonski gestorben

Josef Stalins Enkel Alexander Burdonski, ein renommierter russischer Theaterregisseur, ist im Alter von 75 Jahren gestorben. Das teilte das Russische Armee-Theater, für das Burdonski 45 Jahre lang gearbeitet hatte, heute mit. Burdonski ist der Sohn von Stalins jüngstem Sohn Wassili und dessen erster Frau Galina Burdonskaja.

Bereits als Teenager wechselte er seinen Namen, wie er 2014 in einem Fernsehinterview erzählte: „Ich wollte schon damals ans Theater, und was hatte mein Nachname mit den Künsten zu tun?“ 1972 erhielt er eine Anstellung beim Russischen Armee-Theater, 1996 wurde er als Volkskünstler ausgezeichnet. Er war mit einer Theaterregisseurin verheiratet. Sie starb vor ihm, das Paar hat keine Kinder.

Neuer Blick auf Beuys: Toter Hase, Fett und Filz

Joseph Beuys, dem Künstler, der vorgab, kein Künstler sein zu wollen, widmet Regisseur Andres Veiel eine sehenswerte Doku, die dieser Tage in heimischen Kinos anläuft. Beuys, 1986 verstorben, sagt darin: „Ich bin gar kein Künstler. Es sei denn, unter der Voraussetzung, dass wir uns alle als Künstler verstehen. Da bin ich wieder dabei. Sonst nicht.“

Beuys, der Mann mit Hut, Fett und Filz - er provozierte, rüttelte auf und hinterfragte politische Stereotypen. Veiel wählte für seinen Dokumentarfilm aus 400 Stunden Archivmaterial an bisher unerschlossenen Video- und Tonaufnahmen aus und schuf eine bildgewaltige Collage.

Reise durch das analoge Medienzeitalter

Sie zeigt Beuys als Privatmenschen, als Künstler, Lehrer und vor allem als politische Person, die Zeit seines Lebens an die Grenzen des Machbaren und Möglichen ging. Dabei kommt auch ein unbekannt humorvoller Künstler zum Vorschein: selbstironisch, augenzwinkernd und schlagfertig ob der wiederkehrenden auf ihn treffenden Kritik.

Joseph Beuys nach der Räumung der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf, 1972.

zeroonefilm/ Stiftung Musem Schloss Moyland_ErichPuls/ Klaus Lamberty

Joseph Beuys nach der Räumung der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf, 1972

Die Bewegtbildaufnahmen lässt Veiel dabei teils gänzlich ohne Ton stehen, teils sind sie untermalt mit Aussagen von Wegbegleitern, Reportern und Beuys selbst. Die Doku ist dabei nicht nur eine interessante Reise durch Beuys’ Leben, sondern gleichsam eine Zeitreise durch das analoge Medienzeitalter.

Leute

FM4-Redakteurin Julia Barnes verstorben

Die langjährige FM4-Nachrichtenredakteurin Julia Barnes ist unerwartet im Alter von 55 Jahren verstorben. Das teilte der ORF heute mit. Seit 1994 war sie für die ORF-Radios tätig gewesen, zuerst ab 1994 für Blue Danube Radio, ab 2000 für FM4. Auch Ö1-Hörern war ihre Stimme vertraut, präsentierte sie doch dort regelmäßig die englischsprachigen Nachrichten.

„Julia Barnes war nicht nur eine fantastische Radiostimme und Redakteurin, für viele im Funkhaus war sie auch eine Freundin“, sagte ORF-Radiodirektorin und FM4-Chefin Monika Eigensperger in der Aussendung des ORF. „Ihr Humor und ihre Warmherzigkeit wurden von uns allen geschätzt. Wir werden sie sehr vermissen.“

Die gebürtige Engländerin war in Großbritannien als Printjournalistin tätig, bevor sie zu den ORF-Radios wechselte. Ihre Stimme war auch in zahlreichen Jingles und Signations von FM4 zu hören.

Häme im Netz: Melania verweigert Trump die Hand

In Sozialen Netzwerken sorgen Videos von Donald Trump und seiner Frau Melania für Spott. In den kurzen Szenen ist zu sehen, wie Trump vergeblich versucht, die Hand seiner Gattin zu ergreifen. Das erste Mal ereignete sich das am Montag auf dem roten Teppich bei der Landung in Tel Aviv, wo die First Lady die Hand Trumps wegzuschlagen scheint.

Das zweite Mal scheiterte der Annäherungsversuch in Rom. In einem der Kurzvideos ist zu sehen, wie das Präsidentenpaar gestern Abend aus der „Air Force One“ steigt. In dem Moment, als Trump offenbar ihre Hand ergreifen will, streicht sich Melania mit dieser durchs Haar.

Im Kurznachrichtendienst Twitter sorgten die Kurzvideos unter dem Hashtag „#handgate“ prompt für Häme und Spekulationen über mögliche Spannungen in der Ehe des US-Präsidenten.

Hafturteil gegen Fußballstar Messi bestätigt

Das oberste Gericht Spaniens hat eine Haftstrafe von 21 Monaten wegen Steuerbetrugs gegen Fußballstar Lionel Messi bestätigt. Der Einspruch des Profis vom FC Barcelona gegen das Urteil des Landgerichts von Barcelona vom Sommer 2016 sei zurückgewiesen worden, teilte das Gericht heute in Madrid mit.

Dass der 29 Jahre alte argentinische Nationalspieler tatsächlich eine Haftstrafe antreten muss, gilt allerdings als höchst unwahrscheinlich. Haftstrafen von bis zu zwei Jahren werden in Spanien bei nicht vorbestraften Angeklagten normalerweise zur Bewährung ausgesetzt.

„Ich hatte von nichts eine Ahnung“

Zwischen 2007 und 2009 soll Messi mit Hilfe seines Vater Jorge und Beratern das spanische Finanzamt um 4,1 Millionen Euro betrogen haben. Es geht um Einnahmen aus Bildrechten. Bei seiner Aussage vor Gericht hatte der Stürmer am 2. Juni 2016 versichert, „von nichts eine Ahnung“ gehabt zu haben. „Ich habe meinem Vater vertraut“, beteuerte er.