Ausland

Flüchtlingszahl in Italien erreicht Rekordhoch

Die Zahl der von Italien versorgten Flüchtlinge ist im September auf ein Rekordhoch von 159.763 gestiegen. Seit Jahresbeginn trafen nach Angaben des italienischen Innenministeriums 131.139 Menschen in Italien ein. Gegenüber dem Vorjahr ist das eine leichte Steigerung von 1,36 Prozent, wie die Behörde heute mitteilte.

Vor diesem Hintergrund plant der italienische Premier Matteo Renzi nun die Errichtung einer Taskforce, die gemeinsam mit den Regionen und Gemeinden die Versorgung und Integration der Schutzsuchenden koordinieren soll. An der Spitze der Kommission aus Experten des Innen-, Außen- und Verteidigungsministeriums soll der frühere Justizminister und Ex-Bürgermeister von Turin, Piero Fassino, stehen.

Schnellere Abschiebungen

Ziel der Taskforce ist zudem eine beschleunigte Abschiebung von abgelehnten Asylwerbern. Auch die EU-Registrierzentren („Hotspots“) für neu ankommende Migranten in Italien sollen künftig ihrer Kontrolle unterliegen.

Laut einer jüngsten Umfrage sprechen sich unterdessen rund 48 Prozent der Italiener für eine strengere Kontrolle der Schengen-Binnengrenzen aus, um illegale Migration zu unterbinden. 35 Prozent wollen hingegen nur unter besonders schwerwiegenden Umständen Kontrollen an den EU-Innengrenzen, wie aus einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Demos&Pi hervorgeht, die von der römischen Tageszeitung „La Repubblica“ veröffentlicht wurde.

Republika Srpska hält an Datum für Nationalfeiertag fest

Die bosnisch-serbische Ministerpräsidentin Zeljka Cvijanovic hat nach dem umstrittenen Referendum in der Republika Srpska angekündigt, den Nationalfeiertag weiterhin am 9. Jänner feiern zu wollen. Allerdings werde dieser für all jene nicht verpflichtend sein - gemeint sind Bosniaken und Kroaten -, die sich „damit nicht identifizieren“.

Bei der Volksabstimmung hatten sich die bosnischen Serben gestern laut dem vorläufigen Ergebnis zu knapp 99,80 Prozent für den 9. Jänner und damit gegen den 25. November als Nationalfeiertag der Republika Srpska ausgesprochen.

Geringe Wahlbeteiligung

Die Wahlbeteiligung fiel mit rund 56 bis 60 Prozent relativ gering aus, was auch daran liegt, dass die in der kleineren bosnischen Entität lebenden Bosniaken und Kroaten die Volksabstimmung boykottierten.

Das Referendum war gegen ein Urteil des gesamtstaatlichen Verfassungsgerichts gerichtet, das Ende des Vorjahres den Feiertag für verfassungswidrig erklärt hatte und die bosnischen Serben aufforderte, sich dem am 25. November gefeierten Nationalfeiertag anzuschließen.

Spannungen bereits im Vorfeld

Der 25. November erinnert an die Ausrufung der Volksrepublik Bosnien und Herzegowina in Mrkonjic Grad am 25. November 1943. Die Republika Srpska feiert dagegen am 9. Jänner die Proklamation ihrer Unabhängigkeit 1992.

Das Referendum hatte bereits im Vorfeld zu heftigen politischen Spannungen in Bosnien-Herzegowina geführt. Der Friedensimplementierungsrat, der die Umsetzung des Friedensabkommens von Dayton überwacht, und die Europäische Union waren vergeblich bemüht, seine Abhaltung zu verhindern.

IAEA: 30 Schwellenländer erwägen Bau von AKWs

Rund 30 Entwicklungs- und Schwellenländer erwägen nach Darstellung der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) den Einsatz von Atomkraft. So werde 2017 der erste von vier Reaktoren in den Vereinigten Arabischen Emiraten ans Netz gehen, sagte IAEA-Chef Yukiya Amano heute zum Auftakt der 60. Generalversammlung der UNO-Behörde in Wien.

Die IAEA werde alle diese Staaten - darunter Nigeria, Marokko, Kenia und Bangladesch - beim sicheren Einsatz der Nuklearenergie gegebenenfalls unterstützen. „Überall ist eine ausgeprägte Sicherheitskultur nötig“, sagte Amano vor den Vertretern der inzwischen 168 Mitgliedsstaaten der IAEA.

Mehr Atomkraft in Asien, weniger in Europa

Laut einer jüngsten Studie der Organisation wird die Energiegewinnung aus Atomkraft vor allem in Asien zunehmen. In Westeuropa werde wegen des deutschen Atomausstiegs die Bedeutung der Nuklearenergie geringer werden.

Weltweit sind laut IAEA 450 Reaktoren im Einsatz, die Hälfte davon sei mehr als 30 Jahre alt. Allein der nötige Ersatz vieler alter Reaktoren bedeute den Neubau einer hohen Zahl von Atomanlagen - unabhängig von dem schwer vorherzusagenden Wachstum des Energiebedarfs. Einer der Gründe für den Ausbau der Atomkraft seien die vereinbarten Klimaziele, die mit dieser Technologie leichter erreicht werden könnten.

„Dschungel“ von Calais: Hollande verspricht Schließung

Frankreichs Präsident Francois Hollande hat bei einem Besuch in Calais die endgültige Schließung des Flüchtlingscamps am Ärmelkanal versprochen. Unterstützung forderte er auch von Großbritannien, dem Zielland der bis zu 10.000 Migranten in Calais. „Ich dränge darauf, dass auch die britischen Behörden ihren Teil zur humanitären Anstrengung beitragen, die Frankreich hier leistet und auch weiterhin leisten wird“, so das französische Staatsoberhaupt heute.

Die Regierung werde „diesen Weg zu Ende gehen“, sagte Hollande weiter. In dem als „Dschungel“ von Calais bekannten Lager in der Nähe des Hafens leben Tausende Menschen in Behelfsunterkünften. Viele Flüchtlinge kamen nach Calais, um von dort illegal nach Großbritannien weiterzureisen - inzwischen werden Hafen und Ärmelkanaltunnel aber streng abgeschirmt.

„Grenze ist komplett zu“

„Die Grenze ist komplett zu“, sagte Hollande, der zum ersten Mal in seiner Amtszeit nach Calais gereist war. Ein Besuch des „Dschungels“ war nicht geplant. Die Situation um das Lager sorgt seit Monaten für Zündstoff in Frankreich und ist auch mit Blick auf die Präsidentschaftswahl im kommenden Frühjahr brisant.

Vor wenigen Wochen hatten die Behörden die Räumung angekündigt, die Menschen sollen auf Aufnahmezentren im ganzen Land verteilt werden. Ein Datum ist noch nicht bekannt.

Chamenei gegen Präsidentenkandidatur Ahmadinedschads

Der oberste geistliche Führer des Iran, Ajatollah Ali Chamenei, soll sich nach übereinstimmenden Berichten gegen eine erneute Präsidentschaftskandidatur von Mahmud Ahmadinedschad ausgesprochen haben.

Der heute 59 Jahre alte Hardliner hatte das Präsidentenamt bereits acht Jahre lang bis 2013 inne. Chamenei habe zwar nichts verboten, aber Ahmadinedschad in einem privaten Treffen geraten, an der für den 19. Mai 2017 geplanten Wahl nicht teilzunehmen, hieß es.

Harte Haltung in Atompolitik

Nach Einschätzung Chameneis, der laut Verfassung in allen strategischen Belangen das letzte Wort hat, wäre eine Kandidatur weder gut für Ahmadinedschad noch für die nationalen Interessen, so die Nachrichtenagentur Tasnim.

Während der Präsidentschaft Ahmadinedschads war der Iran immer stärker in die internationale Isolation geraten. Ausschlaggebend dafür war vor allem die harte Haltung in der Atompolitik, die ständigen Drohungen gegen Israel und schwere Menschenrechtsverstöße. Zudem werfen ihm seine Gegner vor, bei seiner Wiederwahl sei es nicht mit rechten Dingen zugegangen,.

Aserbaidschan: Votum über Verfassungsreform

Die autoritär geführte Südkaukasus-Republik Aserbaidschan hat in einem Referendum über eine umstrittene Verfassungsreform abgestimmt. Mit den Änderungen will Staatschef Ilcham Alijew seine Macht festigen. Rund 5,3 Millionen Bürger sind aufgerufen, unter anderem darüber zu entscheiden, ob die Amtszeit des Präsidenten von fünf auf sieben Jahre erhöht wird.

Zudem soll das Mindestalter von 35 Jahren für Präsidentschaftsbewerber aufgehoben werden. Regierungsgegner werfen Alijew vor, seiner Familie mit der Reform auf Generationen die Macht sichern und einer Monarchie ähnliche Zustände schaffen zu wollen. Der Präsident hat drei Kinder, die jünger als 35 Jahre sind und somit von den Änderungen profitieren könnten.

Abstimmen über 29 Änderungen

Die Wähler können die insgesamt 29 Änderungen nur zusammen annehmen oder ablehnen. Alijew gab seine Stimme heute in seiner alten Schule im Zentrum der Hauptstadt Baku ab. Die Beteiligung lag zu Mittag bei 30 Prozent und so über der Mindestmarke von 25 Prozent.

Der Europarat bezeichnet die Verfassungsreform als Rückschlag für die Demokratie in der Ex-Sowjetrepublik. Erst bei einem Referendum 2009 war die Beschränkung für den Präsidenten auf zwei Amtszeiten aufgehoben worden. Der 54-Jährige führt das an Öl und Gas reiche Land am Kaspischen Meer mit harter Hand.

Inland

Wirtschaft

Drei Prozent mehr: Metaller läuten Lohnrunde ein

Mit der Überreichung der Forderungen der Arbeitnehmervertreter der Metallindustrie an die Arbeitgeber wurde heute die Herbstlohnrunde eingeläutet. Die Arbeitnehmer fordern drei Prozent mehr Lohn.

Laut Aussendung der Gewerkschaft zählen zu den Forderungen für die rund 180.000 Beschäftigten außerdem die erneute Ermöglichung der Freizeitoption, bei der anstelle der Erhöhung des Ist-Lohns Anspruch auf zusätzliche Freizeit erworben wird. Jubiläumsgelder sollen zudem auch in Freizeit umgewandelt werden können.

Geht es nach dem Forderungskatalog sollen auch die Fahrtkosten der Lehrlinge zum Berufsschulinternat gänzlich vom Unternehmen übernommen werden, bei fachlichen Weiterbildungen strebt man bezahlte Prüfungsvorbereitungszeiten an. Ebenfalls auf der Liste: ein Rechtsanspruch und Kündigungsschutz für den Familienzeitbonus („Papamonat“) und die volle Anrechenbarkeit von Karenzen für alle dienstzeitabhängigen Ansprüche.

Lange Verhandlungsrunden erwartet

Eine schnelle Einigung ist nicht zu erwarten, gehören nächtelange Verhandlungsrunden doch quasi zur Routine. Während im Vorfeld Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl seine Forderung nach Flexibilisierung der Arbeitszeiten erneuerte, wies der Fachverband der Metallindustrie auf die Stagnation der Branche hin.

Mehr dazu in Metallindustrie stagniert

Foglar: Kontrolle auf Arbeitsmarkt verloren gegangen

Rekordarbeitslosigkeit trotz Rekordbeschäftigung, das sei ein strukturelles Problem auf dem Arbeitsmarkt, das sich so schnell nicht werde beseitigen lassen, sagte ÖGB-Präsident Erich Foglar heute im Klub der Wirtschaftspublizisten in Wien.

Der Zustrom auf den Arbeitsmarkt sei geprägt durch Zuwanderung, „die Kontrolle am Arbeitsmarkt ist dadurch mehr oder weniger verloren gegangen“, so Foglar.

„Der entscheidendste Punkt ist, dass wir vor allem im Bereich der sehr niedrig qualifizierten Arbeitsuchenden ein riesiges Problem haben, das größer wird“, sagte Foglar. „Das ist letztendlich auch bedingt durch die Zahl der Menschen, die Asylberechtigung bekommen.“

Mit jedem positiven Asylbescheid werde die Gruppe jener größer, „die Arbeit suchen und möglicherweise nicht die Qualifikation haben, die von den Unternehmen nachgefragt wird“, so der ÖGB-Chef.

Ein-Euro-Jobs „absolut kontraproduktiv“

„Migration wird uns noch eine lange Zeit beschäftigen, und es wird eine entscheidende Frage sein, wie wir tatsächlich Integration anders organisieren“, sagte Foglar.

„Wir haben derzeit nicht genug Arbeitsplätze für die Österreicherinnen und Österreicher und EU-Bürgerinnen und EU-Bürger. Daher werden wir auch nicht genug Arbeitsplätze haben für alle jene, die asylberechtigt sind oder noch Asylwerberinnen und Asylwerber sind“. Modelle wie Ein-Euro-Jobs und Drohungen mit der Kürzung von Sozialleistungen seien aber „absolut kontraproduktiv“, so der ÖGB-Chef.

Foglar will Rechtsrahmen für gemeinnützige Arbeit

Man müsse stattdessen einen Rechtsrahmen für gemeinnützige Arbeit für Asylberechtigte schaffen. „Gemeinnützige Arbeit hat in erster Linie Integrationszweck, und da geht es nicht um Bezahlung“, sondern um Arbeit, „die sonst niemand macht“. Dabei müsse man genau definieren, welche Arbeit das sein könnte und in welchem Umfang, damit es nicht zur Verdrängung regulärer Arbeit komme. Als Beispiel nannte Foglar die Selbstorganisation von Flüchtlingsquartieren.

Was die Forderung nach einer Deckelung der Mindestsicherung betrifft, kann sich Foglar „eine andere Verteilung von Geld- und Sachleistungen“ vorstellen, nämlich mehr Sachleistung und weniger Geldleistung. So könnten etwa die Mieten direkt bezahlt werden, was auch die Rechtssicherheit für Vermieter erhöhen würde.

Ex-Lonza-CEO Stefan Borgas neuer RHI-Chef

Der RHI-Industriekonzern wird ab 1. Dezember wieder einen regulären langfristigen Vorstandschef haben. Vom Aufsichtsrat wurde der frühere CEO des schweizerischen Lonza-Konzerns, Stefan Borgas (52), für fünf Jahre zum neuen Vorstandsvorsitzenden des im ATX gelisteten österreichischen Feuerfestspezialisten bestellt.

Stefan Borgas

Reuters/Shannon Stapleton

Um eine geordnete Übergabe der Agenden zu ermöglichen, bleibt bis Ende November der frühere OMV-Generaldirektor Wolfgang Ruttenstorfer interimistischer Vorstandschef bei RHI, erklärte das Unternehmen heute. Ende Juni war Ruttenstorfer, damals AR-Vize, kurzfristig als Interimschef eingesprungen, nachdem RHI-Chef Franz Struzl krankheitsbedingt ausgefallen war.

Struzl werde sein Vorstandsmandat per 30. November zurücklegen und nach seiner vollständigen Genesung beratend im Unternehmen tätig sein, hieß es heute in einer Aussendung.

Führungsfunktionen in USA, Deutschland und China

Der künftige neue RHI-Chef Borgas hatte seine Karriere - nach Betriebswirtschaftsstudien an der Uni Saarbrücken und der Uni St. Gallen - in der Chemieindustrie gestartet. Nach dem Eintritt bei BASF übernahm er Führungsfunktionen in den USA, Deutschland und China und verantwortete ab 2002 als Vice President die Business Unit „Fine Chemicals“.

2004 wurde er als CEO in den Vorstand der schweizerischen Lonza Group berufen und machte das Unternehmen zu einem führenden Life-Science-Konzern. 2012 wechselte Borgas als President und CEO zum Spezialchemiehersteller Israel Chemicals Ltd.

Der RHI-Konzern setzte 2015 mit mehr als 8.000 Mitarbeitern rund 1,75 Mrd. Euro um.

Keine staatliche Hilfe für Deutsche Bank

Die deutsche Regierung erwägt keine Staatshilfen für die Deutsche Bank. „Es gibt keinen Anlass für solche Spekulationen, wie sie da angestellt werden, und die Bundesregierung beteiligt sich auch an solchen Spekulationen nicht“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert heute unter Bezug auf einen Medienbericht.

Zu den laufenden Gesprächen von Vertretern des Geldinstituts mit den amerikanischen Justizbehörden sagte Seibert, die Regierung wisse, dass sich das US-Justizministerium mit anderen Kreditinstituten in der Vergangenheit auf Vergleiche geeinigt habe. Die Bundesregierung gehe davon aus, „dass auch hier ein faires Ergebnis erzielt wird“.

Hunderte Rechtsstreitigkeiten

Zu Kontakten der Regierung mit der Deutschen Bank wollte er nicht Stellung nehmen. Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel sei regelmäßig mit Spitzen der deutschen Wirtschaft im Gespräch.

Im Konflikt um US-Hypothekengeschäfte hat das amerikanische Justizministerium in der vergangenen Woche eine Strafe von 14 Mrd. Dollar aufgerufen, die die Rückstellungen um ein Vielfaches übersteigt. Der Konzern geht davon aus, die Summe in den Verhandlungen noch drücken zu können. Dabei handelt es sich nur um eine von Hunderten Rechtsstreitigkeiten.

Das Magazin „Focus“ hatte berichtet, dass die Deutsche Bank im milliardenschweren US-Hypothekenstreit die Regierung in Berlin um Hilfe gebeten hat. Das dementierte ein Banksprecher am Montag. „Die Deutsche Bank ist fest entschlossen, ihre Herausforderungen alleine zu lösen.“

VW-Skandal: Entwicklungschef Knirsch verlässt Audi

Im Dieselskandal des deutschen Autoherstellers Volkswagen (VW) räumt ein weiterer Manager aus dem Konzern seinen Posten: Der Entwicklungschef der VW-Tochter Audi, Stefan Knirsch, lege seine Funktion mit sofortiger Wirkung nieder und verlasse das Unternehmen im Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat, teilte der deutsche Autokonzern heute mit.

Erst seit Jahresbeginn im Audi-Vorstand

Der promovierte Maschinenbauer und Motorenexperte war erst zu Jahresbeginn in den Audi-Vorstand aufgerückt. Nachdem die US-Anwaltskanzlei Jones Day, die im Auftrag von VW die Abgasaffäre aufarbeitet, Ungereimtheiten aufgedeckt hatte, wurde Knirsch kaltgestellt. Ein neuer Audi-Entwicklungschef wurde zunächst nicht benannt.

Aldi investiert 345 Millionen Euro in GB

Der deutsche Lebensmitteldiskonter Aldi will in den kommenden drei Jahren umgerechnet 345 Millionen Euro (300 Mio. britische Pfund) in seine Supermärkte in Großbritannien investieren.

Das kündigte die britische Tochter des Konzerns heute an. Mit der Investition will Aldi weg vom Billigflair seiner Märkte und die Palette an Premiumprodukten wie frischem Fleisch und Fisch sowie Bier und Wein hochwertiger präsentieren und erweitern.

Gleichzeitig kündigte Aldi-Großbritannien-Chef Matthew Barnes an, die Konkurrenz mit Niedrigpreisen auf Distanz zu halten: „Unsere Kunden werden immer den niedrigsten Lebensmittelpreis in Großbritannien zahlen“, sagte er.

Zweistellige Wachstumsraten

Aldi schreibt seit mehreren Jahren in Großbritannien eine Erfolgsgeschichte. Der Lebensmitteldiskonter verzeichnet zweistellige Wachstumsraten und kommt inzwischen auf einen Marktanteil von 6,2 Prozent. Allein im vergangenen Jahr stieg der Umsatz von Aldi in Großbritannien und Irland um zwölf Prozent.

Bis 2022 will Aldi sein Filialnetz in Großbritannien von 659 auf 1.000 Supermärkte ausbauen. Von der „Brexit“-Entscheidung seien diese Pläne nicht betroffen, teilte Aldi mit.

Ähnlich erfolgreich auf dem britischen Markt ist Lidl mit einem Marktanteil von 4,6 Prozent. Die deutschen Diskonter setzen die Konkurrenz erheblich unter Druck. Die „Big Four“ genannten vier größten britischen Supermarktketten Tesco, Sainsbury’s, Morrison und Asda mussten zuletzt allesamt Marktanteile abgeben.

Sport

Bundesliga: Sturm Graz bleibt am Drücker

Sturm Graz ist der große Sieger der neunten Runde und hat das erste Viertel der tipico-Bundesliga als Tabellenführer abgeschlossen. 22 Punkte wie jetzt hatten die Steirer, die am Wochenende als einziger Spitzenclub gewannen, zu diesem Zeitpunkt der Saison noch nie auf dem Konto. Vom vierten Titel in der Clubgeschichte will man bei den Grazern trotz des Erfolgslaufs aber noch nicht sprechen. „Wir sind kein Favorit auf den Meistertitel, wir haben erst neun Spiele absolviert“, so Coach Franco Foda.

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Eishockey: Team Europa sorgt bei World Cup für Furore

Das Team Europa sorgt beim World Cup of Hockey in Toronto weiter für Furore. Die aus acht Ländern zusammengewürfelte Eishockey-Mannschaft, in der auch der Österreicher Thomas Vanek dabei ist, zog durch einen 3:2-Sieg nach Verlängerung gegen Schweden ins Finale ein. Dort ist die von Ralph Krueger betreute Auswahl zwar gegen Gastgeber Kanada krasser Außenseiter, das war sie aber auch vor Turnierbeginn gewesen.

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Football: Eagles-Rookie Wentz erobert NFL im Sturm

Carson Wentz erobert die National Football League (NFL) weiter im Sturm. Der Rookie-Quarterback führte die Philadelphia Eagles gestern (Ortszeit) zu einem beeindruckenden 34:3-Sieg gegen die Pittsburgh Steelers. Der 23-jährige Wentz zeigte abermals eine makellose Vorstellung und stellte auch einen neuen NFL-Rekord auf.

Bei den Denver Broncos ist indes Quarterback Trevor Siemian auf dem besten Weg, in die Fußstapfen von Legende Peyton Manning zu treten. Bei den Dallas Cowboys spielten ebenfalls zwei Rookies eine Hauptrolle beim Sieg gegen die Chicago Bears.

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Chronik

Berlin-Tourist biss Zugspassagier Teil von Ohr ab

Ein aggressiver Bahnfahrer hat in Berlin einem anderen Fahrgast im Streit einen Teil von dessen Ohr abgebissen. Wie die Polizei heute mitteilte, ereignete sich der Vorfall am Vorabend in einem Regionalzug im Südosten Berlins. Laut Polizei beschimpfte ein 43-jähriger Tourist in englischer Sprache einen Fahrgast und provozierte ein Handgemenge.

Angreifer ließ sich nicht beruhigen

Als es zwischen den beiden Männern zu den Handgreiflichkeiten kam, schritt nach Polizeiangaben ein 37-Jähriger schlichtend ein. Allerdings ließ sich der Berlin-Besucher nicht beruhigen und attackierte stattdessen den 37-Jährigen.

Dabei biss der Angreifer dem Mann ein mehrere Zentimeter großes Stück aus der rechten Ohrmuschel heraus. Das Bissopfer blutete heftig und wurde zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus gebracht, der Angreifer wurde festgenommen.

Australien: Hai griff 17-jährigen Surfer an

Bei einem neuen Haiangriff vor der Ostküste Australiens ist ein 17-jähriger Surfer verletzt worden. Der Jugendliche habe es nach der Attacke heute Früh mit Hilfe anderer Surfer zurück an den Strand geschafft, wo eine zufällig anwesende Krankenschwester Erste Hilfe geleistet habe, teilte die Polizei mit. Er sei dann ins Krankenhaus gebracht worden.

Der Angriff erfolgte am beliebten Lighthouse Beach von Ballina im Bundesstaat New South Wales etwa 740 Kilometer nördlich von Sydney. Nach Angaben der Rettungskräfte fügte der Hai dem Teenager „schwere Fleischwunden“ zu, laut Polizei waren die Verletzungen aber nicht lebensbedrohlich.

Dreieinhalb Meter langer Weißer Hai gesichtet

Der Jugendliche habe Bissverletzungen an der Hüfte, sagte Polizeisprecherin Nicole Bruce. Die Beißspuren des Hais auf dem Surfbrett würden untersucht. Die Polizei vermute einen Weißen Hai hinter der Attacke, sagte Bruce.

Bei einer Luftüberwachung nach dem Angriff wurde ein dreieinhalb Meter langer Weißer Hai in Lighthouse Bay gesichtet. Rettungsschwimmer auf Jetskis verscheuchten das Tier. Die Strände von Ballina wurden für 24 Stunden geschlossen.

Vor den Küsten Australiens kommt es immer wieder zu Attacken von Haien auf Wassersportler, die manchmal auch tödlich ausgehen. Entlang der Ostküste des Bundesstaates New South Wales wurden im vergangenen Jahr 14 Haiangriffe auf Menschen gezählt, 2014 waren es nur drei.

Tödlicher Haiangriff 2015

In Ballina endete ein Haiangriff auf einen japanischen Surfer im Februar 2015 tödlich. Netze, die in Lighthouse Bay und am nahe gelegenen Strand Lennox Head zum Schutz vor Haien errichtet worden waren, hielten der rauen See nicht stand.

Experten streiten über die Ursachen der zunehmenden Haiattacken: Als mögliche Gründe werden unter anderem die Erwärmung der Meere durch den Klimawandel und die zunehmende Beliebtheit des Wassersports genannt.

Medien

Deutsche Welle klagt türkisches Ministerium

Die Deutsche Welle (DW) klagt am Zivilgericht in Ankara auf Herausgabe des von der türkischen Regierung beschlagnahmten Videomaterials. Nach der Aufzeichnung eines TV-Interviews für die Sendung „Conflict Zone“ mit dem Journalisten Michel Friedman in Ankara am 5. September hatte der türkische Minister für Jugend und Sport, Akif Cagatay Kilic, das Videomaterial konfiszieren lassen.

„Dieser Vorgang hat mit Rechtsstaatlichkeit und Demokratie nichts mehr zu tun. Wir fordern die türkische Seite nun auf dem Rechtsweg zur unverzüglichen Herausgabe unseres Videomaterials auf“, sagte DW-Intendant Peter Limbourg heute in Bonn.

Türkei ließ zwei Fristen verstreichen

Nach Angaben des Senders ließ das türkische Ministerium eine von der Deutschen Welle auf den Vormittag des 6. September gesetzte Frist für die Herausgabe des Videomaterials verstreichen. Ebenso sei eine danach durch Anwälte der DW gesetzte zweite Frist von türkischer Seite ignoriert worden. Der Rundfunkrat der DW habe die Einreichung einer Klage ausdrücklich unterstützt.

Auch die deutsche Bundesregierung hatte sich in den Streit eingeschaltet und die Forderung des Senders auf Herausgabe des Materials unterstützt.

Nach Darstellung der DW ging es in dem Interview mit Kilic auch um die politische Lage in der Türkei. Im Anschluss daran habe die türkische Seite die Ausstrahlung untersagen wollen. In der Debatte darüber seien die DW-Mitarbeiter zur Herausgabe des Videomaterials gezwungen worden.

Science

Religion

Klasnic zu Missbrauch: „Kein Schlussstrich“

„Es kann und darf keinen Schlussstrich geben“, so Waltraud Klasnic, die nach sechs Jahren als Vorsitzende der von der katholischen Kirche eingesetzten Unabhängigen Opferschutzkommission („Klasnic-Kommission“) ihre Aufgabe noch nicht erfüllt sieht. Ihre Tätigkeit sieht Klasnic noch lange nicht abgeschlossen, denn der Weg der Versöhnung sei ein langer, wie sie in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „miteinander“ zitiert wird.

Mehr dazu in religion.ORF.at

Kultur

Robbie Williams kündigt neues Album für November an

Lange war es ruhig um ihn, jetzt meldet er sich zurück: Robbie Williams bringt am 4. November sein neues Album „Heavy Entertainment Show“ auf den Markt.

Das verkündete der britische Sänger gestern Abend auf Twitter. „Ich möchte ein gemeinsames Erlebnis mit Millionen Menschen schaffen, mit Hilfe des Mediums ‚leichte Unterhaltung‘ ... aber auf Steroiden“, so der Musiker in einer Pressemitteilung.

Auf der neuen Platte, die es auch als Deluxe-Version mit fünf zusätzlichen Titeln geben soll, singt der 42-jährige Williams auch mit Songwriter Rufus Wainwright und Sänger John Grant. In Österreich hat das ehemalige Take-That-Mitglied mit bisher zehn Alben - darunter zwei Best-of-Compilations sowie eine Liveplatte - die Spitze der Charts erreicht.

„Glorreiche Sieben“: Im Western nichts Neues

Antoine Fuqua lässt mit „Die glorreichen Sieben“ das Western-Genre hochleben. Basierend auf dem Film aus dem Jahr 1960, der wiederum auf Akira Kurosawas „Die sieben Samurai“ basiert, muss sich Fuquas Werk dem Vergleich mit seinen Vorlagen stellen.

Mit einem Staraufgebot um Denzel Washington wird das Böse in klassischer Western-Manier bekämpft, doch mangels neuer Ideen sind die sieben Helden zwar charmant, aber nicht ganz so glorreich, wie es der Titel vermuten lässt.

Mehr dazu in Die ganz ordentlichen Sieben

Spitzenplatz in US-Kinocharts

Der Western schaffte indes in Nordamerika, was in seinem Genre nur selten vorkommt: Er erreichte den Spitzenplatz der Kinocharts. Laut einem Bericht des „Hollywood Reporter“ von gestern nahm der Film in den USA und Kanada gut 35 Millionen Dollar (31 Mio. Euro) ein.

Rang zwei der Charts ging an den neuen Trickfilm „Störche - Abenteuer im Anflug“. Die familienfreundliche Komödie setzte am Wochenende Tickets im Wert von 21,8 Millionen Dollar um. Sie verquickt die Legende vom babybringenden Storch mit einer modernen Story, in der die Vögel im Warenversand tätig sind. „Störche“ läuft Ende Oktober in Deutschland an.

„Sully“, Clint Eastwoods Film über den Piloten (Tom Hanks), der seinen Jet auf dem Hudson landete, fiel nach zwei Wochen an der Chartspitze zurück und ist jetzt die Nummer drei. Nach dem Bericht des Branchenblattes verdiente das Flugzeugdrama am Wochenende weitere 14 Millionen Dollar und liegt jetzt bei Gesamteinnahmen von 92 Millionen Dollar allein in Nordamerika.

Panorama

Italien: Kater 32 Tage nach Erdbeben lebend geborgen

Seine Rettung gleicht einem Wunder: 32 Tage nach dem verheerenden Erdbeben in Mittelitalien ist ein Kater lebend unter den Trümmern entdeckt worden. In dem weitgehend zerstörten Ort Amatrice rettete die Feuerwehr den Kater Rocco, wie die Behörden heute auf Twitter mitteilten

Dehydriert, aber wohlauf

Die Feuerwehrleute planten, ein zerstörtes Haus abzureißen, als sie den grau-weißen Kater leise miauen hörten. Das Tier sei zwar dehydriert, aber wohlauf. Es wurde nach seiner Rettung medizinisch behandelt und dann seinen überglücklichen Eigentümern zurückgegeben.

Zuletzt war der Kater Pietro 16 Tage nach dem Unglück mit 298 Todesopfern in Amatrice aus den Trümmern eines eingestürzten Hauses geborgen worden.