Inland

Arbeitszeit: SPÖ entrüstet über Termin für Sondersitzung

Die von der SPÖ beantragte Sondersitzung zur geplanten neuen Arbeitszeitregelung findet am Freitag, 29. Juni, 15.00 Uhr statt. Das „entrüstet“ SPÖ-Klubobmann Andreas Schieder: Die Regierungsfraktionen seien über die Terminwünsche der SPÖ „drübergefahren“.

Die SPÖ hatte Dienstag oder alternativ auch Montag oder Mittwoch Vormittag vorgeschlagen. Bisher sei es Usance im Parlament gewesen, den Wünschen des Antragstellers entgegenzukommen.

SPÖ sieht Versuch, „unliebsames Thema zu verstecken“

„Aber diese Regierung missachtet das Parlament und die Gepflogenheiten des Hauses“, beklagte Schieder im Gespräch mit der APA. Eine Behandlung am Freitag - im Osten Österreichs der letzte Schultag - ab 15.00 Uhr könne nur als Versuch gesehen werden, ein unliebsames Thema „zu verstecken“.

Im Büro von Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka wurde die Entscheidung für Freitagnachmittag mit Auslandsreisen von Sobotka und Kanzler Sebastian Kurz (beide ÖVP) begründet. Die SPÖ habe Montag bis Mittwoch vorgeschlagen, weil am 28./29. Juni der EU-Gipfel stattfindet, merkte Schieder an. Kurz fliegt laut Sobotka von dort jetzt extra früh zurück.

Als Thema der Sondersitzung hat die SPÖ „12-Stunden-Tag und 60-Stunden-Woche im Auftrag der ÖVP-Großspender - So nicht, Herr Bundeskanzler“ gewählt. Die Sondersitzung wird um 12.00 Uhr aufgerufen, die Debatte über die Dringliche Anfrage startet dann um 15.00 Uhr.

Proteste gegen Kürzungen bei Erwachsenenbildung

Mit einem „Unterricht im Freien“ protestieren Beschäftigte in der Erwachsenenbildung heute in Wien gegen Einsparungen in ihrem Bereich. Gleichzeitig wolle man mit der von der Gewerkschaft unterstützten Aktion den „Mehrwert unserer Arbeit für die Gesellschaft zeigen“, so Nerijus Soukup, Betriebsratsvorsitzender der Organisation Mentor.

Kürzungen in vielen Bereichen

Konkrete Kürzungen habe es zuletzt bereits bei Aktivierungsprogrammen für Arbeitslose gegeben, aber auch bei überbetrieblichen Ausbildungen, Berufsausbildungsmaßnahmen, Jugendcolleges, Deutschkursen oder Projekten für Frauen und Menschen mit Behinderung. „Einsparungen sind sicher sinnvoll bei vielen Dingen“, betonte Soukup. Derzeit spüre man Kürzungen „quer durch die Bank“ - von Kursen des AMS, des WAFF (Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds), bei der Basisbildung und der überbetrieblichen Ausbildung.

So seien etwa bereits laufende Projekte gestreckt worden. „Wenn ich eine Schulung von zehn auf 15 Wochen verlängere und dabei die Anwesenheit der Teilnehmer pro Tag reduziere, brauche ich weniger Personal“, so Soukup. Das wirke sich natürlich auf die Arbeitsplätze der rund 10.000 bis 12.000 in der Branche tätigen Personen aus.

Protest auch gegen Zwölfstundentag

Gleichzeitig verbinde man den Protest auch mit jenem gegen den Zwölfstundentag. „Das ist bei uns ein Riesenhohn. Wir kämpfen seit Jahren für eine Arbeitszeitverkürzung - nach sechs Stunden Training am Tag ist es aus. Die Aufnahme- wie Abgabefähigkeit nimmt dann drastisch ab. Man kann vielleicht eine Woche lang täglich acht, neun Stunden machen, wenn man für einen erkrankten Kollegen einspringt - aber sicher nicht mehr.“

Pilz sitzt offiziell in beiden U-Ausschüssen

Es ist offiziell: Der Gründer der Liste Pilz (LP), Peter Pilz, wird sowohl im BVT- als auch im Eurofighter-U-Ausschuss Platz nehmen. Laut Parlament wurde Pilz als Mitglied für beide U-Ausschüsse, die im Herbst beginnen sollen, nominiert. Als Ersatzmitglieder sind Alma Zadic im BVT- und Daniela Holzinger-Vogtenhuber im Eurofighter-U-Ausschuss vorgesehen.

Gegenüber ORF.at bestätigte Pilz die neue Konstellation. Zuvor waren sowohl Zadic als auch Holzinger-Vogtenhuber als Mitglieder vorgesehen. „Das heißt aber nicht, dass ich alleine drinnen sitze“, sagte Pilz. „Wir werden als Team auftreten, einmal BVT mit Alma Zadic, einmal Eurofighter mit Daniela Holzinger-Vogtenhuber.“

Pilz „kümmert“ sich um Innenminister Kickl

Wie die Zusammenarbeit künftig aussehen wird, wurde noch nicht im Detail besprochen. Fix sei aber, dass rotiert wird - was laut Parlamentsdirektion auch möglich ist. „Meine Kolleginnen sind zwar als Ersatzmitglieder nominiert, wir werden uns bei den Befragungen aber abwechseln“, so Pilz.

Wichtig ist ihm allerdings, dass er sich im Untersuchungsausschuss rund um die Affäre im Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT) um Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) „kümmern“ wird. „Wenn Kickl im U-Ausschuss sitzt, sitze auch ich im U-Ausschuss.“

Untersuchungsgegenstand des 23. U-Ausschusses der Zweiten Republik ist der Verdacht der abgestimmten, politisch motivierten Einflussnahme auf die Aufgabenerfüllung des BVT. Der Eurofighter-U-Ausschuss ist der dritte in dieser Causa. Abermals soll der Kauf der Kampfflugzeuge untersucht werden.

BVT: Nur 13 von 32 Stellen lieferten Akten

Indes lief für den BVT-U-Ausschuss die Frist für die Aktenlieferung ab. Von den 32 zur Aktenlieferung aufgeforderten Stellen übermittelten insgesamt nur 13 Unterlagen. Das Material umfasst 68.000 Seiten.

Viel ist das nicht. Beim Hypo-U-Ausschuss wurden 16 Millionen Seiten geliefert, beim zweiten Eurofighter-Ausschuss zuletzt 1,6 Millionen. Laut dem Grundsätzlichen Beweisbeschluss vom 20. April waren innerhalb von vier Wochen Unterlagen abzuliefern.

Geliefert haben unter anderem das Innenministerium, das Bundeskanzleramt, das Justizministerium und das Bundesverwaltungsgericht. Leermeldungen wurden etwa von der Finanzprokuratur und dem Rechnungshof abgegeben.

Grasser sieht eigene Rolle bei BUWOG gering

Im BUWOG-Korruptionsprozess gegen Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser (FPÖ/parteilos) und andere ist Richterin Marion Hohenecker heute mit dem Hauptangeklagten diverse Dokumente zur Privatisierung der Bundeswohnungen (BUWOG u. a.) chronologisch durchgegangen. Dabei betonte Grasser mehrmals, er habe den Privatisierungsprozess und die Entscheidungen anderen überlassen.

Angeklagter Karl Heinz Grasser

APA/Georg Hochmuth

So hätten die Investmentbank Lehman Brothers und die Vergabekommission sowie der Sektionsleiter der zuständigen Sektion die wichtigen Entscheidungen im Vergabeprozess getroffen, meinte Grasser. „Der Sektionschef war damals der entscheidende Mann“, sagte der ehemalige Finanzminister. Ihm selber sei nur wichtig gewesen, dass die Vergabe das beste Ergebnis für die Republik Österreich erzielt habe, betonte der frühere Spitzenpolitiker.

Terminkalender von Grasser im Fokus

Während Grasser meinte, er sei quasi mit der Privatisierung nur am Rande seiner anderen, wichtigeren Aufgaben als Finanzminister befasst gewesen, ging die Richterin minutiös die Notizen von Heinrich Traumüller, ehemals Kabinettschef und Personalleiter im Finanzministerium, durch. Darin schrieb er über Treffen mit „HBM“ zur BUWOG, also mit dem Herrn Bundesminister Grasser, und hielt auch dessen Meinung zu diversen Themen fest. Weiters forstete die Richterin Grassers Terminkalender durch, wo mehrere Treffen zur BUWOG verzeichnet waren.

Zu einer im Dezember 2003 präsentierten Unterlage von Lehman meinte Grasser, diese sei ihm sicher präsentiert worden, er habe aber relativ selten Unterlagen selber behalten. Manchmal habe er Unterlagen mitgenommen, wenn sie ihn interessiert hätten, dann habe er sie sich später noch einmal angeschaut. Zu Beginn des Vergabeprozesses sei er „schockiert“ gewesen, dass die Angebote für die Bundeswohnungen so niedrig gewesen seien, sie seien dann aber gesteigert worden.

Grasser: Klarer Zuschlag an Bestbieter

Die begleitende Investmentbank Lehman Brothers meinte etwa, wenn bei der Vergabe der Bundeswohnungen nur ein Erlös unter einer Milliarde Euro zu erzielen wäre, sollte man eventuell eine Verbriefung machen. Tatsächlich wurde weniger als eine Milliarde Euro mit der Privatisierung erzielt, nämlich 961 Mio. Euro. Grasser meinte dazu heute, die Vergabekommission habe mit sieben zu null Stimmen aber für einen Zuschlag an den Bestbieter entschieden.

In einer Präsentation von Lehman Brothers im Mai 2004 heißt es zum weiteren Ablauf: "Abgabe der verbindlichen Angebote am 4. Juni 2004, werden in verschlossenem Kuvert abgegeben und unter notarieller Aufsicht geöffnet. Formelle und inhaltliche Prüfung der Angebote, Angebot an Kärnten das Vorkaufsrecht für die ESG auszuüben.

Kärnten erhält die Möglichkeit, in den mit den Käufern ausverhandelten Kaufvertrag einzusteigen, Entscheidungsfrist für Kärnten beträgt eine Woche. Empfehlung für Auswahl des Bestbieters durch die Auswahlkommission, Ministerratsbeschluss, öffentliche Bekanntgabe des Bestbieters."

Ausland

USA wollen Beschränkung für Haft von Kindern anfechten

Die US-Regierung will das Gerichtsurteil aus dem Jahr 1997, das die Inhaftierung von Kindern durch Immigrationsbehörden zeitlich begrenzt, gerichtlich anfechten. Laut dem Urteil dürfen die Kinder nicht länger als 20 Tage in Haft gehalten werden. Das Justizministerium wolle Veränderungen an dem Flores-Abkommen durchsetzen, hieß es heute.

Die Gerichtsentscheidung bringe die Regierung in eine „unhaltbare Situation“, sagte ein Berater von Justizminister Jeff Sessions. Nach Trumps gestern verabschiedetem Dekret sollen Einwandererfamilien an der Grenze zu Mexiko nicht mehr getrennt werden und Kinder künftig bei ihren Eltern in Haft bleiben, während deren Asylanträge bearbeitet werden. Bis über die Anträge ihrer Eltern entschieden ist, können jedoch Monate oder sogar Jahre vergehen.

Unklarheit über Familienzusammenführung

Washington werde daher versuchen, eine „längere Frist“ durchzusetzen, so der Berater. Das Dekret könnte der US-Regierung also neue langwierige Rechtsstreitigkeiten einbringen. Völlig unklar ist zudem, wie die bereits getrennten Familien wieder zusammengeführt werden sollen.

Vor seiner Entscheidung zur Beendigung der Familientrennungen hatte der US-Präsident argumentiert, seine Regierung sei durch die Gesetzeslage dazu verpflichtet, illegal ins Land kommenden Migranten ihre Kinder wegzunehmen. Nach Angaben des US-Heimatschutzministeriums wurden seit Anfang Mai mehr als 2.300 Kinder von ihren Eltern getrennt. Ein Gesetz, das eine Trennung der Kinder von ihren Eltern vorschreibt, gibt es aber nicht.

Luftangriffe in Syrien: Tausende Menschen fliehen

Im Südwesten Syriens haben Beobachtern zufolge Luftangriffe der Regierungstruppen Tausende Menschen in die Flucht getrieben. Allein in den vergangenen 48 Stunden seien rund 12.500 Zivilisten aus Rebellengebieten der Provinz Daraa geflohen, teilte die Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in Großbritannien am heute mit. Das Kriegsgeschehen hatte sich zuletzt in das Gebiet an der Grenze zu Jordanien verlagert.

Es handelt sich dabei um eine der letzten Regionen, die nach sieben Jahren Bürgerkrieg noch von den Aufständischen kontrolliert werden. Zuvor hatten die Truppen von Präsident Baschar al-Assad die Rebellenhochburgen nahe der Hauptstadt Damaskus und in Homs unter ihre Kontrolle gebracht.

Die Provinz Daraa liegt in einer Zone, in der eine von Russland, den USA und Jordanien vermittelte Waffenruhe bisher für eine Eindämmung der Kämpfe gesorgt hatte. Eine Großoffensive der Assad-Regierung könnte zur Eskalation des Konflikts in einem Gebiet führen, das an die von Israel besetzten Golanhöhen grenzt und damit auch für Israel von strategischer Bedeutung ist. Das Land fürchtete einen wachsenden Einfluss seines Erzfeinds Iran in Syrien. Die USA haben Assad erst kürzlich vor einem Militäreinsatz in dem Gebiet gewarnt.

Essen bestellt: Sara Netanjahu wegen Betrugs angeklagt

Sara Netanjahu, Ehefrau des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu, ist wegen Betrugs und Untreue angeklagt worden. Das israelische Justizministerium teilte heute mit, auch ein Mitarbeiter des Büros des Ministerpräsidenten solle vor Gericht gestellt werden.

israelischen Ministerpräsident Benjamin Netanjahu mit Ehefrau Sara

APA/AFP/Gali Tibbon

Der 59-jährigen Netanjahu wird vorgeworfen, mit dem Mitarbeiter in Restaurants Gerichte im Wert von umgerechnet 83.000 Euro bestellt zu haben, obwohl die Familie eine Köchin beschäftigte. Das habe gegen die Regeln verstoßen. Netanjahu hatte stets ihre Unschuld beteuert.

Nach einem Bericht der Zeitung „Haaretz“ bestellte Netanjahu das Essen zwischen 2010 und 2013 in Edelrestaurants. Netanjahu wurde mehrmals wegen des Verdachts des Betrugs befragt. Von anderen Verdachtsmomenten gegen Netanjahu war in einer Pressemitteilung des Gerichts nicht die Rede.

Pflegekraft mit öffentlichen Geldern bezahlt?

Unter anderem gab es den Verdacht, dass sie eine Pflegekraft für ihren Vater mit öffentlichem Geld bezahlt habe. Ebenso war sie verdächtigt worden, Ausgaben im Privathaus der Familie in der Küstenstadt Caesarea auf Staatskosten abgerechnet zu haben - etwa für Gartenmöbel.

Israels Staatskontrolleur hatte bereits Anfang 2015 einen äußerst kritischen Bericht über die hohen Ausgaben im Haushalt des Regierungschefs veröffentlicht. Die Polizei hat auch gegen Regierungschef Netanjahu eine Anklage wegen Korruption empfohlen.

US-Rechtsextreme planen Demo zu Charlottesville-Jahrestag

Rund ein Jahr nach den Ausschreitungen um eine Demonstration rechtsextremer Gruppen in Charlottesville im US-Bundesstaat Virginia plant der Veranstalter Jason Kessler einen Aufmarsch in der Hauptstadt Washington.

Die Veranstaltung unter dem Titel „Weiße Bürgerrechtsdemonstration“ wurde für 11. und 12. August beim National Park Service der Stadt angemeldet und soll in einem Park in unmittelbarer Nähe zum Weißen Haus stattfinden, wie die BBC berichtete.

Bei der gewalttätigen Demonstration für den Erhalt eines Denkmals für einen Südstaatengeneral war Mitte August des Vorjahres eine Gegendemonstrantin getötet worden, als ein mutmaßlicher Neonazi mit einem Auto in die Menge fuhr.

US-Präsident Donald Trump war im In- und Ausland kritisiert worden, weil er nach dem rechtsextremen Aufmarsch zunächst undifferenziert von Gewalt auf „vielen Seiten“ gesprochen hatte.

Breivik scheitert mit Beschwerde gegen Haftbedingungen

Der unter seinem früheren Namen Anders Behring Breivik bekannte norwegische Massenmörder ist endgültig mit einer Beschwerde gegen seine Haftbedingungen gescheitert. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) wies den Antrag des rechtsextremen Terroristen, der inzwischen Fjotolf Hansen heißt, heute als offensichtlich unbegründet ab.

Der norwegische Massenmörder Anders Behring Breivik vor Gericht

APA/AFP/NTB Scanpix/Lise Aaserud

Der 39-Jährige hatte sich vor allem gegen seine lange Isolationshaft gewehrt.

Haft verstößt nicht gegen Menschenrechte

Das oberste norwegische Gericht hatte im vergangenen Jahr geurteilt, dass die Haftbedingungen nicht gegen die Menschenrechte des Gefangenen verstießen. Er wandte sich daraufhin an den EGMR in Straßburg.

Dieser entschied nun, dass die Prüfung des Falls keine Verstöße gegen die Europäische Menschenrechtskonvention gezeigt habe - deshalb wurde die Beschwerde als unzulässig abgewiesen.

Bei Anschlägen in Oslo und auf der Insel Utöya im Juli 2011 hatte Breivik 77 Menschen getötet, darunter viele Kinder und Jugendliche. Dafür war er zu 21 Jahren Haft mit Sicherungsverwahrung verurteilt worden.

Dutzende Tote bei Taliban-Angriffen in Afghanistan

Die radikalislamischen Taliban haben nach dem Ende einer dreitägigen Waffenruhe in Afghanistan ihre Serie schwerer Angriffe auf Sicherheitskräfte fortgesetzt und mindestens 38 Menschen getötet.

Der Provinzrat und Behörden meldeten heute Opfer in den Provinzen Nimrus im Süden, Gasni im Osten, Baghlan im Norden und Fariab im Nordwesten. Allein in Fariab starben in der Nacht mindestens 14 Soldaten bei Angriffen auf eine Armeebasis und mehrere Sicherheitsposten.

Schon in der Nacht zuvor hatten die Taliban in Offensiven in den westafghanischen Provinzen Farah und Badghis mindestens 49 Streitkräfte und Polizisten getötet.

Für die hohen Id-Feiertage am Wochenende hatten die Extremisten eine dreitägige Waffenruhe ausgerufen. Auch die afghanischen Regierungstruppen kämpften nicht. Präsident Ashraf Ghani verlängerte die Feuerpause der Regierung am Sonntag um zehn Tage. Die Taliban kehrten jedoch in den Kampf zurück.

Wirtschaft

Intel-Chef wegen Büroaffäre zurückgetreten

Intel-Chef Brian Krzanich hat seinen Job wegen einer früheren Büroaffäre verloren. Der 58-Jährige reichte seinen Rücktritt ein, nachdem der Chipkonzern von der Beziehung erfahren hatte. Der bisherige Finanzchef Robert Swan übernimmt mit sofortiger Wirkung den Chefposten und den Sitz im Verwaltungsrat, wie Intel heute im kalifornischen Santa Clara mitteilte. Es sei zunächst eine Übergangslösung.

Eine interne Untersuchung habe zwar ergeben, dass die Beziehung einvernehmlich war, Krzanich habe damit jedoch gegen den Verhaltenskodex verstoßen, hieß es. Krzanich ist seit 1982 für Intel tätig, 2015 war er zum Vorstandschef ernannt worden. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Krzanich ist nicht der erste US-Konzernchef, der über eine Beziehung am Arbeitsplatz stürzt. Bei Boeing wurde Harry Stonecifer 2005 zum Rücktritt gedrängt, nachdem eine Affäre mit einer Mitarbeiterin bekanntgeworden war. Mark Hurd verlor 2010 den Chefposten beim Computerkonzern Hewlett-Packard, weil der Verwaltungsrat zu dem Schluss kam, dass er Kontakte zu einer externen Mitarbeiterin unter anderem durch falsche Abrechnungen vertuschen wollte.

Bericht: Siemens will Sparten reduzieren

Der deutsche Siemens-Konzern steht laut einem Pressebericht vor einer tiefgreifenden Neuorganisation und will durch eine Verschlankung mehr Tempo machen. Unternehmenschef Joe Kaeser wolle aus fünf Industriedivisionen künftig drei machen und diesen höhere Margenziele verordnen, berichtete das „manager magazin“ heute im Voraus aus seiner neuesten Ausgabe.

Das sei Teil der neuen Strategie, die Kaeser Anfang August vorstellen werde, heißt es in dem Bericht. Bereits mit Beginn des neuen Geschäftsjahres am 1. Oktober soll der Umbau umgesetzt werden.

Ein Sprecher wollte die Informationen nicht kommentieren, bestätigte aber Arbeiten an der Weiterentwicklung der aktuellen Unternehmensstrategie, welche aber noch nicht beschlossen seien. „Dort, wo Änderungen nötig sind, werden wir handeln.“

Angeblich weitreichende Umstrukturierungen geplant

Laut „manager magazin“ fasst Kaeser die mit Abstand wertvollste Sparte Digitale Fabrik ins Auge, die mit der Prozessautomatisierung zusammengelegt werden soll. Gleichzeitig werde das Energiemanagement zerschlagen. So sollten die Stromverteilnetze inklusive der hochprofitablen „intelligenten“ Netze mit der prosperierenden Gebäudetechnik zusammengeführt werden. Die Hochspannungsnetze über Land würden voraussichtlich dem kriselnden fossilen Kraftwerksgeschäft zugeschlagen.

Erst im November hatte Siemens angekündigt, in den Kraftwerks- und Antriebssparten 6.900 Arbeitsplätze zu streichen und mehrere Werke zu schließen. Über die Zukunft des Kraftwerksgeschäfts häufen sich derzeit die Spekulationen.

Angeblicher Tesla-Saboteur geht in Offensive

Der vom US-Elektroautokonzern Tesla wegen Datendiebstahls, Geheimnisverrats und mutwilliger Geschäftsschädigung geklagte Ex-Mitarbeiter geht in die Offensive. Gegenüber dem US-Sender CNN bezeichnete sich der Beschuldigte heute als Whistleblower. Er habe so beunruhigende Entdeckungen bei Tesla gemacht, dass er damit an die Presse habe gehen müssen.

Der 40-Jährige behauptete, er sei vergangene Woche gefeuert worden, weil er versucht habe, Investoren und die Öffentlichkeit zu warnen. Unter anderem habe er herausgefunden, dass 1.100 beschädigte Batteriemodule beim neuem Model 3 verbaut worden seien. Der ehemalige Angestellte stritt zudem ab, sich in Teslas Produktionssystem gehackt zu haben - dazu habe er gar nicht die Fähigkeiten.

Tesla hatte am Vortag Klage gegen den Mitarbeiter eingereicht, der einige Monate in der „Gigafactory“ im US-Bundesstaat Nevada gearbeitet hatte. Das Unternehmen wirft ihm vor, sich ins System gehackt und dort Änderungen vorgenommen zu haben. Der Beschuldigte soll mehrere Gigabyte an internen Daten an Dritte weitergegeben und falsche Angaben gegenüber Medien gemacht haben. Das volle Ausmaß der „illegalen Aktivitäten“ werde noch ermittelt.

IT

Fake-„Fortnite“-Apps für Android räumen ab

Rund um das derzeit wohl angesagteste Onlinegame „Fortnite“ gibt es laut BBC viele falsche Android-Apps für das Spiel. Videos auf YouTube, die Links zu Betrugsseiten beinhalten, wurden laut Sicherheitsexperten bereits millionenfach angesehen.

Die offizielle Version für Android-Handys will der Spieleentwickler Epic Games im Sommer herausbringen. Keine der falschen Apps, die echt aussehen, wurde in den Google Play Store aufgenommen, aber sie sind auf Suchmaschinen einfach zu finden.

Eine der Apps leitet Userinnen und User an einen Browser weiter. Dort werden sie aufgefordert, eine ganze Anzahl anderer Apps herunterzuladen, um das Game spielen zu können. Die Betrügerinnen und Betrüger kassierten bei jedem Download, so die BBC.

Ein Experte rät daher zu Geduld und dazu, auf den offiziellen Release im Play Store zu warten. Dann spare man sich auch, sich damit herumspielen zu müssen, in den nächsten Monaten jede Menge Schadsoftware wieder loszuwerden.

Sport

Tennis: Thiem sucht vor Wimbledon Präzision

Dominic Thiem fährt mit einer verpatzten Generalprobe im Gepäck zum am 2. Juli beginnenden Grand-Slam-Tennisturnier von Wimbledon. Bei der Schlappe im Achtelfinale von Halle gestern brachte sich der Niederösterreicher mit unpräzisem Spiel - speziell beim Service - selbst in die Bredouille. „Zu kurz, zu langsam“, lautete das Resumee des 24-Jährigen, der sich von der schwachen Leistung trotzdem nicht aus der Bahn werfen lässt.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Chronik

Seilbahndefekt in der Schweiz: Helikopterbergung

Rund 400 Touristinnen und Touristen sind nach einem Defekt der Schilthornbahn in der Schweiz mit Helikoptern von der Bergstation Birg ausgeflogen worden. Die Seilbahn in dem als Tourismusziel besonders beliebten Lauterbrunnental war nach Angaben des Betreiberunternehmens beim Eintreffen in der 2.677 Meter hohen Station stehengeblieben.

„Die Passagiere in der betroffenen Kabine konnten diese selbstständig verlassen, da die Kabine gerade in der Station eingefahren war“, sagte ein Sprecher. Auch die anderen Ausflugsgäste auf dem Schilthorngipfel Piz Gloria wurden mit Hubschraubern zur Mittelstation Mürren geflogen. 1968 war das damals futuristische Drehrestaurant auf dem Schilthorn Drehort für den Film „James Bond 007 - Im Geheimdienst ihrer Majestät“ gewesen.

Finanzministerium warnt vor Phishing-Mails

Das Finanzministerium warnt vor gefälschten E-Mails, die derzeit im Namen des Ministeriums versendet werden. Die E-Mails mit dem Betreff „Ihre Steuerrückzahlung“ beinhalten die Information, dass die Empfängerinnen und Empfänger eine Steuerrückerstattung erhalten und zu diesem Zweck ihre Kontoinformationen aktualisieren sollen.

Der in der E-Mail enthaltene Link verweist auf eine Website im Stil von FinanzOnline, die zur Eingabe von persönlichen Daten und Kontoinformationen auffordert.

Ministerium empfiehlt Löschung

Das Ministerium betont, dass es sich hierbei um einen Internetbetrugsversuch handelt und sowohl die versendeten E-Mails als auch das darin verlinkte Internetportal Fälschungen darstellen. Die Empfehlung lautet, solche E-Mails sofort zu löschen.

„Wir haben bereits Maßnahmen gegen diesen Betrugsversuch veranlasst. Der Schutz der Daten der Bürgerinnen und Bürger steht bei uns an erster Stelle“, versicherte Finanzminister Hartwig Löger (ÖVP).

Kultur

Anish Kapoor klagt NRA wegen Werbespots

Der britische Starkünstler Anish Kapoor hat die US-Waffenvereinigung NRA wegen eines Werbespots geklagt, in dem seine berühmte Skulptur „Cloud Gate“ in Chicago zu sehen ist.

Der 64-Jährige sei „schockiert und entsetzt“ gewesen, als er seine Arbeit in dem vor einem Jahr veröffentlichten Video entdeckte, heißt es in einer Klageschrift aus Chicago. Die NRA habe seine Skulptur trotz mehrfacher Aufforderungen Kapoors nicht aus dem Clip entfernt.

Skulptur "Cloud Gate" von Anish Kapoor

APA/AFP/Getty Images/Scott Olson

„Cloud Gate“ hat die Form einer Bohne und wird im Volksmund deshalb auch „The Bean“ genannt. Die verspiegelte Arbeit in der Innenstadt Chicagos ist seit ihrer Enthüllung im Jahr 2006 ein Wahrzeichen der Metropole. Der im indischen Mumbai geborene Kapoor hat den Turner Prize gewonnen und wurde von der britischen Queen zum Ritter geschlagen.

NRA kritisiert in Videos Anti-Waffenlobby-Demos

Die NRA kritisiert in dem im Juli 2017 veröffentlichten Clip Proteste gegen die Waffenlobby. Aufnahmen von Demonstrationen, brennenden Autos und schwer bewaffneten Polizisten zu dramatischer Musik erwecken den Eindruck gewaltsamer Ausschreitungen im Land.

„Der einzige Weg, unser Land und unsere Freiheit zu retten, ist der Kampf gegen diese Gewalt aus Lügen mit einer geballten Faust der Wahrheit“, sagt die Sprecherin im einminütigen Video. Darin sind auch die Disney Concert Hall von Architekt Frank Gehry in Los Angeles und Renzo Pianos Gebäude der „New York Times“ zu sehen.

Die NRA verstoße mit dem Video gegen Urheberrecht und zeige dieses weiterhin, obwohl es Kapoor „extrem belastet“, heißt es in der Klage. Er fordert 150.000 Dollar (130.000 Euro) Schadenersatz pro Urheberrechtsverletzung. Die Zahl der Verstöße soll von einem Richter festgelegt werden.

„Ocean’s Eight“: Debakel trotz Traumbesetzung

Unter dem Titel „Ocean’s Eight“ kommt diese Woche ein weibliches Dream-Team auf die Kinoleinwand: Angeführt wird die Runde von Oscar-Preisträgerin Sandra Bullock („Gravity“) als hinterlistiger Krimineller Debbie Ocean, Schwester des Ganoven Danny Ocean, den George Clooney in Steven Soderberghs „Ocean’s“-Serie verkörperte.

Filmszene aus "Oceans Eight"

Warner Bros. Entertainment/Barry Wetcher

Sie schart für einen Raubüberfall in New York eine weibliche Truppe um sich. Darunter finden sich auch Cate Blanchett, Helena Bonham Carter, die Sängerin Rihanna, Anne Hathaway und Dakota Fanning. Regie führt Gary Ross („Die Tribute von Panem“), Soderbergh ist als Produzent an Bord. Er hatte von 2001 bis 2007 seine drei „Ocean’s“-Filme mit Stars wie Clooney, Brad Pitt und Matt Damon gedreht.

Macho, Macho

Eigentlich kann dabei nichts schiefgehen, sollte man meinen - erstens wegen des Teams und zweitens, weil die Idee, dem Macho-Club der „Ocean’s“-Reihe in „#MeToo“-Zeiten eine weibliche Truppe entgegenzustellen, viel Charme hat. In seinen besten Momenten funktioniert das, es gibt immer wieder augenzwinkernde Seitenhiebe auf Clooney und Co.

Filmszene aus "Oceans Eight"

Warner Bros. Entertainment/Barry Wetcher

Doch die Charaktere sind so stereotyp angelegt, dass auch ein weiterer Macho-„Ocean’s“-Teil nicht mehr Schaden hätte anrichten können. Bullock und Blanchett sind - „typisch weiblich“ - von Diamanten so angetan wie einst Marilyn Monroe und entlocken ihren glattgebügelten Gesichtern kaum mehr als zwei Ausdrücke.

Glatt wie Teflon

Rihanna, die einzige Schwarze in der Runde, ist dauerbekifft. Awkwafina, eine New Yorker Rapperin mit koreanisch-chinesischen Wurzeln, spielt eine Kleinkriminelle und Hütchenspielerin im Street-Style der 90er Jahre. Und: Es kommt im gesamten Film zu keiner einzigen nennenswerten Unterhaltung zwischen den Gaunerinnen - sie bleiben glatt wie Teflon.

Filmszene aus "Oceans Eight"

Warner Bros. Entertainment/Barry Wetcher

Noch glatter verläuft die Handlung: keine Volten, keine Überraschungen, kein Bogen, der sich schließt. Völlig linear schreitet der Film seinem faden Ende entgegen - eine solche Dramaturgie würde nicht einmal Drehbuchstudierenden im ersten Semester einfallen.

Vertane Chance

Man könnte noch Logiklücken und mangelnde Plausibilität erwähnen - aber die sind in der „Ocean’s“-Reihe explizit erlaubt. Bei Filmbewertungsplattformen im Internet liegen die Bewertungen allerdings im Mittelfeld, ähnlich bei den Kritiken, und die Produktionskosten hat „Ocean’s Eight“ ebenfalls bereits nach den ersten beiden Wochen eingespielt. Dennoch: eine unnötigerweise vertane Chance.

Audio dazu in oe1.ORF.at

Wiener Festwochen: Auslastung 2018 leicht gestiegen

Die zweite und damit nach seiner Vertragsauflösung zugleich letzte Ausgabe der Wiener Festwochen unter Intendant Tomas Zierhofer-Kin hat in fünf Wochen 101.044 Besucherinnen und Besucher angezogen. Das gab das Festival heute bekannt. In der ersten Saison Zierhofer-Kins hatte man noch 128.630 Gäste gezählt. Allerdings stieg die Auslastung dank einer geringeren Zahl an Veranstaltungen von 82,51 auf 87,2 Prozent.

Für 24 Vorstellungen mit Kaufkarten wurden heuer 35.121 Tickets aufgelegt (nach 41.646 im Vorjahr). 29.844 wurden davon ausgegeben (nach 34.363 in der ersten Saison unter Zierhofer-Kin). Hinzu kommen 6.090 Karten für die Installation „micro | macro“, was die Gesamtzahl auf 35.934 Karten steigert.

Großes Interesse an Eröffnung auf Rathausplatz

Zusätzlich zu den kostenpflichtigen Events gab es neun Produktionen bei freiem Eintritt mit 50 Einzelveranstaltungen, was 63.126 Menschen annahmen. Alleine die Eröffnung auf dem Rathausplatz am 11. Mai zog dabei 48.000 Menschen an - nach 45.000 im Jahr davor. Hinzu kommen 1.984 Personen bei Publikumsgesprächen, Einführungen und Ähnlichem, was dann in Summe die vermeldeten 101.044 Festwochen-Besucher ergibt.

Eröffnung der Wiener Festwochen am Rathausplatz

APA/Hans Punz

Zum Vergleich: In der letzten Saison von Markus Hinterhäuser 2016 zählte man 112.700 Besucher, gab aber keine Information zur Auslastung an. Im Jahr davor verbuchte man insgesamt 212.200 Besucher (hier wurde auch das Sommernachtskonzert der Wiener Philharmoniker als Eröffnung miteingerechnet) sowie eine Auslastung von 91,71 Prozent.

Science

Leute

Neymar reagiert auf Frisurenbashing

Der brasilianische Fußballsuperstar Neymar hat mit einem kurzen Video in Sozialen Netzwerken auf vermeintliche Kritik an seiner Person und an seiner Frisur reagiert. „Ich bin wegen meines Fußballs so weit gekommen“, sagte der 26-jährige Brasilianer in einem kurzen Clip, den er heute unter anderem auf Twitter und Instagram postete.

„Ich bin nicht so weit gekommen, weil ich ein netter Typ bin. Ich bin nicht so weit gekommen, weil ich Neymar heiße. Und ich bin nicht wegen meiner Frisur so weit gekommen.“

Cantona macht sich auf Instagram lustig

Nach dem 1:1 im WM-Auftaktspiel der Brasilianer gegen die Schweiz war seine Frisur in Sozialen Netzwerken mit einer Portion Spaghetti verglichen worden. Auch der französische Ex-Profi Eric Cantona hatte sich darüber lustig gemacht.

Mittlerweile hat der teuerste Spieler der Welt seine Frisur wieder verändert. Im zweiten Gruppenspiel der „Selecao“ morgen gegen Costa Rica wird er wieder mit kürzeren Haaren auflaufen.

Panorama

Für Zeichensprache berühmtes Gorilla-Weibchen Koko tot

Das für seine Fähigkeit zur Zeichensprache berühmte Gorilla-Weibchen Koko ist tot. Sie starb im Alter von 46 Jahren in Kalifornien, teilte die Gorilla-Stiftung heute mit. „Koko hat die Leben von Millionen Menschen berührt - als Botschafterin für Gorillas und als Ikone der Kommunikation zwischen Tieren und Menschen.“

"Koko" die Gorilladame

www.koko.orf/ The Gorilla Fondation/Ron Cohn

Sie sei am Vortag im Schlaf gestorben. Was Koko über die emotionalen und kognitiven Fähigkeiten von Gorillas gelehrt habe, werde „die Welt prägen“, hieß es weiter.

Star in Dokumentarfilmen

Der westliche Flachlandgorilla wurde 1971 unter dem japanischen Namen Hanabi-ko (deutsch: Feuerwerkskind) im Zoo von San Francisco geboren. Tierpsychologin Francine Patterson brachte Koko ab ihrem zweiten Lebensjahr 1.000 Wörter in US-Zeichensprache bei, daraufhin trat sie in zahlreichen Dokumentarfilmen auf.

Auch Bücher, Medienberichte und Fernsehserien befassten sich mit dem kommunikativen Gorilla-Weibchen. 1978 zeigte das Magazin „National Geographic“ ein Foto als Titelbild, das Koko von sich selbst im Spiegel aufgenommen hatte.

Ehemalige Pflegerinnen klagten Stiftung

Im Jahr 2005 war Koko Gegenstand eines Rechtsstreits: Zwei ehemalige Mitarbeiterinnen der Gorilla-Stiftung verklagten ihren Ex-Arbeitgeber, weil dieser sie angeblich zwingen wollte, für Koko ihre Brüste zu entblößen, um eine noch engere Bindung zu erreichen. Nach ihrer Darstellung hatte Koko eine Leidenschaft für Brustwarzen. Die Stiftung wies die Vorwürfe zurück. Die Parteien erzielten eine Einigung, über die jedoch Stillschweigen bewahrt wurde.

Britischen WM-Fans droht Bierengpass

Ausgerechnet während der Fußball-WM, traditionell eine Zeit vermehrten Getränke- und insbesondere Bierkonsums, droht in Großbritannien nun ein Engpass. Das Nachrichtenportal Independent berichtete, die Hersteller kohlensäurehaltiger Getränke würden „verzweifelt“ Nachschub für ihre Produkte suchen.

Zu Lieferschwierigkeiten könnte es kommen, weil das für die Kohlensäure nötige CO2 fehlt. Grund sei eine ungewöhnlich lange Unterbrechung bei der Produktion von Ammoniak, das für die CO2-Herstellung nötig ist.

Englische Fans im Pub

Reuters/Scott Heppell

BrauUnion: Kein Problem in Österreich

In Österreich drohen derartige Probleme nicht. Das ergab zumindest eine Nachfrage von ORF.at bei der BrauUnion.

Die Chefin des britischen Brauereidachverbands British Beer and Pub Association, Brigid Simmonds, betonte gegenüber dem Independent, es gebe „eine Situation, die die Verfügbarkeit von CO2 europaweit betrifft und die jetzt beginnt, sich auf die Bierproduzenten im Vereinigten Königreich auszuwirken“.

Der Verband werde die Lage weiter beobachten, so Simmonds, die hinzufügte: „Angesichts des Sommers und der Fußball-WM ist das zu einem ungünstigen Zeitpunkt für die Brauereien passiert.“