Inland

Alle Länder bis auf OÖ bei Jugendschutz einig

Acht von neuen Bundesländern haben heute bei der Jugendreferentenkonferenz in Hall in Tirol die Harmonisierung des Jugendschutzes beschlossen. Lediglich Oberösterreich scherte bei den Ausgehzeiten aus. Beim Rauchverbot und beim Verbot von hochprozentigem Alkohol für unter 18-Jährige waren sich alle neun Bundesländer einig. Die Umsetzung soll bis 1. Jänner 2019 erfolgen.

Der Knackpunkt bei den Verhandlungen seien die Ausgehzeiten gewesen, so Tirols Landesrätin Patrizia Zoller-Frischauf (ÖVP). Letztlich konnten sich jedoch acht Bundesländer darauf verständigen, dass Jugendliche bis 14 Jahre in Zukunft bis 23.00 Uhr ausbleiben dürfen, zwischen 14 und 16 bis 1.00 Uhr, und ab 16 Jahren gibt es keine Grenze mehr.

Die ebenfalls bei der Konferenz anwesende Jugendministerin Juliane Bogner-Strauß (ÖVP) bezeichnete die Beschlüsse als „historisch“. Nach 35 Jahren sei es nun gelungen, den Jugendschutz zu harmonisieren. „Ich freue mich mit unseren Jugendlichen“, meinte Bogner-Strauß.

Nationalrat: Reform des Vergaberechts beschlossen

Eine Reform des Vergaberechts soll das Bestbieterprinzip gegenüber dem Billigstbieterprinzip stärken. Das entsprechende Gesetz wurde heute gegen die Stimmen der Liste Pilz vom Nationalrat angenommen.

Ziel der Novelle ist, dass mehr Aufträge der öffentlichen Hand nach dem Bestbieterprinzip und nicht allein nach dem günstigsten Preis vergeben werden. Dieses Prinzip soll künftig jedenfalls bei der Ausschreibung personenbezogener Dienstleistungen im Gesundheits- und Sozialbereich, bei der Ausschreibung von Gebäudereinigungs- und Bewachungsdienstleistungen, bei der Beschaffung von Lebensmitteln sowie bei Verkehrsdiensten im öffentlichen Straßenpersonenverkehr zur Anwendung kommen.

Personenbeförderungen per Bahn und U-Bahn sind weiterhin vom Bundesvergabegesetz ausgenommen, Schienenaufträge können also wie bisher direkt vergeben werden. Letzteres war einer der Streitpunkte der SPÖ und ÖVP während deren Regierungszusammenarbeit und damit einer der Gründe, warum die entsprechende EU-Richtlinie nicht rechtzeitig umgesetzt wurde.

SPÖ protestiert gegen „Sicherheitspaket“

Die SPÖ hat heute vor der Nationalratssitzung mit Unterhosen und Kondomen gegen das „Sicherheitspaket“, das im Plenum beschlossen wird, demonstriert. SPÖ-Abgeordnete hängten vor dem Parlament eine Wäscheleine mit intimen Gegenständen wie Unterwäsche und Privatfotos auf und forderten auf Plakaten „ein Privatleben ohne (Innenminister Herbert, FPÖ, Anm.) Kickl“.

„Die neuen Überwachungsmaßnahmen eröffnen die Möglichkeit zum Datenmissbrauch“, warnte Justizsprecher Hannes Jarolim. „Ich denke, dass derzeit noch niemand erkennt, welches unheimliche Gefährdungspotenzial die Bestrebung der Regierung für die Bevölkerung darstellt, ohne dass der Vorteil des Bundestrojaners jene Wirkung einer ordentlich ausgestatteten Polizei mit ausreichendem Personal übertreffen würde.“

Auch Datenschutzpaket im Plenum

Neben dem „Sicherheitspaket“ wird zum Abschluss der Plenarwoche auch ein Datenschutzpaket den Nationalrat passieren. Dieses soll die Weitergabe von persönlichen Daten an Wissenschaft und Unternehmen erleichtern.

Größter Gesetzesbeschluss ist das „Sicherheitspaket“, das der Polizei Zugriff auf einen Großteil der Überwachungskameras im öffentlichen Raum gibt, anonyme Wertkartenhandys verbietet, einen „Bundestrojaner“ ermöglicht und eine Art „Vorratsdatenspeicherung light“ etabliert.

Beim Datenschutzpaket ist vor allem umstritten, dass auch Gesundheitsdaten des Elektronischen Akts (ELGA) weitergegeben werden können, wenn das nicht von der zuständigen Ministerin - wie angekündigt - ausgeschlossen wird.

Weiters auf der Tagesordnung steht eine Vergaberechtsnovelle, die das Bestbieterprinzip gegenüber dem Billigstbieterprinzip stärken soll. Schließlich wird die eigentlich durch die Inflation ermöglichte automatische Erhöhung der Parteienförderung zurückgenommen.

Kurz: Türkei-Wahlkampfauftritte in Österreich unerwünscht

Wahlkampfauftritte türkischer Politiker im Vorfeld der für Juni geplanten Parlaments- und Präsidentschaftswahlen in der Türkei seien in Österreich „unerwünscht“: Das sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) heute im Ö1-Frühjournal. Man werde diese „Einmischungen“ nicht mehr zulassen.

Wahlkampfauftritte türkischer Politiker in mehreren europäischen Ländern - darunter in Österreich, Deutschland und den Niederlanden - hatten in der Vergangenheit immer wieder für heftige Diskussionen und diplomatische Verstimmungen gesorgt.

„Diese Auftritte sind unerwünscht“

„Wenn die Türkei diesmal wieder solche Auftritte in Österreich plant, dann kann ich nur klar sagen: Diese Auftritte sind unerwünscht, und wir werden sie nicht zulassen“, so Kurz. Möglich macht ein Verbot das im April 2017 verschärfte Versammlungsgesetz, mit dem Wahlkampfauftritte ausländischer Politiker leichter untersagt werden können.

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hatte diese Woche vorgezogene Parlaments- und Präsidentschaftswahlen für den 24. Juni vorgeschlagen. Bisher waren beide Wahlen für November 2019 geplant. Der Vorschlag Erdogans wird nun im Parlament diskutiert. Eine Festlegung des Termins unterliegt in der Regel der Wahlbehörde.

Erdogan tritt Flucht nach vorne an

Beobachter werten Erdogans Schritt als Zeichen wachsender Nervosität: Die türkische Lira steuert seit Monaten von einem Rekordtief zum nächsten, die Prognosen für die Wirtschaft verheißen nichts Gutes. Außenpolitisch steht Ankara weitgehend isoliert da. Ehe etwa eine mögliche Wirtschaftskrise ein zu großes politisches Problem wird, will Erdogan seine Macht weiter einzementieren.

Mehr dazu in Wählen, ehe der Abschwung kommt

TV-Hinweis

Ausland

Saudi-Arabien fängt erneut Rakete aus Jemen ab

Die Luftabwehr in Saudi-Arabien hat erneut eine von den Huthi-Rebellen im Jemen abgefeuerte Rakete abgefangen. Die ballistische Rakete sei auf die Stadt Dschisan am Roten Meer abgefeuert worden, teilte die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition heute mit.

Die Huthi-Rebellen erklärten über ihren Fernsehsender al-Masira, die Rakete vom Typ Badr 1 habe den Flughafen von Dschisan getroffen. Der Flughafen der Stadt war zunächst nicht zu erreichen. Öffentlich zugängliche Informationen deuteten jedoch nicht auf eine Beeinträchtigung des Flugbetriebs hin.

Die Huthi-Rebellen haben seit November wiederholt Raketen auf Saudi-Arabien abgefeuert, die nach Angaben des Militärbündnisses alle abgefangen wurden. Die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition kämpft seit 2015 im Jemen gegen die Huthi-Rebellen. Seit Beginn des Konflikts wurden fast 10.000 Menschen getötet.

Palästinenser stirbt bei Unruhen im Gazastreifen

Bei neuen Unruhen im Gazastreifen ist nach palästinensischen Angaben ein Palästinenser getötet worden. Der Mann erlag seinen Schussverletzungen, wie das Gesundheitsministerium in Gaza heute mitteilte. Er sei behindert gewesen.

Gemeinsam mit zwei anderen Menschen sei er von Schüssen israelischer Soldaten nahe der Grenze getroffen worden. Eine Sprecherin der israelischen Armee hatte zuvor gesagt, ihr sei nichts von dem Vorfall bekannt.

36 Tote seit Ende März

Junge Männer zündeten Dutzende Autoreifen an und bereiteten Hunderte Flugdrachen vor. Palästinenser hatten in den vergangenen Tagen immer wieder Flugdrachen mit brennenden Flüssigkeiten oder Stofffetzen über die Grenze nach Israel gelenkt. Mehrfach hätten Felder in Israel Feuer gefangen, berichtete die „Times of Israel“.

Bei Massenprotesten an der Gaza-Grenze wurden damit seit Ende März 36 Palästinenser getötet. Hunderte wurden durch Schüsse israelischer Soldaten verletzt. Es ist der schlimmste Gewaltausbruch seit dem Gaza-Krieg 2014. Anlass für den „Marsch der Rückkehr“ ist der 70. Jahrestag der israelischen Staatsgründung.

Hotline zwischen Süd- und Nordkoreas Staatschefs geöffnet

Vor ihrem Gipfeltreffen haben Süd- und Nordkorea erstmals eine direkte Telefonverbindung zwischen den Staatschefs beider Länder gelegt. Über die Leitung sollen sich der südkoreanische Präsident Moon Jae In und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un austauschen können.

Heute sei die Hotline zwischen Moons Büro und dem Büro Kims in Pjöngjang getestet worden, teilte das Präsidialamt in Seoul mit. Beide wollen einander nächste Woche im Grenzort Panmunjom treffen. Moon will mit Kim über den Abbau des nordkoreanischen Atomprogramms und die Bedingungen für einen dauerhaften Frieden auf der koreanischen Halbinsel sprechen. 

Kneissl traf russischen Außenminister Lawrow in Moskau

Bei einem Treffen des russischen Außenministers Sergej Lawrow mit FPÖ-Außenministerin Karin Kneissl haben heute beide Minister die gute bilaterale Zusammenarbeit zwischen Moskau und Wien unterstrichen.

„In den schwierigen Zeiten, in denen Europa und die ganze Welt stehen, ist ein offener, direkter und freundschaftlicher Dialog sehr vonnöten“, sagte Lawrow im Vorfeld des Treffens in Anspielung auf die stark belasteten Beziehungen zwischen Russland und dem Westen. Kneissl bekräftigte die österreichische Position, die Gesprächskanäle mit Russland „offen zu halten. In diesem Sinne verstehen wir Diplomatie.“

„Wir hoffen sehr, dass wir in unseren Beziehungen Kontinuität wahren können“, so Lawrow, der sich von Kneissl eine Fortsetzung der Politik von Kneissls Vorgänger Sebastian Kurz (ÖVP) erhofft.

Keine Vermittlerrolle Wiens

Lawrow sieht keine Möglichkeit für eine Vermittlerrolle Österreichs zwischen Russland und dem Westen im Syrien-Konflikt. „In Syrien braucht man nur eine Vermittlung, eine Vermittlung zwischen den Konfliktparteien“, so Lawrow nach dem Treffen.

Er schätze aber „sehr“, dass sich Österreich für eine Verbesserung des Klimas im Syrien-Konflikt einsetze, fügte Lawrow hinzu. „Österreich wird stets als ehrlicher Makler angesehen. Wenn es nicht genug ehrliche Makler gibt, könnte Österreich durchaus einen Beitrag leisten unter dem Dach der Vereinten Nationen“, sagte der russische Außenminister.

Kneissl bekräftigt „Solidarität“ in Giftaffäre

Kneissl bekräftigte auch mehrfach die „Solidarität“ Österreichs mit Großbritannien in der Giftaffäre um den Ex-Doppelspion Sergej Skripal. Österreich habe keine Diplomaten des in dem Fall inkriminierten Russland ausgewiesen, wie andere westliche Staaten es getan haben, weil das ständige diplomatische Praxis Österreichs sei. „Wir weisen Diplomaten nicht aus“, verwies sie unter anderem auf die Rolle Wiens als Standort internationaler Organisationen.

Treffen mit UNO-Syrien-Vermittler

Kneissl traf in Moskau auch mit UNO-Syrien-Vermittler Staffan de Mistura zusammen, um über einen möglichen österreichischen Beitrag zu den Vermittlungsbemühungen zu sprechen. „Wir hatten ein sehr nützliches Treffen“, sagte der UNO-Diplomat nach dem Gespräch in einem Moskauer Hotel.

Auf die Frage, ob er die österreichischen Bemühungen im Syrien-Konflikt schätze, sagte De Mistura: „Wir sind erfreut, Österreich hier zu treffen und zusammenarbeiten zu können.“ Keinen Kommentar wollte er jedoch auf die Frage geben, ob wieder Syrien-Gespräche in Wien stattfinden könnten.

Kneissl kam tags zuvor zu einem schon länger geplanten bilateralen Besuch in Moskau an. Durch die jüngste Zuspitzung des Syrien-Konflikts habe die Visite „eine andere Dynamik bekommen“, sagte sie im Vorfeld ihres Treffens mit De Mistura.

Comey: Trump beschwerte sich über Russland-Ermittlungen

US-Präsident Donald Trump hat sich laut Ex-FBI-Chef James Comey nach seinem Amtsantritt im Jänner 2017 wiederholt über die Ermittlungen zur Russland-Affäre beschwert. Trump habe im März 2017 gesagt, er wolle „das Land regieren“, doch die „Wolke dieses Russland-Geschäfts“ würde ihm das erschweren, heißt es in Comeys Aufzeichnungen nach einem Gespräch mit dem US-Präsidenten.

Die Aufzeichnungen lagen der Nachrichtenagentur AFP gestern vor. Zuvor hatte das US-Justizministerium die Papiere für den Kongress freigegeben.

Trump: Comey-Papiere zeigen „keine Absprachen“

Den Aufzeichnungen zufolge sagte Trump im April 2017 bei einem Treffen mit Comey in Bezug auf die Russland-Ermittlungen, er versuche für die USA zu arbeiten, und „jede Wolke, sogar eine kleine Wolke, steht dem im Weg“. Comey verfasste die Notizen im Anschluss an mehrere Treffen mit Trump nach dessen Amtseinführung im Jänner 2017. Den Aufzeichnungen zufolge fühlte sich Comey angesichts des von Trump auf ihn ausgeübten Drucks unwohl.

Nach Meinung von Trump zeigen die Notizen klar, dass es „keine Absprachen“ mit Russland bei der Wahl 2016 und „keine Behinderung“ der Ermittlungen dazu gegeben habe. Das schrieb Trump im Kurznachrichtendienst Twitter.

Giuliani soll Trumps Anwaltsteam verstärken

Rudolph Giuliani, Ex-Bürgermeister von New York, soll unterdessen das Anwaltsteam Trumps in der Russland-Affäre verstärken. Er tue das, weil er hoffe, „zum Wohle des Landes“ ein Ende der Russland-Untersuchungen erreichen zu können, zitierte die „Washington Post“ Giuliani in der Nacht auf heute aus einem Interview.

Der ehemalige New Yorker Bürgermeister Rudolph Giuliani und US-Präsident Donald Trump

Reuters/Mike Segar

Giuliani und Trump im September 2016

Er habe außerdem größten Respekt für den Präsidenten und für FBI-Sonderermittler Robert Mueller, sagte Giuliani. Mueller und sein Team untersuchen, ob Russland die Präsidentenwahl 2016 beeinflusst hat und ob es dabei eine Zusammenarbeit mit dem Trump-Team gab. Giuliani soll an der Seite der Anwälte Ty Cobb und Jay Sekulow arbeiten.

ETA bittet Opfer ihrer Gewalttaten um Verzeihung

Die baskische Untergrundorganisation ETA hat die Opfer ihres jahrzehntelangen bewaffneten Kampfes um Verzeihung gebeten. „Wir haben viel Schmerz und nicht wiedergutzumachenden Schaden verursacht“, hieß es in einer Erklärung der ETA, die die baskische Zeitung „Gara“ heute veröffentlichte.

Darin bekundete die Organisation den Toten, Verletzten und anderen Opfern ihrer Gewalttaten nun ihren „Respekt“. Die ETA bereue diese Taten „zutiefst“. „Wir wissen, dass unsere Handlungen auch Bürgern und Bürgerinnen Schaden zugefügt haben, die keinerlei Verantwortung hatten. (...) Diese Menschen und ihre Familien bitten wir um Verzeihung.“

Die Regierung in Madrid wertete die Entschuldigung als Beweis für die „Stärke“ des Rechtsstaats in Spanien, der die ETA „mit den Waffen der Demokratie besiegt“ habe. Die Entschuldigung sei aber schon lange überfällig gewesen, so die Regierung des konservativen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy.

Selbstauflösung im Mai

Die 1959 gegründete ETA hatte seit Ende der 60er Jahre mit Anschlägen und Gewalt für die Unabhängigkeit des Baskenlandes in Spanien und Frankreich gekämpft. Die von den USA und der EU als Terrororganisation eingestufte Gruppe wird für den Tod von 829 Menschen verantwortlich gemacht

2011 hatte die ETA das Ende ihres bewaffneten Kampfes verkündet. Im April 2017 gab die Organisation dann nach eigenen Angaben ihre Waffen vollständig ab. Derzeit bereitet sie ihre Selbstauflösung vor.

Zuletzt hatte die ETA angekündigt, voraussichtlich am ersten Mai-Wochenende ihre Auflösung bekanntzugeben. „Die Erklärung, wonach die ETA nicht mehr existiert, wird sehr eindeutig sein“, sagte der Vermittler Alberto Spectorovsky. Die Bekanntgabe soll im französischen Teil des Baskenlandes erfolgen.

Wirtschaft

PSA soll 3.700 Stellen bei Opel streichen

Bei Opel in Deutschland sollen nach derzeitigen Plänen des französischen Mutterkonzerns PSA laut Informationen des Betriebsrates bis zum Ende des Jahrzehnts 3.700 der rund 19.000 Stellen wegfallen.

„Die haben uns einen Abbauplan vorgelegt bis 2020, dass sie 3.700 Arbeitsplätze abbauen wollen“, sagte Betriebsratschef Wolfgang Schäfer-Klug heute in Frankfurt.

Allein das Entwicklungszentrum in Rüsselsheim solle 1.200 Jobs verlieren. Bisher hätten aber schon 2.000 Mitarbeiter die Programme zum freiwilligen Ausscheiden, etwa über einen Vorruhestand, angenommen. Nach Einschätzung des Betriebsrates kämen bis 2020 noch 2.000 Abgänge hinzu. Damit wäre der von PSA geforderte Personalkostenabbau erfüllt, und es gäbe keinen Grund mehr für Lohnkürzungen der verbleibenden Beschäftigten, so der Betriebsrat.

Betriebsrat: Opel laufen die Leute weg

Mittlerweile bekomme Opel eher Probleme, genug Leute zu halten. „Wir haben enormen Druck, dass Leute gehen wollen“, sagte Schäfer-Klug. Der Betriebsrat und die deutsche Gewerkschaft IG Metall streiten derzeit mit dem Opel- und PSA-Management über Investitionspläne und Kostensenkungen. Was bisher an Vorschlägen für Produkte bis 2020 auf dem Tisch liege, würde rechnerisch nur 1.800 der insgesamt rund 19.000 Stellen sichern, sagte Schäfer-Klug.

Bisher gebe es kein Angebot, sondern nur ein „Diktat“ vom Mutterkonzern. „Wir erwarten von PSA/Opel ein verhandlungsfähiges Angebot, dann sind wir gesprächsbereit.“ Der frühere IG-Metall-Chef Berthold Huber, der die Arbeitnehmer bei den Verhandlungen berät, nannte das Vorgehen von PSA „Erpressung“.

Porsche-Mitarbeiter in Dieselskandal in U-Haft

In Zusammenhang mit den Ermittlungen im Dieselskandal ist einer der beschuldigten Porsche-Mitarbeiter in Untersuchungshaft genommen worden. Das geht aus einer Mitteilung von Vorstandschef Oliver Blume heute an die Belegschaft hervor.

Die Behörden gingen von Verdunkelungs- und Fluchtgefahr aus. Die Staatsanwaltschaft war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Die Ermittlungen richten sich gegen zwei aktuelle und einen ehemaligen Mitarbeiter der Porsche AG - darunter einen amtierenden Vorstand - wegen des Verdachts des Betruges und der strafbaren Werbung.

Hintergrund sind mögliche Manipulationen der Abgasreinigung von Dieselautos. Am Mittwoch hatten fast 200 Staatsanwälte und Polizisten mehrere Standorte von Porsche und der Konzernschwester Audi durchsucht, von der Porsche die Dieselmotoren bekommt.

Russland erlaubt Monsanto-Übernahme unter Bedingungen

Die geplante Übernahme des US-Saatgutkonzerns Monsanto durch den deutschen Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer hat eine weitere wichtige Hürde genommen. Russland hat das Geschäft genehmigt - allerdings unter Auflagen.

So wird Bayer ein Forschungszentrum im Land bauen und bestimmte Technologien mit russischen Agrarunternehmen teilen, sagte Igor Artemjew, der Chef der russischen Wettbewerbsbehörde FAS, heute in Moskau. Eine detaillierte Stellungnahme soll demnächst folgen.

Bayer will den mehr als 60 Mrd. Dollar (48,5 Mrd. Euro) schweren Monsanto-Kauf noch im laufenden zweiten Quartal abschließen. Um die Zustimmung der EU-Wettbewerbshüter zu bekommen, hatte Bayer unlängst Zugeständnisse gemacht. Neben Russland stand zuletzt noch das Ja der Wettbewerbshüter aus Mexiko und vor allem aus den USA aus.

Alibaba übernimmt Chiphersteller

Der chinesische Internethandelsriese Alibaba hat für einen unbekannten Betrag den Mikrochip-Anbieter Hangzhou C-Sky Microsystems übernommen, wie eine Alibaba-Sprecherin heute mitteilte. Es ist das erste Mal, dass Alibaba in der Chipsparte ein Unternehmen kauft.

Insidern zufolge war der Konzern zuvor bereits an dem Unternehmen beteiligt. C-Sky gilt als Spezialist für Prozessoren, die in Waschmaschinen und Kühlschränken direkt eingebaut sind. Der Zukauf soll Alibaba dabei helfen, seine cloudbasierten Lösungen für die Vernetzung von Maschinen (IoT) voranzutreiben.

Der Handelsstreit zwischen China und den USA sowie das aktuelle Lieferverbot für den Handyhersteller und Netzwerkausrüster ZTE haben in der Volksrepublik zu einer Debatte über eine stärkere Unabhängigkeit in der Tech-Branche von Zulieferungen aus dem Ausland geführt.

Eurowings beendet Zusammenarbeit mit Laudamotion

Die Lufthansa-Tochter Eurowings beendet ihre erst im März begonnene Zusammenarbeit mit der österreichischen Fluglinie Laudamotion. Damit reagiert das Unternehmen auf den Einstieg des Billigfliegers Ryanair bei der neuen Fluglinie des Ex-Rennfahrers Niki Lauda.

„Wir werden die Kooperation fristgerecht zum 31. Mai beenden“, sagte ein Eurowings-Sprecher heute. Eurowings hatte seit März vier Flugzeuge samt Besatzungen von Lauda angemietet und war eigentlich an einer Fortsetzung im Sommer interessiert. Zuerst hatte die „Börsen-Zeitung“ über das Ende der Kooperation berichtet.

Der Eurowings-Sprecher nannte als Grund, dass Laudamotion jetzt die Computersysteme von Ryanair nutzt. Diese seien nicht mit denen von Eurowings kompatibel. Zudem hätte Laudamotion die gewünschten Flugkapazitäten ab Juni nicht mehr zur Verfügung stellen können.

Sport

Eishockey: Letzter Akt im EBEL-Titeldrama

Im Salzburger Volksgarten geht heute der letzte Akt des Finaldramas der Erste Bank Eishockey Liga (EBEL) zwischen Red Bull Salzburg und dem HC Bozen über die Bühne.

Nach sechs hart umkämpften Spielen fällt in der siebenten Partie die Entscheidung. Einen ähnlichen Showdown zwischen beiden Clubs gab es auch vor vier Jahren. Eine Wiederholung des Ausganges von 2014 will man aber vor allem von Salzburger Seite tunlichst vermeiden.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Fußball: Ära Wenger geht nach 22 Jahren zu Ende

Im englischen Fußball geht nach der laufenden Saison eine Ära zu Ende. Arsene Wenger nimmt nach 22 Jahren als Trainer von Arsenal FC seinen Hut. Das gab der Londoner Traditionsclub heute bekannt.

„Ich fühle, dass es am Ende der Saison für mich Zeit ist zurückzutreten“, sagte der 68-jährige Franzose. Wenger verlässt Arsenal nicht nur als erfolgreichster Trainer der Vereinsgeschichte, sondern auch als Rekordcoach der englischen Premier League.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Chronik

Pkw von Zug erfasst - Lenkerin tot

In Aurolzmünster (Oberösterreich) ist gestern eine 66-jährige Frau bei einem Zusammenstoß ihres Pkw mit einem Zug ums Leben gekommen. Die Frau aus Eitzing dürfte das Rotlicht der Signalanlage an einem Übergang der Bahnlinie Schärding - Attnang übersehen haben.

Mehr dazu in ooe.ORF.at

Auch ein Motorradfahrer verunglückte gestern bei einem Verkehrsunfall auf der Pass-Gschütt-Straße. Der 41-Jährige Mann prallte mit seinem Gefährt frontal gegen das entgegenkommende Auto einer 24-jährigen Pongauerin.

Mehr dazu in salzburg.ORF.at

Drei Lenker wurden gestern bei einem Verkehrsunfall in Ennsdorf (Niederösterreich) verletzt. Eine 65-Jährige erfasste mit ihrem Pkw zwei Biker. Einer der beiden prallte dabei gegen das Heck eines Sattelkraftfahrzeuges.

Mehr dazu in ooe.ORF.at

Nach „Nussaffäre“: Nächster Wuteklat im Korean-Air-Clan

Nach der berüchtigten „Nussaffäre“, bei der die Tochter des Chefs der Korean Air wegen Macadamianüssen im Flugzeug vor rund drei Jahren randaliert hat, ermittelt nun die südkoreanische Polizei wegen eines Wutanfalls ihrer jüngeren Schwester.

Cho Hyun Min, Vizevorsitzende der Fluglinie, soll während einer Sitzung den Manager einer Werbefirma in Rage angeschrien und ein Wasserglas in sein Gesicht geleert haben. Die Polizei durchsuchte wegen des Falles sogar den Firmensitz von Korean Air - wegen Hinweisen auf Vertuschung.

Mehr dazu in Durchsuchung wegen Vertuschungsgefahr

Religion

Kultur

„Lady Bird“: Erwachsenwerden für Anfängerinnen

Mit „Lady Bird“, dem Regiedebüt der US-Schauspielerin Greta Gerwig, kommt einer der besten Filme des Jahres in die Kinos. Mit Preisen überhäuft und von Publikum und Kritik gefeiert, bringt die sensibel-humorvolle Coming-of-Age-Geschichte frischen Wind in das von „#MeToo“ und „Time’s Up“ gebeutelte Hollywood.

Ein Jahr im Leben eines amerikanischen Teenagers wird so authentisch, ungewöhnlich und modern erzählt, dass sich Gerwigs männliche Kollegen in Zukunft warm anziehen müssen, wenn ihre Werke daneben nicht altbacken und verzweifelt aussehen sollen.

Mehr dazu in Hoffnungsträgerin für Hollywood

Science